Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Gestern um 09:31

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BVerfGBeliever

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 15:34Diese Schlussfolgerung ist im Allgemeinen so nicht korrekt. Die Einkommensteuer ist zwar progressiv, d.h., der Satz steigt bei steigendem Einkommen; aber um diese "kalte Progression" auszuschalten werden regelmäßig die Sätze -- bzw., ab wann sie greifen -- angepasst.

Richtig. Hier mal am Beispiel eines ledigen und kinderlosen Angestellten mit einem jeweiligen Bruttogehalt von 8.000 € (ohne VBL/etc.-Gedöns):

1.) 2020 blieben von den 8.000 € brutto rund 4.530 € netto übrig, siehe hier.
2.) 2026 bleiben von den 8.000 € brutto rund 4.711 € netto übrig, siehe hier.

Alitalia

Und dann wundern sich die Gewerkschafter wieder, dass sie weiterhin Mitglieder verlieren. Das liegt nicht nur an der Überalterung und das immer mehr in Rente gehen.
Man bekommt es ja nicht mal hin den TVöD Abschluss zu kopieren.

cyrix42

Zitat von: Frogger in Gestern um 16:47Eine Tarifrunde noch, dann kann man getrost die Leitungsaufgabe TVl gegen Sachbearbeiter TVÖD tauschen.

Wenn du die Bestenauslese beim TVöD überstehst und für die Arbeit als Sachbearbeiter optimal qualifiziert bist: Nur zu! :)

Alitalia

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 15:34Diese Schlussfolgerung ist im Allgemeinen so nicht korrekt. Die Einkommensteuer ist zwar progressiv, d.h., der Satz steigt bei steigendem Einkommen; aber um diese "kalte Progression" auszuschalten werden regelmäßig die Sätze -- bzw., ab wann sie greifen -- angepasst.

Die einzige Stelle, die zu geringerer Netto-Auszahlung führt, sind steigende Sozialversicherungssätze. Aber das ist kein Problem des Arbeitgebers sondern der Gesamtgesellschaft.

Nur das man früher ein viel höheres Brutto benötigte um in den Spitzensteuersatz zu gelangen. Wo sind wir da heute, beim 1,3 fachen vom Durchschnitt? Schon leicht lächerlich

Faunus

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 16:49Wenn du die Bestenauslese beim TVöD überstehst und für die Arbeit als Sachbearbeiter optimal qualifiziert bist: Nur zu! :)


Sachbearbeiter kann doch jeder mit einem Vollstudium machen, so wie Brot backen, ein Tier schlachten, einen Tisch zimmern, etc. ;)

cyrix42

Zitat von: webs96 in Gestern um 16:48Es hat eben ein gewisses ,,Geschmäckle" wenn der Verdi Chef und der TdL Verhandlungsführer beide SPD Parteimitglied sind.

Der Tarifabschluss wurde nicht im vertraulichen Vier-Augen-Gespräch zweier Männer getroffen. Beide Verhandlungsgruppen hatten zu jeder Zeit mehrere Personen, die immer direkt involviert waren. Und beide Verhandlungsgruppen müssen sich auch immer mit ihren jeweiligen Kommissionen/ Vertretungen usw. rückversichern. Deshalb dauert das ja auch solang, wenn erst jeweils z.B. die TdL ihre 15 Finanzminister fragen muss. (Drei davon sitzen aber sowieso immer am Tisch, siehe oben.) Und da sind völlig unterschiedliche Parteien vertreten...

cyrix42

Zitat von: Alitalia in Gestern um 16:53Nur das man früher ein viel höheres Brutto benötigte um in den Spitzensteuersatz zu gelangen. Wo sind wir da heute, beim 1,3 fachen vom Durchschnitt? Schon leicht lächerlich

Inwiefern ist das von Relevanz für das Argument, dass die quasi jährlichen Einkommensteuer-Anpassungen die kalte Progression beseitigen, der Hinweis auf Brutto- vs. Netto-Lohnerhöhung also nicht zieht?

Nebenbei: Der Spitzensteuersatz ist ja auch derzeit 42% (wenn wir mal von der "Reichensteuer" absehen) und nicht mehr 56% wie unter Kohl. Man könnte, um deiner lächerlichen Stimmung Abhilfe zu leisten, also einfach den linear ansteigenden Grenzsteuersatz weiter laufen lassen, bis er wieder die 56% erreicht hat, dann eben bei wieder deutlich mehr als dem 1,3-fachen des Durchschnittslohns...

Mitleser

Mal ne vielleicht blöde Frage: wie rechnet man die Erhöhung: Beispiel 3000,- Brutto: erster Schritt um 2,8% auf die 3000,- ist klar, zweiter und dritter Schritt wieder auf die 3000,- oder auf die bereits erhöhte Besoldung? Aber bei letzteren wären es ja mehr Prozentpunkte?

Faunus

Prozente kommen auf die jeweilige Erhöhung drauf

Rowhin

Zitat von: Mitleser in Gestern um 16:57Mal ne vielleicht blöde Frage: wie rechnet man die Erhöhung: Beispiel 3000,- Brutto: erster Schritt um 2,8% auf die 3000,- ist klar, zweiter und dritter Schritt wieder auf die 3000,- oder auf die bereits erhöhte Besoldung? Aber bei letzteren wären es ja mehr Prozentpunkte?

Überhaupt keine blöde Frage. Führt jedesmal wieder zur Verwirrung. Aber die Prozente kommen für gewöhnlich auf das aktuelle Gehalt jeweils nochmal oben drauf, nicht auf das ursprüngliche Gehalt.

Daher ist der erste Schritt auch meistens der höchste von den Prozenten her.

cyrix42

Zitat von: Rowhin in Gestern um 17:02Überhaupt keine blöde Frage. Führt jedesmal wieder zur Verwirrung.

Insbesondere, wenn die Pressemeldungen der Verhandler selbst den Fehler begehen, die drei Erhöhungsschritte von 2,8%, 2,0% und 1,0% einfach zu addieren, anstatt die jeweiligen Faktoren 1,028; 1,02 und 1,01 zu multiplizieren (wo man dann auf die tatsächliche Erhöhung von 5,9% auf die gesamte Laufzeit kommt und nicht 5,8%...)

Frogger

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 16:49Wenn du die Bestenauslese beim TVöD überstehst und für die Arbeit als Sachbearbeiter optimal qualifiziert bist: Nur zu! :)

Satire bitte kennzeichnen..

cyrix42

Zitat von: Frogger in Gestern um 17:09Satire bitte kennzeichnen..

Kann ich machen, wenn ich sie verwende. Obiger Beitrag war aber Ernst: Wenn du einen besseren Job für dich gefunden hast und der dortige Arbeitgeber dich auch will: Warum nicht wechseln? (Und wenn nur du willst, der andere AG aber nicht, z.B., weil du auf die Stelle nicht passt, weil du nicht die nötigen Qualifikationen hast: Tja, dann musst du dich mit deiner Realität eben abfinden -- oder dich weiterqualifizieren, indem du z.B. die passende Ausbildung machst.)

Faunus

Zitat von: Mitleser in Gestern um 16:57Mal ne vielleicht blöde Frage: wie rechnet man die Erhöhung: Beispiel 3000,- Brutto: erster Schritt um 2,8% auf die 3000,- ist klar, zweiter und dritter Schritt wieder auf die 3000,- oder auf die bereits erhöhte Besoldung? Aber bei letzteren wären es ja mehr Prozentpunkte?

bei € 3000 greifen die mind. 100 EUR statt 2,8% (wären "nur" 84 EUR - da springen wieder die oberen EGs im Dreieck ;))
bei 3100 kommen in der 2ten Erhöhung ca. 62 EUR drauf
und am Ende sind es ca. 3193 EUR

Johann

Zitat von: Frogger in Gestern um 16:47TVÖD ab 01.06.2026 e11 Stufe 6 81615.33€
TVL 2026-2027 e13 Stufe 6 =  84319.83€

Ab 2027 nächste Tarifanpassung TVÖD ... die Krümel, die es beim TVL danach noch gibt vernachlässigen wir mal. Eine Anpassung um 3-4% TVÖD reicht aus, dann gibt's keine Differenz mehr.

Hinzu kommt 39h Woche, 1 Tag mehr Urlaub ab 2027, stufengleiche Höhergruppierung im TVÖD.

Eine Tarifrunde noch, dann kann man getrost die Leitungsaufgabe TVl gegen Sachbearbeiter TVÖD tauschen.
Sind pro Wochenarbeitsstunde beim TVöD E11/6 dann 2092,70€ und beim TV-L E13/6 2108€ [1]. In E13/6 TV-L also 0,7% mehr als E11/3 TVöD pro Wochenarbeitsstunde. Wenn man den zusätzlichen Urlaubstag mit rein rechnet, was ca. 1/220 [2], also ca. 0,45% wert ist, hat der E13/6 TV-L ganze 0,25% mehr pro realer Arbeitsstunde als der E11/6 TVöD.
Ist durchaus ziemlich mager.

[1] Bei angenommenen 39h (TVöD) und 40h (TV-L) pro Woche
[2] 220 Arbeitstage angenommen nach Wochenenden, Feiertagen und 30 Urlaubstagen

Bei mir mit meiner derzeitigen E11/4 TV-L sieht es gegenüber einer E9c TVöD nach selber Rechenart kaum anders aus. Da bleiben mir etwa 1,7% mehr pro abgeleisteter Arbeitsstunde.

An sich muss ich sagen, dass die Gehälter ab Stufe 4 schon in Ordnung sind. Vorher sind sie abgesehen von Stufe 1 eine Frechheit, aber ab Stufe 4 kann man davon schon leben. Wenn man aber mit Menschen vernetzt ist, die nicht alle beim selben Arbeitgeber arbeiten, fängt man sich ja doch auch mal an zu vergleichen. Und dann kriegt man doch mal Bauchschmerzen.

Noch ist mir die Möglichkeit auf nahezu 100% Homeoffice noch erheblich wichtiger als ein paar Prozent mehr Gehalt. Auch weil mein Netto beim Einrechnen von Pendelei als Arbeitszeit und anderen Faktoren wie der nicht verschenkten Mittagspause etc. im TV-L weiterhin wettbewerbsfähig gegenüber anderen Arbeitgebern ist, die bspw. nur 3 Tage Homeoffice pro Woche erlauben. Aber mein Arbeitgeber sollte sich hüten, dem allgemeinen Trend zu folgen und ebenfalls wieder ins Büro zu trommeln. So interessant sind meine Aufgaben hier nicht, dass ich das dann nicht auch für deutlich mehr Geld 2 Straßen weiter tun könnte.