Stufenlaufzeitverkürzung

Begonnen von Pusteblume91, 21.01.2026 20:50

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ElBarto

Man möge mich einen Schelm nennen, aber ist dazu nicht irgendwas in der Mache oder auf einem Programmzettel oder bereits existent aber noch nicht abschließend eruiert und umgesetzt?

Petar Tudzharov

So ist es.
Unbeabsichtigter Nebeneffekt ist, dass man bis zur Umsetzung Geld und Aufwand spart.

Feivel

Zitat von: MoinMoin in 23.01.2026 06:22Dafür muss man aber nachweisen können, dass die Leistung erheblich überdurchschnittlich ist.
Und dazu muss man objektiv feststellen, was denn durchschnittlich ist.
Oder der PR, falls in der Mitbestimmung, spielt da mit, weil sie die Pappenheimer kennen.
In meinem Bundesland wird es zumindest idR nicht gemacht, weil eben keine Beurteilung existieren.

Das ist genau der Knackpunkt.

Kenne es auch nicht und das Thema wird sofort abgeschmettert, also überhaupt nicht einmal darüber gesprochen.
Es kommt halt auch ganz darauf an, um wen es geht. Vieles ist möglich im öD.

Zitat von: Sehrgerne in 23.01.2026 07:56Kann mir sehr gut vorstellen, dass viele AG im ÖD die Verkürzung nicht nutzen.

Muss aber sagen, mein AG macht dies konsequent. Im Zuge von LOB werden wir nach einem 5 Punkte System bewertet. Dies ist in 5 Kriterien gegliedert. Wenn man im Schnitt dieser 5 Kriterien die höchste Punktzahl erreicht. Was nur wenige bekommen, aber es gibt dies. Dann wird die Stufenlaufzeit automatisch auf die Hälfte verkürzt.

Ich hatte dadurch schon die Hälfte der Laufzeit beim Aufstieg in die Stufe 4 und 5.

Beim LOB kenne ich beispielsweise keinen Fall, bei dem es nicht gestattet wird.
Wenn das bei Euch automatisch bei Erfüllung von Kriterien geschieht, werdet ihr ja eine entsprechende DV haben.

BAT

Zitat von: Feivel in 23.01.2026 12:50Kenne es auch nicht und das Thema wird sofort abgeschmettert, also überhaupt nicht einmal darüber gesprochen.
Es kommt halt auch ganz darauf an, um wen es geht. Vieles ist möglich im öD.


Bei einer Bewilligung der Laufzeitverkürzung ist zumindest eine jährlich Überprüfung nicht notwendig.

peer80

Ich muss einmal nachfragen: Ist Stufenvorweggewährung etwas ähnliches? Bei uns wird besonderen Leistungsträgern eine Vorweggewährung der Stufe ermöglicht. Heißt, man ist aktuell in Stufe 4 und bekommt vor Ablauf der 4 Jahre eine Zulage gewährt, dass das Gehalt der Stufe 5 entspricht. Oder ist es nur ein anderer Name dafür?

MoinMoin

Zitat von: peer80 in 23.01.2026 20:22Ich muss einmal nachfragen: Ist Stufenvorweggewährung etwas ähnliches? Bei uns wird besonderen Leistungsträgern eine Vorweggewährung der Stufe ermöglicht. Heißt, man ist aktuell in Stufe 4 und bekommt vor Ablauf der 4 Jahre eine Zulage gewährt, dass das Gehalt der Stufe 5 entspricht. Oder ist es nur ein anderer Name dafür?
So nennt man im Volksmund die Anwendung von der Zulage nach §16.5 TV-L / §16.6 Bund, die es aber in der Kommune nicht gibt.

ElBarto

Ich denke wegen der Punkte Fairness, Betriebsfrieden und sichere Anwendung bräuchte es tatsächlich ein allgemeines und verbindliches System.

Es ist durchaus ärgerlich wenn man zwar die Leiter hochklettert die saftigen Früchte aber immer wieder verwehrt bleiben.

Ich finde auch die "Gerechtigkeit" fehlt bereits jetzt.

Mitarbeiter A dümpelt friedlich vor sich hin bis zur Endstufe und strengt sich dann an.
Mitarbeiter B bemüht sich und wird zwar befördert verliert aber immer wieder mehrere Jahre Wartezeit und am Ende steht der A in derselben Gruppe wie B ist aber in der Endstufe.

Deshalb sollte auch hier etwas getan werden.


Beispiel:

Wartezeit für A zur Endstufe:

1 J 2J 3J 4J 5J = 15 Jahre

Wartezeit für B bis zur Endstufe:

B verliert 2 Jahre WZ für eine HG während der WZ auf Stufe 4 und nochmal 4 Jahre während der WZ auf Stufe 6.

Gesamtverlust somit 6 Jahre. Gesamtwartezeit für Endstufe somit 21 Jahre.


Der Unterschied an Wartezeit ist also je nach Zeitpunkt der Beförderung und deren Anzahl durchaus signifikant.

Zudem müsste man sagen die "Bewährung und Erfahrungsgewinn" auf der neuen Position ist doch hinsichtlich der "finalen" Entgeltgruppe und der Wartezeit bei Mitarbeiter B eher gegeben als bei A, da B durch die zwischenzeitlichen Höhergruppierungen bereits mehr "höherwertige" Aufgaben zu erledigen hatte die näher an finalen Gruppe und Stufe sind als bei B.

Ich gehe stark davon aus, dass die Zusatzjahre nicht 1 zu 1 angerechnet werden, schon allein aus Kostengründen.
Eine Berücksichtigung zu 50% wäre aber meines Erachtens fair.

Somit würde sich für B folgendes ergeben:

2J + 4J =6J /2 = 3J

Die Wartezeit verkürzt sich dann auf 2 Jahre für die Erfahrungsstufe 5 auf 6.

Das betrifft jetzt den "Bestandsfall".

Für "Neufälle" wäre die Anwendung natürlich laufend umzusetzen.

Beispiel wie für B:

B verliert 2 Jahre WZ für eine HG während der WZ auf Stufe 4, die 2 Jahre ergeben 1 Jahr das man berücksichtigen kann. Somit WZ auf Stufe 4 nur 2 Jahre.

B verliert nochmal 4 Jahre während der WZ auf Stufe 6. Davon 2 Jahre zu berücksichtigen.
Die WZ auf Stufe 6 verkürzt sich somit auf 3 Jahre.

Gesamt-WZ somit 18 Jahre. Das ist immer noch länger als für MA A. Dafür hat MA B aber auch ein kleines Plus an Gehalt, Rente und ZV über die Jahre angesammelt.


Es bleibt halt weiterhin die vorgehaltene Karotte der Erfahrungsstufen.

 

BAT

Wie wäre es mit Abschaffung der Stufen 2 bis 5?  ;)

Mond

Zitat von: MoinMoin in 23.01.2026 21:39So nennt man im Volksmund die Anwendung von der Zulage nach §16.5 TV-L / §16.6 Bund, die es aber in der Kommune nicht gibt.

Ich kenne es so, dass eine analoge Regelung bei den Kommunen z.B. im Bereich der Krankenhäuser Anwendung findet (hier dann §17 Abs. 4.1 im BT-K), von der auch (zumindest im Umfeld der Krankenhäuser, in denen ich dienstlich unterwegs bin bzw. Informationen zu habe) rege Gebrauch gemacht wird. Auch z.B. im TV Ärzte VKA gibt es die gleiche Regelung (hier § 20 Abs. 5)...

JahrhundertwerkTVÖD

Die Punkte mit ungerechter Vergütung bei Höhergruppierungen, wie auch die Reduzierung der Stufen (auf 3) wurden mehrfach ausdiskutiert.
Es entspricht nicht der Denkweise von Verdi dass die "oberen" bei Höhergruppierungen auch finanziell profitieren.
Was in anderen Bereichen und Branchen völlig normal ist, wird von Verdi und deren sozialistischen Gedankengut völlig torpediert.
Wo kommen wir den hin, das Leute auch eine höhere Vergütung erhalten wenn sie bereit sind mehr Verantwortung zu übernehmen?

Das Thema der etlichen Stufen ist ähnlich. Hier wird den Mitarbeitern Geld vorgehalten.
Maximal 3 Stufen und fertig!