[TH] Besoldungsrunde 2025-2028 Thüringen

Begonnen von unnamed, 17.02.2026 06:24

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Tassimo

Ich bin derzeit dabei, die Kollegen überhaupt erstmal auf die Themen zum Thema Besoldung hinzuweisen. Logischerweise erfolgt das nicht Seitens des Dienstherrn und die Gewerkschaften kümmern sich nur mehr um interne Informationen und Hinweise für ihre eigenen Mitglieder, sicher auch zu Recht. Das soll kein Vorwurf an die Gewerkschaften sein. Nur eine reine Feststellung.

Sicher ist es mein Fehler, dass ich mich bisher nicht aktiv mit dem Thema Beitritt in eine Gewerkschaft auseinandergesetzt habe. Aber bisher dachte ich als Beamter, ich brauche das nicht zwangsläufig. Ja ich weiß, manche werden jetzt sagen: ,,Naivität kennt halte keine Grenzen". Also Zeit umzudenken.

Fakt ist, es ist teilweise erschreckend wie wenig Wissen bei meinen Kollegen über die Thematik eigene Besoldung vorhanden ist. Wer sich nicht näher damit auseinandersetzt, hat im Prinzip schon verloren, wenn er darauf vertraut, verfassungsgemäß alimentiert zu werden. Da ich nun umfassend an dem schönen Einsatz am kommenden Wochenende in Erfurt dienstlich teilnehmen darf, werde ich es mir nicht nehmen lassen, die Kollegen bei Interesse gern näher einzuweisen, insofern es das Einsatzgeschehen zulässt.

TommiW1234

Dann drücke ich dir die Daumen, dass es einigermaßen ruhig bleibt und viel Erfolg mit den Kollegen. ;-)

accipiter

@Tassimo
Schau mal auf die Seite vom tbb. Da werden Sie und die Kollegen auf alle Fälle fündig. Und wenn man schon, wie offenbar Sie im täglichen Einsatz, seine Gesundheit oder gar das eigene Leben riskiert, ist es das mindeste das man vom DH auch verfassungskonform alimentiert wird. Warme Worte vom IM helfen da auch nicht. Vielmehr sollte er sich als der auch für das Dienstrecht zuständige Minister für seine Beamten aktiv und mit Kante einsetzen. Macht er aber nicht und hat bspw im Kabinett die letzten Jahre immer brav die Hand gehoben und damit verfassungswidrigen Besoldungsgesetzen zustimmend den Weg geebnet.

Link
https://www.thueringer-beamtenbund.de/amtsangemessene-alimentation/

Interessant und informativ auch die Seite von den Berliner Kollegen (als faktische Privatinitative) die den Stein nach mehr als einem Jahrzehnt der Klagerei erst einmal ins rollen gebracht haben und nach wie vor vom dortigen Senat (DH) nach Strich und Faden verarscht werden.

Link
https://www.berliner-besoldung.de/

Schaut man in die anderen Länderforen scheint es landauf landab ähnlich oder noch schlechter zu laufen. Scheint eine abgestimmte Methode der jeweiligen DH zu sein. Wertschätzung. Fehlanzeige. Inkaufnahme weiterer Verfassungsverstösse. Ja; kein Problem. Kann ja jeder einen Verfassungsverstoss behaupten bis Karlsruhe nach einem weiteren Jahrzehnt auch hierüber entschieden hat. Der Beamte kann ja klagen, wenn es ihm nicht passt. Ist ja sein gutes Recht. Sind ja schließlich ein Rechtsstaat und keine Bananenrepublik.


Mitarbeiter0815

ich hoffe das im HuF folgendes Urteil berücksichtigt wird:

Gute Nachrichten für Berliner Beamtinnen und Beamte, die um ihre amtsangemessene Alimentation kämpfen: Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat mit Beschluss vom 7. Mai 2026 (Az. 2 B 5.26 / 2 B 4.24) eine entscheidende Hürde für Besoldungsklagen gekippt. Im Kern ging es um die Frage, ob Beamte ihre Ansprüche auf eine verfassungsgemäße Besoldung jährlich erneuern müssen, wenn sie bereits eine auf die Zukunft gerichtete Klage eingereicht haben. Das BVerwG hat dies nun klar verneint und damit ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg aufgehoben.

CK7985

Zitat von: Tassimo in 30.06.2026 15:05Ich bin derzeit dabei, die Kollegen überhaupt erstmal auf die Themen zum Thema Besoldung hinzuweisen. Logischerweise erfolgt das nicht Seitens des Dienstherrn und die Gewerkschaften kümmern sich nur mehr um interne Informationen und Hinweise für ihre eigenen Mitglieder, sicher auch zu Recht. Das soll kein Vorwurf an die Gewerkschaften sein. Nur eine reine Feststellung.

Sicher ist es mein Fehler, dass ich mich bisher nicht aktiv mit dem Thema Beitritt in eine Gewerkschaft auseinandergesetzt habe. Aber bisher dachte ich als Beamter, ich brauche das nicht zwangsläufig. Ja ich weiß, manche werden jetzt sagen: ,,Naivität kennt halte keine Grenzen". Also Zeit umzudenken.

Fakt ist, es ist teilweise erschreckend wie wenig Wissen bei meinen Kollegen über die Thematik eigene Besoldung vorhanden ist. Wer sich nicht näher damit auseinandersetzt, hat im Prinzip schon verloren, wenn er darauf vertraut, verfassungsgemäß alimentiert zu werden. Da ich nun umfassend an dem schönen Einsatz am kommenden Wochenende in Erfurt dienstlich teilnehmen darf, werde ich es mir nicht nehmen lassen, die Kollegen bei Interesse gern näher einzuweisen, insofern es das Einsatzgeschehen zulässt.

Wenn es um finanzielle Bildung im Allgemeinen geht, ist Deutschland und insbesondere Thüringen ohnehin ein Entwicklungsland und eines voller Analphabeten.

Ein Blick auf die Anzahl der Aktionäre in Deutschland und vor allem in Thüringen reicht für diese Feststellung bereits völlig aus und diese ist bei den Beamten noch spürbar geringer ausgeprägt.
Es beginnt also bei der eigenen Besoldung (keiner meiner Kollegen befasst sich mit der aktuellen Rechtslage in Thüringen und freut sich dann über überraschende Nachzahlungen zum Jahresende) und reicht bis hin zur eigenen finanziellen Vorsorge.

Gerade die Beamten betreiben relativ wenig private Altersvorsorge, sind finanziell zu 100% abhängig vom Dienstherrn und damit trotz einiger Privilegien aber auch diverser Nachteile ewig im Hamsterrad, sehen oft keinerlei Versorgungslücke im Alter und entsprechend auch keinen Handlungsbedarf den ja inzwischen sogar unsere Bundesregierung erkannt hat (dritte Säule der Rente gekoppelt an den Aktienmarkt, Altersvorsorgdepot).
Aktien werden gerade von etwas älteren Mitarbeitern verteufelt, als reine Spekulation und Auswuchs des Kapitalismus gesehen. Statt der Chancen (z.B. eines einfachen Global diversifizierten ETF Depots) redet man geprägt von Vorurteilen nur von vermeintlichen, leicht zu entkräfteten Risiken.
Dagegen kommt man selbst mit harten, unumstößlichen Fakten nicht an.

Wer sich als Beamter mit Vollkaskomentalität auf den Dienstherrn verlässt, wird wohl noch ein böses Erwachen erleben.
Auch Beamte müssen endlich verstärkt privat vorsorgen und Vermögensaufbau betreiben.


CK7985

Zitat von: CK7985 in 01.07.2026 09:43Wenn es um finanzielle Bildung im Allgemeinen geht, ist Deutschland und insbesondere Thüringen ohnehin ein Entwicklungsland und eines voller Analphabeten.

Ein Blick auf die Anzahl der Aktionäre in Deutschland und vor allem in Thüringen reicht für diese Feststellung bereits völlig aus und diese ist bei den Beamten noch spürbar geringer ausgeprägt.
Es beginnt also bei der eigenen Besoldung (keiner meiner Kollegen befasst sich mit der aktuellen Rechtslage in Thüringen und freut sich dann über überraschende Nachzahlungen zum Jahresende) und reicht bis hin zur eigenen finanziellen Vorsorge.

Gerade die Beamten betreiben relativ wenig private Altersvorsorge, sind finanziell zu 100% abhängig vom Dienstherrn und damit trotz einiger Privilegien aber auch diverser Nachteile ewig im Hamsterrad, sehen oft keinerlei Versorgungslücke im Alter und entsprechend auch keinen Handlungsbedarf den ja inzwischen sogar unsere Bundesregierung erkannt hat (dritte Säule der Rente gekoppelt an den Aktienmarkt, Vorsorgedepot).
Aktien werden gerade von etwas älteren Mitarbeitern verteufelt, als reine Spekulation und Auswuchs des Kapitalismus gesehen. Statt der Chancen (z.B. eines einfachen Global diversifizierten ETF Depots) redet man geprägt von Vorurteilen nur von vermeintlichen, leicht zu entkräfteten Risiken.
Dagegen kommt man selbst mit harten, unumstößlichen Fakten nicht an.

Wer sich als Beamter mit Vollkaskomentalität auf den Dienstherrn verlässt, wird wohl noch ein böses Erwachen erleben.
Auch Beamte müssen endlich verstärkt privat vorsorgen und Vermögensaufbau betreiben.



Der Obelix

Zitat von: CK7985 in 01.07.2026 09:43Wer sich als Beamter mit Vollkaskomentalität auf den Dienstherrn verlässt, wird wohl noch ein böses Erwachen erleben.
Auch Beamte müssen endlich verstärkt privat vorsorgen und Vermögensaufbau betreiben.



Erzähl das mal einem A7er Sachbearbeiter im Bürgeramt in Hamburg Mitte.......der freut sich wenn am Monatsende noch Aldi brötchen drin sind.

Warnstreik

Zitat von: Der Obelix in 01.07.2026 10:49Erzähl das mal einem A7er Sachbearbeiter im Bürgeramt in Hamburg Mitte.......der freut sich wenn am Monatsende noch Aldi brötchen drin sind.

Und danach geht er/sie den Rentner die Flaschen wegsammeln. ;-)   

CK7985

Zitat von: Der Obelix in 01.07.2026 10:49Erzähl das mal einem A7er Sachbearbeiter im Bürgeramt in Hamburg Mitte.......der freut sich wenn am Monatsende noch Aldi brötchen drin sind.

Ausnahmen gibt es immer. In der Breite der Beamtenschaft ist das aber bestenfalls eine Ausrede und erklärt nicht den Mangel und das Defizit an finanzieller Bildung (vor allem vor dem Hintergrund des hohen Grades an Akademisierung) und schon gar nicht, dass 8-9/10 Beamten überhaupt keine private Vorsorge betreiben, von denen ein nicht unerheblicher Teil im g.D. und h.D. beschäftigt ist.


accipiter

@CK7895
Und was hat Fondssparen oder direkter Aktienkauf des Einzelnen mit der amtsangemessenen Besoldung und daraus resultierenden Verpflichtung des DH zu tun. Genau das. Rein gar nichts.

CK7985

Zitat von: accipiter in 01.07.2026 15:56@CK7895
Und was hat Fondssparen oder direkter Aktienkauf des Einzelnen mit der amtsangemessenen Besoldung und daraus resultierenden Verpflichtung des DH zu tun. Genau das. Rein gar nichts.

Durchaus viel.
Beides verbindet das notwendige Bewusstsein für (fehlende) amtsangemessene Alimentation und dass private Altersvorsorge unverzichtbar ist. Beides setzt finanzielle Bildung und Handlungsbereitschaft voraus.
Das Forum hier ist ein Bubble. Die überwiegende Mehrheit der Beamten in Thüringen kennt der Urteil des BVerfG aus 2025 und den zugrunde liegenden Rechtsstreit wahrscheinlich nicht mal.
1300 Klagen bei über 33.000 Beamten im Staatsdienst.
Nicht mal 4% der Beamten machen ihre Rechte nachhaltig geltend.
Weil das notwendige Wissen fehlt und weil man in gutem Glauben dem Dienstherrn vertraut, Verpflichtung hin oder her. Folge ist, dass sie für den Zeitraum von 2008 - 2024 leer ausgehen.
So viel zur "Verpflichtung" des Dienstherrn zur amtsangemessenen Alimentation.
Der Dienstherr kalkuliert doch gerade mit der Trägheit und fehlenden Information seiner Beamten.
Und so ist es auch beim privaten Vermögensaufbau und deshalb sind nur 12-15% der Thüringer Aktionäre.
Bei den Beamten dürfte der Anteil eher geringer ausfallen.
Ganz abgesehen davon, dass man mit zunehmendem Vermögen und passivem Einkommen immer unabhängiger von der Willkür des Dienstherrn wird ("Fuck You Money") und entspannter auf die meist enttäuschenden Tarifverhandlungen und die Entscheidungen in Erfurt blicken kann.
Es besteht also ein großer Zusammenhang, weil finanzielle Bildung auch für die Beschäftigung mit der eigenen Besoldung und damit verbundenen Rechtslage sensibilisiert. Die meisten Beamten tun weder das Eine noch das Andere.

egonkrenz

Zitat von: CK7985 in 03.07.2026 10:07Durchaus viel.
Beides verbindet das notwendige Bewusstsein für (fehlende) amtsangemessene Alimentation und dass private Altersvorsorge unverzichtbar ist. Beides setzt finanzielle Bildung und Handlungsbereitschaft voraus.
Das Forum hier ist ein Bubble. Die überwiegende Mehrheit der Beamten in Thüringen kennt der Urteil des BVerfG aus 2025 und den zugrunde liegenden Rechtsstreit wahrscheinlich nicht mal.
1300 Klagen bei über 33.000 Beamten im Staatsdienst.
Nicht mal 4% der Beamten machen ihre Rechte nachhaltig geltend.
Weil das notwendige Wissen fehlt und weil man in gutem Glauben dem Dienstherrn vertraut, Verpflichtung hin oder her. Folge ist, dass sie für den Zeitraum von 2008 - 2024 leer ausgehen.
So viel zur "Verpflichtung" des Dienstherrn zur amtsangemessenen Alimentation.
Der Dienstherr kalkuliert doch gerade mit der Trägheit und fehlenden Information seiner Beamten.
Und so ist es auch beim privaten Vermögensaufbau und deshalb sind nur 12-15% der Thüringer Aktionäre.
Bei den Beamten dürfte der Anteil eher geringer ausfallen.
Ganz abgesehen davon, dass man mit zunehmendem Vermögen und passivem Einkommen immer unabhängiger von der Willkür des Dienstherrn wird ("Fuck You Money") und entspannter auf die meist enttäuschenden Tarifverhandlungen und die Entscheidungen in Erfurt blicken kann.
Es besteht also ein großer Zusammenhang, weil finanzielle Bildung auch für die Beschäftigung mit der eigenen Besoldung und damit verbundenen Rechtslage sensibilisiert. Die meisten Beamten tun weder das Eine noch das Andere.


ich glaub, du liest zuviele finanzblogs. du vergleichst äpfel mit birnen. beides ist zwar obst aber es sind doch sehr unterschiedliche dinge was form, geschmack usw angeht

Maus2026

@CK7985
Eigentlich lese ich hier nur mit, aber es r.......

Ich lebe in keinem Entwicklungsland, sonst würde ich wahrscheinlich mit dem Ochsenkarren zur Arbeit fahren (nichts gegen Entwicklungsländer).

Ich bin auch kein Analphabet, sonst könnte ich nicht meinen Dienst verrichten.

Ich bin auch nicht träge, sonst könnte ich meinen Dienst erstrecht nicht verrichten.

Ich bin auch informiert und bilde mich, sonst könnte ich meinen Dienst überhaupt nicht verrichten.

Auch ich bin eine/er von denen die keinen Widerspruch gegen die AaB eingelegt hat. Und auch eine/er die/der nicht durch Fondsparen o.ä. vorgesorgt.

Weil ich unteralimentiert war und bin. Weil in den letzten 18 Jahren weder Geld noch Zeit da war sich damit zu beschäftigen. Es gab Prioritäten wie Kinder großziehen und dafür zu sorgen, dass sie keine Analphabeten werden. Sondern eine gute zukunftsträchtige Ausbildung erhalten. Vielleicht stand ja auch ein Haus bauen oder anderweitig Eigentum schaffen auf der Prioritätenliste. Noch mehr Punkte gefällig, eigene Weiterbildung, Unterstützung des Partners bei seinen Zukunftsplänen, Be- und Versorgen der Eltern, Großeltern. Und zwischendurch vielleicht mal Urlaub oder so?

Wir sind hier mehr oder weniger gut durch diese Jahre gekommen. Aber meisten blieb nichts übrig für Fondsparen o.ä. Auch wenn ich mich damit beschäftigt habe. Aber es gab halt dringenderes.

Und eigentlich muss sich weder ich noch Kollegeninnen und Kollegen in Thüringen dafür rechtfertigen, ob sie/er ihr/sein Geld in Fonds o.ä. anlegt oder nicht, damit der DH unteralimentiert Besoldung zahlen kann.   

Also Vorsorgen ist gut, keine Frage. Aber jeder geht davon aus, dass der DH amtsangemessen besoldet und wenn er das nicht tut, muss er das korrigieren. In angemessener Form und das passiert gerade wieder nicht.

Dieses Forum ist keine Blase und woher wissen Sie das die Mehrheit der Thüringer Beamten das Urteil des BVerfG aus 2025 nicht kennt? Ohne dieses Wissen könnten wir hier nicht diskutieren, den das ,,Thüringer Gesetz zur Anpassung der Besoldung und Versorgung in den Jahren 2026 bis 2028 und zur Änderung besoldungs- und versorgungsrechtlicher sowie anderer Vorschriften" soll auf diesem Urteil aufbauen. Wenn ich was nicht kenne, kann ich ja nicht diskutieren, oder?

Accipiter
,,Und was hat Fondssparen oder direkter Aktienkauf des Einzelnen mit der amtsangemessenen Besoldung und daraus resultierenden Verpflichtung des DH zu tun. Genau das. Rein gar nichts."

Diesen Satz unterschreibe ich! Der DH muss amtsangemessen alimentieren, darüber wird hier diskutiert. Über den Inhalt des ,,Thüringer Gesetz zur Anpassung der Besoldung und Versorgung in den Jahren 2026 bis 2028 und zur Änderung besoldungs- und versorgungsrechtlicher sowie anderer Vorschriften" und nicht darüber

ob Thüringer Beamtinnen und Beamte vorsorgen
sich nicht informieren
das Urteil des BVerfG aus 2025 kennen oder nicht
ein Bewusstsein für (fehlende) amtsangemessene Alimentation haben (haben wir) oder nicht
uns das notwendige Wissen fehlt und wir im guten Glauben dem Dienstherrn vertrauen

Meine Gedanken zum Gesetzesentwurf habe ich im Forum des TH LT kundgetan. Liebe Kolleginnen und Kollegen beteiligt Euch daran!!


Tassimo

So nachdem für mich hier absolut nicht nachvollziehbaren Einwand in einer Wortmeldung, möchte ich darauf kurz antworten. Was bitte schön, hat eine verfassungsgemäße Alimentation mit irgendwelchen Fondsparen, Aktiendepots, Immobilienerwerben als Anlagevermögen oder sonstigen Geldvermehrungsmöglichkeiten zu tun?  ::) 

Sie stellen es so hin, als müsste sich jeder Beamter damit auseinandersetzen. Vollkommener Quatsch. Der Gesetzgeber ist dazu verpflichtet, seine ehemaligem Beamten auch im Ruhestand ausreichend zu alimentieren. Sicher kann jeder Beamter prüfen, ob es für ihn im jeweiligen Lebensabschnitt Sinn macht, anderweitige private Vorsorge zu betreiben.

Das ist aber kein Muss - und wenn es ständig erforderlich wäre, würde auch dies gegen die herbeigebrachten Grundsätze zur Beamtenversorgung sprechen.

Nur zu Beruhigung für Sie - ich habe privat genug Vorsorge für mich schon lange getroffen, unabhängig vom Gesetzgeber. Aber das sollte man nicht als grundsätzlichen Maßstab für alle Beamten ansetzen. Und schon gar nicht einfordern.

CK7985

Zitat von: Tassimo in 07.07.2026 14:02So nachdem für mich hier absolut nicht nachvollziehbaren Einwand in einer Wortmeldung, möchte ich darauf kurz antworten. Was bitte schön, hat eine verfassungsgemäße Alimentation mit irgendwelchen Fondsparen, Aktiendepots, Immobilienerwerben als Anlagevermögen oder sonstigen Geldvermehrungsmöglichkeiten zu tun?  ::) 

Sie stellen es so hin, als müsste sich jeder Beamter damit auseinandersetzen. Vollkommener Quatsch. Der Gesetzgeber ist dazu verpflichtet, seine ehemaligem Beamten auch im Ruhestand ausreichend zu alimentieren. Sicher kann jeder Beamter prüfen, ob es für ihn im jeweiligen Lebensabschnitt Sinn macht, anderweitige private Vorsorge zu betreiben.

Das ist aber kein Muss - und wenn es ständig erforderlich wäre, würde auch dies gegen die herbeigebrachten Grundsätze zur Beamtenversorgung sprechen.

Nur zu Beruhigung für Sie - ich habe privat genug Vorsorge für mich schon lange getroffen, unabhängig vom Gesetzgeber. Aber das sollte man nicht als grundsätzlichen Maßstab für alle Beamten ansetzen. Und schon gar nicht einfordern.

Es ist mir völlig gleichgültig, ob Sie privat Altersvorsorge und Vermögensaufbau betreiben.

Ich bleibe dabei: Auch Beamte MÜSSEN sich damit befassen und falls nicht, sich insb. bis zum mittleren Dienst mit dem Gedanken der Altersarmut anfreunden.

Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen dem, was ein Dienstherr angeblich müsste und was er tatsächlich tut wie man anhand der Jahre 2008 - 2024 hervorragend belegen und nachvollziehen kann.
17 Jahre verfassungswidrige Alimentation, die mit Ausnahme der wenigen Kläger auch nicht korrigiert wird. Das Geld ist futsch. Beamte wurden 17 Jahre verfassungswidrig zu gering bezahlt und die überwiegende Mehrheit nimmt es einfach hin.

Ein weiteres Beispiel ist die aktuelle Bearbeitungszeit von Beihilfeanträgen in Thüringen. Mittlerweile sind wir bei 10-12 Wochen Bearbeitungszeit angekommen. Es gibt Beamte, die aufgrund fehlender Rücklagen (auch eine Folge fehlender privater Vorsorge) nicht in der Lage dazu sind, zumindest bei größeren Summen in Vorleistung zu treten, was bei normaler Bearbeitung gar nicht notwendig wäre.
Den Freistaat Thüringen interessiert es aktuell 0, ob er damit die ihm obliegenden Pflichten der Alimentation verletzt.
Man möge die Ärzte vertrösten und um Zahlungsaufschub bitten. So viel dazu.

Und wer glaubt, dass ein maximales Versorgungsniveau von 71,75% mit Blick auf die dynamische Inflation zukünftig ausreicht und  - vor allem - da dass es mit Blick auf die Demografie, die Haushaltsklage der Länder und Kommunen, die Versorgungslast der alternden Baby Boomer sowie den massiven öffentlichen Druck und das massive Gap zur gesetzlichen Rente bei diesem Niveau bleibt, dem wünsche ich viel Glück. Selbst bei diesem Niveau ist ohne eigenes Vermögen ein Leben nahe des Existenzminimum in 15, 20 Jahren äußerst wahrscheinlich.

Niemand muss sich finanziell bilden und zunehmend unabhängig vom Dienstherrn machen aber genau diese Personen müssen sich dann auch nicht über die Folgen wundern in ihrem - gelinde gesagt - naiven Vertrauen in den Dienstherrn.