Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 129025 times)

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #960 am: 11.01.2019 14:10 »
Mir erschließt sich der Zusammenhang zum unbezahlten Zwangsurlaub nicht.

Stimmt. Weiter oben korrigiert. Es sind ja nicht alle im Zwangsurlaub, sondern müssen trotzdem weiterarbeiten.

Ich hab vor ein paar Tagen gelesen dass der Staat im Nachhinein immer Freiwillig den Verdienstausfall ausgeglichen hat...

Loth

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #961 am: 11.01.2019 15:50 »
Die 11,2 Mrd. Überschuss sind noch nicht konkret verplant. Das wird garantiert nicht auf die Bundesländer umgelegt um bei den Tarifverhandlungen finanziellen Spielraum zu haben. Eher für Entwicklungshilfe oder Verteidigung, um sich bei Trump anzubiedern. Vielleicht auch als Rücklage, falls auf Bundesebene die 5% Hürde fällt. Neue Sitzplätze im Bundestag sind nun mal teuer.
Ich denke auch dass von der TDL am ersten Verhandlungstag kein Angebot kommen wird. Ein paar Stunden mit stur verschränkten Armen jammern wie schlecht es finanziell ist und die Gewerkschaft doch bitte mit ihren Forderungen das Maß finden soll. Dazu noch dunkeldüstere Aussichten auf die Konjunktur. Nach den Motto "Da sind wir voll bei Ihnen, aber..."

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #962 am: 11.01.2019 16:19 »
Dazu noch dunkeldüstere Aussichten auf die Konjunktur. Nach den Motto "Da sind wir voll bei Ihnen, aber..."

Ja! Siehe schon derzeit rausposaunte Stellungnahme des Insolvensverwalters Olaf von und zu der Scholz. Denen geht es echt an den Kragen derzeit. O-Ton: "Die fetten Jahre sind vorbei!". Welche fetten Jahre er da wohl meint?  Da wir hier aber nur von solchen Piloten und Schwachmaten umzingelt sind, weiß man ja gar nicht, wohin man zuerst (verbal) schießen soll.

Das grenzt ja schon an Insolvenzverschleppung hier. Sowas von pleite... Kaum Spielraum, keine Kohle. Aber 300 Milliarden auf der hohen Kante für Prestigeprojekte übrig haben. Nunja...
« Last Edit: 11.01.2019 16:24 von Amiga »
Kollatz deutete an, dass Landesbeschäftigte nach wie vor weniger Geld erhalten sollen als Arbeitskräfte beim Bund und den Kommunen:

"Für eine unterschiedliche Bezahlung gibt es gute Gründe. Die Länder haben mehr als doppelt so viele Beschäftigte wie Bund und Kommunen zusammen." Guter Mann. SPD!

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #963 am: 11.01.2019 17:19 »
Wenn gesagt wird, dass die fetten Jahren vorbei sind, dann ist das doch eine Steilvorlage:
Toll, wir reden als über die Verteilung des Geldes der letzten Fetten Jahre!!
Was in der Zukunft ist, interessiert uns am Verhandlungstisch nicht.

Leider hat der TV-L ja aber keine stark wirkende Masse an Arbeitsbereichen, die dem Bürger wehhh tun beim Streik.
Selbst wenn 100% der Beschäftigten streiken würden.

Mir fällt da nur Schule ein.
evtl. Finanzrechenzentren, die dafür sorgen müssten, dass Umsatzsteuererstattung etc. nicht fließt
Klar in den Behörden würden die vielen kleinen Helferlein schon fehlen, sprich keine Hausmeister die Aufschließen, keine Boten die Weisermappen rumtragen, ..... aber wie viel Außenwirkung hat das.


Und schon besagte Änderunge der EGO etc. das haben ja die AG schon als Thema "reingebracht".

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #964 am: 11.01.2019 17:39 »
MP Armin Laschet macht in seiner Rede vor dem dbb richtig viel Druck auf die TDL

http://www.bsbd-nrw.de/aktuelles/aktuelles-bsbd/744-ministerpraesident-armin-laschet-plaediert-fuer-bessere-bezahlstrukturen-im-oeffentlichen-dienst

"..ergänzte er diese Aussage um den Hinweis, dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte nur mithalten könne, wenn er auch ein gutes Einkommen biete.

"andererseits konnte man den Hinweis auf die „überzogenen Erwartungen“ so interpretieren, dass das ausgegebene Ziel nur in kleinen Schritten erreichbar sei.

Tja- dann wird´s wohl 3X1,7% in 24 Monaten geben





Loth

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #965 am: 11.01.2019 18:18 »
Eventuell sollte man den neuen Tarifabschluss bis 31.08.2020 laufen lassen, damit  Bund/Kommunen und Länder ab 01.09.2020 immer zusammen verhandeln. Dann wäre endlich Schluss damit, dass der ÖD jedes Jahr in Tarifverhandlungen ist. Dies würde auch der Bevölkerung das Gefühl nehmen dass die Angestellten des ÖD jedes Jahr mehr Geld haben wollen.

Die Bezüge müssten aus einem einheitlichen Topf bezahlt werden. Wobei es egal sein muss ob man Angestellter beim Bund, beim Land oder der Kommune ist. Man ist dann Angestellter im öffentlichen Dienst. Klamme Länder und Kommunen würde es dadurch finanziell besser gehen.

Laufzeitforderungen der Gewerkschaft von einem Jahr sind völlig daneben. Sollte es wirklich mal nur ein Jahr sein, würde am Ende der Tarifverhandlung wieder eine neue Tarifverhandlung anstehen.

Es muss auch endlich dieser Ost/West-Unterschied im TV-L beseitigt werden. Im Oktober dieses Jahres ist es 29 Jahre her. Da waren etliche Angestellte des ÖD noch nicht einmal geboren. Lassen wir diesen Unterschied so noch 12 Jahre weiterlaufen, wäre der Tarifvertrag mit Ost/West länger wie die Existenz der ehemaligen DDR. Damit wäre der Bereich Ost von der zeitlichen Ausdehnung fast über ein Arbeitsleben definiert.

Icke

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #966 am: 11.01.2019 18:26 »
Was ich bei den Tarifrunden auch in der Vergangenheit einfach nicht verstehe: In aller Regel gilt ein Tarifvertrag bis zum 31.12. eines Jahres. Warum setzt man sich nicht vorher schon rechtzeitig an den Verhandlungstisch, sondern plant - im aktuellen Fall - bummelig den 21.01.2019 für die erste Verhandlungsrunde bis hin zum 01.03. für die dritte ein? Ist das einfach "Tradition", oder will/kann man das Ganze nicht zügiger durchkurbeln?

Loth

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #967 am: 11.01.2019 18:43 »
Was ich bei den Tarifrunden auch in der Vergangenheit einfach nicht verstehe: In aller Regel gilt ein Tarifvertrag bis zum 31.12. eines Jahres. Warum setzt man sich nicht vorher schon rechtzeitig an den Verhandlungstisch, sondern plant - im aktuellen Fall - bummelig den 21.01.2019 für die erste Verhandlungsrunde bis hin zum 01.03. für die dritte ein? Ist das einfach "Tradition", oder will/kann man das Ganze nicht zügiger durchkurbeln?

Ich tippe auf Tradition aus folgendem Grund:
Je länger es dauert umso länger ist es in den Medien. Die Bevölkerung wird wochenlang aufgeladen gegen die Mitarbeiter des ÖD mit Überschriften wie “Öffentlicher Dienst will 6% für 12 Monate plus 250€“ und dies dient dann als “Druckmittel“ um die Steigerungen moderat ausfallen zu lassen. Im Anschluss dauert es noch 4-5 Monate bis das Geld dann im Spätsommer auf dem Konto landet.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #968 am: 11.01.2019 18:50 »
Die Bezüge müssten aus einem einheitlichen Topf bezahlt werden. Wobei es egal sein muss ob man Angestellter beim Bund, beim Land oder der Kommune ist. Man ist dann Angestellter im öffentlichen Dienst. Klamme Länder und Kommunen würde es dadurch finanziell besser gehen.

Neben den verfassungsrechtlichen Implikationen frage ich mich, warum auch noch an dieser Stelle für die Versagerländer-/kommunen und/oder die, die Kohle, die sie nicht haben, mit beiden Händen raushauen, mitgezahlt werden soll. Wer mit seinen Einnahmen nicht klarkommt, muß halt bei den Ausgaben sparen - und nicht immer noch von anderer Seite Kohle reingeschoben bekommen. Ich sehe schon in Bremen und Berlin Myriaden von Stellen für das Betüddeln irgendwelcher Minderheiten, für Gleichstellungsbeauftragte und sonstiges Sozialgedöns aus dem Boden sprießen, wenn dafür ein anderer zahlt.

Zitat
Es muss auch endlich dieser Ost/West-Unterschied im TV-L beseitigt werden. Im Oktober dieses Jahres ist es 29 Jahre her. Da waren etliche Angestellte des ÖD noch nicht einmal geboren. Lassen wir diesen Unterschied so noch 12 Jahre weiterlaufen, wäre der Tarifvertrag mit Ost/West länger wie die Existenz der ehemaligen DDR. Damit wäre der Bereich Ost von der zeitlichen Ausdehnung fast über ein Arbeitsleben definiert.

Naja, in weiten Teilen der Zone gibt es ja kaum Konkurrenzarbeitgeber, dafür aber genug Arbeitslose. Niedrigere Entgelte sind ein marktgerechtes Ergebnis.

Lothar57

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Stufengleiche Höhergruppierung ist überfällig
« Antwort #969 am: 11.01.2019 18:58 »
Da der Chat hier offensichtlich noch weiterläuft, möchte ich noch mal auf die überfällige stufengleiche Höhergruppierung zurückkommen. Das tue ich am besten, indem ich mal meinen ganz persönlichen Fall darstelle. Dann kann auch keiner sagen, dass das in Wirklichkeit gar nicht so ist.
Ich habe mich vor einiger Zeit auf eine A15/E15 Stelle beworben. Da ich zu dem Zeitpunkt noch E13 war, konnte ich die Stelle nur kriegen, wenn ich der einzige Bewerber blieb. Das war dann auch so. Ich wechselte die Dienststelle und wurde dort sofort mit den neuen Aufgaben betraut. Mehr Geld gab es da aber noch nicht. Wie ein Beamter musste ich erst eine achtmonatige Probezeit überstehen, bevor ich höhergruppiert wurde. Vom Beamtenrecht übernommen wurde auch das Verbot der Sprungbeförderung. Ich wurde also nach der Probezeit erstmal nach E14 höhergruppiert und von Stufe 6 auf 5 heruntergesetzt. Nach einem weiteren Jahr Wartezeit werde ich dann auf E15 höhergruppiert und auf das erste Jahr der Stufe 4 heruntergesetzt. Insgesamt bringt mir der doppelte Aufstieg für die ersten vier Jahr gerade mal insgesamt netto 160 Euro monatlichen Zugewinn. Nach weiteren fünf Jahren erreiche ich dann erst wieder die Stufe 6. Es dauert also nach Stellenantritt mehr als 10 Jahre bis ich das Gehalt bekomme, welches mir bei einem stufengleichen Aufstieg sofort zugestanden hätte. Wer wissen möchte, wie viel das ist, darf gerne mal eine der Online-Gehaltsrechenmaschinen bedienen und staunen.
Man muss als TB also sehr genau überlegen, ob allzu großer Ehrgeiz sinnvoll ist. (Gottseidank war die Hoffnung auf eine Gehaltserhöhung nur ein Argument unter vielen für mich, als ich mich auf die Stelle bewarb)

« Last Edit: 11.01.2019 19:01 von Lothar57 »
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

tomk

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #970 am: 11.01.2019 19:49 »
in weiten Teilen der Zone

Was soll denn dieses sein?

Spid

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Antw:Stufengleiche Höhergruppierung ist überfällig
« Antwort #971 am: 11.01.2019 19:50 »
Da der Chat hier offensichtlich noch weiterläuft, möchte ich noch mal auf die überfällige stufengleiche Höhergruppierung zurückkommen. Das tue ich am besten, indem ich mal meinen ganz persönlichen Fall darstelle. Dann kann auch keiner sagen, dass das in Wirklichkeit gar nicht so ist.

Hier wurde nicht Dein tragisches Einzelschicksal angezweifelt, sondern lediglich Deine pauschalen, aber völlig falschen Behauptungen, wie jene, man würde bei einer Höhergruppierung immer in eine niedrigere Stufe kommen, oder jene, TB seien nicht entsprechend ihrer nicht nur vorübergehend auszuübenden Tätigkeit eingruppiert.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #972 am: 11.01.2019 20:04 »
in weiten Teilen der Zone

Was soll denn dieses sein?

Das ist der Begriff für das Beitrittsgebiet, den ich wähle, wenn mir Beitrittsgebiet zu lang ist. Er entstammt dem Umstand, daß sich die sog. „DDR“ vor ihrem Beitritt zum Geltungsbereich des GG auf dem Gebiet der SBZ befand und deshalb auch „Ostzone“ oder auch kurz „Zone“ genannt wurde - zumindest in dem Teil Deutschlands, zu dem die sog. „DDR“ dann später beigetreten ist.

Lothar57

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Antw:Stufengleiche Höhergruppierung ist überfällig
« Antwort #973 am: 11.01.2019 20:19 »
Hier wurde nicht Dein tragisches Einzelschicksal angezweifelt ...
Was soll das? Ich glaube, dass die Themen, um die es hier geht, zu wichtig sind, um in persönliche Polemik gegen einzelne User zu verfallen.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Lothar57

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #974 am: 11.01.2019 20:21 »
in weiten Teilen der Zone

Was soll denn dieses sein?

Das ist der Begriff für das Beitrittsgebiet, den ich wähle, wenn mir Beitrittsgebiet zu lang ist. Er entstammt dem Umstand, daß sich die sog. „DDR“ vor ihrem Beitritt zum Geltungsbereich des GG auf dem Gebiet der SBZ befand und deshalb auch „Ostzone“ oder auch kurz „Zone“ genannt wurde - zumindest in dem Teil Deutschlands, zu dem die sog. „DDR“ dann später beigetreten ist.

Der Begriff der "Zone" wurde schon zur Zeit der Ostverträge in den 70er Jahren aus  dem poltischen Sprachgebrauch der Bundesrepublik verbannt.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.