Amtsangemessene Alimentation - Auswirkungen auf TVöD?

Begonnen von KurzeFrage, 22.03.2026 18:49

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MoinMoin

Zitat von: MeTe in Gestern um 17:35Nur um da mal wieder querzuschießen: Bei uns in der Gruppe sind nahezu alle höheren Dienste Quereinsteiger (Direkteinstellung, etwa 85%) und keiner ist Jurist sondern alles MINTler. Beamte über Laufbahn gibt es kaum.

Aber mir scheint mittlerweile mein AG scheint irgendwie alles etwas anders zu machen und ist einfach maximal Beamten-fokussiert in seinem Handeln. Hat Vorteile (-> siehe 85% Direkteinstellungen), hat Nachteile (-> siehe Beiträge noch weiter oben, Angestellte gehen ihm völlig am Arsch vorbei).

Und bevor jemand frage - nein, die Beamten-Dienposten sind alle bis auf den Letzten besetzt und daran wird sich absehbar auch nichts ändern. Hätten aber noch AN-Dienstposten - die will nur keiner haben. Komisch.
Und bei so einem Arbeitgeber, der sich nur als Dienstherr versteht muss man einfach die 16.6 ziehen oder gehen.
Sonst macht er alles richtig

KlammeKassen

Zitat von: MeTe in Gestern um 17:35Nur um da mal wieder querzuschießen: Bei uns in der Gruppe sind nahezu alle höheren Dienste Quereinsteiger (Direkteinstellung, etwa 85%) und keiner ist Jurist sondern alles MINTler. Beamte über Laufbahn gibt es kaum.

Aber mir scheint mittlerweile mein AG scheint irgendwie alles etwas anders zu machen und ist einfach maximal Beamten-fokussiert in seinem Handeln. Hat Vorteile (-> siehe 85% Direkteinstellungen), hat Nachteile (-> siehe Beiträge noch weiter oben, Angestellte gehen ihm völlig am Arsch vorbei).

Und bevor jemand frage - nein, die Beamten-Dienposten sind alle bis auf den Letzten besetzt und daran wird sich absehbar auch nichts ändern. Hätten aber noch AN-Dienstposten - die will nur keiner haben. Komisch.

Ich bin in einer Kommune, du wahrscheinlich beim Bund oder?

Deshalb sind die Folgen des Urteils des BVerfG für Kommunen auch relativ "harmlos", da bei den Kommunen nur 10-15 % überhaupt verbeamtet sind - und das sind (bis auf Juristen, bei denen die Verbeamtungen tatsächlich machen - oder Wahlbeamte wie Erster Kreisrat) - in erster Linie die Eigengewächse, ehemalige Anwärter.

Man hat als Außenstehender immer das Gefühl, dass beim Bund nahezu alles verbeamtet wird. Das ist eben der große Unterschied - aber der Tarif ist derselbe für die Angestellten bei Bund und Kommune.

Habe aber auch Stellen beim Land oder Bund gesehen, bei denen so etwas steht "die Bereitschaft zur Übernahme in ein Beamtenverhältnis wird erwartet" oder ähnliches.
Sowas findet man auf kommunaler Ebene nicht, bei Juristen steht drin "die Option einer späteren Verbeamtung ist gegeben" oder so ähnlich.

Bei uns ist kein ITler, kein Betriebswirt, kein Sozialpädagoge, kein Ingenieur, kein Naturwissenschaftler/Agrarwissenschaftler (Untere Naturschutzbehörde) verbeamtet.

Daher ist "hättest dich verbeamten lassen können" auf kommunaler Ebene kein Argument, das angeführt werden kann.

Man merkt also doch deutliche Unterschiede zwischen Kommune und Bund - daher spannend, dass das tariflich gleich verhandelt wird.
Für uns als kommunale Angestellte jedoch vorteilhaft, da der Bund immer bereit ist mehr zu geben als die VKA....
zieht für uns das Ergebnis also eher hoch

KlammeKassen

Zitat von: Rheini in Gestern um 15:28Na dann wisst ihr ja was ihr euren Gewerkschaften ins Lastenheft für die nächsten Verhandlungen reinschreiben müsst.

Definitiv, werden sie aber nicht machen.... man kennt sie ja, die Gewerkschaften... und was dann letztlich rauskommt....
die Forderungen müssten ja Anfang 2027 bekannt gemacht werden,
ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine Forderung lautet "Angleichung [oder Annäherung] an die Beamtenbesoldungen",

zu vergessen ist auch nicht, dass die Sozialabgaben noch munter weiter steigen werden; Krankenkasse jetzt ggf. kurzzeitig mal gestoppt, aber Rente geht jetzt bald los, 20 % statt 18,6 % (10 % statt 9,3 %)

Kubus

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:58Du kannst gerne auch mit EG9b und A9 arbeiten ("Einstiegsstelle Gehobener Dienst"):
dann bist du bei 4.132,76 (Beamter) vs. 3.833,50 Euro (Angestellter);

netto 3.302,00 Euro - PKV; vs. 2.421,49 Euro.

Dass die PKV bei 50 % Beihilfe nicht bei 880 Euro landen wird, dürfte wohl klar sein.

Sprich: es wäre selbst bei vergleichbarem Einstieg direkt ein höheres Bruttogehalt (und in der Folge auch netto) vorhanden.

Zudem fangen in einigen Kommunen die Anwärter tatsächlich zwar mit A9 an, kommen aber direkt ein Jahr später in A10, da es kaum/keine A9 bewerteten Stellen gibt;
EG9b gibt es aber sehr wohl

Kenne ich aus meiner alten Behörde nicht so. In den ersten 3 Jahren auf Bewährung ging da garnix, bei den meisten hats 4-5 Jahre nach Bestehen der Prüfung gedauert bis da mal an eine A10 gedacht werden konnte.

Und eine E9a oder b hatten die IT-Azubis nach der Ausbildung direkt. Jemand mit Studium eher eine E10+.
Daher kannst du das so nicht vergleichen. Vergleich doch eher die Endstufe oder etwas mittiges, fast niemand steigt mit Stufe 1 ein ;). Und nimm die aktuellen Tabellen, nicht die eventuell kommenden Alimentationsgesetzanpassungstabellen.

MeTe

ZitatDaher ist "hättest dich verbeamten lassen können" auf kommunaler Ebene kein Argument, das angeführt werden kann.

Naja, hier auch nicht wirklich. Beamten-Dienstposten werden hier in Kohorten besetzt. Die DP wurden irgendwann geschaffen und damals dann in einem Zug mit ähnlich alten Personen besetzt. Diese sind jetzt alle innerhalb von ~5 jahren in Pension gegangen. Dann wurden die DP mit einer neuen Kohort von ähnlich alten Personen nachbesetzt. Bis die in Pension gehen hat sich das mit "verbeamten" also erledigt, da können wir in 30 Jahren nochmal drüber reden...

Es ist also nicht so dass man einfach mal so verbeamtet werden könnte - ausser man fällt genau in das Zeitfenster des Generationenwechsels. Ich war dummerweise ein paar Jahre zu spät dran, die nächste Chance ist dann wieder in 30 Jahren wenn die jetzige Kohorte in Pension gehen. Bis dahin gibts halt nur AN-Stellen, denn die sind ständig frei und davon gibt es immer mehr als genug unbesetzte. Die Beamten-DP nur bei Generationenwechsel.

Und genau das ist das Problem daran: Ob man Beamter oder AN wird, hängt eben nciht davon ab, ob man besonders gut ist, besondere Leistungen zeigt, besondere Qualifikationen hat, welche Aufgaben man hat, welche Verantwortung man trägt - es hängt einzig und allein davon ab ob man sich innerhalb des alle ~30 Jahre stattfindenden Generationen-Wechsel-Zeitfensters bewirbt (-> Beamter) oder ausserhalb (-> Angestellter).

Naja, für mich ist das ganze System (dieses willkürliche auswürfeln ob jemand Beamter oder Arbeitnehmer wird, ohne sachliche Gründe, ohne objektive Kritieren) einfach verkorst.


Umlauf

Zitat von: KlammeKassen in Heute um 07:13.

Man merkt also doch deutliche Unterschiede zwischen Kommune und Bund - daher spannend, dass das tariflich gleich verhandelt wird.
Für uns als kommunale Angestellte jedoch vorteilhaft, da der Bund immer bereit ist mehr zu geben als die VKA....
zieht für uns das Ergebnis also eher hoch

Wir als Bund profitieren von der Streikkraft in den Kommunen. Kindergarten, Müllabfuhr und Nahverkehr sind beim Streik direkt und sehr deutlich zu spüren.

Ich glaube, wenn ich richtig streike würde, hieße es, ist wahrscheinlich auf Dienstreise. Es würde einfach nicht gemerkt werden.

Im Gegenzug war ich quasi in der Freizeit auf Streikdemos, um die Kollegen zu unterstützen.

KlammeKassen

Zitat von: Kubus in Heute um 09:09Kenne ich aus meiner alten Behörde nicht so. In den ersten 3 Jahren auf Bewährung ging da garnix, bei den meisten hats 4-5 Jahre nach Bestehen der Prüfung gedauert bis da mal an eine A10 gedacht werden konnte.

Und eine E9a oder b hatten die IT-Azubis nach der Ausbildung direkt. Jemand mit Studium eher eine E10+.
Daher kannst du das so nicht vergleichen. Vergleich doch eher die Endstufe oder etwas mittiges, fast niemand steigt mit Stufe 1 ein ;). Und nimm die aktuellen Tabellen, nicht die eventuell kommenden Alimentationsgesetzanpassungstabellen.

Naja.... hier geht es ja um die neuen Tabellen... ob der Tarif eine Chance hat, auch in die Richtung zu gehen. Ist also alles auf dem ursprünglichen Grundgedanken des Themas bezogen  ;)

Also wenn du Google mal bemühst, scheint es heute eher die Regel als die Ausnahme zu sein, dass es nach einem Jahr direkt in die A10 geht aus der A9.

Wenn du frisch aus dem Studium kommst und anfängst, landest du in der Regel in der Stufe 1.

Das ist ja auch nur vergleichbar mit ehemaligen Anwärtern.

Diese Verbeamtungen von "Normalen Berufen" gibt es auf kommunaler Ebene wirklich so gut wie gar nicht (außer vielleicht bei extremem Vitamin B)