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offene Foren => Beamte des Bundes und Soldaten => Thema gestartet von: Tiga am 26.06.2020 07:45

Titel: Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 26.06.2020 07:45
Ich bin Beamter im mittleren Dienst bei der Telekom. Mein halbes Berufsleben (20 Jahre) arbeite ich auf höherwertigen Posten. Die letzten 10 Jahre sogar auf einer A15 Bewertung. Ich bin auch nicht unzufrieden, denn ich werde gemäß meinen Aufgaben bezahlt, analog zu vergleichbaren Angestellten und Beamten im geh. Dienst (die auch beurlaubt sind wie ich) oder Beamten im höheren Dienst. Hier wird eine Gleichbehandlung gewährleistet. Anders ist es wenn ich in den Ruhestand gehe. Hier bekommen Beamte im geh. und höheren Dienst eine angemessene Pension gemessen an den Aufgaben im Berufsleben. Der Angestellte bekommt eine Rente und auch hier ist eine Vergleichbarkeit gegeben, durch eine Betriebsrente aus dem Kapitalkontenplan (KKP) die dazu führt das die Gesamtrente vergleichbar ist mit den Pensionen der Beamten im geh. oder höheren Dienst. Dadurch ist auch hier die Gleichbehandlung gewährleistet.
Anders bei mir als Beamter im mittlerne Dienst. Ich falle zurück auf die Beamtenpension des mittleren Dienstens. Es wird hier bewusst in Kauf genommen, dass ich im Ruhestand bis zu 1.000 Euro weniger Rente pro Monat bekomme im Vergleich zu anderen Versorgungsempfängern. Bei gleicher Tätigkeit im Berufsleben!

Weiß hier jemand Rat?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Funker am 26.06.2020 08:22
Das war schon mal Thema in dem anderen Forum
https://www.beamtentalk.de/viewtopic.php?f=7&t=10619
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 26.06.2020 08:35
Ich weiß. Ich will sehen ob in diesem Forum noch weitere Tipps und Ideen entstehen.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Schmitti am 26.06.2020 09:32
(die auch beurlaubt sind wie ich)
?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 26.06.2020 10:32
Weiß hier jemand Rat?
Besteht keine Möglichkeit,sich für ein Aufstiegsverfahren (zumindest in den g. D.) zu qualifizieren? Kenne mehrere Kollegen bei Post(bank) und Telekom, die auf diese Weise zumindest einen Großteil der Versorgungslücke schließen. Im Übrigen nutzen die auch alle den Großteil der Deferred Compensation zur privaten Vorsorge.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 26.06.2020 10:35
(die auch beurlaubt sind wie ich)
?
In-sich-beurlaubt.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Schmitti am 26.06.2020 10:40
Ach ja, Telekom und so...
Danke
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 26.06.2020 13:01
Aufstiegsverfahren gibt es schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr bei Telekom.
Defence Competition geht nicht bei in-sich-beurlaubten Beamten :-(
Ich sehe keine Chance, deshalb suche ich ja hier Hilfe.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 26.06.2020 15:09
Wenn Ihr keine Aufstiegsverfahren mehr durchführt, würde ich mal bei der neuen Chefin der BAnst PT vorsprechen. Die sollte Verständnis dafür haben und wollte selbst ja auch nicht für Regelbezüge anfangen.

Du bist Dir wirklich ganz sicher, dass die Telekom bei Beamten für Bonuszahlungen keine Entgeltumwandlung vorsieht?

Die Option der Nachholung eines Studienabschlusses und Einstellung in den h. D. einer anderen Behörde wirst Du sicherlich ausschließen wollen...
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 29.06.2020 06:49
Danke für die Ideen.
Ja, das wäre auch noch eine Option bei der BAnst PT nachzufragen was man dort von der Situation hält.

Es ist schon sehr frustrierend, das man noch nicht einmal eine Chance bekommt den Aufstieg zu versuchen. Offiziell heißt es nur die Telekom hat keinen Bedarf. Was heißt keinen Bedarf? Es gibt noch ca. 20.000 Beamte.

Man kann schon Bonuszahlungen als Entgeltumwandlung anlegen. Die genaue Höhe weiß ich im Moment nicht. Allerding sehe ich das nicht als Lösung an. Warum muss ich etwas zur Seite legen, wenn es kein anderer der den gleiche Job hat machen muss. Für Angestellte zahlt nur der Arbeitgeber in der Kapitalkontenplan ein.

Für ein Studium ist es jetzt zu spät. Da bin ich zu alt. Ich hätte es vielleicht früher man versuchen können, aber ich hatte mich auf meine Aufgaben im Berufsleben konzentriert und verrucht dort "Karriere" zu machen. Und ich finde das hat auch geklappt. Ich bin auch voll zufrieden.

Es will nur nicht in meinen Kopf warum ich im Ruhestand bestraft werde. Der Angestellte bekommt eine Rente +Betriebsrente. Der Beamte im geh. Dienst bekommt eine angemessene Pension, für die Tätigkeiten die er im Berufsleben geleistet hat. Ich bekomme eine Pension auf Grundlage von Tätigkeiten die ich wärend meines Berufslebens nicht ausgeübt habe.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 29.06.2020 07:10
Es ist schon sehr frustrierend, das man noch nicht einmal eine Chance bekommt den Aufstieg zu versuchen. Offiziell heißt es nur die Telekom hat keinen Bedarf. Was heißt keinen Bedarf? Es gibt noch ca. 20.000 Beamte.

Ich würde als AG auch versuchen die Kosten möglichst gering zu halten. Warum sollte ich freiwillig mehr zahlen? Wenn du  mehr willst, wirst du dich wohl irgendwie durchklagen müssen.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Asperatus am 29.06.2020 07:28
Dass Beamte in einem Amt der Laufbahngruppe des mittleren Dienstes entsprechend eines Amtes verwendet werden, dass der Besoldungsgruppe A 15 zugeordnet ist, ist zumindest außerhalb der Nachfolgebehörden der ehemaligen Deutschen Bundespost sicherlich kein Regelfall.

Vielleicht sollte hier die zuständige Personalvertretung um Rat gefragt werden? Ggf. könnte man auch eine Interessenvertretung (Gewerkschaft) einschalten?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 29.06.2020 08:37
Die Kosten niedrig zu halten auf dem Rücken der Beschäftigten? Das ist nicht fair und sollte auch nicht rechtens sein.

Ich hatte schon Kontakt zu mehreren Personalvertretungen. Leider ohne Erfolg. Keiner ist bereit zu unterstützen bzw. man sagt mir noch das ich doch froh sein soll über alle Vorteile die ich genießen darf. Ein Anwalt hat mir geraten zu klagen. Ich befürchte allerdings Nachteile wenn ich es machen, zumal ich ja noch in der Position bin und meinen Job gerne mache.

Ja, es ist sicherlich sehr selten und natürlich auch ein Post/Telekom Phänomene, das so etwas möglich ist. Trotzdem muss es doch eine Lösung geben mit der alle leben können.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 29.06.2020 09:31
Ja, es ist sicherlich sehr selten und natürlich auch ein Post/Telekom Phänomene, das so etwas möglich ist. Trotzdem muss es doch eine Lösung geben mit der alle leben können.

Eventuell können ja alle außer dir damit leben. Es gibt nun mal keinerlei Gründe dir und deinesgleichen mehr als gesetzlich nötig zu zahlen. Die Telekom oder auch der Staat sind nicht die Heilsarmee.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 29.06.2020 10:58
Dass Beamte in einem Amt der Laufbahngruppe des mittleren Dienstes entsprechend eines Amtes verwendet werden, dass der Besoldungsgruppe A 15 zugeordnet ist, ist zumindest außerhalb der Nachfolgebehörden der ehemaligen Deutschen Bundespost sicherlich kein Regelfall.
Ist eine In-sich-Beurlaubung jenseits von Post(bank), Telekom, Bahn und BA eigentlich möglich (gewesen)?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 29.06.2020 11:10
Ich habe mal davon gehört das auch Professoren sich beurlauben lassen um zeitweise in der Privatwirtschaft zu arbeiten. Das ist aber eine ganz andere Liga und ich weiß nicht was der wirkliche Unterschied zur In-sich- Beurlaubung ist.

Scheinbar bin ich der einzige der sich damit unwohl fühlt und dann ist es mein Problem. Trotzdem danke für die Bemerkungen und Tipps. Ich sehe das immer wieder als sehr wertvoll an auch andere Meinungen zu lesen.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 29.06.2020 11:23
Ja, das wäre auch noch eine Option bei der BAnst PT nachzufragen was man dort von der Situation hält.
(...)
Es will nur nicht in meinen Kopf warum ich im Ruhestand bestraft werde. Der Angestellte bekommt eine Rente +Betriebsrente. Der Beamte im geh. Dienst bekommt eine angemessene Pension, für die Tätigkeiten die er im Berufsleben geleistet hat. Ich bekomme eine Pension auf Grundlage von Tätigkeiten die ich wärend meines Berufslebens nicht ausgeübt habe.
Ich würde bzgl. der Aufstiegsverfahren tatsächlich auf die BAnst PT zugehen - sowohl auf das Haus als auch auf den HPR. Im Bereich der Bahn ist das BEV ein zugänglicher und interessierter Ansprechpartner.

Im Übrigen sieht der Gesetzgeber in Fällen wie Deinem keinen Handlungsbedarf. Noch in 2007 steht in der Begründung zum DRAnpGBA:
"Die Versorgung kann durch die Beurlaubung im Vergleich zu den in der entsprechenden Tätigkeit beschäftigten Statusbeamtinnen und Statusbeamten entsprechend niedriger sein. Die Beamtin oder der Beamte ist zur Vermeidung von Versorgungslücken darauf verwiesen, ggf. eine private Zusatzversicherung abzuschließen."
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Casiopeia1981 am 29.06.2020 20:27
Das Konstrukt der Insichbeurlaubung ist eigentlich mit den hergebrachten Grundsätzen des Beamtentums nicht vereinbar, deswegen gibt es für die von 2strong aufgeführten Fälle eine eigenständige gesetzliche Ermächtigung. Darüberhinaus sollte es nicht zulässig sein.

Wohlgemerkt: Ich rede von Insichbeurlaubung und Beschäftigung beim selben Dienstherrn. Erlaubt ist ein Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge und gleichzeitiger Beschäftigung bei einem Arbeitgeber im öffentlichen Interesse. Das ist aber dann aber eine Beschäftigung außerhalb des Dienstherrn.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 30.06.2020 06:59
Meines Wissen ist die Insichbeurlaubung auch z.B.: bei der Bundesagentur für Arbeit für eigene Mitarbeiter angeboten worden. Ich kann nicht bewerten ob es ggf. auch weitere Behörden probiert haben.
Ungünstig ist nur wenn hauptsächlich der Arbeitgeber profitiert. Wie in meinem Fall: Ich bekomme zwar den gleichen Lohn wie Angestellte, habe auch noch meine Sicherheiten aus dem Beamtentum. Mein Arbeitgeber zahlt aber nur einen geringen Satz in die Versorgungskasse und muss mir auch keine Betriebsrente zahlen. damit bin ich "günstiger" als alle anderen Arbeitnehmer oder Beamte im geh. Dienst.
Mir geht es hauptsächlich darum im Ruhestand gleichbehandelt zu werden wie jetzt in der aktiven Zeit.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 30.06.2020 07:17
Bekommt man die Besoldung nach (z.B) A oder bekommt man das höhere Angestellten Brutto?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 30.06.2020 07:47
Mir geht es hauptsächlich darum im Ruhestand gleichbehandelt zu werden wie jetzt in der aktiven Zeit.

Wenn ich es richtig verstehe ist doch die Ungleichbehandlung die, dass du nicht in einem höheren Statusamt kommst.
Das du jetzt höherwertige Dinge tust, dafür auch mehr Geld bekommst (als du bei einem verbleib in einem "normalen" Amt je bekommen hättest, wenn du nicht den Aufstieg gemacht hättest)
Wenn du gleich behandelt worden wärst wie die anderen Kollegen aus dem mD, dann würdest du natürlich nicht Tätigkeiten (und Bezahlung) eines höheren Dienstes bekommen, warum bist du nicht gegen diese Ungleichbehandlung angegangen und hast dich darauf eingelassen?

btw: Bei uns sind einige A9er die definitiv A12er Tätigkeiten machen und mit dem Z abgespeist werden, weil sie die Möhre des Aufstiegs vor der Nase haben.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 30.06.2020 08:32
Die Regelung sieht so aus, das man als insichbeurlaubter Beamter ein Angestelltengehalt bekommt, das um 15% geringer ist als das eines "echten" Angestellten. Das hat damit zu tun, dass der ISB Beamte keine Sozialabgaben (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung) zahlen muss. Krankenkasse und Pflegeversicherung bleiben. Somit ist annähernd gesichert, das beide Beschäftigungsgruppen einen vergleichbaren Lohn haben. Natürlich gibt es Unterschiede, je nach dem wie lange man den Job macht.
Daher bin ich mit der Situation in der aktiven Phase komplett zufrieden. Meines Erachtens gibt es keine Ungleichbehandlung.
Im Ruhestand sieht es dann leider anders aus. Ich falle sozusagen zurück auf die Versorgung eines Beamten im mittl. Dienst.
Ich will noch nicht einmal erreichen das ich den Aufstieg bekomme (das wäre schon zu spät für mich). Ich will nur eine Ausgleichszahlung im Ruhestand. Egal ob von der Telekom oder dem Bund. Für meine Leistungen in höherer Position über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 30.06.2020 08:58
Nur damit ich diese missliche Situation richtig verstehe:
Du hast durch die Situation die Chance bekommen mehr Geld zu erhalten als du als mD Beamter bekommen hättest, ohne das du einen Aufstieg machen musstest und möchtest jetzt als Pensionär so gestellt werden, als ob du den Aufstieg gemacht hättest?
Bzw. so gestellt werden wie die angestellten Kollegen, obwohl du dich dagegen entschieden hast den selben Status wie diese einzunehmen?
Und dir fällt jetzt leider auf, dass du bzgl. deiner Altersversorgung etwas von dem mehr an Geld was du erhalten hast, hättest zurücklegen müssen, damit du im Ruhestand nicht nur auf der Pension deinen Statusamtes angewiesen bist (s. Hinweis von 2Strong).

Du akzeptierst die Ungleichbehandlung zwischen deiner aktuellen Position und der des Angestellten zur aktiven Zeit, willst die Konsequenz aber nicht akzeptieren, die sich daraus in der Rentenzeit ergibt?
Konntest du nicht ins Angestelltenverhältnis wechseln, damit diese zur Ungerechtigkeit nicht eintritt?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 30.06.2020 15:35
Ich sehe es etwas anders.
In der aktiven Phase bin ich mit "normalen" Angestellten gleichgestellt. Ich bin insichbeurlaubt und bekomme für meine höherwertige Tätigkeit eine angemessene Vergütung die vergleichbar ist mit dem Angestelltengehalt.
Ich habe nicht studiert also habe ich nicht die Voraussetzung um einen Dienstposten im geh. oder höheren Dienst anzunehmen und kann nur auf diesem Wege eine höherwertige Tätigkeit übernehmen.
In der Phase des Ruhestandes werde ich so behandelt als ob ich mein gesamten Berufsleben Beamter im mittl. Dienst war. Das finde ich nicht gerecht. Und warum soll/muss ich in der aktiven Phase vorsorgen wenn es der Angestellte nicht muss? Für Angestellt zahlt der Arbeitgeber und nur der Arbeitgeber in einen Kapitalkontenplan ein der dann im Ruhestand ausgezahlt wird. Für mich werden lediglich Versorgungsabschläge zurückgelegt.

Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will nicht besser behandelt werden als Angestellt. Ich verlange nicht mehr Pension als ein Angestellter bekommt ich möchte nur gleichbehandelt werden oder zumindest eine Anerkennung der Leistungen im Berufsleben.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 30.06.2020 15:43
In der Phase des Ruhestandes werde ich so behandelt als ob ich mein gesamten Berufsleben Beamter im mittl. Dienst war. Das finde ich nicht gerecht.

Gab es nicht die Möglichkeit, sich aus dem Beamtenverhältnis entlassen zu lassen? Dann wärst Du doch mit einem "normalen" Angestellten gleichgestellt.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 30.06.2020 21:14
Ich sehe es etwas anders.
In der aktiven Phase bin ich mit "normalen" Angestellten gleichgestellt. Ich bin insichbeurlaubt und bekomme für meine höherwertige Tätigkeit eine angemessene Vergütung die vergleichbar ist mit dem Angestelltengehalt.
Ich habe nicht studiert also habe ich nicht die Voraussetzung um einen Dienstposten im geh. oder höheren Dienst anzunehmen und kann nur auf diesem Wege eine höherwertige Tätigkeit übernehmen.
Du findest also ungerecht, dass du mehr Geld verdienen durftest, als du als Beamte im mD hättest können, warst aber nicht bereit deinen Beamtenstatus aufzugeben?
Hast also gegenüber deinen angestellten Kollegen den Vorteil des Beamten mitgenommen und nicht bedacht, dass du weiterhin als mD in die Pension gehst.
Zitat
Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will nicht besser behandelt werden als Angestellt. Ich verlange nicht mehr Pension als ein Angestellter bekommt ich möchte nur gleichbehandelt werden oder zumindest eine Anerkennung der Leistungen im Berufsleben.
Dann hättest du Angestellter oder weiter Dinge des mD oder den Aufstieg machen müssen.
Dieser Weg ist ja nun mal en Zwitter mit Vorteilen zu den einen Zeiten und Nachteile zu den anderen.
Wenn es dir erst jetzt klar wurde, dann ist das in der Tat sehr ärgerlich für dich.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 07:41
Natürlich hätte die Möglichkeit bestanden aus dem Beamtenverhältnis auszusteigen. Das hätte allerdings finanzielle Nachteile mit sich gebracht, da der Arbeitgeber nur die geringen Beiträge eines Brutto Beamtengehalts in die Rentenkasse hätte nachzahlen müssen. Somit keine Lösung.

Vorteile eines Beamten. Ja ich habe mehr Gehalt. Es ist ja auch nicht mehr als gerecht für eine verantwortungsvollere Tätigkeit mehr Geld zu bekommen. Hätte jeder Beamte bei Telekom und Post machen können.

Aufstieg. Wenn dieser angeboten worden wäre. Hätte ich es ja versucht. Mir wurde diese Möglichkeit nicht gegeben. Angeblich kein Bedarf bei der Telekom.

Studieren. Ja hätte ich vor vielen Jahren machen können. Dann hätte ich nicht so viel Zeit und Engagement in meine Arbeit investiert und wäre heute nicht dort wo ich bin oder dann als Ingenieur an der gleichen Stelle. Und dann hätte ich auch die Pension die mir zusteht.
Wirklich blöder Fehler von mir. Ich sehe es ein.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 01.07.2020 08:12
Wirklich blöder Fehler von mir. Ich sehe es ein.
Dein einziger Fehler war mEn, dass du nicht bedacht hast, dass du das mehr, was du bekommen hast, in deine Altersversorgung hättest stecken sollen, sofern du dich nicht mit einer mD Pension zufrieden geben willst.
(So wie es ja schon vor Dekaden verkündet worden ist, siehe 2Strongs Anmerkung)

Wechsel ins Angestelltenverhältnis: Nein, weil ich dann jetzt mehr Rente hätte als ich Pension bekomme? Und deine Begründung ist, dass beim Übergang weniger in die Rente eingezahlt worden wäre als ein vergleichbarer Angestellter schon drin hätte? Und das weit vor der hälfte deines Berufslebens? Und jetzt beklagst du dich , dass es eben so ist wie es ist? Widerspricht sich etwas und klingt nach, damals nicht das Risiko eingehen wollend.
Verständlich, aber die Regeln waren ja klar.

Beamter bleiben: Mehr Netto haben als die vergleichbaren Angestellten und dieses nicht für die Altersversorgung nutzen? (hätte natürlich nicht bis zu einem A15 Pension gereicht, aber deinen jetzigen "Schaden" abgemildert.) Das war dann wohl eine Nachlässigkeit, die ärgerlich ist.

Aufstieg: Also bei uns wechseln die Beamten durchaus das Ressort und gehen dahin wo ein Aufstieg möglich ist, schade das dass dir nicht möglich war. Oder hast du das nicht ausprobiert, dich anderweitig umgesehen?

Studieren: Tja: jetzt hast du die bis zu A15 Tätigkeiten ohne Investition in deine Ausbildung oder Beamtenlaufbahn gemacht und bezahlt bekommen.  Keine Investion von dir = keine des AG in deine Altersversorgung. Ob das ein fairer Deal ist, mag ich nicht beurteilen.

Ich sehe das alles nicht als blöde Fehler, sondern jeweilige Entscheidungen, die du zurecht getroffen hast.
Klingt für mich, dass du bei allen diesen Entscheidungen dir jedoch nicht bewusst warst, dass du nur die mD Pension bekommst und diese späte Erkenntnis halt verständlicherweise nervig ist und dir jetzt auf die Füße fällt.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 08:23
Ich finde, du hast richtig Glück gehabt!

Ohne die Telekom-spezifische Sondersituation hättest du im mittleren Dienst die Tätigkeiten des mittleren Dienstes gemacht und mittlerer-Dienst-Besoldung bekommen. Jetzt stattdessen übernimmst du deutlich höherwertige Tätigkeiten für deutlich mehr Geld ohne dein Beamtenverhältnis aufzugeben.

Innerhalb der Beamtenwelt alleine wäre dies nicht möglich gewesen, ohne zumindest studieren zu gehen usw.

Und die Regelungen hinsichtlich deiner Altersabsicherung waren auch von Anfang an bekannt und haben sich nicht verändert, also auch hier keine bösen Überraschungen.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 01.07.2020 08:31
Ich finde, du hast richtig Glück gehabt!

Sehe ich eigentlich auch so. Um als Angestellter auf eine Netto Rente von 1900€ zu kommen, muss man einiges einbezahlt haben...
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 01.07.2020 08:48
Ich finde, du hast richtig Glück gehabt!

Sehe ich eigentlich auch so. Um als Angestellter auf eine Netto Rente von 1900€ zu kommen, muss man einiges einbezahlt haben...
Richtig:
Wenn man durchgängig seine ~40Jahre E13 TB ist, dann kommt man auf ca 2000€ Rente.
hat natürlich Abi gemacht, studiert und dann erst so mit 25 angefangen zu arbeiten und nen grossen Schuldenhaufen (wenn Papa nicht zahlt)
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 09:34
da hast du aber noch die VBL vergessen, die mit 1.700,-- dazukommt
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 09:45
Und genau das ist der Haken. Die VBL macht bei Angestellten die Sache rund und die Vergleichbarkeit zu Beamten A13.
Und genau das ist mein Problem. Der Angestellte bekommt 3.700 der Beamte bekommt vielleicht 4.200 und ich 2.100.

Und zum Thema ich hätte ja etwas zur Seite legen können. Was legt der Beamte im geh. Dienst zur Seite? Was der Angestellte?
Ich soll also in meiner aktiven Phase auf 1.000 Euro verzichten um im Alter annähernd gleichgestellt zu werden?

Ich darf keine Fernreisen machen? Kein neues Auto fahren oder in einem Einfamilienhaus wohnen?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Funker am 01.07.2020 09:51
Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will nicht besser behandelt werden als Angestellt. Ich verlange nicht mehr Pension als ein Angestellter bekommt ich möchte nur gleichbehandelt werden oder zumindest eine Anerkennung der Leistungen im Berufsleben.

Ich halte Ihr Ansinnen auf eine "Gleichbehandlung" für einen typischen Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Es liegt kein gleicher Sachverhalt vor, der eine Gleichbehandlung gebieten würde.

Das BAG hat in einem nach meiner Meinung zumindest ähnlichen Fall eines beurlaubten Beamten, der bei einem anderen Arbeitgeber als Angestellter beschäftigt wurde, im klageabweisenden Revisionsurteil vom 25.7.2000 – Az. 3 AZR 231/99 u.a. Folgendes ausgeführt:

" (…) Ein Anspruch auf betriebliche Altersversorgung ergibt sich weder aus dem Arbeitsvertrag, noch aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder betrieblicher Übung. Unstreitig gewährt die Beklagte Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung nur an solche Führungskräfte, die nicht zugleich den Beamtenstatus innehaben. (…) Auch vor dem Hintergrund des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots steht dem Kläger eine betriebliche Altersversorgung nicht zu. (…) Für die Anwendbarkeit des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes ist es erforderlich, dass eine Gruppenbildung vergleichbarer Arbeitnehmer möglich ist. Vergleichbar sind zwar zunächst nur solche Arbeitnehmer, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben (…). Stellt der Arbeitgeber jedoch eine weitergehende allgemeine Regel auf, so können auch Arbeitnehmer mit nicht vergleichbaren Tätigkeiten gleich zu behandeln sein (…). Somit konnte dahinstehen, welche Führungskräfte im Einzelnen konkret mit dem Kläger von der Art der Tätigkeit her vergleichbar sind. Entscheidend ist, dass die Beklagte nach ihrem eigenen Vortrag eine Regel dahingehend aufgestellt hat, dass Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ausschließlich an nicht beamtete Führungskräfte gewährt werden. Insoweit hat die Beklagte selbst eine Gruppenbildung von beamteten Führungskräften einerseits und nicht beamteten Führungskräften andererseits vorgenommen. Eine Ungleichbehandlung des Klägers innerhalb der Gruppe beamteter Führungskräfte durch die Beklagte trägt der Kläger selbst nicht vor und ist auch nicht ersichtlich. Eine Ungleichbehandlung findet unstreitig nur zwischen den beiden Vergleichsgruppen der beamteten und nicht beamteten Führungskräfte statt. (…)"


Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 01.07.2020 10:10
da hast du aber noch die VBL vergessen, die mit 1.700,-- dazukommt

1700€ sind ungefähr 40 Jahre in der E13/6 mit einer jährlichen Gehaltsteigerung von 1%.

Etwas unrealistisch oder?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 10:17
Und genau das ist der Haken. Die VBL macht bei Angestellten die Sache rund und die Vergleichbarkeit zu Beamten A13.
Und genau das ist mein Problem. Der Angestellte bekommt 3.700 der Beamte bekommt vielleicht 4.200 und ich 2.100.

Und zum Thema ich hätte ja etwas zur Seite legen können. Was legt der Beamte im geh. Dienst zur Seite? Was der Angestellte?
Ich soll also in meiner aktiven Phase auf 1.000 Euro verzichten um im Alter annähernd gleichgestellt zu werden?

Ich darf keine Fernreisen machen? Kein neues Auto fahren oder in einem Einfamilienhaus wohnen?

Genau dieser Sachverhalt war dir bekannt. Du hattest also die Wahl, dich für das Beamten- oder Angestelltenverhältnis zu entscheiden. Beides hat Vor- und Nachteile. Das beste aus beiden Welten zu wählen ohne die jeweiligen Nachteile in Kauf zu nehmen wäre schön, aber lebensfremd.

Kurzum: Dir wird ermöglicht, gD-Tätigkeiten und gD-Entgelt ohne Laufbahnbefähigung zu übernehmen. Änderungen bei der Pension ergeben sich zum ursprünglichen Status nicht.

Insoweit sehe ich gar keinen Nachteil, sondern ausschließlich eine Verbesserung. Freu dich doch über die angebotene Möglichkeit, die für alle anderen Beamten nicht besteht.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 10:20
da hast du aber noch die VBL vergessen, die mit 1.700,-- dazukommt

1700€ sind ungefähr 40 Jahre in der E13/6 mit einer jährlichen Gehaltsteigerung von 1%.

Etwas unrealistisch oder?

Ich habe 40 Jahre E 13/3 mit einer jährlichen Gehaltssteigerung von 2 % angenommen. Dies entspricht dem Beispiel von @WasDennNun.
Finde ich durchaus realistisch, nach abgeschlossenem wissenschaftlichen Hochschulstudium noch mindestens 40 Jahre zu arbeiten.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 10:57
Es würde mir helfen, wenn ich den gesamten Gesetzestext lesen könnte. Wo kann ich mir den herunterladen?

Ich befürchte, dass der Beamte sich hier besserstellen wollte. Er hat ggf. schon eine A12 oder A13 Bewertung und möchte zusätzlich einen Zuschlag. Damit wäre er gegenüber Angestellten bessergestellt. Bei mir geht es darum mich anzunähern.

Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Mayday am 01.07.2020 12:25
Und genau das ist der Haken. Die VBL macht bei Angestellten die Sache rund und die Vergleichbarkeit zu Beamten A13.
Und genau das ist mein Problem. Der Angestellte bekommt 3.700 der Beamte bekommt vielleicht 4.200 und ich 2.100.

Nach 40 Dienstjahren wären das aktuell mit A9Z ohne Familienzuschlag aber doch rund 2.900 Euro brutto.  ???
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 13:28
Ja, wie schon gesagt zwischen 800 bis 1.300 Euro Differenz zu meiner Pension.
Wie sollte ich das in einer privaten Rentenversicherung ansparen?

Ich habe es alles vorher gewusst.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 13:36
Ja, wie schon gesagt zwischen 800 bis 1.300 Euro Differenz zu meiner Pension.
Wie sollte ich das in einer privaten Rentenversicherung ansparen?

Ich habe es alles vorher gewusst.

Ich verstehe das Problem nicht. Man ermöglicht dir dein Beamtenverhältnis ruhen zu lassen und dadurch höherwertige und höher bezahlte Aufgaben auszuführen, was innerhalb des Beamtenverhältnisses nicht ohne weiteres möglich wäre.

Und jetzt sagst du, dass diese ziemlich exklusive Begünstigung nicht ausreicht, du möchtest on top auch noch mehr Rente / Pension?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 14:25
Ich sehe mich als Leiharbeiter und wenn  ich höherwertige Arbeiter verrichte steht mir ja auch mehr Geld zu. Wenn mein Arbeitgeber hier keinen Vorteil hätte würde er es ja nicht machen. Somit eine win win Situation.

Und jetzt sol ich dankbar sein das ich in so einer exklusiven Position bin? Ich leiste auch etwas exklusives. Somit alles angemessen aus meiner Sicht. Ja ich hatte das Glück es machen zu dürfen und mein Arbeitgeber hatte das Glück einen so engagierten Mitarbeiter zu bekommen. Beide Seiten sind zufrieden.

Aber warum soll mir diese Exklusivität dann nicht auch im Ruhestand zustehen. Warum gönnt man mir das nicht das ich auch im Ruhestand von meinen Leistungen im Arbeitsleben profitiere. Auf wenn es dafür (noch) keine gesetzliche Grundlage gibt wäre es mehr als recht. Exklusiv ist meines Erachtens wenn ein Vorstandsmittglied eines Konzerns nach 3 Jahren in einem Unternehmen Pensionsansprüche in Höhe von mehreren Hunderttausend vereinbart hat.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 01.07.2020 14:36
Nur mal ein Beispiel:
Ein Bäcker fängt bei einem Automobilkonzern an am Band zu arbeite. Bekommt dort eine angemessene Bezahlung. Über Jahre entwickelt er gute Erfahrungen und ist gut in seinem Job. Jetzt wird eine Stelle als Meister frei. Der Bäcker bewirbt sich und wird angenommen. Der Arbeitgeber sagt dem Bäcker jetzt das er das Gehalt eines Meisters bekommt, man aber in seine Rentenversicherung nur einen Betrag für einen Bäcker oder höchstens für einen Bandarbeiter einzahlt. Die Stelle ist zu verlockend, um abzusagen also sagt der Bäcker zu. Er bekommt das gleiche Gehalt und seine Kollegen sagen ihm er soll doch zufrieden sein mit seiner Position und soll etwas an die Seite legen oder froh sein so eine Position als Bäcker erreicht zu haben. Er wusste ja vorher das er als Bäcker nicht viel Rente bekommt. Außerdem hat er ja nicht so lange gelernt wie die anderen Meister. Er macht viele Jahre einen tollen Job und als er in den Ruhestand geht und seine Rente mit den anderen Meistern vergleicht liegen dort 1.00 Euro dazwischen. Ist das in Ordnung?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Bastel am 01.07.2020 14:52
Ja, den man hatte es ihm gesagt!
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 01.07.2020 15:09
Ich meine der Vergleich funktioniert nicht, da der Bäcker in keinem besonderen Dienst- und Treueverhältnis steht. Wenn der Bäcker bei einem Automobilkonzern arbeitet kündigt er seinen Job als Bäcker und hat nicht die Sicherheit, bei Bedarf einen Anspruch auf einen Job als Bäcker zu haben.

Regelfall:
Ein Beamter mit der Qualifikation für den mD übernimmt Tätigkeiten des mD und wird entsprechend bezahlt. Möchte er Tätigkeiten des gD übernehmen und entsprechend bezahlt werden, regeln die beamtenrechtlichen Vorschriften den Weg dorthin (Auswahlverfahren, Studium, gute Beurteilungen usw.).

Möchte der mD-Beamte vergleichbare Tätigkeiten des gD als Angestellter übernehmen, lässt er sich entlassen und arbeitet als Angestellter weiter.

Diese beiden Möglichkeiten gibt es grundsätzlich.

Bei dir gibt es aber den ziemlich exklusiven Ausnahmefall, unter Fortbestehen des Beamtenverhältnisses und ohne Einhaltung der üblichen beamtenrechtlichen Vorschriften (insbesondere Studium) höherwertige Tätigkeiten wahrzunehmen. Exklusiv auch deswegen, weil die beamtenrechtlichen Privilegien bestehen bleiben.

Insofern wird dir ein Vorteil gewährt, den kein Beamter außerhalb der Telekom hat. Dass der Vorteil nicht noch größer ist (und sich auf die Rente / Pension auswirkt) mag zwar ärgerlich sein, aber schmälert ihn nicht.

Alternativ gab es ja auch die Möglichkeit, sich aus dem Beamtenverhältnis entlassen zu lassen und alle (Betriebs-) Rentenansprüche in voller Höhe mitzunehmen. Dies hast Du bestimmt aus guten Gründen unterlassen. Möglicherweise sind diese Gründe mehr wert als die höhere Angestelltenrente?
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 01.07.2020 20:00
Und genau das ist der Haken. Die VBL macht bei Angestellten die Sache rund und die Vergleichbarkeit zu Beamten A13.
Und genau das ist mein Problem. Der Angestellte bekommt 3.700 der Beamte bekommt vielleicht 4.200 und ich 2.100.
1.) Ja weil du nicht dein Lebenlang E13 gewesen bist und nicht 60-80T€ für deine Ausbildung ausgegeben hast.
2.) Weil der AN eben ja auch in die VBL eingezahlt hat mit seinem Gehalt. Hättest du es, dann hättest du schon ~400€ mehr im Monat(VBL aus AN Anteil grob geschätzt ).
3.) Der Angestellte nochmals ne Menge Geld für Versicherungen (BU,etc.)  ausgeben muss, damit er die gleiche Sicherheit hat wie du als Beamter und was du ja nicht aufgegeben hast. Schwups die nächsten paar hundert die du ein mehr durch Zusatzrente hättest bei gleichem Netto im Vergleich zu AN.
Zitat
Und zum Thema ich hätte ja etwas zur Seite legen können. Was legt der Beamte im geh. Dienst zur Seite? Was der Angestellte?
Ich soll also in meiner aktiven Phase auf 1.000 Euro verzichten um im Alter annähernd gleichgestellt zu werden?

Ich darf keine Fernreisen machen? Kein neues Auto fahren oder in einem Einfamilienhaus wohnen?
Doch natürlich, genauso viele wie du mit deinem mD dir hättest leisten können....

MannOMann du hast mehr Geld erhalten als du als mD je bekommen hättest.
Das ganze ohne Risiko und Aufstiegsgedöns und Studiergeraffel und beklagst dich jetzt, das diese Vorteile auch einen Haken haben? Und das obwohl du nicht bereit warst AN zu werden oder dich woanders hinzubegeben um in den gD zu kommen?

Klingt immer mehr nach rosinengepickerer
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 01.07.2020 20:04
Ja, wie schon gesagt zwischen 800 bis 1.300 Euro Differenz zu meiner Pension.
Wie sollte ich das in einer privaten Rentenversicherung ansparen?

Ich habe es alles vorher gewusst.
Steht oben, in dem du das mehr an Netto was du gegenüber dem vergleichbaren An hattest, dafür eingesetzt hättest (AN eigene Anteil an der VBL macht ja schon 400-600€ aus, der Rest aus den Ersparten Ausbildungskosten).
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 01.07.2020 20:52
da hast du aber noch die VBL vergessen, die mit 1.700,-- dazukommt

1700€ sind ungefähr 40 Jahre in der E13/6 mit einer jährlichen Gehaltsteigerung von 1%.

Etwas unrealistisch oder?

Ich habe 40 Jahre E 13/3 mit einer jährlichen Gehaltssteigerung von 2 % angenommen. Dies entspricht dem Beispiel von @WasDennNun.
Finde ich durchaus realistisch, nach abgeschlossenem wissenschaftlichen Hochschulstudium noch mindestens 40 Jahre zu arbeiten.
Also ich denke für jemanden der Lebenslang E13 öD ist und dann lange genug in der Stufe 6 rumhängt kann da tatsächlich ~1500-1700 rum kommen. (E13s5 1% kommt auch in diese Region)
Allerdings kenne ich niemanden aus der E13er Liga, wo das so ist.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 02.07.2020 06:56
Warum sollte ein Akademiker zugeben das ein Nicht-Akademiker das gleiche verdient hat? Es ist unrealistisch hier in so einem Forum Zuspruch zu bekommen. Zu viele Akademiker. Ich lehne mich jetzt wieder zurück und genieße die vielen Vorteile als Beamter und gebe das viele Geld aus 😊.
Ein Rechtsanwalt hat mir mal gesagt, dass es sehr schwer ist solche Themen vor Gericht zu klären und Recht zu bekommen, da Richter auch Akademiker sind und keiner will das ein Nichtstudierter mit einem Studierten gleichgesetzt wird. Das wäre ja noch schöner.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 02.07.2020 07:41
Warum sollte ein Akademiker zugeben das ein Nicht-Akademiker das gleiche verdient hat? Es ist unrealistisch hier in so einem Forum Zuspruch zu bekommen. Zu viele Akademiker. Ich lehne mich jetzt wieder zurück und genieße die vielen Vorteile als Beamter und gebe das viele Geld aus 😊.
Du hast es dir ja auch verdient, denn ich gehe ja davon aus, dass du die dir übertragenden Tätigkeiten auch ausgeübt hast.
Ob sie ein anderer Akademiker genauso gut ausgeübt hätte sei dahingestellt.
Aber das du benachteiligt bist, ist halt nur ein krude These von dir, weil du ja eben nicht die gesamte Situation erfassen willst (oder kannst).
Du hast ein Entgelt bekommen, wofür ein Akademiker mindestens  ~60T€ Euro in seine Ausbildung investiert, plus ~55T€ eigenen VBL Beitrag eingezahlt hat (welches du ausgegeben hast für Haus, Reisen, Auto) und beklagst dich darüber, dass diese Investitionen jetzt in Form einer um 1000€ höhere Rente zurückgezahlt wird.
Der Akademiker kommt somit ab 77 in die Gewinnzone gegenüber deinem Lebensweg.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 02.07.2020 09:37
Warum sollte ein Akademiker zugeben das ein Nicht-Akademiker das gleiche verdient hat? Es ist unrealistisch hier in so einem Forum Zuspruch zu bekommen. Zu viele Akademiker. Ich lehne mich jetzt wieder zurück und genieße die vielen Vorteile als Beamter und gebe das viele Geld aus 😊.
Ein Rechtsanwalt hat mir mal gesagt, dass es sehr schwer ist solche Themen vor Gericht zu klären und Recht zu bekommen, da Richter auch Akademiker sind und keiner will das ein Nichtstudierter mit einem Studierten gleichgesetzt wird. Das wäre ja noch schöner.

Ich finde es schade, dass du nicht die Argumente aufnimmst sondern die Sachebene verlässt und auf einen möglichen Bildungshintergrund abstellst. Aber gut, möglicherweise hättest du studieren müssen  ;)

Nichts für ungut und viel Spass beim Geld ausgeben, solange es noch geht :)
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: 2strong am 02.07.2020 10:53
Warum sollte ein Akademiker zugeben das ein Nicht-Akademiker das gleiche verdient hat? Es ist unrealistisch hier in so einem Forum Zuspruch zu bekommen. Zu viele Akademiker. Ich lehne mich jetzt wieder zurück und genieße die vielen Vorteile als Beamter und gebe das viele Geld aus 😊.
Ein Rechtsanwalt hat mir mal gesagt, dass es sehr schwer ist solche Themen vor Gericht zu klären und Recht zu bekommen, da Richter auch Akademiker sind und keiner will das ein Nichtstudierter mit einem Studierten gleichgesetzt wird. Das wäre ja noch schöner.
Ich empfinde es ebenfalls als unglücklich, dass man i. R. d. ISB in Deinem Fall nicht engagierter versucht, die berufliche Entwicklung auch laufbahnmäßig nachzuvollziehen. Da sind mir aus anderen Unternehmen bessere Beispiele bekannt.

Im Übrigen solltest Du Dich von Widerspruch nicht irritieren lassen  ;)
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Tiga am 02.07.2020 12:38
Danke für die vielen Antworten und sorry für mein emotionales Verhalten. Diese Thema beschäftigt mich sehr. Bitte nicht übel nehmen.
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: Organisator am 02.07.2020 15:39
Danke für die vielen Antworten und sorry für mein emotionales Verhalten. Diese Thema beschäftigt mich sehr. Bitte nicht übel nehmen.

Alles gut und viel Erfolg bei deinen Bemühungen. Ansonsten:

Im Übrigen solltest Du Dich von Widerspruch nicht irritieren lassen  ;)
Titel: Antw:Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom
Beitrag von: WasDennNun am 02.07.2020 16:46
Danke für die vielen Antworten und sorry für mein emotionales Verhalten. Diese Thema beschäftigt mich sehr. Bitte nicht übel nehmen.
Ich habe absolutes Verständnis für dein Ärgernis und dass das dich beschäftigt.
Und wollte dir mit meinen Darlegungen uA aufzeigen, dass du nicht so stark verarscht wurdest/wirst, wie dir es erscheint.
Dir wurden Dinge ermöglich, die dir in der klassischen Beamtenlaufbahn niemals ermöglicht worden wären, freu dich darüber und bezogen auf den AN der ansonsten deinen Job gemacht hätte, hättest du bei gleichem Kapitaleinsatz für die Altersversorgung nicht wirklich einen solchen Rentennachteil wie dir es jetzt erscheint.

Also gräme nicht, sondern freue dich über das was du hast.