Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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Rheini

Zitat von: MoinMoin in 04.06.2026 22:15Dann sehe ich deine Fragen nur als rhetorische an.


Darfst Du einschätzen wie Du magst.

MoinMoin


MoinMoin

Zitat von: Rheini in 04.06.2026 22:24Darfst Du einschätzen wie Du magst.
Das weiß ich und mache ich stets.

Scull

Zitat von: Tagelöhner in 04.06.2026 19:37Ein Vorteil kommt aber immer zum Tragen: Man darf so reden wie einem der Schnabel gewachsen ist, und sucht sich dann halt einen neuen Arbeitgeber. Kein Duckmäusertum, keine Arschkriecherei nach oben, wie das bei Beamten die Regel ist, der Beurteilung wegen und weil man ja die auskömmliche Pension erreichen will. Eine Freiheit die bares Geld wert ist allein schon bezogen auf den Selbstwert!

Weiss ich nicht, die Leute reden auch untereinander + oft wird auch ein Arbeitszeugnis gefordert. Ich würde das entsprechend einschränken.

MoinMoin

Zitat von: Scull in 05.06.2026 08:54Weiss ich nicht, die Leute reden auch untereinander + oft wird auch ein Arbeitszeugnis gefordert. Ich würde das entsprechend einschränken.
Richtig.
Hier wie da gibt es die Duckmäuser Arschkriecher und Selbstkasteier und die Lauten, die nach ihrem Schnabelreden und oh wunder, auch die werden dann als Beamter irgendwann A13 .... wenn sie die Leistung erbringen und in einem Bereich sind, wo das Laute auch mal angesagt ist.

Tagelöhner

Zitat von: Scull in 05.06.2026 08:54Weiss ich nicht, die Leute reden auch untereinander + oft wird auch ein Arbeitszeugnis gefordert. Ich würde das entsprechend einschränken.

Am Ende ist es immer eine Charakterfrage jedes Einzelnen, auch ob er dem Wisch "Arbeitszeugnis" für sein berufliches Fortkommen soviel Bedeutung beimisst.

Meine Aussage bezog sich auf meine Erfahrungen, die aus meiner Sicht systemimmanent im Berufsbeamtentum sind. Sie ergeben sich auch zwangsläufig aus den ganzen Begleitpflichten wie Wohlverhaltenspflicht, Loyalität gegenüber Dienstherr usw.

Und dieses System zieht einen gewissen Menschenschlag auch magisch an, es tun sich nur viele langfristig trotzdem keinen Gefallen, denn es kann ziemlich am eigenen "Ich" nagen, sich den Gegebenheiten ein Arbeitsleben lang oder zumindest bis zum Ende der Karriere unterordnen zu müssen. Das wird von vielen unterschätzt.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

MoinMoin

Zitat von: Tagelöhner in 05.06.2026 10:40Am Ende ist es immer eine Charakterfrage jedes Einzelnen, auch ob er dem Wisch "Arbeitszeugnis" für sein berufliches Fortkommen soviel Bedeutung beimisst.

Meine Aussage bezog sich auf meine Erfahrungen, die aus meiner Sicht systemimmanent im Berufsbeamtentum sind. Sie ergeben sich auch zwangsläufig aus den ganzen Begleitpflichten wie Wohlverhaltenspflicht, Loyalität gegenüber Dienstherr usw.
Also Angestellte dürfen Illoyal sein?
ZitatUnd dieses System zieht einen gewissen Menschenschlag auch magisch an,
Zog an, heutzutage sehe ich sehr sehr viele Jungbeamte, die ein reines Angestelltengefühl und Habitus haben.

Und ja, es war ein besondere Menschenschlag, die mit voller Inbrunst - entgegen ihrer persönlichen Überzeugung - die Überzeugung des Dienstherren vertreten haben, solange man nicht remonstrieren musste.
Zitates tun sich nur viele langfristig trotzdem keinen Gefallen, denn es kann ziemlich am eigenen "Ich" nagen, sich den Gegebenheiten ein Leben oder zumindest bis zum Ende der Karriere unterordnen zu müssen. Das wird von vielen unterschätzt.
Ja, bei den Jungen kann man so sehen. Bei den älteren - "echten" Beamten - nicht, die kommen mit dem System klar.

Tagelöhner

Zitat von: MoinMoin in 05.06.2026 10:52Also Angestellte dürfen Illoyal sein? Zog an, heutzutage sehe ich sehr sehr viele Jungbeamte, die ein reines Angestelltengefühl und Habitus haben.

Und ja, es war ein besondere Menschenschlag, die mit voller Inbrunst - entgegen ihrer persönlichen Überzeugung - die Überzeugung des Dienstherren vertreten haben, solange man nicht remonstrieren musste.Ja, bei den Jungen kann man so sehen. Bei den älteren - "echten" Beamten - nicht, die kommen mit dem System klar.

Illoyal ist ein hartes Wort, halt alles was arbeitsrechtlich kein justiziables Fehlverhalten ist. Und das ist mit Sicherheit mehr als bei einem Beamten im besonderen Dienst- und Treueverhältnis.

Und sonst unterschreibe ich die Beobachtung gerade bei jüngeren Beamten. Da ist das Beamtenverhältnis bzw. der darauf geleistete Eid gerne ein reines Lippenbekenntnis, man nimmt dann alle Vorteile mit, und wenn dann doch mal wieder auf die Pflichten hingewiesen wird oder diese sogar eingefordert werden, wird es sofort als unzumutbar empfunden.

Ich rede hier auch gerne vom "Pseudobeamten", der sich selber eher als Angestellter+ begreift.

Bei den Älteren gibt's sicher noch mehr Überzeugungstäter, aber auch dort driften sehr viele in die Resignation ab, wenn der Erkenntnisgewinn mal Einzug hält. Und dann sitzt man seine Arbeitszeit halt noch möglichst bequem bis zur Pension ab und versucht im System mit zu schwimmen.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

KlammeKassen

Zitat von: Rheini in 04.06.2026 17:18Dann beschwere ich mich hier auch mal bei Dir.

Ich finde es ungerecht dass bei einer Kündigung eines Angestellten die bis dahin erworbenen Rentenansprüche bleiben, bei mir als Beamten in NRW, ich meine Pension verliere und nachversichert werde.

Dafür kriegst du nach 6 Wochen noch dein volles Gehalt - und das über Jahre hinweg.
Selbst wenn man dienstunfähig wird, ist die Mindestpension höher als die durchschnittliche Rente (d.h 5 Jahre als Beamter tätig sein und schon hast du bessere Altersabsicherung als viele Rentner, die 40 Jahre gearbeitet haben).

Gerade wo du NRW ansprichst, da gab es doch sogar eine Lehrerin, die sich 18 Jahre "krankgemeldet" hat und die volle Besoldung weitergekriegt hat die ganze Zeit und sich dann schön selbstständig gemacht hat.

Ob das alles vergleichbar fair noch ist....?!

Früher war es ja mal so, dass die Beamten wegen dieser Vorzüge (volle Besoldung bei Krankheit, hohe Pensionen) in der aktiven Karriere etwas weniger verdient haben. Nun verdienen sie da aber auch "etwas" mehr.



Immerhin wirst du dann ja nachversichert und bist auf einem vergleichbaren Niveau wie die Angestellten. Ist doch nicht verkehrt dann

Bei Angestellten hast du 6 Wochen Lohnfortzahlung, dann rutscht du ins Krankengeld und ab 78 Wochen ist Schluss mit allem

KlammeKassen

Zitat von: Rheini in 04.06.2026 17:42Was heisst bei Dir "entsprechend"?

P  S. Vor deiner Antwort würde ich mich vorher informieren 🤭.

Naja so schlecht ist es doch nicht oder?
Ab 5 Jahren Altersgeld, höher als die meisten Renten.

Unter 5 Jahren Nachversicherung, nur auch noch mit dem Vorteil, dass der Dienstherr/Arbeitgeber alles zahlt und nicht der Arbeitnehmer die Hälfte.

Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2025/250829-nachversicherung?nn=6a097debca84ce5471c1aa2d

Sollte wohl stimmen, was da steht

KlammeKassen

Zitat von: Dominic231 in 04.06.2026 18:07Also immer diese Neiddebatten. In der freien Wirtschaft sind die Löhne noch viel unterschiedlicher. So ist es halt. Ich freue mich für Personen, die es besser haben. Und gönne es ihnen.

In der Privatwirtschaft gibt es ja auch keine gleichen Stellen, die sowohl von Beamten als auch von Angestellten bekleidet werden
Da kann es maßgeblich sein, selbst verhandeln zu können. Es gibt aber auch in der Privatwirtschaft teilweise tarifliche Arbeitsplätze. Diese strukturellen Unterschiede sind auf einer gleichen Stelle dort aber nicht gegeben.

Gönnst du es denn auch einem Kollegen, der genau das gleiche wie du machst (auch nicht mehr Berufsjahre hat). Kannst ja zur Einfachheit davon ausgehen, dass ihr zeitgleich angefangen habt

KlammeKassen

Zitat von: Tagelöhner in 05.06.2026 10:58Und das ist mit Sicherheit mehr als bei einem Beamten im besonderen Dienst- und Treueverhältnis.

Daher die Frage, was das ausmachen soll?
Versetzungen hier wie gesagt nur durch eigenes Wegbewerben, nachts oder im Urlaub angerufen werden die auch nicht, um zu testen, ob sie stets rund um die Uhr treu im Dienst sind?

Für Illoyalität straft dich jeder Arbeitgeber ab, es sei denn, er ist "dumm": Weil illoyale Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft zu erheblichen Schäden führen auf Dauer.

Die Beamten lästern bei uns auch und finden bestimmte Dinge "scheiße", also was die jetzt daher wesentlich viel loyaler sind, weiß ich nicht. Eine Kündigung ist ja eher noch schwerer als bei Arbeitnehmern

KlammeKassen

Zitat von: Tagelöhner in 05.06.2026 10:58Und sonst unterschreibe ich die Beobachtung gerade bei jüngeren Beamten. Da ist das Beamtenverhältnis bzw. der darauf geleistete Eid gerne ein reines Lippenbekenntnis, man nimmt dann alle Vorteile mit, und wenn dann doch mal wieder auf die Pflichten hingewiesen wird oder diese sogar eingefordert werden, wird es sofort als unzumutbar empfunden.

Ich rede hier auch gerne vom "Pseudobeamten", der sich selber eher als Angestellter+ begreift.

Bei den Älteren gibt's sicher noch mehr Überzeugungstäter, aber auch dort driften sehr viele in die Resignation ab, wenn der Erkenntnisgewinn mal Einzug hält. Und dann sitzt man seine Arbeitszeit halt noch möglichst bequem bis zur Pension ab und versucht im System mit zu schwimmen.


So ist es.
Wenn Wahlhelfer gesucht werden, müssten die Beamten ja eigentlich sofort "hier" schreien wegen der besonderen Treuepflicht, dem ist aber mitnichten so. Es wurden teilweise Angestellte dazu verpflichtet und teilweise sind Beamte drumherum gekommen. Ich sehe im Alltagsleben vom Verhalten her (bis auf das kein Streik erfolgen darf, den es aber ja eh kaum gibt, wenn man mal von Warnstreiks absieht) keinen Unterschied. Nur dass die eine Gruppe dafür deutlich mehr Privilegien besitzt

Dominic231

Zitat von: KlammeKassen in 06.06.2026 18:08Gönnst du es denn auch einem Kollegen, der genau das gleiche wie du machst (auch nicht mehr Berufsjahre hat). Kannst ja zur Einfachheit davon ausgehen, dass ihr zeitgleich angefangen habt

Na klar. Warum nicht? Es ist ja auch so.
Ich habe zumindest nicht das Bedürfnis alle mit irgendwelchen angeblichen negativen Eigenschaften generell zu pauschalisieren.
Ob das gerecht ist? Mit Sicherheit nicht.
Aber, es ist nicht verboten. Und mich zwingt auch keiner dort zu bleiben.

Verwaltungsgustl

Spielt die EU Entgelttransparenzrichtlinie eine Rolle bei der Bezahlung von Angestellten und Beamten oder findet die keine Anwendung, wegen der gewollten Differenzierung in zwei unterschiedliche Systeme?

Ziel wäre ja unter anderem die gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit.