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offene Foren => Beamte des Bundes und Soldaten => Thema gestartet von: penguin am 26.02.2021 21:09

Titel: Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: penguin am 26.02.2021 21:09
Hallo zusammen,

da die Wahl einer geeigneten PKV zur Beihilfeergänzung eine große Bedeutung hat, da sie mich (bestenfalls) bis zum Lebensende begleiten wird, möchte ich hier nach einigen Informationen/Meinungen/Ratschlägen/Denkanstößen und Erfahrungen fragen, damit meine Wahl - für mich - bestmöglich ausfallen wird.

Meine Situation:
Ich stehe am 01.06. zur Verbeamtung beim Bund an und bin 31 Jahre alt. Ich habe eine seit 2009 bestehende große Anwartschaft bei der Generali (vorm. Central). Da ich noch kinderlos bin beträgt die Beihilfe für mich 50%.
Eine Gesundheitsprüfung sollte kein Problem darstellen, da es keine Vorerkrankungen gibt und ich in den letzten Jahren des Öfteren, mal mehr mal weniger umfangreich, durchgecheckt wurde.

Meine bisherigen Überlegungen fußen auf Recherchen im Internet, dem Portal KV-fux.de, dem Angebot der Generali, einem Gespräch mit einem befreundeten Vertriebler der Ergo und Aussagen, von bereits privat versicherten Beihilfeberechtigten.

Die Gesichtspunkte, welche für mich wichtig sind, sind folgende:

- Beitragsstabilität (haha) und eine gewisse Sicherheit für die Zukunft (genügend Versicherte in 30, 40, 50 Jahren),
- Preis/Leistungsverhältnis zumindest okay.

Zur Beitragsstabilität und Sicherheit habe ich bisher die folgenden Kriterien ausfindig gemacht, welche für diese sprechen:

- keine zu großherzige Annahmepolitik
- eventuell auch keine Teilnahme an der Öffnungsaktion
- lange "Tariflebzeiten"
- viele Versicherte (vor allem in den Beihilfetarifen)
- finanzielle Gesundheit der Versicherungsgesellschaft

Das Preis/Leistungsverhältnis bemisst sich nach dem Preis, den Leistungen und natürlich dem Vergleich zu ähnlichen Tarifen anderer Versicherer. Weiterhin fließt da aber auch noch der Stabilitäts/Sicherheitsaspekt ein.

Zuerst einmal möchte ich nur recht umfassende Tarife mit Beihilfeergänzungskomponente in Betracht ziehen, ob da dann im Zweifelsfall noch etwas abgewählt wird, werde ich dann entscheiden.
Nachdem ich mir einen vernünftigen Überblick verschafft habe werde ich entweder die Sicherheit haben, die ich für eine Entscheidung brauche oder mich unabhängig aber kostenpflichtig beraten lassen (auch in Vorbereitung darauf würde ich die selben Fragen recherchieren, wie jetzt hier).

Folgende Versicherungen ziehe ich aktuell in Betracht:

Generali (ich werde direkt von der Generali betreut und habe keinen Kontakt zu einem sog. "Vermögensberater"):
Pro: Anwartschaft, dadurch niedrigerer Beitrag und keine Gesundheitsprüfung.
Kontra: Allein schon die Zusammenarbeit mit DVAG mutet unseriös an, kaum Erfahrungen zu Beihilfetarifen zu finden  -> vermutlich wenige Versicherte in diesen Tarifen, allgemein was PKV angeht eher negative bis sehr negative Suchergebnisse.
Tarif: KB30, KBK20, SBE100, PVB
239,85 €

Barmenia:
Pro: Scheint in Bezug auf Leistungen herausragend zu sein, VVaG, mehr Erfahrungen zu finden, die Zahlen lassen auf einen ausreichend hohen Bestand schließen
Kontra: Auch in Bezug auf den Preis herausragend.
Tarif: VB 230U, VB 2ZU, VEL 50U, PVB
Preis: 332,52 €

Debeka:
Pro: Marktführer, auch unter den Beihilfetarifen, sehr hoher Bestand
Kontra: Annahmepolitik, Leistungen nicht ganz so umfangreich wie bei den anderen
Tarif: B 20K, B 30, WL 20K, WL 30, BC, PVB
Preis: 301,64 €

LVM:
Pro: Preis/Leistung, VVaG, Keine Teilnahme a. d. Öffnungsaktion
Kontra: vermutlich relativ geringer Bestand
Tarif: AB 20E, AB 30, SB 2/20E, SB 2/30, ZB 20E, ZB 30, EB 2, PVB
Preis: 269,04 €

DKV:
Pro: Preis/Leistung, hoher Bestand
Kontra: Bestand in den Beihilfetarifen ungewiss, wie langlebig sind diese (Beitragsentwicklung)
Tarif: BK 30, BKF 20, BKH2 30, BKH2F 20, BKH1, BEX, PVB
Preis: 279,55 €


Dass die Beiträge mal mehr und mal weniger stark angepasst werden, ist mir bewusst. Auch, dass das in der aktuellen und zukünftigen Niedrigzinsphase etwas höher ausfallen kann.

Beitragsrückerstattungen habe ich mit Absicht nicht berücksichtigt. Allerdings gibt es diese bei allen aufgeführten Tarifen, mit Ausnahme der Generali.
Zur Generali tendiere ich aktuell, trotz der verschenkten Anwartschaft am wenigsten. Würde diese aber, sollte unerwartet doch irgendwas mit meiner Gesundheit nicht stimmen, natürlich wieder mehr in Betracht ziehen.

Meine Tendenz geht eher zur LVM, DKV, Debeka.

Die DBV (Axa) wird oft erwähnt, diese habe ich nicht berücksichtigt, da dort die Tarife sehr schnell geschlossen werden. Die HUK habe ich ebenso wenig berücksichtigt.

Wie sind eure Erfahrungen mit den verschiedenen Anbietern? Welche hilfreichen Informationen kennt ihr? Habe ich mich irgendwo vertan?


Gruß
penguin




Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: YourBunnyWrote am 27.02.2021 01:49
Abend, hier meine subjektiven Gedanken zu deiner Situation:

Zur Beitragsstabilität kann ich nicht viel sagen. Ich denke das kann keiner seriös prognostizieren. Ich vermute, dass es große Preissprünge bei den Gesellschaften gibt, die zu niedrig kalkulieren und neue Kunden durch niedrige Beiträge locken. Deswegen nicht unbedingt alles am Preis festmachen.

Generali kannte ich vorher noch nicht so genau. Ich habe aber mal kurz geschaut und im Beihilfeergänzungstarif folgende Formulieren gefunden: „Erstattungsfähig sind Aufwendungen für beihilfefähige Heilmittel bis zu den beihilfefähigen Höchstbeträgen.“ D.h. Wenn Beihilfe nicht zahlt, werden diese Kosten hier nicht übernommen. Wieso nennt sich dieser Tarif „Beihilfeergänzungstarif“, wenn die Lücke der Beihilfe nicht übernommen wird? Das würde mir zu denken geben. Hier muss genau geprüft werden. Preis scheint mir mit 240€ auch zu niedrig zu sein. Evtl. gibt es dann saftige Erhöhungen oder es sind noch mehr Leistungseinschränkungen versteckt. Kein plan.

Debeka würde ich eher meiden. Hier sind in den Verträgen ähnliche Formulierungen vorhanden. Der Leistungsumfang ist maximal solide. Erschwerend hinzu kommt, dass wohl nahezu jeder (auch mit Vorerkrankungen) ohne Aufschlag aufgenommen wird. Für Versicherte mit Vorerkrankungen dürfte die Debeka Nummer 1 sein, keine Leistungskürzungen und kein Aufschlag. Wie sich wohl der Beitrag entwickelt? Who knows.

Bei Barmennia hast du Recht, hat wohl den größten Leistungsumfang.Hätte ich gerne genommen, aber war mir dann doch zu teuer. DKV scheint solide zu sein. Restkosten im Zahnbereich werden jedoch nur bis 80% übernommen, aber ist nicht tragisch. Zu LVM weiß ich nichts. Was hast du zu DKV und LVM hinsichtlich Leistungsumfang bzw. -einschränkungen genau herausgefunden?

Tipp: Schau dir noch die Concordia und Signal Iduna an, beide mit guten Beihilfeergänzungstarifen und restriktiver Annahmepolitik (soweit ich noch weiß). Ich denke du kommst nicht drum rum das Kleingedruckte zu studieren oder dich beraten zu lassen.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: penguin am 27.02.2021 11:03
Generali kannte ich vorher noch nicht so genau. Ich habe aber mal kurz geschaut und im Beihilfeergänzungstarif folgende Formulieren gefunden: „Erstattungsfähig sind Aufwendungen für beihilfefähige Heilmittel bis zu den beihilfefähigen Höchstbeträgen.“ D.h. Wenn Beihilfe nicht zahlt, werden diese Kosten hier nicht übernommen. Wieso nennt sich dieser Tarif „Beihilfeergänzungstarif“, wenn die Lücke der Beihilfe nicht übernommen wird? Das würde mir zu denken geben. Hier muss genau geprüft werden. Preis scheint mir mit 240€ auch zu niedrig zu sein. Evtl. gibt es dann saftige Erhöhungen oder es sind noch mehr Leistungseinschränkungen versteckt. Kein plan.

Der Preis von 240 € kommt durch die dort bestehende Anwartschaft. Normalpreis wären 286 €.
Von Vollversicherten in den dortigen nicht Beihilfetarifen liest viel regelmäßig von Problemen/ und Beitragserhöhungen (BAP Mittelwert in nicht Beihilfetarifen: 5,5 % von 2011 bis 202). Die Einschränkungen muten merkwürdig an, da dieser Tarif selbst bei kv-fux mit "Beihilfeergänzung" angezeigt wird. Wie gesagt, erstmal nur wegen der Anwartschaft aufgeführt.
2016: 330.570 vollversicherte Personen, davon 79.629 in Beihilfetarifen.
2019: 308.088 vollversicherte Personen, davon 79.606 in Beihilfetarifen.
BAP Mittelwert Beihilfetarife: 1,3% von 2011 bis 2020.
Die Beschwerdequote ist doppelt so hoch (3,45) wie bei beispielsweise der DKV oder Signal Iduna, es gibt aber weitaus höhere Quoten.

DKV scheint solide zu sein. Restkosten im Zahnbereich werden jedoch nur bis 80% übernommen, aber ist nicht tragisch. Zu LVM weiß ich nichts. Was hast du zu DKV und LVM hinsichtlich Leistungsumfang bzw. -einschränkungen genau herausgefunden?


DKV:
In meinem Angebot steht, dass alles im Zahnbereich zu 90 % übernommen wird, wenn beihilfefähig.
Heilmittel sind ebenfalls nur bis zu den Höchstsätzen der Beihilfe enthalten.
Im Bereich Psychotherapie sowie Reha ist der Tarif eher schwach.
Die DKV ist die zweitgrößte PKV, wie es mit in den Beihilfetarifen aussieht, kann ich nicht abschätzen.
2016: 795.580 vollversicherte Personen

LVM:
Nicht beihilfefähige Heilmittel werden über den Tarif EB 2 gedeckt. "EB 2: 100% für Heilmittel abzüglich der beihilfefähigen Aufwendungen."
Zahnleistungen 100%. Reha: "Zum versicherten Prozentsatz beihilfefähige
Anschlussheilbehandlungen, soweit kein gesetzlicher Leistungsträger
vorhanden ist. Zusätzliche onkologisch bedingte AHBs. Allgemeine
Krankenhausleistungen." wird bei KV-fux mit 1,5/5 angegeben. Psychotherapie gut.
2016: 73.981 vollversicherte Personen, davon 29.526 in Beihilfetarifen.
2019: 75.341 vollversicherte Personen, davon 31.916 in Beihilfetarifen. Also für mich relevant: 8% mehr Beihilfeversicherte in 3 Jahren.
BAP Mittelwert Beihilfetarife: 2,2% von 2011 bis 2020.
Keine Teilnahme an der Öffnungsaktion. Daher vielleicht weniger Aufwuchs im Bestand aber auch weniger Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen/Risiko darauf angewiesen sind.

Barmenia:
Leistungen wirklich umfassend. Preis mit 330 € im Vergleich wirklich hoch.
2016: 300.111 vollversicherte Personen, davon 60.073 in Beihilfetarifen.
2019: 300.019 vollversicherte Personen, davon 65.805 in Beihilfetarifen. Also für mich relevant: 9,5% mehr Beihilfeversicherte in 3 Jahren.
BAP Mittelwert Beihilfetarife: 2,2% von 2011 bis 2020.

Concordia:
2016: 11.163 vollversicherte Personen. Das ist schon ein sehr überschaubarer Bestand. Wie sieht es da mit der Sicherheit für das Bestehen und die Beiträge in den nächsten 50 Jahren aus? Zur Entwicklung habe ich leider noch nichts gefunden.

Signal Iduna (294 €):
"Zum versicherten Prozentsatz werden die Kosten für Heilmittel erstattet, soweit sie durch staatlich geprüfte Angehörige anerkannter Heil- und Heilhilfsberufe durchgeführt werden. Logopädie, Ergotherapie, Podologie, physikalische Therapie, Inhalationen." Also keine Einschränkung auf nur Beihilfefähige Heilmittel.
Reha nicht so gut, Körperersatzstücke mittelmäßig, Material-/Laborkosten (Zahn) bis zur mittleren Preislage - ich denke das ist nicht wirklich relevant.
2016: 479.676 vollversicherte Personen


Die Sicherheit - also die Langlebigkeit der Gesellschaft und die Entwicklung der Beiträge ist für mich relativ wichtig. Daher die Zahlen. Klar kann man das nicht vorhersehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei gesunden Unternehmen mit einem soliden und wachsenden Bestand gut. Auch die Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre gibt z.B. Aufschluss darüber, wie gearbeitet wurde und wie es zukünftig sein könnte. Eine Glaskugel hat man halt nicht.

Was die Leistungen angeht: Diese sollten natürlich mindestens denen der GKV entsprechen und gerne auch etwas mehr, müssen aber nicht um jeden Preis alles mögliche bezahlen. Beihilfeergänzung ist gut, aber eben nicht zu jedem Preis. Zum Beispiel bin ich bereit den Einzelzimmerzuschlag bei der DKV i.H.v. 4,16 € zu bezahlen. Würde diese aber beispielsweise 10 € kosten, würde ich das nicht mehr wählen.


Bisher scheint die LVM zwar kleiner als die anderen, aber scheint groß genug. Die Entwicklung ist wohl positiv. Die Leistungen sind sehr gut. Die bisher gefundenen Erfahrungen spiegeln das gute Bild wieder.
Die Signal Iduna und DKV kämen auch noch in Frage. Die Concordia fällt für mich aufgrund der Größe raus, die Barmenia aufgrund des zu hohen Preises.


Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Pepper2012 am 27.02.2021 11:17
Zur LVM gab es neulich mal einen Thread:

https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,115724.0.html
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Asperatus am 27.02.2021 12:02
Hattest du die HUK-Coburg auch in Erwägung gezogen oder aus welchen Gründen nicht?

Ich weiß nicht, ob die Teilnahme einer PKV an der Öffnungsaktion ein Grund für Personen sein sollte, die gesund und nicht auf die Öffnungsaktion angewiesen sind, nicht in diese PKV zu gehen? Klar kommen dadurch auch mehr Versicherte in den Bestand, für die mutmaßlich mehr Kosten anfallen. Andererseits bezahlen sie ihren Aufschlag. Ob man dadurch mögliche Tarifsteigerungen ableiten kann? Gerade wenn die Unternehmen schon lange an der Öffnungsaktion teilnehmen, dürfte das in den aktuellen Tarifen schon eingepreist sein? Wie sind die Meinungen im Forum dazu?
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: penguin am 27.02.2021 12:39
@Pepper2012: Danke, den Thread habe ich auch bereits gelesen.

@Asperatus: Ich las mal etwas von dort früh geschlossenen Tarifgruppen, so dass die Beitragsentwicklung wegen Überalterung eher schlecht aussieht. Die Leistungen der LVM ebenso besser.

Zur Öffnungsaktion. Ja, natürlich wird ein Aufschlag gezahlt, dieser ist limitiert auf 30%. Diese Aktion ist natürlich wichtig, da auch Menschen mit Krankheiten eine bezahlbare Versicherung bekommen sollten. Die GKV ist ja ohne Zuschuss keine Option und selbst mit, würde man - als gesunder und einigermaßen junger Mensch - sogar sehr früh schon draufzahlen. OT: Mich würde dort zum Beispiel, wenn es beim Bund einen 50% Zuschuss geben würde, ein Beitrag von ca. 280 € + Pflegeversicherung erwarten. Das bei geringerem Leistungsumfang. Wäre trotzdem eine Überlegung wert, da das System wichtig ist, aber was ist bei Beförderungen, Besoldungsanpassungen etc.? /OT


Ich habe mir auch noch die Auswertung der Finanzstärke (basierend auf verschiedenen Ratings) von Finanztip angesehen (Stand: Oktober 2020)
Demnach liegen LVM und R+V ganz vorne. Die Signal Iduna steht auch gut da.
Generali ist mittelmaß, Barmenia und DKV etwas darunter. Die HUK liegt dort an viert letzter Stelle.
Diese Auswertung soll auch Hinweise auf die Sicherheit geben können.

Natürlich soll dieser Beitrag nicht nur mir dienen, sondern auch allen, die zukünftig dieses Thema unter meinen Gesichtspunkten betrachten und danach suchen.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Eukalyptus am 27.02.2021 15:15
Alte Oldenburger.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Woldemar am 27.02.2021 15:51
Wir haben uns damals bewusst für die Barmenia entschieden, eben wegen des Leistungsumfangs.

Versicherungen sind aus meiner Sicht dazu da "existenzielle" Risiken abzudecken und dabei gucke ich erst an 2. Stelle auf den Preis.

Wir werden am Ende unseres Lebens vielleicht großes Glück gehabt haben und nie auf irgendwelche "Sonderlocken" angewiesen gewesen sein. In dem Fall haben wir über den Daumen vielleicht den Gegenwert eines Mittelklassewagens verbrannt.

Wenn wir aber irgendwann einmal wirklich auf die Versicherung angewiesen sind, möchte ich mich nicht in der Situation wiederfinden die medizinische Behandlung meiner Familie unter finanziellen Gesichtspunkten betrachten zu müssen.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Asperatus am 27.02.2021 19:50
Alte Oldenburger.

Die Alte Oldenburger fällt im Rating der Qualität der Versicherungsbedingungen von Morgen & Morgen in die Gruppe der unteren 22 Prozent. Das Rating findet man hier:

https://www.morgenundmorgen.com/ratings/produktratings/mm-rating-pkv-vollversicherung/

Auch interessant für die PKV-Wahl könnten neben den Ratings von Morgen & Morgen auch die von Assekurata sein. Zwar sind nur einige Ratings veröffentlicht, diese bieten jedoch pro PKV einen vergleichsweise umfangreichen Bericht. Einige PKV haben die Veröffentlichung ihrer Ratings verweigert. Sie werden ihre Gründe haben. Wenn man bei Assekurata also keinen Bericht findet, könnte dies auch für sich sprechen. Die Rating-Berichte findet man hier:

http://www.assekurata.de/ratings/unternehmensrating/kranken/
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: newT am 28.02.2021 11:05
Barmenia:
Pro: Scheint in Bezug auf Leistungen herausragend zu sein, VVaG, mehr Erfahrungen zu finden, die Zahlen lassen auf einen ausreichend hohen Bestand schließen
Das stimmt nicht mehr, die Barmenia ist seit 2019 kein VVaG mehr, sondern eine AG.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: BYL am 28.02.2021 19:22
Ja noch deutlicher gehts ja gar nicht. Der Ersteller schämt sich nicht mal direkt anzusprechen, dass Kranke und Behinderte bitte in der teuren GKV bleiben sollen oder sonst wo versichert sein sollen... Hoffe auf die kommende BTW und ein Ende dieses kranken Zweiklassensystem. Wer garantiert, dass zu Vertragsschluss gesunde auch immer gesund bleiben und billiger kommen?  Warum wird ehrlichkeit bestraft? Ich bin mir sicher, dass 90 % aller vorher GKV-Versicherten falsche Angaben im Gesundheitsfragebogen machen, weil Ärzte gerne mal falsche Diagnosen aufschreiben. Wer fordert schon bei der Kassenärztlichen Verienigung alle Dokumente an?! 
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: YourBunnyWrote am 28.02.2021 20:50
Alte Oldenburger.

Die Alte Oldenburger fällt im Rating der Qualität der Versicherungsbedingungen von Morgen & Morgen in die Gruppe der unteren 22 Prozent. Das Rating findet man hier:

https://www.morgenundmorgen.com/ratings/produktratings/mm-rating-pkv-vollversicherung/

Bei solchen Ratings wäre ich immer sehr vorsichtig, frage mich immer wie diese zustande kommen. Konkret kann ich was zur Concordia sagen. Dort werden für Beamte die Bausteine "BV30, BV20, AZN, BV PLUS, BV" herangezogen. Es fehlt aber der Beihilfeergänzungstarif BVE, der in allen Bereichen die Beihilfelücke schließt. Diese Kombi ist dann auch mit sehr gut bewertet. Ohne den BVE ist diese Kombi für Beamte aber völlig sinnlos. Es stellt sich mir die Frage welcher "Experte" die Tarife ausgesucht hat und wie die ausgesuchte Kombi ein sehr gut erhalten hat. Sie wäre nämlich sehr schlecht. Die anderen Kombis habe ich mir jetzt nicht genau angesehen, wäre aber auf jeden Fall kritisch zu prüfen.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Bastel am 01.03.2021 07:00
Ja noch deutlicher gehts ja gar nicht. Der Ersteller schämt sich nicht mal direkt anzusprechen, dass Kranke und Behinderte bitte in der teuren GKV bleiben sollen oder sonst wo versichert sein sollen... Hoffe auf die kommende BTW und ein Ende dieses kranken Zweiklassensystem. Wer garantiert, dass zu Vertragsschluss gesunde auch immer gesund bleiben und billiger kommen?  Warum wird ehrlichkeit bestraft? Ich bin mir sicher, dass 90 % aller vorher GKV-Versicherten falsche Angaben im Gesundheitsfragebogen machen, weil Ärzte gerne mal falsche Diagnosen aufschreiben. Wer fordert schon bei der Kassenärztlichen Verienigung alle Dokumente an?!

Warum sollte er sich für irgendetwas schämen? Ich kann jeden verstehen, der die nicht immer weiter ausufernden Sozialkosten tragen möchte.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Organisator am 01.03.2021 09:36
Ja noch deutlicher gehts ja gar nicht. Der Ersteller schämt sich nicht mal direkt anzusprechen, dass Kranke und Behinderte bitte in der teuren GKV bleiben sollen oder sonst wo versichert sein sollen...

Hat er nicht. Er hat nur sachlich darauf hingewiesen, dass die Aufnahme von Vorerkrankten ein Risiko für die Beitragsstabilität darstellt. In dem Rahmen blieb auch die Diskussion. Unsachliches hast du erst aufgebracht. Vielleicht muss sich der schämen, der ein Thema für seine Belange kapert?
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Unterbezahlt am 01.03.2021 11:10
Weil das ganze System aus ökonomischen wie auch sozialen Gründen totaler Mist ist, haben Kollegen angefangen ihre eigene Krankenkasse zu bauen.

Am Beispiel der Polizei sind mir aus der Region folgende Beispiele bekannt:

https://polizeikasse.de/
https://spuka.de/

Polizeikasse OL arbeitet gerade an einer neuen Website. Bei der Polizeikasse zahlst du als Beihilfeempfänger 150 EUR im Monat. Erstattet wird alles, was auch die Beihilfe anerkannt hat. Man reicht also am Ende des Jahres einmal komplett die Kopien der Beihilfebescheide ein. Vorher wird gerechnet. Übersteigen die Einzahlungen die potentiellen Erstattungen? Dann reicht man nicht ein und bekommt eine saftige Rückerstattung. Das sind dann bei 150 EUR im Monat 1180 EUR Rückerstattung. Der Rest verbleibt als Rücklage beim Verein. Hast du mehr Kosten gehabt als eingezahlt und dein Guthabenkonto ist leer? Dann zahlt die Solidargemeinschaft. Vorher musst du dort einen Sockelbetrag von 3500 EUR ansparen. Das Geld bleibt stets deines. Keine Verarsche. Die sind über die PAX rückversichert. Das erklärt dann auch die Gebühren und sonstigen Kosten. Kann also nichts passieren. Das Ganze ist rechtlich anerkannt. Kein Gemecker vom Dienstherrn. Und es ist unglaublich günstig, wenn ich mir das so anschaue was du da so an Gebühren aufwirfst.

Die haben natürlich Aufnahmevoraussetzungen. Nur Polizeibeamte aus der Region Oldenburg/Münsterland.
Bundesweit gibt es sicher ähnliche Beispiele. Vielleicht hat deine Behörde an deinem Standort da eine ähnliche Option?

Ich finde das ist eine tolle Sache und garantiert günstiger und besser als die Aktionäre einer großen Versicherung zu füttern...
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Max Bommel am 01.03.2021 11:53
Weil das ganze System aus ökonomischen wie auch sozialen Gründen totaler Mist ist, haben Kollegen angefangen ihre eigene Krankenkasse zu bauen.

Am Beispiel der Polizei sind mir aus der Region folgende Beispiele bekannt:

https://polizeikasse.de/
https://spuka.de/

Polizeikasse OL arbeitet gerade an einer neuen Website. Bei der Polizeikasse zahlst du als Beihilfeempfänger 150 EUR im Monat. Erstattet wird alles, was auch die Beihilfe anerkannt hat. Man reicht also am Ende des Jahres einmal komplett die Kopien der Beihilfebescheide ein. Vorher wird gerechnet. Übersteigen die Einzahlungen die potentiellen Erstattungen? Dann reicht man nicht ein und bekommt eine saftige Rückerstattung. Das sind dann bei 150 EUR im Monat 1180 EUR Rückerstattung. Der Rest verbleibt als Rücklage beim Verein. Hast du mehr Kosten gehabt als eingezahlt und dein Guthabenkonto ist leer? Dann zahlt die Solidargemeinschaft. Vorher musst du dort einen Sockelbetrag von 3500 EUR ansparen. Das Geld bleibt stets deines. Keine Verarsche. Die sind über die PAX rückversichert. Das erklärt dann auch die Gebühren und sonstigen Kosten. Kann also nichts passieren. Das Ganze ist rechtlich anerkannt. Kein Gemecker vom Dienstherrn. Und es ist unglaublich günstig, wenn ich mir das so anschaue was du da so an Gebühren aufwirfst.

Die haben natürlich Aufnahmevoraussetzungen. Nur Polizeibeamte aus der Region Oldenburg/Münsterland.
Bundesweit gibt es sicher ähnliche Beispiele. Vielleicht hat deine Behörde an deinem Standort da eine ähnliche Option?

Ich finde das ist eine tolle Sache und garantiert günstiger und besser als die Aktionäre einer großen Versicherung zu füttern...

Polizisten haben in der Regel freie Heilfürsorge. Das, was zusätzlich versichert werden muss, ist während der aktiven Dienstzeit ja nicht vergleichbar mit 50% Beihilfeanspruch?
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: WasDennNun am 01.03.2021 12:36
Der Rest verbleibt als Rücklage beim Verein. Hast du mehr Kosten gehabt als eingezahlt und dein Guthabenkonto ist leer? Dann zahlt die Solidargemeinschaft.
Hoffe. dass klappt das bei schweren langfristigen Erkrankung, wo mal so 5-10T€ pro Monat alleine für das Medikament fällig ist.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Feidl am 01.03.2021 18:25
Ich hab damals die gewählt, die die Leistungen abdeckt, die mir wichtig sind und dann die günstigste gewählt. (war die DBV)

Beiträge steigen bei allen alle paar Jahre. (wobei ich letztes Jahr ne Senkung hatte 8)). Das je die Beiträge einer heute teuren irgendwann mal günstiger sind als eine heute günstigen, ist nur vages Hoffen. Und selbst wenn, ob am Ende man mehr spart als vorher ausgegeben hat, ist nochmal ungewisser.
Und dann hängt da noch das Damoklesschwert der Bürgerversicherung, das jegliche langfristige Entscheidung bei der PKV Wahl hinfällig machen könnte.

Deswegen mein Motto: Lieber jetzt mehr Geld sicher haben, als irgendwann mal vielleicht.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: penguin am 01.03.2021 18:36
Ja noch deutlicher gehts ja gar nicht. Der Ersteller schämt sich nicht mal direkt anzusprechen, dass Kranke und Behinderte bitte in der teuren GKV bleiben sollen oder sonst wo versichert sein sollen... Hoffe auf die kommende BTW und ein Ende dieses kranken Zweiklassensystem. Wer garantiert, dass zu Vertragsschluss gesunde auch immer gesund bleiben und billiger kommen?  Warum wird ehrlichkeit bestraft? Ich bin mir sicher, dass 90 % aller vorher GKV-Versicherten falsche Angaben im Gesundheitsfragebogen machen, weil Ärzte gerne mal falsche Diagnosen aufschreiben. Wer fordert schon bei der Kassenärztlichen Verienigung alle Dokumente an?!

Da keine finanziell annehmbare Alternative als die Ergänzung des Beihilfeanspruchs mittels PKV angeboten wird, informiere ich mich darüber und wähle den für mich passenden Tarif; nach meinen Kriterien.

Es ist denke ich normal, dass man gerade bei Entscheidungen mit so enormer Tragweite ordentlich abwägt und die für sich beste Entscheidung trifft. Sachlich und objektiv gesehen, beziehe ich in die Entscheidungsfindung die Kriterien ein, die etwaige zukünftige Auswirkungen erklären können. Das ist alles. Was du dort behauptest, habe ich so nicht gesagt und meine Intention war es sicher auch nicht darüber zu urteilen, wo Menschen mit Vorerkrankungen versichert sein sollen oder nicht.

@Unterbezhalt: Ich denke hier trifft das zu was Max Bommel dazu sagte. Hört sich auch zu gut an, um wahr zu sein (zumindest als Beihilfeergänzung).


Aktuell tendiere ich, aufgrund der zur Verfügung stehenden Datenlage und der Leistungen, zur LVM.
Man findet über jede PKV schlechte Erfahrungen im Netz, gute nur bedingt - aber wer zufrieden ist, hat auch weniger Anlass sich dazu zu äußern.

Das einzige was mir noch zu denken gibt, ist der - im Vergleich zu den anderen Versicherern - recht kleine Bestand. Andererseits steigen die Zahlen jedes Jahr und die Versicherung steht wirtschaftlich gut da.

Die Barmenia ist zwar sehr teuer, aber das was Woldemar dazu schrieb ist natürlich auch wieder wahr.

Mittlerweile ziehe ich auch wieder die Debeka in Betracht, preislich genau zwischen den beiden. Die Leistungen der Barmenia und LVM scheinen zwar besser, aber die Debeka ist einfach sehr sehr groß. Andererseits ist der Tarif dort sehr Beihilfeorientiert und der "Beihilfeergänzungstarif" hat nicht den Leistungsumfang, wie bei den anderen.
Zuletzt wäre noch die Signal Iduna möglich.

Generali und DKV sind raus, der Leistungsumfang passt nicht und die zur Verfügung stehenden Daten ebenfalls nicht.

@Feidl: Dein Ansatz ist auch nicht verkehrt. Ich plane allerdings unter der Annahme, dass mich die PKV für den Rest meines Lebens begleiten wird. Falls es nicht so kommt, schade um die höheren Beiträge. Aber falls doch, habe ich das, was ich haben wollte.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Unterbezahlt am 01.03.2021 19:05
Hier ist ja das Bundesforum. Die Bundespolizei hat Heilfürsorge. Bei den Landespolizeien ist das anders. Niedersachsen hatte bis vor wenigen Jahren nur Beihilfe und bietet jetzt auch wieder Heilfürsorge zusätzlich an. Ist alles von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Ich kann jetzt keine detaillierten Angaben zur Polizeikasse machen. Ich kann nur sagen, dass die über eine große Versicherungsgesellschaft rückversichert sind. Also auch wenn jemand teure Medikamente braucht, geht das gut. Die haben fast 2000 Mitglieder.

Es handelt sich bei der Polizeikasse nicht um einen Beihilfeergänzungstarif. Ganz regulär Beihilfe / Polizeikasse. Natürlich kannst du da als Bundesbediensteter auch nicht Mitglied werden. Ich habe es erwähnt, da ich mir sicher bin, dass es solche günstigen Nischen auch noch woanders und auch auf Bundesebene gibt.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Woldemar am 01.03.2021 23:27
Ich hab damals die gewählt, die die Leistungen abdeckt, die mir wichtig sind und dann die günstigste gewählt. (war die DBV)

Beiträge steigen bei allen alle paar Jahre. (wobei ich letztes Jahr ne Senkung hatte 8)). Das je die Beiträge einer heute teuren irgendwann mal günstiger sind als eine heute günstigen, ist nur vages Hoffen. Und selbst wenn, ob am Ende man mehr spart als vorher ausgegeben hat, ist nochmal ungewisser.
Und dann hängt da noch das Damoklesschwert der Bürgerversicherung, das jegliche langfristige Entscheidung bei der PKV Wahl hinfällig machen könnte.

Deswegen mein Motto: Lieber jetzt mehr Geld sicher haben, als irgendwann mal vielleicht.

Ich bin nun kein Versicherungsmathematiker, aber rein logisch betrachtet sollten 2 Tarife bei annähernd gleichem Leistungsumfang und ausreichend großer "Stichprobe" an Versicherten am Ende auch ähnlich viel Kosten verursachen.

Klar, die eine Gesellschaft ist vielleicht etwas strenger mit den Gesundheitsfragen, die andere legt ihr Geld gewinnbringender an und manchmal hat man vielleicht einfach etwas Glück mit dem Versichertenkollektiv.
Unter dem Strich sollte das aber keine Beitragsdifferenzen von fast 20% ausmachen (LVM vs. Barmenia). Die kann ich mir nur durch signifikante Leistungsunterschiede erklären und die gilt es zu identifizieren und anschließend zu bewerten. Das wiederum würde ich mir als Laie nicht zutrauen.

Threads wie diese hier liest man in einschlägigen Foren sehr oft und ich bin immer wieder schockiert, welche Kriterien die Leute bei der Auswahl eines sie lebenslang begleitenden Versicherungsschutzes zugrunde legen und wie blauäugig sie da rangehen. Da wird oft bloß auf den Preis geguckt, mal ist "Pillepalle" wie die Erstattung der Brille unheimlich wichtig, oder die Gesellschaft lockt mit fetten BRE, die die Leute mit Blick auf ihre (in jungen Jahren kaum vorhandenen) Berührungspunkten mit dem Gesundheitssektor gedanklich schon fest als "Jahressonderzahlung" einplanen. Und natürlich der Klassiker: Der 49-jährige, gesunde, Kollege ist bei Gesellschaft XY und hatte noch nie "Probleme" - da gehe ich auch hin...

Ich hatte es in meinem vorhergehenden Beitrag schon einmal erwähnt: Versicherungen sind (eigentlich) dazu gedacht, existenziell bedrohliche Risiken abzusichern. Also Ausgaben abzufangen, die ich auf gar keinen Fall aus meinen laufenden Einnahmen bzw. meinem Vermögen decken könnte.

Ob mir die Versicherungen nun die Brille voll oder nur teilweise erstattet, regelmäßig die PZR übernimmt, oder nur 2x im Jahr, den Rückbildungskurs nach der Schwangerschaft zahlt, oder mir pro Quartal 3 Besuche beim Heilpraktiker gönnt. Völlig irrelevant.
Spannend wirds bei Fällen, wie von @WasDennNun angesprochen. Wie man diesbezüglich (insbesondere als junger, gesunder Laie) aber eine belastbare Prognose abgeben kann, um sich auf dieser Basis "nicht benötigte Leistungen" zu ersparen, bleibt mir schleierhaft.

In diesem Zusammenhang kann man auch nicht nachdrücklich genug darauf hinweisen, wie wichtig ein vernünftiger Beihilfe-Ergänzungs-Tarif ist (der auch zur eigenen Beihilfeverordnung passt)!
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Muenchner82 am 02.03.2021 08:12
Was ist mit der Concordia? Die soll laut Stiftung Warentest sehr gute Beamtentarife haben!
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: xap am 02.03.2021 08:24
Man könnte das Thema auch mal wieder auf den Punkt bringen. Die PKV des Beamten ist eine Restkostenversicherung. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Beihilfe schon sehr vieles (lebensbedrohliches) abdeckt. Nämlich analog der GKV. Und da sterben die Menschen in Deutschland jetzt auch nicht reihenweise weg, weil die Leistungen der GKV so schlecht wären. Und im Umkehrschluss gibt es auch PKV Versicherte, die trotz einer guten PKV und den zusätzlichen Maßnahmen bei einer schweren Erkrankung einfach mal sterben. Wir sind nämlich keine Maschinen und auch die Leistungen über die GKV hinaus können nicht zwangsläufig Wunder vollbringen.

Wenn jemand willens ist für ein eventuell auftretendes Ereignis über 40 oder mehr Jahre den entsprechenden Aufpreis zu zahlen - bitte schön. Muss jeder selbst wissen. Und am Ende wird er möglicherweise aufgrund der schwere einer Erkrankung trotzdem sterben. So einfach ist das nun mal.

Ansonsten bin ich da sehr bei Woldemar. Insbesondere die stationären Leistungen müssen passen. Denn die sind es, die exorbitant teuer werden können.

Und nun meine private Einschätzung: In meinem Umfeld sind schon sehr junge Leute, z. Bsp. an Krebs, gestorben. Trotz PKV. Da half am Ende auch kein 400€ Tarif. So ist einfach das Leben. Und für den Differenzbetrag zu einer etwas weniger teuren Versicherung würde ich persönlich lieber öfter mal gut Essen gehen (auch wenn das derzeit gerade nicht möglich ist).
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: WasDennNun am 02.03.2021 10:16
Ansonsten bin ich da sehr bei Woldemar. Insbesondere die stationären Leistungen müssen passen. Denn die sind es, die exorbitant teuer werden können.

Und nun meine private Einschätzung: In meinem Umfeld sind schon sehr junge Leute, z. Bsp. an Krebs, gestorben. Trotz PKV. Da half am Ende auch kein 400€ Tarif. So ist einfach das Leben. Und für den Differenzbetrag zu einer etwas weniger teuren Versicherung würde ich persönlich lieber öfter mal gut Essen gehen (auch wenn das derzeit gerade nicht möglich ist).
Rüchtüch.

ich (TB, nicht Beamter) habe bei meiner PKV kein Chefarzt und keine Einzelzimmer im Vertrag.
Sollte ich mal ins KH müssen, dann kaufe ich mir das Einzelzimmer hinzu (wenn mir danach ist), oder den Spezialisten, wenn ich einen mir ausgesucht habe.
(man kann sich nämlich alles dazu kaufen, wenn man will)
Für das Geld was ich dadurch bisher gespart habe ist da auch noch ein Bündel Blumen täglich für die Schwestern drin.
und wenn ich traumatisiert im KH liege, ist mir das Einzelzimmer auch wumpe.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Kaiser80 am 02.03.2021 10:22

Für das Geld was ich dadurch bisher gespart habe ist da auch noch ein Bündel Blumen täglich für die Schwestern drin.


Ich dachte Balkonklatschen reicht???? Jetzt auch noch Blumen...
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: WasDennNun am 02.03.2021 11:23

Für das Geld was ich dadurch bisher gespart habe ist da auch noch ein Bündel Blumen täglich für die Schwestern drin.


Ich dachte Balkonklatschen reicht???? Jetzt auch noch Blumen...
Wenn ich im KH liegen würde, würden meine Krankenschwestern Blumen und Pralinen bekommen.
Das bewirkt ne Menge (zumindest ist dies meine Erfahrung, bzgl. der Menschen die mir nahestehende Personen im KH betreuten).
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: hermans am 06.03.2021 12:31
Ich dachte Balkonklatschen reicht???? Jetzt auch noch Blumen...
;D
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Feidl am 12.03.2021 10:14
Ich hatte es in meinem vorhergehenden Beitrag schon einmal erwähnt: Versicherungen sind (eigentlich) dazu gedacht, existenziell bedrohliche Risiken abzusichern. Also Ausgaben abzufangen, die ich auf gar keinen Fall aus meinen laufenden Einnahmen bzw. meinem Vermögen decken könnte.
Das find ich auch so, weswegen keine PKV wirklich dazu passt, denn die sind schon gesetzlich so stark reguliert, dass bestimmte Leistungen zwangsläufig drin sein müssen, auch wenn man sie selbst tragen könnte. Für den 30€ Hausarztbesuch brauche ich keine Versicherung.
Eine sehr günstige Versicherung mit Selbstbeteiligung bis Höhe X/pro Jahr wäre halt fein. Die würde auch viel Verwaltungskosten sparen, weil sie nur handeln muss, wenn viel und/oder teure Behandlung(en) notwendig sind. Daher würde wahrscheinlich der Beitrag niedrig genug sein, dass man als Kunde selber bei vollem Zahlen der Selbstbeteiligung mehr sparen würde.

Wie auch schon Vorredner erwähnt, sind es die stationären Behandlungskosten, die fett den Geldbeutel leeren und dagegen möchte ich versichert sein. Aber wenn man sich mal anschaut, gibt es gerade da (bis auf sowas, wie chefarzt oder Einzelbettzimmer) kaum Unterschiede, auch nicht zur GKV. (wenn doch jemand wichtige Unterschiede bemerkt hat, darf es gern mal mitteilen, würde mich interessieren).
Deswegen kam bei meiner Entscheidung der günstigste Tarif raus, nicht weil ich den günstigsten wollte, sondern weil nach Auswahl der für wichtigen Kriterien der günstigste immer noch im Rennen lag und ich dann nach Preis entschieden hab.


ich (TB, nicht Beamter) habe bei meiner PKV kein Chefarzt und keine Einzelzimmer im Vertrag.
Sollte ich mal ins KH müssen, dann kaufe ich mir das Einzelzimmer hinzu (wenn mir danach ist), oder den Spezialisten, wenn ich einen mir ausgesucht habe.
(man kann sich nämlich alles dazu kaufen, wenn man will)
Für das Geld was ich dadurch bisher gespart habe ist da auch noch ein Bündel Blumen täglich für die Schwestern drin.
Genau das. Sollte ich doch mal eine Behandlung wollen, die nicht versichert ist, dann zahle ich sie halt selber. Das durch die niedrigeren Beiträge eingesparte Geld gibt mir Rücklage für solche Fälle.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Asperatus am 12.03.2021 11:02
Eine sehr günstige Versicherung mit Selbstbeteiligung bis Höhe X/pro Jahr wäre halt fein.

Neben der Selbstbeteiligung käme dann auch eine Versicherung infrage, die eine hohe Beitragsrückerstattung (BRE) anbietet, wenn in einem Versicherungsjahr keine Leistungen abgerechnet werden. Teilweise können Kosten für Vorsorgeuntersuchungen dennoch eingereicht werden, ohne Auswirkungen auf die BRE zu haben. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich der PKV-Bedingungen.

Die Debeka soll ihre Beitragsrückerstattungen auf 2,5 Monatsbeiträge gekürzt haben.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: BüroLurchNRW am 12.03.2021 11:50
Jup, die Debeka erhöhrt und kürzt wo sie nur kann....und dort sind auch Vorsorgeuntersuchungen schädlich für die Rückerstattung- sprich 2 mal im Jahr Zahnarzt plus 1 Check Up und 1 mal Hausarzt und bei Frauen dann 2 mal Gyn, zack hat es sich mit der Beitragsrückerstattung! Könnte ich nochmal wählen, wäre ich zur DBV gegangen. Ich kenne auch einige die zu 100% privat versichert sind und weniger zahlen als ich im Monat  ???

Eine sehr günstige Versicherung mit Selbstbeteiligung bis Höhe X/pro Jahr wäre halt fein.

Neben der Selbstbeteiligung käme dann auch eine Versicherung infrage, die eine hohe Beitragsrückerstattung (BRE) anbietet, wenn in einem Versicherungsjahr keine Leistungen abgerechnet werden. Teilweise können Kosten für Vorsorgeuntersuchungen dennoch eingereicht werden, ohne Auswirkungen auf die BRE zu haben. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich der PKV-Bedingungen.

Die Debeka soll ihre Beitragsrückerstattungen auf 2,5 Monatsbeiträge gekürzt haben.
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Woldemar am 12.03.2021 12:56

Das find ich auch so, weswegen keine PKV wirklich dazu passt, denn die sind schon gesetzlich so stark reguliert, dass bestimmte Leistungen zwangsläufig drin sein müssen, auch wenn man sie selbst tragen könnte. Für den 30€ Hausarztbesuch brauche ich keine Versicherung.

Wenn du damit ausdrücken möchtest, dass du in jedem Fall irgendwie behandelt wirst, hast du damit vermutlich recht. Die GKV zahlt was "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" ist. Analog dazu hast du in der Beihilfe/PKV ebenso ein unteres Minimum abgesichert.

Was aber, wenn das individuell nicht ausreicht? Spontan fällt mir das Beispiel "Gentherapie" ein (Suchmaschine: "Zolgensma"). Oder man denke an eine Honorarvereinbarung mit bestimmten Medizinern ("Koryphäen"), oder den Besuch eines Krankenhauses, welches nicht nach KHEntgG abrechnet. Oder den "Debeka-Klassiker" mit dem auf 6xx€ limitierten Krankenfahrstuhl. Oder "geschlossene Hilfsmittelkataloge", die heute alles Denkbare abdecken, dich in 20 Jahren aber in die Röhre gucken lassen. Oder summenmäßig festgelegte Höchstgrenzen der Erstattung ohne Inflationsanpassung im Vertrag, oder eine Begrenzung auf die "beihilfefähige Höhe", die wiederum der Gesetzgeber aber in Zukunft einfach streichen könnte.

Ich bin nicht vom Fach, aber ich bin mir sicher, dass man einen Haufen dieser "Lücken" findet, wenn man sich auskennt. Denn wie ich bereits schrieb: Vergleichbare Leistungen erfordern auch einen ähnlichen Preis. Wer glaubt 20% vom Beitrag ohne damit einhergehende Leistungseinbußen einsparen zu können, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-)

Edit: Ich will damit nicht sagen, dass man all diese Leistungen auch in jedem Fall "haben muss", oder "blöd" wäre, wenn man sie nicht versichert. Ich für meinen Teil möchte aber eben nicht im Ernstfall aufs Konto schielen müssen.

Zitat
Genau das. Sollte ich doch mal eine Behandlung wollen, die nicht versichert ist, dann zahle ich sie halt selber. Das durch die niedrigeren Beiträge eingesparte Geld gibt mir Rücklage für solche Fälle.

Leider klappt das mit dem Sparen bei den meisten Leuten nicht. Wer aus "Spargründen" bereits bei der Wahl des Tarifs auf Risiko spielt, hat leider in aller Regel gar kein Geld "über", um den eingesparten Beitrag tatsächlich dauerhaft an die Seite zu legen (Das soll nicht großkotzig klingen, ich zähle mich selbst zu dieser Gruppe).
Das ist vergleichbar mit der Berufsunfähigkeitsversicherung: Die, die sie wirklich bräuchten, müssen dafür im Verhältnis zu ihrem Einkommen, viel zu viel Beitrag zahlen.

Und selbst wenn du zu der kleinen Gruppe wirklich disziplinierter Sparer gehören solltest, müsstest du hoffen, dass dir auch genug Zeit bleibt, um überhaupt nennenswerte Beträge anzusparen, bevor der "Fall der Fälle" eintritt. Ich drücke dir die Daumen!
Titel: Antw:Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung
Beitrag von: Feidl am 17.03.2021 15:27
Ich spare nicht, weil ich sparen muss, sondern weil ich zu einer gewissen Sparsamkeit erzogen wurde (und auch Ziele hab, wofür ich spare). Das dies wohl keine Selbstverständlichkeit ist, merke ich immer wieder,, wenn ich sehe, wie andere sinnlos Geld aus dem Fenster werfen.
Ein gute(!) teure Versicherung zähle ich jetzt nicht unbedingt dazu. Wenn man gute Gründe für sich hat, eine solche zu nehmen, dann bitte doch. Das du sehr intensiv dich damit beschäftigst, zeigt schon, dass du gute Gründe haben wirst.