Öffentliche Ungerechtigkeit im Öffentlichen Dienst

Begonnen von hausuadaiviet, Gestern um 21:04

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hausuadaiviet

Hallo zusammen,
Ich bin ein Doktorand im RTG 2416, das durch die DFG finanziert ist.

Mit diesem Schreiben mache ich mir die Hoffnung, dass jemand da oben mein Wort vernünftig findet und dann eine Systemänderung in Betracht zieht.

Ich habe mich seit einem Jahr mit meiner 65%-Stelle beschäftigt, wobei ich in der Tat in Vollzeit oder sogar mehr als Vollzeit an meinem Promotionsthema arbeite. Ich habe noch nie ernsthaft an diesen finanziellen Prozentsatz gedacht, weil er eigentlich meinen grundlegenden Lebensunterhalt abdecken kann. Außerdem halte ich diese Überstunden für meine wissenschaftliche Leidenschaft bzw. sinnhaftigen Beitrag zur Gesellschaft und mir kommt deshalb noch nie ein finanzieller Gedanke wegen des Prozentsatzes durchgekommen.

Aber heute kommt mir dieser Gedanke schon durch, weil ein Freund mir erzählt hat, dass er häufig nichts so viel während der Arbeitszeit zu tun hat. Der Punkt ist, dass er eine 100%-Stelle bekommt, wobei die Promotionsmöglichkeit auch am Kontinuumsmechaniklehrstuhl der RWTH gegeben ist. Ist es der Grund, dass eine Promotionsaussicht durch ein RTG sicherer ist und man somit weniger verdient.

Ich weiß nicht, woher diese Finanzierung kommt. Wenn die Universität eine öffentliche Einrichtung ist, haben sich Vorgesetzte schon mal darüber reflektiert, ob ein solches Darlegen fair ist? Meines Erachtens ist es von Bedeutung, dass eine Promotion viel Denkkraft herausfordert, wobei man sogar mehrere Phasen von Tiefe, Höhe und Charme erleben muss.

Ich bin mir ganz sicher, dass nicht nur ich, sondern auch viele andere Doktoranden unter dieser öffentlichen Ungerechtigkeit leiden, die aber hart arbeiten und mit der Hoffnung, später einen Job in der Forschung zu bekommen. Durch viele Promotionsjahre wird diese Ungerechtigkeit aufgestapelt und alle wissen ja schon, dass eine akademische Laufbahn nicht immer reibungslos ist, wie man sich darum bemühen kann. Deshalb halte ich es für wichtig, dass alle die gleichen Chancen haben, während man sich in der gleichen Phase befindet, damit man immer das Gefühl hat, dass die investierte Zeit sich lohnt, egal, was am Ende rauskommt.

Ich hoffe, Sie finden etwas Rechtfertigendes bei meinem Schreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Anonym