Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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MoinMoin

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 12:00Nein, ich meine, um Deine Aussage zu stützen, solltest Du belegen, wie alle genannten Religionen ungefähr im gleichen Ausmaß Unheil gestiftet haben oder es noch tun.
Du verwechselst mich, das ist nicht meine These gewesen.

Aber ich denke wenn man so die vielen Kriege und Unterdrückungen der letzten Jahrtausende ansieht, dann sind da viele durch Religionen aller Couleur geschehen. Ob da die eine oder andere mehr oder weniger Unheil angerichtet hat möchte ich ebenfalls werten.
Und bin da einer Meinung mit dir, dass die Juden in den letzten 1000 Jahre sicherlich weniger durch unheilstiftendem  Verhalten aufgefallen sind, sondern die Opfer waren.

Warnstreik

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 11:22Dass sich die drei abrahamitischen Religionen in der Gegenwart oder Vergangenheit in puncto Unheil nicht viel nehmen, würde ich schon anzweifeln. Solche Vergleiche sind grundsätzlich totaler Unsinn.

Ich wollte auch grade nichts vergleichen - sondern zeigen, dass es egal ist, ob man unter Kreuz/Halbmond oder dem Stern leidet. Es gibt mit Sicherheit noch viele andere (auch kleine) Religionen, die für Kriege und Unterdrückung genutzt werden/wurden. Das eigentlich mittlerweile sehr friedliche Christentum wird grade für neue Kreuzzüge genutzt, der ebenfalls sehr friedliche und ursprünglich weltoffene und Wissenschaftsfreundliche Islam in einigen Ländern für die Unterdrückung von z.B. Frauen. Im Judentum stellt man sich hin und stellt Anforderungen bzgl. des Lebensraumes weil es so in einem tausende Jahre alten Schriftstück steht. (Jerusalem und das Westjordanland z.B.)

Das ist alles großer Mist, aber es hat erstmal nichts mit der Religion des einzelnen Menschen zu tun. Das ist nämlich seine Privatsache und als solches hat es auch jedem absolut egal zu sein, woran der Nachbar glaubt oder nicht glaubt, solange er anderen mit dem Glauben nicht schadet oder einschränkt.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Warnstreik in Heute um 13:22Ich wollte auch grade nichts vergleichen - sondern zeigen, dass es egal ist, ob man unter Kreuz/Halbmond oder dem Stern leidet.
Leiden ist immer schlecht, besonders wenn es von externen Kräfte verursacht wird aber im Kontext zu sagen "die drei abrahamitischen Religionen nehmen sicht nicht viel, was die Stiftung von Unheil betrifft" ist eine holzschnittartige Verkürzung, die eben doch den Vergleich nahe legt. Aber das ist natürlich gerade im Hinblick auf die Juden großer Unfug.

Das Christentum hat den großen Vorteil, dass es eine stark institutionalisierte Religion ist, bei der jeder Despot Macht abgibt, wenn er sich darauf beruft. Das musste Heinrich der IV bitter lernen. Daher ist es auch heute sehr schwer Kriege im Namen des Christentums zu führen, da die Autoritäten dies sehr schnell verurteilen würden.

Im Islam gibt es diese Institutionen leider nicht, womit sich die meisten der überwiegend muslimisch geprägten Länder sehr stabil im Autokratismus halten und Teile ihrer Bevölkerungen zur Flucht treiben. Ob die Flucht dann immer aufgrund des Bedürfnisses nach einer liberalen Demokratie erfolgt oder nur der Verbesserung der eigenen Lebensumstände (bei der die im Gastland vorherrschenden Werte schlimmstenfalls als entbehrlich betrachtet werden) dürfte ambivalent diskutiert werden.

Faunus

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:16Das Christentum hat den großen Vorteil, dass es eine stark institutionalisierte Religion ist, bei der jeder Despot Macht abgibt, wenn er sich darauf beruft.

Im Islam gibt es diese Institutionen leider nicht,

Oha. Du hast scheinbar noch nicht mitbekommen zu haben, welche tiefe kirchliche Spaltung sich auf Grund eines Despoten/Autokraten in der orthodox-christlichen Kirche gerade vollzieht - Ergänzung: inklusive Kriegsfronten!

Und ehrlich, ich warte auf die ersten gewalttätigen Angriffe der Evangelikalen in den USA auf alles, was nicht "christlich" in ihren Vorstellungen ist.

Um es deutlich zu sagen: Religionskriege sind nur vorgeschobener Scheixx. Es geht immer um die Macht einzelner, die die Massen mit irgendwelchen gezwurbelten "Dogmen" mantraartig verstehen aufzuhetzen. Scheint aktuell wieder überall Anklang zu finden.
Geht es dem Esel zu gut, geht er auf's Glatteis! 

Warnstreik

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:16Leiden ist immer schlecht, besonders wenn es von externen Kräfte verursacht wird aber im Kontext zu sagen "die drei abrahamitischen Religionen nehmen sicht nicht viel, was die Stiftung von Unheil betrifft" ist eine holzschnittartige Verkürzung, die eben doch den Vergleich nahe legt. Aber das ist natürlich gerade im Hinblick auf die Juden großer Unfug.

So richtig vergleichen kann man es sicher nicht, da hast du Recht. Alleine aufgrund der Größe fällt das Judentum hier schon ab, daher nehme ich sie aus einem etwaigen Vergleich doch raus, unabhängig davon was die politisch-geistlichen Führer derzeit veranstalten.

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:16Das Christentum hat den großen Vorteil, dass es eine stark institutionalisierte Religion ist, bei der jeder Despot Macht abgibt, wenn er sich darauf beruft. Das musste Heinrich der IV bitter lernen. Daher ist es auch heute sehr schwer Kriege im Namen des Christentums zu führen, da die Autoritäten dies sehr schnell verurteilen würden.

Sowohl Putin als auch Trump/Hegseth führen derzeit Kriege im Namen oder mit dem Segen der jeweiligen Religion. Bei beiden sieht man, dass mit den Glaubensführern nicht viel los ist - Putin hat die orthodoxen mit Zugeständnisses voll auf Linie gebracht, das sind zwei Machtgebilde, die zusammenarbeiten. In den USA sind die Evangelikalen auch keine zentrale Institution - das sind hunderte Gemeinden mit teils (aus europäischer Sicht) sonderbaren Menschen. Auch die nehmen die politische Allianz gerne an. Der Papst ist hier die Ausnahme - aber selbst der kann sich nicht durchsetzen, obwohl recht hohe Politiker bekennende Katholiken sind (Rubio, Vance...)    Der Unterschied zum politischen Islam wird meines Erachtens derzeit immer kleiner. Der große Unterschied ist, dass die Menschen in den USA es in den Händen haben das wieder zu ändern, im Iran oder Afganisthan z.B. nicht. 

Ob aber die Religion hier der Grund ist, wieso Menschen in Massen fliehen oder nur ein Deckmantel weiß ich nicht. Aus Mittel- und Südamerika fliehen Christian, aus Zentralafrika auch. Es sind immer die Führer, die sich verschiedener Mittel, so auch der Religion bedienen. In Afganisthan und dem Iran ist es der Islam, in Uganda das Christentum (zb. die LRA), woanders Boko Haram. Allen gemein ist, dass sie diese Strukturen in armem Ländern ausbreitete.


Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:16Im Islam gibt es diese Institutionen leider nicht, womit sich die meisten der überwiegend muslimisch geprägten Länder sehr stabil im Autokratismus halten und Teile ihrer Bevölkerungen zur Flucht treiben. Ob die Flucht dann immer aufgrund des Bedürfnisses nach einer liberalen Demokratie erfolgt oder nur der Verbesserung der eigenen Lebensumstände (bei der die im Gastland vorherrschenden Werte schlimmstenfalls als entbehrlich betrachtet werden) dürfte ambivalent diskutiert werden.

Liegt das am Islam? Oder liegt es daran, dass der derzeitige "Herrscher der Welt" eben der Westen ist und der aus dem christlichen Glaubensraum kommt? Es sind eben die Christlichen Länder, die in den vergangenen Jahrhunderten andere Länder ausgebeutet haben und dabei gerne bereit waren, fundamentalistische Herrscher entweder an die Macht zu bringen oder an der Macht zu halten. Beispiele hierfür gibt es viele - nun dreht sich das weil man die Geister, die man zum Teil rief nicht mehr los wird.

Petar T.

Es wirkt schon ziemlich verzweifelt, sich auf historisches Unrecht im Namen des Christentums zu berufen.
Nach dem Motto: Schaut euch an, welches Unheil zu dieser und jener Zeit über die Welt gebracht wurde, das Christentum ist keinen Deut besser. Isoliert betrachtet stimmen die vorgebrachten Beispiele, aber was soll damit gerechtfertigt werden?

Nicht vergessen sollten wir auch, dass das Christentum in Deutschland in den letzten Jahrzehnten, insbesondere aber in den letzten Jahren, deutlich an Relevanz verloren hat. Es prägt Geschichte und Werte, während es als organisierte Religion zunehmend an Bindekraft und gesellschaftlicher Dominanz verliert. Die Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zu allem Überfluss droht die evangelische Kirche zu einem verlängerten Arm linker und grüner Ideologien zu verkommen. Wo einst das Evangelium von Sünde, Gnade und Erlösung im Zentrum stand, dominiert heute moralisierende Agenda, die sich nahtlos in den Kanon progressiver Politik einfügt.

Während große Teile der Gesellschaft diese Entwicklung als positiv und fortschrittlich ansehen, merken sie nicht, welche Gefahren in Anbetracht der sich aufzeigenden Lücken gleichzeitig drohen.


Warnstreik

Zitat von: Petar T. in Heute um 15:00Während große Teile der Gesellschaft diese Entwicklung als positiv und fortschrittlich ansehen, merken sie nicht, welche Gefahren in Anbetracht der sich aufzeigenden Lücken gleichzeitig drohen.

Welche denn?

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:10Welche denn?
Das man vom Glauben abfällt.
Und die Nächstenliebe keine Bedeutung mehr hat.

Petar T.

Ja gut, das merkt man ja spätestens hier im Thread.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 15:18Das man vom Glauben abfällt.
Und die Nächstenliebe keine Bedeutung mehr hat.

Nächstenliebe hat heutzugage noch etwas mit der Institution Kirche zu tun? Bzw. gibt es diese nicht ohne diese?

Faunus

Zitat von: Faunus in Heute um 14:48Oha. Du hast scheinbar noch nicht mitbekommen zu haben, welche tiefe kirchliche Spaltung sich auf Grund eines Despoten/Autokraten in der orthodox-christlichen Kirche gerade vollzieht - Ergänzung: inklusive Kriegsfronten!

Und ehrlich, ich warte auf die ersten gewalttätigen Angriffe der Evangelikalen in den USA auf alles, was nicht "christlich" in ihren Vorstellungen ist.

Um es deutlich zu sagen: Religionskriege sind nur vorgeschobener Scheixx. Es geht immer um die Macht einzelner, die die Massen mit irgendwelchen gezwurbelten "Dogmen" mantraartig verstehen aufzuhetzen. Scheint aktuell wieder überall Anklang zu finden.
Geht es dem Esel zu gut, geht er auf's Glatteis! 


Und @Hugo Stieglitz?
Immer noch der Meinung, dass Islam und Christentum völlig unterschiedlich sind?
Ich denke, es ist alles alleine eine Frage von "wer, was, wann, wo aus welchen Gründen "heilige" Texte interpretiert!
Welche auch immer - völlg egal und der Grund "Selbslosigkeit" ist ungefähr so häufig, wie ein lebender Brontosaurus ;)




MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:28Nächstenliebe hat heutzugage noch etwas mit der Institution Kirche zu tun?
Muss man in einer Institution sein um Christ zu sein?
Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:28Bzw. gibt es diese nicht ohne diese?
Dank Kant wissen wir es besser, oder?

Faunus

"Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst" ist mehr oder weniger verklausuliert in allen Religionen ernstzunehmenden Religionen zu finden und in den abrahamitischen Religionen ein Grundsatz.
Um das zu leben, muss man nicht mal einer Religion angehören. Ist aber mit und ohne Religionszugehörigkeit (sehr) schwer umzusetzten.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Warnstreik in Heute um 14:58So richtig vergleichen kann man es sicher nicht, da hast du Recht. Alleine aufgrund der Größe fällt das Judentum hier schon ab, daher nehme ich sie aus einem etwaigen Vergleich doch raus, unabhängig davon was die politisch-geistlichen Führer derzeit veranstalten.
Berechtigte Kritik an denjenigen die an der Macht sind, ist immer geboten. Das sollte einen aber nicht zu unseriösen Vergleichen anstacheln. Aber da sind wir ja dann auf einer Ebene.
Zitat von: Warnstreik in Heute um 14:58Sowohl Putin als auch Trump/Hegseth führen derzeit Kriege im Namen oder mit dem Segen der jeweiligen Religion. Bei beiden sieht man, dass mit den Glaubensführern nicht viel los ist - Putin hat die orthodoxen mit Zugeständnisses voll auf Linie gebracht, das sind zwei Machtgebilde, die zusammenarbeiten. In den USA sind die Evangelikalen auch keine zentrale Institution - das sind hunderte Gemeinden mit teils (aus europäischer Sicht) sonderbaren Menschen. Auch die nehmen die politische Allianz gerne an. Der Papst ist hier die Ausnahme - aber selbst der kann sich nicht durchsetzen, obwohl recht hohe Politiker bekennende Katholiken sind (Rubio, Vance...)    Der Unterschied zum politischen Islam wird meines Erachtens derzeit immer kleiner. Der große Unterschied ist, dass die Menschen in den USA es in den Händen haben das wieder zu ändern, im Iran oder Afganisthan z.B. nicht. 
Ich würde große Fragezeichen an die Aussage heften, dass der Krieg im Iran religiös motiviert sei. Die offizielle Begründung für den Krieg liegt in der Vermeidung, dass der Iran Atomwaffen bekommt. Ein Regime-Change gerade auch nach dem Massaker vor ein paar Monaten soll ebenfalls eine Rolle spielen. Ich erinnere mich, dass vor kurzem Pete Hegseth ein Zitat aus Pulp Fiction verwendete, im Glauben die Bibel zu zitieren. 😊 Wer Filmzitate für Gottes Wort hält ist kein überzeugender Glaubenskrieger.
Den USA darf man immerhin unterstellen, dass deren strategische Absichten sich auch positiv auf die Welt auswirken, denn sie wären von iranischen Atomwaffen nicht bedroht, wir und viele andere schon. Die positive Absicht der meisten muslimischen Autokratien ihre Bürger zu Quälen (das iranische Massaker aus dem Frühjahr war das größte seit Babyn Jar) entgeht mir allerdings.


Zitat von: Warnstreik in Heute um 14:58Liegt das am Islam? Oder liegt es daran, dass der derzeitige "Herrscher der Welt" eben der Westen ist und der aus dem christlichen Glaubensraum kommt? Es sind eben die Christlichen Länder, die in den vergangenen Jahrhunderten andere Länder ausgebeutet haben und dabei gerne bereit waren, fundamentalistische Herrscher entweder an die Macht zu bringen oder an der Macht zu halten. Beispiele hierfür gibt es viele - nun dreht sich das weil man die Geister, die man zum Teil rief nicht mehr los wird.
Das ist mir zu plakativ. Der Westen ist doch nicht der Beherrscher der Welt und war es auch nicht in der Zeit des kalten Kriegs, da gab es mindestens zwei. Der Westen ist allerdings dafür verantwortlich ein auf Regeln basierendes System aufgebaut zu haben, an dem jeder teilhaben kann, der bereit ist die Regeln einzuhalten. Das ist historisch einmalig. Das läuft mitnichten perfekt aber in historischen Maßstäben schon sehr gut. Leider wickelt Trump das gerade ab.
Es gibt keinen monokausalen Grund, die Ursache liegt in vielen unterschiedlichen Sachverhalten begründet. Aber die Tatsache, dass viele ehemalige Kolonien sich ganz unterschiedlich entwickeln, gibt mir einen Hinweis, dass der Islam schon auch eine Rolle spielt.

MoinMoin

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 16:06dass der Krieg im Iran religiös motiviert sei.
falls doch, dann wäre es am wahrscheinlichsten die des Mammon