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offene Foren => allgemeine Diskussion => Thema gestartet von: totoughtotame am 19.11.2019 11:50

Titel: Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 19.11.2019 11:50
Hallo zusammen,

ich muss dieses Forum einmal dafür ausnutzen mich ein wenig auszukotzen und zugleich eine Frage loszuwerden. Zu meiner Person; ich arbeite in der Verwaltung eines norddeutschen Stadtstaates (einer von beiden) als angestellter Jurist in einer obersten Landesbehörde. Ich mag die Aufgaben an sich wirklich sehr, sie sind abwechslungsreich und sie haben, wie ich finde, auch noch einen gesellschaftlichen Mehrwert, was ich ganz besonders schätze.  Nun zum Auskotzteil: nach nunmehr jahrelanger Diskussion, auch unter Zuhilfenahme des PR, steht nunmehr fest, dass zumindest die Juristen, die Quereinsteiger sind, in unserem Hause auf absehbare Zeit keine Chance auf eine Verbeamtung haben werden. Der Begriff „Quereinsteiger“ ist dahingehend zu erklären, dass es zum einen Juristen gibt, die an einem Nachwuchsförderungsprogramm teilgenommen haben und meist unmittelbar nach deren Examen mittels eines Assessment Auswahlverfahrens „zentral“ im Rathaus als Beamte eingestellt worden sind und dann in die einzelnen Fachressorts abgeordnet werden. Diese Leute profitieren dann auch von besonderen Fördermöglichkeiten etc, was hier aber nichts weiter zur Sache tut. Quereinsteiger, wie ich es bin, werden hingegen direkt von den Fachressorts eingestellt und auch bezahlt, dies jedoch als Angestellte. Da ich mittlerweile auch schon fünf Jahre für das Ressort arbeite, komme ich als „Nachwuchskraft“ zudem nicht mehr in Betracht.

Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann. Da dieser Ofen wohl nunmehr bis auf weiteres aus ist, frage ich mich, ob ich den ÖD nicht gleich verlassen und in die „freie Wirtschaft“ wechseln sollte, so wie es hier derzeit auch so mancher Kollege vorhat, da zugegebenermaßen das E13 Tv-L Nettogehalt bei Steuerklasse 1 nicht wirklich üppig ist.  Bzw. ist man nach fünf Jahren ÖD überhaupt noch vermittelbar ? Für Einschätzungen wäre ich dankbar   
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Bastel am 19.11.2019 12:13
Da du grundsätzlich nichts zu verlieren hast, hindert dich doch nichts an einer Bewerbung? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Organisator am 19.11.2019 12:44
Da Du als Jurist mit 2. Staatsexamen auch automatisch die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst inne hast, kannst Du Dich ja auch auf A13-er Stellen in anderen Behörden bewerben und dort verbeamtet werden...
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 19.11.2019 13:08
Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.

Woraus speist sich diese Meinung?

Ich für meinen Teil kann nicht darüber klagen, dass es sich "finanziell nicht lohnen würde", kein Beamter, sondern TB zu sein. Ich komm über die Runden und hab jeden Monat sogar noch ein paar hundert Euro übrig.

da zugegebenermaßen das E13 Tv-L Nettogehalt bei Steuerklasse 1 nicht wirklich üppig ist.

Dann müsste ich mich mit meinem E9a-Entgelt ja gleich unter die Brücke legen, das ist ja noch weniger üppig.  8)


Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: BStromberg am 19.11.2019 13:21
Da Du als Jurist mit 2. Staatsexamen auch automatisch die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst inne hast, kannst Du Dich ja auch auf A13-er Stellen in anderen Behörden bewerben und dort verbeamtet werden...

Eben.

In § 1 JAG NRW z.B. ist ganz ausdrücklich geklärt, dass qua Werdegang die Befähigung für die LG 2.2 vorhanden ist. Wenn der Dienstherr es möchte, kann er dich (zumindest in NRW) unter Beachtung der allgemeinen Laufbahnregelungen verbeamten. Bewirb dich doch einfach weg. Es gibt noch genug Behörden, die dem alten Irrglauben aufgesessen sind, dass Juristen automatisch top-Führungskräfte sind und daher immer gerne eine Direktverbeamtung vornehmen... umso mehr, wenn man bereits im ö.D. gearbeitet hat.

Einfach mal nach freien A13 Stellen für Juristen suchen.
Vorher würde ich aber noch mal mit einem Personalverantwortlichen reden und die Abwanderung androhen und dann einfach mal gucken, wie die darauf reagieren?! Zu verlieren hast du nichts.

Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Kat am 19.11.2019 13:30


Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.

Wenn es denn Vorteile gibt. Ich kenne durchaus Beamte, die sagen, sie würden sich heute nicht mehr verbeamten lassen.  Und wenn E 13 nicht üppig ist, was sollen denn dann die vielen sagen, die E8 und weniger bekommen?
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 19.11.2019 13:34
Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.

Woraus speist sich diese Meinung?

Ich für meinen Teil kann nicht darüber klagen, dass es sich "finanziell nicht lohnen würde", kein Beamter, sondern TB zu sein. Ich komm über die Runden und hab jeden Monat sogar noch ein paar hundert Euro übrig.

da zugegebenermaßen das E13 Tv-L Nettogehalt bei Steuerklasse 1 nicht wirklich üppig ist.

Dann müsste ich mich mit meinem E9a-Entgelt ja gleich unter die Brücke legen, das ist ja noch weniger üppig.  8)
Ganz deiner Meinung.
Ich bin mehrfach zwischen pW und öD gewandelt. Nie niedriger als E13 im öD (mehr natürlich in der pW) und kommen mit meiner E13 im öD bestens klar.


An den TE: Wenn E13 zuwenig und nie eine Chance auf E14 gibt. Gehe in die pW!! Und werde nicht Beamter!
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Bastel am 19.11.2019 13:48
Ich denke mal, dass für einen Volljuristen die E13 gerade in den Anfangsjahren nicht gerade zufrieden stellt.

Zwischen A13 und E13 sind aufgrund der Sozialversicherungen Welten. Bei E8/A8 oder was auch immer, macht sich das kaum bemerkbar. Ohne die PKV zu berücksichtigen macht das im Jahr Netto bei ca. 9.000€. Bei einem gesunden jungen Menschen gehen vielleicht nochmal 3000€ PKV weg.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 19.11.2019 14:08
Ich denke mal, dass für einen Volljuristen die E13 gerade in den Anfangsjahren nicht gerade zufrieden stellt.

Zwischen A13 und E13 sind aufgrund der Sozialversicherungen Welten. Bei E8/A8 oder was auch immer, macht sich das kaum bemerkbar. Ohne die PKV zu berücksichtigen macht das im Jahr Netto bei ca. 9.000€. Bei einem gesunden jungen Menschen gehen vielleicht nochmal 3000€ PKV weg.

Das soll nicht so klingen, als ob ich mit meinem Gehalt nicht zurechtkäme oder exorbitante Summen fordere, nur ist es bei Vergleich mit verbeamteten Kollegen in gleichen Positionen durchaus mal ein Gehaltsunterschied von 300 € netto und mehr, je nach Krankenkasse. Und ich will hier wirklich niemanden vor den Kopf stoßen, aber ich bekomme netto 2400€, abzgl. Jobticket usw. sind es etwas über 2200€. Das ist für sieben Jahre Ausbildung wirklich nur so mittel.

Besonders ärgerlich ist das alles ja, weil ich die formellen Voraussetzungen erfülle, es hier jedoch schlicht abgelehnt und noch nicht einmal begründet wird.

Und nochmals mehr ärgerlich ist es, weil ich meine Arbeit an sich als erfüllend empfinde und auch meine Kollegen recht gern mag. Deshalb hadere ich mit mir, ob es wert ist "nur" deswegen hier die Segel zu streichen. Und ich muss dazu sagen, dass ich örtlich gebunden bin. Ich kann nicht mal eben z.B. nach NRW gehen.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 19.11.2019 14:11


Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.

Wenn es denn Vorteile gibt. Ich kenne durchaus Beamte, die sagen, sie würden sich heute nicht mehr verbeamten lassen.  Und wenn E 13 nicht üppig ist, was sollen denn dann die vielen sagen, die E8 und weniger bekommen?

Ich nehme mal an, dass Menschen, die E8 bekommen, auch eine andere Berufsausbildung haben. Spannend finde ich aber, dass es bei euch Leute gibt, die das so sagen. Was sind denn die Gründe dafür ? Hier wird es nämlich immer genau umgekehrt vertreten.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Organisator am 19.11.2019 14:15
Und nochmals mehr ärgerlich ist es, weil ich meine Arbeit an sich als erfüllend empfinde und auch meine Kollegen recht gern mag. Deshalb hadere ich mit mir, ob es wert ist "nur" deswegen hier die Segel zu streichen. Und ich muss dazu sagen, dass ich örtlich gebunden bin. Ich kann nicht mal eben z.B. nach NRW gehen.

Es muss ja nicht NRW sein. Im Stadtstaat gibt es ja noch mehr Behörden als Deine oberste.
Du musst halt abwägen, was Dir mehr wert ist. Ein bekanntes und angenehmes berufliches Umfeld und ärgerliche monetäre Rahmenbedingungen oder bessere monetäre Rahmenbedingungen und ein unbekanntes Umfeld.

Die Diskussion, dass E 13 mehr Einkommen bedeutet als E 8 ist irgendwie sinnlos, wenn es um den Vergleich zwischen E 13 und A 13 geht...
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: JC83 am 19.11.2019 14:16
Was Leute in E8 oder E9 haben oder nicht haben, ist doch für dich völlig unerheblich.

Die, die ob ihres Gehalt jammern, ohne etwas dagegen zu tun, kann man idR ohnehin nicht ernst nehmen.

Bewirb dich, und fertig :-)
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 19.11.2019 14:28
Die Diskussion, dass E 13 mehr Einkommen bedeutet als E 8 ist irgendwie sinnlos, wenn es um den Vergleich zwischen E 13 und A 13 geht...
Richtig,
ich finde aber genauso es irgendwie sinnlos, eine Diskussion über den Vergleich E13/ A13 anzustellen.
Wer mit E13 kein bekömmmliches Leben finanzieren kann, weil er andere sieht die mehr haben, der sollte in sich gehen und darüber sinnieren, was ihm am wichtigsten ist.
Und dem TE scheint die Arbeit zu gefallen, dann soll er sich darüber freuen, schauen, ob man ihm evtl. eine Zulage gibt, damit er mehr Geld hat. Natürlich kann man sich über die Dummheit des Staates aufregen, ihn nicht als Nachwuchs zu fördern. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich bin trotz (Fast)Halbierung meines Einkommens Glücklich und zufrieden auf meiner E13er Stelle, weil Geld und Inhalte und Kollegium und Lage stimmen, da pfeife ich auf nen 10Ter mehr.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 19.11.2019 14:34
Und nochmals mehr ärgerlich ist es, weil ich meine Arbeit an sich als erfüllend empfinde und auch meine Kollegen recht gern mag. Deshalb hadere ich mit mir, ob es wert ist "nur" deswegen hier die Segel zu streichen. Und ich muss dazu sagen, dass ich örtlich gebunden bin. Ich kann nicht mal eben z.B. nach NRW gehen.

Es muss ja nicht NRW sein. Im Stadtstaat gibt es ja noch mehr Behörden als Deine oberste.
Du musst halt abwägen, was Dir mehr wert ist. Ein bekanntes und angenehmes berufliches Umfeld und ärgerliche monetäre Rahmenbedingungen oder bessere monetäre Rahmenbedingungen und ein unbekanntes Umfeld.

Die Diskussion, dass E 13 mehr Einkommen bedeutet als E 8 ist irgendwie sinnlos, wenn es um den Vergleich zwischen E 13 und A 13 geht...

Die von mir beschriebene Situation gilt für alle Behörden in diesem Land, vielleicht war ich da etwas ungenau. Ausnahme ist das beschriebene Nachwuchsprogramm. Ich denke, dass ich es auch mal in den Umlandgemeinden versuchen sollte, so weit war ich zugegebenermaßen noch nicht.

Ich weiß immer nicht so richtig, was ich mit dem Argument "ich bekomme aber viel weniger und komme auch zurecht" anfangen soll. Ist natürlich richtig, aber es bringt das Thema in dem Moment dann ja doch nicht weiter.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Organisator am 19.11.2019 14:36
ich finde aber genauso es irgendwie sinnlos, eine Diskussion über den Vergleich E13/ A13 anzustellen.
Naja, wenn man E 13 ist und die Laufbahnbefähigung für die A 13 hat (was z.B. im Bund bei Stufe 3 ein Gehaltsplus von 600 € netto ausmacht) kann man schon ins Grübeln kommen.

Wer mit E13 kein bekömmmliches Leben finanzieren kann, weil er andere sieht die mehr haben, der sollte in sich gehen und darüber sinnieren, was ihm am wichtigsten ist.

Daher auch mein Hinweis zu prüfen, was wichtiger ist. Bekanntes und angenehmes Umfeld und weniger Geld, oder unbekanntes Umfeld und mehr Geld.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Organisator am 19.11.2019 14:38
Ich weiß immer nicht so richtig, was ich mit dem Argument "ich bekomme aber viel weniger und komme auch zurecht" anfangen soll. Ist natürlich richtig, aber es bringt das Thema in dem Moment dann ja doch nicht weiter.

Vielleicht auf Dich bezogen etwas überspitzt: Sei glücklich mit dem, was Du hast (Job-Umfeld und Einkommen) oder ändere was ;)
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: monoplay am 19.11.2019 14:44
Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation bzgl. einer möglichen Verbeamtung (E11 Kommune ~ E12/13 TVöD-L). Jedoch sehe ich die finanziellen Vorteile nur in Verbindung mit den Familienzuschlägen. In meinem Fall würde es bis zum Renteneintritt 70.000€ Netto ausmachen, wenn die familiären Gegebenheiten gleich bleiben würden.

In Deinem Fall können das niemals mehrere hundert € monatlich sein. Hast Du die Jahressonderzahlung berücksichtigt? Die höhere regelmäßige Wochenarbeitszeit? Die Anpassungen der Krankenkasse? Das max. Einstiegsamt (~A10) & Wartezeiten?
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 19.11.2019 14:48
Das soll nicht so klingen, als ob ich mit meinem Gehalt nicht zurechtkäme oder exorbitante Summen fordere, nur ist es bei Vergleich mit verbeamteten Kollegen in gleichen Positionen durchaus mal ein Gehaltsunterschied von 300 € netto und mehr, je nach Krankenkasse. Und ich will hier wirklich niemanden vor den Kopf stoßen, aber ich bekomme netto 2400€, abzgl. Jobticket usw. sind es etwas über 2200€. Das ist für sieben Jahre Ausbildung wirklich nur so mittel.

Vor den Kopf gestoßen habe ich mich auch nicht gefühlt, alles gut.

Ich kann sogar verstehen, dass man als ausgebildeter Jurist dann auch ein bisschen mehr erwartet. Das ist in der Tat ja nicht wirklich viel mehr, als ich z. B. erhalte. Da würde ich es vielleicht auch anstreben, mehr zu erhalten.

Ich sehe das "Ziel Verbeamtung" aber halt auch nicht so als "DAS Nonplusultra" an, das man unbedingt erreichen muss, sondern immer als eine Frage, was am vorteilhaftesten für einen ist.

Wenn du auf deiner jetzigen Stelle nicht verbeamtet werden kannst, bleibt halt nur entweder in die PW zu gehen oder woanders verbeamtet zu werden. Und seh's mal so: Auch wenn du dich da, wo du gerade bist, wohlfühlst … wer sagt, dass du es dich woanders nicht könntest?

Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Feidl am 19.11.2019 14:49
Das soll nicht so klingen, als ob ich mit meinem Gehalt nicht zurechtkäme oder exorbitante Summen fordere, nur ist es bei Vergleich mit verbeamteten Kollegen in gleichen Positionen durchaus mal ein Gehaltsunterschied von 300 € netto und mehr, je nach Krankenkasse. Und ich will hier wirklich niemanden vor den Kopf stoßen, aber ich bekomme netto 2400€, abzgl. Jobticket usw. sind es etwas über 2200€. Das ist für sieben Jahre Ausbildung wirklich nur so mittel.
Berücksichtige bitte aber auch die Sonderzahlung. Die wird bei dem Vergleich gerne vergessen.

Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.
Pauschal darf man das aber nicht sehen. Gibt durchaus auch den Unterschied in andere Richtung, dann wenn z.B. A10 vs. E12 TvÖD (bei gleicher Tätigkeit und Erfahrung). Da sind es dann auch mal 300-500€ netto mehr (inkl. der Berücksichtigung von Sonderzahlung und PKV) für den TB.

Aber es stimmt natürlich TV-L E13 gegen A13 ist natürlich ein Witz.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: JC83 am 19.11.2019 15:36

Gibt durchaus auch den Unterschied in andere Richtung, dann wenn z.B. A10 vs. E12 TvÖD (bei gleicher Tätigkeit und Erfahrung). Da sind es dann auch mal 300-500€ netto mehr (inkl. der Berücksichtigung von Sonderzahlung und PKV) für den TB.

Mit dem kleinen Unterschied, dass diese Konstellation wenig bis überhaupt nicht in der Realität vorkommen dürfte. Auf jeden Fall dann nicht, wenn die besagte Stelle auf A10 "begrenzt" ist.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 19.11.2019 19:35
ich finde aber genauso es irgendwie sinnlos, eine Diskussion über den Vergleich E13/ A13 anzustellen.
Naja, wenn man E 13 ist und die Laufbahnbefähigung für die A 13 hat (was z.B. im Bund bei Stufe 3 ein Gehaltsplus von 600 € netto ausmacht) kann man schon ins Grübeln kommen.
Ja, wenn man das Geld als aktuelle wichtigste Prämisse ansieht.
Hätte ich mich seinerzeit für die Beamtenlaufbahn entschieden, dann wäre ich sehr wahrscheinlich nicht so zufrieden, wie jetzt (auch mit A15 nicht).
Ich bin jetzt wieder von Beamten umgeben und kenne deren Lebensläufe: Nö, so viel Seele möchte ich nicht verkaufen um Karriere zu machen, die sind größtenteils erst wieder sie selbst, wenn sie am Beförderungsende angekommen sind und sonst doch arg BeförderungsWegGesteuert.
Da hatte ich mehr selbstbestimmtes Handeln. (sowohl im öD als auch pW)
Für nen Juristen kann ich es eher verstehen.

Zitat
Wer mit E13 kein bekömmmliches Leben finanzieren kann, weil er andere sieht die mehr haben, der sollte in sich gehen und darüber sinnieren, was ihm am wichtigsten ist.

Daher auch mein Hinweis zu prüfen, was wichtiger ist. Bekanntes und angenehmes Umfeld und weniger Geld, oder unbekanntes Umfeld und mehr Geld.
Eben! Wo bekanntes nicht entscheidend ist, wechseln sollte man ja auch mal um was zu erleben. Aber nicht so wie die armen Beamten: Wechseln um der Beförderung wegen.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Tagelöhner am 19.11.2019 19:51
Die Ausführungen von WasDennNun bzgl. des Beamtentums kann ich bestätigen.

Das System dahinter (periodische Regelbeurteilungen, Stellenknappheiten inkl. Beförderungsfrust, fragwürdige Dienstpostenbewertungen usw.) führt in der Praxis mitunter in aller Regel zu einem gewaltigen Duckmäusertum und einer kilometerlangen Schleimspur.

Auf Dauer muss man charakterlich schon dazu geboren sein, das auszuhalten und einfach mitspielen. Die Meisten gehen daran im Laufe des Berufslebens innerlich aber spürbar zu Grunde, was man gut dadurch sehen kann, dass den für das eigene berufliche Fortkommen verantwortlichen Entscheidungsträgern (auch Chefs genannt) vordergründig Engagement, Sympathie und Linientreue geheuchelt wird, hinter vorgehaltener Hand wird dann aber ordentlich gelästert.

Je nach Konkurrenzdruck und Stellensituation gibt es auch innerhalb der Belegschaft gerne ein "Hauen und Stechen" um die Gunst der nächsten Beförderung. Wer diesen Leidensdruck dann einige Jahrzehnte ausgehalten und Gewissheit darüber hat, dass er am Ende der beruflichen Fahnenstange angelangt ist, lebt es dann gerne mal in aller Dreistigkeit aus und erfüllt viele beamtentypische Klischees.  :)

Man verkauft in gewisser Weise tatsächlich seine Seele, und wer wird schon gerne ein Leben lang alimentiert anstatt einen ordentlichen Lohn zu erhalten  ;D
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 19.11.2019 20:02
Bislang war ich immer der Meinung, dass sich der öffentliche Dienst finanziell nur lohnt, wenn man die Vorteile des Berufsbeamtentums „mitnehmen“ kann.
Ich weiß immer nicht so richtig, was ich mit dem Argument "ich bekomme aber viel weniger und komme auch zurecht" anfangen soll. Ist natürlich richtig, aber es bringt das Thema in dem Moment dann ja doch nicht weiter.
Dann mal anders Formuliert:
Wer nur des Geldes wegen Beamter werden will (so ja deine Argumentation), der muss sich auch im klaren sein, was man alles damit aufgibt und welche Wege er gehen muss.
Und von daher kann ich dir nur anraten: Gehe Weg aus dem öD solange du noch kannst.
Wg. vermittelbar: Ja sicher, es gibt sicher genug Firmen, die dein Know How aus dem öD zu schätzen wissen.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Bastel am 19.11.2019 20:30

In Deinem Fall können das niemals mehrere hundert € monatlich sein. Hast Du die Jahressonderzahlung berücksichtigt? Die höhere regelmäßige Wochenarbeitszeit? Die Anpassungen der Krankenkasse? Das max. Einstiegsamt (~A10) & Wartezeiten?

Wusste garnicht, dass Juristen mit A10 anfangen ;D
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: MaxMustermann90 am 20.11.2019 07:34
Nimm es mir nicht krumm, aber was reizt einen als Volljurist bitte am öD? Vielleicht habe ich auch vollkommen falsche Vorstellungen, was die Verdienstmöglichkeiten anbelangt als angestellter Jurist in der pW oder gar als selbstständiger Anwalt in einer eigenen Kanzlei, aber eine E13 sollte da eigentlich keine Option sein.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: was_guckst_du am 20.11.2019 08:44
..die Juristerei in der fW ist heute schon längst kein Garant mehr für ein gutes finanzielles Auskommen (ausser man hat einen Prädikatsabschluss oder kann in Papas kanzlei einsteigen)...viele fristen ein Angestelltendasein, in dem die aufzuwendenden Arbeitsstunden in keinem guten Verhältnis zum Verdienst liegen...oder befinden sich (zumeist aus der Not heraus geboren) in keiner gut laufenden Selbständigkeit...

...allein im zu meiner Behörde gehörenden Jobcenter sind von 350 Mitarbeitern ca. 50 Juristen (zum Teil mit Doktortitel), die zum überwiegenden Teil auf nach EG 9c bewertete Stellen sitzen (weil sie mit ihren Dreierexamen - oder schlechter - nirgendwo unterkommen)...
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 20.11.2019 08:54
Nimm es mir nicht krumm, aber was reizt einen als Volljurist bitte am öD? Vielleicht habe ich auch vollkommen falsche Vorstellungen, was die Verdienstmöglichkeiten anbelangt als angestellter Jurist in der pW oder gar als selbstständiger Anwalt in einer eigenen Kanzlei, aber eine E13 sollte da eigentlich keine Option sein.
Da die Mehrheit der Führungsstellen im öD mit Juristen besetzt werden, erübrigt sich die Frage.
Korrekt meinst du wohl eher, was reizt einen Volljuristen nicht im hD seine Karriere zu starten!
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Feidl am 20.11.2019 09:34

Gibt durchaus auch den Unterschied in andere Richtung, dann wenn z.B. A10 vs. E12 TvÖD (bei gleicher Tätigkeit und Erfahrung). Da sind es dann auch mal 300-500€ netto mehr (inkl. der Berücksichtigung von Sonderzahlung und PKV) für den TB.

Mit dem kleinen Unterschied, dass diese Konstellation wenig bis überhaupt nicht in der Realität vorkommen dürfte. Auf jeden Fall dann nicht, wenn die besagte Stelle auf A10 "begrenzt" ist.
Ich hab das Beispiel nicht gewählt, weil es reine Theorie ist, sondern weil ich es gut kenne. Ja, der Dienstposten ist nicht A10 begrenzt, bringt einem nur nicht wirklich viel, außer der Hoffnung irgendwann befördert zu werden, während man in der ganzen Zeit schon als E12er gutes Sümmchen angehäuft haben könnte.


Das System dahinter (periodische Regelbeurteilungen, Stellenknappheiten inkl. Beförderungsfrust, fragwürdige Dienstpostenbewertungen usw.) führt in der Praxis mitunter in aller Regel zu einem gewaltigen Duckmäusertum und einer kilometerlangen Schleimspur.

Auf Dauer muss man charakterlich schon dazu geboren sein, das auszuhalten und einfach mitspielen. Die Meisten gehen daran im Laufe des Berufslebens innerlich aber spürbar zu Grunde, was man gut dadurch sehen kann, dass den für das eigene berufliche Fortkommen verantwortlichen Entscheidungsträgern (auch Chefs genannt) vordergründig Engagement, Sympathie und Linientreue geheuchelt wird, hinter vorgehaltener Hand wird dann aber ordentlich gelästert.

Je nach Konkurrenzdruck und Stellensituation gibt es auch innerhalb der Belegschaft gerne ein "Hauen und Stechen" um die Gunst der nächsten Beförderung. Wer diesen Leidensdruck dann einige Jahrzehnte ausgehalten und Gewissheit darüber hat, dass er am Ende der beruflichen Fahnenstange angelangt ist, lebt es dann gerne mal in aller Dreistigkeit aus und erfüllt viele beamtentypische Klischees.  :)

Man verkauft in gewisser Weise tatsächlich seine Seele, und wer wird schon gerne ein Leben lang alimentiert anstatt einen ordentlichen Lohn zu erhalten  ;D
Hab davon noch nicht soviel mitbekommen (außer die Beamtenklischees  ;D). Bin wohl noch nicht lang genug dabei oder es gibt es hier in der Form nicht  ???
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Bastel am 20.11.2019 09:38
Ich glaube sehr viele kennen eher die Konstellation E10 / A10-A11.

Wenn man dann das E10 Gehalt mit A11 rein monetär vergleicht, sinkt die Motivation gewaltig. Von E12 auf A9/A10 zu gehen, ist meiner Meinung nach schon mutig.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Kryne am 20.11.2019 09:54
Also bei uns (Kommune, ca. 30k Einwohner) gibt's einen Hauptamtsleiter (Jurist) mit A15. Der kam sogar ohne vorherige Erfahrung im ÖD hierher, meines Wissens nach sogar fast ziemlich frisch nach dem Studium.

Dann gibt's noch Leitung der Personalabteilung, ebenfalls ein Jurist mit A14.

Mehr Juristen haben wir nicht.

Aber das in einer doch recht kleinen Kommune. Da solltest du eigentlich kaum ein Problem haben in einer anderen Behörde irgendwo als Beamter mit A13-A15 unterzukommen.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: clarion am 20.11.2019 20:19
Hallo, in Niedersachsen gibt es sowohl bei den Kommunen wie auch in Landesdienst jede Menge Stellenausschreibungen für Juristen. Höhere Dienste müssen dann die Befähigung zum Richteramt haben. Bewirb dich doch einfach. Es gibt sicher auch im Umland geeignete Stellen.

Ich bin übrigens vor ein paar Jahren von E13/2 in A13/8 gewechselt, der Unterschied war monatlich netto 4stellig, die PKV hat das Netto natürlich wieder etwas geschmälert. Außerdem kam die A14 im Nullkommanichts nach der Mindestwartezeit oben drauf. Bis zur Verbeamtung habe ich mich mit den Systemunterschieden nicht befasst, fühlte mich aber doch veräppelt. Einerseits freut man sich über die Kohle, fühlt sich aber gleichzeitig betrogen, denn als Beamter übe ich denselben Job aus wie als Tarifangestellte, wo ich eine Elternzeitvertretung inne hatte. Insofern verstehe ich den TE durchaus.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: yamato am 21.11.2019 06:43
..die Juristerei in der fW ist heute schon längst kein Garant mehr für ein gutes finanzielles Auskommen (ausser man hat einen Prädikatsabschluss oder kann in Papas kanzlei einsteigen)...viele fristen ein Angestelltendasein, in dem die aufzuwendenden Arbeitsstunden in keinem guten Verhältnis zum Verdienst liegen...oder befinden sich (zumeist aus der Not heraus geboren) in keiner gut laufenden Selbständigkeit...

Kann ich aus meinem Job heraus, in dem ich sehr viele Auskünfte über Einkünfte erhalte bestätigen.
Selbstständige mit eigener Kanzlei, die zumindest laut Steuerbescheid weniger verdienen als ich. Angestellte Rechtsanwälte mit 1600 - 2000 € netto.
Wenn man in einer Firma mit Tarifbindung unterkommt hat man Glück, da Volljuristen in den meisten Tarifsystemen  relativ weit oben angesiedelt sind. Stellen in internationalen Wirtschaftskanzleien werden auch gerne mit sechsstelligen Jahreseinkommen vergolten, bedeuten aber auch 12- 16 Stunden Arbeit am Tag.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Infa am 21.11.2019 08:49
Ich denke mal, dass für einen Volljuristen die E13 gerade in den Anfangsjahren nicht gerade zufrieden stellt.

Zwischen A13 und E13 sind aufgrund der Sozialversicherungen Welten. Bei E8/A8 oder was auch immer, macht sich das kaum bemerkbar. Ohne die PKV zu berücksichtigen macht das im Jahr Netto bei ca. 9.000€. Bei einem gesunden jungen Menschen gehen vielleicht nochmal 3000€ PKV weg.

Sorry aber das ist nicht richtig. Ein Volljurist der als Rechtsanwalt in einer normalen Kanzlei tätig ist, leckt sie die Finger nach dem E13 Gehalt. Man muss hierbei auch stets die Arbeitszeit beachten. ca. 39-41h pro Woche ist als Rechtsanwalt völlig unmöglich. Ich kenne Gehälter die bis 3000 Euro Brutto gehen bei Arbeitszeiten jenseits von Gut und Böse.

Wer ein vollbefriedigendes Staatsexamen hat, da möge das wohl anders aussehen aber wer hat das schon und vor allem wenn es der öD sein muss, dann geht die Richtung zum Richteramt/Staatsanwalt.


Wer behauptet das E13 zu wenig ist, hat auf der Autobahn des Lebens leider die falsche Abfahrt genommen.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Spid am 21.11.2019 09:42
Es gibt halt zu viele mittelmäßige Juristen. Die besten mit Prädikatsexamen fischen die Top-Kanzleien und -Beratungen mit sechsstelligen Einstiegsgehältern ab, wer dann übrig bleibt, versucht es als Richter und der Rest hat die Wahl zwischen prekärer Selbständigkeit und mittelmäßig bis schlecht bezahlter abhängiger Beschäftigung.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: WasDennNun am 21.11.2019 10:25
Wer behauptet das E13 zu wenig ist, hat auf der Autobahn des Lebens leider die falsche Abfahrt genommen.
Oder die falsche Vergleichsbrille auf.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Mayday am 21.11.2019 16:26
Wer behauptet das E13 zu wenig ist, hat auf der Autobahn des Lebens leider die falsche Abfahrt genommen.
Oder die falsche Vergleichsbrille auf.

Ich finde das Nettogehalt bei E-13 für die dafür erforderliche Qualifikation tatsächlich  etwas dürftig. Bei vergleichbarer Steuerklasse (4 statt 1) habe ich mit A9 + 1/2 Familienzuschlag Stufe 1 + Stellen- und Schichtzulage  (DuZ) nur etwa 100 € netto weniger. Der PKV- Beitrag ist da schon berücksichtigt...
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: BAT am 21.11.2019 16:41
Ihr solltet mal unsere Unterlagen zum Elternunterhalt sehen.

Auch mit der Nichtbeachtung von Einkommen unter 100.000,00 € jährlich bleiben noch so einige über, die Zahlen müssen. Im Vergleich ist einerseits die Entgelttabelle andererseits aber auch die Besoldungstabelle, vor allem jene mit B, ein Witz.

Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: BStromberg am 22.11.2019 06:50
Das Thema ist aber mal saftig abgedriftet... die letzten zehn Posts sind ja nur noch Einkommens-Schwanzvergleich  ;)

Fehlt eigentlich bloß noch ein Beitrag zur Ungleichbehandlung Bund/Land, dann wird die Sache rund!
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 01.12.2019 09:58
Es gibt halt zu viele mittelmäßige Juristen. Die besten mit Prädikatsexamen fischen die Top-Kanzleien und -Beratungen mit sechsstelligen Einstiegsgehältern ab, wer dann übrig bleibt, versucht es als Richter und der Rest hat die Wahl zwischen prekärer Selbständigkeit und mittelmäßig bis schlecht bezahlter abhängiger Beschäftigung.

Stimmt nur teilweise. Wir haben hier auf Bewerbungsverfahren regelmäßig auch unter den geschilderten Bedingungen noch weit mehr als 50 Bewerbungen, auch von Leuten mit sehr anständigen Noten. Das sind dann tatsächlich oft Frauen (ist wohl immer noch so) so Anfang bis Mitte 30, die es mal in einer Kanzlei versucht haben, jedoch schnell gemerkt haben, dass dieser Arbeitsalltag nicht mit den eigenen Vorstellungen von Familienplanung unter einen Hut zu bringen ist- man denke nur an die nahezu unbegrenzten Teilzeitmöglichkeiten hier. Auch auf Grund der massiven Überlastung der Justiz bei viel zu wenig Personal, lässt es sich vergleichsweise wohl nirgends so entspannt arbeiten, wie z.B. in einem Ministerium oder sonstigen Oberbehörde.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: totoughtotame am 01.12.2019 10:04
Hallo, in Niedersachsen gibt es sowohl bei den Kommunen wie auch in Landesdienst jede Menge Stellenausschreibungen für Juristen. Höhere Dienste müssen dann die Befähigung zum Richteramt haben. Bewirb dich doch einfach. Es gibt sicher auch im Umland geeignete Stellen.

Ich bin übrigens vor ein paar Jahren von E13/2 in A13/8 gewechselt, der Unterschied war monatlich netto 4stellig, die PKV hat das Netto natürlich wieder etwas geschmälert. Außerdem kam die A14 im Nullkommanichts nach der Mindestwartezeit oben drauf. Bis zur Verbeamtung habe ich mich mit den Systemunterschieden nicht befasst, fühlte mich aber doch veräppelt. Einerseits freut man sich über die Kohle, fühlt sich aber gleichzeitig betrogen, denn als Beamter übe ich denselben Job aus wie als Tarifangestellte, wo ich eine Elternzeitvertretung inne hatte. Insofern verstehe ich den TE durchaus.

Danke, da werde ich mich auf jeden Fall mal umsehen. Aufpassen muss man nur bei den Personalpools in den Flächenstaaten, da ist dann als Einsatzgebiet von Borkum bis Braunlage im halbjährigen Wechsel alles dabei. 
Und du bringst es sehr gut auf den Punkt; es geht gar nicht so sehr um die absoluten Summen, sondern um das Gefühl, scheinbar veräppelt zu werden und das bewusste Inkaufnehmen einer Zweiklassengesellschaft. Wenn mann mal in vergleichbaren Foren für Lehrer schaut, sieht man, dass das dort ja ein genauso großes Thema ist, seit die Länder dort wieder regelmäßig verbeamten.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: Spid am 01.12.2019 10:42
Was sollte an einer uniformen Gesellschaft gegenüber einer mehrklassigen Geselschaft erstrebenswerter/besser/vorteilhafter sein? Hat das krachende Scheitern jedweder sozialistischer Experimente im großen Stil uns nicht was anderes gezeigt?
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: nichts_tun am 01.12.2019 14:31
Es gibt halt zu viele mittelmäßige Juristen. Die besten mit Prädikatsexamen fischen die Top-Kanzleien und -Beratungen mit sechsstelligen Einstiegsgehältern ab, wer dann übrig bleibt, versucht es als Richter und der Rest hat die Wahl zwischen prekärer Selbständigkeit und mittelmäßig bis schlecht bezahlter abhängiger Beschäftigung.

Soweit so richtig. Allerdings ist bspw. die Tätigkeit eines Richters durchaus attraktiv (richterliche Unabhängigkeit, Recht fällen etc.), unabhängig von der Entlohnung. Allerdings sind die R-Besoldungen schon erschreckend niedrig, zumindest in der R1 und R2. Eine Steigerung der Vergütung wäre aus meiner Sicht anzustreben, um das Amt angemessen zu alimentieren (als erste würde ich die Stufen in den Besoldungsgruppen R1 und R2 abschaffen oder zumindest straffen).

Danke, da werde ich mich auf jeden Fall mal umsehen. Aufpassen muss man nur bei den Personalpools in den Flächenstaaten, da ist dann als Einsatzgebiet von Borkum bis Braunlage im halbjährigen Wechsel alles dabei. 
Und du bringst es sehr gut auf den Punkt; es geht gar nicht so sehr um die absoluten Summen, sondern um das Gefühl, scheinbar veräppelt zu werden und das bewusste Inkaufnehmen einer Zweiklassengesellschaft. Wenn mann mal in vergleichbaren Foren für Lehrer schaut, sieht man, dass das dort ja ein genauso großes Thema ist, seit die Länder dort wieder regelmäßig verbeamten.

Du fühlst dich veräppelt, weil es unterschiedliche Vergütungssysteme gibt und du in das eine nicht kommst? Ja, das ist der gute alte Neid...
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Beitrag von: Legends277 am 12.12.2019 14:22
Hat jemand hier Erfahrung damit und stieg eventuell auch erst im Laufe seines Tarifbeschäftigten-Daseins ins Beamtentum ein?
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: nichts_tun am 12.12.2019 16:16
@Legends277: Prinzipiell wäre das eine Frage, die in das entsprechende Unterforum für Beamte gehört. Das Beamtenrecht ist bei Bund/Land in Detailfragen unterschiedlich geregelt.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: FGL am 12.12.2019 16:57
Hat jemand hier Erfahrung damit und stieg eventuell auch erst im Laufe seines Tarifbeschäftigten-Daseins ins Beamtentum ein?
Der Leiter unserer Gehaltsstelle. Angefangen als Verwaltungsfachangestellter, dann AL II, Verbeamtung in LG 1.2., Aufstieg in LG 2.1., im nächsten Jahr steht die Beförderung zum Oberinspektor an.
Titel: Antw:Verbeamtung
Beitrag von: clarion am 12.12.2019 23:29
Ich bin im technischen Dienst verbeamtet, nachdem ich nicht ganz 15 Jahre tarifbeschäftigt war. Für mich hat es sich finanziell gelohnt.