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offene Foren => allgemeine Diskussion => Thema gestartet von: dmmx am 09.01.2020 13:16

Titel: Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: dmmx am 09.01.2020 13:16
https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-ort29098/muenchen-mieten-vermieter-steuer-wohnungsnot-betriebswohnungen-skandal-weihnachten-stadibau-nymphenburg-13248690.html

https://www.gdp.de/gdp/gdpbay.nsf/id/BG-Muenchen_Stadibau--Geldwerter-Vorteil-durch-Mieterhoehungsverzicht?open&ccm=100

Gibt es hier im Forum Betroffene? Wie schätzt ihr das Thema ein?

Ich finde es ja schon stark, was da geschieht.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 09.01.2020 13:32
Gibt es hier im Forum Betroffene? Wie schätzt ihr das Thema ein?
Schwierige Situation, politisch sehr sensibel und verwunderlich, dass die sich da jetzt rantrauen.
Insbesondere wenn Firmen oder privat Personen das machen (Mitarbeitern billigen Wohnraum vermieten, günstig an Verwandte vermietet) das FA da voll hinlang,ist es verwunderlich , dass da nicht vorher drauf geachtet wurde, in dem der Wohnraum entsprechend vermietet wurde (glaube 2/3 ortsüblicher Miete ist da nen Grenze)
Könnte mir vorstellen, dass es da Beschwerden gab.
Zitat
Ich finde es ja schon stark, was da geschieht.
Bestimmt finden einige es auch äußerst kritisch, dass dort einigen ein geldwerter Vorteil gegeben wird und anderen nicht in diesen Genuss kommen.
Und es einfach vom Lohn abzuziehen ist tatsächlich ne starke Sache, eigentlich müsste es ja via Steuererklärung laufen, da wollte man wohl netter "Dienstleister" sein.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: dmmx am 09.01.2020 14:48
Was mich wundert, ist, dass  2019 ein Gestz den Bundesrat passierte, nach dem Werkswohnungen eben NICHT mehr als geldwerter Vorteil gelten:
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.ab-1-januar-2020-muenchen-die-steuer-fuer-werkswohnungen-faellt-weg.bc3ea205-596a-4291-8940-938c9b85ec96.html

Mir wurde im November der geldwerte Vorteil für mehrere Monate rückwirkend vom Lohn abgezogen. Will man da jetzt noch was mitnehmen, bevor es nicht mehr geht?

Oder verstehe ich da etwas falsch?

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 09.01.2020 15:26

Mir wurde im November der geldwerte Vorteil für mehrere Monate rückwirkend vom Lohn abgezogen. Will man da jetzt noch was mitnehmen, bevor es nicht mehr geht?

Oder verstehe ich da etwas falsch?

Es muss vielmehr noch mit genommen werden. Ist das ganze nicht dem Södi zu verdanken? Hätte der mal lieber seine Klappe gehalten ;D ;D
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 09.01.2020 19:12
Es wurde immer schon gemunkelt, daß die Finanzämter im Süden Deutschlands nicht so genau hinsehen sollen. Vielleicht ist dieser "Kölsche Klüngel" den Kommunen bzw. deren Vertretern nicht mehr so genehm - einige Leute sehen sowas anders, meist Protestanten:-). Und daher greift die Kommune ab, wo das Finanzamt nicht so hinschaut.

Nur eine Vermutung... - also ein Politikum.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 10.01.2020 06:51
Ist doch wie überall, Geld kann ich eben nur da holen wo es auch ist und da wir hier eben immer mehr Leute durchfüttern müssen im grandiosen Sozialstaat der die Welt versorgen will, muss halt mal wieder etwas Kohle in die Kassen gespült werden. Und wo lässt sich besser Geld abgreifen, als bei Staatsbediensteten ? Da ist jeden Monat das Geld in voller Höhe und pünktlich aufm Konto, da kann man ruhig mal zugreifen :)

Oder was denkt ihr warum wir eine Co2 Steuer bekommen und es keine Konkreten Maßnahmen in Punkto Klimawandel gibt...natürlich geht's auch da nur ums Geld :)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 10.01.2020 09:03
Na, das ist ja schon fast AFD-Manier hier.

Hier liegt schlicht ein geldwerter Vorteil vor, der selbstredend zu versteuern ist.

Und die CO2-Steuer ist ein sachlich schlechter, aber politisch guter Kompress zwischen weit auseinander liegenden Interessen und Ansichten. Und zudem eine ganz andere Sachlage.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Funker am 10.01.2020 10:51
Und es einfach vom Lohn abzuziehen ist tatsächlich ne starke Sache, eigentlich müsste es ja via Steuererklärung laufen, da wollte man wohl netter "Dienstleister" sein.
So ein Blödsinn. Vom Arbeitgeber gewährte geldwerte Vorteile unterliegen immer schon dem Lohnsteuerabzug.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 10.01.2020 13:19
Na, das ist ja schon fast AFD-Manier hier.

Hier liegt schlicht ein geldwerter Vorteil vor, der selbstredend zu versteuern ist.
Richtig, dafür hast du dir ein Applaus verdient.

und das kann ziemlich teuer für die armen Mieter werden, da ja 10 Jahre nachversteuert werden müsste, sofern es tatsächlich als geldwerter Vorteil zu werten ist.
Und es einfach vom Lohn abzuziehen ist tatsächlich ne starke Sache, eigentlich müsste es ja via Steuererklärung laufen, da wollte man wohl netter "Dienstleister" sein.
So ein Blödsinn. Vom Arbeitgeber gewährte geldwerte Vorteile unterliegen immer schon dem Lohnsteuerabzug.
Stimmt meine Aussage war Blödsinn.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BATKFMaui am 10.01.2020 14:34
An BAT!

Inwiefern sehen Sie die Krynes Argumente als "AfD Manier" ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Muenchner82 am 10.01.2020 15:22
Die Stadibau bewegt sich mit diesem Vorgehen auf sehr dünnes Eis. Unser Verband (Mitglied im BBB) prüft die Sache gerade!

Der geldwerte Vorteil ist laut folgender Landtagsanfrage aus 2016 nämlich steuerfrei:

https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0009522.pdf
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Muenchner82 am 10.01.2020 15:26
Mir wurde im November der geldwerte Vorteil für mehrere Monate rückwirkend vom Lohn abgezogen. Will man da jetzt noch was mitnehmen, bevor es nicht mehr geht?


Bitte lege Widerspruch ein und wende Dich an deine Gewerkschaft (falls vorhanden).

Das komische ist, dass es scheinbar willkürlich Leute getroffen hat. Während ein Kollege bei den Dezemberbezügen Abzüge hatte, war bei 2 Anderen bisher nichts und das obwohl alle 3 das Schreiben der Stadibau erhalten haben. Möglicherweise geht es nur da wo die Bindungsfrist bereits ausgelaufen ist.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Muenchner82 am 10.01.2020 15:30
Hier liegt schlicht ein geldwerter Vorteil vor, der selbstredend zu versteuern ist.

NEIN: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lstr-2015/r3.59.html

Wäre auch noch schöner wenn es bei preisgebundenem Wohnraum anders wäre. Dann müssten ja alle GWG und GEWOFAG Mieter (zu einem großen Teil sozial Schwache) ebenfalls zur Kasse gebeten werden.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Gerda Schwäbel am 10.01.2020 15:47
NEIN: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lstr-2015/r3.59.html

Haben Sie den verlinkten Text nicht gelesen oder nur nicht verstanden? Satz 11 von R3.59 weist doch exakt auf  das hin, was Sie in der Antwort #11 als "möglicherweise" geltend beschrieben haben: Mit Ablauf der Mietbindungsfrist läuft auch die Steuerbefreiung aus.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Muenchner82 am 10.01.2020 15:53
Das ist natürlich das naheliegendste, allerdings gingen die Schreiben der Stadibau wohl an alle Mieter, ohne Differenzierung wo die Preisbindung ausgelaufen ist und wo nicht.
GWG und GEWOFAG haben noch viel mehr Wohnungen im Bestand bei denen dieser Tatbestand erfüllt ist. Mitarbeiter der Stadt München, die in solchen alten Wohnungen leben wurden bisher jedenfalls nicht zur Kasse gebeten.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 10.01.2020 17:13
An BAT!

Inwiefern sehen Sie die Krynes Argumente als "AfD Manier" ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Duktus spricht für sich. Es wird in der Sache kritisiert, was demokratisch legitimiert ist.

Zu den geldwerten Vorteilen: abgesehen davon, daß die Mietbindung abgelaufen ist bzw. sein könnte, halte ich die Versteuerung auch materiell nicht für verwerflich. Es werden ja nicht 100 € Mietvorteil abgegriffen, sondern nur der entsprechende Anteil an Steuern.

Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Spid am 10.01.2020 17:33
Seit wann darf nicht mehr kritisiert werden, was demokratisch legitimiert ist? Also keine Kritik mehr an Bundes- und Landesregierungen, Bürgermeistern, Ratsmitgliedern, an Gesetzen, an politischen Entscheidungen?
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 10.01.2020 17:36
Seit wann darf nicht mehr kritisiert werden, was demokratisch legitimiert ist? Also keine Kritik mehr an Bundes- und Landesregierungen, Bürgermeistern, Ratsmitgliedern, an Gesetzen, an politischen Entscheidungen?

Daher verwies ich auf den Duktus, der in die Richtung tendiert, daß am Volk vorbeiregiert wird. Inhaltlich ist nichts zu kritisieren von meiner Seite.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: nichts_tun am 13.01.2020 10:01
Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.

Was meinst du damit?

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Nice am 13.01.2020 11:15
Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.
Was meinst du damit?

Vermutlich ist es unsozial, weil dem Vermieter dadurch ja keine Kosten durch zwischenzeitlichen Leerstand entstehen, was die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgehen lässt.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: nichts_tun am 13.01.2020 11:32
Das hat mit "unsozial" doch nichts zu tun? Mal abgesehen davon, dass es wohl im Interesse jeden Vermieters ist, möglichst wenig Leerstand in seinen Wohnungen zu haben.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 13.01.2020 11:51

Was meinst du damit?

Eine Unterkunft kostet den Betrag X.

Wenn vermietet wird, kostet es den Mieter vielleicht 1,05 X. Der Vermieter möchte eine Rendite für seine Anlage.

Im Gegensatz zu hohen Eigentumsquoten in anderen Ländern werden in Deutschland damit massiv Mittel von unten nach oben umverteilt. In der Regel werden die unteren Einkommensgruppen damit Gelder an die oberen Einkommensgruppen bzw. Konzerne zahlen, die so nicht notwendig sind. Wenn man sich als Staat mal ernsthaft auf eine Erhöhung der Eigentumsquote einlässt.

Mieten sollte nur etwas für randständige Bereiche sein, für junge Leute in der Übergangsphase zwischen Elternhaus und eigener Immobilie, für die wirklich Armen im Lande. Aber sicher nicht als Normalfall.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: nichts_tun am 13.01.2020 12:49
Der deutsche Wohnungsmarkt ist historisch gewachsen und insbesondere Mietverhältnisse sind für diesen kennzeichnend. Dies unterscheidet ihn von anderen Wohnungsmärkten.

Du vermischst undifferenziert untere und obere Einkommensgruppen. Es gibt schon nicht den "armen Mieter" vs. den "reichen Vermieter", beide Gruppen sind stark heterogen. Tatsächlich mag es für manche Geringverdiener in manchen Regionen nicht einfach sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Hier kann der Staat nachsteuern (sozialer Wohnungsbau, Bereitstellung finanzieller Mittel wie Wohngeld); ein generelles Vermieter-Mieter-Problem ist damit nicht aufgetan.

Die Miete von Wohnungen als "randständigen Bereich" in der Lebensplanung zu klassifizieren ist Unsinn. Wer will, kann sich - gerade in den letzten Jahren - relativ güsntige Kredite vergeben lassen und damit die Eigentumsquote erhöhen. Ebenso gibt es dafür staatliche Beihilfen (bspw. KfW-Kredite, Wohnungsbauprämie oder das "Baukindergeld"). Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 13.01.2020 13:21
Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.

Ich sehe z. B. auch nicht ein, mich auf Jahre zu verschulden (ganz zu schweigen davon, erst mal einen Eigenanteil zusammenkratzen zu müssen), um dann an einen Standort gebunden zu sein (weil da ja mein Wohneigentum steht), über Rücklagen, weil das Dach alle x Jahre erneuert werden muss, möchte ich mir auch keine Gedanken machen müssen. Ich zahle meine Miete, von mir aus auch 1,05 x der Kosten des Vermieters, und alles andere ist dessen Verantwortung. Und wenn es mich woanders hinzieht, muss ich nicht erst einen Käufer für das Haus oder die Wohnung finden, ich kann einfach kündigen, wenn ich eine neue Wohnung gefunden habe.

Deshalb kann ich für meinen Teil diese Lobgesänge aufs Wohneigentum so ziemlich gar nicht nachvollziehen.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 13.01.2020 13:45
Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.

Deshalb kann ich für meinen Teil diese Lobgesänge aufs Wohneigentum so ziemlich gar nicht nachvollziehen.

Das kommt natürlich immer auf die eigene Lebensplanung/Vorstellung an. Anscheinend ist der Wunsch nach Wohneigentum allerdings weit verbreitet, sonst würden die Preise nicht so durch die Decke gehen. Es wird Zeit, dass etwas gegen die horrenden Kaufnebenkosten getan wird.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: nichts_tun am 13.01.2020 13:50
Das hängt aber eher mit der derzeitigen höheren Nachfrage zusammen, da, wie geschildert, durchaus Kredite günstig zu erwerben sind.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 13.01.2020 14:02

Du vermischst undifferenziert untere und obere Einkommensgruppen. Es gibt schon nicht den "armen Mieter" vs. den "reichen Vermieter", beide Gruppen sind stark heterogen. Tatsächlich mag es für manche Geringverdiener in manchen Regionen nicht einfach sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Hier kann der Staat nachsteuern (sozialer Wohnungsbau, Bereitstellung finanzieller Mittel wie Wohngeld); ein generelles Vermieter-Mieter-Problem ist damit nicht aufgetan.


Natürlich habe ich das vereinfacht dargestellt. Und mit unsozialem Verhalten, meine ich nicht zuvörderst den Mieter, sondern den Staat mit dem sozialen Wohnungsbau, der eher asozial ist.

Ich möchte eigentlich auch gar nicht irgendwas begründen. Denn die Eigentumsquote und das private Vermögen in anderen europäischen Ländern sprechen für sich.

Zudem muss man das mit den Immobilien ganz neu denken. Denn auch hier ist ein Wechsel genauso einfach wie bei einer Mietwohnung. Wir haben es nur künstlich, rechtlich umständlicher gemacht. Sowas kann man ändern.

Und da dies historisch gewachsen ist, geht das nicht von einem Tag auf den anderen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 13.01.2020 14:56
Das kommt natürlich immer auf die eigene Lebensplanung/Vorstellung an.

Das ist, denke ich, der entscheidende Satz.

Von mir aus soll ja auch jeder Wohneigentum erwerben, der das möchte, und von mir aus sollten die Hürden dazu so niedrig wie möglich sein (aber so hoch wie nötig). Allerdings finde ich den Satz "Wir brauchen mehr Wohneigentum weil wir mehr Wohneigentum brauchen" (überspitzt formuliert) eine eher mäßige Begründung.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: dmmx am 14.01.2020 08:35


Bitte lege Widerspruch ein und wende Dich an deine Gewerkschaft (falls vorhanden).

Das komische ist, dass es scheinbar willkürlich Leute getroffen hat. Während ein Kollege bei den Dezemberbezügen Abzüge hatte, war bei 2 Anderen bisher nichts und das obwohl alle 3 das Schreiben der Stadibau erhalten haben. Möglicherweise geht es nur da wo die Bindungsfrist bereits ausgelaufen ist.

Danke für die Tipps! Gibt es für den Widerspruch ein Musterschreiben? Ich sollte ihn ja auch begründen können?
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 14.01.2020 08:42
Wollte hier auch nur mal anmerken, dass die Denkweise "Niedrige Kreditzinsen erlauben jetzt mehr Wohneigentum" ziemlich naiv ist.

Meine Eltern haben vor ca. 20 Jahren gebaut, in einem Ballungsgebiet, aber in schöner Lage. Ein Zweifamilienhaus mit riesigem Garten.

In den 20 Jahren hat sich der Wert der Immobilie inzwischen verdreifacht. Der größte Anstieg während der letzten 5 Jahre.

Für das was damals ein Zweifamilienhaus mit riesem Garten gekostet hat, würde ich Heute einen Schuhkarton bekommen, ohne Garten, ohne Keller und kaum groß genug für eine kleine Familie mit zwei Kindern.

Mir hilft der günstigste Kredit nicht, wenn ich ihn länger als 40 Jahre abzahlen muss, weil die Immobilienpreise wie blöd explodieren ;)


Meine Lebensplanung sah eigentlich schon ein Eigenheim vor, aber bei den aktuellen Immobilienpreisen (die nur eine Richtung kennen) ist es einfach nicht drin, ganz egal wie günstig die Kredite sind. Klar könnte man noch die Option in Betracht ziehen etwas weiter "raus" ins ländliche zu ziehen, aber das stellt für uns keine echte Alternative dar :)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 14.01.2020 09:09
Mir hilft der günstigste Kredit nicht, wenn ich ihn länger als 40 Jahre abzahlen muss, weil die Immobilienpreise wie blöd explodieren ;)

Schon:
In den 80ern waren die Kreditzinsen bei ca. 8 %. Heute eher so bei 1,5 %. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren und gleicher monatlicher Rate kann daher ein doppelt so hoher Kredit zurückgezahlt werden.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Muenchner82 am 14.01.2020 09:24
Danke für die Tipps! Gibt es für den Widerspruch ein Musterschreiben? Ich sollte ihn ja auch begründen können?

Bisher leider nicht. Du kannst aber darauf verweisen, dass Du die Begründung nachreichst. Ich denke bald wissen die Verbände mehr zu der Sache. Ansonsten kannst Du natürlich auch auf die bereits verlinkte Landtagsanfrage verweisen woraus Du schließt dass der geldwerte Vorteil für Dich nicht zu versteuern ist. Dann einfach mal abwarten was das LfF macht. Normalerweise werden die Widersprüche eh erstmal ruhend gestellt bis der SV geklärt ist.

Im Prinzip kannst Du auch gleich gegen die Ballungsraumzulage Widerspruch einlegen, damit Dir da keine Ansprüche verloren gehen!
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 14.01.2020 09:44
Mir hilft der günstigste Kredit nicht, wenn ich ihn länger als 40 Jahre abzahlen muss, weil die Immobilienpreise wie blöd explodieren ;)

Schon:
In den 80ern waren die Kreditzinsen bei ca. 8 %. Heute eher so bei 1,5 %. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren und gleicher monatlicher Rate kann daher ein doppelt so hoher Kredit zurückgezahlt werden.

In den 80ern haben Immobilien aber auch nur einen Bruchteil dessen gekostet was sie Heute kosten. Klar waren die Gehälter damals natürlich auch niedriger, aber in den 80ern konnten sich viele "Normalverdiener" noch ohne Probleme ein Haus kaufen. Ist Heute hier in der Region nicht mehr so.

Habe leider grad nur eine Statistik gefunden die bis 2004 zurückgeht. Also 15 Jahre. Damals hat ein m² Eigentumswohnung in z.B. Frankfurt im Schnitt ~1900€ gekostet. Heute sind es im Schnitt schon ~5000€. Das ist mehr als verdoppelt. Da helfen Niedrigzinsen auch nicht mehr.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 14.01.2020 09:53
Habe leider grad nur eine Statistik gefunden die bis 2004 zurückgeht. Also 15 Jahre. Damals hat ein m² Eigentumswohnung in z.B. Frankfurt im Schnitt ~1900€ gekostet. Heute sind es im Schnitt schon ~5000€. Das ist mehr als verdoppelt. Da helfen Niedrigzinsen auch nicht mehr.

Na dann hat sich nominal nichts geändert. Der Quadratmeter Eigentumswohnung würde bei einer jährlichen Teuerungsrate von 2 % (die auch dein Einkommen locker mitgemacht hat) heute ca. 2.500,-- € kosten.

Bei einem Zinssatz von 8 % könntest du dir die 2.500,-- € pro qm genauso leisten, wie bei 1,5 % die 5.000,-- € pro qm. Wäre beides nach 30 jahren abgezahlt.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 15.01.2020 10:30

Von mir aus soll ja auch jeder Wohneigentum erwerben, der das möchte, und von mir aus sollten die Hürden dazu so niedrig wie möglich sein (aber so hoch wie nötig). Allerdings finde ich den Satz "Wir brauchen mehr Wohneigentum weil wir mehr Wohneigentum brauchen" (überspitzt formuliert) eine eher mäßige Begründung.

Ich sehe eher die "Mieterfraktion" in der Begründungspflicht, warum diese weiterhin vom erfolgreichen Modell der Eigentumsbildung in fast allen anderen europäischen Ländern Abstand nimmt.

Auch hier geht es wieder mal um typische Mieterproblem, wie den geldwerten Vorteil. Zudem gibt es in Deutschland eigentlich keinen wirklichen Mietmarkt. Der ist durch gesetzliche und höchstrichterliche Leitplanken soweit reguliert, daß man von einem Markt eigentlich nicht mehr sprechen kann.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 15.01.2020 10:43
Ich sehe eher die "Mieterfraktion" in der Begründungspflicht, warum diese weiterhin vom erfolgreichen Modell der Eigentumsbildung in fast allen anderen europäischen Ländern Abstand nimmt.

Sagte ich ja schon: Warum sollte ich mir unnötig Probleme aufhalsen? Ich will mir keine Sorgen um ne blöde Immobilie machen müssen. Die darf sich ruhig mein Vermieter machen. Dazu erst mal Geld zusammenkratzen müssen und mich dann über Jahre hinaus verschulden? Wenn ich überhaupt einen Kredit bekomme. Ich brauche keine Immobilie zur Eigentumsbildung, ich habe andere Prioritäten im Leben.

Warum also sollte ich von der Position abweichen? Die Begründungspflicht liegt da ganz klar bei jenen, die sagen, ich solle doch gefälligst Wohneigentum erwerben. "Weil das ein erfolgreiches Modell der Eigentumsbildung ist" reicht mir da nicht aus, das kann ich auch anderweitig - wenn ich denn überhaupt darauf aus bin, das zu tun.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 15.01.2020 11:01
Dann nenne mir doch mal einen weiteren "geldwerten Vorteil" in Höhe von teils 1000 € im Monat, der im Alter nicht besteuert wird.

Alternativ teile mir mit, wieso das Invest in andere Anlageformen, die bei Ausschüttung immer der Besteuerung unterfallen, besser sein können als Betongold.

Sicher, es ist jedem überlassen.

Was anderes ist es aber dann, wenn öffentliche Gelder fließen. Und ich könnte mir vorstellen, daß die Gelder für den sozialen Wohnungsbau besser in die Förderung des Eigentumserwerbs investiert wären.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaffeetassensucher am 15.01.2020 14:39
Dann nenne mir doch mal einen weiteren "geldwerten Vorteil" in Höhe von teils 1000 € im Monat, der im Alter nicht besteuert wird.

Alternativ teile mir mit, wieso das Invest in andere Anlageformen, die bei Ausschüttung immer der Besteuerung unterfallen, besser sein können als Betongold.

Ich hatte ja nur nach einer nachvollziehbaren Begründung gefragt, die über "es sollte so sein weil es so sein sollte" hinausgeht. Da hast du ja nun zwei Argumente genannt, die in der Abwägung berücksichtigt werden müssten. Mir persönlich wiegen sie die von mir genannten für mich persönlich als solche empfundenen Nachteile nicht auf, aber das ist halt mein Problem.

Was anderes ist es aber dann, wenn öffentliche Gelder fließen. Und ich könnte mir vorstellen, daß die Gelder für den sozialen Wohnungsbau besser in die Förderung des Eigentumserwerbs investiert wären.

Darüber kann oder sollte man natürlich diskutieren können. Das Problem, schätze ich, ist, dass diejenigen, die auf den sozialen Wohnungsbau angewiesen sind/wären, kaum die Zielgruppe für den Eigentumserwerb sind. Ein Hartz-IV-Empfänger wird sich wohl kaum eine eigene Immobilie anschaffen wollen oder können, abgesehen davon, dass dann gleich das Jobcenter vor der Tür stehen würde.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 15.01.2020 14:59
Ich möchte das auch nicht die abschließend bewerten. Nur als Denkansatz und mir irgendwelchen Zahlen:

Unterstützung von Mietern, sei es durch sozialen Wohnungsbau, durch Wohngeld, auch durch SGB II:

150 € im Monat X 12 X 40 Jahre: 72.000 €.

Nun rechnen wir das mal mit Zinseszinsen und dem Wegfall der Grunderwerbersteuer. Das Manna könnte vom Himmel regnen. Zumindest zum Rentenbeginn könnten die Transferleistungen eingestellt werden, da die Bedarfsseite nicht so hoch ist.

Stattdessen wird das Geld als Durchlaufposten an die Vermieter und Gesellschaften weitergeleitet. Wohngeld und Hartz IV beziehen nicht nur die "unteren" Schichten, diese Sozialleistungen werden vor allem an die Mittel- und Oberschicht sowie an Firmen gezahlt.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 15.01.2020 20:19

Von mir aus soll ja auch jeder Wohneigentum erwerben, der das möchte, und von mir aus sollten die Hürden dazu so niedrig wie möglich sein (aber so hoch wie nötig). Allerdings finde ich den Satz "Wir brauchen mehr Wohneigentum weil wir mehr Wohneigentum brauchen" (überspitzt formuliert) eine eher mäßige Begründung.

Ich sehe eher die "Mieterfraktion" in der Begründungspflicht, warum diese weiterhin vom erfolgreichen Modell der Eigentumsbildung in fast allen anderen europäischen Ländern Abstand nimmt.
Das Modell fußt in den anderen Ländern unter andrem darauf, dass die Töchter zur Hochzeit eine Wohnung geschenkt bekommen.
Naja, die Aussage ist sicherlich genauso pauschaliserender Unsinn wie deine Aussagen.

Was ich in der Tat als Problem im Immobilien Umfeld in unserem Land sehe, sind:
1) kein Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer
2) Keine Versteuerung des Verkaufsgewinns bei nicht selbstgenutzten Wohneigentum nach 10 Jahren.
3) die Dämlichkeit, das das Häusle premium sein muss und man nicht mit ner "Bruchbude" anfängt bei der Eigentumsschaffung, auf Gut Deutsch: Es sind nicht nur baurechtliche Dinge, die Häuser in D teuer machen, sondern auch die gewünschten Bauten (Massivbau....)

Und ob eine Immobilienbesitz oder Mieten für einen persönlich die beste Wahl ist, das hängt ja doch stark von den eigenen Lebensweisen, Lebensweg, ....
Gegenüber Miete hat Wohneigentum, ja ein break Even Point, der irgendwo nach 10-15 Jahren liegt, wenn man nicht umzieht.

Stattdessen wird das Geld als Durchlaufposten an die Vermieter und Gesellschaften weitergeleitet. Wohngeld und Hartz IV beziehen nicht nur die "unteren" Schichten, diese Sozialleistungen werden vor allem an die Mittel- und Oberschicht sowie an Firmen gezahlt.
Manno mann, wieso musst du nach akzeptablen Ideen, immer wieder so einen mega Bullshit schreiben??
Und wo kommen jetzt diese Infos wieder her?

Ich bin gefühlt in der oberen Mittelschicht, wie fälschlicherweise Hr. Merz, und haben niemanden der Wohngeld bezieht aus dieser Schicht bisher getroffen.
Auch glaube ich nicht das vor allem die Mittel oder Oberschicht diese Sozialleistungen beziehen, welche wären dass denn?
Also entweder belegbare Fakten auf den Tisch, oder ab in dir Trollecke.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 15.01.2020 20:30
Das erste Zitat stellst du zunächst als Unsinn hin und verifizierst es im Grunde anschließend.

Das zweit Zitat hast Du nicht ansatzweise durchdrungen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 07:39
Das traurige an deinen Ausführungen sind, dass du unscharfe, unbewiesene, dahin geworfene Thesen verbreitest.
Solche Unschärfe bei anderen stark bemängelst und dann nicht gewillt bist einen Diskurs über die vermeintlichen Inhalte der Aussagen zu führen und zu unterfüttern. Schade eigentlich.

Verneinst du jetzt eigentlich, das Mieten die wirtschaftlichere erfolgreichere Wohnform sein kann?

Dass du meine Ausführungen als verifizierend für deine Aussage empfindest. Ok, wenn du es so siehst, wobei mir nicht klar ist was deine Ausführungen jetzt wirklich sind  :o..
zu 1.) verteuert die Schaffung von Eigentum.
zu 2.) Ermöglicht günstigere Mieten, da die Rendite stärker auf den Verkauf ausgerichtet werden kann.
Selbstgenutztes Wohneigentum, kann schneller unbesteuert veräußert werden.
zu 3.) Selbstverschuldet Leid der Deutschen. Es muss ja eine Haus sein und kann nicht die 60qm Hochhauswohnung (in der man lebenslang als Mieter wohnt) sein, in der man seinen Einstieg im Wohneigentum macht.

Zur Info: In D kann man in 84% der Regionen ein durchschnittliches  Eigenheim mit 33% des Jahreseinkommens in 25 Jahren abbezahlen, so die Sparda Bank Studie, was man von der Aussage halten will......
Auch zeigen Befragungen, dass der hohe Anschaffungspreis nicht der Hauptgrund beim Verzicht auf Wohneigentum ist, Hauptgrund ist die (irrationale) Angst vor der langen finanziellen Belastung.

Und beim zweiten Zitat stellst du ja darauf ab, dass die Zahlungen für bezahlbaren Wohnraum beim Wohngeld und Hartz IV ja "direkt" auf das Konto der Vermieter geht und sie somit diese Sozialleitungen beziehen.
Wenn man dies in der einfach so nennen mag, ok. Ist so aber Bullshit. Außer wenn man es zu Ende denkt, dann bekommen auch alle anderen die mit H4lern am Markt agieren diese Sozialleistungen, also der Energieversorger, Lebensmittelladen und der Pizzadienst. Wenn du das so siehst, ok, dann nehme ich das Bullshit zurück.

Natürlich ist es einen Gedanken wert, diese Leistungsbezieher in staatseigenen Sozialwohnungen umzuquartieren, damit dieses staatliche Geld aus dem Markt genommen wird.
Und wenn man dann das ganze so gestaltet, dass es keine Gettos gibt, dann kann das auch was werden.

Ich denke, die niedrige Eigentumsquote in D liegt zum aller größten Teil am Unvermögen der Menschen selbst und nicht an den (staatlichen) Randbedingungen, die angeblich in D schlechter als in den anderen Ländern sind.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 16.01.2020 08:34
Zur Info: In D kann man in 84% der Regionen ein durchschnittliches  Eigenheim mit 33% des Jahreseinkommens in 25 Jahren abbezahlen, so die Sparda Bank Studie, was man von der Aussage halten will......
Auch zeigen Befragungen, dass der hohe Anschaffungspreis nicht der Hauptgrund beim Verzicht auf Wohneigentum ist, Hauptgrund ist die (irrationale) Angst vor der langen finanziellen Belastung.


Diese 84% sind halt für die meisten zu vernachlässigen in Zeiten der wachsenden Ballungsgebiete. Jobs und Infrastruktur ziehen halt immer mehr Leute in die teuren Ballungsregionen.

Um mit 33% eines durchschnittlichen Jahreseinkommens in 25 Jahren ein durchschnittliches Eigenheim abzubezahlen, muss ich schon weit über 1 Stunde außerhalb eines gefragten Ballungsgebietes wohnen.


Weiterhin darf man nicht 33% des Jahreseinkommens für den reinen Kredit einplanen, wenn man nicht hinten runterfallen will. Nebenkosten sind nicht außer acht zu lassen, vor allem steigen diese Jährlich an. Dann muss ich Geld in der Hinterhand behalten für anstehende Instandsetzungen und Reparaturen, um die sich dann eben nicht mehr der Vermieter kümmert.

33% des Einkommens sollte man für das gesamte Spektrum "Wohnen" einplanen. Für den reinen Kredit würde ich dann je nach Einkommen maximal 20% bis evtl. 25% einplanen.

Das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Haushaltes liegt im Median irgendwo bei 3500€.

25% davon sind 875€.

Aber mag natürlich sein bzw. wäre sogar nur logisch, wenn man das in der "Studie" schon berücksichtigt hätte.

Ein kleines Einfamilienhaus, ohne Garten, ohne Keller, ohne Garage mit ca. 120-140m² Wohnfläche kostet im Speckgürtel einer Metropolregion inzwischen locker 400.000 bis 600.000 zzgl. Kaufnebenkosten. 

Und ja es muss meistens Neubau sein, denn wenn man sich mal gängige Immobilienbörsen anschaut sind dort 90% der Objekte entweder Neubau / In Planung oder absolute Schrottbuden die man teilweise nur noch abreißen kann.

Jetzt kann sich ja jeder mal ausrechnen wie weit man mit 875€ Tilgung da kommt. Und da hat man keine Luxusimmobilie. 

Und wie sich ein Durchschnittlicher Haushalt, der sicher eine Warmmiete deutlich über 1000€ hat in dieser Region, dann noch ein Eigenkapital ansparen soll steht auf einem anderen Stern. Wobei ja beim derzeitigen Zinsniveau die meisten wirklich 110% finanzieren, selbst wenn sie Eigenkapital hätten ansparen können.



Trotz alle dem sehe ich auch nicht was der Staat hier für gerechte Mittel hätte dort was zu tun ohne massiv in Eigentumsrechte einzugreifen, was ich schon nicht mehr gerecht finden würde.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 16.01.2020 10:48
Trotz alle dem sehe ich auch nicht was der Staat hier für gerechte Mittel hätte dort was zu tun ohne massiv in Eigentumsrechte einzugreifen, was ich schon nicht mehr gerecht finden würde.

-Grunderwerbssteuer für den "Eigengebrauch" stark senken oder total abschaffen
-Maklergebühren stark beschränken oder Deckeln. Bis zu ca. 7% sind ein schlechter Scherz.
-Notargebühren deckeln
-Enev aufweichen und gleichzeitige Senkung der Steuern auf Öl/Gas/Strom
-Aufweichen von Entsorgungsvorschriften. Alleine die "Entsorgung)des Kelleraushubs kann ein kleines Vermögen kosten.

Durch die anstehende künstliche! Verteuerung von Gas und Öl dürfte die Attraktivität von Altbauten zurück gehen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 10:50

Ich denke, die niedrige Eigentumsquote in D liegt zum aller größten Teil am Unvermögen der Menschen selbst und nicht an den (staatlichen) Randbedingungen, die angeblich in D schlechter als in den anderen Ländern sind.

Das Unvermögen wurde über Jahrzehnte staatlicherseits gefördert, weil man das Wohnen zur Miete als Standard, wenn nicht sogar förderlich, angesehen hat. Da möchte ich dem Einzelnen gar nicht mal Schuld geben. Wie viele Regelungen gibt es zum Mietrecht? Das ist kein freier Markt mehr. Das sind massivste Eingriffe in das Eigentumsrecht (derzeit bis hin zu Plänen zur massenhaften Enteignung). Da sind Leute (Großstadtblase) in ihrem eigenen Käfig gefangen, aus dem sie nicht mehr herauskommen.

Wenn Du hier bei Transferleistungen für Unterkunft und laufenden Lebensbedarf anführst, musst Du bedenken, daß diese Transferleistungen (nach meinen utopischen Vorstellungen) für die Unterkunft wegfallen, wenn die Bude abbezahlt ist. Hier gebe ich Dir aber recht, wir bauen falsch. Zu groß und zu massive, begleitet mit einer ausufernden Bürokratie und schleppender Umsetzung. Aber auch das ist Legion.

Die Besteuerung beim nicht selbst genutzten Wohneigentum sehe ich nicht zuvörderst beim Gewinn und Verkauf, sondern eher beim Erwerbs. Hier sollte schlicht der allgemeine Satz der Umsatzsteuer (19 %) gelten bei der Grunderwerbssteuer. Bei selbstgenutztem Wohneigentum gar keine Steuer, bei Kleinvermietern vielleicht die übliche Grunderwerbssteuer.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 11:04
Ein kleines Einfamilienhaus, ohne Garten, ohne Keller, ohne Garage mit ca. 120-140m² Wohnfläche kostet im Speckgürtel einer Metropolregion inzwischen locker 400.000 bis 600.000 zzgl. Kaufnebenkosten. 
Und was kostet das an Miete?
Ich denke darin liegt oftmals das Problem, das die Leute das Kaufen nicht an ihrer aktuellen Mietsituation messen.
Darum kaufen sie nicht und vernichten ihr Geld in Form von Miete, obwohl sie 25 Jahre in der gleichen Hochhausbutze wohnen.
Wenn man jedoch als sich noch nicht ortsgebunden oder wohnungsgebunden fühlt, kann Mieten die günstigere Variante sein. Da man flexibler kostengünstig seine Bedürfnisse anpassen kann.
Einerseits wegen der Kaufnebenkosten, andererseits wegen der Vorfälligkeitsentschädigungen und Wertverlustängste
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 11:51
Das Unvermögen wurde über Jahrzehnte staatlicherseits gefördert, weil man das Wohnen zur Miete als Standard, wenn nicht sogar förderlich, angesehen hat. Da möchte ich dem Einzelnen gar nicht mal Schuld geben.
Wodurch wurde deiner Meinung nach das vom Staat gefördert?
Eigenheimzulage, Förderung bei Bausparverträgen etc. sind ja nicht wirklich Förderungen für das Mieten.
Und wenn ich den ollen Fuchs im der TV Werbung sehe.......
Zitat
Wie viele Regelungen gibt es zum Mietrecht? Das ist kein freier Markt mehr. Das sind massivste Eingriffe in das Eigentumsrecht (derzeit bis hin zu Plänen zur massenhaften Enteignung). Da sind Leute (Großstadtblase) in ihrem eigenen Käfig gefangen, aus dem sie nicht mehr herauskommen.
Also der Mieterschutz ist Schuld daran, das Mieter sich keine Wohneigentum anschaffen?
Das klingt eher danach, das der Mieterschutz Leute davon abhält Vermieter zu werden, aber das ist mEn ein gänzlich anderes Thema und hat mit der Eigenheimquote ja gleich nichts zu tun (Ich kenne Mieter, die auch Vermieter sind, also kein Eigenheim haben).
Zitat
Wenn Du hier bei Transferleistungen für Unterkunft und laufenden Lebensbedarf anführst, musst Du bedenken, daß diese Transferleistungen (nach meinen utopischen Vorstellungen) für die Unterkunft wegfallen, wenn die Bude abbezahlt ist.
Jetzt kapier ich überhaupt nicht was du da vorhast. Mit welcher Begründung sollen Transferleistungen wegfallen?
Wenn ich als Eigenheimbesitzer H4 werde, dann zahlt der Staat meine laufenden Betriebskosten und meine Zinsen, soweit so gut und geltendes Recht. Der Staat soll mich auch beim Vermögensaufbau unterstützten?
Zitat
Die Besteuerung beim nicht selbst genutzten Wohneigentum sehe ich nicht zuvörderst beim Gewinn und Verkauf, sondern eher beim Erwerbs. Hier sollte schlicht der allgemeine Satz der Umsatzsteuer (19 %) gelten bei der Grunderwerbssteuer. Bei selbstgenutztem Wohneigentum gar keine Steuer, bei Kleinvermietern vielleicht die übliche Grunderwerbssteuer.
Also eine Grunderwerbssteuer von 19%, die zuückgezahlt wird, wenn es selbstgenutztes Wohneigentum ist. Wie lange muss es selbstgenutztes Wohneigentum sein, damit man von dieser Steuerbefreit wird?
Was wenn einer Wohneigentum kauft, dann vermietet, dann selbstgenutzt und dann wieder vermietet, wie würdest du das sehen? selbstgenutzt oder nicht selbstgenutzt?
Wie soll Kleinvermieter abgegrenzt werden?

Was ich damit sagen will: Du beklagst Bürokratie und das was du da als Idee hast wird ein steuerliches Bürokratiemonster.
Ich sehe da eher folgendes Paket:
Grunderwerbssteuer x% auf den Y00.000 Euro übertreffenden Betrag für alle, egal welche Nutzung.
Verkaufsgewinn grundsätzlich versteuert, sofern nicht letzten 5 Jahre selbstgenutztes Wohneigentum.
Grundsteuer nicht als Betriebskosten auf Mieter umlegbar.
Und natürlich weiterhin Versteuerug von VuV.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 16.01.2020 11:53
Grundsteuer nicht als Betriebskosten auf Mieter umlegbar.

Dann erhöhe ich halt die Kaltmiete entsprechend... ::)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 12:28
Grundsteuer nicht als Betriebskosten auf Mieter umlegbar.

Dann erhöhe ich halt die Kaltmiete entsprechend... ::)
Theoretisch Richtig, allerdings unterliegt das gewissen Regeln und die Gemeinde, die den Satz erhöht ist dann nicht der Mietkostentreiber.
Und falls du es nicht weißt: ein Vermieter kann nicht einfach nach Lust und Laune die Miete erhöhen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 12:34

Was ich damit sagen will: Du beklagst Bürokratie und das was du da als Idee hast wird ein steuerliches Bürokratiemonster.

Wo habe ich eine bürokratische Idee angebracht?

Zudem: Immobilien sind irgendwann abbezahlt, dann entstehen in Bezug auf "Kaltmiete" keine Kosten mehr. Weder für Hartzer noch für Andere. Was ist an dieser recht einfachen Sachlage so schwer zu verstehen?

Was ist dein wissenschaftlicher Hintergrund, Verkehrsprofessor im Autoscooter? Die einfachsten Schlussfolgerungen bekommst du nicht hin und bestätigst hiermit meine Ansichten über das Nachlassen des Bildungssystems in den letzten Jahrzehnten. Leider...
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 12:52

Was ich damit sagen will: Du beklagst Bürokratie und das was du da als Idee hast wird ein steuerliches Bürokratiemonster.
Wo habe ich eine bürokratische Idee angebracht?
Lesen hilft! Habe ich oben beschrieben, aber meine Fallbeispiele zu deinem Vorschlag, haben dich offensichtlich überfordert.

Meine Fragen beantworten würde bei dir vielleicht Erkenntnisse bringen, auf die dein Stammhirn nicht gekommen ist.
Aber da haben wir wieder dein Kernproblem, einen sachlicher Diskurs ist mit dir nicht möglich.
Zitat
Zudem: Immobilien sind irgendwann abbezahlt, dann entstehen in Bezug auf "Kaltmiete" keine Kosten mehr. Weder für Hartzer noch für Andere. Was ist an dieser recht einfachen Sachlage so schwer zu verstehen?
Ja, also soll der Staat dem Hartzer die Vermögensbildung bezahlen, damit er Eigentümer wird, hab es verstanden.
Und das eine bezahlte Immobilie keine "Kaltmiete" benötigt, zeigt deine Ahnungslosigkeit oder deine simple Denkstruktur.

Du merkst wieder mal nicht, dass die von dir dargelegten simplen Sachlagen, eben keine simple Sachlagen sind, sie erscheinen für dich nur so, weil du zu simpel dir die Welt zurechtlegst.
Das hättest du beim verständigen lesen vielleicht merken können.

zum Beispiel, du forderst: selbstgenutzte Wohnungen sollten keiner Grunderwerbssteuer unterliegen.
Wann ist eine Wohnung eine selbstgenutzte Wohnung?
Zum Kaufzeitpunkt kann sie es ja nicht sein. Da könnte man höchsten angeben, dass man vor hat sie selbst zu nutzen.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 16.01.2020 14:14
Ein kleines Einfamilienhaus, ohne Garten, ohne Keller, ohne Garage mit ca. 120-140m² Wohnfläche kostet im Speckgürtel einer Metropolregion inzwischen locker 400.000 bis 600.000 zzgl. Kaufnebenkosten. 
Und was kostet das an Miete?
Ich denke darin liegt oftmals das Problem, das die Leute das Kaufen nicht an ihrer aktuellen Mietsituation messen.
Darum kaufen sie nicht und vernichten ihr Geld in Form von Miete, obwohl sie 25 Jahre in der gleichen Hochhausbutze wohnen.
Wenn man jedoch als sich noch nicht ortsgebunden oder wohnungsgebunden fühlt, kann Mieten die günstigere Variante sein. Da man flexibler kostengünstig seine Bedürfnisse anpassen kann.
Einerseits wegen der Kaufnebenkosten, andererseits wegen der Vorfälligkeitsentschädigungen und Wertverlustängste

Also ich nehme einfach mal meine Situation als Beispiel. Werte alle mal grob gerundet.

Speckgürtel einer Metropolregion.

Aktuell eine schöne Mietwohnung in einem 4 Parteienhaus. 108m², 980€ Kalt. Das ist noch verdammt günstig hier im Ort und war ein riesen Glücksgriff als wir die Wohnung damals bekommen haben.

Wenn ich mir jetzt eine Immobilie kaufe, dann ist das eine langfristige Sache. Dann muss die auch entsprechend "Zukunftssicher" sein. Ergo muss sie auch Platz für 1-2 Kinder bieten und ein Zimmer für ein Homeoffice.

Ich kann also eine potentielle Immobilie nicht mit meiner aktuellen Wohnsituation vergleichen, da ich eine Mietwohnung immer an den aktuellen Bedarf "anpassen" kann, während eine Immobilie Zukunftssicher sein muss. Das hast du ja auch passender Weise genannt. Man kann als Mieter eben flexibel sein. Ein Haus hat man halt erstmal und da kann man nicht mal eben schnell die Wohnsituation anpassen.


Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.



Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 14:16

zum Beispiel, du forderst: selbstgenutzte Wohnungen sollten keiner Grunderwerbssteuer unterliegen.
Wann ist eine Wohnung eine selbstgenutzte Wohnung?
Zum Kaufzeitpunkt kann sie es ja nicht sein. Da könnte man höchsten angeben, dass man vor hat sie selbst zu nutzen.

Du denkst weiterhin viel zu umständlich. Diese o.g. Forderung wäre ein Wiederherstellung der Regelungen bis Ende 1982. Man braucht noch nicht im Ansatz hierfür das Gehirn einschalten, wohl aber die historische Entwicklung kennen.

Aber ach, das ist ja die bürokratische Idee, die ich hatte:-)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 16.01.2020 15:05
Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.

Wie sieht es denn aus, wenn du nach 33 Jahren nur die Hälfte abgezahlt haben möchtest?

Aus meiner Sicht reicht es aus, zum Rentenbeginn schon einen signifikanten Teil abbezahlt zu haben, schließlich würde man als mietender Rentner auch noch Kosten für die Wohnung haben.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: DiVO am 16.01.2020 16:10
Ein kleines Einfamilienhaus, ohne Garten, ohne Keller, ohne Garage mit ca. 120-140m² Wohnfläche kostet im Speckgürtel einer Metropolregion inzwischen locker 400.000 bis 600.000 zzgl. Kaufnebenkosten. 
Und was kostet das an Miete?
Ich denke darin liegt oftmals das Problem, das die Leute das Kaufen nicht an ihrer aktuellen Mietsituation messen.
Darum kaufen sie nicht und vernichten ihr Geld in Form von Miete, obwohl sie 25 Jahre in der gleichen Hochhausbutze wohnen.
Wenn man jedoch als sich noch nicht ortsgebunden oder wohnungsgebunden fühlt, kann Mieten die günstigere Variante sein. Da man flexibler kostengünstig seine Bedürfnisse anpassen kann.
Einerseits wegen der Kaufnebenkosten, andererseits wegen der Vorfälligkeitsentschädigungen und Wertverlustängste

Also ich nehme einfach mal meine Situation als Beispiel. Werte alle mal grob gerundet.

Speckgürtel einer Metropolregion.

Aktuell eine schöne Mietwohnung in einem 4 Parteienhaus. 108m², 980€ Kalt. Das ist noch verdammt günstig hier im Ort und war ein riesen Glücksgriff als wir die Wohnung damals bekommen haben.

Wenn ich mir jetzt eine Immobilie kaufe, dann ist das eine langfristige Sache. Dann muss die auch entsprechend "Zukunftssicher" sein. Ergo muss sie auch Platz für 1-2 Kinder bieten und ein Zimmer für ein Homeoffice.

Ich kann also eine potentielle Immobilie nicht mit meiner aktuellen Wohnsituation vergleichen, da ich eine Mietwohnung immer an den aktuellen Bedarf "anpassen" kann, während eine Immobilie Zukunftssicher sein muss. Das hast du ja auch passender Weise genannt. Man kann als Mieter eben flexibel sein. Ein Haus hat man halt erstmal und da kann man nicht mal eben schnell die Wohnsituation anpassen.


Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.

Ich glaub ja, dass das Problem in Deutschland auch an den hoher Wohnfläche pro Person liegt. 108 m2 für zwei Personen ist sehr viel und liegt auch deutlich über dem Durchschnitt. Du schreibst, dass du für ein zukunftssicheres Zuhause fünf Zimmer benötigst. Wie lange brauchst du die denn? Maximal 18 Jahre bis die Kinder das Haus verlassen und sich an der Uni einschreiben. Die leeren Zimmer und die riesige Hütte ziehst du dann aber weiterhin mit dir rum und ärgerst dich über die hohen Nebenkosten, die deine Frau und du produzierst...
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 16.01.2020 16:15
Klar hat man als mietender Rentner auch noch Kosten, aber durch einen Hauskauf wollen sich die Meisten ja auch fürs Alter absichern.

Bei Renteneintritt oder zumindest wenige Jahre danach, sollte das Haus schon abbezahlt sein. Das ist ja einer der großen Vorteile.

Ansonsten hat ein Haus ja auch viele Nachteile als Rentner. In der Regel wird es zu groß sein, wenn die Kinder mal raus sind. Es wird mit dem Alter schwieriger es zu unterhalten usw.

Klar ich kann es als Rentner noch verkaufen und mir mit dem Geld einen schönen Lebensabend machen, wenn ich das Haus nicht vererben will. Aber auch dafür sollte es im Idealfall abbezahlt sein.

Außerdem würde einen auch wohl jede Bank fragend anschauen, wenn man mit mitte 30 ein Haus noch für weit über 40 Jahre finanzieren möchte :D
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 16.01.2020 16:15
Die leeren Zimmer und die riesige Hütte ziehst du dann aber weiterhin mit dir rum und ärgerst dich über die hohen Nebenkosten, die deine Frau und du produzierst...

Was ist den an vier Zimmern riesig? Sollen Sie in ein kleines 50 qm Gefängnis ziehen?
Aus einem Kinderzimmer kann man wunderbar ein Wäsche oder Hobby Zimmer machen.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 16.01.2020 16:21

Ich glaub ja, dass das Problem in Deutschland auch an den hoher Wohnfläche pro Person liegt. 108 m2 für zwei Personen ist sehr viel und liegt auch deutlich über dem Durchschnitt. Du schreibst, dass du für ein zukunftssicheres Zuhause fünf Zimmer benötigst. Wie lange brauchst du die denn? Maximal 18 Jahre bis die Kinder das Haus verlassen und sich an der Uni einschreiben. Die leeren Zimmer und die riesige Hütte ziehst du dann aber weiterhin mit dir rum und ärgerst dich über die hohen Nebenkosten, die deine Frau und du produzierst...

108m² für zwei Personen finde ich keineswegs viel. Das sind aktuell 3,5 Zimmer bei uns. Zugegeben teils etwas blöd geschnitten, es hätten auch 4 sein können. Bei uns sind das jetzt WZ, Schlafzimmer, Esszimmer (als halbes) und Arbeitszimmer.

Fünf Zimmer sind bei einer Vierköpfigen Familie das Minimum. Wohnzimmer, Eltern, 2x Kind und ein Arbeitszimmer. Im Idealfall hätte ich persönlich sogar gerne noch einen großen beheizten Hobbykeller.

Und 18 Jahre maximal ist Heute auch nicht mehr der Fall. Es wohnen doch viele Heute noch bis 30 bei ihren Eltern. Ich bin damals mit 22 ausgezogen und war in meinem Freundeskreis einer der ersten gewesen. Ich kenne Heute noch genug die auch mit Ü30 noch im Elternhaus leben, aus welchen Gründen auch immer.

Aber ansonsten stimmt es natürlich, wenn die Kinder mal raus sind hat man eigentlich zu viel Platz. Das ist halt ein Nachteil.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 16:22
Wir brauchen mehr Flexibilität, auch im Eigentum.

Die Witwe haust am Stadtrand auf 170 m² und die junge Familie quetscht sich auf 60 m², anstatt die Immobilien zu wechseln. Daher weg mit der Grunderwerbssteuer.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 16.01.2020 16:23
Klar hat man als mietender Rentner auch noch Kosten, aber durch einen Hauskauf wollen sich die Meisten ja auch fürs Alter absichern.

Bei Renteneintritt oder zumindest wenige Jahre danach, sollte das Haus schon abbezahlt sein. Das ist ja einer der großen Vorteile.

Ein großer Vorteil ist schon ein halb abbezahltes Haus, weil der halbe Kredit weniger ist, als eine ganze Miete. Es ist zwar schön, ein abbezahltes Haus zu haben, aber nicht wirklich notwendig.

Ansonsten hat ein Haus ja auch viele Nachteile als Rentner. In der Regel wird es zu groß sein, wenn die Kinder mal raus sind. Es wird mit dem Alter schwieriger es zu unterhalten usw.

Richtig, aber auch da ist man halbwegs flexibel. Wenn man alt ist und das Haus zu groß kann man es verkaufen und hat (auch wenn nur zur Hälfte abgezahlt) eine schöne Stange Geld, um sich ein kleineres Haus zu kaufen, eine Wohnung zu mieten oder wasauchimmer zu machen.

Außerdem würde einen auch wohl jede Bank fragend anschauen, wenn man mit mitte 30 ein Haus noch für weit über 40 Jahre finanzieren möchte :D

Kein Stück. So ziemlich jede Bank bietet Dir einen Kredit mit einer Zinsbindung von 15-20 Jahren und einer Tilgung von 1-2 % an. Die Gesamtdauer der Finanzierung ist der Bank egal.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Spid am 16.01.2020 16:25
Wir brauchen mehr Flexibilität, auch im Eigentum.

Die Witwe haust am Stadtrand auf 170 m² und die junge Familie quetscht sich auf 60 m², anstatt die Immobilien zu wechseln. Daher weg mit der Grunderwerbssteuer.

Bravo! Die Forderung stütze ich voll und ganz.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 16:30

Bravo! Die Forderung stütze ich voll und ganz.

Insofern, als dass Du eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit in der Gesetzgebung erkennst bzw. sogar unterstützt oder bei allgemeinen Steuern siehst, wäre diese Haltung nicht konsequent.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 16:36

Wie sieht es denn aus, wenn du nach 33 Jahren nur die Hälfte abgezahlt haben möchtest?

Aus meiner Sicht reicht es aus, zum Rentenbeginn schon einen signifikanten Teil abbezahlt zu haben, schließlich würde man als mietender Rentner auch noch Kosten für die Wohnung haben.

Wenn wir beim traditionellem Modell bleiben, also bei Rentenbeginn die Einkünfte sinken. Dann sollte die Immobilie nicht nur spätestens mit Rentenbeginn abbezahlt sein, sondern auch einmal komplett renoviert bzw. saniert sein.

Da ich jedoch kein Freund des Vererbens bin, wäre auch eine Leibrente sehr angeraten.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Spid am 16.01.2020 16:45

Bravo! Die Forderung stütze ich voll und ganz.

Insofern, als dass Du eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit in der Gesetzgebung erkennst bzw. sogar unterstützt oder bei allgemeinen Steuern siehst, wäre diese Haltung nicht konsequent.

Sofern der Gesetzgeber selbst und die durch ihn ermächtigte Verwaltung einen solche Begründung erheben, müssen sie sich daran messen lassen - mit den von mir daraus an anderer Stelle erläuterten Folgerungen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es tatsächlich so sei.

Da meine Einstellung auf die Begrenzung des wuchernden Molochs bzw. die Schrumpfung des Leviathans auf seine Kernaufgaben durch Mittelbeschränkung ist, ist die Unterstützung für jede Forderung nach Steuerabschaffung konsequent.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 16:52

Da meine Einstellung auf die Begrenzung des wuchernden Molochs bzw. die Schrumpfung des Leviathans auf seine Kernaufgaben durch Mittelbeschränkung ist, ist die Unterstützung für jede Forderung nach Steuerabschaffung konsequent.

Vorsicht. Die Steuererhebung ist eine Hydra. Wenn ein Hals abgeschlagen wird wachsen zwei Neue.  ;)

Das ist in der Sache völliger Unfug, entspricht aber ganz grob den Wahlergebnissen.

Dennoch sollte sich "der Staat" (TM) - auch die Bayern in München von der Beteiligung an Geldverbrennung wie der Vermietung trennen. Beim sozialen Wohnungsbau sofort, bei der Übernahme von Kosten im Rahmen von Hartz IV perspektivisch.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 16.01.2020 17:28
Wenn wir beim traditionellem Modell bleiben, also bei Rentenbeginn die Einkünfte sinken. Dann sollte die Immobilie nicht nur spätestens mit Rentenbeginn abbezahlt sein, sondern auch einmal komplett renoviert bzw. saniert sein.

Und wieso reicht da nicht eine Abbezahlung zur Hälfte? Einkommen reduziert sich auf 70 %, "Miete" (also Wohnkosten) ebenfalls.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 17:32

Und wieso reicht da nicht eine Abbezahlung zur Hälfte? Einkommen reduziert sich auf 70 %, "Miete" (also Wohnkosten) ebenfalls.

Weil für mich der Hauptgrund in der Lebenserwartung liegt. Zu viele Kollegen sind bei uns um die 65 oder in den Jahren danach verstorben.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 16.01.2020 17:42

Und wieso reicht da nicht eine Abbezahlung zur Hälfte? Einkommen reduziert sich auf 70 %, "Miete" (also Wohnkosten) ebenfalls.

Weil für mich der Hauptgrund in der Lebenserwartung liegt. Zu viele Kollegen sind bei uns um die 65 oder in den Jahren danach verstorben.

Nach der Logik würde ich das Haus gar nicht abbezahlen ;)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: BAT am 16.01.2020 17:46

Nach der Logik würde ich das Haus gar nicht abbezahlen ;)

Diese Haltung würde eine Abneigung zum Partner voraussetzen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Bastel am 16.01.2020 19:34
Ich meine in irgendeinem nordischen Land wird vom Kredit nur der Zinsdienst bedient.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: clarion am 16.01.2020 20:01
Hallo in den USA und in einigen ostasiatischen Metropolen wird teilweise auch nicht getilgt, sondern nur die Zinsen bedient. Das ist dann wie Miete zahlen. Man kann allenfalls bei einem Wiederverkauf von der Wertsteigerung profitieren. Ich möchte auch anmerken, dass man gerade in Deutschland extreme Unterschiede im Preisniveau hat. Es gibt durchaus Gegende, wo sich ein Normalverdiener locker eine Immobile leisten kann.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 20:39
Weil für mich der Hauptgrund in der Lebenserwartung liegt. Zu viele Kollegen sind bei uns um die 65 oder in den Jahren danach verstorben.
Klingt für mich nach ein Argument Mieten statt kaufen.
alternativ: tilgen ist Dumm.
Außerdem benutzt du den Begriff Lebenserwartung in dem Zusammenhang falsch, denn die war bei deinen Kollegen wohl über 10 Jahre als sie verstorben sind.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 20:54
Aber ach, das ist ja die bürokratische Idee, die ich hatte:-)
Ja genau, das da:
Hier sollte schlicht der allgemeine Satz der Umsatzsteuer (19 %) gelten bei der Grunderwerbssteuer. Bei selbstgenutztem Wohneigentum gar keine Steuer, bei Kleinvermietern vielleicht die übliche Grunderwerbssteuer.
Und da ich mich gerne belehren lasse, habe ich dich nur nach deinen Kriterien für selbstgenutzt gefragt, deren Beantwortung du leider schuldig bleibst.
Offenkundig hast du aber wieder Dinge raus gehauen, von denen du nur Headline Wissen aus dem Stern oder sonst wo her hast.
Und der Beste Hammer ist ja dieser Satz:
Du denkst weiterhin viel zu umständlich. Diese o.g. Forderung wäre ein Wiederherstellung der Regelungen bis Ende 1982. Man braucht noch nicht im Ansatz hierfür das Gehirn einschalten, wohl aber die historische Entwicklung kennen.

Aber ach, das ist ja die bürokratische Idee, die ich hatte:-)
Die Krönung der Unwissenheit!!!!
Vor 1982 war das GrEst-Recht auf über 60 verschieden Gesetze und Verordnungen und noch mehr Einzelvorschriften verteilt, du wünscht dir also dieses Bürokratiemonster zurück?? (deswegen wurde das bundeseinheitliche GrEstG eingeführt, weil der Verwaltungsaufwand für die Ausnahmetatbestände drastisch hoch war.)

Also bevor du deine netten Ideen so ahnungslos verbreitest, und dann noch absolut sich selbst widerlegend begründest, solltest du mal in dich gehen.
(An deine undifferenzierten dahin geredete Aussage, der Mensch kann nur 6h am Tag konzentriert arbeiten glaubst du wahrscheinlich auch noch, obwohl wissenschaftlich widerlegt, weil du wie immer nur die Headline liest und dann nicht weiter)

Fazit: Stimmt man sollte die historische komplett Entwicklung kennen, haste aber nicht. MEGA Peinlich!

Wo wir uns einig sind: Gerne kann man die Grunderwerbsteuer komplett abschaffen. Zumindest für natürliche Personen, egal für welchen Zweck es angeschafft wurde, das wäre Verwaltungstechnisch für diesen Bereich recht einfach zu lösen.
Der gewerbliche Bereich ist ja eh nicht in den Griff zu bekommen (Verkauf von Firmenanteilen die eigentlich Grunderwerbssteuerpflichtig sind etc...).

Und ja der Ausnahmetatbestand, dass selbstgenutztes Eigentum von der Grunderwerbsteuer befreit werden sollte, war bis 1983 gegeben, aber eben uA mit den von mir angerissenen Problematiken, kannst dich ja mal mit beschäftigen, bzw. die vielen gerichtlichen Verfahren dazu reinziehen. Und wie viel Steuerbetrug damit gemacht wurde, kann man sich denken.

Und ja ich finde es beschämend, dass die Länder sich hier primär an den normalen Bürger vergreift.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 16.01.2020 20:57
Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.
Findest du da auch deine Wohnung für 1000€ kalt?
Aber ansonsten, tja, dann ist für dich Mieten die günstigere Variante.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kryne am 17.01.2020 07:26
Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.
Findest du da auch deine Wohnung für 1000€ kalt?
Aber ansonsten, tja, dann ist für dich Mieten die günstigere Variante.

Nein, aber vergleichbare Wohnungen kosten auch keinesfalls 1400€ kalt.

Deshalb sage ich, dass man eben keinen Vergleich anhand einer etwaigen aktuellen Miete ziehen sollte. Sofern man plant ein Haus innerhalb von ~30 Jahren abzubezahlen, wird man in Ballungsgebieten immer eine höhere Tilgungsrate haben als man eine Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung hätte. Das liegt in der Natur der Sache, da man ja auch zwischen Wohnung/Haus unterscheiden muss, wobei die Häuser die Heute hier gebaut werden sowieso schon fast nur noch eine Wohnung sind, da viele Vorteile die ein Haus früher hatte einfach fehlen. (Großer Garten, Garage, großer Keller und vieles mehr). Man hat halt nur keine Nachbarn mehr über einem, die Nachts um 1 Stepptanz üben :D
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaiser80 am 17.01.2020 07:39

Deshalb sage ich, dass man eben keinen Vergleich anhand einer etwaigen aktuellen Miete ziehen sollte.

Ich halte die Vergleiche auch für unpassend. Der Vergleich kann doch nur Anhand des Liquiditätsabfluss gezogen werden. Kann ich mir 1000 kalt oder 1400 Annuität leisten? Der Rest ist doch rein individuell. Arbeitsplatz, Familienverhältnisse und und und…
Zudem beschleicht mich dass Gefühl, dass manche einfach nicht in der Lage sind einen Vermögensgegenstand (Immobilie) in ihrer persönlichen Bilanz zu bewerten.

Aber back to Topic...
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Kaiser80 am 17.01.2020 07:53
Und es einfach vom Lohn abzuziehen ist tatsächlich ne starke Sache, eigentlich müsste es ja via Steuererklärung laufen, da wollte man wohl netter "Dienstleister" sein.
So ein Blödsinn. Vom Arbeitgeber gewährte geldwerte Vorteile unterliegen immer schon dem Lohnsteuerabzug.
Nur, wenn der AG diesen erkennt! Sofern ich die Thematik durchdrungen habe, kam dieser Tatbestand erst durch eine Lohnsteueraussenprüfung ans Licht. Ob der AG bewusst oder unbewusst so handelte lass ich mal dahingestellt. Erkennt er den gW so unterliegt er natürlich dem LSt Abzug.
Zu meiner Zeit als Steuerfachangestellter wurden bei solchen "Vorgängen" grds ein neuer Steuerbescheid für die entsprechenden Veranlagungszeiträume je Steuerpflichtigem erlassen. Wie soll es auch sonst gehen?
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 17.01.2020 08:14
Hab grad mal bei Immoscout das erst beste Immobilienobjekt rausgesucht. Nicht mal Neubau, sondern 15 Jahre alt. 115m² Wohnfläche, kleiner Garten, 2 Stellplätze, 4 Zimmer (eigentlich sogar zu wenig wenn es Zukunftssicher sein soll). Kosten inkl. Kaufnebenkosten rund 470k. Wenn ich das in 33 Jahren abbezahlen will, hab ich eine monatliche Tilgung von rund 1400€. Das sind 50% mehr als meine aktuelle Kaltmiete, die zugegeben relativ günstig ist. Mal ohne Eigenkapital gerechnet.
Findest du da auch deine Wohnung für 1000€ kalt?
Aber ansonsten, tja, dann ist für dich Mieten die günstigere Variante.

Nein, aber vergleichbare Wohnungen kosten auch keinesfalls 1400€ kalt.

Deshalb sage ich, dass man eben keinen Vergleich anhand einer etwaigen aktuellen Miete ziehen sollte. Sofern man plant ein Haus innerhalb von ~30 Jahren abzubezahlen, wird man in Ballungsgebieten immer eine höhere Tilgungsrate haben als man eine Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung hätte. Das liegt in der Natur der Sache, da man ja auch zwischen Wohnung/Haus unterscheiden muss, wobei die Häuser die Heute hier gebaut werden sowieso schon fast nur noch eine Wohnung sind, da viele Vorteile die ein Haus früher hatte einfach fehlen. (Großer Garten, Garage, großer Keller und vieles mehr). Man hat halt nur keine Nachbarn mehr über einem, die Nachts um 1 Stepptanz üben :D
Jipp da stimme ich dir zu. Eigentlich hätte meine Frage lauten müssen, wie viel Miete zahlt man denn bei Immoscout für ein vergleichbares Objekt. Und dann kann man sich ausrechnen ob Mieten oder Kaufen die wirtschaftlich bessere Alternative ist (Und der Prämisse, dass man mehrere Dekaden dort wohnen bleibt, sonst wird es ja arg diffus mit der Bewertung). Ist ja so schon Glaskugel.
Ich gucke mir immer das Kaufpreis-Mietverhältnis an, um eine Grundgefühl für die Bewertung eines Objektes zu bekommen und war in der glücklichen Lage vor 8 Jahren ein Objekt mit dem Verhältnis 10 zu erwerben, während meine selbstgenutzte Hütte eher bei 25 liegt.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Organisator am 17.01.2020 08:15

Deshalb sage ich, dass man eben keinen Vergleich anhand einer etwaigen aktuellen Miete ziehen sollte. Sofern man plant ein Haus innerhalb von ~30 Jahren abzubezahlen, wird man in Ballungsgebieten immer eine höhere Tilgungsrate haben als man eine Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung hätte.


Viele sagen, sich einen Kauf nicht leisten zu können. Dabei vergleichen Sie Miete (logischerweise ohne Tilgung) mit Kreditrate (inkl. Tilgung). Logisch, dass letzteres mehr ist.

Gebe nochmal zu bedenken: Nicht abbezahlen in 30 Jahren, sondern die Hälfte abbezahlen in 35 Jahren. Steht man zur Rente immer noch besser da als Miete zu zahlen und verursacht vergleichbar hohe monatliche Kosten.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: Funker am 17.01.2020 08:19
Und es einfach vom Lohn abzuziehen ist tatsächlich ne starke Sache, eigentlich müsste es ja via Steuererklärung laufen, da wollte man wohl netter "Dienstleister" sein.
So ein Blödsinn. Vom Arbeitgeber gewährte geldwerte Vorteile unterliegen immer schon dem Lohnsteuerabzug.
Nur, wenn der AG diesen erkennt! Sofern ich die Thematik durchdrungen habe, kam dieser Tatbestand erst durch eine Lohnsteueraussenprüfung ans Licht. Ob der AG bewusst oder unbewusst so handelte lass ich mal dahingestellt. Erkennt er den gW so unterliegt er natürlich dem LSt Abzug.
Zu meiner Zeit als Steuerfachangestellter wurden bei solchen "Vorgängen" grds ein neuer Steuerbescheid für die entsprechenden Veranlagungszeiträume je Steuerpflichtigem erlassen. Wie soll es auch sonst gehen?
Gemäß § 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG haftet der Arbeitgeber ggf. für die Lohnsteuer, wenn er einen Lohnsteuerabzug unterlässt.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 17.01.2020 08:35
Viele sagen, sich einen Kauf nicht leisten zu können. Dabei vergleichen Sie Miete (logischerweise ohne Tilgung) mit Kreditrate (inkl. Tilgung). Logisch, dass letzteres mehr ist.
Logisch, natürlich muss man beim Mieter, den Tilgungsanteil der Käufer ebenfalls als Vermögensbildende Maßnahme in die Berechnung einbeziehen. Es gab glaube ich mal vor jahen eine Excelrechner bei Stiftungwahrentest, der dass berechnet hat.
Zitat
Gebe nochmal zu bedenken: Nicht abbezahlen in 30 Jahren, sondern die Hälfte abbezahlen in 35 Jahren. Steht man zur Rente immer noch besser da als Miete zu zahlen und verursacht vergleichbar hohe monatliche Kosten.
Ja, ist auch ein Weg: die Rate in höhe der Miete wählen und schauen wie weit man kommt.

Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: was_guckst_du am 17.01.2020 08:48
Es gab glaube ich mal vor jahen eine Excelrechner bei Stiftungwahrentest, der dass berechnet hat.
Zitat
...da, wo die Testergebnisse immer der Wahrheit entsprechen... ;)
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
Beitrag von: WasDennNun am 17.01.2020 08:57
Es gab glaube ich mal vor jahen eine Excelrechner bei Stiftungwahrentest, der dass berechnet hat.
Zitat
...da, wo die Testergebnisse immer der Wahrheit entsprechen... ;)
hihi, sind ja auch jahe.....
mannomann, sollte wohl doch Kaffee und Brille holen, bevor ich meine Legasthenie auf die Menschheit loslasse, da fehlt es halt am korrektiv.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY) UPDATEpdate
Beitrag von: dmmx am 22.01.2020 10:40
Update. In der Bezügemitteilung für Januar war Folgendes zu lesen:
"Durch Art. 2 Nr. 6 Buchstabe b Doppelbuchstabe bb des Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität
und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften wird in § 8 Abs. 2 Satz 12 EStG ein Bewertungsabschlag für die
Berechnung des Sachbezugs bei einer vom Arbeitgeber an Arbeitnehmer verbilligt überlassenen Wohnung eingeführt, der
nach vorläufiger Einschätzung zum Wegfall eines steuerpflichtigen Sachbezugs bei Staatsbedienstetenwohnungen ab dem
1.1.2020 führt. Eine abschließende Entscheidung erfolgt, sobald der Bezügestelle die maßgeblichen Daten zur Prüfung im
Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens übermittelt wurden. Für Sie ist nichts veranlasst."

Damit hat sich die Sache wohl erst mal erledigt...dennoch bleibt das Gefühl, man wollte vor Inkrafttreten dieses Gesetzes schnell noch Kasse machen.
Titel: Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY) UPDATEpdate
Beitrag von: WasDennNun am 22.01.2020 10:43
Damit hat sich die Sache wohl erst mal erledigt...dennoch bleibt das Gefühl, man wollte vor Inkrafttreten dieses Gesetzes schnell noch Kasse machen.
Oder einen lange übersehendes Fehlverhalten korrigieren.