Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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ahbeha

Hallo in die Runde,

zum Thema der amtsangemessenen Alimentation der Beamten in Hessen tut sich nun etwas. Man nimmt die Erfahrungsstufe 1 weg und man startet als Beamter direkt in der Stufe 2. Soweit so gut. Eine vorläufige Tabelle findet sich bereits online, sodass man ganz neugierig schauen kann, was dann eigentlich (vor Abzug KV) auf dem Konto der verbeamteten Kollegen landet.

Nun arbeite ich in einer Kommune, gerade in unserer Behörde sind viele "nur" angestellt, dennoch gibt es einige Beamte. Wir verrichten die gleiche Arbeit, der eine ist aber A11, der andere E10. Der eine A10, der andere E9c. Zwei Systeme, ja ich weiß. Ich stelle mir nur die Frage, wie das ganze in Zukunft noch zusammengehen kann. Wenn ein frischer Kollege auf der A11 nach Abzug KV laut Tabelle so viel übrig hat wie der Angestellte auf der E10 Stufe 4 (!) mit 8 Jahren Berufserfahrung beschleicht mich nicht nur das Gefühl von "zwei Systemen", sondern von einem Systemunterschied der irgendwann wirklich nicht mehr vernachlässigbar ist. Mal von der schwindenden Motivation der Angestellten abgesehen, wenn die Endstufe kaum "mehr" verspricht, der Beamte aber (auch wenn es länger dauert) durchaus noch einiges verdienen kann.

Long story short - ist hier jemand mit Gewerkschaftsdraht? Wie denkt man dort darüber? Als Angestellter muss ich weit mehr zurücklegen als mein verbeamteter Kollege, den eine solide Pension erwartet. Aber Geld ist eigentlich gar nicht da, um auch den Angestellten ein bisschen "gleicher" zu bezahlen... Wer möchte da noch gerne angestellt sein? Aber eine Verbeamtung steht in der Kommune auch nicht in Aussicht. Ein (zweites) Studium, um erst einmal drei Jahre als Anwärter in der Verwaltung herumzugeistern kann ja auch nicht die Lösung sein... und ändert auch nichts an den mittlerweile großen Unterschieden zwischen Beamten und Angestellten. Habt ihr Gedanken zu dem Thema?

Finanzer

Jetzt mal blöd gefragt, warum wurde dort überhaupt verbeamtet?

MeTe

#2
ZitatHabt ihr Gedanken zu dem Thema?

1.) Ja durch die aktuelle Angleichung wird der Unterschied zwischen Beamten und Angestellten gerade im höheren Dienst enorm. Jemand der als A14er neu einsteigt, bekommt nunmal in Steuerklasse I Größenordnugn 15.000€ mehr netto im Jahr als ein neuer E14er. Bei identischer Arbeitszeit. Das ist schon gewaltig. Auch wenn der Unterschied im Laufe der Zeit sinkt.

2.) Ja auch bei uns verrichten Beamte und Angestellte mit vergleichbarer bis identischer Qualifikation exakt die gleiche Arbeit mit exakt gleicher Zuständigkeit und Verantwortung, vergleichbaren Arbeitszeitregelungen etc. . Wer Beamter oder Angesteller wird ist einfach nur "Zufall", je nachdem welche Stelle gerade frei wird und hat, abgesehen vom Geld auf dem Konto, in der Praxis absolut keine Auswirkungen. Daher ist dieser Unterschied nicht durch inhaltliche Gründe gerechtfertigt.

Ob man nun das Kernproblem in Punk 1 oder in Punkt 2 sieht, ist jedem selbst überlassen. Erwarte ich irgendwelche Änderungen daran? Nein! Wieso auch. Solange der Staat noch genug Arbeitnehmer findet kann er so schlecht oder 'unfair' bezahlen wie er will. ES gibt kein Gesetz, keine Regelung die vorschreibt dass der Staat seine Arbeitnehmer gut zu bezahlen hat. Von Verdi erwarte ich schon ganz grundsätzlich nichts. Wenn überhaupt würde ich erwarten dass man beim Tarifpersonal zukünftig noch etwas mehr spart um die höheren Personalausgaen für Beamte gegenzufinanzieren. Oder dass man zukünftig einfach noch weniger verbeamtet um so etwas Geld zu sparen.

In beiden Fällen (weniger verbeamten oder zusätzlich sparen) wird sich die Situation für Arbeitnehmer meiner Meinung nach also eher verschlechtern aber sicher nicht verbessern. Frustrierend aber aus meiner Sicht die realistische Einschätzung der Situation. Daher: Fleißig Bewerbungen schreiben.

KlammeKassen

Zitat von: ahbeha in 15.05.2026 09:40Hallo in die Runde,

zum Thema der amtsangemessenen Alimentation der Beamten in Hessen tut sich nun etwas. Man nimmt die Erfahrungsstufe 1 weg und man startet als Beamter direkt in der Stufe 2. Soweit so gut. Eine vorläufige Tabelle findet sich bereits online, sodass man ganz neugierig schauen kann, was dann eigentlich (vor Abzug KV) auf dem Konto der verbeamteten Kollegen landet.

Nun arbeite ich in einer Kommune, gerade in unserer Behörde sind viele "nur" angestellt, dennoch gibt es einige Beamte. Wir verrichten die gleiche Arbeit, der eine ist aber A11, der andere E10. Der eine A10, der andere E9c. Zwei Systeme, ja ich weiß. Ich stelle mir nur die Frage, wie das ganze in Zukunft noch zusammengehen kann. Wenn ein frischer Kollege auf der A11 nach Abzug KV laut Tabelle so viel übrig hat wie der Angestellte auf der E10 Stufe 4 (!) mit 8 Jahren Berufserfahrung beschleicht mich nicht nur das Gefühl von "zwei Systemen", sondern von einem Systemunterschied der irgendwann wirklich nicht mehr vernachlässigbar ist. Mal von der schwindenden Motivation der Angestellten abgesehen, wenn die Endstufe kaum "mehr" verspricht, der Beamte aber (auch wenn es länger dauert) durchaus noch einiges verdienen kann.

Long story short - ist hier jemand mit Gewerkschaftsdraht? Wie denkt man dort darüber? Als Angestellter muss ich weit mehr zurücklegen als mein verbeamteter Kollege, den eine solide Pension erwartet. Aber Geld ist eigentlich gar nicht da, um auch den Angestellten ein bisschen "gleicher" zu bezahlen... Wer möchte da noch gerne angestellt sein? Aber eine Verbeamtung steht in der Kommune auch nicht in Aussicht. Ein (zweites) Studium, um erst einmal drei Jahre als Anwärter in der Verwaltung herumzugeistern kann ja auch nicht die Lösung sein... und ändert auch nichts an den mittlerweile großen Unterschieden zwischen Beamten und Angestellten. Habt ihr Gedanken zu dem Thema?

Vergiss nicht den weiteren Vorzug, jung in die PKV einsteigen zu können.
Wenn die JAEG weiter so krass steigt, schafft man das in E10/E11 vielleicht noch gerade in Stufe 6... aber das wohl bald auch nicht mehr, da die JAEG zuletzt prozentual stärker gestiegen ist als unsere Lohnerhöhung. Und dann ist es meist auch teuer.

Facharzttermine in 2 Wochen statt in 8 Monaten ist ja auch noch ein Bonbon, das nicht zu vernachlässigen ist.

Zumal die tolle GKV Reform ja schon mehrere Ärzte sich dazu hat äußern lassen, dass sie ihre Sprechzeiten für GKV Patienten, die oftmals mehr bezahlen als die PKV Patienten, reduzieren wollen, da sonst zu viele Termine nicht abgerechnet werden können.

KlammeKassen

Zitat von: MeTe in 15.05.2026 13:201.) Ja durch die aktuelle Angleichung wird der Unterschied zwischen Beamten und Angestellten gerade im höheren Dienst enorm. Jemand der als A14er neu einsteigt, bekommt nunmal in Steuerklasse I Größenordnugn 15.000€ mehr netto im Jahr als ein neuer E14er. Bei identischer Arbeitszeit. Das ist schon gewaltig. Auch wenn der Unterschied im Laufe der Zeit sinkt.

2.) Ja auch bei uns verrichten Beamte und Angestellte mit vergleichbarer bis identischer Qualifikation exakt die gleiche Arbeit mit exakt gleicher Zuständigkeit und Verantwortung, vergleichbaren Arbeitszeitregelungen etc. . Wer Beamter oder Angesteller wird ist einfach nur "Zufall", je nachdem welche Stelle gerade frei wird und hat, abgesehen vom Geld auf dem Konto, in der Praxis absolut keine Auswirkungen. Daher ist dieser Unterschied nicht durch inhaltliche Gründe gerechtfertigt.

Ob man nun das Kernproblem in Punk 1 oder in Punkt 2 sieht, ist jedem selbst überlassen. Erwarte ich irgendwelche Änderungen daran? Nein! Wieso auch. Solange der Staat noch genug Arbeitnehmer findet kann er so schlecht oder 'unfair' bezahlen wie er will. ES gibt kein Gesetz, keine Regelung die vorschreibt dass der Staat seine Arbeitnehmer gut zu bezahlen hat. Von Verdi erwarte ich schon ganz grundsätzlich nichts. Wenn überhaupt würde ich erwarten dass man beim Tarifpersonal zukünftig noch etwas mehr spart um die höheren Personalausgaen für Beamte gegenzufinanzieren. Oder dass man zukünftig einfach noch weniger verbeamtet um so etwas Geld zu sparen.

In beiden Fällen (weniger verbeamten oder zusätzlich sparen) wird sich die Situation für Arbeitnehmer meiner Meinung nach also eher verschlechtern aber sicher nicht verbessern. Frustrierend aber aus meiner Sicht die realistische Einschätzung der Situation. Daher: Fleißig Bewerbungen schreiben.

That's the point.
DBB und verdi feiern sich gerade tierisch für die amtsangemessene Alimentation.
Nichtsdestotrotz wird nächstes Mal wieder eine inhalts- und zeitgleiche Übertragung auf die Beamten und Versorgungsempfänger verlangt werden, was logischerweise natürlich zulasten der Gesamtprozente geht, da insbesondere der Bund (VKA und Bund verhandeln ja zusammen) extrem viele Beamte hat.

Dass die Gewerkschaften mal etwas exklusiv für Arbeitnehmern gefordert haben, kann ich mich zumindest nicht dran erinnern. Wenn die mal einigermaßen die Augen aufmachen würden, würde denen auch nicht entgehen, wie krass die Nettounterschiede inzwischen sind, bereits als Single! Mit Familie wird es ja noch krasser

Dominic231

Es ist alles mittlerweile der absolute Wahnsinn. Auch bei den Beamten verdient doch jeder unterschiedlich. Selbst nach der Erhöhung sind es 1100€ pro Monat bei A14 Unterschied NRW und Bund. Keiner blickt noch durch diesen Dschungel. Man müsse sich mal überlegen, dass nach der Föderalismusreform immer alle Bundesländer jeweils ein neues Besoldungsgesetz erstellen. Und jedes Land erfindet irgendwelche neunen Sparmaßnahmen.🤣
Und natürlich werden es immer mehr Angestellte, um zu sparen. Das geht doch bestimmt schon seit den 80ern so.

MeTe

ZitatAuch bei den Beamten verdient doch jeder unterschiedlich. Selbst nach der Erhöhung sind es 1100€ pro Monat bei A14 Unterschied NRW und Bund.

Naja, das kommt ja noch hinzu. Dass der gleiche Beamte je nach Dienstherr mal deutlich mehr oder weniger verdient.

Insofern führen dieses ganzen "ist das fair"-Diskussionen aus meiner Sicht zu nichts. Die Besoldungen sind ja schon ein Stück weit willkürlich (die Lebenshaltungskosten in Hamburg dürften sicher nicht niedriger sein als in Sachsen, dennoch ist die Besoldung in Sachsen höher als in Hamburg...). Ist das fair oder inhaltlich gerechtfertigt? Nö, wohl nicht.
Bei Arbeitnehmern ist es ja auch nicht anders. Wer einen Job fürs Land hat wird anders bezahlt als jemand der etwas vergleichbares für eine Kommune macht. Ist das fairoder inhaltlich gerechtfertigt? Nö, wohl nicht.
Und dass Arbeitnehmer wieder völlig anders (schlechter) bezahlt werden als Beamte obwohl sie genau das gleiche machen ist zwar genauso wenig "fair" oder in der Praxis inhaltlich gerchtfertigt - aber wenn man sich mal das Gesamtbild ansieht einfach nur... konsequent.

Konsequent willkürlich könnte man sagen. Damit abfinden oder eben, ich kann mich nur wiederholen, die Augen offen halten und fleißig bewerben.

Rheini

Und dies ist m. M. nach auch nur jetzt für eine kurze Zeit. Ich denke das die DH die Beamtenstellen in Zukunft erheblich zusammenstreichen werden (siehe keine oder nur wenige verbeamtete Lehrer - ab 2030). Zukünftig wird es dann keine Ang. - Bea. in einer Dienststube geben, sondern sehr viel häufiger Ang. - Ang.

Bob Kelso

Interessant und erhellend finde ich die nun endlich beschriebene Tatsache, welche "Beträge" Transferleistungsempfänger erhalten und welche Summen die Alimentierung der Beamten steigen muss, um das Abstandsgebot zu waren.

KlammeKassen

Zitat von: Bob Kelso in Gestern um 14:19Interessant und erhellend finde ich die nun endlich beschriebene Tatsache, welche "Beträge" Transferleistungsempfänger erhalten und welche Summen die Alimentierung der Beamten steigen muss, um das Abstandsgebot zu waren.

Der Abstand bei den Angestellten ist ja dann noch viel niedriger.....
Ja ich weiß, keine "Alimentierung" und "gesetzliches Anrecht auf Abstand", aber dennoch geht es ja auch darum, was einem Leistung Wert ist....

und wenn man die Netto-Entgelte (auch gerne nach Abzug PKV bei den Beamten) ansieht, ist das ja bei den Angestellten zumeist noch weniger.
Und letztlich interessiert ja nun mal das Netto; mein Brutto bringt mir halt nichts, weil das nicht bei mir ankommt.

KlammeKassen

Zitat von: Rheini in 15.05.2026 18:39Und dies ist m. M. nach auch nur jetzt für eine kurze Zeit. Ich denke das die DH die Beamtenstellen in Zukunft erheblich zusammenstreichen werden (siehe keine oder nur wenige verbeamtete Lehrer - ab 2030). Zukünftig wird es dann keine Ang. - Bea. in einer Dienststube geben, sondern sehr viel häufiger Ang. - Ang.

Meinst du? Der Bund und die Länder schreiben ja ständig Stellen aus, bei denen die Bereitschaft vorhanden sein soll, sich verbeamten zu lassen. Sieht also nicht danach aus....
Ist halt das "Heute vs. Zukunft"-Denken.

Beamte sind für den Arbeitgeber/Dienstherr halt zunächst einmal deutlich billiger aufgrund der nicht zu zahlenden Sozialabgaben (insbesondere ja dann RV und AV und VBL Beiträge).

Bei Kommunen stellt sich die Frage eher weniger, da dort nur 10-15 % überhaupt verbeamtet sind, und das sind ehemalige Anwärter und ggf. noch Juristen. Im Gegensatz zu Bund und Land finden ansonsten keine Verbeamtungen statt für andere Berufsbilder, egal ob IT, Finanzen, Pädagogik, Ingenieure, Naturwissenschaften, etc.

Johann

Tja, was ist denn mit den Angestellten? Naja, da gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Bezahlung. Das angemessene Minimum ist der Mindestlohn. Jeder Euro darüber hinaus kann theoretisch frei verhandelt werden. Als Angestellter bist du entweder bereit für das jeweilige Entgelt zu arbeiten oder du handelst dir ggf. Zulagen, Stufenlaufzeitverkürzungen (soweit tariflich möglich) oder noch irgendetwas raus oder du streichst die Segel und heuerst woanders an, wo der Arbeitgeber deine Arbeitsleistung monetär mehr würdigt. Oder du bringst dich in Position um ebenfalls verbeamtet zu werden. Letzteres ist im Moment meine Überlegung. Statt Verwaltungsinformatik als Stipendium zu studieren habe ich mich damals leider fürs duale Informatikstudium entschieden. Zwischenzeitlich wurde die Verbeamtung für Verwaltungsinformatiker zu einer "Soll"-Vorgabe umgebaut und Einstiegsamt zu A10 statt A9 erklärt. Als normalen Informatiker will man mich nicht verbeamten, jetzt wäge ich gerade ab, ob ich nicht Verwaltungsinformatik per Fernstudium noch mache und mir dafür die Informatikmodule anerkennen lasse und dann per "Soll"-Regelung doch noch verbeamtet werde und von heute auf morgen erheblich mehr Netto habe und den Hautarzttermin nicht erst dann wahrnehmen muss, wenn die unerträglich juckende Rötung schon seit Monaten wieder verschwunden ist.

Rheini

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 15:29Meinst du? Der Bund und die Länder schreiben ja ständig Stellen aus, bei denen die Bereitschaft vorhanden sein soll, sich verbeamten zu lassen. Sieht also nicht danach aus....
Ist halt das "Heute vs. Zukunft"-Denken.

Beamte sind für den Arbeitgeber/Dienstherr halt zunächst einmal deutlich billiger aufgrund der nicht zu zahlenden Sozialabgaben (insbesondere ja dann RV und AV und VBL Beiträge).

Bei Kommunen stellt sich die Frage eher weniger, da dort nur 10-15 % überhaupt verbeamtet sind, und das sind ehemalige Anwärter und ggf. noch Juristen. Im Gegensatz zu Bund und Land finden ansonsten keine Verbeamtungen statt für andere Berufsbilder, egal ob IT, Finanzen, Pädagogik, Ingenieure, Naturwissenschaften, etc.

Ich habe ja geschrieben, dass ich glaube das zukünftig es weniger Beamte geben wird.

Einige Länder wollte ja schon zeitnah weniger verbeamtete Lehrer, Bayern ist aber ausgeschert.

Jetzt ist noch alter Stand 😉.

KlammeKassen

Zitat von: Johann in Gestern um 23:10Tja, was ist denn mit den Angestellten? Naja, da gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Bezahlung. Das angemessene Minimum ist der Mindestlohn. Jeder Euro darüber hinaus kann theoretisch frei verhandelt werden. Als Angestellter bist du entweder bereit für das jeweilige Entgelt zu arbeiten oder du handelst dir ggf. Zulagen, Stufenlaufzeitverkürzungen (soweit tariflich möglich) oder noch irgendetwas raus oder du streichst die Segel und heuerst woanders an, wo der Arbeitgeber deine Arbeitsleistung monetär mehr würdigt. Oder du bringst dich in Position um ebenfalls verbeamtet zu werden. Letzteres ist im Moment meine Überlegung. Statt Verwaltungsinformatik als Stipendium zu studieren habe ich mich damals leider fürs duale Informatikstudium entschieden. Zwischenzeitlich wurde die Verbeamtung für Verwaltungsinformatiker zu einer "Soll"-Vorgabe umgebaut und Einstiegsamt zu A10 statt A9 erklärt. Als normalen Informatiker will man mich nicht verbeamten, jetzt wäge ich gerade ab, ob ich nicht Verwaltungsinformatik per Fernstudium noch mache und mir dafür die Informatikmodule anerkennen lasse und dann per "Soll"-Regelung doch noch verbeamtet werde und von heute auf morgen erheblich mehr Netto habe und den Hautarzttermin nicht erst dann wahrnehmen muss, wenn die unerträglich juckende Rötung schon seit Monaten wieder verschwunden ist.

Dieser Beitrag würde sich sehr gut eignen, um ihn an verdi und dbb zu schicken, damit sie vielleicht mal aufmachen und begreifen, wie krass diese 2 Klassen Gesellschaft auseinanderdriftet....

Wenn du im Beamtenforum liest, fühlt sich diese Gruppe merkwürdigerweise aber nicht elitär behandelt....

Normalerweise muss da dringend etwas passieren, damit sich die beiden Gruppen wieder annähern.

Ggf. wird das dann auch stattfinden, wenn die ganzen Boomer in Rente gehen; die Stellen werden bei "schlechter" Entlohnung kaum mehr nachbesetzt werden können.

Im Moment ist natürlich eine schlechte Zeit... da die Wirtschaft seit mehreren Jahren nicht in Fahrt kommt, gibt es jetzt auch wahrzunehmende Folgen in der Arbeitslosenstatistik und einen Job zu finden, ist nicht mehr so einfach.

Wenn sie aber vielleicht irgendwann mal wieder an Fahrt aufnimmt und gleichzeitig so viele in Rente gehen, dürfte das Problem Bezahlung normalerweise mehr in den Fokus geraten.

Dass die Kassen klamm sind, ist ja nichts neues, und wird immer gesagt... von daher...

https://www.kav-hessen.de/tarifrunden/tarifrunde-2027-tvoed-tv-v

Die Tarifvertragsparteien haben sich für die Tarifrunde 2027 auf folgende Termine verständigt:

    Auftakt und erste Verhandlungsrunde: Freitag, den 9. April 2027,
    Zweite Verhandlungsrunde: Montag/Dienstag, den 3./4. Mai 2027,
    Dritte Verhandlungsrunde: Montag bis Mittwoch, den 24. bis 26. Mai 2027.


Nächstes Mal müsste die Schlichtung aber schon im dritten Monat stattfinden und nicht erst im vierten. Sollte schnell gehen  :P . Wahrscheinlich dauern die Redaktionsverhandlungen und die Tabellenfreigabe aber dann dafür einfach nochmal länger als letztes Mal.

Dass die dritte Runde schon im zweiten Monat nach Auslauf des Tarifs stattfindet, grenzt fast an einen neuen Rekord.

Rheini

@KlammeKassen

Wenn Du Beamter seit Jahrzehnten wärst, an der Besoldung immer mehr und mehr gespart wurde, bei brummender Wirtschaft dich alle für blöd gehalten haben nicht auch bei einem großem Chemie Konzern oder Automobil Hersteller zu arbeiten, Angestelle die doch in den öffentl. Dienst gehen direkt in höheren Entgeltgruppen eingestiegen sind während Du alle drei Jahre auf eine Beurteilung gewartet hast um mal ne Beförderung zu bekommen und jetzt wo die Wirtschaft lahmt und es so aussieht als wenn Karlsruhe den DH einen Rüffel nach zwei Jahrzehnten erteilt!!!!!! und nun bei lahmender Wirtschaft und vielleicht neu angestellen Kollegen immer während zu hören "Es ist nicht gerecht das ich als Angestellter weniger bekomme als der Beamte", dann verstehe ich das meine verbeamteten Kollegen (und ich) sauer sind.

Dabei vergessen nämlich viele Leute, das selten eine Gruppe immer die Gewinner sind. Ich habe in den vier Jahrzehnten nämlich erlebt, dass jede Gruppe mal mehr oder weniger Gewinner oder Verlierer sind. Ift vergessen die Leute nur due Sonnenseite und heulen rum, wenn mal die Wolken kommen.