Beste PKV für Preisbewusste?

Begonnen von ABCDE, 18.07.2026 17:19

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ABCDE

Im Handelsblatt-Vergleich 2026 ist die günstigste PKV, die an der Öffnungsaktion teilnimmt, die HUK-Coburg (im Musterfall 328,91 Euro), die teuerste die UKV (418,26 Euro). Bei einem Aufschlag von 30 Prozent wären das 427,58 Euro bei der HUK und 543,74 Euro bei der UKV (also 27 % mehr), wobei ich nicht weiß, wie die Beihilfeergänzung und Pflegeversicherung bei der Öffnungsaktion behandelt wird. Dieser Unterschied würde sich über 50 Jahre auf 69.696 Euro summieren (die erhöhte Beihilfe von 70% im Pensionsalter mal unberücksichtigt). Für diese Ersparnis, die ich auch noch renditebringend anlegen könnte, wären doch einige Zuzahlungen drin, die ich bei einem Tarif mit geringerem Leistungsumfang ggf. zu erbringen hätte. Oder übersehe ich etwas?

Den Umfang der Beilhilfe wird von jeder PKV übernommen; meiner Meinung nach sind die Unterschiede in den PKV-konformen Tarifen daher nicht so groß. Was bringt mir also ein Tarif mit "sehr guten" Leistungen?

Anschlussfrage: Wie objektiv ist überhaupt der Handelsblatt-Vergleich oder andere Vergleiche? Welche Vergleiche sind empfehlenswert und einfach (kostenfrei) zugänglich?

Zock

Aus meiner Sicht kann man diese Kalkulationen "Unterschied bis in 50 Jahren" überhaupt nicht seriös berechnen. Das wäre nur möglich, wenn es eine Beitragsstabilität geben würde, die festgeschrieben ist. Diese gibt es aber nicht.

Möglicherweise ist der Tarif derzeit besonders günstig, weil noch keine Anhebung stattgefunden hat; der Tarif aber dennoch nah an der Schwelle ist und dann im nächsten Jahr gleich eine große Erhöhung ins Haus flattert.

Die Entwicklung des Kollektivs ist auch nicht vorhersehbar. Wenn plötzlich in der Vergleichsgruppe mehr teure Krebsbehandlungen, OPs anstehen kann es auch gleich mal nach oben gehen.

Ich würde den Tarif danach auswählen nach der Fragestellung "Welche Leistungen brauche ich?"

ABCDE

Die Frage, welche Leistungen ich in den nächsten 50 Jahren brauche, lässt sich doch mindestens genausowenig seriös vorhersagen!?

beamtim

Ich hab mich neulich auch intensiv mit PKV und Öffnungsaktion auseinander gesetzt. Eine gute Anlaufstelle ist auch KV-Fux oder Levelnine (14 Tage Probelizenz). Bei professioneller Vergleichssoftware gibt es sonst nur für Makler eine Testversion. Als ich verglichen hatte, war das bei Levelnine aber auch für Laien/ Private offen.

Geringe Beihilfeergänzung gibts anscheinend nur bei Debeka oder Ottonova. Ich habe schlussendlich die Debeka gewählt und mir wurde nur wie in allem Fällen die ich online gelesen habe und im Bekanntenkreis kenne, der BG Ergänzungstarif angeboten. Der Zuschlag vom 30% wird nicht auf Ergänzung und Pflegebaustein erhoben. Also bei mir auf Grundtarif und Wahlleistung.

Buggula

Das ist wirklich keine einfach Frage, welche PKV und welcher Tarif der jeweils passende ist.

Ich schließe mich meinen Vorrednern an und möchte ergänzen:

Es kommt, gerade im Hinblick auf ,,günstig" und die Öffnungsaktion, nicht nur auf die ,,besten" Leistungen an. Das sind entgegengesetzte Ziele.

Ich habe bei meiner Wahl darauf geachtet, dass die Verwaltungskosten niedrig sind. Also keine Versicherungsvertreter in jedem Landkreis sitzen, sondern digitale Prozesse gesetzt wird. Wenn dir der persönliche Ansprechpartner wichtig ist, musst du eine andere PKV auswählen.

Das gleiche hab ich mit Psychotherapie und Hilfsmitteln gemacht. Soll wirklich jeder/jedem im Kollektiv alles immer zu 100% erstattet werden? Klingt schön, geht aber auch ins Geld (und bedingt damit höhere Beitragssteigerungen), wenn es nicht mal kleine Anreize gibt zu sparen. Letztlich musst du wissen, was dir wichtig(er) ist.

Manches ist auch nur halb so gut, wie es klingt. Meine PKV erstattet zum Beispiel 5x GOÄ - aber nur auf ihren 50% Anteil. Die Beihilfe bleibt bei 2,3 fachen Satz ihres 50% Anteils. Den Rest zahlst selber. (Also wieder kleiner Sparanreiz für die Mitmenschen im Kollektiv)

Auf irgendwelche Tests würde ich nichts geben, die vergleichen jetzige Konditionen und keiner weiß was die Zukunft (Beitragsentwicklung) bringt.
 
Informier dich gut und wähle selber. Die Entscheidung gilt vermutlich lebenslänglich.

Panel1

Zitat von: Buggula in 20.07.2026 06:02Manches ist auch nur halb so gut, wie es klingt. Meine PKV erstattet zum Beispiel 5x GOÄ - aber nur auf ihren 50% Anteil. Die Beihilfe bleibt bei 2,3 fachen Satz ihres 50% Anteils. Den Rest zahlst selber. (Also wieder kleiner Sparanreiz für die Mitmenschen im Kollektiv)

Das ist vermutlich auch ein Grund dafür warum die Tarife für Beihilfeberechtigte günstiger sind als für Vollversicherte. Mit steigendem Beihilfesatz ist dieser Effekt noch größer.

Für einen guten Vergleich zwischen den Versicherungen bräuchte es meiner Meinung nach mehr Transparenz. Welche Alterskohorte verursacht welche Kosten. Also wie gesund ist das entsprechende Kollektiv. Die Leistungsausgaben sind ja die größten Kosten in der PKV.



pfalzdumal

Ich kann nur für die AXA-PKV meine Erfahrung als Versicherter teilen, erst Vision B und dann sehr schnell Tarifgruppe B (ohne Öffnungsaktion):

VisB hat zu 2026 um rund 16 Prozent bei meinen Kolleg*innen erhöht, mein Tarif nur um rund 8 Prozent. Der Grund: ich zahle rund 60 Euro mehr, davon gehen 6 Euro über die 10 Prozent Zuschlag bis 60 Jahre mehr in Alterungsrückstellungen. Auch die restlichen Euro sind absolut bei mir mehr in die Rückstellung einzubuchen, bei VisB geht mehr für Regulierung und Bedienung der Verbindlichkeit drauf. Ist meine persönliche Meinung. Außerdem ist der B Tarif bei Psychotherapie ähnlich gedeckelt wie Vision B (zwar ab 31. Sitzung 80 Prozent, Vision ab 60. Sitzung nur mehr 70 Prozent). Das ist absolut nicht viel, hab aber keine Ahnung was sowas kosten würde, da hier keine Baustelle, als Laie vermutet: 150 Euro die Sitzung? Jedenfalls bremst das aber psychologisch Besuche ab dem 31. bzw. 60. Mal im Jahr (?) ab...

Saxum

Ich bin selbst nicht bei der HUK aber ich sage, auch mit der HUK wird man keine "falsche Entscheidung" treffen. Man muss nur sich klar machen, dass man sich auf dem Niveau der Beihilfe operieren sollte - dann sollte alles mehr oder weniger passen.

Man wird auch nicht im Regen stehen gelassen, nur weil man die HUK gewählt hat. Auch hier werden die Leistungen erstattet. Ich bin auch nur ein Laie, aber wenn ich als solcher die AVB und die Tarifbedingungen B durchlese, schlage ich auch nicht meine Hände über den Kopf und beklage es.

Man muss halt folgendes Wissen (rein Beispielhaft, nicht abschließend):

Stationäre Aufenthalte in gemischten Anstalten müssen grundsätzlich vorher beantragt werden bzw. von der HUK genehmigt werden, aber die HUK - wie die meisten PKV - auch auf die Beanstandung der "fehlenden Leistungszusage" bei Notfalleinweisung, einziges Versorgungskrankenhaus, akute Erkrankung während Aufenthalt, Anschlussheilbehandlung nach Tarif B.

Sie erstattet nicht nur die Sachkosten für die Behandlung durch Ehepartner/Lebenspartner/Eltern/Kinder sondern erstattet sogar 60% des einfachen Gebührensatzes der jeweiligen GOÄ. Falls man jemanden in der Familie hat, der eine Praxis betreibt.

Heilmittel folgen dem eigenen Heilmittel-Verzeichnisses, diese sind zwar an die Höchstsätze des Bundes angelehnt, bzw. folgt diesem, aber da es eine "eigene Liste" ist werden die Leistungen also ggf. erst später bewilligt sobald dieses Verzeichnis angepasst wurde und nicht etwa schon ab Zeitpunkt der Änderung des Bundes selbst.

Gewisse Hilfsmittel wie z.B. Perücken, Hörhilfen, Schlafapnoe oder Krankenfahrstühle, etc. haben Höchstsätze / Deckelungen. Ansonsten glücklicherweise wenigstens keine Einschränkung auf "Hilfsmittel in einfacher Ausführung".

Ambulante Anschlussheilbehandlung ist gedeckelt auf 35 Tage, aber stationär immerhin nicht und sogar noch erweitert bei Anschluss an eine onkologische Akutbehandlung innerhalb der drei Folgejahre je eine onkologische Anschlussheilbehandlung pro Kalenderjahr übernommen.

Ambulante Psychotherapie, ich weiß nicht wie ich das bewerten soll denn hier steht: "Erstattet werden gemäß Nr. 1. a) Aufwendungen für eine medizinisch notwendige ambulante Psychotherapie." Eine im Jahr? Eine über die ganze Versicherungslaufzeit oder ist das nur ein "Füllwort"? An Füllwörter glaube ich nicht. Stationäre Psychotherapie ist immerhin etwas klarer, "30 Behandlungstage je Kalenderjahr", aber das ist ggf. oft durch einen oder zwei Bedarfe schon "aufgebraucht" - aber immerhin, wenn die HUK es vermittelt hat, gilt keine Begrenzung der Behandlungstage.

Impfungen ausschließlich nach STIKO und keine Auslandsreisen-Impfungen.

Wahlleistungen sind im Grundtarif schon "drin".

Zahnersatz nach BEL und ebenso wie bei den Heilmitteln nochmals "separat" in einem "eigenen Verzeichnis".

Keine Verpflichtung von Heil- und Kostenplan bei Zahnersatz.

Das ist jetzt nur spickhaft, aber man sieht schon, so katastrophal sind die Leistungen nicht. Es kann aber natürlich sein dass deutlich bei Heilmitteln oder Zahnersatz eine Eigenleistung getätigt werden muss, da hier die Rechnungsbeträge  erfahrungsgemäß oft höher liegen.

Steuer88

Also ich kann mich über die HUK bisher nicht beschweren. Bin seit 2010 dort versichert, erst Bisex und seit 2 Jahren im Unisex. Tarif B501 und Beihilfeergänzungstarif. Hatte unter anderem letztes Jahr auch 2 OPs und 3 Krankenhausaufenthalte und es gab mit den Erstattungen keine Probleme.