Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

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Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:08ist dann doch verdammt viel Glaskugel die man als Parameter dort einsetzen muss, damit man was rechnen kann. Ich finds lustig und spannend.

Kann mich nur wiederholen:
Klappstuhl, abwarten (kühlen) Tee trinken

Bisher war der Plan mit 64 Sabbatical und mit 65 Rente - jetzt könnte es schneller gehen  8)


Faunus

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 12:24Wir Millennials sind wirklich nicht zu beneiden.

Jede Generation hatte ihre eigenen Probleme, aber je jünger die Generation, desto weniger wurde der Verzicht noch auf irgendetwas erlernt und um dieses Manko alleine beneide ich die ab ca. 2000 (vielleicht sogar schon 1990) Geborenen wirklich nicht.




MoinMoin

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 12:24Bevor ich aber mit 68 auf allen Vieren aus dem Amt rauskrieche, ziehe ich lieber den ALG1-Joker und dann freue ich mich mit 65 auf Vermittlungsvorschläge von der Bundesagentur und ansonsten ganz viel Dolce Vita im getarnten Vorruhestand.
Da musste dann aber 1,5 Jahre selbst finanzieren. Außer du findest einen Weg, dass der AG dir kündigt.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 12:19Aber rechne einfach mal das Auszahlungsvolumen aus, welches ausgezahlt wurde, wenn
Person A 4 Jahre vorher Rente es beziehen kann (14,4% Abschlag) gegenüber demjenigen B, der 3 Jahre (10,8%) vor der Rente es beziehen kann (ich nehme mal einfach an, dass er nix in die Rente mehr einzahlt.


Warum sollte man es tun?

Das System soll neu aufgestellt werden, reformiert werden. Falls die bisherigen Abschläge nicht angemessen sind, wäre das zu ändern. Was soll die Klein-Mathematik? Die Systematik ist insofern völlig klar. Das Auszahlungsvolumen bleibt immer gleich.

Auch bei einem extremen Korridor, von 45 bis 80. Dann gibt es mit 45 halt (fiktive Werte) 99 Prozent Abschlag und mit 80 gibt es 5000 % Aufschlag.

Bürohengst

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 12:41Da musste dann aber 1,5 Jahre selbst finanzieren. Außer du findest einen Weg, dass der AG dir kündigt.


Nunja, ein paar Abschläge wird man künftig sowieso in Kauf nehmen müssen (was ja auch das insgeheime Ansinnen von Rentenkommission und Schwarz-Rot ist, machen wir uns nichts vor). Ich habe jedenfalls noch keinen gleichaltrigen Kollegen getroffen, der vorhat, solange im Job zu bleiben. Beim ALG 1 zahlt die Agentur ja auch noch auf Basis von 80 Prozent des letzten Gehalts weiter in die Rentenkasse ein, diese 1-2 zusätzlichen Rentenpunkte fürs Entspannen und ein paar Pseudo-Bewerbungen schreiben machen den späteren Abschlag dann zumindest wieder etwas wett.

BAT

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 12:24Wir Millennials sind wirklich nicht zu beneiden

Die Demographie wurde leider nicht geändert (systematisches Einwanderungssystem) und insofern sieht es ganz schlecht aus.
Mit einer Ausnahme: gerade die jüngeren kommen endlich in den Genuss einer Kapitaldeckung. Hier seid ihr die absoluten Gewinner. Ich hoffe es zumindest.

BAT

Zitat von: Faunus in Gestern um 12:25Bisher war der Plan mit 64 Sabbatical und mit 65 Rente - jetzt könnte es schneller gehen  8)


Falls die Schwerbehinderung bei mir wegfällt, und Kapitalerträge SV-pflichtig werden, würde ich auch meinen alten Plan vor der Rente ein, zwei Jahre als Privatier zu leben aus der Schublade holen. Dann auch vielleicht drei Jahr und mit 61 früher weg als vor der Reform.

Bürohengst

Zitat von: BAT in Gestern um 12:58Die Demographie wurde leider nicht geändert (systematisches Einwanderungssystem) und insofern sieht es ganz schlecht aus.

Diese harten Reformmaßnahmen sind auch ein spätes Eingeständnis, dass die naive Migrationspolitik von Frau Merkel ungeeignet war, die Rente sicherer zu machen.

ZitatMit einer Ausnahme: gerade die jüngeren kommen endlich in den Genuss einer Kapitaldeckung. Hier seid ihr die absoluten Gewinner. Ich hoffe es zumindest.

Das haben die Riester-Vertreter mit den bunten Hochglanzprospekten im Gepäck uns damals auch erzählt.

Warnstreik

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 12:24Wir Millennials sind wirklich nicht zu beneiden.

Ich bin auch Millenial und allen in meinem Umkreis geht es besser als den Generationen vorher. Wir haben grade ein Jahrzehnt des Arbeitnehmermarktes hinter uns - wer Karriere machen wollte konnte dieses tun. Ich wollte grad sagen, dass das Gejammer der Jungen genauso nervt wie das Gejammer der Alten - bin mir nur nicht so sicher in welche Gruppe wir mittlerweile gehören ;-)

Faunus

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 13:33Das haben die Riester-Vertreter mit den bunten Hochglanzprospekten im Gepäck uns damals auch erzählt.


Hmmm... Warum gibt es eigentlich immer noch kein Fach mit "Vermögensaufbau und seine Risiken"? Viele Menechen sind mit Aktien(Fonds), Wertpapieren, Rentenfonds, Optionsscheine, Tagesgeld-/Festgeldkonto.... einfach überfordert.

BAT

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 13:33Diese harten Reformmaßnahmen sind auch ein spätes Eingeständnis, dass die naive Migrationspolitik von Frau Merkel ungeeignet war, die Rente sicherer zu machen.


Die Kommissionsvorschläge sorgen hier aufgrund der noch höheren Abgabenlast in Deutschland für eine Verschlechterung der Einwanderung, damit der Demographie und damit des Rentensystems.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:14Das finde ich auch.
Aber eben nicht abschlagsfrei.
Mir fehlt die sachliche Begründung, warum jemand mit 45 Beitragjahren automatisch abschlagsfrei in Rente gehen darf.
Sachlich wäre eine Begründung: Weil er eben nur bis 80 und nicht 82 die Renten beziehen wird, aufgrund seiner beruflichen Disposition.

Weil sie für das Land und das Rentensystem deutlich mehr geleistet haben als jemand, der 10, 20 oder 35 gearbeitet und eingezahlt hat. Und ja, den Fall, dass jemand 45 Jahre nur 5 Wochenstunden gearbeitet hat mag es geben - die Regel ist es nicht. Ich habe zum Beispiel während des Studiums auch viele viele Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Am Ende erwischt man so viele der "hart arbeitenden" - das müssen übrigens nicht nur Dachdecker sein, auch Bürojobs können belastend sein. Und wenn man ehrlich ist: So richtig Leistungsfähig ist man in dem Alter eher nicht - man akzeptiert sie aber als Kollegen. (gild nicht für alle) Vielleicht könnte es sogar bald wieder eine Chance sein, jungen Menschen über die Frühverrentung wieder eine Chance zu geben - ohne dieses Instrument hätten wir in den 90igern und Anfang der 2000er eine ziemlich verlorene Generation züchten können.

Bürohengst

Zitat von: BAT in Gestern um 13:52Die Kommissionsvorschläge sorgen hier aufgrund der noch höheren Abgabenlast in Deutschland für eine Verschlechterung der Einwanderung, damit der Demographie und damit des Rentensystems.

Nicht nur das. Auch der eigene Nachwuchs wird einen noch größeren Bogen um harte Arbeit machen und sich den Ausbildungsberuf nicht mehr nach Neigung und Begabung auswählen, sondern danach, wo man die Chance hat, bis 70 durchzuhalten. Sollte mein 7-jähriger Sohn mit Pflasterer oder Krankenpfleger als Berufswunsch um die Ecke kommen, werde ich ihm sicherlich dringend abraten.

Faunus

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 14:21Nicht nur das. Auch der eigene Nachwuchs wird einen noch größeren Bogen um harte Arbeit machen und sich den Ausbildungsberuf nicht mehr nach Neigung und Begabung auswählen, sondern danach, wo man die Chance hat, bis 70 durchzuhalten. Sollte mein 7-jähriger Sohn mit Pflasterer oder Krankenpfleger als Berufswunsch um die Ecke kommen, werde ich ihm sicherlich dringend abraten.


Es studieren inzw. mehr als sich ausbilden lassen. Der Krankenpfleger bekommt dann den roten Teppich ausgerollt und der Biologe keine Arbeit.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 12:56Warum sollte man es tun?

Das System soll neu aufgestellt werden, reformiert werden. Falls die bisherigen Abschläge nicht angemessen sind, wäre das zu ändern. Was soll die Klein-Mathematik? Die Systematik ist insofern völlig klar. Das Auszahlungsvolumen bleibt immer gleich.
Ok, du scheinst es wirklich nicht zu begreifen. Ja, statistisch bei korrekt berechneten Abschlag ist es in der Summe dann ein Nullsummenspiel.

Aber.


Unabhängig ob sie die Berechnung der Abschlagshöhe ändern, ist es für die GRV für die ersten Jahre(zehnte) billiger nur 3 statt 4 Jahre vorgezogen Rente zuzulassen. Sie zahlt erst nach dem Kipppunkt in (~15-20Jahre nach Rentenantritt) für diese Person weniger und vorher zahlt sie mehr, was sie sich jetzt sparen kann.



Also Nein: Das Auszahlungsvolumen für die ersten 20 Jahren ist kleiner und man verschafft sich damit wieder Luft.
Auch wenn die korrekten Abschläge genommen werden.