Demo gegen den TV-L-Abschluss

Begonnen von BlackMamba, Gestern um 14:12

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MeTe

#15
Zitat von: Garfield in Heute um 08:11Schau dir mal die Teilnehmerzahlen des Campus-Streiktags an.
(...)
Die Leute sind nicht nur nicht in der Gewerkschaft, sie interessiert auch größtenteils die Tarifverhandlung nicht.

Naja, einseitige "Schuldzuweisungen" halte ich da weiterhin für kurzsichtig. Das ist schon ein System das von beiden Seiten so bedient wird.

Kleine Anekdote dazu: Bei uns auf dem Campus hingen einst überall Plakate wie "gerechtes Gehalt für Erzieher" oder an der Mensa "mehr Geld für Küchenpersonal" usw. - als ich dann bei so ner Verdi-Veranstaltung angesprochen habe dass ein Großteil des wiss. Personals trotz Universitätsabschluss weit weniger verdient als Erzieher oder Küchenpersonal, oftmals nur 100-200€ über Hartz-IV-Niveau liegen mit ihrem Gehalt, und dass trotz regelmäßig 60h+ Wochen (alles Fakten die ich hätte belegen können) - und ob man das Thema als Gewerkschaft nicht auch mal aufgreifen möchte - gerade an einer Uni - kam als Antwort inhaltlich zurück: "Ach, die verdienen später in ihrem Leben noch mehr als genug. Lehrjahre sind halt keine Herrenjahre. Die sollen erstmal was leisten bevor sie Geld möchten." Wieso hätte ich (oder irgendeiner meiner Kollegen) sich danach noch für diese Karikatur einer 'Gewerkschaft' interessieren oder sich gar aktiv einbringen sollen?!

Und ich nehme einfach mal an dass das nicht ein Einzelfall ist sondern schon irgendwo systemisch bedingt ist, diese Grundeinstellung findet man immer wieder bei so viellen Veröffentlichungen und Aussagen aus Richtung Verdi bis hoch zur Spitze.

Muss man sich da wundern dass aus dem Klientel kaum jemand für die Gewerkschaft interessiert? Anders herum ist es eben auch so, in der Gewerkschaft interessiert sich auch kaum jemand für das Klientel bzw. oftmals bekomme ich sogar den Eindruck es herrscht ne aktive Abneigung und es wird jede Gelegenheit genutzt um diese oder deren Leistungen abzuwerten. Beruht eben auf Gegenseitigkeit.

Maggus

@BlackMamba
Streiken darf jeder, ob Mitglied einer der verhandelnden Gewerkschaften oder nicht, wenn der eigene Betrieb zum Streik aufgerufen wird.
Seit den letzten drei Verhandlungsrunden beteiligten sich bei uns viele Kolleginnen und Kollegen an den Warnstreiks (> 300 TN) und davon ein erheblicher Anteil Nichtmitglieder. Viele der Nichtmitglieder bleiben Nichtmitglieder, wollen sich aber in der Tarifrunde sichtbar einbringen und lassen sich dann halt 1-3 Streiktage vom Gehalt abziehen.
Dennoch beteiligen sich gut 1.000 Kolleginnen und Kollegen nicht an den Streiks.
Wie viele bei einem Arbeitskampf von den 300 TN übrig bleiben würde, möchte ich mir nicht ausmalen.

Wer noch nicht einmal bereit ist sich an 1-3 Tage alle 2 Jahre einzubringen wird wohl kaum nach einem Verhandlungsergebnis aktiv werden.
Und die TN an einer Demo ist nicht durch das Streikrecht gedeckt, also muss ich Urlaub dafür nehmen und bekommen oder sie findet am Wochenende/Feiertags statt.

Susa

Ich werde irgendwie den Eindruck nicht los, das das Ergebnis vorher schon fest steht und schnell mal hinter geschlossenen Türen verhandelt wurde.
Sollten mal einen Live-Stream machen bei den Verhandlungen :-)
Möchte danach bestimmt niemand mehr fürs Land arbeiten, Thema: Wertschätzung
Schon sehr traurig.

AVP

Zitat von: Albeles in Heute um 10:33Manche meiner Kollegen wussten noch nicht mal das es Verhandlungen gibt. Die kennen kaum ihre EG oder Stufe....ist ihnen auch wumpe. wenn es mehr Geld gibt, merken die das irgendwann mal durch Zufall auf dem Konto. Dann wird sich gefreut und das war es auch schon. Traurig, aber wahr......

Wenn man sowas liest sollte man eigentlich selber Arbeitgeber werden

DerUnger

Zitat von: Albeles in Heute um 10:33Manche meiner Kollegen wussten noch nicht mal das es Verhandlungen gibt. Die kennen kaum ihre EG oder Stufe....ist ihnen auch wumpe. wenn es mehr Geld gibt, merken die das irgendwann mal durch Zufall auf dem Konto. Dann wird sich gefreut und das war es auch schon. Traurig, aber wahr......

zeigt halt dass es extrem viele gibt die halt mit ihrem Gehalt absolut zufrieden sind oder extrem passiv...

Garfield

Zitat von: MeTe in Heute um 11:31Naja, einseitige "Schuldzuweisungen" halte ich da weiterhin für kurzsichtig. Das ist schon ein System das von beiden Seiten so bedient wird.

Kleine Anekdote dazu: Bei uns auf dem Campus hingen einst überall Plakate wie "gerechtes Gehalt für Erzieher" oder an der Mensa "mehr Geld für Küchenpersonal" usw. - als ich dann bei so ner Verdi-Veranstaltung angesprochen habe dass ein Großteil des wiss. Personals trotz Universitätsabschluss weit weniger verdient als Erzieher oder Küchenpersonal, oftmals nur 100-200€ über Hartz-IV-Niveau liegen mit ihrem Gehalt, und dass trotz regelmäßig 60h+ Wochen (alles Fakten die ich hätte belegen können) - und ob man das Thema als Gewerkschaft nicht auch mal aufgreifen möchte - gerade an einer Uni - kam als Antwort inhaltlich zurück: "Ach, die verdienen später in ihrem Leben noch mehr als genug. Lehrjahre sind halt keine Herrenjahre. Die sollen erstmal was leisten bevor sie Geld möchten." Wieso hätte ich (oder irgendeiner meiner Kollegen) sich danach noch für diese Karikatur einer 'Gewerkschaft' interessieren oder sich gar aktiv einbringen sollen?!

Und ich nehme einfach mal an dass das nicht ein Einzelfall ist sondern schon irgendwo systemisch bedingt ist, diese Grundeinstellung findet man immer wieder bei so viellen Veröffentlichungen und Aussagen aus Richtung Verdi bis hoch zur Spitze.

Muss man sich da wundern dass aus dem Klientel kaum jemand für die Gewerkschaft interessiert? Anders herum ist es eben auch so, in der Gewerkschaft interessiert sich auch kaum jemand für das Klientel bzw. oftmals bekomme ich sogar den Eindruck es herrscht ne aktive Abneigung und es wird jede Gelegenheit genutzt um diese oder deren Leistungen abzuwerten. Beruht eben auf Gegenseitigkeit.


Was letztendlich alles nichts daran ändert, dass diese Menschen sich dann nachher auch nicht über den Abschluss beschweren und das auch nicht sollten und erst Recht nicht zu einer Demo gegen den Abschluss kommen.