[SL] Besoldungsrunde 2025-2028 Saarland

Begonnen von Hans Werner Mangold, 20.02.2026 11:25

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Schneewitchen

Die DH, speziell die kleinen Länder, versuchen insofern weiterhin die Besoldung nach Kassenlage auszurichten. Das wird auf Dauer so nicht mehr durchzuhalten sein...

HerrLehrer

Es wurde in anderen Themen schon besprochen: Ich finde es spannend, dass das Saarland alle 3 Stufen der Tarifübertragung in den neuen Gesetzesentwurf einbindet und damit im Grunde eine nicht verfassungskonforme Besoldung weiterführt, auch wenn im Entwurf eine gesonderte Behandlung angekündigt wird. Es wurde ja schon gemutmaßt, dass man das der neuen Landesregierung 2027 überlassen möchte...

Hans Werner Mangold

Wir können aktuell nur hoffen, dass das BVerfG dieses Jahr endlich ein Urteil zur saarländischen Besoldung fällen wird. Die Chancen dafür stehen im Grunde gar nicht so schlecht: Der verantwortliche Berichterstatter, Dr. Stefan Wöckel, hat nun schon das zweite Jahr in Folge das saarländische Verfahren zugewiesen bekommen. Es ist also durchaus realistisch, dass wir im kommenden Herbst mit einem Beschluss rechnen können.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch die enorme zeitliche Verzögerung, die uns danach bevorsteht. Die Kolleginnen und Kollegen werden voraussichtlich bis ins Jahr 2028 warten müssen, bis das saarländische Reparaturgesetz als Reaktion auf Karlsruhe überhaupt steht. Von den tatsächlichen Nachzahlungen ganz zu schweigen. Es wird schlicht Jahre dauern, bis die Betroffenen ihr Geld auf dem Konto haben.

Damit kommen wir zum größten logistischen Problem, das uns in den Behörden einholen wird. Ich gehe fest davon aus, dass mittlerweile weit über 20.000 Widersprüche zur amtsangemessenen Alimentation vorliegen. Im direkten Vergleich zu Ländern wie Schleswig-Holstein sind die Personalakten im Saarland bis heute nicht digitalisiert. Jede Akte muss händisch gezogen, geprüft und rückabgewickelt werden. Bei der aktuellen dünnen Personaldecke in den zuständigen Landesämtern sehe ich hier ein absolutes Verwaltungschaos auf uns zukommen.

accipiter

@Mangold

Wenn ich das lese, fällt mir nur eins dazu ein: Staatsversagen.

Hans Werner Mangold

https://oeffentlicher-dienst-news.de/besoldungsreform-im-oeffentlichen-dienst-so-planen-die-laender-auszahlung/

,,Zwei Bundesländer haben auf die Anfrage bisher noch nicht geantwortet: Bremen und das Saarland. Bremen ist in diesem Kontext besonders relevant, da das Bundesverfassungsgericht für das erste Halbjahr 2026 eine weitere Entscheidung zur Bremer Besoldung angekündigt hat."



Hans Werner Mangold

Apropos Bremen, hier plant der Besoldungsgesetzgeber die Dienstbezüge und Pensionen seiner über 20.000 Beamtinnen und Beamten rückwirkend zum 1. Januar 2024 um 2,5 % zu erhöhen.

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/beamte-bremen-nachzahlung-102.html





HerrLehrer

Es ist natürlich ein immenser finanzieller Mehraufwand gegen den sich das Saarland wohl mit Händen und Füßen wehren wird. Das bedeutet nicht, dass es nicht notwendig ist, da zu handeln, aber es wird wohl einiges an Geduld brauchen, bis wir ein Resultat erhalten. Genauso bin ich gespannt, wie lange es dauern wird, bis Grundschullehrkräfte mit A13 besoldet werden. Der Fachkräftemangel wird ja auch da immer angespannter und die entsprechenden Schritte in RLP machen es hierzulande nicht einfacher...

Hans Werner Mangold

Ich muss hier mal eine datenbasierte Frust-Meldung loswerden. Es ist kein Geheimnis: Das Saarland ist seit Jahren das unangefochtene Schlusslicht im bundesweiten Besoldungsranking. Während die Abstände zu den anderen Bundesländern und ganz besonders zum Bund immer größer werden und die saarländische Besoldung schon jetzt völlig unterdurchschnittlich ist, hört man von der saarländischen Landesregierung absolut gar nichts. Andere Besoldungsgesetzgeber kommen derweil endlich in die Pötte und setzen die Vorgaben des BVerfG um. Das jüngste Beispiel ist nun Bremen. Bremen beabsichtigt, seine Besoldung wie folgt anzupassen:
 
- 01.01.2024: 2,5 % (rückwirkend zur Sicherung der Mindestalimentation)

- 01.10.2024: 200 € Sockelbetrag

- 01.12.2024: 3,8 % (bereits unter Vorbehalt ausgezahlt)

- 01.04.2026: 2,8 % (Übernahme des Tarifergebnisses)

- 2027 / 2028: Weitere feste Anpassungsschritte von 2,0 % und 1,0 % (Übernahme des Tarifergebnisses)

Warum uns das im Saarland extrem aufhorchen lassen muss: Finanziell steht Bremen bekanntermaßen noch schlechter da als das Saarland. Das viel wichtigere Argument ist jedoch das Median-Nettoäquivalenzeinkommen, welches das BVerfG als mathematische Basis für die Mindestalimentation heranzieht. Schaut man sich die harten Zahlen der Statistischen Ämter an, wird die ganze Verzögerungstaktik sichtbar:
 
- Jahr 2024: Bremen: 22.789 € | Saarland: 26.610 €

- Jahr 2025: Bremen: 22.945 € | Saarland: 27.769 €

Das Median-Nettoäquivalenzeinkommen ist im Saarland also signifikant höher als in Bremen! Da die amtsangemessene Alimentation direkt an die wirtschaftlichen Verhältnisse und das Wohlstandsniveau des jeweiligen Bundeslandes gekoppelt ist, bedeutet das im Umkehrschluss: Die notwendige Anpassung im Saarland müsste im Vergleich zu Bremen noch um ein Vielfaches höher ausfallen! Wenn selbst das hochverschuldete Bremen mit einem deutlich niedrigeren Einkommensniveau solche Schritte einleitet, wirft das aktuelle Schweigen zu dem Thema erhebliche Fragen auf.

Rallyementation

Zitat von: HerrLehrer in 28.05.2026 08:57Genauso bin ich gespannt, wie lange es dauern wird, bis Grundschullehrkräfte mit A13 besoldet werden. Der Fachkräftemangel wird ja auch da immer angespannter und die entsprechenden Schritte in RLP machen es hierzulande nicht einfacher...

Argument des SPD-(AB-)Wahlk(r)ampfs mit einem Ergebnis frühestens nach der Landtagswahl im kommenden Jahr


Schneewitchen

SPD vor der Wahl: Liebe Grundschullehrer, wir kümmern uns um die Verbesserung Eurer Besoldung, aber erst nach der Wahl! (unausgesprochene Kernbotschaft der SPD in dieser Nachricht: Dafür müsst ihr uns aber auch wählen!)

SPD nach der Wahl: Das haben wir zwar so gesagt, jedoch nicht so verbindlich gemeint! Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen und sozialen Situation in Land und Bund sind da derartige, dem Grunde nach berechtigte Verbesserungen, den Bürgern, denen wir jetzt viel zumuten müssen, nicht zu vermitteln. Zudem gibt das die derzeitige Haushaltslage auch nicht her (unausgesprochene Kernbotschaft einer solchen Aussage: Was schert uns unser Geschwätz von gestern!? Hauptsache ihr habt uns gewählt!)

Max Guru

Zitat von: Schneewitchen in 30.05.2026 09:15SPD vor der Wahl: Liebe Grundschullehrer, wir kümmern uns um die Verbesserung Eurer Besoldung, aber erst nach der Wahl! (unausgesprochene Kernbotschaft der SPD in dieser Nachricht: Dafür müsst ihr uns aber auch wählen!)

SPD nach der Wahl: Das haben wir zwar so gesagt, jedoch nicht so verbindlich gemeint! Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen und sozialen Situation in Land und Bund sind da derartige, dem Grunde nach berechtigte Verbesserungen, den Bürgern, denen wir jetzt viel zumuten müssen, nicht zu vermitteln. Zudem gibt das die derzeitige Haushaltslage auch nicht her (unausgesprochene Kernbotschaft einer solchen Aussage: Was schert uns unser Geschwätz von gestern!? Hauptsache ihr habt uns gewählt!)

Gilt das nicht für alle Parteien?

Schneewitchen

Zitat von: Max Guru in 31.05.2026 07:56Gilt das nicht für alle Parteien?

Grundsätzlich leider schon. Ich habe hier nur konkret Bezug auf den o.a. Zeitungsartikel genommen. Und hier ist es halt die SPD, die sich so verhält bzw. mutmaßlich so verhalten wird.

Derartige Verhaltensmuster sind aber in der Tat auch von allen anderen Parteien schon dargeboten worden und können insofern auch für die Zukunft von selbigen erwartet werden.

Max Guru

Zitat von: Schneewitchen in 31.05.2026 08:15Grundsätzlich leider schon. Ich habe hier nur konkret Bezug auf den o.a. Zeitungsartikel genommen. Und hier ist es halt die SPD, die sich so verhält bzw. mutmaßlich so verhalten wird.

Derartige Verhaltensmuster sind aber in der Tat auch von allen anderen Parteien schon dargeboten worden und können insofern auch für die Zukunft von selbigen erwartet werden.

Sehe ich ganz genauso, Schneewittchen.
Bei uns in Sachsen-Anhalt sind im September Wahlen. Erstaunlich, wieviel Optimismus dort in eine Stimme für die Blauen gelegt wird, wenn man den Wahlprognosen Glauben schenken darf.

Hans Werner Mangold

Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Besoldungsvergleich für das Jahr 2026. Wenn man sich die jüngsten Anpassungen beim Bund und den anderen Bundesländern anschaut, schwant mir für das Saarland Böses. Durch die Erhöhungen und Systemumstellungen der anderen Dienstherren dürfte der Abstand zur Bundesspitze und zum Durchschnitt weiter massiv gewachsen sein. Ich befürchte, dass das Saarland mittlerweile im zweistelligen Prozentbereich unter dem bundesweiten Durchschnittswert liegt. Die verfassungskonforme Alimentation wird ja ohnehin seit Jahren heiß diskutiert, aber die Schere geht gefühlt immer weiter auseinander. Das Saarland bleibt damit wohl das unangefochtene Schlusslicht bei der Beamtenbesoldung.