Nettovorteile Beamte - Wie Angestellte motivieren?

Begonnen von Amtsdenker, 01.03.2021 10:46

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Spid

Inwiefern befänden wir uns im Naturzustand? Aber interessant, daß Du Hobbes zitierst, weil Du aufgrund Deiner bisherigen Einlassungen ja wahrscheinlich seine Vorstellung zu dessen Beendigung teilst.

Pukki

Zitat von: Amtsdenker in 01.03.2021 14:50
(...) Warum sonst haben viele angestellte Lehrerden Wunsch nach einer Verbeamtung? (...)

Ich kenne einige Lehrer, die nach dem Referendariat als Tarifbeschäftigte als so genannte Feuerwehrkräfte für notwendige Vertretungen angestellt wurden. Und zwar immer nur für die Dauer eines Schuljahres. Hieß bis zur Verbeamtung, drei Monate vor Schuljahresende stand der Weg zur Arbeitsagentur an, und dementsprechend fielen dann über 6 Wochen geringere Einkünfte an. Im nächsten Schuljahr dann das gleiche Spielchen.

Vor dem Hintergrund kann ich persönlich ganz gut nachvollziehen, dass in dieser Berufsgruppe speziell hier im Land der Wunsch nahh Verbeamtung relativ groß ist. Ansonsten kenne ich mich im Kultusbereich nicht so wahnsinnig gut aus, kann also nicht beurteilen, ob es da noch weitere gewichtige Gründe gibt.

Kaiser80

Zitat von: was_guckst_du in 01.03.2021 17:55
...nun gibt es eben auch hier das jährlichen Beamtenbashing, das sonst nur im Springer-Verlag Tradition  hat... ;D

Wer Bild und Welt unter ner Hauptbeteiliung von KKR liest, dem kannste eh nicht mehr helfen... (GfK klammern wir da mal aus).

Spid

Ja, seitdem man begonnen hatte, die sog. ,,DDR" ohne Anführungszeichen zu schreiben, ging es steil bergab - das war ein Dammbruch, der sich mit der Unterwerfung unter die Schlechtschreibreform und Gestalten wie Yücel fortsetzte. Da kann man auch gleich die Alpenprawda lesen - oder diese witzige Satirezeitschrift ,,taz".

clarion

@EiTee, 10-12 Jahre sind es Deiner Aussage nach zum Breakeven Point und was ist mit den 30 Jahren, die danach kommen? Und den statistisch weiteren 20 Jahren Pension?

Ich habe ein und denselben Job erst als alsTB und dann als Beamter gemacht. Für mich hat sich die Verbeamtung trotz meines vergleichsweise hohen Alters von der ersten Minute an gelohnt. Wenn ich einigermaßen alt werden sollte, werde ich viele Tausende mehr Euros bekommen haben als wenn ich TB geblieben wäre. Sicherlich war meine Konstellation speziell, nichtsdestotrotz wird es viele Konstellationen geben, wo eine Verbeamtung sich so richtig lohnt.

Bastel

Zitat von: Organisator in 01.03.2021 15:31
  • Gleiche Arbeit ≠ gleiches Einkommen

Bäcker A verkauft sein Brot günstiger als Bäcker B.
Jetzt hat Bäcker A weniger Einkommen als Bäcker B obwohl beide ein Brot gebacken haben. Ist das für dich Gerecht?

neodeo2

bei uns ist es wie folgt:
- Tarifbeschäftigte IT'ler fangen bei E8 an und sind nach kurzer Zeit bei E10 oder gar E11 (ohne Studium, nur mit einer Ausbildung)
- wenn man sich aber verbeamten lassen würde, käme man in A7 und irgendwann A8, da kein Studium.

Frage: warum kann man als Beschäftigter gar bis E11 kommen, ohne Studium. Als Beamter aber A7-A8?

Bienchen32

Es ist schon erstaunlich, was einige selbsternannte Platzhirschen hier so absondern.

Fakt: Beamte haben im Durchschnitt ein höheres Einkommen als Tarifbeschäftigte.
Lösung: Ich kenne eine Frau, deren Schwager ist bekannt mit der Nichte eines Beamten, der verdient weniger. Außerdem nehmen Beamte hoheitliche Aufgaben wahr, im Gegensatz zu Tarifbeschäftigten, die dasselbe tun. Wird ja auch keiner gezwungen, eine Tarifbeschäftigung anzunehmen.

Daraus folgt dann auch
Fakt: Frauen verdienen in Deutschland immer noch deutlich weniger als Männer.
Lösung: Niemand wird gezwungen, Erzieherin, Altenpflegerin oder Frau zu werden.

Oder wie Marie Antoinette angeblich gesagt haben soll:
,,Wer kein Brot hat, soll doch einfach Kuchen essen."

Ich sage nur ,,Tüss".

Spid

Immer dieses Rumgeheule... ,,Wäh, wäh, ich bin eine Frau, ich suche mir schlecht bezahlte Jobs aus, arbeite tendenziell doppelt so häufig unterhalb meines Qualifikationsniveaus als Männer das tun, verhandle selten das Gehalt und wenn ich es tue, verlange ich weniger als Männer es tun, ich bewerbe mich nicht auf höherwertige Jobs, weil ich glaube, die Anforderungen nicht zu erfüllen, während schlechter qualifizierte Männer es tun. Ich steh mir ständig selbst im Weg und treffe dumme Lebensentscheidungen - was tut die Gesellschaft jetzt dagegen?" Dagegen ist das ,,Ich war nicht gut genug oder habe es gar nicht erst versucht, will aber die Vorteile nicht aber die Nachteile eines Beamten"-Gehäule von tatifbeschäftigten Versagern mit schlechten Lebensentscheidungen fast schon eine Wohltat.

Organisator

Zitat von: Bienchen32 in 02.03.2021 08:03
Es ist schon erstaunlich, was einige selbsternannte Platzhirschen hier so absondern.

Es ist eher erstaunlich, bestimmte Behauptungen mit "Fakt" als Wahrheit definieren zu wollen, ohne auf die vorgebrachten Argumente einzugehen, bzw. sie lächerlich zu machen.

Eine vernüftige Diskussion funktioniert so schonmal nicht. Was auch immer "tüss" bedeuten mag, ich glaube es klingt richtig.

BStromberg

Zitat von: Bienchen32 in 01.03.2021 15:24
Bei Euch kann man echt viel lernen.

  • Gerechtigkeitsinn = Neid und Missgunst = Ausschuss
  • Gleichheit = Sozialismus = Böse
  • Gleiche Arbeit ≠ gleiches Einkommen
  • Jeder kann frei wählen, wo er arbeitet. Alles nur eine Frage der Lebensplanung.

Gänsehaut!

Ich sehe das völlig unprätentiös!

Aus eigener Betroffenheit habe ich im Laufe der Jahre naturgemäß immer wieder die partielle Betrachtung angestellt, ob mir mein Beamtenverhältnis gegenwärtig "vorteilhafter" ist, als ein vergleichbares Beschäftigungsverhältnis (rationaler Blickwinkel ohne Neid bei individueller "Schlechterstellung").

Nach über 15 Jahren Dienst mit Zweit- und Drittstudium, privater Familienbildung, persönlicher Verwirklichung neben dem Job, Aufstieg in den ehem. höheren Dienst und allen anderen Aspekten, die in der Gesamtschau dazugehören, ist mal der eine und mal der andere Status vorteilhafter.

Unterm Strich erscheint es mir (in der Langfristbetrachtung) doch sehr ausgewogen zu sein (auf meine individuelle Situation gemünzt). Mit der Perspektive einer halbwegs gesicherten Pension wird die Entscheidung, sich per Urkunde verpflichtet zu haben, wohl die richtige Wahl gewesen sein! Aber abgerechnet wird erst am Ende... und letztendlich ist bleibt vieles bloß spekulative Hypothese!

Für diese Erkenntnis würde ich aber nicht missgünstig auf andere Statusgruppen gucken und daraus eine individuelle Unzufriedenheit ableiten. Die Entscheidung, den ein oder anderen Weg einzuschlagen, ist immer noch eine höchstpersönliche... und die steht in der eigenen Verantwortung der Person.

Also JA... am Ende des Tages entscheidet kausal die eigene Lebensplanung... das sage ich komplett emotionslos... ohne Gänsehaut!
"Ich brauche Informationen.
Meine Meinung bilde ich mir selber."
(Charles Dickens)

Organisator

Zitat von: neodeo2 in 02.03.2021 08:01
Frage: warum kann man als Beschäftigter gar bis E11 kommen, ohne Studium. Als Beamter aber A7-A8?

Weil - in aller Kürze - das Laufbahnprinzip mit dem Endamt auch grundsätzlich ein Ende der Laufbahn vorgesehen hat. Im mittleren Dienst bei A9m.

Das Tarifrecht ist da flexibler, was einer von vielen Punkten ist, wo sich Tarif und Beamtentum unterscheidet
--> Es gilt wie immer: Augen auf bei der Berufswahl ;)

Bastel

Zitat von: Bastel in 02.03.2021 06:46
Zitat von: Organisator in 01.03.2021 15:31
  • Gleiche Arbeit ≠ gleiches Einkommen

Bäcker A verkauft sein Brot günstiger als Bäcker B.
Jetzt hat Bäcker A weniger Einkommen als Bäcker B obwohl beide ein Brot gebacken haben. Ist das für dich gerecht?

Bastel

Zitat von: Bienchen32 in 02.03.2021 08:03

Lösung: Niemand wird gezwungen, Erzieherin, Altenpflegerin oder Frau zu werden.


Du kannst und darfst heutzutage alles sein. Auch ein rosa Einhorn.
Wer hindert dich daran ein Mann zu werden?

Garfield73

Zitat von: Bienchen32 in 02.03.2021 08:03
Fakt: Beamte haben im Durchschnitt ein höheres Einkommen als Tarifbeschäftigte.
Ich liebe diese Stammtischparolen.
Fakt ist auch, dass Beamte im Durchschnitt einen höheren Bildungsgrad und dementsprechend höhere Besoldungsstufen haben.
Nehmen wir die ganzen B-Besoldungen in den Ministerien. Wie viele vergleichbare Tarifbeschäftigte gibt es da?
Oder die R-Besoldungen bei den Richtern.
Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.