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offene Foren => allgemeine Diskussion => Thema gestartet von: MilesDavis am 07.12.2019 09:16

Titel: Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: MilesDavis am 07.12.2019 09:16
Hallo zusammen,

ich möchte gerne mal vin erfahrenen ÖD-Personalern wissen, was bei der Auswahlentscheidung für/gegen einen Kandidaten eigentlich wie viel zählt. Die schriftlichen Dokumente, die man einreicht, sind zweifellos essentiell. Sie bilden ja die Grundlage, auf der dann im Vorstellungsgespräch entschieden wird, wen man nimmt.

Was mich nun konkret interessiert: Inwieweit kann man im VG durch die gegebenen Antworten und das Auftreten allgemein noch Konkurrenten "ausstechen", die auf dem Papier (von den Abschlüssen, Benotungen) die besseren Kandidaten sind?

Ich selbst habe Master, Doktor, diverse Fortbildungen und gute sowie sehr gute Arbeitszeugnisse + viel Arbeitserfahrung. Egal wo ich mich bewerbe, ich werde fast immer zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Jetzt hat es auch zum Glück geklappt mit meiner Wunsch-Stelle, aber viele Jahre lang war das anders.

Ich konnte bisher im VG scheinbar nicht wirklich überzeugen. Hatte in den letzten 4 Jahren an die 30 Vorstellungsgespräche. Nur bei zweien davon gab es eine positive Rückmeldung. Bei dem einen sogar eine herausragend Positive. Sonst aber eben kamen gar keine Rückmeldungen.

Daher aus Interesse: Wie wichtig ist der VG-Eindruck? Ich hatte einmal nach meinem VG eine telefonische Rückmeldung, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich bei einer Frage, wo ich meine größten Erfolge nennen sollte, nicht so recht punkten konnte. Da stelle ich mir einfach die Frage: Im Ernst jetzt? Meine Arbeitszeugnisse listen Erfolge en detail auf. Und die Personalerin findet, dass ich das nicht "groß" genug herausgestellt habe...aber gut, so ist das dann wohl eben.

Wenn einige Personaler mir hier eine Rückmeldung geben könnten, wäre das nett. Ohne arrogant wirken zu wollen, denke ich, dass ich bei diversen Stellen auf dem Papier durchaus der ideale Kandidat wäre (dass ich eingeladen werden, legt meine grundsätzliche Eignung ja auch nahe). Da ich aber so gut wie immer dann doch Absagen erhalte, scheint der Auftritt im VG (den andere scheinbar souveräner hinbekommen) dann doch sehr viel Bedeutsamer als das, was irgendwo steht, was man (angeblich) kann. Liege ich richtig mit dieser Wahrnehmung?

Besonders irritiert bin ich immer, weil ich gerne vor Menschen sprechen, selbstbewusst auftrete und auch kein Bisschen aufgeregt bin bei den Gesprächen. Ich habe schon viele Workshops moderiert und auch eine Moderationsausbildung gemacht. Ich kann fast alle Fragen umfänglich beantworten und gehe immer sehr gut vorbereitet in die VG. Dass es dennoch so oft nicht klappt, kann ich mir einfach nicht erklären.

Gibt es da Punkte-Listen, anhand derer die Bewerber beurteilt werden? Zählt der subjektive Eindruck? Und wenn ja, wie wird der objektiviert?

Danke vorab!
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Tagelöhner am 07.12.2019 10:12
Du unterschätzt ganz gewaltig den "Nasenfaktor", der bei zwischenmenschlichen Interaktionen/Verhältnissen eine große Rolle spielt.

Außerdem würde es mich gerade im Öffentlichen Dienst (der natürlich attraktiv für kompetente Idealisten sein kann, aber auch gerne als Sammelbecken für alles, was in der freien Wirtschaft nicht lange überleben würde herhalten muss) nicht wundern, wenn charakterschwache und sehr auf den eigenen Vorteil bedachte Entscheidungsträger personelle Auswahlentscheidungen nach Gesichtspunkten treffen, die dazu beitragen mittel-/langfristig die Konkurrenzdichte in den eigenen Reihen niedrig zu halten und bereits potenzielle spätere Abwanderungsgefahr von (gutem) Personal direkt kleiner zu halten.

So ein Beispiel habe ich selber erst vor einigen Jahren miterleben dürfen. Es gab definitiv kompetentere Bewerber, mit förderlicher Berufserfahrung und gefestigterem Charakter. Man entschied sich dann trotzdem unter Berufung auf ganz andere Argumente für einen Frischling.

Die maßgeblichen Entscheider gewichteten einfach positive Argumente höher, die ihren Favoriten bevorteilen und negative Argumente für die Konkurrenten höher, um diese zu disqualifizieren. Voilà fertig ist die Negativauslese.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: WasDennNun am 07.12.2019 10:55
Sonst aber eben kamen gar keine Rückmeldungen.
Zu Recht, da man mit jeder Rückmeldung sich angreifbar macht, ist zwar schade, aber es gibt ja genug die darauf warten klagen zu können.
Zitat
Daher aus Interesse: Wie wichtig ist der VG-Eindruck? Ich hatte einmal nach meinem VG eine telefonische Rückmeldung, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich bei einer Frage, wo ich meine größten Erfolge nennen sollte, nicht so recht punkten konnte. Da stelle ich mir einfach die Frage: Im Ernst jetzt? Meine Arbeitszeugnisse listen Erfolge en detail auf. Und die Personalerin findet, dass ich das nicht "groß" genug herausgestellt habe...aber gut, so ist das dann wohl eben.
Na, daran erkennt man ja eben auch die Qualität der Personalerin (s.o.)

Zitat
Wenn einige Personaler mir hier eine Rückmeldung geben könnten, wäre das nett. Ohne arrogant wirken zu wollen, denke ich, dass ich bei diversen Stellen auf dem Papier durchaus der ideale Kandidat wäre (dass ich eingeladen werden, legt meine grundsätzliche Eignung ja auch nahe). Da ich aber so gut wie immer dann doch Absagen erhalte, scheint der Auftritt im VG (den andere scheinbar souveräner hinbekommen) dann doch sehr viel Bedeutsamer als das, was irgendwo steht, was man (angeblich) kann. Liege ich richtig mit dieser Wahrnehmung?
Unabhängig von den von @Tagelöhner geschilderten Hürden; da du ja nicht weißt, wer die anderen Kandidaten waren und wie deren Papierlage war, ist es natürlich schwierig deiner Wahrnehmung zu folgen.
Kann ja sein, dass du der schlechteste aller Kandidaten warst, oder eben der beste auf dem Papier.
Zitat
Gibt es da Punkte-Listen, anhand derer die Bewerber beurteilt werden? Zählt der subjektive Eindruck? Und wenn ja, wie wird der objektiviert?
Bei uns zählen auch die subjektive Eindrücke zu Fragestellungen wie: Wie passt der in das bestehende Team, wird er lange bleiben,  unterfordert sein, ....
Objektiviert wird das, in dem die Teilnehmer des VG hier eben jeden dieser in Frage stehenden Punkt bewertet (benotet) und man dann dieses Abgleicht.
Bei fachlich fokusierten, spezialisierten  Stellen, sind zukünftige Kollegen bei uns mit im VG, so dass dort auch Fachfragen gestellt werden um die Kompetenz abzuprüfen.
Und bei uns werden zusätzlich Punkte aus der "Papierform" konkretisiert und hinterfragt,
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: MilesDavis am 07.12.2019 14:57
Danke schon mal für die Rückmeldungen! :-)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: werop am 07.12.2019 19:22
Ich bin kein Personaler. Das erste was mir in den Sinn kam war: zu hohe Gehaltsvorstellungen? Bist Du bereits im ÖD und kennst Dich hinsichtlich Eingruppierung aus?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: RsQ am 07.12.2019 19:51
Ich bin kein Personaler. Das erste was mir in den Sinn kam war: zu hohe Gehaltsvorstellungen? Bist Du bereits im ÖD und kennst Dich hinsichtlich Eingruppierung aus?

Inwiefern "Gehaltsvorstellungen"? Bei den meisten Ausschreibungen steht die EG ja schon dabei, man hat also eine gewisse Orientierung. Es kann natürlich sein, dass man sich vorab bei den Stufen "verschätzt", aber prinzipiell wird man im öD auch gar nicht nach Gehaltsvorstellungen gefragt.

Ich hatte kürzlich aber eine Bewerbung bei einem Unternehmen in Landeshand (eigener TV) - da habe ich im Nachhinein schon das Gefühl, vielleicht zu hoch gepokert zu haben. Das Vorstellungsgespräch fand ich sehr positiv, aber die Stelle bekam jemand anderes. Was da letztlich entscheidend war, wird man leider nie erfahren.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: 512BB am 07.12.2019 21:26
Zitat von: MilesDavis link=topic=113046.msg155269#msg155269 date

... wo ich meine größten Erfolge nennen sollte, nicht so recht punkten konnte.

[/quote

Jemanden, der das aus dem Privat-TV bekannten, "Punkten können", schauder, benutzt, sich für den höh. Dienst, oder ab EG13 mit UNI-Studium vorstellt, könnte bei mir max. Dienstwagenfahrer mit Sprechverbot werden! ;-)
Aus dem Rest ihrer Anfrage, folgere ich, man will sie nicht haben, da sie mehr kaputt machen, als reparieren würden, Effizienz ihren pot. Arbeitgeber wichtiger als Effektifität ist.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: 2strong am 07.12.2019 23:43
Und Du bist dann sein Kollege mit Schreibverbot? 😉
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: clarion am 08.12.2019 00:45
Hallo Miles,

ich habe eine ähnliche Vita wie Du. Auch für mich war es nicht so einfach. Ich habe ein gutes Jahr gesucht, und vielleicht 15 Vorstellungsgespräche. Schlussendlich bin ich über eine Elternzeitvertretung reingerutscht, wo ich mich bewähren konnte, so dass man mich gerne entfristet hat. Mir wurde nachher durch die Blume mitgeteilt, dass man mich anfangs für überqualifiziert gehalten hat, der nun nur Plan B wahrnimmt und der Wissenschaft hinterher trauert. Dabei hatte und habe ich die Nase gestrichen voll von dem wissenschaftlichen Kannibalismus, der mangelnden Praxisrelevanz und nicht zuletzt der prekären Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft.

Jetzt mit ein paar Jahren Abstand und dem Anblick anderer promovierter Kollegen muss ich feststellen, dass die Jahre als Wissenschaftler im Einzelfall tatsächlich zu Personlichkeitsentwicklungen führen können, die man im Amt nicht so gebrauchen kann, insbesondere was die Kommunikation mit normalen oder auch einfach gestrickten Bürgern angeht.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: 512BB am 08.12.2019 00:59
Und Du bist dann sein Kollege mit Schreibverbot? 😉

Würde ich werden müssen!   ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: 512BB am 08.12.2019 01:38
... dass die Jahre als Wissenschaftler im Einzelfall tatsächlich zu Personlichkeitsentwicklungen führen können, die man im Amt nicht so gebrauchen kann, insbesondere was die Kommunikation mit normalen oder auch einfach gestrickten Bürgern angeht.

Dem kann ich nur zustimmen. Mit einer Empfehlung: Diese "Persönlichkeitsentwicklungen" sollten sie nicht zu ver"strickungen" werden lassen. ;-)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: MilesDavis am 08.12.2019 06:18
Mir wurde nachher durch die Blume mitgeteilt, dass man mich anfangs für überqualifiziert gehalten hat, der nun nur Plan B wahrnimmt und der Wissenschaft hinterher trauert.

Hallo Clarion,

danke für deine Sachstandsschilderung. Dass ich meine Qualifikation nicht so sehr herausstellen soll, um nicht als überqualifiziert zu gelten (etwa bei Stellen, die nur nach E12 bewertet sind), wurde mir in einem Coaching auch bereits vermittelt (E13 oder E14 Stellen sind in meinem Bereich außerhalb der Hochschule rar).

Dennoch kommt in VG natürlich doch immer die Frage, warum ich mich mit meinen Qualifikationen auf diese Stelle bewerbe. Das beantworte ich dann mit echtem Interesse an den Aufgaben etc., aber vielleicht überzeuge ich da nicht wirklich.

Dass die wissenschaftliche Tätigkeit bei mir zu einer Charakterentwicklung führte, die letztlich darin resultiert, dass ich in der Verwaltung anecke bzw. als "problematisch" oder "anders" kommunikativ wahrgenommen werden, habe ich auch bereits vermutet (weil ich in einem anderen Kontext schon die Rückmeldung erhielt, dass ich doch arg wissenschaftlich rede, was als Arroganz ausgelegt wurde, obgleich ich nur einfach darlegen wollte, dass das von mir gesagte auf seriösen Studien basiert).
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: WasDennNun am 08.12.2019 11:38
... dass die Jahre als Wissenschaftler im Einzelfall tatsächlich zu Personlichkeitsentwicklungen führen können, die man im Amt nicht so gebrauchen kann, insbesondere was die Kommunikation mit normalen oder auch einfach gestrickten Bürgern angeht.

Dem kann ich nur zustimmen. Mit einer Empfehlung: Diese "Persönlichkeitsentwicklungen" sollten sie nicht zu ver"strickungen" werden lassen. ;-)
Ist bei mir umgekehrt, meine "Persönlichkeitsentwicklung" als Wissenschaftler schafft mir Zugang und Gehör zu diesen ganz normalen Verwaltungsmenschen.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: WasDennNun am 08.12.2019 11:46
Mir wurde nachher durch die Blume mitgeteilt, dass man mich anfangs für überqualifiziert gehalten hat, der nun nur Plan B wahrnimmt und der Wissenschaft hinterher trauert.

Hallo Clarion,

danke für deine Sachstandsschilderung. Dass ich meine Qualifikation nicht so sehr herausstellen soll, um nicht als überqualifiziert zu gelten (etwa bei Stellen, die nur nach E12 bewertet sind), wurde mir in einem Coaching auch bereits vermittelt (E13 oder E14 Stellen sind in meinem Bereich außerhalb der Hochschule rar).

Dennoch kommt in VG natürlich doch immer die Frage, warum ich mich mit meinen Qualifikationen auf diese Stelle bewerbe. Das beantworte ich dann mit echtem Interesse an den Aufgaben etc., aber vielleicht überzeuge ich da nicht wirklich.

Dass die wissenschaftliche Tätigkeit bei mir zu einer Charakterentwicklung führte, die letztlich darin resultiert, dass ich in der Verwaltung anecke bzw. als "problematisch" oder "anders" kommunikativ wahrgenommen werden, habe ich auch bereits vermutet (weil ich in einem anderen Kontext schon die Rückmeldung erhielt, dass ich doch arg wissenschaftlich rede, was als Arroganz ausgelegt wurde, obgleich ich nur einfach darlegen wollte, dass das von mir gesagte auf seriösen Studien basiert).
Ein promovierten Mensch der sich auf kleine E13er Stellen bewirbt und sich dann wundert, dass er nicht genommen wird, .......
ohne dir nahe treten zu wollen, mit der Selbstreflexion hast du es nicht, so oder?

Also wenn due auf solche Stellen eingeladen wirst, dann wohl durch aus oft, weil man sich davon frei machen will, dass du hinterher klagst.
Wenn du dann in solchen VG nicht überzeugen kannst, dass man dir es ernsthaft abnimmt, dass du dich so unter wert verkaufst, dann wohl eben darum, weil du anders rüber kommst.

Tipp: Machen denen klar, dass du den Job nur willst, weil Dir Dinge wie: Ortsnähe, Arbeitszeitregelungen, ....blabla eben die Vorteile des öDs wichtiger sind als dein Einkommen und du dir vorstellen kannst, dass die Inhalte interessant sind.
Ein Gerede von: "Mich interessiert die Arbeit aber wirklich" wird dir da bei e11/e12er Stellen als "Dr" eher nicht so ganz abgenommen (außer vielleicht in Sozialpädagogik)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: clarion am 08.12.2019 21:45
Hallo,

Ich kenne reihenweise Promovierte, die für E13 arbeiten. So klein ist E13 auch wieder nicht. E13 ist für viele Wissenschaftler eine absolut akzeptable Bezahlung.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: 512BB am 09.12.2019 01:14
Hallo zusammen,

ich möchte gerne mal vin erfahrenen ÖD-Personalern wissen, was bei der Auswahlentscheidung für/gegen einen Kandidaten eigentlich wie viel zählt. Die schriftlichen Dokumente, die man einreicht, sind zweifellos essentiell. Sie bilden ja die Grundlage, auf der dann im Vorstellungsgespräch entschieden wird, wen man nimmt.

Was mich nun konkret interessiert: Inwieweit kann man im VG durch die gegebenen Antworten und das Auftreten allgemein noch Konkurrenten "ausstechen", die auf dem Papier (von den Abschlüssen, Benotungen) die besseren Kandidaten sind?

Ich selbst habe Master, Doktor, diverse Fortbildungen und gute sowie sehr gute Arbeitszeugnisse + viel Arbeitserfahrung. Egal wo ich mich bewerbe, ich werde fast immer zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Jetzt hat es auch zum Glück geklappt mit meiner Wunsch-Stelle, aber viele Jahre lang war das anders.

Ich konnte bisher im VG scheinbar nicht wirklich überzeugen. Hatte in den letzten 4 Jahren an die 30 Vorstellungsgespräche. Nur bei zweien davon gab es eine positive Rückmeldung. Bei dem einen sogar eine herausragend Positive. Sonst aber eben kamen gar keine Rückmeldungen.

Daher aus Interesse: Wie wichtig ist der VG-Eindruck? Ich hatte einmal nach meinem VG eine telefonische Rückmeldung, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich bei einer Frage, wo ich meine größten Erfolge nennen sollte, nicht so recht punkten konnte. Da stelle ich mir einfach die Frage: Im Ernst jetzt? Meine Arbeitszeugnisse listen Erfolge en detail auf. Und die Personalerin findet, dass ich das nicht "groß" genug herausgestellt habe...aber gut, so ist das dann wohl eben.

Wenn einige Personaler mir hier eine Rückmeldung geben könnten, wäre das nett. Ohne arrogant wirken zu wollen, denke ich, dass ich bei diversen Stellen auf dem Papier durchaus der ideale Kandidat wäre (dass ich eingeladen werden, legt meine grundsätzliche Eignung ja auch nahe). Da ich aber so gut wie immer dann doch Absagen erhalte, scheint der Auftritt im VG (den andere scheinbar souveräner hinbekommen) dann doch sehr viel Bedeutsamer als das, was irgendwo steht, was man (angeblich) kann. Liege ich richtig mit dieser Wahrnehmung?

Besonders irritiert bin ich immer, weil ich gerne vor Menschen sprechen, selbstbewusst auftrete und auch kein Bisschen aufgeregt bin bei den Gesprächen. Ich habe schon viele Workshops moderiert und auch eine Moderationsausbildung gemacht. Ich kann fast alle Fragen umfänglich beantworten und gehe immer sehr gut vorbereitet in die VG. Dass es dennoch so oft nicht klappt, kann ich mir einfach nicht erklären.

Gibt es da Punkte-Listen, anhand derer die Bewerber beurteilt werden? Zählt der subjektive Eindruck? Und wenn ja, wie wird der objektiviert?

Danke vorab!

Ach was solls, da mussten schon ganz Andere durch:
Dein Problem ist, dass du als Objekt auftrittst. Als perfektes Objekt. Und glaubst, je perfekter, desto besser für dich. Du denkst in klar abgegrenzten Kategorien, ordnest ihnen Punkte zu, zählst sie zusammen. Alles auf hohem Niveau, klar durchdacht, logisch nachvollziehbar. Einen Wert habe ich, wenn ich das Sammelalbum voll habe. Fehlt auch nur ein Einkleber bin ich unvollständig. Ein Personaler ist aber kein rationaler Einkäufer von Ware für die Produktion. Er ist Seelenfänger. Und die zeigst du ihm nicht. Zeig dich als Mensch, mit Eigenarten, Fehlern, Wünschen, Gefühlen, Hoffnungen, Unsicherheiten, ... Es reicht, dem gegenüber einfach nur spüren zu lassen, dass soetwas in dir existiert, seelenlose Intelligenzbestien machen Angst. Definiere deine Person nicht über dein Wissen, Können, Intelligenz, Abschluss. Diese Dinge sollten nicht deine Persönlichkeit "sein", sondern sie nur schmücken. Wie können Punkte zählen, wenn sie nur das Unwesentliche aufsummieren?


Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Fragmon am 09.12.2019 09:13
Aus meiner Erfahrung gibt es in dem Bereich eher andere Probleme. (es gibt natürlich auch Ausnahmen) Personen, die mehrere Jahre in der Wissenschaft tätig waren, sind unter Umständen für Tätigkeiten außerhalb der Forschung verbrannt. Das erkennt man sehr gut in den Vorstellungsgesprächen:
Geisteswissenschaftler:
Kurze ja / nein Frage: 5 Minuten Ausführungen und trotzdem keine Entscheidung.
Fragte : Erklären sie die Lösung von xy einem Stadtrat: es werden hochwissenschaftliche Ausführungen gegeben. Adressatengerechtigkeit = 0.

Das zeigt sich dann meist auch in der Praxis. Einige merken es nicht, daß man sich in einer Behörde nicht nur mit Personen mit höchstem akademischen Grad unterhält.

Fazit : Das hat nichts damit zu tun, dass man sich intern keine Konkurrenten schaffen will (was interessiert einen Personaler ob ich einen TOP Naturwissenschaftler einstelle) sondern vielmehr ob sie von ihrer denkweise und dem Auftreten in einer Verwaltung passt. Besonders im Bereich der unteren Verwaltungsebenen. Auf ministerialer Ebene mag es anders aussehen.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Organisator am 09.12.2019 09:36

danke für deine Sachstandsschilderung. Dass ich meine Qualifikation nicht so sehr herausstellen soll, um nicht als überqualifiziert zu gelten (etwa bei Stellen, die nur nach E12 bewertet sind), wurde mir in einem Coaching auch bereits vermittelt (E13 oder E14 Stellen sind in meinem Bereich außerhalb der Hochschule rar).

Dennoch kommt in VG natürlich doch immer die Frage, warum ich mich mit meinen Qualifikationen auf diese Stelle bewerbe. Das beantworte ich dann mit echtem Interesse an den Aufgaben etc., aber vielleicht überzeuge ich da nicht wirklich.

Dass die wissenschaftliche Tätigkeit bei mir zu einer Charakterentwicklung führte, die letztlich darin resultiert, dass ich in der Verwaltung anecke bzw. als "problematisch" oder "anders" kommunikativ wahrgenommen werden, habe ich auch bereits vermutet (weil ich in einem anderen Kontext schon die Rückmeldung erhielt, dass ich doch arg wissenschaftlich rede, was als Arroganz ausgelegt wurde, obgleich ich nur einfach darlegen wollte, dass das von mir gesagte auf seriösen Studien basiert).

Na da ham wir Deinen Grund. Stellen unterhalb E 13 benötigen keinen wissenschaftlichen Hochschulabschluss und sind auch entsprechend ausgelegt. Eher gehobene praktische Tätigkeiten auf Bachelor-Niveau. Wenn Du denn im Bewerbungsgespräch wissenschaftlich eloquent rüberkommst, schießt Du über das Ziel hinaus.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 09.12.2019 09:37
...da liegt meist der Hase im Pfeffer...erhebliche Diskrepanz zwischen Selbst- u. Fremdwahrnehmung...

P.S.:
Ich persönlich kann oft nicht nachvollziehen, wie pauschal manche hier immer über Personaler herziehen (bin übrigens keiner) und unverfroren behaupten, das wären sowieso alles Deppen ::)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: WasDennNun am 09.12.2019 10:42
P.S.:
Ich persönlich kann oft nicht nachvollziehen, wie pauschal manche hier immer über Personaler herziehen (bin übrigens keiner) und unverfroren behaupten, das wären sowieso alles Deppen ::)
Nö, alle nicht, aber leider ist meine persönliche Erfahrung die, dass die Mehrzahl leider ihren Job maximal befriedigend ausführen. Und ich habe keinen blassen Schimmer woran das liegt.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 09.12.2019 10:46
Eine Dominanz von Verwaltungsjuristen, die die Eigenheiten ihres eigentlichen Fachbereichs unzulässig in ihr Handeln und die zivilrechtlichen Beziehungen zwischen AN und AG übertragen, dürfte erheblichen Anteil haben. Das fängt beim Begriff des Antrags an und endet dabei, daß im Verwaltungsrecht verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, während im zivilrechtlichen Arbeitsverhältnis erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: MrRossi am 09.12.2019 10:57
Eine Dominanz von Verwaltungsjuristen, die die Eigenheiten ihres eigentlichen Fachbereichs unzulässig in ihr Handeln und die zivilrechtlichen Beziehungen zwischen AN und AG übertragen, dürfte erheblichen Anteil haben. Das fängt beim Begriff des Antrags an und endet dabei, daß im Verwaltungsrecht verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, während im zivilrechtlichen Arbeitsverhältnis erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.

Kurz, knackig, den Kern treffend!
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: JC83 am 09.12.2019 13:30
...da liegt meist der Hase im Pfeffer...erhebliche Diskrepanz zwischen Selbst- u. Fremdwahrnehmung...

P.S.:
Ich persönlich kann oft nicht nachvollziehen, wie pauschal manche hier immer über Personaler herziehen (bin übrigens keiner) und unverfroren behaupten, das wären sowieso alles Deppen ::)

Bei uns gibt es gar keinen "Personaler".

Das wirken so viele Leute mit, dass hier der Nasenfaktor nur dann eine Rolle spielt, wenn die Ausschreibung entsprechend auf diesen einen Menschen abgestellt ist. Ansonsten ist da alles offen.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: MrRossi am 09.12.2019 14:40
...da liegt meist der Hase im Pfeffer...erhebliche Diskrepanz zwischen Selbst- u. Fremdwahrnehmung...

P.S.:
Ich persönlich kann oft nicht nachvollziehen, wie pauschal manche hier immer über Personaler herziehen (bin übrigens keiner) und unverfroren behaupten, das wären sowieso alles Deppen ::)

Bei uns gibt es gar keinen "Personaler".


Das wirken so viele Leute mit, dass hier der Nasenfaktor nur dann eine Rolle spielt, wenn die Ausschreibung entsprechend auf diesen einen Menschen abgestellt ist. Ansonsten ist da alles offen.

Fehlt quasi nur noch das Fahndungsfoto....
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: JC83 am 09.12.2019 15:17
...da liegt meist der Hase im Pfeffer...erhebliche Diskrepanz zwischen Selbst- u. Fremdwahrnehmung...

P.S.:
Ich persönlich kann oft nicht nachvollziehen, wie pauschal manche hier immer über Personaler herziehen (bin übrigens keiner) und unverfroren behaupten, das wären sowieso alles Deppen ::)

Bei uns gibt es gar keinen "Personaler".


Das wirken so viele Leute mit, dass hier der Nasenfaktor nur dann eine Rolle spielt, wenn die Ausschreibung entsprechend auf diesen einen Menschen abgestellt ist. Ansonsten ist da alles offen.

Fehlt quasi nur noch das Fahndungsfoto....

Wie meinst du das?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 09.12.2019 15:23
...er meint, man hätte auch das Bild des Wunschkandidaten in die Ausschreibung aufnehmen können....oder seinen Namen 8)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: JC83 am 10.12.2019 06:54
...er meint, man hätte auch das Bild des Wunschkandidaten in die Ausschreibung aufnehmen können....oder seinen Namen 8)

Wenn ich vorab einen geeigneten Menschen gefunden habe, warum ewig rumeiern und Gott und die Welt einladen und statt dessen durch entsprechende Anforderungen aussieben?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 10.12.2019 06:59
...Art 33 GG...und ggfls. lokale Ausschreibungsrichtlinien...
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: JC83 am 10.12.2019 07:33
...Art 33 GG...und ggfls. lokale Ausschreibungsrichtlinien...

Danke, steht meinen Ausführungen nicht entgegen, sofern die Wunschperson die geforderten Anforderungen erfüllt.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Doraymefayzo am 10.12.2019 07:52
Nach meiner Erfahrung, ist es im ÖD wie in der freien Wirtschaft. Der ÖD hat da keine höheren/niedrigeren Ansprüche bei Vorstellungsgesprächen. Es ist immer ein Glücksspiel. Was den einen Personaler überzeugt, kann den anderen abschrecken.
Ich habe mir angewöhnt in einem VG sehr ehrlich zu sein. Also Dinge die in meinem Lebenslauf unschön gelaufen sind, bringe ich klar auf den Tisch. Nicht solche Sachen wie "wir haben uns im beiderseitigen Einvernehmen getrennt" sondern klipp und klar sagen, dass man mit dem Chef nicht konnte oder dass der AG unzufrieden war etc.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: BStromberg am 10.12.2019 08:43
Ach was solls, da mussten schon ganz Andere durch:
Dein Problem ist, dass du als Objekt auftrittst. Als perfektes Objekt. Und glaubst, je perfekter, desto besser für dich. Du denkst in klar abgegrenzten Kategorien, ordnest ihnen Punkte zu, zählst sie zusammen. Alles auf hohem Niveau, klar durchdacht, logisch nachvollziehbar. Einen Wert habe ich, wenn ich das Sammelalbum voll habe. Fehlt auch nur ein Einkleber bin ich unvollständig. Ein Personaler ist aber kein rationaler Einkäufer von Ware für die Produktion. Er ist Seelenfänger. Und die zeigst du ihm nicht. Zeig dich als Mensch, mit Eigenarten, Fehlern, Wünschen, Gefühlen, Hoffnungen, Unsicherheiten, ... Es reicht, dem gegenüber einfach nur spüren zu lassen, dass soetwas in dir existiert, seelenlose Intelligenzbestien machen Angst. Definiere deine Person nicht über dein Wissen, Können, Intelligenz, Abschluss. Diese Dinge sollten nicht deine Persönlichkeit "sein", sondern sie nur schmücken. Wie können Punkte zählen, wenn sie nur das Unwesentliche aufsummieren?

Eine wahre Sternstunde in diesem Forum.

Inhaltlich meine volle Zustimmung.

In gewisser Weise sehe ich mich selbst in dieser Beschreibung.
Genau das hat mir mein ehemaliger Chef und Mentor eingebläut, bis es mir zu den Ohren rauskam.
Habe mich aber tatsächlich drauf eingelassen und seither läuft es mehr als rund.

Erstbeste Bewerbung auf einen Beförderungsdienstposten war ein absoluter Erfolg und ein daran anknüpfendes Assessment für interne Führungskräfte wahrlich "magisch".

Der Technokrat ist tot, es lebe der Mensch  ;)

Tatsächlich ein sehr wichtiger Faktor bei der Personalauswahl.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 10.12.2019 09:04
Für den, für den es wichtig ist - für alle anderen nicht. Diese Feminisierung und Infantilisierung der Arbeitswelt mit dem ganzen „einzigartige Persönlichkeits“-Getue und „ach guck, ich habe meine Fehler, aber das macht mich doch so besonders“-Gewürge mag ein anhaltender Trend sein, ist aber nicht zu verallgemeinern. Mitarbeiter sind dazu da, um zu funktionieren, ihre Arbeitskraft ist eine handelbare Ware. Die ist es, die ich einkaufe und bezahle, ob dahinter ein verletzliches Einhorn steckt, daß einen Regenbogen kotzt, ist völlig egal. Wer schon im Vorstellungsgespräch mit mit seinen Gefühlchen kommt, ist genauso raus, wie „teamfähige“ Bewerber, die „die Leute mitnehmen“, für Führungspositionen. Führern folgt man, Taxifahrer nehmen Leute mit - und Teams sind die Bastionen der Verantwortungsdiffusion.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 10.12.2019 10:14
...einbinden...mitnehmen...wertschätzen... da bekommt Spid "Krätze"  ;D ;D ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 10.12.2019 10:21
Alle meine Mitarbeiter sind eingebunden - sonst wären es keine. Taxifahrer beschäftige ich nicht. Wertschätzung wird in Geld ausgedrückt, alles andere ist ohne Wert.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 10.12.2019 10:25
Mitarbeiter sind dazu da, um zu funktionieren, ihre Arbeitskraft ist eine handelbare Ware. Die ist es, die ich einkaufe und bezahle, ob dahinter ein verletzliches Einhorn steckt, daß einen Regenbogen kotzt, ist völlig egal.

...die, die nach diesem Muster beschäftigt werden, erwarten wahrscheinlich auch nichts anderes als Geld und ziehen weiter, wenn irgendwo 1 € draufgelegt wird...
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 10.12.2019 10:34
Oh, sie erwarten so einiges. Straffe Führung, Aufstiegsmöglichkeiten, Leistungskultur... bekommen sie hier alles. Ich führte es andernorts bereits aus:
Es gibt genügend AN, die die Schnauze davon voll haben, daß ihr Arbeitsleben den gesamtgesellschaftlichen Mißstand widerspiegelt, daß Ressourcen dafür verschwendet werden, daß die Versager gepampert werden, anstatt die Elite zu fördern. Die keinen Bock darauf haben, für andere mitzuarbeiten, die irgendein Gefühlchen quersitzen haben. Die keinen Bedarf an der fortschreitenden Feminisierung und Infantilisierung von Arbeitsbeziehungen haben, bei denen Gefühlchen gestreichelt werden sollen, sondern die Leistung erbringen wollen, sich in Konkurrenz zu anderen sehen und die bei Versagen kein „immerhin hast Du Dich ganz doll angestrengt“ hören wollen, sondern es ertragen, wenn man ihnen ihr Versagen vor Augen führt, ohne sich in Tränen aufgelöst selbst in die nächste Nervenklinik einzuweisen. Die das ganze weichgespülte, vorgeblich wertschätzende, aber einfach nur leistungsfeindliche und konkurrenzdiffundierende Getue nicht ertragen. Kurz diejenigen, die die 80er dem Alt-68er-Gedriss vorziehen. Führung spiegelt sich in dem Personal wider, das man damit anzieht - und da bin ich hinsichtlich Leistung und Einstellung sehr zufrieden, insbesondere seitdem das tote Holz weg ist, das ich vom Vorgänger geerbt hatte.

Das nennt man Unternehmenskultur. Mit der zieht man - wenn man es richtig macht - die Arbeitnehmer an, die man sucht. Die wechseln übrigens ausgesprochen gern vom Zuwendungsgeber zu uns - sogar in eine niedrigere Entgeltgruppe, mithin also auch, wenn sie weniger wertgeschätzt werden.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: BAT am 10.12.2019 10:41
Im öD wird mit straffer Führung, Aufstiegsmöglichkeiten, Leistungskultur zu mindestens 50 Prozent bürokratischer Unfug umgesetzt. Insofern haben wir es mit einer "gefühlten", aber nicht realen Leistungskultur zu tun.

Politische Stellschrauben sind wesentlich wichtiger als Gefühlchen aus der Exekutive.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 10.12.2019 11:01
Wenn der AG "bürokratischen Unfug", schöne Haare oder Döner als Ziel setzt, ist in einer Leistungskultur derjenige, der am meisten bürokratischen Unfug erzeugt, die Haare am schönsten hat oder am meisten Döner herstellt, derjenige, der am meisten leistet. Es kommt bei einer Leistungskultur im Unternehmen nicht darauf an, welchen Wert die Leistung des AG für Dritte hat, sondern darauf, wieviel Leistung der AN für die Ziele des AG erbringt.
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Beitrag von: was_guckst_du am 10.12.2019 11:05
Zitat von: Spid am 05.11.2019 04:00

...erwartest du von deinen Mitarbeitern auch, dass sie um "solche Uhrzeiten" auch zur Verfügung stehen?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 10.12.2019 11:10
Manchmal. Wenn ich es mit der erforderlichen Ankündigungsfrist anordne und es betrieblich unabweisbar notwendig ist. Auch wenn ich es nicht erwarte, gibt es Mitarbeiter, die es vorziehen, zu solchen Zeiten zu arbeiten.
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Beitrag von: was_guckst_du am 10.12.2019 11:17
...der Betrieb befindet sich schon noch in Europa?... und es gilt deutsches Arbeitsrecht? ;)
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Beitrag von: Spid am 10.12.2019 11:21
Selbstverständlich.
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Beitrag von: JC83 am 10.12.2019 11:27
...der Betrieb befindet sich schon noch in Europa?... und es gilt deutsches Arbeitsrecht? ;)

Vllt operiert Spid hier:

Französische Süd- und Antarktisgebiete ?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: BAT am 10.12.2019 12:22
Wenn der AG "bürokratischen Unfug", schöne Haare oder Döner als Ziel setzt, ist in einer Leistungskultur derjenige, der am meisten bürokratischen Unfug erzeugt, die Haare am schönsten hat oder am meisten Döner herstellt, derjenige, der am meisten leistet. Es kommt bei einer Leistungskultur im Unternehmen nicht darauf an, welchen Wert die Leistung des AG für Dritte hat, sondern darauf, wieviel Leistung der AN für die Ziele des AG erbringt.

Dann ist das bei Euch Administration aus dem 19. Jahrhundert. Wir gehen proaktiv die politische Ebene an, um eine effiziente, nicht nur leistungsstarke, Verwaltungsarbeit zu ermöglichen.
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Beitrag von: Spid am 10.12.2019 12:28
Nein, Du verstehst einfach nicht, daß das Leistungsvermögen des AG völlig unbeachtlich ist. Im Binnenverhältnis AG-AN bestimmt der AG was Leistung ist. Will der AG Bürokratie, ist Bürokratie Leistung, will er Döner, ist Döner Leistung und Bürokratie Nichtleistung.
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Beitrag von: BStromberg am 10.12.2019 12:35
Nein, Du verstehst einfach nicht, daß das Leistungsvermögen des AG völlig unbeachtlich ist. Im Binnenverhältnis AG-AN bestimmt der AG was Leistung ist. Will der AG Bürokratie, ist Bürokratie Leistung, will er Döner, ist Döner Leistung und Bürokratie Nichtleistung.

Und genau DAS meinte ich mit meinem letzten, obigen Beitrag!

Ich muss nicht jede Entwicklung gut heißen,
gewisse Parameter der vermeintlichen Leistungserbringung sind mir gar suspekt,
aber ich habe - egoistisch gesprochen: zum eigenen Vorteil - erkannt,
dass es mitunter "einfacher" und "zielführender" ist, wenn man das System akzeptiert, in dem man sich bewegt.
Ein System wohlgemerkt, dass man selbst mit Frontal-Opposition (wie z.B. Beharren auf dem eigenen Standpunkt) wohl nicht geändert bekommt.  :P

Die Kunst ist es - in meinen Augen zumindest - sich zu arrangieren, ohne sich zu verbiegen.
 
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Beitrag von: BAT am 10.12.2019 14:53
Nein, Du verstehst einfach nicht, daß das Leistungsvermögen des AG völlig unbeachtlich ist. Im Binnenverhältnis AG-AN bestimmt der AG was Leistung ist. Will der AG Bürokratie, ist Bürokratie Leistung, will er Döner, ist Döner Leistung und Bürokratie Nichtleistung.

Unfug. Nicht der AG bestimmt das Ziel, sondern die Politik. Ist der AN politische aktiv bestimmt er teilweise mehr zur Zielerreichung als der AG.

Wir sprechen hier nicht von der Privatwirtschaft.
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Beitrag von: Spid am 10.12.2019 14:58
Der AG bestimmt im Binnenverhältnis AG-AN stets das Ziel und somit seinen Leistungsanspruch an den AN. Sämtliche externen Zuschreibungen sind völlig unerheblich - völlig egal, welche Rechtsnatur der AG hat.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: BAT am 10.12.2019 18:26
Der AG bestimmt im Binnenverhältnis AG-AN stets das Ziel und somit seinen Leistungsanspruch an den AN. Sämtliche externen Zuschreibungen sind völlig unerheblich - völlig egal, welche Rechtsnatur der AG hat.

So unerheblich, daß der private Laden nach wenigen Monaten kaputt wäre, wenn man sich nur mit sich beschäftigt. Völlig an der Realität vorbei.

Denk doch bitte einmal richtig nach.
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Beitrag von: Spid am 10.12.2019 18:38
Denk Du doch mal nach. Was Du ausführst, ist doch völlig unbeachtlich. Der AG bestimmt die unternehmerische Ausrichtung und welche Leistung zu erbringen ist. Entschließt er sich für Döner, ist völlig egal, ob irgendwer Döner will oder lieber Gyros, solange der AG Döner verlangt, ist Döner Leistung und Gyros Nichtleistung.
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Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 08:07
...einmal Gyros Spezial bitte...aber mit viel Tzaziki! ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: BAT am 11.12.2019 09:20
Denk Du doch mal nach. Was Du ausführst, ist doch völlig unbeachtlich. Der AG bestimmt die unternehmerische Ausrichtung und welche Leistung zu erbringen ist. Entschließt er sich für Döner, ist völlig egal, ob irgendwer Döner will oder lieber Gyros, solange der AG Döner verlangt, ist Döner Leistung und Gyros Nichtleistung.

Meine Argumentation ging dahin, daß der AG zwar Döner verkaufen möchte, sich aber so lange mit der Gestaltung der Speisekarte beschäftig, daß kaum Döner für den Kunden parat steht.

Legt der AG wert auf eine sehr schöne Speisekarte ist hier natürlich - da hast du recht - eine optimale Leistungserbringung betriebsintern erfolgt. Jedoch kein Döner verkauft...
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 09:24
Was für die Leistung der AN ja auch völlig unbeachtlich ist, denn es geht dem AG ja um schöne Speisekarten. Das Außenverhältnis AG zu Kunden berührt das Binnenverhältnis AG-AN nur in dem Maße, wie es der AG will.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 09:34
...genau!...und hier will der AG ja auch kein Umsatz machen oder gar Gewinn!...sondern sich an schönen Speisenkarten erfreuen ;D

...wieder mal so ein schönes praxisfremdes Beispiel..
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 09:40
Da Döner - ähnlich wie z.B. auch Kaffee zum Mitnehmen - ein beliebtes Instrument für Geldwäsche ist, erschließt sich mir Deine Anmerkung nur dadurch, als daß Deine Sachkenntnis für eine Diskussionsteilnahme unzureichend ist. Wie üblich...
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 10:08
...ach so...."schöne Speisenkarten" ist das Codewort für Geldwäsche in Dönerstuben oder sonstige fetttriefende Etablissements...

...jetzt sehe ich Licht am Ende des Tunnels...das muss einem aber auch gesagt werden...ich dachte nämlich schon, das wäre wieder eine der vielen Blubbereien gewesen... ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 10:13
Nein. Mir wird aber gerade eine mögliche Fehleinschätzung deutlich. Es könnte nicht an fehlender Sachkenntnis, sondern auch an fehlender intellektueller Kapazität liegen, daß Dir eine effektive Diskussionsteilnahme verwehrt ist. Dein neuerlicher Beitrag deutet zumindest stark darauf hin.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 10:16
...also Leute...das habe ich nun wirklich nicht gewollt... :-[

...Spid gibt eine Fehleinschätzung zu?!...ich habe mich gerade erst einmal vorsichtig umgeschaut, ob jemand hinter mir steht und "Vorsicht Kamera!" schreit... ;D ;D ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 11.12.2019 12:06
Ihr seid wunderbar ihr zwei bzw. drei! Herrlich! ;D

Und ich hab nun Hunger und gehe deshalb jetzt zu dem, dessen AG Döner erwartet, während er von seinem Kollegen, der schön malen kann, schöne Speisekarten erwartet, um mir das geben zu lassen, was mein Magen erwartet, um das Gefühl der Sättigung zu erwarten.  8)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 12:08
Wobei Deine Erwartungshaltung zwar Einfluß auf die Leistungserbringung des AG dessen hat, von dem Döner erwartet wird, nicht jedoch auf die Leistungserbringung dessen selbst.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 12:34
...meine Erwartung wäre dann eher, dass - wenn der Döner mir schon schwer im Magen liegt - wenigstens mein dreckiges Geld anschließend ein wenig sauberer (weil gewaschen) ist und ich meine Wartezeit an der Theke mit dem Anblick schönster Speisenkarten verkürzen konnte... 8)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: WasDennNun am 11.12.2019 12:48
...meine Erwartung wäre dann eher, dass - wenn der Döner mir schon schwer im Magen liegt - wenigstens mein dreckiges Geld anschließend ein wenig sauberer (weil gewaschen) ist und ich meine Wartezeit an der Theke mit dem Anblick schönster Speisenkarten verkürzen konnte... 8)
Deswegen kommt ja die Bonpflicht, leider nicht so wie in Italien, wo du als Gast ohne Bon ne Geldstrafe bekommst. 8)
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 13:19
Nein, die kommt, um Steuerhinterziehung zu vermeiden. Diese findet statt, indem Gewerbetreibende, die Waren und Dienstleistungen an Endverbraucher abgeben, Umsätze nicht im System verbuchen, um auf diese keine Abgaben abführen zu müssen. Bei der Geldwäsche geht es ja eben gerade darum, Einnahmen im System zu verbuchen, die nicht realiter stattgefunden haben. Ein Geldwäscher wird mit Vergnügen Tausende von Bons drucken für Transaktionen, die nie stattgefunden haben.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Caesar42 am 11.12.2019 13:30
Deswegen schießen ja auch Friseurläden und komische Imbissbuden, in denen komischerweise nie ein Gast ist, wie Pilze aus dem Boden...

Des einen Leid, des anderen Freud....
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Dienstbeflissen am 11.12.2019 14:01
In den Dienststellen in denen ich bisher tätig gewesen bin, erfolgt die Auswahlentscheidung paritätisch zwischen der jeweiligen Führungskraft und des Personalers.

Praktisch existiert ein Interviewleitfaden und zu jeder beantwortetet Frage werden Punkte vergeben i. d. R. von 1-5. Der Kandidat mit den meisten Punkten (Mittel von Führungskraft und Personaler) wird eingestellt.

Mir scheint der Trend eher genau in gegen gesetzte Richtung zu gehen, als in die, welche von Spid befürwortet wird. Auf unterschiedlichsten Veranstaltungen hört man davon bei Auswahlentscheidungen primär den Mensch zu sehen und nicht die fachlichen Qualifikationen. In der Konsequenz sind Fachfragen in dem Interviewleitfaden bei den Personalern auch mehr und mehr verpönt. Die Generation Z erwarte dies indes auch so.

Die eingereichten Bewerbungsunterlagen überfliege ich höchstens. Neulich fiel mir lediglich positiv auf, dass ich in der pdf mit Hyperlink gearbeitet worden ist, sodass ich wunderbar von einem Qualifikationsnachweis zum anderen springen konnte. Nach Durchsicht und Einladung des Bewerbers schaue ich nicht erneut auf die eingereichten Unterlagen, da zählt dann nur noch das Gespräch.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 14:16
Genau deshalb funktioniert meine Organisation großartig, während es einige Länder nicht einmal schaffen, recht simple Überleitungsregelungen zeitnah umzusetzen, Kommunen teils bis heute Anträge auf Höhergruppierung aus 2017 nicht umgesetzt haben und die Tarifvertragsparteien regelmäßig an der Folgenabschätzung ihrer Vereinbarungen scheitern. Ich stelle kompetente Mitarbeiter ein, anderswo geht der Trend halt zu gefühlsduesligen Regenbogeneinhörnern ohne jedwede Kompetenz - denn "emotionale Kompetenz" ist keine.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Caesar42 am 11.12.2019 14:19
In den Dienststellen in denen ich bisher tätig gewesen bin, erfolgt die Auswahlentscheidung paritätisch zwischen der jeweiligen Führungskraft und des Personalers.

Praktisch existiert ein Interviewleitfaden und zu jeder beantwortetet Frage werden Punkte vergeben i. d. R. von 1-5. Der Kandidat mit den meisten Punkten (Mittel von Führungskraft und Personaler) wird eingestellt.

Mir scheint der Trend eher genau in gegen gesetzte Richtung zu gehen, als in die, welche von Spid befürwortet wird. Auf unterschiedlichsten Veranstaltungen hört man davon bei Auswahlentscheidungen primär den Mensch zu sehen und nicht die fachlichen Qualifikationen. In der Konsequenz sind Fachfragen in dem Interviewleitfaden bei den Personalern auch mehr und mehr verpönt. Die Generation Z erwarte dies indes auch so.

Die eingereichten Bewerbungsunterlagen überfliege ich höchstens. Neulich fiel mir lediglich positiv auf, dass ich in der pdf mit Hyperlink gearbeitet worden ist, sodass ich wunderbar von einem Qualifikationsnachweis zum anderen springen konnte. Nach Durchsicht und Einladung des Bewerbers schaue ich nicht erneut auf die eingereichten Unterlagen, da zählt dann nur noch das Gespräch.


Ähnlich war es bei meinem letzten Vorstellungsgespräch. Erst fragte mich der Personaler aus (Lebenslauf bzw. beruflicher Werdegang, Motivation, Fragen zu Teamfähigkeit usw.), dann der Fachvorgesetzte zu, na klar, fachlichen Fragen bzw. auch zum Führungsverhalten.

Was ich als besonders angenehm empfand war, dass ein GESPRÄCH zustande kam und nicht, wie ich es schon erlebt habe, ein stumpfes Abfragen aus dem Fragenkatalog. Das Ganze dauerte knapp eine Stunde.

Die Gleichstellungsbeauftragte und der Personalrat haben dabei lediglich zugehört und manchmal zustimmend genickt.

Auskunft im Anschluss an das Gespräch war dann, dass ich, sobald der Personalrat sein okay gegeben hat, Bescheid bekomme.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 14:31
Genau deshalb funktioniert meine Organisation großartig, während es einige Länder nicht einmal schaffen, recht simple Überleitungsregelungen zeitnah umzusetzen, Kommunen teils bis heute Anträge auf Höhergruppierung aus 2017 nicht umgesetzt haben und die Tarifvertragsparteien regelmäßig an der Folgenabschätzung ihrer Vereinbarungen scheitern. Ich stelle kompetente Mitarbeiter ein, anderswo geht der Trend halt zu gefühlsduesligen Regenbogeneinhörnern ohne jedwede Kompetenz - denn "emotionale Kompetenz" ist keine.

...auch nicht mehr als eine Behauptung..

...ob diese "Organisation" wirklich so gut arbeitet und vor kompetenten Fachkräften nur so strotzt, kann man leider nicht nachprüfen...
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Dienstbeflissen am 11.12.2019 14:34
Die Masse an AN möchte wohl leider gerne Gefühlsduselei, jedenfalls ist dies meine Wahrnehmung. Und bei der aktuellen Arbeitsmarktlage stellt sich der AG darauf ein. Für mich erst einmal nachvollziehbar.

Es freut mich dass es bei Dir so gut funktioniert und offenbar ausreichend Leute gefunden werden, die die von dir favorisierte Leistungskultur annehmen. Klingt für mich aber eher nach einer Organisation die in Richtung Sicherheit geht.

Ich bin sog. subalterne Führungskraft uns habe darauf ohnehin lediglich minimalen Einfluss.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 14:41
Ob die Masse der AN das so möchte, sei dahingestellt. Der Masse der AG wird dies jedoch so vermittelt, als wäre es so. Mithin sind wir wohl ein Nischenangebot - und sehr glücklich damit.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: was_guckst_du am 11.12.2019 14:42
...manchmal habe ich den Eindruck, Spid ist Leiter der Friedhofsverwaltung und hat da so einige Leute unter sich... ;D
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Dienstbeflissen am 11.12.2019 14:51
Ob die Masse der AN das so möchte, sei dahingestellt. Der Masse der AG wird dies jedoch so vermittelt, als wäre es so. Mithin sind wir wohl ein Nischenangebot - und sehr glücklich damit.

Von welcher Institution wird dies den AG so vermittelt, als wäre es so, obwohl es vielleicht nicht so ist?

Klar gibt es Menschen, die sich bei straffer Führung, klaren Ansagen und ordentlich Leistungskultur wohlfühlen und da auch erst richtig aufblühen/ ihr volles Potenzial ausschöpfen. Glaube aber nicht, dass dies die Mehrheit ist, sonst gäbe es genügend AG die diese Nachfrage bedienen würden. Das Gegenteil ist der Fall, sogar der Handel bewegt sich da schon Richtung Einhorn.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Spid am 11.12.2019 14:58
Wie Du selbst geschildert hast, ist das Bestandteil zahlreicher Veranstaltungen im Personalbereich. Das kann ich so bestätigen. Ich bezweifele jedoch, daß das auf die Masse - was ja deutlich mehr als nur die Mehrheit oder ein großer Teil ist - so zutrifft. Ich halte zudem die Erwartungen von Marktteilnehmern auf der anderen Seite des Marktes nicht für einen überragenden Indikator - sonst hätte man z.B. wohl kaum eine Geldkarte auf den Markt gebracht und wider aller folgenden empirischen Erkenntnisse und einem Nutzeranteil von 0,7-0,9% so lange daran festgehalten.
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: AlfonsoSchmidt am 11.12.2019 15:10
Mach auf harter Kerl, aber leb, als wärst du im Zeugenschutz
Wenn du täglich die Haare färben und deine Herkunft leugnen musst
Promote dein Label wie 'n übermotivierter Verkäufer, und
Werd' gefickt, bis du meinst, dass aus dei'm Arschloch 'n Säugling flutscht
Wie? Hunderttausend verkauft und du bist kein Millionär? Mies!
Nenn dich „Ephialtes“, denn du hinkst hinterher
Wechsel die Religion und werd' zum Überläufer
Ich kommentier das wie 'n Gino Green Global Shirt
Ach du grüne Neune! Wen bumsen? Mich? Übe Keulen wie mit 'ner prüden Freundin
Ich spiel den Psychotherapeuten: „Bitte was betrübt dich heute?“
Suizid – Tu's und ich mach's wie Writer und sprüh vor Freude
Essah, der türkisch-deutsche König, hier der gefühlte Häuptling
Du verlierst den Kopf, wenn ich dich Schlange wie die Hydra meuchel'
Keine Chöre, alles, was sie hören ist ihr müdes Keuchen
Komm zu deiner Show mit 'ner Kettensäge
Du fragst nur: „Was hat S-A-V da vor?“
Und ich lös es auf wie 'n Kübel Säure
Ah, du musst mir nicht sagen, dass du's glaubst, es ist wahr (wahr)
Sie werden ekstatisch bei dem Sound – er ist da (da)
Und ich bleib wie Narben auf der Haut - Wer ist der Beste?
Komm, wir fragen mal die Crowd: „S-A zu dem V!“
Genau, ich spit sie untern Tisch, seitdem die Erde rund ist
Letzte Prüfung, Ende des Tunnels – Essah, die Pferdelunge
Ruhig Brauner, kau mal bisschen Weihrauch
Kühl deine Nerven runter - Ich halt diese MCs nur auf Abstand
Damit sie mein Werk bewundern
Bitte was für Gegner? Die Wichser blasen wie Whirlpools
Stimme wie 'ne Säge, ich schick dich schlafen mi'm Hörsturz
Steh deinen Mann jetzt, sag es, du stehst aufn Mann jetzt
Deutschrap ist liberal in deinem Fall, trenn es, denn du willst lieber Aal
Nardò, sie sind auf Speed und landen auf der schiefen Bahn
Kehren dem Kern der Sache den Rücken zu wie bei 'ner Massage
Guck, wie ich dich Opfer als Klo benutz und brüll
Als wär ich mit dem falschen Fuß aufgestanden wie Oscar Pistorius
Leb wie 'n Rockstar, geh Hops nach 'nem Schore-Schuss
Und glaub mir, ich geb' n Scheiß, was du, glaub ich, inzwischen weißt wie in 'nem Oreo
Ich strangulier MCs, produzier es als Vice-Doku
Und jag dich Hund wie den Clown bei 'nem Rodeo bis zum Todesstoß, hier
Ah, du musst mir nicht sagen, dass du's glaubst, es ist wahr (wahr)
Sie werden ekstatisch bei dem Sound – er ist da (da)
Und ich bleib wie Narben auf der Haut - Wer ist der Beste?
Komm, wir fragen deine Frau: „S-A zu dem V!“
Schau, neues Szenario, du glaubst, du wärst der Mack
Aber wenn du abstürzt, heißt es: „Adios X MCs“
Meinen, sie chillen auf dem Block wie Mario
Stapeln hoch, makellos
Fake im ekligen Replika Cabrio in Ferrari-Rot
Nenn es auf den Punkt gebrachte Wut, denn ich zerstöre Rapper
Keine Top-Flows, sie sind kopfloser als Störtebeker
Klischee-Guevaras, jeder Loser tut auf Revoluzzer
Reißt das Maul auf, als wär er verliebt in 'nen Zahnarzt
Reis' in der Zeit zurück, erschieß deinen Vater
Sag ihm: „Du Hund, würdest du später nur wichsen
Wie 'n normaler Mensch, gäb' es kein' Grund dazu
Dein Album ist der Soundtrack zu 'nem Ewok, der C-Walked
Ich fahr durch deine Straße und ernte „Hey's“ wie die Weedsorte
Sieh, Horst, vor Gangster-Tracks hast du ins Bett genässt
Dich vor den Lap gesetzt, warst unverhohlen und runterholen
Im Chatroulette - Kein Handicap, wenn ich rap
Hock dich hin und du bekommst 'n Glory Hole-in-one
Und lass sie machen wie indische Restaurants - „Baba ji!“
Ah, du musst mir nicht sagen, dass du's glaubst, es ist wahr (wahr)
Sie werden ekstatisch bei dem Sound – er ist da (da)
Und ich bleib wie Narben auf der Haut
Wer ist der Beste? Warum frag ich überhaupt?
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Caesar42 am 11.12.2019 15:20
Tolle Ghettolyrik....
Titel: Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
Beitrag von: Bastel am 12.12.2019 07:40
Mach auf harter Kerl, aber leb, als wärst du im Zeugenschutz
...Wer ist der Beste? Warum frag ich überhaupt?

Warum postet man so einen Bullshit?