Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Verfassungsmäßige

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 29.03.2026 05:07Bei uns armen Beamten wird es sich zeitlich leider noch hinziehen..

A Besoldung steht für arm

Garfield

Zitat von: Johann in 27.03.2026 16:03Bei den großen Industriekonzernen wird man in der Regel nicht einfach gekündigt, sondern lässt sich den freiwilligen Austritt durch Anreize vereinfachen. Mein Nachbar hat sich vor ziemlich genau einem Jahr mit seinem ehemaligen Arbeitgeber aus der Automobilzulieferbranche über einen Austritt zum Ende des Jahres geeinigt. Er hat 8 volle Monate sein Gehalt weiter bekommen und von der Netto-Abfindung konnte er sein Haus abbezahlen und wird bis zum Renteneintritt mit der ganzen Familie jedes Jahr Urlaub in der gehobenen Klasse machen können. War mittlere Führungskraft mit ca. 100 Leuten unter sich. Für Anfang des Jahres hat er auch direkt einen neuen Job bekommen, bei dem er das gleiche wie vorher verdient, dafür aber nun 40h pro Woche arbeiten muss.

Die Arschkarte im Konzern hat man eigentlich erst dann, wenn der Standort geschlossen wird und die Arbeitsplätze ins Ausland wandern oder die Insolvenz da ist. Solange ein Standort aber bleibt wo er ist und lediglich die Mitarbeiterzahl reduziert werden soll, steht man mit ein paar Jahren Zugehörigkeit üblicherweise sehr gut da. Mit dem Geld kann man dann auch mal mehrere Jahre nur mit Minijob für die Krankenkasse überbrücken, sollte man tatsächlich so lange nichts anderes finden.

Da wäre ich vorsichtig. Die meisten Arbeitgeber wissen inzwischen wie man eine rechtskräftige Kündigung ausspricht und wenn man dann mal bei ein paar Güteterminen dabei war, dann weiß man wie die dann laufen und welche Zahlen da im Raum sind. Wenn es nicht nach einer sozial ungerechtfertigten Kündigung aussieht, dann liegt die Einigung unterhalb der gesetzlichen Abfindungsregel, die "halbes Bruttomonatsgehalt * Zugehörigkeitsjahre" lautet.

Es mag für irgendwelche Manager bei Mercedes fette Abfindungen gehagelt haben, weil man sie sofort aus den Büchern haben wollte. Für 95% der gekündigten Menschen läuft das aber ganz anders, weil sie nicht "100 Leute unter sich" haben. Sondern einer der 100 sind. Die können von ihrer Abfindung gerade so die Lücke zum Arbeitslosengeld ein paar Monate stopfen.

Und schnell was Neues finden, wird aktuell auch jeden Tag schwieriger.

Warnstreik

Zitat von: Garfield in Gestern um 09:12Da wäre ich vorsichtig. Die meisten Arbeitgeber wissen inzwischen wie man eine rechtskräftige Kündigung ausspricht und wenn man dann mal bei ein paar Güteterminen dabei war, dann weiß man wie die dann laufen und welche Zahlen da im Raum sind. Wenn es nicht nach einer sozial ungerechtfertigten Kündigung aussieht, dann liegt die Einigung unterhalb der gesetzlichen Abfindungsregel, die "halbes Bruttomonatsgehalt * Zugehörigkeitsjahre" lautet.

Es mag für irgendwelche Manager bei Mercedes fette Abfindungen gehagelt haben, weil man sie sofort aus den Büchern haben wollte. Für 95% der gekündigten Menschen läuft das aber ganz anders, weil sie nicht "100 Leute unter sich" haben. Sondern einer der 100 sind. Die können von ihrer Abfindung gerade so die Lücke zum Arbeitslosengeld ein paar Monate stopfen.

Und schnell was Neues finden, wird aktuell auch jeden Tag schwieriger.

Es geht hier aber um große Industriekonzerne und große Betriebsänderungen. Wenn es nicht eh schon einen aktiven Sozialplan gibt (bei den meisten großen Firmen ist der meist in gültiger Form vorhanden) wird einer mit dem BR geschlossen und auf dessen Basis dann die Modalitäten für einen Interessenausgleich verhandelt. Hier sind die normalen Tarifler übrigens sogar manchmal besser dran - eben weil sie keine komischen Klauseln in ihren AT-Verträgen haben.

Wie gesagt: Bei Betriebsänderungen 200+ wird kein Konzern anfangen die Leute händisch rauszuekeln - zumindest ist das sicherlich nicht die Regel. Ich habe mehrere solcher Prozesse als BR begleitet und habe auch mal von so einer Abfindung profitiert. Bei kleineren Firmen oder generell kleineren Personalmaßnahmen kann das natürlich auch mal so laufen wie du beschreibbst - oder wenn eben der Betrieb komplett geschlossen wird. Aber selbst dann einigt man sich oft auf die Konditionen eines Sozialplans.