Workation / Homeoffice / mobiles Arbeiten aus einem nicht EU-Ausland

Begonnen von TH2026, 26.04.2026 11:04

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Umlauf

Die Netzwerksicherheit ließe sich sogar lösen. Wie z.B. beim Bund mit dem Sina-System von Secunet.

https://www.secunet.com/loesungen/sina

Ist halt arschteuer. Muss man auch wollen. Die Lenovo-Rechner werden dabei in gehärtete VPN-Rechner verwandelt, die über Kryptoboxen angebunden sind.
Das Kernsystem basiert auf Linux, darauf werden Arbeitsplätze für Windows und die Ansteuerung von Hotspots etabliert.
Dabei werden diese Rechner, die im Normalzustand sehr viel Leistung haben, auch gebraucht. Das komplexe Sicherheitssystem braucht unheimlich viel Ressourcen.

Trotzdem ist bei uns formal nur das Mobile Arbeiten aus dem EU-Ausland erlaubt.
Rechtliche Probleme gehen in erster Linie zu Lasten des Mitarbeiters, außer es ich eine Dienstreise.

In der Regel haben wir einen Präsenztag in der Woche, den die jeweiligen Teams auch zusammen bestreiten sollen. Das Arbeiten im Amt erfordert auch eine gewisse Koordination, da es nur für 75 bis 80 Prozent der Mitarbeiter auch Arbeitsplätze im Amt gibt.

Auf Antrag kann auch mal von der wöchentlichen Präsenz abgewichen werden. Aber das generelle Blockmodell gibt es nicht mehr. Es gab vor ein paar Jahren etliche Mitarbeiter, die ihre 20% im Block gemacht haben und dann wochenlang nicht mehr reinkamen.

Führungskräfte müssen seit einiger Zeit 2 Tage die Woche reinkommen, da sie den Bigboss zu oft versetzt haben. Wo die ,,normalen" Mitarbeiter arbeiten, ist ihm egal. Wenn es das Schwimmbad ist, dann ist es so. Gibt natürlich ein paar Sachen zu beachten.

Ach ja, wenn die Rechner aber auch Telefone in ,,problematischen" Staaten waren, meist werden sie dafür sogar vorbereitet, werden sie komplett platt gemacht. In bestimmten Konstellationen werden sie auch im wörtlichen Sinn geschreddert.

Faunus

Zitat von: Umlauf in 28.04.2026 09:28Die Netzwerksicherheit ließe sich sogar lösen. Wie z.B. beim Bund mit dem Sina-System von Secunet.

https://www.secunet.com/loesungen/sina

Ist halt arschteuer. Muss man auch wollen. Die Lenovo-Rechner werden dabei in gehärtete VPN-Rechner verwandelt, die über Kryptoboxen angebunden sind.
Das Kernsystem basiert auf Linux, darauf werden Arbeitsplätze für Windows und die Ansteuerung von Hotspots etabliert.
Dabei werden diese Rechner, die im Normalzustand sehr viel Leistung haben, auch gebraucht. Das komplexe Sicherheitssystem braucht unheimlich viel Ressourcen.



Für MA des Auswärtigen Amts, Botschaftsangehörige, Bundeswehr etc. sicherlich vom Steuerzahler zu tragende Kosten.
Ein Bürgermeister, der damit eher ersetzbares IT-Wissen (sorry) stundenweise aus einem Nicht-EU-Ausland damit abrufen will...
 


Zitat von: Umlauf in 28.04.2026 09:28Trotzdem ist bei uns formal nur das Mobile Arbeiten aus dem EU-Ausland erlaubt.
Rechtliche Probleme gehen in erster Linie zu Lasten des Mitarbeiters, außer es ich eine Dienstreise.

Warum ist das so?

Umlauf

Zitat von: Faunus in 28.04.2026 10:05Für MA des Auswärtigen Amts, Botschaftsangehörige, Bundeswehr etc. sicherlich vom Steuerzahler zu tragende Kosten.
Ein Bürgermeister, der damit eher ersetzbares IT-Wissen (sorry) stundenweise aus einem Nicht-EU-Ausland damit abrufen will...
 


Warum ist das so?
Zitat von: Faunus in 28.04.2026 10:05Für MA des Auswärtigen Amts, Botschaftsangehörige, Bundeswehr etc. sicherlich vom Steuerzahler zu tragende Kosten.
Ein Bürgermeister, der damit eher ersetzbares IT-Wissen (sorry) stundenweise aus einem Nicht-EU-Ausland damit abrufen will...
 


Warum ist das so?

Salopp gesagt: Weil sich die Dienststelle diese Arbeit nicht an die Backe tackern möchte.
Selbst A1-Bescheinigen werden bei Dienstreisen nicht ausgestellt. Wobei die Chance, dass diese einmal vorgezeigt werden muss, in unseren Bereich äußerst gering ist. Und im Fall der Fälle das Amt einstehen muss.



Eben, es muss schon einen Grund geben die Kosten auf sich zu nehmen. Da ist die Bundesverwaltung schon eher in der Schusslinie als eine Kommune. Wobei auch dort die Sicherheitsanforderungen in den nächsten Jahren steigen werden. Die bösen Finger rüsten auf und das heutige einfache Sicherheitslevel wird nicht mehr lange ausreichen. Sollte man auch als Gemeinde auf dem Schirm haben. Die Rechner bei Bund haben alle eine Smartcard oder eine andere Art von Token. Passwörter in der heutigen Form werden bald auf dem Rückzug sein. Da bald zu leicht knackbar. Der 2. Faktor kommt bei uns schon.

MoinMoin

Zitat von: Umlauf in 28.04.2026 10:41Salopp gesagt: Weil sich die Dienststelle diese Arbeit nicht an die Backe tackern möchte.
Selbst A1-Bescheinigen
als ich erstmals dies Ding an der Backe hatte musste ich dann doch an Asterix denken....

clarion

Warum sollte ein  Arbeitgeber sich die Risiken und auch den Unmut / das Gerede, den so etwas im Teamgefüge auslöst, auf sich nehmen wollen? Da müsstest Du mit Deiner Fachkenntnis schon echtes Erpressungspotential haben.


MoinMoin

Zitat von: clarion in Gestern um 07:23Warum sollte ein  Arbeitgeber sich die Risiken und auch den Unmut / das Gerede, den so etwas im Teamgefüge auslöst, auf sich nehmen wollen? Da müsstest Du mit Deiner Fachkenntnis schon echtes Erpressungspotential haben.
Ein erpressbarer AG würde, wenn er klug ist, dem Kollegen einen Telearbeitsplatz anbieten mit 0% regelmäßiger oder kurzfristiger Präsenspflicht und vordefinierten Präsenztagen im Jahr und dann ihm inoffiziell klar  machen, dass es ihm wurscht ist wo er sich aufhält.

TVOEDAnwender

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 07:43Ein erpressbarer AG würde, wenn er klug ist, dem Kollegen einen Telearbeitsplatz anbieten mit 0% regelmäßiger oder kurzfristiger Präsenspflicht und vordefinierten Präsenztagen im Jahr und dann ihm inoffiziell klar  machen, dass es ihm wurscht ist wo er sich aufhält.
Solche Konstellationen sind keineswegs neu. Ich habe Vergleichbares bereits vor Jahren in meiner damaligen Behörde erlebt, die schon sehr früh Tele- und Heimarbeit eingeführt hatte. Insbesondere bei Führungskräften, von denen man sich faktisch nicht trennen konnte oder wollte, wurden mitunter entsprechende "individuelle dauerhafte Homeoffice-Lösungen" geschaffen, da es häufig besser war, die blieben zu Hause und treiben nicht am Arbeitsplatz ihr Unwesen...

btw: Wenn hierzulande über Fälle aus dem Ausland berichtet wird, in denen Beschäftigte über lange Zeit nicht am Arbeitsplatz erscheinen, sorgt das regelmäßig für Schlagzeilen. Man sollte dabei aber nicht übersehen, dass es auch in Deutschland Strukturen gibt, in denen sehr weitgehende Homeoffice-Regelungen eine ähnliche Wirkung entfalten können, wenn auch besser getarnt...

Faunus

Zitat von: Umlauf in 28.04.2026 09:28Trotzdem ist bei uns formal nur das Mobile Arbeiten aus dem EU-Ausland erlaubt.
Rechtliche Probleme gehen in erster Linie zu Lasten des Mitarbeiters, außer es ich eine Dienstreise.


Meine Frage war "Warum ist mobiles Arbeiten nur aus dem EU-Ausland erlaubt"?
USA, Kanada, Japan, ... aber nicht!
Die Formalitäten und das Verantwortungsgeschubse interessierte mich bei der Fragestellung nicht wirklich!
 

TVOEDAnwender

Zitat von: Faunus in Gestern um 11:02Meine Frage war "Warum ist mobiles Arbeiten nur aus dem EU-Ausland erlaubt"?
USA, Kanada, Japan, ... aber nicht!
Die Formalitäten und das Verantwortungsgeschubse interessierte mich bei der Fragestellung nicht wirklich!
 

Habe ich im Ergebnis bereits beantwortet: Hintergrund sind im Kern sozialversicherungsrechtliche Vorgaben. Außerhalb der EU wird das schnell deutlich komplexer bzw. rechtlich unsicher, sodass viele Arbeitgeber hier klare Grenzen ziehen.

Faunus

Die Problematik der sozialversicherungrechtl. Vorgaben ist mir bekannt => deshalb ist eine Absicherung bei Unfall/Putschsituationen/etc. mit sofortige Rückholung vereinbart gewesen - bei meinen dienstl. veranlassten Auslandreisen - der AG zahlt die Rückholung.
 
Und meine Frage ist immer noch nicht beantwortet, weil zu ungenau gestellt und daher nochmals:

Es scheint sich hier um ein generelle Handhabung bei @Umlauf's AG zu handeln - also auch bei Dienstreisen kein mobiles Arbeiten in Nicht-EU-Ländern.

Warum?.

Umlauf

Zitat von: Faunus in Gestern um 12:44Die Problematik der sozialversicherungrechtl. Vorgaben ist mir bekannt => deshalb ist eine Absicherung bei Unfall/Putschsituationen/etc. mit sofortige Rückholung vereinbart gewesen - bei meinen dienstl. veranlassten Auslandreisen - der AG zahlt die Rückholung.
 
Und meine Frage ist immer noch nicht beantwortet, weil zu ungenau gestellt und daher nochmals:

Es scheint sich hier um ein generelle Handhabung bei @Umlauf's AG zu handeln - also auch bei Dienstreisen kein mobiles Arbeiten in Nicht-EU-Ländern.

Warum?.

Ich ordne einmal. Im Bereich der EU handelt es sich um das anlasslose mobile Arbeiten ohne förmlichen Antrag. Da mit Ausnahme von Teilen der Zentralabteilung alle Bereiche für das Mobile Arbeiten geeignet sind. Gibt es nur die Vorgabe zum wöchentlichen Präsenztag.

Dienstreisen sind ganz einfach Dienstreisen egal wohin. Dort kann ma auch Mobil arbeiten.
Für bestimmte Problem-Länder gibt es halt noch Vorgaben für die Technik. Da wird dann nicht die ,,normale" Technik mitgenommen.
Dienstreisen zählen darüberhinaus als Präsenzzeit, außer der Vorgesetzte hätte einen gewichtigen Grund dagegen im Zusammenhang mit der Präsenz im Amt.

Mit der EU-Beschränkung des ,,normalen" Mobilen Arbeiten möchte man einfach den Wildwuchs beschränken. Zumal ja die wöchentliche Präsenz gesetzt ist. Anfangs hatte man Mitarbeiter, die ihre 20% Anwesenheit im Block absolviert haben und danach wochenlang nicht gesehen wurden.
Mit Begründung gehen natürlich auch Ausnahmen, aber nicht dauerhaft. Da ist man recht pragmatisch, wenn es mal Problemlagen bei einem Mitarbeiter gibt.

Faunus

Vielen Dank für die Ausführung @Umlauf

Es waren keine "sicherheitstechn. Gründe" um das mobile Arbeiten in Nicht-EU-Ländern zu unterbinden.
Die anderen Gründe kann ich gut nachvollziehen. Ich bin der Meinung, wer länger wie 2-3 Monate am Stück seine Arbeit mobil erledigt ohne persönlichen Kontakt zum Team, verliert zwangsläufig den Anschluss, weil der allgemeine Informationsaustausch flöten geht.

Umlauf

Zitat von: Faunus in Heute um 12:17Vielen Dank für die Ausführung @Umlauf

Es waren keine "sicherheitstechn. Gründe" um das mobile Arbeiten in Nicht-EU-Ländern zu unterbinden.
Die anderen Gründe kann ich gut nachvollziehen. Ich bin der Meinung, wer länger wie 2-3 Monate am Stück seine Arbeit mobil erledigt ohne persönlichen Kontakt zum Team, verliert zwangsläufig den Anschluss, weil der allgemeine Informationsaustausch flöten geht.


Ganz genau, das wurde bei Umfragen von den Mitarbeitern angemerkt. Nicht jeder Mitarbeiter ist für diese Langzeitblöcke gemacht. Merkt man den Leuten vorher nicht an. Dann kommen noch die Qualitäten der Vorgesetzten ins Spiel. Da leben einige wenige es auch noch falsch vor...