Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 133667 times)

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #600 am: 21.12.2018 12:32 »



Richtig überbezahlt bin ich dann ja doch nicht, das freut mich. Dann müsste ich eigentlich meinen Nicknamen ändern in "Gutverdiener" oder so.

[/quote]

Dem Grunde nach richtig; aber aus ideologischen Gründen müßten Sie dann natürlich mit einem Ausschlußverfahren der Gewerkschaft rechnen - falls Mitglied.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #601 am: 21.12.2018 12:48 »
Nun, ich denke folgendes wäre adäquat:
E1-E4: Abschaffung der Stufen 3-6, keine lineare Erhöhung
E5-E6: Abschaffung der Stufen 5-6, lineare Erhöhung 3%
E7-E9: lineare Erhöhung 3%
E10-E12: Abschaffung der Stufen 2-5, lineare Erhöhung 6%
E13: lineare Erhöhung 6%
E14-E15: Abschaffung der Stufeb 2-5, lineare Erhöhung 6%
JSZ in allen EG 100%

Wenn die TDL schon die verdiforderung mit Sozialismuskomponente wegen zu hoher Kosten ablehnt-

https://www.tdl-online.de/presseinfo/presseinformationen-detail/artikel/nr-22018-kollatz-erwartet-sehr-schwierige-verhandlungen.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=3d7b6cc8b1434580170f40bd5bb31ad7

- wäre der o.g., Vorschlag für die TDL noch nicht ein mal verhandlungswürdig wg. noch höherer Kosten, auch weil die Stufen 2-5 ab EG 10 abgeschafft wüden.

Interessant dabei wäre dann auch die Frage, wie lange bleibt jemand in der Stufe 1 und wie zufrieden wären damit dann z.B. Beschäftigte mit sehr langer Verweildauer in der jeweiligen EG , wenn Jungspunde nach kurzer Zeit bereits gleich entlohnt werden.

Die Verweildauer in Stufe 1 beträgt ein Jahr - die Zeit an Erfahrung, die üblicherweise tatsächlich einen realen Gegenwert bietet.

Ich kenne einen Innenminister, der das direkt als Gegenangebot der TdL begrüßen würde. Da weite Teile des Tarifergebnisses nicht unmittelbar auf die Beamten übertragbar sind (Stufenregelung, JSZ), wäre sein BL mit meinem Vorschlag aufgrund des strukturellen TB/Beamtenverhältnisses wohl nicht allzu belastet und könnte es sich ohnehin leisten.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #602 am: 21.12.2018 13:08 »
Ich kenne einen Innenminister, der das direkt als Gegenangebot der TdL begrüßen würde. Da weite Teile des Tarifergebnisses nicht unmittelbar auf die Beamten übertragbar sind (Stufenregelung, JSZ), wäre sein BL mit meinem Vorschlag aufgrund des strukturellen TB/Beamtenverhältnisses wohl nicht allzu belastet und könnte es sich ohnehin leisten.

Also jetzt wird´s ja ganz bitter für die Fach-und Führungskräfte; wenn sie jetzt auch nicht mehr von der TDL, auf die sie so große Hoffnungen gesetzt hatten, vertreten werden, wer soll ihnen denn dann noch helfen? Und von dem Ärger mit dem BeamtInnen mal ganz abgesehen.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #603 am: 21.12.2018 13:36 »
Ich kenne einen Innenminister, der das direkt als Gegenangebot der TdL begrüßen würde. Da weite Teile des Tarifergebnisses nicht unmittelbar auf die Beamten übertragbar sind (Stufenregelung, JSZ), wäre sein BL mit meinem Vorschlag aufgrund des strukturellen TB/Beamtenverhältnisses wohl nicht allzu belastet und könnte es sich ohnehin leisten.

Also jetzt wird´s ja ganz bitter für die Fach-und Führungskräfte; wenn sie jetzt auch nicht mehr von der TDL, auf die sie so große Hoffnungen gesetzt hatten, vertreten werden, wer soll ihnen denn dann noch helfen? Und von dem Ärger mit dem BeamtInnen mal ganz abgesehen.

Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen meinen Ausführungen und Deiner Antwort?

Lars73

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #604 am: 21.12.2018 15:38 »
Ich kenne einen Innenminister, der das direkt als Gegenangebot der TdL begrüßen würde. Da weite Teile des Tarifergebnisses nicht unmittelbar auf die Beamten übertragbar sind (Stufenregelung, JSZ), wäre sein BL mit meinem Vorschlag aufgrund des strukturellen TB/Beamtenverhältnisses wohl nicht allzu belastet und könnte es sich ohnehin leisten.

Bliebe noch die Frage ob der Innenminister dies gern als Ergebnis sehen würde oder sich an den Gedanken erfreut was dies auf der Seite der Arbeitnehmervertreter für Probleme auslösen könnte.

Durch die Bebehaltung der Stufen in der E13 dürfte der Vorschlag von Spid überraschend günstig sein.

E1-E4: Kostenersparnis
E5-E6: Kostenersparnis
E7-E9: lineare Erhöhung 3%
E10-E12: Erhebliche Mehrkosten. Allerdings in E11 und E12 sind erhebliche Anteile der Beschäftigten in den höheren Stufen.
E13: Mehrkosten durch überdurchschnittliche Steigerung.
E14-E15: Mehrkosten. Aber Anteil der höheren Stufen ist erheblich. Dort schlägt dann in erster Linie die überdurchschnittliche Steigerung durch.
JSZ in allen EG 100%

Aber es beibt ja eine rein theoretische Erörterung.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #605 am: 21.12.2018 16:14 »
Durch die Bebehaltung der Stufen in der E13 dürfte der Vorschlag von Spid überraschend günstig sein.

Anscheinend aber wohl nicht günstig genug-denn warum übernimmt die TDL diesen Vorschlag nicht? Aus Angst vor den 3% organisierten Spülhilfen ?-wohl kaum.

Also ran an die Briefe und ab zur TDL- ich bin auf die Antworten gespannt.

Lars73

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #606 am: 21.12.2018 17:35 »
Bei weiten nicht günstig genug. Kostet vermutlich mehr als ver.di fordert. Und das selbst ohne Besitzstandsregelung.
Auch will nicht jeder dort diesen Konflikt aufmachen.

Kingrakadabra

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #607 am: 21.12.2018 18:12 »
5 bis 6 Prozent, Laufzeit 24 Monate.
Bündelung für Beamte A6/A9 sollte vehement verfolgt werden, dazu eine Verbesserung beim Jobticket.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #608 am: 21.12.2018 18:25 »
Was interessieren mich als Tarifler die Beamten? Die bekommen oftmals eh schon den Bauch gepinselt.

In BY muss ich jede Woche sogar 6min länger arbeiten als mein verbeamteter Kollege...

JC83

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #609 am: 21.12.2018 18:29 »
Was eventuell, wirklich nur eventuell, ein Vorteil für die Beschäftigten sein könnte, Berlin hat aktuell den Vorsitz in der TdL und Berlin hat glaube ich deutlich die Probleme bei der Konkurrenz zur Privatwirtschaft, den Bundesbehörden und Land Brandenburg erkannt... irgendwie muss man ja versuchen sich schon jetzt das nächste Verhandlungsdebakel schön zu reden  :-\
Am Ende muss jedes Land die Tarifrechnung für sich selbst bezahlen, da wird man wohl eher weniger bereit sein, aus Gefälligkeit gegenüber Berlin eine Schippe draufzulegen. Zumal: Berlin zahlt ja einen guten Teil der Rechnung nicht selbst, sondern lässt sie sich als Nehmerland im Finanzausgleich von den anderen bezahlen. Aus Sicht der anderen ein guter Grund, Berlin gerade nicht entgegen zu kommen ...

Stimmt! Als Ausgleich darf aber nahezu jeder Dorftrottel aus seinem Kuhkaff zu uns kommen... Scheint eben doch nicht so cool zu sein in Dumpfhausen.

Faunus

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #610 am: 21.12.2018 18:38 »
Die Erfahrungsstufen bis E4 sind tatsächlich etwas merkwürdig. Wenn in Stufe 1 nicht selbständig gesäubert werden kann, wird es wohl kaum 5 oder 10 Jahre später so sein.
Mich irritiert der Unterschied von gerade mal ca. 50 EUR netto mehr von Hilfsarbeiter in E4 zu 3-jähriger Ausbildung mit E5 beim Einstiegsgehalt (Steuerklasse I).

Der Sprung zw. E9 und E10 liegt da schon bei knapp 170 EUR netto (Steuerklasse I).
Ebenso bei knapp 170 EUR netto liegt der Unterschied beim Eintieg zw. E12 und E13 (Steuerklasse I).

Die E5 gehört für mich aufgewertet. Es muss signalisiert werden, dass eine Ausbildung Sinn macht. Dann noch  E9 (groß) bis E12 forcieren, um aus den "einfach" ausgebildeten Bereich  (E5-E9klein) mehr Leute mit Eigeninitiative zur Fortbildung/Studium zu gewinnen (Stichwort: lebenslanges Lernen). Es muss sich für gute Leute lohnen den Job für 2-4 Jahre zu unterbrechen, sonst wird der Fachkräftemangel uns ernsthaft schaden.

Auch sind die "Fachkräfte"  nicht unbedingt in E13-E15 Mangelware und ich persönlich bin nicht der Meinung, dass die hier so komplex dargestellten Tätigkeiten dieser Gehaltsklassen innerhalb eines Jahr dann auch beherrscht werden könnten. Auch erkenne ich hier keinen Mehrwert bei besserer Bezahlung. Es gibt nun mal nicht so viele Leitungsstellen wie Master ohne/mit Promotion produziert werden. Die Anzahl der promovierten "Servicetechniker&Verkaufsmanager" hat ziemlich zugenommen - liegt aber glaube ich nicht an "Traumjob" gefunden.







daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #611 am: 21.12.2018 18:46 »
Bei weiten nicht günstig genug. Kostet vermutlich mehr als ver.di fordert....

... womit dann auch wohl endgültig die Mär wiederlegt wäre, dass die TDL- und alle anderen öffentlichen Arbeitgeber - den EG ab 10 deutlich mehr zahlen könnten, wenn sie nicht so viel Geld für die Sozialismuskomponenten abzweigen müßten.

Aber- vielleicht gäbe es doch eine Möglichkeit; man privatisiert alles bis EG6 und hofft mit den sich daraus ergebenden Gewinnen den genannten Vorschlag doch noch gegenzufinanzieren.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #612 am: 21.12.2018 19:02 »
Bei weiten nicht günstig genug. Kostet vermutlich mehr als ver.di fordert....

... womit dann auch wohl endgültig die Mär wiederlegt wäre, dass die TDL- und alle anderen öffentlichen Arbeitgeber - den EG ab 10 deutlich mehr zahlen könnten, wenn sie nicht so viel Geld für die Sozialismuskomponenten abzweigen müßten.

Inwiefern wäre das ein zulässiger Schluß aus @Lars73 Ausführungen?

nichts_tun

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #613 am: 21.12.2018 21:30 »
Wohl weniger zulässiger Schluss als geraunte Mutmaßung.

Spids Vorschlag gab es, as far as I remember, schon im alten Forum im Rahmen der TVöD Verhandlungen. Gute Idee, umsetzbar wohl eher schwierig. Aber zumindest die 100% JSZ wären durchaus - aus meiner Sicht - durchsetzbar. Sämtliche Beschäftigte profitieren davon und die AG hätten überschaubare Mehrkosten.

Spid

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« Antwort #614 am: 21.12.2018 22:03 »
Angepasst auf die etwas andere Situation der Länder. Mein Vorschlag ist durchaus praktisch realisierbar, aber nur in 6-7 Ländern auch politisch durchsetzbar.