Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 132452 times)

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #870 am: 08.01.2019 22:43 »
Ich will mehr Kohle und zwar pronto molto. Sicherlich sollten manche hier mal ihren Lebensstil überdenken, aber allgemein muss ich auch sagen, dass das Leben in Deutschland relativ teuer geworden ist. Deshalb sind die vermutlich realen 4,2 % auf gewürfelte 24 Monate zu wenig.

Zur Strafe wähle ich weiterhin die AfD und die blöde Gewerkschaft kann sich mit meinem Austrittsformular den Hintern wischen. Es juckt die eh nicht. Das ganze Land geht eh den Bach runter. Von daher ist es egal.

Jemand hat es schon richtig formuliert: Jetzt gibt es ein paar Kröten verbunden mit der Hoffnung, dass ihr alle schön die Schnauze haltet und keine gelben Westen anzieht. Ab 2020 gibts dann mal wieder Nullrunden, weil ihr eh alle schon zu fett seid.
« Last Edit: 08.01.2019 22:45 von Amiga »
Mich interessiert Claudia Roths Meinung...




...nicht.

Fristenfuchs

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #871 am: 09.01.2019 06:52 »
Aha, toller Beitrag.
Ist wohl eh alles Mist, oder?
Ich dachte das hier über die Tarifverhandlungen diskutiert wird, anscheinend geht's nur darum wie schlecht der ÖD ist, insbesondere der TVL.
Ich bin seit 18 Jahren dabei, fühle mich nicht unterbezahlt und mache meinen Job gern.
Wäre es anders hätte ich längst gekündigt, so einfach ist das.

Finanzer

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #872 am: 09.01.2019 07:15 »
Aha, toller Beitrag.
Ist wohl eh alles Mist, oder?
Ich dachte das hier über die Tarifverhandlungen diskutiert wird, anscheinend geht's nur darum wie schlecht der ÖD ist, insbesondere der TVL.
Ich bin seit 18 Jahren dabei, fühle mich nicht unterbezahlt und mache meinen Job gern.
Wäre es anders hätte ich längst gekündigt, so einfach ist das.

Genau dies.
Eine angemessene Beteiligung an der allgemeinen Gehaltsentwicklung (gerade im Hinblick auf die momentane gute Lage der Haushalte), eine Anpassung der Tabelle um attraktiver für diverse Fachkräfte zu sein (insbesondere IT) und weniger inhaltslose Sonntagsreden von Dienstherr und Gewerkschaften, mehr bräuchte es nicht um mich glücklich zu machen.

Ein Streik in den Rechenzentren wäre in Hessen ein riesieger Spaß, in unseren Finanzämter vergeht kein Tag ohne mehrere arbeitseinschränkende Fehler.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #873 am: 09.01.2019 08:15 »
[Ein Streik in den Rechenzentren wäre in Hessen ein riesieger Spaß, in unseren Finanzämter vergeht kein Tag ohne mehrere arbeitseinschränkende Fehler.

Grundsätzlich ja ne gute Idee- aber welche Organiserten sollen denn da bitte schön streiken? Ich lese doch hier ununterbrochen, das nur Minderbemittelte wie "Spülhilfen" etc. Mitglied n der Gewerkschaft sind?Oder sollen etwa die dortigen Kantinen bestreikt werden ?

Ok- TBs können natürlich auch als Unorganisrte streiken- dem GG sei Dank.Aber da dies ja auf eigene Rechnung geschieht, ist den allermeisten das eigene Portemonnaie dann doch näher als die Durchsetzung von Tarifforderungen- spätestens am 2.Tag.


Chrilleger

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #874 am: 09.01.2019 08:27 »
Tach :)
da kann man mal wieder sehen wie weit weg die Gewerkschaft Verdi vom Angestellten ist. Mehr Urlaub??? Ich finde 30 Tage Urlaub ausreichend. Wenn man sich andere Berufsgruppen ansieht ist man da gut aufgehoben und was bringt mir die freie Zeit ohne Kohle? NIX. Des Weiteren hat man ja über die Gleitzeit im Jahr mal locker noch 10-15 freie Tage.
Wenn ich höre das ein Sicherheitsangestellter am Flughafen 20€ bekommen soll, entspricht das einer EG 9 in der Stufe 2 (ohne Schichtzulage!!). Ein Witz, ohne den Sicherheitsangestellten zu nahe zu kommen aber eine 6-8 Monate Ausbildung mit dem Anfang des gehobenen Dienstes des ÖD zu vergleichen ist schon banal.

Gewiss ich bin nur Trittbrettfahrer aber unter solchen Bedingungen ist das Weglaufen der Gewerkschaftsmitglieder logisch. Für mich sowieso völlig unverständlich warum für den gesamten ÖD nicht endlich mal ein TV gilt! Ein Traum, aber eine Angleichung des TVL an den TVÖD wäre schon wünschenswert :)


kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #875 am: 09.01.2019 09:10 »
6% auf 12 Monate ist ein schlechter Scherz... eben "the same procedure as every year"!
Wenn sie diese Forderung auch mal durchsetzen würden, wäre ich einverstanden, aber so!? Ich weiß nicht...

Nur mal nebenbei als Info:
Bis 2020 (also die nächsten 2 Jahre um die es in den Tarifverhandlungen gehen wird) habe ich aktuell 8,3% Rückstand auf den TVÖD, da sind die 6% - die mit 100%iger Sicherheit nicht mal über 24 Monate erreicht werden, der absolute Hohn!

So viel zur "Wertschätzung" der Landesbeschäftigten!


Da stimme ich voll und ganz zu. Warum wird nur so wenig gefordert? Und dann werden noch große Reden geschwungen man will "konkurrenzfähig" bleiben. Mit dieser Forderung wohl eher nicht. Das ist doch ein Wiederspruch in sich.
Es muss doch ein Ergebnis erzielt werden das mal weit über dem des TVÖD liegt um zumindest wieder gleichauf zu liegen. Die Entgelttabellen unterscheiden sich doch jetzt schon um rund 100,- Euro. Zusätzlich dann noch eine Inflationsbereinigung von rund 2%  und endlich die Verbesserungen in der Entgeltordnung durchsetzen wie sie bereits im TVÖD vorhanden sind.
Dann könnte man mal von einer Verbesserung reden. Alles darunter ist doch nur das übliche Geplänkel.

Aber wie will man das erreichen wenn man schon auf Knien angerutscht kommt und nur nach ein paar Groschen bettelt. In anderen Bereichen wird schon höher abgeschlossen als wir mit unserer Forderung einsteigen. Von den 6% bleiben doch wieder nur 2,x auf 12 Monate übrig.

Ihr scheint hier dem Irrglauben aufgesessen zu sein, nach welchem die Formel "wer viel fordert, bekommt auch viel" Geltung zu haben scheint. Es wird völlig außer Acht gelassen, dass es eine begrenzte Verhandlungsmasse gibt. Egal, ob die Gewerkschaftsforderung 6%, 12% oder 24 % für welchen Zeitraum auch immer beträgt, die Summe der vorhandenen finanziellen Mittel bleibt die gleiche.
Sollen die Arbeitgeber dann sagen, sie erhöhen die Gehälter um 10%, weil Ver.di 20 % gefordert hat, obwohl sie wissen, dass bestenfalls 6% auf 24 Monate da sind? Wohl kaum. Mit unrealistischen Forderungen ist doch keinem geholfen. Es geht darum, die Verhandlungsmasse in die richtigen Kanäle zu leiten. Sockelbeträge, wie jetzt gefordert, sind da eher kontraproduktiv, viel eher sind die verschiedenen EGs einzeln zu betrachten und strukturelle Verbesserungen an den Stellen, an denen gut ausgebildetes Personal fehlt, notwendig. So wie im TVöD in der letzten Tarifrunde geschehen.

Arno-Nühm

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #876 am: 09.01.2019 09:24 »
kommunalhesse...

Wenn alle so denken wie Du, dann wundert es mich nicht, dass die AG's aus'm Lachen nicht mehr raus kommen!


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Fireball84

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #877 am: 09.01.2019 09:27 »
Tach :)
da kann man mal wieder sehen wie weit weg die Gewerkschaft Verdi vom Angestellten ist. Mehr Urlaub??? Ich finde 30 Tage Urlaub ausreichend. Wenn man sich andere Berufsgruppen ansieht ist man da gut aufgehoben und was bringt mir die freie Zeit ohne Kohle? NIX. Des Weiteren hat man ja über die Gleitzeit im Jahr mal locker noch 10-15 freie Tage.
Wenn ich höre das ein Sicherheitsangestellter am Flughafen 20€ bekommen soll, entspricht das einer EG 9 in der Stufe 2 (ohne Schichtzulage!!). Ein Witz, ohne den Sicherheitsangestellten zu nahe zu kommen aber eine 6-8 Monate Ausbildung mit dem Anfang des gehobenen Dienstes des ÖD zu vergleichen ist schon banal.

Gewiss ich bin nur Trittbrettfahrer aber unter solchen Bedingungen ist das Weglaufen der Gewerkschaftsmitglieder logisch. Für mich sowieso völlig unverständlich warum für den gesamten ÖD nicht endlich mal ein TV gilt! Ein Traum, aber eine Angleichung des TVL an den TVÖD wäre schon wünschenswert :)
Was spricht denn bitte gegen mehr Freizeit (ob nun durch mehr Urlaub oder eine verkürzte Wochenarbeitszeit)? Und die Gleittage muss man auch durch Mehrarbeit (=Freizeitverzicht) an anderer Stelle erst einmal herausarbeiten. Sprich: Gleittage sind keine zusätzliche, sondern nur verlagerte Freizeit!
Wenn die DB es hin bekommt und die drei verschiedenen Wahlmöglichkeiten der vergangenen Tarifverhandlung in einem Großunternehmen umsetzen kann, dann auch jede Verwaltungseinheit. Ich verstehe ergo nicht, warum kontinuierlich durch die Gewerkschaften immer nur mehr Gehalt gefordert wird. Für viele Angestellte ist das total am Wunsch vorbei.

kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #878 am: 09.01.2019 09:45 »
kommunalhesse...

Wenn alle so denken wie Du, dann wundert es mich nicht, dass die AG's aus'm Lachen nicht mehr raus kommen!

Demnach gilt "viel hilft viel"?

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #879 am: 09.01.2019 09:52 »
Bin mal gespannt was bei der Flugsicherung heraus kommt. Da fordert man immerhin 20€/Stunde.

Arno-Nühm

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #880 am: 09.01.2019 09:52 »
kommunalhesse...

Wenn alle so denken wie Du, dann wundert es mich nicht, dass die AG's aus'm Lachen nicht mehr raus kommen!

Demnach gilt "viel hilft viel"?

Das habe ich nicht gesagt, dann lies bitte meine anderen Beiträge!
Mit geht es eher darum, dass die Landesbediensteten nicht immer die Deppen im ÖD sind!


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Wastelandwarrior

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #881 am: 09.01.2019 10:13 »
Ich finde ein studierter Mensch, egal ob Bachelor oder Master (wobei Master selbstverständlich einen besseren Verdienst verdient) sollte sich ein angenehmes Leben leisten können und auch ein wenig Geld ansparen können. Deshalb studiert man doch oder? Um später mehr Geld zu verdienen.

Wer sagt das ? Keiner der Milliardäre, die Sie kennen, hat einen Master, mit etwas Glück einen Bachelor. Geld verdienen Sie nur im EIGENEN Unternehmen. Diejenigen aus meinem Bekanntenkreis, die 6-stellig verdienen, haben allesamt NICHT studiert, teils nicht mal Abitur. Einige mit eigenen Firmen (mit 80h-Woche) andere mit Hochrisiko-Jobs... da entwickelt sich kein Neid. Das Mäntelchen im ÖD ist halt eng, aber es wärmt.

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #882 am: 09.01.2019 10:18 »
Ihr scheint hier dem Irrglauben aufgesessen zu sein, nach welchem die Formel "wer viel fordert, bekommt auch viel" Geltung zu haben scheint.

Irgendwie glaube ich, dass nicht nur du sondern auch ganz viele andere etwas nicht verstehen wollen. Denn nicht wer viel fordert bekommt auch viel, sondern der, der wenig fordert, bekommt auch wenig. Das ist ein gravierender Unterschied.

Es wird völlig außer Acht gelassen, dass es eine begrenzte Verhandlungsmasse gibt.

Und nun? Meine und auch von vielen Anderen ist die Geduld und das Verständnis auch sehr begrenzt.
Mich interessiert Claudia Roths Meinung...




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Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #883 am: 09.01.2019 10:19 »
Das habe ich nicht gesagt, dann lies bitte meine anderen Beiträge!
Mit geht es eher darum, dass die Landesbediensteten nicht immer die Deppen im ÖD sind!

Hör auf dich zu entschuldigen. Du liegst doch ganz richtig mit deiner Meinung.
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kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #884 am: 09.01.2019 10:31 »
kommunalhesse...

Wenn alle so denken wie Du, dann wundert es mich nicht, dass die AG's aus'm Lachen nicht mehr raus kommen!

Demnach gilt "viel hilft viel"?

Das habe ich nicht gesagt, dann lies bitte meine anderen Beiträge!
Mit geht es eher darum, dass die Landesbediensteten nicht immer die Deppen im ÖD sind!

Genau darauf zielt auch mein Beitrag ab. Strukturelle Verbesserungen im Gefüge der Entgelttabelle sind dazu zielführender als Pauschalerhöhungen, welche nur ein auserwähltes Spektrum der Beschäftigten erreichen und zu Lasten der prozentualen Erhöhung der übrigen gehen.

Ihr scheint hier dem Irrglauben aufgesessen zu sein, nach welchem die Formel "wer viel fordert, bekommt auch viel" Geltung zu haben scheint.

Irgendwie glaube ich, dass nicht nur du sondern auch ganz viele andere etwas nicht verstehen wollen. Denn nicht wer viel fordert bekommt auch viel, sondern der, der wenig fordert, bekommt auch wenig. Das ist ein gravierender Unterschied.

Die Forderung ist im Gesamtvolumen nicht wenig, nur falsch verteilt. Ohne die Forderung eines Mindestbetrages wären ordentliche lineare Erhöhungen auf 12 oder 24 Monate nicht unrealistisch. Mit einer differenzierten Betrachtung der einzelnen Entgeltgruppen sogar ein echter Lückenschluss Richtung TVöD drin. Aber das ist von Ver.di gar nicht gewollt. Bin gespannt, wie die AG hierauf reagieren.

Es wird völlig außer Acht gelassen, dass es eine begrenzte Verhandlungsmasse gibt.

Und nun? Meine und auch von vielen Anderen ist die Geduld und das Verständnis auch sehr begrenzt.

Und dennoch kann man nicht mehr Geld aus dem Topf raus nehmen als drin ist. Egal wie wenig Verständnis dafür vorhanden sein mag oder nicht.