[Allg] Verbeamtung mit Mitte 40 – lohnt es sich?

Begonnen von Td38, 02.04.2026 15:57

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Td38

Die höherwertigen Stellen sind grundsätzlich da. Aber es kann schon 10-15 Jahre dauern, bis ich bei A13 lande.

Aber nochmal zur Pension/Rente:
nach meinen Berechnungen erhalte ich ca. 3810 brutto durch GRV + Betriebliche RV oder
4500 brutto Versorgungsbezüge i.d. Pension

Davon gehen jeweils noch weg: ESt, ggf. KirchenSt, KV+PV
Meine Vermutung ist, dass die PKV-Beiträge bis dahin stark steigen, ich vermutlich einen deutlichen Risikozuschlag erhalte (bei bereits hohem Einstiegsniveau wegen fehlender Rückstellungen/Alter) und dadurch auch bei 70 % Beihilfe weniger Netto übrig bleibt, und zwar deutlich weniger (bei Verbeamtung).

Könnt Ihr das entkräften? Wäre schön  ;)

Buggula

Wie kommst du auf nur 4500 Versorgungsbezüge? Mir fehlen da noch 20 Jahre Besoldungserhöhungen. Angenommen 3% Steigerung im Schnitt. Bei A13 in Bayern komme ich auf 6.368×(1,03^20)×0,71

Sind über 8000.

korrigiere mich gerne. :)

Td38

Zitat von: clarion in 03.05.2026 07:51Zur Rente gibt auch noch einen Zuschuss für die Krankenversicherung.

Verstehe ich das richtig: die GRV zahlt einen Zuschuss zur PKV, auch wenn man die Höchstversorgung erreicht, also in jedem Fall? Wie errechnet sich dieser denn?

Td38

Zitat von: Buggula in 04.05.2026 06:08Wie kommst du auf nur 4500 Versorgungsbezüge? Mir fehlen da noch 20 Jahre Besoldungserhöhungen. Angenommen 3% Steigerung im Schnitt. Bei A13 in Bayern komme ich auf 6.368×(1,03^20)×0,71

Sind über 8000.
 
korrigiere mich gerne. :)


Hm, klingt fast zu schön, um wahr zu sein.
Ich habe Erhöhungen aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt, weil es ja auch Tariferhöhungen gibt, die ich ebenfalls nicht berücksichtige.
Und weil sich durch die jährliche Anpassung eines Rentenpunktes bzw. die Veränderung des Durchschnittseinkommens ja auch die Renten nominal erhöhen.

Einwände?

Rentenonkel

Zitat von: Td38 in 04.05.2026 11:09Zur Rente gibt auch noch einen Zuschuss für die Krankenversicherung.

Verstehe ich das richtig: die GRV zahlt einen Zuschuss zur PKV, auch wenn man die Höchstversorgung erreicht, also in jedem Fall? Wie errechnet sich dieser denn?

Der Zuschuss orientiert sich an dem Arbeitgeberanteil, den die Rentenversicherung zahlen müsste, wenn man gesetzlich versichert wäre. Das ist also der halbe Beitrag zur gesetzlichen KV, heute in etwa die Hälfte von 17,5 %.

Bei 1.000 EUR Rente wären das etwa 87,50 EUR Zuschuss.

Zitat von: Buggula in 04.05.2026 06:08Wie kommst du auf nur 4500 Versorgungsbezüge? Mir fehlen da noch 20 Jahre Besoldungserhöhungen. Angenommen 3% Steigerung im Schnitt. Bei A13 in Bayern komme ich auf 6.368×(1,03^20)×0,71

Sind über 8000.

korrigiere mich gerne. :)

Auch die gesetzliche Rentenversicherung ist dynamisch, die Dynamik bei der VBL greift jedoch erst ab dem Rentenbeginn. Dennoch sind jährlich 3 % recht mutig und selbst wenn das so wäre, läge die Inflation auch bei etwa 3 %. Die Kaufkraft von den 8.000 EUR, die Du in den Raum stellst, entsprächen dann heutigen 4.500 EUR.

Td38

Leider inzwischen etwas ernüchternde Nachrichten:
ich habe inzwischen 2 Absagen von PKVs erhalten und ein paar weitere wollen noch Arztberichte. Risikozuschlag dann mind. 40 %, Ausschluss aber möglich.
Grundsätzlich läge der aktuelle Satz einer guten Tarifkombi ohne Risikozuschlag in meinem Alter bei ca. 450 Euro.
Falls man mich überhaupt ohne Öffnungsaktion nimmt. Habe zwar diverse Arztberichte, in denen ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen wurden, hilft aber nicht. :-\
Nur über Öffnungsaktion... ist das denn WESENTLICH besser als gkv? Lohnt sich das dann überhaupt?
Und falls es ohne ö-Aktion möglich ist, irgendwo mit hohen Risikozuschlägen rein zu kommen, frage ich mich, wo sollte die absolute Schmerzgrenze sein?

Einstufung doch nur Stufe 5

Entscheidung steht aus... :'(

Suche dringend guten Rat

Buggula

Die Öffnungsaktion ist doch die Obergrenze des möglichen Risikozuschlages, Ausschlüsse gibts auch nicht. Ich fühle mich Mega privilegiert.

Hmm. Ich hab noch nicht ganz verstanden, warum du noch überlegst. Du schaust schon sehr sehr genau aufs Geld.

In der freien Wirtschaft kannst sicher mehr verdienen. Aber niemand weiß was die Zukunft bringt. Ein sicherer Job ist mir schon Jackpot genug.

Ich frag mal etwas provokant:
Was spricht dagegen, einfach beim Arbeitsvertrag zu bleiben?

Dann musst du auch nachts nicht mehr schlecht schlafen.  ;)

Td38

Einen ziemlich sicheren Job habe ich zwar bereits im öffentlichen Dienst, aber der andere (mit Verbeamtung) würde mich etwas mehr reizen. Und ja, ich schaue hier genau auf´s Geld, aber es geht eben auch um ca. 1000 Euro / pro Monat, die ich dabei anfangs weniger auf dem Konto hätte. Bis ich evtl. so weit hoch befördert bin, dass ich wieder auf einem ähnlichen Niveau lande wie jetzt, kann es auch 10 oder mehr Jahre dauern. Rein monetär betrachtet evtl. auch nie, wenn ich jetzt schon mit einem PKV-Beitrag von ggf. 650-700 Euro / Monat starte (falls ich die Ö-Aktion nicht brauche, sondern  leistungsstarke Tarife wählen kann, allerdings dann mit hohem Risikozuschlag. Das sind kurz vor der Pension dann ca. 1300 Euro / Monat).

Der Nachteil an der Öffnungsaktion ist, dass es dazu keinen Beihilfeergänzungstarif gibt und man damit ja doch wieder nur Patient 2. Klasse ist, oder sehe ich das etwa falsch? Es geht mir dabei nicht um ein Einbettzimmer, Brille oder Homöopathie, sondern um die Vorzüge, die "echte Privatpatienten" nunmal haben, wenn es wirklich ernst wird.

Belehrt mich gerne eines Besseren, ich bin für offen für konstruktive Kritik und weitere Denkanstöße!

teclis22

Bei den geld einbüßen die du hast wuerde ich das nicht machen. Und angestellter bleiben

Buggula

Meine Frau war schon paarmal notfallmäßig im Krankenhaus. Bei schwierigen Dingen war auch dann der Chefarzt beteiligt und sie ist ,,nur" gesetzlich versichert.

Ein oder Zweibettzimmer ist auch nicht sicher, weil eventuell kein Platz mehr frei ist.

Leistungsstärke Tarif in der PKV haben halt ihren Preis, sonst wären sie nicht leistungsstark. Für die gesetzliche zahle ich jetzt schon 1200 € pro Monat (okay Arbeitgeber zahlt die Hälfte).

Die private Krankenversicherung regelt ja nur das, was sie erstattet und nicht was das Krankenhaus oder der Arzt leistet. Wenn du mit einer Rechnung mit fünffachen Faktor zur Beihilfe gehst, zahlt ja auch nur 2,3 fachen Faktor. Und auf dem Rest der Kosten bleibst du sitzen. So hab ich das verstanden. Bitte korrigiert mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe :)


N8

Zitat von: Td38 in Gestern um 17:49Nur über Öffnungsaktion... ist das denn WESENTLICH besser als gkv? Lohnt sich das dann überhaupt?
du bekommst mit öffnungsaktion doch einen ganz normalen pkv-tarif. nicht jeden und vielleicht gibt es kleinere abstriche bei beihilfeergänzungsbausteinen, aber das ist kein basistarif

Td38

Ja, mir ist bewusst, dass es kein Basistarif ist, aber doch nur der Grundbaustein, der die Restkosten von beihilfefähigen Behandlungen (oder Hilfsmitteln usw.) abdeckt.
Leistungen, die nicht beihilfefähig sind, können dann durch Ergänzungstarife versichert werden und das soll doch - so habe ich es verstanden - enorm wichtig sein, um z.B. ernsthafte Lücken bei Kuren, stationärer psychischer Behandlung, Zahnimplantaten usw. sein, also bei Leistungen, die sehr teuer sein können und teilweise in der Beihilfeverordnung begrenzt sind (wie ist das eigentlich mit freier Krankenhauswahl - muss es da auch das "nächstgelegene geeignete" sein?)

Aber bieten die PKVs (diejenigen, die bei der Ö-Aktion mitmachen) einem denn WIRKLICH Ergänzungstarife an, wenn man über die Ö-Aktion reinkommt? Mein Versicherungsmakler meint nein. Ich weiß, er kriegt keine Provision für die Ö-Aktion und verkauft mir wsl. lieber einen "Normaltarif" außerhalb der Ö-Aktion, hat er auch ehrlich zugegeben. Hier hätte ich aber bei einer angefragten PKV Stand jetzt mind. 40 % Risikozuschlag auf den Grundbaustein. Wie kann das denn sein, wenn - wie Du sagst - der Tarif in der Ö-Aktion auch ein "normaler" Tarif ist?

MoinMoin

Du kannst auch in der gKV die Lücken durch Zusatzversicherungen schliessen. Das Privileg hat nicht nur der pKVler