Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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Aleksandra

Zitat von: daseinsvorsorge in 01.10.2026 14:58Na ja - insbesondere von den oberen Gehaltsgruppen höre ich hier nur noch wenig von Unterbezahlung. Und schon gar nicht, dass man sich überlegt, endlich den ÖD zu verlassen, um in der pw deutlich mehr Geld- ohne zusätzliche Anstrengungen zu verdienen.

Liegt vielleicht daran, das man froh ist, zb nicht wie die IT bei Mercedes von der Kündigung bedroht zu sein. Tja- so schön kann der ÖD sein.
Arbeitsplatzsicherheit ist absolut ein sehr zentraler Punkt. Das war auch damals einer meiner Beweggründe mich für den ÖD zu entscheiden. Und ich habe es absolut nicht bereut.
Aber eben diese Abwägung "weniger Geld, dafür mehr Sicherheit" die macht man direkt am Anfang, wenn man sich für die Position entscheidet. Da sieht man, OK ist XY weniger als ich woanders bekomme, aber das ist für mich aus gegebenen Gründen auch OK so.
Was man damit aber nicht absegnet ist, dass von jetzt an das Gehalt jedes Jahr real gesenkt wird. Das sagt einem vorher keiner und das ist ehrlich gesagt auch nicht Part des Deals gewesen.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

ElBarto

Zitat von: D-x in 05.10.2026 10:26
  • Die EG 8 entwickelt sich nicht auffällig anders als die EG 6. Wollte man den gleichen Abstand zwischen EG 6/2 und EG 8/3 wie vor 15 Jahren, müsste man in der EG 8/3 heute rund 76€ mehr erhalten.
  • Die EG 10 entwickelt sich gegenüber der EG 6 2021 sogar deutlich vorteilhaft, das schmolz zuletzt aber wieder ab.
  • Die EG 12 hat tatsächlich ein höheres Defizit entwickelt. Wollte man den gleichen prozentualen Abstand zwischen EG 6/2 und 12/5 wie vor 15 Jahren, müsste man hier 346€ mehr erhalten (wer jetzt mit der gestiegenen JSZ argumentiert: Selbst damit betrachtet komme ich noch auf rund 312€ monatlichen Unterschied).


Schöne Aufstellung, was leider -für mich- etwas das Verhältnis verfälscht, ist, dass die Erfahrungsstufen unterschiedlich sind. Es werden also Einsteiger mit Altgedienten Mitarbeitern verglichen. Dadurch sind die Prozentzahlen auf den ersten Blick höher als evtl. der tatsächliche Unterschied nach gleicher Zugehörigkeit.

Zumindest fände ich es sinniger eine 6 II mit einer 8 II und einer 12 II sowie die 6 VI, 8VI und 12 VI zu vergleichen, zumal jeder der mal in einer EG ist die Stufe auch irgendwann erreicht.

Bubi11

Zitat von: Brutto Peter in 07.10.2026 11:49Stimme ich dir zu, aber die normalen Sachbearbeiter und ungefähr alles über E10 wird von der KI zu 80% wegrationalisiert werden. Was bleibt sind die "Handwerker" im öD.
Wir befinden uns aktuell in einer gewaltigen Umwandlung des Arbeitmarktes. Glücklicherweise ist unser öD dermaßen von undigital, dass es bei uns wahrscheinlich nur durch das Ableben oder in Rente gehen - langsamer - ändert.

In der freien Wirtschaft gibt es in vielen Bereichen schon den freien Fall. Aber die Allgemeinheit glaubt es erst wenns die Tagesschau berichtet. Bis dahin gibt's Netflix, Mettbrötchen und die naive Hoffnung, dass endlich mal jemand auf den Tisch haut und uns den Reallohnverlust raushandelt.

Es geht ja schon los das die KI nicht unterschreiben darf und sie kann auch die Umlaufmappen nicht am Gelände und Standortübergreifend rumfahren. Rechnungen müssen immer noch ausgedruckt und per Hand unterschrieben werden min. drei mal. Zumindest hat das nun wieder unser Rechnungsprüfer eindeutig verlangt da wir einen digitalen Rechnungsworkflow einführen wollten.
Aussage war:
Könnt ihr gerne machen aber die Zahlungsanordnungen will ich trotzdem sehen und diese müssen per Hand sachlich und rechnerisch richtig sowie Anordnungsbefugter unterschreiben. Bei uns auch noch der Kostenstellenverantwortliche.

Vollstrecker

Bei dem Vergleich mit EG 6 und EG 8 fällt mir was aus unserer Dienststelle ein.

Die Notfallsanitäter bekommen die EG N, das ist quasi die EG 8. Das ist die höchste medizinische Ausbildung im Rettungsdienst, mit viel Verantwortung usw. Das diese Eingruppierung ein absoluter Witz ist, steht auf einem anderen Blatt.

Die alten Rettungsassistenten, der Vorgängerberuf vom Notfallsanitäter, die nicht die Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter damals gemacht haben, bekommen (weiterhin) EG 6.

Die wenigen Rettungssanitäter, die wir haben, bekommen EG 5.

Ich war sehr, sehr erschrocken, als die Lohnstreifen mal nebeneinander lagen. Die Spanne von oben nach unten ist sehr gering. Die würde es in anderen Bereichen in den Kommunen so niemals geben, was Verantwortlichkeiten und Kompetenzen angeht.

Wenn ich Rettungsassistent wäre, der vielleicht noch 10-15 Berufsjahre vor sich hat, würde mir 10x überlegen, ob ich mir Lern- und Prüfungsstress und später die ganze Verantwortung für die paar Kröten antue. Schließlich hat man mit diesem Berufsbild, auch wenn es den nicht mehr gibt, Bestandsschutz.

Der Rettungssanitäter ist zwar kein Lehrberuf und kein anerkanntes Berufsbild, aber der kommt vor Lachen nicht in den Schlaf, wenn er sieht, was er als Hilfskeule im Vergleich zu den beiden anderen verdient.

Klar, die Zulagen machen auch noch viel Geld aus, die alle drei Gruppen ja bekommen. Aber was so ein Rettungssanitäter am Ende rausbekommt ist schon einiges mehr, als dass, was andere "gelernte" Berufe bekommen. Und die Spanne nach oben zum Notfallsanitäter ist nicht so groß bzw. steht in keinem Vergleich zu den geforderten "Pflichten".

Gut, diese Berufssparte, so sagt man , sei auch erstmal selber Schuld daran, weil die, zumindest im öffentlichen Dienst bei Kommunen und Kreisen, sehr, sehr schlecht gewerkschaftlich organsiert sind. Was heißt, die Pappnassen sind zum größten Teil keine Mitglieder in irgendeiner Gewerkschaft. Wie soll man da Druck auf mehr Geld machen? Aber trotzdem. Der Notfallsanitäter ist die höchste medizinische, nicht ärztliche Ausbildung. Höher angesetzt als Intensivpfleger, Anästhesiepfleger, OP-Pfleger. Werden aber auf einen Stand im TVöD P mit der EG N einer normalen Pflegekraft bezahlt.

Ich würde den Mädels und Jungs deutlich mehr wünschen, aber da wird nichts passieren, weil die selber dafür nicht aus dem Quark kommen. So zumindest mal ein ver.di-Vertreter, als ich mich mal zu Details dazu erkundigt habe.

MoinMoin

Zitat von: Bubi11 in Gestern um 10:10s geht ja schon los das die KI nicht unterschreiben darf und sie kann auch die Umlaufmappen nicht am Gelände und Standortübergreifend rumfahren. Rechnungen müssen immer noch ausgedruckt und per Hand unterschrieben werden min. drei mal. Zumindest hat das nun wieder unser Rechnungsprüfer eindeutig verlangt da wir einen digitalen Rechnungsworkflow einführen wollten.
Aussage war:
Oje, schon mal was von eRechnungs(pflicht) gehört?
Und elektronischen Weisermappen?
Also der Radiologie gibt es da schon seit Dekaden standardisierte, elektronische Verfahren.

Bubi11

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 10:15Oje, schon mal was von eRechnungs(pflicht) gehört?
Und elektronischen Weisermappen?
Also der Radiologie gibt es da schon seit Dekaden standardisierte, elektronische Verfahren.

Natürlich wir haben auch e-Rechnung (Per Email).
Eine Mitarbeiterin druckt diese dann aus, stempelt sie ab und verteilt sie in ein Postfach auf alle Stellen und trägt diese dann in eine Excel Datei ein das sie weiß wo diese gerade sind.
Da unser Prüfer vom Kommunalen Prüfungsverband diese ausgedruckt und in Original Unterschrift will.
Zum Schluss kommen alle auf meinen Tisch und ich bin Anordnungsbefugter.
Täglich 40-50 Unterschriftenmappen voll mit Rechnungen unterschreiben das dauert schon eine Weile.

StoneHenge

Ihr druckt eine XRechnung/ZUGFeRD-Rechnung aus?
Und wie hebt Ihr das Original auf?

Bubi11

Zitat von: StoneHenge in Gestern um 10:59Ihr druckt eine XRechnung/ZUGFeRD-Rechnung aus?
Und wie hebt Ihr das Original auf?
Wir bekommen eine PDF Rechnung in ein Email-Postfach rechnungen@.... (Früher per Post), drucken diese aus mit dem Formular Zahlungsanordnung (Wurde bei der Bestellung als Lieferschein angelegt vom Einkauf), beides wird als Eingang abgestempelt, Unterschriftenstempel drauf, zusammengetackert und zum "Verursacher" geschickt der die erste Unterschrift tätigt, anschl. sein Vorgesetzter (Kostenstellenverantwortlicher) der unterschreibt, dann zurück zur Sachbearbeiterin die die Rechnung aus ihrer Liste streicht, dann zu mir und ich unterschreibe als Anordnungsbefugter, dann kommt alles zur Zahlung in die Kreditorenbuchhaltung. Dann werden diese in Leitzordner (Pro Buchungsjahr ca. 400 Stück) abgelegt alphabetisch nach Kreditor.

Das ist unser Digitaler Rechnungsworkflow  ;D

PS: Sie werden seit diesem Jahr eingescannt und im Buchhaltungsprogram kann ich diese abrufen. Jetzt muss man nicht mehr ins Archiv laufen wenn man eine Rechnung sucht das ist praktisch.

daseinsvorsorge

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 09:41Arbeitsplatzsicherheit ist absolut ein sehr zentraler Punkt. Das war auch damals einer meiner Beweggründe mich für den ÖD zu entscheiden. Und ich habe es absolut nicht bereut.
Aber eben diese Abwägung "weniger Geld, dafür mehr Sicherheit" die macht man direkt am Anfang, wenn man sich für die Position entscheidet. Da sieht man, OK ist XY weniger als ich woanders bekomme, aber das ist für mich aus gegebenen Gründen auch OK so.
Was man damit aber nicht absegnet ist, dass von jetzt an das Gehalt jedes Jahr real gesenkt wird. Das sagt einem vorher keiner und das ist ehrlich gesagt auch nicht Part des Deals gewesen.
Wie kommen Sie darauf, dass von jetzt an das Gehalt jedes Jahr real gesenkt wird ?

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: Bubi11 in Gestern um 11:43Wir bekommen eine PDF Rechnung in ein Email-Postfach rechnungen@.... (Früher per Post), drucken diese aus mit dem Formular Zahlungsanordnung (Wurde bei der Bestellung als Lieferschein angelegt vom Einkauf), beides wird als Eingang abgestempelt, Unterschriftenstempel drauf, zusammengetackert und zum "Verursacher" geschickt der die erste Unterschrift tätigt, anschl. sein Vorgesetzter (Kostenstellenverantwortlicher) der unterschreibt, dann zurück zur Sachbearbeiterin die die Rechnung aus ihrer Liste streicht, dann zu mir und ich unterschreibe als Anordnungsbefugter, dann kommt alles zur Zahlung in die Kreditorenbuchhaltung. Dann werden diese in Leitzordner (Pro Buchungsjahr ca. 400 Stück) abgelegt alphabetisch nach Kreditor.

Das ist unser Digitaler Rechnungsworkflow  ;D

PS: Sie werden seit diesem Jahr eingescannt und im Buchhaltungsprogram kann ich diese abrufen. Jetzt muss man nicht mehr ins Archiv laufen wenn man eine Rechnung sucht das ist praktisch.

Ich gehe jetzt mal von "Realsatire" aus.
Eigentlich fehlt noch das rechtssichere FAX dazwischen.
Spätestens bei solchen Vorgängen, sollte es jedem klar sein dass etwas schief läuft.

Bubi11

Nein ist es nicht! Wir haben dazu die Anweisung von ganz oben (Also Bezirk und vor allem vom Kommunalen Prüfungsverband). Unser interner Prüfer will daran auch nichts ändern.
Wir wollen eigentlich digitalisieren aber das ist nicht möglich wenn wir danach mehr Arbeit haben wie vorher weil wir alles ausdrucken müssen.
Dafür habe ich zwei Stellen zur Verfügungdie sich darum kümmern wenn Rechnungen reinkommen, abstempeln, weitergeben und nach dem Zahlen dann ablegen. Am Jahresende dann alle Ordner ins Archiv, neue Ordner beschriften und wieder in die Kasse.
Problem wäre, wenn wir das ändern, fallen mir diese zwei Stellen auch weg. Also stört es mich nicht wirklich und machen kann ich eh nichts.

Ach ja wir arbeiten noch mit FAX vorwiegend intern.
Zahlungen aus der Apotheke, Therapie, und vieles mehr.
Die müssen unbedingt ihre altbewerten Formulare ausdrucken und verwenden, in die Kasse (unterschrieben) schicken per FAX, dann kommt derjenige in die Kasse und zahlt seine Rechnung Bar (Elektronische Zahlungsformen sind bei uns ebenfalls unmöglich einzuführen), geht dann wieder in die Apotheke und bekommt seine Ware.
Eine Halbtagskraft fährt dreimal in der Woche zur Bank und bringt und holt Wechselgeld ab für die Betriebe (Kantine, Metzgerei, Parkplatz, Wäschereien, Automaten ...)

Brutto Peter

Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, sobald die IT sich entwickelt in den Städten/Kommunen. Bis dato sitzen da die Alten Hasen und meist junge, verantwortungslose Homeofficegeniesser. Solange haben wir noch einen krisensicheren Job. Ich schätze ab 2028/29 wird die KI Revolution auch den öD treffen. Bis dahin nur punktuell.

Dann wird schnell sichtbar, dass die KI die meisten Sachbearbeiter in jeder Hinsicht übertreffen wird.

Hinzu kommt, dass wir bis dahin wahrscheinlich ewieso in einer tiefen Rezession inkl. Kriegsangst/-zustand sind.

Aber warten wir mal ab was die Verdi für uns diesmal aushandelt. Die Regierung knickt diesmal höchstwahrscheinlich ein, wenn sie sieht, wieviel Germanen diesmal auf die Straße gehen.

Bubi11

Soweit gehe ich nicht. Ich glaube das sich bei unserer Bürokratie nie was ändert. Unsere IT haben so etwas sicher nicht im Kreuz. Ich musste meine neuen Programme immer selber mit den Verkäufern programmieren also neues Datawarehouse vor zwei Jahren sowie das neue Buchhaltungsprogramm. Bis jetzt läuft bei uns gar nichts und unsere IT hat jetzt die Hotline auf KI umgestellt. Das sie nicht mehr erreichbar sind.
Homeoffice fällt vor vier Wochen aus, ich ruf die Leiter IT (übrigens 31 Jahre alt) an und teile ihm das mit. Aussage: ich bin im Homeoffice diese Woche und kann das nur an die Kollegen weiterleiten.   ???
Ich frage mal so wie sie denn Homeoffice macht wenn keiner mehr rein kommt (Also bei uns wird hier nur der Bildschirm im HO geteilt mit dem Arbeitsplatz)?
Aussage von ihm: Ich habe Leitungsaufgaben und das geht mich nichts an  ::)  Ok dann mache ich diese Woche kein Home office.

Ich will jetzt gar nicht weiter machen ich glaube bei vielen ist das ähnlich und ich will eigentlich nur sagen das ich sehr zuversichtlich bin das sich da die nächsten 20 Jahre nicht allzuviel ändern wird.

Aleksandra

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 13:07Wie kommen Sie darauf, dass von jetzt an das Gehalt jedes Jahr real gesenkt wird ?
Ich bin seit Anfang 2022 im ÖD. Die Erhöhungen im Vergleich zur Inflation habe ich in meiner Sig abgetragen. Die vorletzte Tarifrunde war ein riesiger Reallohnverlust, im signifikanten Prozentbereich. In der letzten Tarifrunde konnte da etwas gutgemacht werden, weil die JSZ angepasst wurde. So etwas ist aber bei der nächsten Tarifrunde nicht wieder zu erwarten. Von daher erwarte ich das schlimmste. Für einen Reallohnausgleich müssten wir uns wieder der 3% pa annähern. Sollten wir das erreichen, dann wäre ich definitiv beruhigt. Aber meine Befürchtung ist, dass es wieder in Richtung 2% bis 2,5% pa geht und dadurch der kumulierte Reallohnverlust nicht nur fortgeschrieben sondern weiter ausgebaut wird.

Und die steuerlichen Aspekten und die krassen Erhöhungen der Sozialversicherungsbeiträge habe ich da noch nicht mal berücksichtigt. Ich habe schon allein durch die Tarifergebnisse real weniger brutto. Im netto siehts dann aber erst recht zappenduster aus.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

Brutto Peter

Ich bin bei der Enttäuschung grundsätzlich bei dir, die reale Entwicklung über mehrere Jahre schönzureden wäre schon wild. Aber ausgerechnet jetzt noch auf eine dauerhafte jährliche Verbesserung zu hoffen, ist leider bisschen Copium. Die letzte Runde war eher Schadensbegrenzung als der Start einer neuen goldenen Ära.

Man kann und soll bessere Abschlüsse fordern, keine Frage. Nur wer schon mit der Erwartung in die nächste Runde geht, dass der kumulierte Verlust jetzt zuverlässig wieder eingefangen wird, wird wahrscheinlich erneut geisteskrank enttäuscht. Tarifpolitik liefert meist Kompromisse und Nachlauf, keine rückwirkende Gerechtigkeit mit Zinsen. Fester Job und Tarifschutz sind trotzdem ein solides Fundament. Nicht perfekt, aber auch nicht komplett lost.