BEM Vorfahrt für Weiterbeschäftigung

Begonnen von Bobo76, Gestern um 14:28

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Bobo76

Hallo zusammen :)

Demnächst startet bei mir das Vorfahrt-für-Weiterbeschäftigung-Verfahren (betriebliches Eingliederungsmanagement) in NRW.
Bevor es losgeht, würde ich gerne vorab Informationen sammeln. Ich habe mir schon die bisherigen Beiträge im Forum angesehen, aber leider nichts Passendes gefunden. Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Vorfahrt-Verfahren gemacht? Mich interessiert besonders, welche Möglichkeiten es gibt – etwa neue Ausbildungen, Lehrgänge (z.B. im Verwaltungsbereich) oder sogar Studienmöglichkeiten. Ich freue mich auf eure Tipps und Erfahrungsberichte!

Zu mir: Ich bin Landesbeamter in NRW auf Lebenszeit. Eine weitere Beschäftigung in meiner jetzigen Behörde ist nicht mehr möglich. Interessieren würde ich mich z.B. für den Verwaltungslehrgang.

Wie sieht es dort mit der Finanzierung aus?

Ich bedanke mich vorab für eure Mühen  :)

Henri74

Zitat von: Bobo76 in Gestern um 14:28Hallo zusammen :)

Demnächst startet bei mir das Vorfahrt-für-Weiterbeschäftigung-Verfahren (betriebliches Eingliederungsmanagement) in NRW.
Bevor es losgeht, würde ich gerne vorab Informationen sammeln. Ich habe mir schon die bisherigen Beiträge im Forum angesehen, aber leider nichts Passendes gefunden. Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Vorfahrt-Verfahren gemacht? Mich interessiert besonders, welche Möglichkeiten es gibt – etwa neue Ausbildungen, Lehrgänge (z.B. im Verwaltungsbereich) oder sogar Studienmöglichkeiten. Ich freue mich auf eure Tipps und Erfahrungsberichte!

Zu mir: Ich bin Landesbeamter in NRW auf Lebenszeit. Eine weitere Beschäftigung in meiner jetzigen Behörde ist nicht mehr möglich. Interessieren würde ich mich z.B. für den Verwaltungslehrgang.

Wie sieht es dort mit der Finanzierung aus?

Ich bedanke mich vorab für eure Mühen  :)

Hi,
Ich war vor ein paar Jahren in dem Projekt. Ich musste viele Bewerbungen schreiben. Letztlich gab es aber immer eine Absage auf meine Bewerbungen. Am Ende hat das Projekt VFW einen Bericht an meine Dienstelle geschrieben und mitteilt, dass zwar ein neuer Dienstposten gesucht worden sei aber sich nicht habe finden lassen.
Ich wurde dann in den Ruhestand versetzt.
Ich weiß auch nicht genau, woran es gelegen hat. Nicht alle Behörden haben ihre Absage begründet. Das ist aber halt auch schon länger her. Vielleicht gibt es inzwischen auch bessere Möglichkeiten, die Leute zu vermitteln. Ich hatte damals ein wenig subtil den Eindruck, dass das Interesse daran, eine gesundheitlich bereits angeschlagene Person zu übernehmen nicht allzu riesig ist.
Hast du viele Verwendungseinschränkungen? Was hast bisher gemacht und was darfst du gesundheitlich noch?

Bobo76

Zitat von: Henri74 in Gestern um 17:50Hi,
Ich war vor ein paar Jahren in dem Projekt. Ich musste viele Bewerbungen schreiben. Letztlich gab es aber immer eine Absage auf meine Bewerbungen. Am Ende hat das Projekt VFW einen Bericht an meine Dienstelle geschrieben und mitteilt, dass zwar ein neuer Dienstposten gesucht worden sei aber sich nicht habe finden lassen.
Ich wurde dann in den Ruhestand versetzt.
Ich weiß auch nicht genau, woran es gelegen hat. Nicht alle Behörden haben ihre Absage begründet. Das ist aber halt auch schon länger her. Vielleicht gibt es inzwischen auch bessere Möglichkeiten, die Leute zu vermitteln. Ich hatte damals ein wenig subtil den Eindruck, dass das Interesse daran, eine gesundheitlich bereits angeschlagene Person zu übernehmen nicht allzu riesig ist.
Hast du viele Verwendungseinschränkungen? Was hast bisher gemacht und was darfst du gesundheitlich noch?

Ich war zuletzt im allgemeinen Vollzugsdienst tätig.

Ich habe bisher noch nichts schriftliches. Die Amtsärztin sagte mir, dass Tätigkeiten außerhalb des Justizvollzuges möglich sind z. B. (Verwaltung).

Weißt du ob es die Möglichkeit für Qualifikationsmaßnahmen seitens VfW gibt?

Ich habe mich selber bereits informiert und interessiere mich für den Verwaltungslehrgang 1 bzw. 2.

Bewerbungen schreiben wäre an sich kein Problem, jedoch sehe ich da wenig Aussicht auf Erfolg, wenn die nötige Qualifikation fehlt. Mit den nötigen Qualifikationen ist das natürlich eine ganz andere Situation.



Henri74

Zitat von: Bobo76 in Gestern um 19:33Ich war zuletzt im allgemeinen Vollzugsdienst tätig.

Ich habe bisher noch nichts schriftliches. Die Amtsärztin sagte mir, dass Tätigkeiten außerhalb des Justizvollzuges möglich sind z. B. (Verwaltung).

Weißt du ob es die Möglichkeit für Qualifikationsmaßnahmen seitens VfW gibt?

Ich habe mich selber bereits informiert und interessiere mich für den Verwaltungslehrgang 1 bzw. 2.

Bewerbungen schreiben wäre an sich kein Problem, jedoch sehe ich da wenig Aussicht auf Erfolg, wenn die nötige Qualifikation fehlt. Mit den nötigen Qualifikationen ist das natürlich eine ganz andere Situation.

Es wird auch geprüft, ob man unqualifiziert werden kann. Ich weiß aber nicht wie das mit den Verwaltungslehrgängen ist. Das stand bei mir nicht im Raum. Wenn das Landesinterne Ausbildungen / Lehrgänge sind, dürfte das in Frage kommen. Bei mir ging es damals auch um Umqualifizierung durch ein duales Bachelorstudium. Aber da musst ich mich auch für bewerben und eine Behörde finden, die mich nimmt. Das hat nicht geklappt. Ich glaube, für Umschulungen darf man nicht zu alt sein. Wie alt bist du? Hast du noch viele Jahre bis zum regulären Ruhestand?
Ich denke mal, dass VfW vielleicht auch inzwischen mehr Strukturen in der Netzwerkarbeit ausgebaut hat, um auch in Umqualifzierungen wie den Verwaltunslehrgang auch vermitteln zu können...Ich glaube, damals war noch einiges im Aufbau. Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass viele von VFW als Schulverwaltungsassistenzen eingesetzt wurden. Da gab es wohl mal eine Kooperation. Wenn du eine Schwerbehinderung hast oder eine Gleichstellung (kann man als Beamter in deiner Situation bekommen) dann könntest du mal mit deinem Schwerbehindertenvertreter sprechen. Die dürften sich mit VfW auch auskennen.
Ich fand den Kontakt zu VfW und den Ablauf im Projekt so mittel angenehm und hatte den Eindruck, dass das nicht so unbedingt hohe Chancen auf Vermittlung gibt. Und letztlich war ja auch keine Behörde interessiert an mir. Eigentlich denke ich, hätte das mehr strukturiert und von VFW unterstützt werden können, dass eine Übernahme auch durchgesetzt werden kann. Aber das war mehr so begleitetes Bewerbungen schreiben.
Hast du eine Rechtschutzversicherung? Für den Fall, dass es dort nicht so gut läuft könntest du dir Rat und Unterstützung holen.



Rentenonkel

Für Tarifbeschäftigte gibt es im Bereich der Rentenversicherung Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation). Dabei ist der Grundgedanke der, dass man Versicherten, die sich aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren müssen, auf dem Weg in die neue berufliche Zukunft unterstützt.

Dieser Grundgedanke der gesetzlichen Sozialversicherung wird unter Berücksichtigung der Besonderheiten im Beamtenrecht jetzt auch auf Beamtenverhältnisse ausgeweitet. Dabei ist das Spektrum der Fördermöglichkeiten sehr breit. Bei der Auswahl der Leistungen werden individuell unterschiedliche Faktoren wie Eignung, Neigung oder die bisherige Tätigkeit angemessen berücksichtigt. Gleichzeitig muss geschaut werden, welche anderen Verwendungsmöglichkeiten als Beamter in derselben Laufbahn unter Zugrundelegung der gesundheitlichen Eignung (hier spielen vor allem die qualitativen Leistungseinschränkungen eine Rolle) theoretisch möglich erscheinen.

Der Dienstherr muss sich daher den Beamten in der Gesamtheit sehr genau anschauen, um so nach pflichtgemäßem Ermessen gemeinsam mit dem Beamten nach einer andere Verwendungsmöglichkeit zu suchen und ggf. notwendige Qualifikationen zu fördern. Dieses Case Managment ist jedoch sehr, sehr individuell und es gibt keine Blaupause, die wie mit der Gießkanne über alle gleich geschüttet wird. Daher haben die Erfahrungen anderer Teilnehmer für Deinen Fall nur eine sehr begrenzte Aussagekraft.  Man muss, so denke ich, dass Verfahren einfach auf sich zukommen lassen.

Sehr oft bekommt man schon beim Erstgespräch sehr viele Informationen. Da ist es aus meiner Sicht immer hilfreich, sich mit einem Zettel und einem Stift zu bewaffnen und sich die wichtigsten Dinge zu notieren. So kann man das Gespräch später nochmal für sich und andere reflektieren.

Bobo76

Ersteinmal bedanke ich mich für die Mühe.
Eine Rechtschutz ist vorhanden. Ich werde versuchen das gesamte Verfahren zu dokumentieren und werde es in diesem Forum dokumentieren.

Zu meinem Alter, möchte ich nur soviel sagen, dass ich noch einige Jahre vor mir habe und die Dienstunfähigkeit absolut nicht mein Ziel ist.
Ich möchte arbeiten aber im Justizvollzug ist dies aufgrund einer psychisch Relevanter Vorfälle nicht mehr möglich. Einen internen Wechsel innerhalb meiner Behörde, wurde leider abgelehnt, sodass ich seit einiger Zeit krankgeschrieben bin.