Rückkehr Elternzeit als Rechnungsprüferin

Begonnen von Socke93, 04.05.2026 20:17

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Socke93

Schönen guten Abend,
ich bin derzeit noch in Elternzeit und habe für meine Rückkehr eine Stelle als Rechnungsprüferin im Rechnungsprüfungsamt in Aussicht gestellt bekommen. Vorher habe ich was ganz anderes gemacht (Quereinstig in den öffentlichen Dienst (Kommune)), aber meine Stelle wurde neu besetzt.

Kann mir jemand aus eigener Erfahrung sagen, welche Aufgaben als Rechnungsprüfer anfallen? Muss man zahlenaffin sein? Oder eher gut mit Gesetztestexten umgehen können? Mit welcher Entgeltgruppe wird solch eine Stelle vergütet? Wie hoch ist  die Arbeitsbelastung?

Ich würde mich sehr über die eine oder andere Rückmeldung freuen :)

Buggula

Hi. Ich arbeite viel mit den Kollegen unseres Rechnungsprüfungsamts zusammen. Die Arbeit ist halt sehr am Schreibtisch (außer vielleicht mal ne Bar-Kassenprüfung). Man stellt regelmäßig einen Prüfplan auf und lässt sich dann sämtliche Belege zu den zu prüfenden Vorgängen geben.

Deine Aufgabe ist es dann Unklarheiten oder Ungereimtheiten oder Fehler zu suchen und darüber einen Bericht zu schreiben. (Schülerbeförderung am 3. Oktober, falsche Paragrafen in Bescheiden, ...)

Es gibt noch unterschiedliche Zuständigkeiten: Personalprüfer, Sozialhilfeprüfer, Jugendhilfeprüfer, ...


Unangenehm wird es, wenn man richtige Skandale aufdeckt und Kollegen ,,anschwärzen" muss, aber das ist halt der Job. Ich finde es ist ein wichtiger Job, weil es öffentliche Gelder sind.

Stressig ist es höchstens mal, wenn Fristen wie die Prüfung Jahresabschlusses ansteht. Kontakt mit Bürgern hat man keinen.

Wenn du täglich Action brauchst oder kreativ arbeiten möchtest, wirst du vermutlich nicht glücklich werden. Aber hängt natürlich immer auch von dir, den Kollegen oder Vorgesetzten ab.

 

Calenberger

Das RPA ist mehr oder weniger halt rausgelöst aus der Verwaltung.
In der Regel geht es halt darum beratend und prüfend unterwegs zu sein. Hier kann es unterschiedliche Schwerpunkte geben. Vergaberecht ist halt rechtslastig. Prüfen von Haushalt und Kassen eher zahlen lastig.

Wenn man anderer Meinung als die Verwaltung hat, macht man sich halt keine Freunde. Das muss einem einfach bewusst sein.

Infa

Hi,
kommt darauf an wie die Aufteilung ist. Manche machen alles - Vergabe, Sach- und Ordnungsprüfung und Jahresabschlussprüfungen und andere teilen dies entsprechend auf die Sachbearbeiter auf.

Bei der Sach- und Ordnungsprüfung kommt es eben darauf an, wo man selbst den Schwerpunkt legt. Du bist Weisungsfrei und kannst im Prinzip alles prüfen was dir so einfällt.

Ziel sollte natürlich sein, dass der geprüfte Bereich einen Mehrwert durch die Prüfung hat. Bei der Sach- und Ordnungsprüfung geht es nicht darum, Fehler aufzuzeigen, sondern durch optimierte Prozesse und Rechtsanwendung den geprüften Bereich zu verbessern und dauerhaft zu begleiten.

KlammeKassen

Auf kommunaler Ebene steht in der Regel die Jahresabschlussprüfung im Fokus (es sei denn, es handelt sich um eine "extra" Stelle für Vergaben).
Dafür sollten Doppik und Bilanzierung und Rechnungswesen bestens bekannt sein.

Die Stellen werden immer häufiger durch Wirtschaftswissenschaftler und Betriebswirtschaftler besetzt, da die Doppikkenntnisse dort deutlich größer sind als nach Ausbildungen im öffentlichen Dienst; in der technischen Prüfung durch Bauingenieure oder Architekten.

Zur Information:
Bezieht sich auf Kommunen in Bundesländern, die doppisch buchen. Das sind aber die meisten