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#1
Zitat von: DeltaR95 in Heute um 16:07Irgendwer muss den Frust halt immer abbekommen ;) Die Ministerialzulage wird ja nicht ohne Grund auch als Schmerzensgeld bezeichnet.

Ich denke, die meisten hier fragen sich (zu recht, weil eben keine Informationen nach außen dringen), wieso aus einem Beamtenapparat - und ein solcher ist ein Ministerium nun einmal - solche "offensichtlich verfassungswidrigen Gesetzesentwürfe" nach außen dringen. Ob da Beamte remonstriert haben oder nicht, ist nicht öffentlich bekannt, und hoffentlich stimmst du mir zu, gerade in Leitungsnähe (sei es Konzern oder Behörde) wird die Anzahl an "willfährigen Objekten" schnell höher als die der "förderungswürdigen Subjekte" - verzeih' mir diese Binsenweisheit aus der Vergangenheit.

Natürlich könnte man jetzt mit aller Trennschärfe und Vermutungen herausarbeiten - im Sinne von "[...] meine Kritik betrifft ausdrücklich dann nicht die Arbeitsebene im Referat, sofern diese nur auf Weisung von oben gehandelt und entsprechend remonstiert haben. Sollte dem aber nicht so sein, erhebe ich folgende Kritik an der Arbeitsebene ...!" -  wer, wann, wo unter welcher Fallkonstellation nun "Schuld" für die Verzögerung ist oder nicht. Deshalb schreibe ich immer "Gesamtschau und Gesamtbewertung BMI".

Egal, wo man Kritik übt, Kollateralschäden gibt es leider immer. Damit musste ich lernen, klarzukommen und andere werden das auch schaffen.  ;)

Sry aber solange die Ministerialbeamten nicht auch mehrere hundert Überstunden haben, so wie viele meiner Kollegen, hält sich mein Mitleid echt in Grenzen.

Und das sich natürlich auch im Ministerium jeder selbst der nächste ist, kann man sich auch denken.
Wenn der Beamte im BMI die Wahl hat zwischen einem Entwurf der dem Willen der Politik und dessen Vorgesetzten folgt (und dadurch befördert wird), und einem Entwurf der genau die Bedingungen des BVerfG erfüllt bzw. den Mitarbeitern entgegenkommt, wird er stets die eigene Beförderung bevorzugen.
#2
Zitat von: Sputnik1978 in Heute um 14:39Warum geht des Thema eA in einem Großteil der Bundesländer (aktuell NRW) eigentlich so schnell und vergleichsweise geräuchlos über die Bühne?

Mir ist bewusst, dass auch in den Ländern nicht alle mit den Lösungen zufrieden sein werden, aber gerade in NRW hat sich hier in den letzten Jahren viel getan. Und die Haushaltsbelastung dürfte dort relativ betrachtet für den Dienstherrn eine größere Kröte sein, als im Bund.

Welche Kröte soll das in NRW sein? In NRW soll der FamZ 1 ersatzlos gestrichen werden und dafür werden alle Beamten großzügige 1,68% on top erhalten. Die Mietstufen werden wieder gestrichen, so dass als ab Mietstufe 4 Verluste einfahren werden. In NRW hat man es geschafft aus der Not (Urteil BVerfG) eine Tugend (Einsparungen und Besoldungskürzungen) zu machen.
#3
Zitat von: Libor in Gestern um 21:28Sorry, der Wert ist etwas geringer, Köln und Düsseldorf sind tatsächlich Mietstufe VI, nicht VII.

Die Berechnungsgrundlage ergibt sich aus Anlage 19.1 des Referenetentwurfs: https://oeffentlicher-dienst.info/pdf/nw/nw-d-18-5478.pdf

Beispiel: A12 mit bisherigem Familienzuschlag Stufe 4 und Mietstufe VI erhält 607,06 EUR monatlich.
Bei 15%-Abschmelzung jeweils zum 01.01. ergibt das 7 Jahre Zahlung und insgesamt 28.046,17 EUR.
Bei 10%-Abschmelzung jeweils zum 01.01. ergibt das 10 Jahre Zahlung und insgesamt 40.065,96 EUR.
Ich komme jetzt aber doch nochmal mit Mathematik bzw. vielleicht auch Interpretation oder auch Verständnis des Gesetzestextes.
Nach meiner Logik würde im ersten Jahr die Ausgleichszahlung um 10 bzw. 15% reduziert. Soweit, denke ich unstrittig.
Im Folgejahr würde jedoch nicht der gleiche Betrag reduziert, wie im ersten Jahr, sondern 10 bzw. 15% dessen was im Vorjahr als Ausgleichszahlung gezahlt wurde.
Bei dieser Vorgehensweise und unter Berücksichtigung der schon im Jahr 2027 entstehenden Lücke käme ich, für A12 und Familienzuschlag Stufe 1 jetzt, bei
15% auf eine Laufzeit von 19 Jahren und in Summe auf einen Verlust von 52.908,96€
10% auf eine Laufzeit von 29 Jahren und in Summe auf einen Verlust von 49.190,52€
Natürlich immer vorausgesetzt, dass man dann überhaupt noch lebt.

Edit: Überraschender Weise fällt der Verlust für A11 bei 10% etwas geringer und bei 15% etwas höher aus.
#4
Zitat von: Durgi in Heute um 15:27Ich raeume allerdings gerne ein, dass meine Vehemenz der letzten Tage etwas unverhaeltnismaessig ausgefallen sein mag. Mich stoert zunehmend, wie unbekuemmert hier aus einem unbefriedigenden politischen Ergebnis auf die vermeintliche Untaetigkeit oder gar Unfaehigkeit der ministeriellen Fachebene geschlossen wird. Da fuehle ich mich bisweilen durchaus berufen, eine Lanze fuer jene Kollegen (aus welchem Ministerium auch immer) zu brechen, deren Arbeit sich der oeffentlichen Wahrnehmung weitgehend entzieht....und auch entziehen muss!

Irgendwer muss den Frust halt immer abbekommen ;) Die Ministerialzulage wird ja nicht ohne Grund auch als Schmerzensgeld bezeichnet.

Ich denke, die meisten hier fragen sich (zu recht, weil eben keine Informationen nach außen dringen), wieso aus einem Beamtenapparat - und ein solcher ist ein Ministerium nun einmal - solche "offensichtlich verfassungswidrigen Gesetzesentwürfe" nach außen dringen. Ob da Beamte remonstriert haben oder nicht, ist nicht öffentlich bekannt, und hoffentlich stimmst du mir zu, gerade in Leitungsnähe (sei es Konzern oder Behörde) wird die Anzahl an "willfährigen Objekten" schnell höher als die der "förderungswürdigen Subjekte" - verzeih' mir diese Binsenweisheit aus der Vergangenheit.

Natürlich könnte man jetzt mit aller Trennschärfe und Vermutungen herausarbeiten - im Sinne von "[...] meine Kritik betrifft ausdrücklich dann nicht die Arbeitsebene im Referat, sofern diese nur auf Weisung von oben gehandelt und entsprechend remonstiert haben. Sollte dem aber nicht so sein, erhebe ich folgende Kritik an der Arbeitsebene ...!" -  wer, wann, wo unter welcher Fallkonstellation nun "Schuld" für die Verzögerung ist oder nicht. Deshalb schreibe ich immer "Gesamtschau und Gesamtbewertung BMI".

Egal, wo man Kritik übt, Kollateralschäden gibt es leider immer. Damit musste ich lernen, klarzukommen und andere werden das auch schaffen.  ;)
#5
Zitat von: Pumpe14 in Heute um 15:55Lamborghini ist doch n Traktoren Hersteller

Ja, aber das erklärt noch nicht, ob ich passende Traktorfelgen für den Lambo (z.B. Countach) bestellen kann. Denn über eins bin ich mir ziemlich sicher, die aA, wenn sie so in ungefähr 1.000 Jahren kommt, wird niemals für eine Sonderanfertigung reichen.  ;)  ;D  8)
#6
TVöD Kommunen / Aw: Teilrente, lohnt sich das?
Letzter Beitrag von ich1974 - Heute um 16:02
Was ist der Unterschied zu einer 100% Rente und weiterarbeiten? Außer Anspruch auf Krankengeld?
#7
Zitat von: PolareuD in Heute um 15:42Vielleicht solltest du deinen Avatar in Dr. Evil oder Minimi ändern.  ;)

P.S.: Ich versuche immer noch herauszufinden, ob man Traktorfelgen zum Lambo dazubestellen kann. Wenn ich dann zu Staub und Asche verfallen bin, können meine fernen Nachfahren die richtige Bestellung für mich postum aufgeben.  ;D



Lamborghini ist doch n Traktoren Hersteller
#8
allgemeine Diskussion / Aw: Bildungs-Reparaturbetrieb ...
Letzter Beitrag von FGL - Heute um 15:49
Zitat von: WimmelbuchLeser in Gestern um 20:35Ich habe das Gefühl, dass viele Lehrer ihren eigentlichen Lehrauftrag komplett nach Hause abwälzen.
Wenn viele Eltern ihren Erziehungsauftrag auf die Schule abwälzen, dann hat diese weniger Ressourcen für den Kernbereich ihres Auftrags.
#9
Neuer Artikel im Staatsanzeiger:

Wenn die Kitas schließen oder der Müll auf der Straße liegen bleibt
Die Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Während Dienstherren sich lange bitten lassen, bevor sie Urteile zur Beamtenbesoldung umsetzen, werden sie schnell mürbe, wenn die Kitas schließen oder der Müll auf der Straße liegen bleibt. Das wissen die Gewerkschaften, insbesondere Verdi, und richten ihre Tarifforderungen seit Jahren regelmäßig an den Interessen der Tarifbeschäftigten aus. Und da es unter ihnen viele gibt, die vergleichsweise wenig verdienen, führen die Tarifabschlüsse in der Regel dazu, dass ihre Gehälter prozentual stärker steigen als die der Beamten, auf die der Abschluss übertragen wird . Denn Beamte sind in ihrer Mehrzahl auf der Gehaltsskala höher angesiedelt.

Aus dieser Falle käme man nur heraus, wenn Beamte streiken dürften, aber das will der Staat nicht, und zumindest der Beamtenbund als ihr wichtigster Interessenverband lehnt dies ebenfalls ab. Die einzige Hoffnung, auf die Standesorganisation setzt, sind immer neue, immer strengere Gerichtsurteile, die derart klare Regeln ziehen, dass kein Schlupfloch bleibt.

Hunderttausende von Widersprüchen stapeln sich, 70 Verfahren warten in Karlsruhe
Und die Hoffnung ist nicht unberechtigt. Hunderttausende von Widersprüchen wurden bei den Dienstherren eingelegt. 70 Verfahren liegen in Karlsruhe zur Entscheidung vor. Es könnte also sein, dass das Bundesverfassungsgericht, das seit 2015 vier richtungsweisende Urteile gefällt hat und dabei die Kriterien immer griffiger formuliert hat, noch härter durchgreift. Und dass dem Bund und den Ländern irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als ihre Beamten leistungsgerecht zu bezahlen.

Sicher ist dies allerdings nicht. Und so bleibt vielleicht noch ein anderer Ausweg. Wie wäre es, wenn man den Stellenaufwuchs stoppte, ja vielleicht sogar Stellen abbaute? Wie wäre es, wenn nur noch diejenigen Beamte würden, die nun wirklich nicht streiken sollten, also etwa Polizisten und Staatsanwälte? Alle anderen, etwa die Lehrer, könnten sich den Lohn auf der Straße und am Verhandlungstisch erstreiten. Das wäre anstrengend, würde aber das Leistungsprinzip stärken, das ja laut Grundgesetz auch im öffentlichen Dienst gilt.

#10
Zitat von: Durgi in Heute um 15:23Muhaha! 8)

Vielleicht solltest du deinen Avatar in Dr. Evil oder Minimi ändern.  ;)

P.S.: Ich versuche immer noch herauszufinden, ob man Traktorfelgen zum Lambo dazubestellen kann. Wenn ich dann zu Staub und Asche verfallen bin, können meine fernen Nachfahren die richtige Bestellung für mich postum aufgeben.  ;D