Senkung Brutto-Jahreseinkommen durch Jobrad

Begonnen von SonneMondundSterne123, 28.04.2026 07:43

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KlammeKassen

Zitat von: Rentenonkel in Heute um 07:40Ist es nicht. Es wird jedoch bei der Diskussion so getan, als wenn die einzige Ursache für die Deckungslücke der gKV von 15 MRD EUR die fehlenden Beiträge der Bezieher der Grundsicherung sind. Wenn man die Beiträge auf den Mindestbeitrag anheben würde (das ist nun mal der Kern der Sozialversicherung, dass es keine Kopfprämie gibt sondern eine einkommensabhängige Beitragszahlung), macht das etwa 4 bis 5 MRD Mehreinnahmen an Beiträgen aus. Die könnten im Gegenzug allerdings durch eine Senkung des Bundeszuschusses in derselben Größenordnung wieder wegfallen, so dass die gKV trotz der Anhebung der Beiträge am Ende in etwa die gleichen Einnahmen hat. Es schafft allerdings mehr Transparenz und die Beiträge würden bei steigenden Zahlen der Bürgergeldempfänger auch steigen, bei sinkenden Zahlen auch sinken. Mithin wäre das sicherlich fairer und gerechter, löst aber dennoch keines der Probleme der gKV.

Derzeit wird so getan, als wenn mit der Anhebung der Beiträge alles in bester Ordnung sei. So täuschen in meinen Augen diese Gedankenspiele darüber hinweg, dass auch bei einer grundlegenden Reform der Beitragszahlung der Bürgergeldempfänger die gKV ein massives Finanzierungsproblem hat, dass mit steigender Überalterung der Bevölkerung eher größer als kleiner wird und man sich darüber Gedanken machen muss, wie man die Lasten generationengerecht verteilt. Es ist mir zu einfach, die Bürgergeldempfänger dafür verantwortlich machen zu wollen, dass die gKV ein Defizit hat, und nur zu propagieren, der Steuerzahler (und das sind am Ende wir alle) müsste durch steigende Zuschüsse das Defizit auffangen: Einmal durch Beiträge, die 1:1 die Kosten decken, und darüber hinaus einen unverändert hohen Zuschuss, der dann weit mehr wäre, als die versicherungsfremden Kosten verursachen.

Natürlich gibt es strukturelle Probleme, aber diese ganze Thematik stößt halt in der Bevölkerung, die arbeitet und vielleicht auch nicht so viel verdiennt, extrem sauer auf.
Weil die Privatversicherten, die ohnehin die Eliteklasse darstellen und die Premiumbehandlung beim Arzt erfahren, auch noch hierbei fein raussind.
Jemand, der 70 k verdient, leistet genug in die KV, kann aber nicht wechseln, jemand der 80 k verdient, kann sich aber dem ganzen entziehen.

Man könnte die Bürgergeldempfänger ja auch alle in die PKV packen... und schon sieht es anders aus.

Die PKV stellt halt das Problem dar: Alle, die nichtselbstständig arbeiten und keine Beamten sind, können wechseln, wenn sie genug verdienen. Damit sind Leute, die viel verdienen und demnach bis zur BBG auch Beiträge zahlen müssten, nicht in dem System GKV mehr drin. D.h. es fehlen viele Gutverdiener, aber andererseits müssen die ganzen Bürgergeldempfänger, die von Vornherein mit einem Minus von etwa 250 Euro einsteigen, mitdurchgebracht werden.

Das ist normalen Arbeitnehmern auch nicht zu vermitteln.

Bei der RV kann man ja auch nicht ab einem gewissen Verdienst in eine "Premium-Rentenversicherung" wechseln.

Letztlich müsste das ganze System umgestoßen werden. Wenn alle PKV Leute, die mehr als die JAEG verdienen, mit in der GKV wären, wären die Finanzen sicherlich auch etwas besser, weil diese alle den maximalen Satz zahlen würden

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Heute um 07:05https://www.tk.de/presse/themen/finanzen/finanzierung-von-gesundheit/kassenbeitraege-und-buergergeld-2199636


Die 144,00 Euro decken nur etwa 1/3 der Kosten, ist hier geschrieben.
Interessant, wusste gar nicht, dass die KVen personenbezogene Statistiken über die individuellen Ausgaben solcher Kohorten machen dürfen (können).

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Heute um 08:19Letztlich müsste das ganze System umgestoßen werden. Wenn alle PKV Leute, die mehr als die JAEG verdienen, mit in der GKV wären, wären die Finanzen sicherlich auch etwas besser, weil diese alle den maximalen Satz zahlen würden
Richtig, dass würde so rund 1.8 Mrd € (3Mio PKVler *1000€ max GKV minus 400€ Kosten) monatlich rein spülen ins System.

Rentenonkel

Zitat von: MoinMoin in Heute um 16:30Richtig, dass würde so rund 1.8 Mrd € (3Mio PKVler *1000€ max GKV minus 400€ Kosten) monatlich rein spülen ins System.

Auf der anderen Seite geht der PKV jedoch einiges an Beitragszahler verloren, dem Gesundheitssystem insgesamt würden somit auch die Erstattungen der PKV entzogen. Ohne Privatpatienten gingen dem Gesundheitssystem jedes Jahr über 15 Milliarden Euro verloren. Daher müssten dann entweder die Honorare des gesamten Gesundheitssystems reduziert werden oder aber die kassenärztlichen Leistungen müssten steigen, was dann entweder zu einer Erhöhung des Beitragssatzes führen würde. Eine Kürzung zu Lasten der Beschäftigten im Gesundheitssystem könnte dazu führen, dass sich in dem Bereich, in dem schon jetzt ein Mangel herrscht, einige beruflich umorientieren oder früher in den Ruhestand gehen würden.

MoinMoin

Zitat von: Rentenonkel in Heute um 16:42Auf der anderen Seite geht der PKV jedoch einiges an Beitragszahler verloren, dem Gesundheitssystem insgesamt würden somit auch die Erstattungen der PKV entzogen. Ohne Privatpatienten gingen dem Gesundheitssystem jedes Jahr über 15 Milliarden Euro verloren.
Wenn 15 Mrd verloren gehen und dafür aber 36 Mrd mehr rein kommen, dann bleibt doch einiges über.