Entlastungsprämie 1000 Euro bis Ende 2027

Begonnen von zinn123, 21.04.2026 11:45

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DNFF

Zitat von: VielUnterwegs in 24.04.2026 11:47Dann mach doch hier und jetzt einen besseren Vorschlag: Wie sollte die nächste Tarifrunde aussehen - ohne diese 1000€ und wie werden die 1000€ dann ausbezahlt?

Ganz einfach. Komplett weg von den 1.000 Euro. Irgendwelche politischen anvisierten Prämien sollten nicht Bestandteil der Tarifauseinandersetzungen sein.

Wenn irgendwelche privaten/öffentlichen Arbeitgeber das Angebot nutzen wollen, bitte schön. Aber ich kann schon sehen, wie Verdi diesen Ball dankbar aufnimmt.

Johann

Zitat von: VielUnterwegs in 24.04.2026 10:56Ich verstehe nicht, wieso manche hier so schrecklich undankbar sind. Wenn wir die 1000€ bekommen, egal in welcher Form, ist das eine tolle Sache. Schaut Euch doch um - wie vielen Arbeitgebern steht das Wasser bis zum Hals!? Wie viele Arbeitnehmer werden NULL bekommen!? Wie viel Insolvenzen gibt es aktuell!?

Wenn die 1000€ steuerfrei(!) auf dem Konto sind, wie auch immer, beschwert sie wie immer niemand mehr!
Würden die öffentlichen Arbeitgeber die 1.000€ einfach so zahlen, hätte niemand von den Beschäftigten etwas dagegen und würde sehr froh sein, diese zu bekommen.
Durch die Verlängerung von ursprünglich bis Ende 2026 auf Mitte 2027 und der Aussage von Herrn Wüst, sieht man aber, worauf diese "Prämie" wieder mal abzielt. Die wird am Ende nicht dafür verwendet, um den Beschäftigten ein "Mehr" zu verschaffen, sondern vor allem, um durch die Tarifverhandlungen als Ersatz für 3-5 Monate tabellenwirksame Erhöhungen zu dienen und den Arbeitgebern die Lohnnebenkosten zu sparen.

Wenn es eigentlich ab Januar eine Erhöhung gäbe, die bei allen Beschäftigten ca. 200€ netto entsprechen würde, müssten Arbeitgeber für die 200€ netto ungefähr 400€ brutto aufwenden. In 5 Monaten würden sie pro Beschäftigtem in Summe 2.000€ ausgeben, damit die Beschäftigten 1.000€ netto mehr haben. Wenn man als Arbeitgeber aber verhandelt, dass die Erhöhung der 400€ Brutto erst ab Juni kommt und man vorher einfach die "Prämie" in 200€-Teile zerstückelt, kommen beim Beschäftigten weiterhin 200€ im Monat netto an, aber der Arbeitgeber spart sich die Lohnnebenkosten und in Summe 1.000€ pro Beschäftigtem.

Dadurch kriegt jeder Beschäftigte, der statt der direkten linearen Entgelterhöhung diese Prämie erhält, dann übrigens auch weniger Rente und VBL-Rente und bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch weniger Arbeitslosengeld, wenn es endet. Bei der letzten Prämie habe ich gerade eine Immobilie finanziert und da hat mir die Bank die Prämie dann auch nicht als Netto angerechnet, was den Zins minimal verschlechtert hat und bei einer anderen Bank bin ich ganz rausgefallen weil das Nettoentgelt dadurch minimal zu niedrig war.

Diese dämlichen Prämien werden im öffentlichen Dienst sicher nicht dazu genutzt, damit es Beschäftigten besser geht.
Wird man bei den nächsten Tarifverhandlungen auch sehen, wenn Bundesbeamte dann endlich einigermaßen "angemessen alimentiert" werden, während die Tarifbeschäftigten Kollegen mit gleichen Tätigkeiten teilweise nur 2/3 von "angemessen" netto raus haben (bspw. in E13/1 vs. der geplanten A13/2 hD). Tarifbeschäftigte sind allenfalls möglichst billig zu seiende Arbeitskräfte.

Aleksandra

ganz so negativ sehe ich das nicht.
Bei der letzten Tarifrunde wo es diese IAP gab, hat man imho einen guten Kompromiss gefunden.
Eine künstliche "Nullrunde" (im Sinne von verspäteter Erhöhung), welche durch die IAP aufgefangen wurde. Hierdurch konnte der AG im ersten Jahr ordentlich sparen (durch brutto=netto spart sich der AG hier die ganzen Sozialabgaben). Und es spricht einiges dafür, dass diese Einsparungen dann am Ende in ein höheres Gesamtprozent gemündet ist. Also wenn die Einsparungen des AG durch die IAP dazu führen, dass am Ende +0,1% in der Tabelle für den AN rausspringt, ist das doch ne super Sache.

Ich glaube etwas ähnliches könnten wir auch bei der kommenden TV sehen. Zumindest, wenn der Gesetzgeber die Frist nocheinmal verlängert. Weil bis Ende Juni wird man hier garantiert kein Verhandlungsergebnis zustande bekommen... :D
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

KlammeKassen

Zitat von: Aleksandra in 27.04.2026 09:47ganz so negativ sehe ich das nicht.
Bei der letzten Tarifrunde wo es diese IAP gab, hat man imho einen guten Kompromiss gefunden.
Eine künstliche "Nullrunde" (im Sinne von verspäteter Erhöhung), welche durch die IAP aufgefangen wurde. Hierdurch konnte der AG im ersten Jahr ordentlich sparen (durch brutto=netto spart sich der AG hier die ganzen Sozialabgaben). Und es spricht einiges dafür, dass diese Einsparungen dann am Ende in ein höheres Gesamtprozent gemündet ist. Also wenn die Einsparungen des AG durch die IAP dazu führen, dass am Ende +0,1% in der Tabelle für den AN rausspringt, ist das doch ne super Sache.

Ich glaube etwas ähnliches könnten wir auch bei der kommenden TV sehen. Zumindest, wenn der Gesetzgeber die Frist nocheinmal verlängert. Weil bis Ende Juni wird man hier garantiert kein Verhandlungsergebnis zustande bekommen... :D

Es könnte nur sein, dass es einen Extra-Wisch dafür gibt.

2023 gab es auch einen Extra-Wisch für die Prämie, damit diese "schon" im Juni ausgezahlt werden kontne (also diese 1240 Euro), da die Redaktionsverhandlungen ja wesentlich länger gedauert haben.
Notfalls wird die Prämie verlängert.

Die wissen genau, dass die Wirtschaft das gar nicht haben will.... aber um selbst billig bei den Verhandlungen davon zu kommen, wird das jetzt wieder gemacht.

Bei Unternehmen ist es für den Staat auch nicht zielführend, weil die ja Lohnsteuer und Sozialabgaben abführen sollen.

Wahrscheinlich wird schon juristisch geprüft, ob man so eine Prämie nicht exklusiv für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zahlen könnte.

Umlauf

Zitat von: KlammeKassen in 27.04.2026 13:50.

Wahrscheinlich wird schon juristisch geprüft, ob man so eine Prämie nicht exklusiv für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zahlen könnte.

Exklusiv klingt jetzt doch zu sehr nach Selbstbedienungsladen.

Umlauf

Zitat von: KlammeKassen in 27.04.2026 13:50Es könnte nur sein, dass es einen Extra-Wisch dafür gibt.

2023 gab es auch einen Extra-Wisch für die Prämie, damit diese "schon" im Juni ausgezahlt werden kontne (also diese 1240 Euro), da die Redaktionsverhandlungen ja wesentlich länger gedauert haben.
Notfalls wird die Prämie verlängert.

Die wissen genau, dass die Wirtschaft das gar nicht haben will.... aber um selbst billig bei den Verhandlungen davon zu kommen, wird das jetzt wieder gemacht.

Bei Unternehmen ist es für den Staat auch nicht zielführend, weil die ja Lohnsteuer und Sozialabgaben abführen sollen.

Wahrscheinlich wird schon juristisch geprüft, ob man so eine Prämie nicht exklusiv für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zahlen könnte.

Und uns gehen die Rentenpunkte flöten. Ich finde es ehrlich gesagt nicht so amüsant, dass somit die Rentenpunkte für das betroffene Jahr weniger werden Alain Vorjahr. An den Rentenpunkten erkennt ma sehr schön die persönliche Entwicklung im Vergleich zum Durchschnitt.

Aber du hast es erkannt. Eine Super Subvention für Arbeitgeber.

Schokobon

Mich interessieren die Rentenpunkte nicht. Ich habe noch 30 Jahre vor mir.

MoinMoin

Zitat von: Schokobon in 27.04.2026 21:51Mich interessieren die Rentenpunkte nicht. Ich habe noch 30 Jahre vor mir.
Na dann hoffen wir, dass du in 25 Jahren nicht jammerst, sondern selbstbewusst sagst:
Mich interessierten die Rentenpunkte nicht, ich bin mit meiner mikrigen Rente zufrieden, denn ich habe das dritte Standbein aufgebaut.

BAT

Ob der Besteuerung könne im Einzelfall weniger Rentenpunkte günstiger sein. Aber sicher sehr selten.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 09:15Ob der Besteuerung könne im Einzelfall weniger Rentenpunkte günstiger sein. Aber sicher sehr selten.
Fällt mir gerade schwer zu glauben, dass man durch weniger Rentenpunkte mehr Nettorente haben kann.

BAT

Wenn sich der perönliche - niedrige Steuersatz - auf die Versteuerung der Kapitalerträge übertragen lässt.

Teils könnten auch Förderkulissen erreicht werden. Bei mir waren das mal nur 150 € Unterschied im Jahresbrutto.

Umlauf

Zitat von: Schokobon in 27.04.2026 21:51Mich interessieren die Rentenpunkte nicht. Ich habe noch 30 Jahre vor mir.

Naja. Auch wenn in 30 Jahren der Kuchen recht klein sein könnte, bestimmen doch die Rentenpunkte von heute, welchen Anteil du vom Kuchen einmal abbekommen wirst. Die anderen freuen sich dann.

Habe noch 20 Jahre und meinen relativen Anteil gebe ich ungern her.

Leider halten die Steigungen der letzten Jahre nicht immer richtig mit dem heutigen Durchschnittsverdienst mit. Da hat auch die Corona-Prämie ihren Anteil.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 09:20Wenn sich der perönliche - niedrige Steuersatz - auf die Versteuerung der Kapitalerträge übertragen lässt.

Teils könnten auch Förderkulissen erreicht werden. Bei mir waren das mal nur 150 € Unterschied im Jahresbrutto.

Ok, kapiert.
bei ersteren glaube ich trotzdem nicht, das weniger zu versteuerndes Einkommen zu nominal mehr Geld auf dem Konto führt.
Wenn ich  18000 Rente und 20000 kap habe lohnt die Günstigerprüfung nicht. und ich zahle 25% auf die Kap (und ~1000€ Est) also von den 38000 bleiben 33000€ über.
Wenn ich 13000 Rente habe und 20000 kap, dann lohnt sich die Günstigerprüfung und es wird mit weniger als 25% das Kapital versteuert. Zahle ~100Est und ~4700 auf Kap (300€ gespart) bleiben von den 33000€ 28200€ über. Also lohnen tut sich das nicht.

letzteres ist ein gutes Argument. Wenn man nahe an den Grenzen liegt, kann man da durchaus ordentlich Sparen, in dem man Zuschüsse bekommt.

BAT

Ich sage ja, recht selten wird das der Fall sein, zumal die Besteuerung in 10 oder 20 Jahren, sei es bei Rente oder auch Kapital, ja ehe nicht bekannt ist.

Mamba

Hat keiner mitbekommen, dass bereits bei den Tarifverhandlungen der AOK 600€ Entlastungsprämie beschlossen wurden?
Einfach mal bei gds.de schauen. Da steht die Einigung drin. Denke das beantwortet hier viele Fragen...