E3 auf E6 - tägliche Crunchtime und extremer Zeitdruck normal?

Begonnen von Joey2000, Gestern um 19:57

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Joey2000

Hallo liebe MitleserInnen,

ich habe folgendes Problem, und zwar wurde ich nun nach 6 Jahren im ÖD auf E3 nach Bewerbung auf eine E6 Stelle gesetzt. Allerdings hat die dort zu erledigende Arbeit eigentlich kaum was mit der Stellenbeschreibung zu tun und mir wurde erst NACH der Umsetzung dort eröffnet, dass es sich um eine Stelle handelt, bei der man enormem Zeitdruck und Stress gewachsen sein muss.

So eine Stelle habe ich aber ehrlich gesagt nicht wirklich gesucht. Ich habe schon einen Burnout hinter mir in meiner Zeit vor dem ÖD und wollte lediglich eine Stelle, bei der ich etwas mehr verdiene und die ich möglichst bis zur Rente (bin 50J) weitermachen kann und die im Gegensatz zu meiner bisherigen E3 Stelle auch nicht von Stellenabbau bedroht ist. So habe ich das im Bewerbungsgespräch auch kommuniziert, aus taktischen Gründen allerdings den Burnout nicht erwähnt, aber gesagt, dass ich nur 35 Std./Wo. arbeite. Das war alles angeblich kein Problem.

Nun bin ich seit letzten Dienstag auf der Stelle und arbeite dort mit einer Dame zusammen, die mir gleich gesagt hat, dass sie ca. 10 Std. täglich nahezu ohne Pause arbeitet und dies dort auch "normal" sei, Die Arbeit selbst ist jetzt auch nicht wirklich kompliziert, lediglich die Masse und der enorme Zeitdruck waren ehrlich gesagt eine ziemliche Überraschung für mich, da davon vorher keine Rede war, ansonsten hätte ich die Stelle sicher nicht angetreten.

Meine E3 Stelle war ziemlich entspannt, die Kollegen waren mit meiner Arbeit sehr zufrieden und nun habe ich nach nur vier Tagen in der neuen Stelle bereits die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen, dass ich mir am Wochenende Gedanken machen soll, ob ich dem dort herrschenden Stress gewachsen sei. Das Problem ist jetzt nur, dass ich keine Lust habe, nach nur einer Woche wie der letzte Idiot da zu stehen und zurück zu meiner alten Stelle zu gehen, sofern sie überhaupt noch existiert, nur weil mir vorher keiner was gesagt hat, was mich dort erwartet.

Ich würde auch gerne erstmal probieren, ob ich nicht vielleicht doch damit klar komme. Als ich denen gesagt habe, dass ich das ggf. erstmal mit dem Personalrat besprechen möchte, wurde gleich ein Gesicht gezogen. Vermutlich, weil dann rauskäme, dass dort gegen so ziemlich jedes Arbeitsrecht verstoßen wird. Ich meine, man hat mir natürlich nicht offiziell verbieten können, Pause zu machen bzw. in der Kantine essen zu gehen, allerdings mit dem Zusatz, dass in der Zeit ja locker 100 neue Fälle eingehen, die ich dann bis Zeitpunkt x erledigen muss.

Laut der schriftlichen Verfügung kann man mich frühestens nach einem halben Jahr bewerten, ob ich geeignet bin. Als ich das dort angesprochen habe, wurde mir gesagt, dass ich bei Nichteignung auch sofort gehen müsste. Dann wäre das ganze Theater für ganze 0 Euro gewesen. Keine Ahnung, was da abgeht, deshalb meine Fragen:

Können die einen wirklich schon nach nicht mal einer Woche "absägen"?

Ist das rechtlich überhaupt zulässig, jeden Tag Überstunden machen zu müssen?

Macht es Sinn, mich damit an den Personalrat bzw. die Gewerkschaft zu wenden?

Was würdet ihr in diesem Fall tun?

Am ersten Tag, der einige Wochen vorher terminiert war, wurde mir auch gesagt, dass es im Moment mit dem Einarbeiten eher schlecht sei, da in ein anderes Dienstgebäude umgezogen wird. Ich habe dann von mir aus angeboten, Urlaub zu nehmen, fand das ganze Verhalten aber auch da schon etwas komisch ehrlich gesagt.

Was würdet ihr mir raten, damit ich wenigstens mit ein bisschen mehr Geld und ohne Gesichtsverlust aus der Sache rauskomme?

Ich würde es zumindest schon aus finanziellen Gründen zumindest noch ein paar Monate probieren wollen, auch wenn ich ehrlich gesagt jetzt schon total bedient bin, wie dort die Leute "verbrannt" werden.

Was meint ihr?


Buggula

Schaff dich nicht kaputt. Es dankt dir keiner. Wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen. Personalrat ins Vertrauen nehmen, ist nie verkehrt.

Geh doch in die Diskussion mit dem/der Vorgesetzten: ,,Meine Arbeitsleistung ist hier nur so schlecht, weil ich nicht eingearbeitet wurde"

,,Wenn ich unter großem Druck arbeiten muss, mache ich nur noch mehr Fehler"

Ich würde versuchen kleine, realistische Ziele auszuhandeln (x Fälle pro Woche) und dann später steigern, wenn möglich.

Pass auf, dass so viel Stress dich nicht krank macht.

Und zur Not kannst du die Personalabteilung immer noch bitten  dich zu evakuieren. Hab schon paar mal erlebt, dass plötzliche interne Versetzungen möglich waren. Das ist keine Schande.

Lass dich nicht unterkriegen!