Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

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BAT

Das ganze Brimborium resultiert eigentlich aus der festgestellten Nettoersatzquote:

So definiert die Internationale Arbeitsorganisation
Mindestersatzquoten von 40 bis 45 Prozent, die Europäische Ordnung der Sozialen
Sicherheit Ersatzquoten von 50 bis 65 Prozent vor Steuern.


Nun nimmt die Kommission aber 70 Prozent. Mir ist da im Bericht die Begründung für diesen Wert zu dünn.


cyrix42

Zitat von: BAT in Heute um 11:52Nun nimmt die Kommission aber 70 Prozent. Mir ist da im Bericht die Begründung für diesen Wert zu dünn.

Die 70% beziehen sich aber aufs Netto, als insbesondere nach Steuern. Im Papier heißt es dann ja auch, dass sie 53% vor Steuern damit gleichsetzen, und dass hierunter alle drei Säulen der Altersvorsorge fallen. Insofern ändert sich da gegenüber dem Status quo eher nicht viel.

BAT

Ich denke, es wird sich auf das letzte Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit bezogen.

Bei vielen ändern sich aber mit Renteneintritt nicht die Einkünfte aus Vermietung/ Verpachtung oder Kapitalerträgen.

cyrix42

Da es der Kommission nur um "Durchschnittsverdienende" geht, dürfte irgendeine Rechnung aufgemacht werden, wie hoch im Schnitt betriebliche und private Altersvorsorge sind. Einkünfte aus Mieten usw. sind dann halt Teil der privaten Altersvorsorge.

ZitatHistorisch gilt das in den 1990er Jahren erreichte
Rentenniveau von 70 Prozent nach Steuern (53 Prozent vor Steuern) als hinreichend
zur Lebensstandardsicherung [...]

Die Kommission empfiehlt, für Durchschnittsverdienende eine Zielgröße für das Gesamtversorgungsniveau von mindestens 70 Prozent netto nach Steuern anzusetzen. Der Wert wird auch im internationalen Vergleich von vielen Staaten erreicht.

Konkret ändert sich in dieser Zielgröße gegenüber dem derzeitigen Stand also wohl nichts. Es dürfte nur eher zu einer Verschiebung zwischen den Säulen kommen.

BAT

Das Problem ist doch, ob man überhaupt die Daten hat, um so etwas auszurechnen.

Genau geht es sicher nicht, wäre die Frage ob Näherungswerte einschlägig sein können.

Und dabei geht es ja nicht nur um Werte, die beim Staat nicht wirklich hinterlegt sind wie Kapitalentnahme, Wohnrecht, etc., sondern interessant ist es ja Haushalte zu betrachten. Bei immer mehr "Lebenspartnerschaften" und damit keiner gemeinsamen steuerlichen Veranlagung hege ich Zweifel an der Möglichkeit, solche Werte zu bestimmen.

Ganz abgesehen, dass auf der anderen Seite auch viele Leute von Teilzeit in Rente gehen und dann die Ersatzquote - nach dieser Definition - locker über 100 % liegt.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Faunus in Gestern um 15:57Wie lange ist das demografische Problem bekannt!
Lange genug, aber die Boomer-Generation hat sich erfolgreich gegen die Maßnahmen gestellt, vor allem die SPD!

Zitat von: Faunus in Gestern um 15:57Dann wäre doch eine Vermögens- und Erbschaftssteuer die logische Konsequenz 8) 
Weil die Kindergeneration durch Sozialabgaben und Steuern für die Elterngeneration so stark belastet wird, ist die Lösung noch mehr Steuern zu erheben. Deine Logik unterscheidet sich definitiv von meiner.
Zitat von: Faunus in Gestern um 15:57Die zieht es alle in die USA oder in die Emirate ;)
Ja, die mühsam angeworbenen Fachkräfte in der Pflege werden auf Grund ihrer Herkunft, usw. gemobbt. Wer würde da nicht wieder lieber nach Hause gehen!
Die ziehen überwiegend in die Schweiz und nach Österreich, aber ja, auch in die USA. Die wenigsten Fachkräfte in der Pflege gehen nach Hause, sie wechseln in weniger belastende Jobs wie Nagelstudios und Co. Es offenbart eine Lebenslüge der deutschen Migrationspolitik, dass die Menschen in anderen Ländern nicht Schlange stehen, um dem Alman die Rente zu finanzieren. Das hat mit dem Thema Rente aber auch eigentlich nicht viel zu tun.

Zitat von: Faunus in Gestern um 15:57Die junge Generation ist arbeitswillig, bekommt aber aktuell schwer Zugang zum Arbeitsmarkt oder bei uns z.B. auch nur Teilzeit- bzw. befristete Verträge.
Das Problem ist, dass zu viele Klein-Klein-Scheixx studiert haben und zu wenige gelernt haben, was lösungsorientiertes Arbeiten ist.
Der Bologna-Prozeß war der Anfang der Abwärtsspirale.
Du verallgemeinerst ja gar nicht aber gut, eine Generation die sich von Teilzeitvertrag zu Teilzeitvertrag hangelt, kann man nicht mit diesen enormen, demografischen Kosten belasten. Dafür gehst Du doch sicher gern etwas länger arbeiten, oder?

Zitat von: Faunus in Gestern um 15:57Es geht nicht um gewinnen, sondern um eine Verteilung, die in unserem reichen Land in eine völlige Schieflage geraten ist. Es macht wenig Sinn an der Rente rumzubasteln und den ganzen großen Rest außen vorzulassen.
Genau diese Schieflage kritisiere ich ja. In Abwandlung eines Zitats von Warren Buffett: Es ist ein Krieg, jung gegen alt und die Alten gewinnen, aber das sollten sie nicht.

Faunus

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:51Schweiz

Warum wanderst Du dann nicht in die Schweiz (oder Österreich) aus. Ich war jetzt erst
da und überzeugt hat mich ihre Freundlichkeit, die Qualität der verarbeiteten Lebensmittel und ihr Wasser.
Reicht für mich jetzt aber nicht zum Auswandern ;)

MoinMoin

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:51Lange genug, aber die Boomer-Generation hat sich erfolgreich gegen die Maßnahmen gestellt, vor allem die SPD!
Was wäre eigentlich die Situation, wenn in der Boomer-Generation jedes Paar 2-3 Kinder bekommen hätte?
1 Mio Arbeitslose?
Woher wären denn die Arbeitsplätze gekommen?
Denn Kinder zahlen keine Rentenbeiträge, es sind die SV-Pflichtigen AN

Und wie ist denn die Fertilitätsrate der Kindergeneration?
Werden die sich die gleichen Vorwürfen anhören müssen wie die Boomer? Seit den 70er sind die doch ähnlich niedrig durch alle Generationen. Egal ob Boomer, GEn-X,....

Warnstreik

Zitat von: BAT in Heute um 11:52Das ganze Brimborium resultiert eigentlich aus der festgestellten Nettoersatzquote:

So definiert die Internationale Arbeitsorganisation
Mindestersatzquoten von 40 bis 45 Prozent, die Europäische Ordnung der Sozialen
Sicherheit Ersatzquoten von 50 bis 65 Prozent vor Steuern.


Nun nimmt die Kommission aber 70 Prozent. Mir ist da im Bericht die Begründung für diesen Wert zu dünn.



Diese ganze Ersatzquotenthematik ist eine Nebelkerze um irgendwie zu begründen, dass die gesetzliche Rente a) massiv teurer wird und b) sinkt. Da gibt es zum einen die, denen es wurscht ist, weil sie genug zusätzliches Einkommen in der Rente haben. Und es gibt die, die wirklich auf die Rente angewiesen sind - für die ist die Diskussion ein blanker Hohn, vor allem bei unterbrochener Erwerbsbiografie.


Wenn man sich die "Großen Reformen" anschaut, die heute verkündet wurden, weiß man, was wir für Waschlappen an der Spitze haben. Der eine zeigt wieder mit dem Finger auf die faule Arbeitnehmerschaft, der andere verkauft großteils normale Anpassungen im Steuersystem (ja, das passiert eh jährlich) als "Steuerreform". Fürn Arsch, echt...    Dass denen nicht auffällt, dass man gestern (also wirklich gestern) noch von Fachkräftemangel redet und heute (wirklich heute) 4 Jahre Kettenbefristungen zulässt, wundert dann auch nicht mehr. Das ist alles nicht konsistent.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 15:07Was wäre eigentlich die Situation, wenn in der Boomer-Generation jedes Paar 2-3 Kinder bekommen hätte?
1 Mio Arbeitslose?
Woher wären denn die Arbeitsplätze gekommen?
Denn Kinder zahlen keine Rentenbeiträge, es sind die SV-Pflichtigen AN

Und wie ist denn die Fertilitätsrate der Kindergeneration?
Werden die sich die gleichen Vorwürfen anhören müssen wie die Boomer? Seit den 70er sind die doch ähnlich niedrig durch alle Generationen. Egal ob Boomer, GEn-X,....


Nicht überfordern. Die Medaille hat nur eine Seite  8)



BAT

Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:11Da gibt es zum einen die, denen es wurscht ist, weil sie genug zusätzliches Einkommen in der Rente haben. Und es gibt die, die wirklich auf die Rente angewiesen sind - für die ist die Diskussion ein blanker Hohn, vor allem bei unterbrochener Erwerbsbiografie.


Ich weiß, man soll nicht pauschalieren. Aber schau mal, Frau Schwesig kommt um die Ecke, mit dem Verweis, dass im Osten Vermögen nicht vorhanden ist. Grundsätzlich ein valides Argument. Aber wie lange soll das noch gehen. Ich habe als Wessi kurz nach dem Mauerfall mit der Ausbildung begonnen, 400 DM Erbschaft gehabt und mir inzwischen eine ETW im Wert von 300.000 € abbezahlt (auch durch Konsumeinschränkungen).
Irgendwann ist das Argument wegen fehlendem Vermögen aber auch durch.

Faunus

Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:11Diese ganze Ersatzquotenthematik ist eine Nebelkerze um irgendwie zu begründen, dass die gesetzliche Rente a) massiv teurer wird und b) sinkt. Da gibt es zum einen die, denen es wurscht ist, weil sie genug zusätzliches Einkommen in der Rente haben. Und es gibt die, die wirklich auf die Rente angewiesen sind - für die ist die Diskussion ein blanker Hohn, vor allem bei unterbrochener Erwerbsbiografie.

Das möchte ich erst beurteilen, wenn entsprechende Ausarbeitungen da sind - aber ich befürchte....


Zitat von: Warnstreik in Heute um 15:11Wenn man sich die "Großen Reformen" anschaut, die heute verkündet wurden, weiß man, was wir für Waschlappen an der Spitze haben. Der eine zeigt wieder mit dem Finger auf die faule Arbeitnehmerschaft, der andere verkauft großteils normale Anpassungen im Steuersystem (ja, das passiert eh jährlich) als "Steuerreform". Fürn Arsch, echt...    Dass denen nicht auffällt, dass man gestern (also wirklich gestern) noch von Fachkräftemangel redet und heute (wirklich heute) 4 Jahre Kettenbefristungen zulässt, wundert dann auch nicht mehr. Das ist alles nicht konsistent.


Wegen ein paar Euro rauf/runter von einer Steuerreform zu sprechen - mutig.
Für mich wäre es eine Reform, wenn die Steuererklärung für alle Privaten auf eine Seite passen würde - mal überspitzt ausgedrückt! Aber die bekommt man nicht mit ein paar Tagen/Nächten Gespräch hin.

Und der Fachkräftemangel wird doch bestens mit der Rentenreform angepackt  ;D

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 15:31Wegen ein paar Euro rauf/runter von einer Steuerreform zu sprechen - mutig.
Tja, da wird ein weiterer (Reichen)Stützpunkt definiert und schwubs ist es eine Reform, sensationell.

BAT

Zitat von: Faunus in Heute um 15:31Wegen ein paar Euro rauf/runter von einer Steuerreform zu sprechen - mutig.


Das Gegenteil ist ja der Fall, es kommt wohl noch eine neue hinzu, die Zuckersteuer.

Aber vielleicht wird dafür ja auch die Sektsteuer abgeschafft ;)

Schneewitchen

Zitat von: BAT in Heute um 19:20Das Gegenteil ist ja der Fall, es kommt wohl noch eine neue hinzu, die Zuckersteuer.

Aber vielleicht wird dafür ja auch die Sektsteuer abgeschafft ;)

Nichts da, die Sektsteuer bleibt! Des Kaiser's Flotte ist noch nicht vollzählig.....😎