Bewerbung im ÖD - Gehaltswünsche angeben?

Begonnen von UNameIT2, 09.09.2026 13:35

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UNameIT2

Hallo,

wie ist eure Erfahrung? Ich möchte mich gerne in anderen Behörden bewerben. Sollte man die Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung angeben oder nicht? So nach dem Motto - "Aufgrund meiner Qualifikationen und Erfahrung stelle ich mir ein Jahresbruttogehalt von min. TVÖD E12 S4 vor. ?
Viele Stellen werden ja leider ohne Gehalt ausgeschrieben und ich würde gerne mir und dem Personaler die Zeit sparen, falls nicht das gleiche oder mehr drin ist. Wäre blöd mitten im Vorstellungsgespräch zu sitzen und zu hören, dass die Stelle aufgrund des Gehaltes nichts für einen ist.

SamFisher

Wünsche kann man immer angeben. Aber da die Bezahlung nur sehr bedingt an Qualifikation oder Erfahrungen hängen, muss man sich dann nicht wundern, wenn die Wünsche nicht beachtet werden.

Da würde ich lieber vorher nachfragen, dann kann man sich auch die Bewerbung sparen.

blondie

Ich kenne in unserer Behörde keine Stellenausschreibung ohne einen Hinweis auf die Eingruppierung nach TVL oder TVÖD

UNameIT2

Zitat von: SamFisher in 09.09.2026 13:39Wünsche kann man immer angeben. Aber da die Bezahlung nur sehr bedingt an Qualifikation oder Erfahrungen hängen, muss man sich dann nicht wundern, wenn die Wünsche nicht beachtet werden

Naja, wenn man jetzt E12 S4 bekommt, will man halt auch bei min. E12 S4 bleiben und nicht plötzlich bei einer E9a landen. Wie man es formuliert muss man dann natürlich noch schauen.

Hier in der Gegend gibt leider kaum einer die Eingruppierung an. Überall anzurufen und nach der Eingruppierung zu fragen, würde mich persönlich sehr nerven.

Rowhin

Angeben kann man vieles, eingruppiert wird man nach der freien Stelle. Man spart sich also im Zweifelsfall nur ein Bewerbungsgespräch - kann natürlich auch schon ein Gewinn sein.

Finde es aber auch sehr ungewöhnlich - habe im gesamten Bundesland hier noch nicht eine Stelle gesehen, bei der die EG nicht angegeben gewesen wäre.

Fettschwanzmaki

Zitat von: UNameIT2 in 09.09.2026 13:49Naja, wenn man jetzt E12 S4 bekommt, will man halt auch bei min. E12 S4 bleiben und nicht plötzlich bei einer E9a landen. Wie man es formuliert muss man dann natürlich noch schauen.

Hier in der Gegend gibt leider kaum einer die Eingruppierung an. Überall anzurufen und nach der Eingruppierung zu fragen, würde mich persönlich sehr nerven.

Bei soviel Kreativität hinsichtlich des Nicks wundert mich die Fragestellung nicht die Bohne. Als Nichtpersonaler würdest Du immer und auf Lebenszeit von mir maximal Stufe 2 bekommen. Das ist ja fast wie "Süße Sozialmaus" mit dem Hang zur Leitung.

Bundeslandübergreifend sehe ich bei allen kommunalen Stellenausschreibungen immer die jeweilige EG, wir sind ja nicht in der Privatwirtschaft oder bei "ich wünsch´ mir einen Ponyhof".

Wo ist denn "hier in der Gegend"? Gibt es hier eine aktuelle Stellenausschreibung online ohne EG-Nennung? Nur so als Beispiel?

Es steht Dir natürlich frei, mit Deiner "Qualifikation", die Dich sicherlich zu dieser Fragestellung inspiriert hat, mind. (!) E12 S4 zu "fordern", auch, wenn es sich nur um eine E9a-Stelle handelt. Viel Glück!

PiratJack1991

Zitat von: Fettschwanzmaki in 09.09.2026 15:53Gibt es hier eine aktuelle Stellenausschreibung online ohne EG-Nennung? Nur so als Beispiel?
Ich kann natürlich nicht für den Thread-Ersteller sprechen, aber auf karriere.nrw findet sich z.B. häufiger Straßen NRW, die dort keine Gehaltsstufe angeben, habe ich der Poststelle dort auch mal mitgeteilt (Mit meiner Privaten E-Mail-Adresse nicht mit meiner aktuellen Dienstlichen), geändert hat sich das nur bei einigen wenigen, wo es jetzt im Text drin steht.

Also Ja, sowas kann schon mal vorkommen.

Und meine persönliche Meinung ist, wenn gerade ein öffentlicher Arbeitgeber dies nicht angibt, so werde ich mich nicht auf diese Stelle bewerben. Ich habe im Hinterkopf, dass diese Angabe in Zukunft verpflichtend sein soll, kann mich da jemand aufschlauen.
Liebe Grüße
PiratJack1991

UNameIT2

#7
Zitat von: Fettschwanzmaki in 09.09.2026 15:53Bei soviel Kreativität hinsichtlich des Nicks wundert mich die Fragestellung nicht die Bohne. Als Nichtpersonaler würdest Du immer und auf Lebenszeit von mir maximal Stufe 2 bekommen. Das ist ja fast wie "Süße Sozialmaus" mit dem Hang zur Leitung.

Bundeslandübergreifend sehe ich bei allen kommunalen Stellenausschreibungen immer die jeweilige EG, wir sind ja nicht in der Privatwirtschaft oder bei "ich wünsch´ mir einen Ponyhof".

Wo ist denn "hier in der Gegend"? Gibt es hier eine aktuelle Stellenausschreibung online ohne EG-Nennung? Nur so als Beispiel?

Es steht Dir natürlich frei, mit Deiner "Qualifikation", die Dich sicherlich zu dieser Fragestellung inspiriert hat, mind. (!) E12 S4 zu "fordern", auch, wenn es sich nur um eine E9a-Stelle handelt. Viel Glück!


Wow - Fettschwanzmaki ist kreativer? Vielleicht die Frage beantworten, anstatt persönlich anzugreifen. Mal ein Hinweis, wir sind hier in einem anonymen Nutzerforum, am Ende möchte man sich so wenig identifizierbar machen wie möglich.

Gibt es im ÖD sogar sehr häufig:
https://jobs.berlinerstadtwerke.de/
https://www.harzenergie.de/stellenangebote
https://www.lmu.de/de/die-lmu/arbeiten-an-der-lmu/stellenportal/it-technik-und-labor/ -> hier haben nur ein Teil der Stellen auch Endgeldgruppen
https://www.sparkasse.de/jobboerse.html
etc.

Aber du würdest dich natürlich auf eine Stelle bewerben, egal ob du weniger verdienen würdest, als du jetzt verdienst oder nicht. Lass mal Geld und Zeit fürn Vorstellungsgespräch investieren, anstatt sowas im Vorhinein zu klären.

Rowhin

Zitat von: UNameIT2 in 10.09.2026 10:26https://www.lmu.de/de/die-lmu/arbeiten-an-der-lmu/stellenportal/it-technik-und-labor/ -> hier haben nur ein Teil der Stellen auch Endgeldgruppen

Interessant, dass Berlin tatsächlich hier durch Abwesenheit der Angaben glänzt. Bei den Kolleginnen und Kollegen der LMU ein paar Straßen weiter hätte es mich aber sehr überrascht. Hier versteckt sich die Angabe bei der einen vermeintlich "fehlenden" EGs aber lediglich in der konkreten Ausschreibung, da es sich um eine "bis zu" Angabe handelt. Die andere scheint tatsächlich aber gegen die dortige hausinterne Vorgabe der Angabe zu verstoßen.

SamFisher

Gibt es im ÖD sogar sehr häufig:
Zitat von: UNameIT2 in 10.09.2026 10:26Gibt es im ÖD sogar sehr häufig:
https://jobs.berlinerstadtwerke.de/
https://www.harzenergie.de/stellenangebote
https://www.lmu.de/de/die-lmu/arbeiten-an-der-lmu/stellenportal/it-technik-und-labor/ -> hier haben nur ein Teil der Stellen auch Endgeldgruppen
https://www.sparkasse.de/jobboerse.html

Das sind schlechte Beispiele, weil es sich außer bei der LMU nicht um Unternehmen "des" ÖD handelt, sondern um Unternehmen, die eine andere Rechtsform haben. Die können die Tarifverträge anwenden, müssen das aber nicht zwingend tun.

Zitat von: UNameIT2 in 09.09.2026 13:49Überall anzurufen und nach der Eingruppierung zu fragen, würde mich persönlich sehr nerven.

Mich würde es ja eher nerven, eine umfangreiche Bewerbung umsonst zu formulieren.

Kaffeekanzler

um direkt einen guten Eindruck zu machen, könntest du aufgrund der geltenden Entgelttransparenzrichtlinie darum bitten, dir das Einstiegsgehalt oder die Gehaltsspanne zu nennen  ;)

UNameIT2

Zitat von: SamFisher in 10.09.2026 13:00Gibt es im ÖD sogar sehr häufig:
Das sind schlechte Beispiele, weil es sich außer bei der LMU nicht um Unternehmen "des" ÖD handelt, sondern um Unternehmen, die eine andere Rechtsform haben. Die können die Tarifverträge anwenden, müssen das aber nicht zwingend tun.

Mich würde es ja eher nerven, eine umfangreiche Bewerbung umsonst zu formulieren.

Das sind alles Unternehmen des öffentlichen Dienstes - gut LMU ist TV-L , die beiden Stadtwerke TV-V und die Sparkasse TVÖD-S. Und gehört abgesehen vom TV-L alles tariflich zusammen.

Am Ende wird einem tatsächlich wahrscheinlich nichts anderes übrigbleiben als entweder anzurufen oder in der Bewerbung die aktuelle Entgeltgruppe reinzuschreiben.

Warnstreik

Wie schon gesagt: Vor der Bewerbung mal anrufen und zwei-drei Fragen stellen hat noch nie geschadet. Da darf gerne die Frage nach der Eingruppierung der Stelle mit dabei sein.

Fettschwanzmaki

Zitat von: UNameIT2 in 10.09.2026 10:26Wow - Fettschwanzmaki ist kreativer? Vielleicht die Frage beantworten, anstatt persönlich anzugreifen. Mal ein Hinweis, wir sind hier in einem anonymen Nutzerforum, am Ende möchte man sich so wenig identifizierbar machen wie möglich.

Zumindest etwas kreativer als einen bereits bestehenden Nick zu nutzen und einfach eine "2" dahinter zu setzen. Außerdem scheidet die "2" sowie die "7" sowieso aus, aber das ist eine andere Geschichte, vllt. auch nur eine "Geschmacksfrage". In meinem Job unterschreibe ich immer mit Fettschwanzmaki, ich bin für Klarnamen!

Aber ich gebe Dir recht: das war evtl. etwas drüber, sicher Nachwehen der Sturmabteilung. Des einen Freud, des anderen Leid... solltest Du auf eine schmale Entschuldigung bestehen, bekomme ich das sicher auch irgendwie hin.

ZitatGibt es im ÖD sogar sehr häufig:
https://jobs.berlinerstadtwerke.de/
https://www.harzenergie.de/stellenangebote
https://www.lmu.de/de/die-lmu/arbeiten-an-der-lmu/stellenportal/it-technik-und-labor/ -> hier haben nur ein Teil der Stellen auch Endgeldgruppen
https://www.sparkasse.de/jobboerse.html

Bei und in Berlin wundert mich nichts mehr, "harzenergie" habe ich kurz reingeschaut (eher nicht die "klassische" Verwaltung, aber gut), LMU habe ich mir gespart und bei der Sparkasse habe ich im Fließtext sogar "EG9c" lesen können.

Endstufe und Entgeld sind dabei ja immer zu berücksichtigen... diese Unterscheidung war mir noch wichtig.

ZitatAber du würdest dich natürlich auf eine Stelle bewerben, egal ob du weniger verdienen würdest, als du jetzt verdienst oder nicht. Lass mal Geld und Zeit fürn Vorstellungsgespräch investieren, anstatt sowas im Vorhinein zu klären.

Im öD ist man es gewohnt, seine Fähigkeiten unter Wert verkaufen zu müssen.

Neben der Tatsache, dass manche "Leistungsträger" sogar wieder einen Schritt zurückgehen, weil sie auf das Hamsterrad immer weniger Bock haben (kalte Progression usw.), würde ich natürlich Kontakt zu der betreffenden PA aufnehmen, um die fehlende Einstufung erfragen zu können - das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass diese "Unternehmen" tarifgebunden sind.

Es ist selbstredend Zeit- und Ressourcenverschwendung, wenn man erst im Gespräch mitgeteilt bekommt, wie die Stelle denn eingruppiert ist.

Kurz: anrufen oder per Mail nachfragen und sich dabei über die Inkompetenz der PA echauffieren, evtl. gleich dorthin verbinden lassen und mal kurz aufwecken.

Vollstrecker

Zitat von: Fettschwanzmaki in 10.09.2026 16:03[...]
Im öD ist man es gewohnt, seine Fähigkeiten unter Wert verkaufen zu müssen.
[...]



Gefühlt lese ich diesen Satz hier in letzter Zeit sehr oft von sehr vielen verschiedenen Personen. Ja, ich könnte tatsächlich auch auf den Markt "da draußen" und meine Kollegen und Kolleginnen dort verdienen auch nicht selten mehr. Aber wenn ich deren Berichte höre, sehe ich nicht, dass ich mich unter Wert verkaufe. Ganz im Gegenteil.

Wenn die erzählen, in welchem Umfang die arbeiten, über das Ausmaß berichten oder auch über den Druck und den Aufwand, dann denke ich mir, dass mir das alleine schon nicht ein paar Euro mehr wert sei. Ganz abgesehen davon, dass die Stellen oft kein großes Schutzschild mehr haben. Keine Leistung = Auf Wiedersehen. Deine Nase finde ich heute irgendwie doof = Auf Wiedersehen. Zu oft krank? Chronisch krank? = Auf Wiedersehen. Deine Kollegen mögen dich irgendwie nicht = Auf Wiedersehen. Und so weiter und so weiter... ;)

Natürlich sehr polemisch, aber da ist was dran. Ich hatte mal überlegt, für eine Bank tätig zu werden. Mehr Geld, Bonis möglich, Dienstwagen mit Privatnutzung und Tankkarte. Dann kam rechtzeitig ein Seminar und ich lernte da Menschen meiner Gattung von "da draußen" kennen. Ja, die hatten auch ähnliche Vorzüge. Aber die erzählten auch, was die dafür leisten müssen. Und nicht ich habe interessiert nach Details gefragt, sondern die mich. Die hatten nämlich großes Interesse in den ÖD zurückzukommen bzw. zu kommen.

Sowas häuft sich, nicht erst seit Corona, auch immer mehr. Man wundert sich über Leute und deren Lebensläufe, warum die sich für den ÖD bewerben. Dann kommen die und dann erzählen die. Und dann kann man es verstehen und für mich fühlt es sich nur noch ganz, ganz selten so an, als sei ich dumm und würde mich unter Wert verkaufen. Ich denke, ich habe alles richtig gemacht. Schaut nicht nur auf Nettosummen und Bonis.  ;)