Entlastungsprämie 1000 Euro bis Ende 2027

Begonnen von zinn123, 21.04.2026 11:45

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Steve 69

#15
Hatte die Stellungnahme von H. Wüst zum Thema 1.000 Euro schon im TVL Forum gepostet.
Da in diesem Bericht aber explizit auch Bund und Kommunen erwähnt werden, setzte ich das Interview auch hier rein.

Sehr zurückhaltend reagierte der
Ministerpräsident auf die Frage, ob
die Beschäftigten des Landes NRW
zügig in den Genuss der 1000 Euro steuerfreien Entlastungsprämie
kommen. Hier hänge viel von der
Laufzeit dieser Maßnahme ab, sagte
er.
Zuletzt wurde bekannt, dass die Bundesregierung Arbeitgebern länger
als geplant die Möglichkeit geben
möchte, ihren Mitarbeitern die Entlastungsprämie zu zahlen. So soll
der Zeitraum für die ursprünglich
nur für 2026 vorgesehene Prämie
bis Mitte 2027 verlängert werden.
Im Jahr 2027 würden die Tarife für
den öffentlichen Dienst in den Kommunen und beim Bund verhandelt,
betonte Wüst. Die öffentlichen Arbeitgeber und die Gewerkschaften
würden dann wohl zu ,,klugen Ideen
kommen, wie man den Mitarbeitern
etwas Gutes tun kann unter Einbeziehung der 1000 Euro", so Wüst. Bei
einer noch längeren Laufzeit der Prämie könne auch der auslaufende Tarifvertrag für die Landesbeschäftigten davon berührt werden. Diese Ergebnisse möchte Wüst abwarten.

UNameIT

Zitat von: Steve 69 in 22.04.2026 11:48Die öffentlichen Arbeitgeber und die Gewerkschaften
würden dann wohl zu ,,klugen Ideen
kommen, wie man den Mitarbeitern
etwas Gutes tun kann unter Einbeziehung der 1000 Euro", so Wüst.

"etwas Gutes tun kann" ..... Nichts wäre so schädlich für die Verhandlungsergebnisse wie die Einmalzahlung.

KlammeKassen

Zitat von: Steve 69 in 22.04.2026 11:48Hatte die Stellungnahme von H. Wüst zum Thema 1.000 Euro schon im TVL Forum gepostet.
Da in diesem Bericht aber expliziert auch Bund und Kommunen erwähnt werden, setzte ich das Interview auch hier rein.

Sehr zurückhaltend reagierte der
Ministerpräsident auf die Frage, ob
die Beschäftigten des Landes NRW
zügig in den Genuss der 1000 Euro steuerfreien Entlastungsprämie
kommen. Hier hänge viel von der
Laufzeit dieser Maßnahme ab, sagte
er.
Zuletzt wurde bekannt, dass die Bundesregierung Arbeitgebern länger
als geplant die Möglichkeit geben
möchte, ihren Mitarbeitern die Entlastungsprämie zu zahlen. So soll
der Zeitraum für die ursprünglich
nur für 2026 vorgesehene Prämie
bis Mitte 2027 verlängert werden.
Im Jahr 2027 würden die Tarife für
den öffentlichen Dienst in den Kommunen und beim Bund verhandelt,
betonte Wüst. Die öffentlichen Arbeitgeber und die Gewerkschaften
würden dann wohl zu ,,klugen Ideen
kommen, wie man den Mitarbeitern
etwas Gutes tun kann unter Einbeziehung der 1000 Euro", so Wüst. Bei
einer noch längeren Laufzeit der Prämie könne auch der auslaufende Tarifvertrag für die Landesbeschäftigten davon berührt werden. Diese Ergebnisse möchte Wüst abwarten.

Oh Gott.... wie schlecht ist das bitte?
"Etwas Gutes tun"
für die Arbeitnehmer gar nicht
für die Arbeitgeber natürlich in vollem Zuge, schön auf Dauer sparen....

Aber das unterstreicht meine Vermutung, dass man langsam merkt wie lange die Tarifverträge noch im öffentlichen Dienst laufen und man jetzt unbedingt arbeitgeberseitig das noch einbauen will....

Ich hoffe, dass es bei 30.06. bleibt.......

Denn Vereinbarung + Zahlung innerhalb von 3 Monaten halte ich für nicht schaffbar.

Damals lief am 31.12.2022 der Tarifvertrag aus, die Prämienauszahlung gab es im Juni. Also gute 5 Monate braucht es.

DNFF

Zitat von: KlammeKassen in 22.04.2026 12:25Ich hoffe, dass es bei 30.06. bleibt.......

Denn Vereinbarung + Zahlung innerhalb von 3 Monaten halte ich für nicht schaffbar.

Damals lief am 31.12.2022 der Tarifvertrag aus, die Prämienauszahlung gab es im Juni. Also gute 5 Monate braucht es.

Achherrje... Mit Verlaub, aber wie naiv kann man sein (nicht böse gemeint)?

Das ganze Ding ist natürlich auf die Tarifverhandlungen ausgelegt und da wird der 30.06.2027 natürlich nicht alles kaputt machen. Zur Not wird das nochmal kurzfristig verlängert o.ä.
Die Sache dürfte ziemlich gesetzt sein. So kann der öffentliche AG auch verkünden: "Seht her lieber private Unternehmen, wir als Staat machen dass"...

Und Verdi wird wieder in die Hände klatschen und das Ganze als Erfolg verkaufen. Die kleine Kröte (geringere Anhebung der Tabellen) muss man dann eben schlucken.  ::)

Gut das ich kein Mitglied mehr bin (das hatte neben den grottigen Abschlüssen allerdings auch andere Gründe, bspw. die zunehmende Politisierung der Gewerkschaft).

Tri

Zitat von: Steve 69 in 22.04.2026 11:48Hatte die Stellungnahme von H. Wüst zum Thema 1.000 Euro
...Die öffentlichen Arbeitgeber und die Gewerkschaften
würden dann wohl zu ,,klugen Ideen kommen, wie man den Mitarbeitern
etwas Gutes tun kann unter Einbeziehung der 1000 Euro", so Wüst...

Oh man, da setzt mir aber ein spontaner Würgereiz ein, bei "etwas Gutes tun", im Rahmen der Tarifverhandlungen im Kontext Entlastungsprämie.

Schneewitchen

Zitat von: Tri in 22.04.2026 13:07Oh man, da setzt mir aber ein spontaner Würgereiz ein, bei "etwas Gutes tun", im Rahmen der Tarifverhandlungen im Kontext Entlastungsprämie.

Jau, so wie bei der Corona Prämie....🤔

KlammeKassen

Zitat von: DNFF in 22.04.2026 12:49Achherrje... Mit Verlaub, aber wie naiv kann man sein (nicht böse gemeint)?

Das ganze Ding ist natürlich auf die Tarifverhandlungen ausgelegt und da wird der 30.06.2027 natürlich nicht alles kaputt machen. Zur Not wird das nochmal kurzfristig verlängert o.ä.
Die Sache dürfte ziemlich gesetzt sein. So kann der öffentliche AG auch verkünden: "Seht her lieber private Unternehmen, wir als Staat machen dass"...

Und Verdi wird wieder in die Hände klatschen und das Ganze als Erfolg verkaufen. Die kleine Kröte (geringere Anhebung der Tabellen) muss man dann eben schlucken.  ::)

Gut das ich kein Mitglied mehr bin (das hatte neben den grottigen Abschlüssen allerdings auch andere Gründe, bspw. die zunehmende Politisierung der Gewerkschaft).

Vielleicht hättest du einen Satz früher meinen Beitrag schon lesen sollen:

"Aber das unterstreicht meine Vermutung, dass man langsam merkt wie lange die Tarifverträge noch im öffentlichen Dienst laufen und man jetzt unbedingt arbeitgeberseitig das noch einbauen will...."

Im anderen Beitrag habe ich das auch gesagt, dass das selbstverständlich extra für den öD gebracht wurdee

VielUnterwegs

Ich verstehe nicht, wieso manche hier so schrecklich undankbar sind. Wenn wir die 1000€ bekommen, egal in welcher Form, ist das eine tolle Sache. Schaut Euch doch um - wie vielen Arbeitgebern steht das Wasser bis zum Hals!? Wie viele Arbeitnehmer werden NULL bekommen!? Wie viel Insolvenzen gibt es aktuell!?

Wenn die 1000€ steuerfrei(!) auf dem Konto sind, wie auch immer, beschwert sie wie immer niemand mehr!

Vollstrecker

Zitat von: VielUnterwegs in Gestern um 10:56Ich verstehe nicht, wieso manche hier so schrecklich undankbar sind. Wenn wir die 1000€ bekommen, egal in welcher Form, ist das eine tolle Sache. Schaut Euch doch um - wie vielen Arbeitgebern steht das Wasser bis zum Hals!? Wie viele Arbeitnehmer werden NULL bekommen!? Wie viel Insolvenzen gibt es aktuell!?

Wenn die 1000€ steuerfrei(!) auf dem Konto sind, wie auch immer, beschwert sie wie immer niemand mehr!

Es geht nicht um Undankbarkeit oder sonstwas. Jeder dürfte sich darüber freuen. Das Thema ist, was aus den 1000€ wieder bei den Tarifverhandlungen gemacht wird. Ganz einfach ausgedrückt: Es ist dann die einmalige Zugabe, die vielleicht dauerhafte Erhöhungen (wieder) ausbremsen wird, weil man ja schon die 1000€.....

Da dürften hier die schon etwas erfahreneren Kolleginnen und Kollegen und die, die etwas affiner mit dem TVöD / Gewerkschaften sind, schon wissen, wie der Hase dann laufen wird. Das wird und langfristig nichts bringen, aber die andere Seite feiert sich dafür.

DNFF

Zitat von: Vollstrecker in Gestern um 11:17Es geht nicht um Undankbarkeit oder sonstwas. Jeder dürfte sich darüber freuen. Das Thema ist, was aus den 1000€ wieder bei den Tarifverhandlungen gemacht wird. Ganz einfach ausgedrückt: Es ist dann die einmalige Zugabe, die vielleicht dauerhafte Erhöhungen (wieder) ausbremsen wird, weil man ja schon die 1000€.....

So ist es.
Klar sind 1.000 EUR an und für sich gut und davon kann man auch eine ganze Menge tanken (das war ja mal die Idee hinter dieser Entlastungs"prämie").
Wenn das aber Teil der Verhandlungsmasse der Tarifauseinandersetzungen wird, so wird daraus mittelfristig eher ein großes Minus als ein Geschenk. Und die Arbeitgeber können das trotzdem als Wohltat verkaufen.

VielUnterwegs

Zitat von: DNFF in Gestern um 11:31Wenn das aber Teil der Verhandlungsmasse der Tarifauseinandersetzungen wird, so wird daraus mittelfristig eher ein großes Minus als ein Geschenk. Und die Arbeitgeber können das trotzdem als Wohltat verkaufen.

Dann mach doch hier und jetzt einen besseren Vorschlag: Wie sollte die nächste Tarifrunde aussehen - ohne diese 1000€ und wie werden die 1000€ dann ausbezahlt?

BAT

Bitte erstmal weg von den 1000 €. Abgesehen von Fällen der Teilzeit ist das ein Maximalbetrag; insofern wäre es auch möglich, nur 250 € oder 500 € pro Arbeitnehmer zu zahlen; oder auch 750 € für jeden bis E9a.

Das beste für die nächste Tarifrunde dürften - wie üblich - Vorschläge der AG-Seite sein, die haben mir schon öfters bessere Ergebnisse gebracht; eine schwache Verdi wäre eine ausgezeichnete Ausgangsposition.


KlammeKassen

Zitat von: VielUnterwegs in Gestern um 10:56Ich verstehe nicht, wieso manche hier so schrecklich undankbar sind. Wenn wir die 1000€ bekommen, egal in welcher Form, ist das eine tolle Sache. Schaut Euch doch um - wie vielen Arbeitgebern steht das Wasser bis zum Hals!? Wie viele Arbeitnehmer werden NULL bekommen!? Wie viel Insolvenzen gibt es aktuell!?

Wenn die 1000€ steuerfrei(!) auf dem Konto sind, wie auch immer, beschwert sie wie immer niemand mehr!

Das ist ganz einfache Zinseszinsrechnung.

Stell dir vor es gibt jedes Jahr 2 % Gehaltserhöhung. Du startest bei 4000 Euro.

Variante A) Es gibt jedes Jahr 10 Jahre lang 2 % Gehaltserhöhung.
4000 x 1,02 ^10 = 4.875,98 Euro

Variante B) Es gibt 8 Jahre lang 2 % Gehaltserhöhung und 2 mal die Einmalzahlung
4000 x 1,02 ^8 = 4.686,64 Euro

Dieser Vorsprung ist dann für immer gegeben und baut sich von mal zu mal mehr aus.

Dies berücksichtigt noch nicht einmal, dass die JSZ auch von dem Gehalt noch abhängt, die Jahresdifferenz ist also noch größer dann

....
und bevor kommt "dafür wird doch aber bestimmt nicht die ganze Erhöhung wegfallen?!"

In 2023 war es genauso!
14 Monate Nullrunde wegen der Einmalzahlung, die noch nicht einmal eine war, da sie auch noch gesplittet wurde (noch ein größerer Beschiss....). Ist ja auch noch ein Unterschied, ob man das direkt in einer Summe bekommt oder in 9 Monate gestückelt (damals 1 mal 1240 + 8 x 220)

KlammeKassen

Zitat von: BAT in Gestern um 11:58Bitte erstmal weg von den 1000 €. Abgesehen von Fällen der Teilzeit ist das ein Maximalbetrag; insofern wäre es auch möglich, nur 250 € oder 500 € pro Arbeitnehmer zu zahlen; oder auch 750 € für jeden bis E9a.

Das beste für die nächste Tarifrunde dürften - wie üblich - Vorschläge der AG-Seite sein, die haben mir schon öfters bessere Ergebnisse gebracht; eine schwache Verdi wäre eine ausgezeichnete Ausgangsposition.


Du meinst wohl nicht die Vorschläge zu Anfang einer Tarifrunde oder  ;) ?
Die lauten arbeitgeberseitig nämlich "Null Prozent für 36 Monate" oder vorteilhaft ausgedrückt "Keine Entgeltsenkung für 36 Monate  :D "

Aber während der Runden kristallisiert sich für Arbeitnehmer ab EG9b zunehmend heraus, dass die AG-Seite bessere Vorschläge macht; wie jetzt beispielsweise Anhebung JSZ für alle auf ein Niveau und nicht mehr mehr für EG1 bis EG8.
Außerdem keine Mindestbeträge, die die Tabelle stauchen und aufgrund des Gesamtvolumens natürlich zulasten der oberen EG gehen, da wegen dieser Mindestbeträge dann beispielsweise nur 0,2 % weniger gegeben werden können