Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, Gestern um 19:00

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MoinMoin

Zitat von: Petar Tudzharov in Heute um 09:46Was ich mich in diesem Zusammenhang auch immer frage: was wäre denn eigentlich, wenn sich die E-Autos viel schneller verbreitet hätten, so wie es politisch gewollt ist. Wenn wir schlagartig Millionen Elektrofahrzeuge und Wärempumpen hätten. Wie verkraftet es das Stromnetz einer durchschnittlichen deutschen Stadt, wenn am Abend tausende Fahrzeuge gleichzeitig die Akkus laden und nebenbei die Wärmepumpen heizen? Sind wir dafür überhaupt schon bereit? Eher nachrangig ist da dann fast schon die Frage, wo in Zeiten der Dunkelflaute der Strom dafür herkommt.
Deine Frage ist berechtigt und ich kann dir die Sorge nehmen, denn es ist nur eine Frage der Regelungstechnik und ich habe vor mehr als eine Dekade in einem Forschungsinstitut gearbeitet, wo sich die Menschen damals schon exakt damit auseinandergesetzt haben.
Also Stromnetze sind kein Neuland.

Nur mal so ein Hinweis: Wenn alle E-Auto am Netz hängen, wieviel dezentrale Stromspeicher hätte man denn da um Dunkelflauten zu überbrücken oder Stromüberschüsse zu speichern?
und wenn wir WPs mit Pufferspeicher haben, wieviel Abnehmer hätten wir da um Stromüberschüsse zu speichern?

Alles primär ein Frage der Regelungstechnik, die eher rechtlich ungelöst sind. Und auch hier könnte man über den dynamischen Strompreis, die Leute dazu bringen nicht alle gleichzeitig das Auto zu laden, sondern dann wenn der Strom günstig ist.  ;D

ElBarto

Zitat von: ImöDBeschäftigt in Heute um 10:39Wir haben in unserem Eigenheim letztes Jahr dank der Förderung eine WP eingebaut (vorher war Öl). Gekostet hat es uns letztlich etwaa über 9000€.
Das Haus ist Baujahr 1930, wurde 2008 aber umfassend saniert, hat seitdem auch Solar für Warmwasser. Wir haben es 2022 gekauft und dann noch ein Balkonkraftwerk installiert. Mehr PV ist schwierig sinnvoll aufgrund der vorhandenen Dachflächen oder sonstiger Aufstell-/Aufhängmöglichkeiten im Verhältnis zur Sonne. Das Balkonkraftwerk bringt für die WP natürlich kaum was, aber stört ja auch nicht und wird sich innerhalb von ca. 4 Jahren ab Anschaffung gerechnet haben. Die WP wird sich eher nicht wirklich rechnen, aber wir wollten vom Öl weg und die Heizung war schon alt, also haben wir die Förderung genutzt. Ohne hätten wir das aber nicht bzw. nicht jetzt gemacht. Als Vermieter wäre die Entscheidung vielleicht auch eine andere gewesen.
Die Heizlastberechnung ergab, dass lediglich in 2 Zimmern Heizkörper ausgetauscht wurden und ansonsten alle geeignet waren, auch mit der niedrigeren Vorlauftemperatur die Räume warm zu kriegen.
Übrigens weiß ich nicht, was immer mit Lärmbelästigung geredet wird. Neue Wärmepumpen sind echt nicht laut. Wenn ich mich direkt vor unser Außengerät stelle, wenn es läuft, ist dennoch jedes vorbeifahrende Auto ganz erheblich lauter. Unser Nachbar meinte auch ganz überraschend, dass man ja selbst draußen garnichts von unsrer WP hören würde.

Es kommt natürlich drauf an wo man lebt, akustische Kopplungen kommen vor sind aber nicht die Regel.

Wenn ich mir die WP beim Nachbar meiner Eltern anschaue. Lage in einer ruhigen Gegen in einer Sackgasse mit einigen Doppelhaushälften, dann steht die so, dass sie Richtung Wendeplatte zeigt.
Steht man davor hört man ein deutliches Betriebsgeräusch. Das Geräusch ist nicht laut, aber im Vergleich zur Gasheizung die zuvor im Keller stand ist es eben da.
Wenn die anderen Häuser ebenfalls eine WP nachrüsten und diese an die entsprechende Stelle kommen, dann würden diese zwischen den Häusern stehen (sind durch jeweils 2 Garagen mit Vorplatz getrennt). Zu dieser Seite gehen jeweils die Schlafzimmerfenster raus. Das heißt man hat dann 2 Wärmepumpen und 2 Wände die den Schall hin- und herwerfen und natürlich auch ungehindert Richtung Wendeplatte zu den anderen Häusern werfen.
Da scheint mir eine gewisse Lärmbelästigung nicht unwahrscheinlich. Das gilt natürlich nicht immer und überall.
Es ist aber auf jeden fall ein Geräusch das vorher nicht da war, selbst wenn alles richtig läuft. Und das macht die Sache zumindest aus Sicht so einiger Leute zum Störfaktor.

Und ich möchte noch klarmachen, ich bin grundsätzlich pro Wärmepumpe. Aber auch Pro Holzofen als Ergänzung/Backup.

ElBarto

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:17Genau darum geht es doch:
die Mieter können sich es nicht aussuchen können, ob der Vermieter eine CO2 SchleuderTherme einbaut, weil billiger für ihn. Er zahlt ja nicht die Heizkosten.
Und der Gaspreis wird steigen, auch aufgrund der in meinen Augen sinnvollen CO2 Abgabe.
Warum sinnvoll: Weil es die Kräfte des Marktes wirken lässt.

...

Und bei aller liebe zu deine Ausführungen und Berechnugnen: Am Ende zählt halt doch immer nur, was rechnet sich:
Als Privatperson ebenso wie als Vermieter.
Wenn ich ne PV, Wp oder irgendwas anderes an meine Bude mach, dann rechne ich halt, wie lange es dauert bis ich die Investions drin habe bzw. ob mir als Selbstnutzer das Invest Freude bereitet.

Und WEG ist immer das Problem, dass mit gefangen mit gehangen. Oder wie mein Papa sagte bei einer Eigentumswohnung gehört dir nur die Luft zwischen den Wänden, alles andere ist nicht deins.
Also da müsste man halt andere Gesetzte ändern.
Und das eine 30 Jahre alte Heizung zwangsentsorgt werden muss, ist doch schon seit 20? Jahren gesetzliche Grundlage und keine neue Erfindung der vorherigen Regierung.

Ja die Mieter können bei der Wohnungssuche darauf achten. Ggfs. regelt dann der Markt.
Aber der ist natürlich noch recht beschränkt.
Mit einer WEG im Rücken ist das halt nicht so einfach. Genau wie der häufige Schrei nach Dämmung ohne baulichen Mangel.
Ich sage nicht, sollen sie selber was kaufen, das ist ja eh utopisch. Aber es ist halt so, man ist erst Herr im Haus, im Haus. Und auch da nicht uneingeschränkt.

Auf die Vermieter ist schnell geschimpft, aber wirklich günstiger wird es für die Mieter auch nicht direkt.

Für mich, zählt nichtmal unbedingt die Rentabilität ich bin einfach kein Fan von laufenden Kosten. Das heißt, als Eigenheimbesitzer muss sich eine PV-Anlage nicht innerhalb X Jahre amortisieren. Ich bin schon zufrieden wenn es die Stromrechnung und mit WP die Heizkosten senkt. Bleibt mehr Geld für mich jeden Monat;O)

BAT

Zu den Geräuschen. Es gibt wegen Platznot auch Wärmepumpen, die auf dem Dach oder hoch an der Fassade verbaut sind. Das ist dann der Effekt wir bei Sirenen, es schallt weit in die Gegend, zumindest im Vergleich zu einem Verbau am Boden. Wir haben hier schon ewig jemanden mit einer an sich ruhigen Klima, aber die ist halt auf dem Dach und deutlich vernehmbar.
Die eigen Sensibilität spielt da sicher auch mit rein.

Ansonsten gibt es das ja schon seit fast 200 Jahren: wenn es einer kennt, der auch an der Bahnstrecke wohnt: ein dauerhaftes Geräusch (langsam fahrender Güterzug) stört - zumindest mich - wesentlich mehr als ein kurzzeitiges Geräusch (Personenzug mit normaler Geschwindigkeit). Aber da fehlen sicher den meisten Leuten diese Erfahrungswerte.

ImöDBeschäftigt

Zitat von: ElBarto in Heute um 10:55Es kommt natürlich drauf an wo man lebt, akustische Kopplungen kommen vor sind aber nicht die Regel.

Wenn ich mir die WP beim Nachbar meiner Eltern anschaue. Lage in einer ruhigen Gegen in einer Sackgasse mit einigen Doppelhaushälften, dann steht die so, dass sie Richtung Wendeplatte zeigt.
Steht man davor hört man ein deutliches Betriebsgeräusch. Das Geräusch ist nicht laut, aber im Vergleich zur Gasheizung die zuvor im Keller stand ist es eben da.
Wenn die anderen Häuser ebenfalls eine WP nachrüsten und diese an die entsprechende Stelle kommen, dann würden diese zwischen den Häusern stehen (sind durch jeweils 2 Garagen mit Vorplatz getrennt). Zu dieser Seite gehen jeweils die Schlafzimmerfenster raus. Das heißt man hat dann 2 Wärmepumpen und 2 Wände die den Schall hin- und herwerfen und natürlich auch ungehindert Richtung Wendeplatte zu den anderen Häusern werfen.
Da scheint mir eine gewisse Lärmbelästigung nicht unwahrscheinlich. Das gilt natürlich nicht immer und überall.
Es ist aber auf jeden fall ein Geräusch das vorher nicht da war, selbst wenn alles richtig läuft. Und das macht die Sache zumindest aus Sicht so einiger Leute zum Störfaktor.

Und ich möchte noch klarmachen, ich bin grundsätzlich pro Wärmepumpe. Aber auch Pro Holzofen als Ergänzung/Backup.

Ok, es mag sein, dass es in solchen Sackgassensituationen mit Wendehammer dann problematischer wird, das kann ich nicht einschätzen.

Die Kombination aus WP plus wasserführendem Kamin nutzen meine Eltern seit bald 20 Jahren

MoinMoin

Zitat von: ElBarto in Heute um 10:55Und ich möchte noch klarmachen, ich bin grundsätzlich pro Wärmepumpe. Aber auch Pro Holzofen als Ergänzung/Backup.
Aber nur wenn ich auch im Winter die Wäsche draußen trocknen kann, kann ich aber nicht, weil der Nachbar seinen Holzofen nicht im Griff hat und räuchert....  8)
Und wg. Geräusche, zum Ausgleich sind dann die Auto leiser..... ::)


Rheini

Ich habe die Erfahrung mit drehenden ventilatoren gemacht, dass die neu nicht schlimm sind. Aber die lager altern und damit steigt auch die Lärmbelastung. Und wenn ein Lager sich dem Lebensende nähert, dann wird es richtig laut.

Ich kann den Ventilator austauschen, wenn er nervt. Macht das aber der Nachbar der sein gerät so stehen hat das es ihn nicht stört, auch?

Da sehe ich Potential an Nachbarschaftsstreitigkeiten in den nächsten Jahren.

UNameIT

Zitat von: BAT in Heute um 11:03Ansonsten gibt es das ja schon seit fast 200 Jahren: wenn es einer kennt, der auch an der Bahnstrecke wohnt: ein dauerhaftes Geräusch (langsam fahrender Güterzug) stört - zumindest mich - wesentlich mehr als ein kurzzeitiges Geräusch (Personenzug mit normaler Geschwindigkeit). Aber da fehlen sicher den meisten Leuten diese Erfahrungswerte.

Obwohl aus eigener Erfahrung, das Gehirn schaltet nach wenigen Wochen diese Geräusche komplett aus und man nimmt sie gar nicht mehr war. Kann aber auch an der eigenen Sensibilität liegen. Irgendwann hört man die Züge gar nicht mehr.