Wirtschaft geht Bach runter, öffentlicher Sektor wird aufgebläht?

Begonnen von Geschädigter, Gestern um 22:29

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Geschädigter

ZitatDoch viel stärker als der Krieg bedroht die seit sieben Jahren fortschreitende Erosion der hiesigen Privatwirtschaft Deutschlands Wohlstand. Seit 2019 wächst hierzulande nur noch der Staatssektor. Vor allem die Industrie schrumpft infolge der Belastung durch überhöhte Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten sowie Bürokratie und überzogene Steuern mit zunehmender Geschwindigkeit.

[...]

Während immer mehr gut bezahlte Industriejobs etwa in der Auto- oder Chemiebranche verloren gehen, wächst der öffentliche Dienst stetig. So schrumpfte im verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft die Zahl der Beschäftigten um rund 200.000. Umgekehrt stellte der Staat allein für die Bereiche Erziehung, Gesundheit und öffentliche Dienstleistung fast ebenso viele Personen ein.

Quelle: https://www.welt.de/debatte/plus6a0c0fed8e860638feccdee0/wirtschaftskrise-der-arbeitsmarkt-spiegelt-die-duestere-wahrheit.html

Die Wirtschaft schrumpft, und der Staat versucht, das durch anschwellenden öffentlichen Dienst zu kompensieren. Das bringt aber nichts, weil der öffentliche Dienst keine Wirtschaftskraft liefert, sondern sie durch steigende Steuern noch zusätzlich verbraucht.

Im Ergebnis ist das noch schlimmer als eine schrumpfende Wirtschaft, weil auf die schrumpfende Wirtschaftsleistung dann noch eine steigende Steuerlast draufkommt, die sich auch noch auf immer weniger Leute verteilt.

Leute im öffentlichen Dienst behaupten so gerne, dass sie doch auch Steuern zahlten. Nein, tun sie nicht, weil sie effektiv ein Nettogehalt bekommen und mit ihren Steuern nur einem Teil von dem, was sie vom Steuerzahler bekommen, zurückgeben. Sie sind nicht wertschöpfend. Sie zahlen die Staatsmaschinerie nicht, sie sind die Staatsmaschinerie.

Zwar argumentieren einige wenige bei dem Vorhalt dann damit, dass sie ihre Arbeitsleistung einbringen, und sie für den Anteil, der der Steuerlast entspricht, nicht entlohnt werden, also den Staat mit ihrer Arbeitsleistung förderten. Aber stimmt das? Ist das wertschöpfend, wenn zu viele Leute im Öffentlichen Dienst effektiv nichts oder kaum arbeiten? Die nichts herstellen, nichts produzieren, was man verkaufen kann?

ZitatIn Deutschland aber hypertrophiert ein ineffizienter Staatssektor, der mittlerweile die Hälfte aller Wirtschaftsleistung beansprucht. Mit einer immer höheren Schuldenfinanzierung kaschiert die Politik den Niedergang des Privatsektors, der sich in den Arbeitsmarktzahlen spiegelt.

Das ist wohl schon so gewollt, um einen Sozialismus zu bauen, in dem der Staat alles ist.

Das funktioniert aber nicht. Das ist Schwindel.

Johann

Die Aufgabe des Staates ist es, Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, damit gewinnorientierte Unternehmen ihrem Zweck nachgehen können. Demnach hat der Staat völlig andere Ziele als jene Unternehmen und kann auch neue Jobs zur Erfüllung seiner Aufgaben schaffen, wenn Unternehmen aufgrund schlechter konjunktureller Lage keine neuen Jobs mehr aufbauen. Das ist nichts ungewöhnliches und erstmal auch nicht verwerflich.

Natürlich kann man es sich einfach machen und sagen "In einer globalisierten Welt gehen in unserem Land Jobs in den Bereichen flöten, die in anderen Ländern auf der Welt massiv subventioniert werden und die auch ganz andere Umweltauflagen haben als bei uns, deshalb darf der Staat auch keine neuen Jobs schaffen!". Oder man guckt sich eben mal an, woran das möglicherweise liegt, sieht ein, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben und versucht dem an einer geeinten Front entgegenzuwirken. Man könnte sich beispielsweise international dafür einsetzen, dass Länder sich dazu bereit erklären, nur noch Chemikalien zu nutzen, die nach EU-Standards hergestellt wurden. Das würde zumindest den Preisvorteil rausnehmen, den andere Länder haben, die ihre giftigen Abfälle in den nächsten Fluss ableiten statt ihn aufwendig und teuer zu klären.