Bildungs-Reparaturbetrieb Familie: Hilfslehrer Eltern zwecks Lehrplanerfüllung

Begonnen von WimmelbuchLeser, 13.10.2026 20:35

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BAT

Zitat von: Warnstreik in Heute um 11:40Kann man - dann hätte das ganze noch viel weniger Aufmerksamkeit bekommen. Ich finds gut, dass endlich wieder ein Teil der Jugend politisch aktiv ist. Verpassten Stoff hätte ich stumpf selbst nacharbeiten lassen.


Nein. Es geht doch nicht um die Aufmerksamkeit, es geht auch nicht um die Schüler.

Es geht um die Lehrer, die Schule und eigentlich fast die ganze Gesellschaft, die Pflichten nicht mehr ernst nimmt. Zumal der Protest insofern noch wirksamer gewesen wäre, wenn er wirklich "unerlaubt" gewesen wäre. Jedoch wurde er fast durchgehend toleriert.

Zudem wäre die Frage ob man es bei großen Schülerprotesten z. B. "pro Abschiebungen" ähnlich gesehen hätte.

Warnstreik

Zitat von: BAT in Heute um 12:00Zudem wäre die Frage ob man es bei großen Schülerprotesten z. B. "pro Abschiebungen" ähnlich gesehen hätte.

FFF waren ja schon keine Proteste mehr sondern wirklich eine Bewegung. Davon ab, dass "pro Abschiebungen" (wenn überhaupt) theoretischer Natur gewesen wären (Menschenhass entwickelt sich erst im Alter), hätten sie definitiv nicht diese Größe erreicht. Auch etwas wie GenZ-Regelt war viel zu klein um solch einen Status zu bekommen. Ansonsten klar: Zu zivilem Ungehorsam gehört eben auch die Konsequenzen zu tragen. Am Ende war es nach meinem Dafürhalten alles gut wie es war - eine Generation hat sich für ihre Zukunft eingesetzt und vielleicht hat es auch ein wenig gebracht.

Faunus

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Wenn wir über Schüler sprechen, was stellst Du Dir vor, sollten diese zur Gemeinschaft beitragen? Wie früherTM nach dem Unterricht noch 6h Schicht im Bergwerk?

Naja, vielleicht bei Zeitung/Semmel austragen oder Nachhilfe für Mitschüler mal anfangen.
Aber entweder ist das Wetter ungeeignet oder man zieht sich doch nicht seine eigene Konkurrenz heran.

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Die "Boomer" hatten vielfach schon eine tolle Zeit, da man durch Leistung in einem wiederaufzubauenden Land doch enorme Wohlstandsgewinne einfahren konnte. Nicht widersprechen - Is so! Du bist doch selbst ein Beispiel dafür ;)

Ja, klar hat es sich zw. Pershings und SS-20 sorgenfrei leben lassen. Die Partyzone von Y-Reisen war auch mega! Und erst die Wasserspiele beim WAA-Spielplatz in Wackersdorf- kannst Du Dir garnicht vorstellen. Nicht zu vergessen die supergeile RAF-Aktionen, die irgendwann sogar meinen stockkonservativen Vater mit mir in die Rasterfahndung stolpern ließen und die unfinanzierte Jugendarbeitslosigkeit. Von dem Fischen, die im Rhein mit den Bäuchen nach oben schwammen, den wachsenden Müllbergen, dem jährlichen Waldschadensbericht, den appetitlichen großindustriellen Nahrungrohstoffherstellung und man hat dem "Club of Rome" damals noch zugehört- war eine supertolle Zeit. Ich möchte davon nichts missen.

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Ich bin als GenX aus einer Generation, die Du dann schon als wohlstandsverwahrlost betrachten würdest. Ich hatte als Kind einen der ersten CD-Player! ;)

Das ist Deine und nicht meine Sichtweise.

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Aber mal ernsthaft jetzt: Es ist die Boomer-Generation, die mit der Reduktion der Nachwuchsproduktion begonnen hat. Rente und Umlage ist sicher ein Begriff - in welchem Alter wirst Du die Füße hochlegen? Wer wird Deine Rente erwirtschaften und den demographischen Wandel tragen? Welche Generation hat den aufkommenden Klimawandel nicht konsequent bekämpft? Wer hat die Infrastruktur verrotten lassen und die Verteidigung schleifen lassen? So sehr die Boomer in jungen Jahren gelitten haben, so sehr haben sie es später krachen lassen.

Ob die Steuerabgaben einer Familie aufgerechnet um das Kindergeld, das kostenfreie Gesundheitswesen für die Kids, Erziehungsgeld... noch wesentlich zu dem Bildungskosten, den Infrastrukturkosten, der Sozialabgaben (alleine Mütterrente geht jedes Jahr in die Milliarden) und den sonstigen, vielfältigen  Aufgaben des Staates beitragen können...
Warum müssen eigentlich Eltern, deren Kind im 30 Lebensjahr immer noch nicht zum Gemeinwohl beiträgt, nicht den erhöhten Pflegesatz (nach-)zahlen - kinderlose haben immerhin keine Kosten der Allgemeinheit für den Aufwuchs erzeugt ;)

Und nein, in der Boomer-Generation herrschte ein gewisses Entsetzten als "von und zu" den Wehr- und Zivildienst ersatzlos gestrichen hat.





Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Das alles sind überhaupt nicht vergleichbare Generationen, die Sorgen der Jungen kann ich an vielen (nicht allen) Stellen aber durchaus verstehen.

Geht mir auch so. Nur zum Ansprüche stellen gehört auch eine Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Ich wiederhole mich: nicht jammern - machen!
 

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:20Liegt aber eventuell daran, dass ich selbst 2 Kinder habe. Einmal GenZ und einmal sogar GenAlpha. Falls es Dich beruhigt: Die beiden waren nicht demonstrieren ;)


Sich für/gegen etwas einzusetzten ist ein Grundrecht der Demokratie. Wenn es aber nur darauf hinausläuft seine individuellen Vorteile gegenüber anderen herauszupicken und die Nachteile anderen aufzubürden... Für nichts gibt es nun mal nichts!

Aber ehrlich: das ganz hin und her bringt nicht viel. Das der jungen Generation Angst und Bange wird, wenn die Boomer das Arbeitsleben verlassen... da könnte sich die Industrie nach Arbeitskräften woanders umsehen - warum wohl?!

NelsonMuntz

@Faunus: Ich will gar nicht auf die vielen Einzelargumente eingehen, aber kurz zum kalten Krieg: In der Retrospektive doch eine erstaunlich stabile Zeit, in die UdSSR immer zuverlässig fossile Energie in den Westen geliefert hat. Ob Pershing oder SS-20, am Ende nur Säbelrasseln.

Zitat von: Faunus in Heute um 14:44Nur zum Ansprüche stellen gehört auch eine Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Ich wiederhole mich: nicht jammern - machen!

Auch hier eine kleine Verklärung in der Retrospektive, wenn ich dieses "Machen" mal auf den Wehrdienst beziehe: Voller Stolz und Freude zogen die Boomer ein fröhliches Liedchen pfeifend nach der Schule in die Kasernen? Ernsthaft? ;)

Jede Generation hat ihre spezifischen Herausforderungen. Bullerbü hat halt noch niemand erschaffen. Die Mittel und Wege, wie man solche Herausforderungen angeht, müssen dabei nicht die gleichen sein wie vor 20, 50 oder 100 Jahren. Aus der psychologischen Sicht wird sich eine ältere Kohorte immer gegenüber der Jüngeren überhöhen. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste und beobachte das an mir selbst ;) Wenn wir beiden aber erstmal verbuddelt sind und die ersten GenZ in Rente gehen, werden die genauso über eine Generation Gamma reden.

Bei vielen Sachthemen teile ich die Sorge, dass die heutige Wählerkohorte mehr Wert auf die Gestaltung einer angenehmen Restlebenszeit legt, als wichtige Weichenstellungen für eine lebenswerte Zukunft mitzutragen. Wie hast Du so schön formuliert: scheixx auf die Umwelt. 



Faunus

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 15:46... zum kalten Krieg: In der Retrospektive doch eine erstaunlich stabile Zeit, ....

Völlig richtig - in der Betrachtungs 40 Jahre später lässt es sich als "stabile Zeit" betrachten. Aber damals nicht wirklich - oder haben wir diese so gestaltet, dass diese heute stabil erscheint? !
Btw.: Außerdem habe ich den Elephanten im meinem Kinderzimmer mit Namen "2. Weltkrieg" vergessen, den meine Eltern als Kinder/Jugendliche erleben "durften".  Der hat mich - denke ich heute - am meisten geprägt - im Rückblick.

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 15:46Auch hier eine kleine Verklärung in der Retrospektive, wenn ich dieses "Machen" mal auf den Wehrdienst beziehe: Voller Stolz und Freude zogen die Boomer ein fröhliches Liedchen pfeifend nach der Schule in die Kasernen? Ernsthaft? ;)

Das erzählste mal besser einem Reservisten, der von jetzt auf gleich 2001 nach Ex-Jugoslawien zum Waffen-einsammeln beordert wurde und eigentlich nur von der BW finanziert studieren wollte ;)

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 15:46Jede Generation hat ihre spezifischen Herausforderungen. Aus der psychologischen Sicht wird sich eine ältere Kohorte immer gegenüber der Jüngeren überhöhen. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste und beobachte das an mir selbst ;) Wenn wir beiden aber erstmal verbuddelt sind und die ersten GenZ in Rente gehen, werden die genauso über eine Generation Gamma reden.

Ja, jede Generation hat ihre ganz eigenen Herausforderungen und ich sage ganz provokant: keine wurde so schlecht vorbereitet, wie die Gen Z - aber kann ja noch schlechter werden ;)

Dazu gehört für mich auch, dass Du der älteren Generation selbst-"Überhöhung" nachsagt und das Deinen Kindern weitergibst -  ich würde von sowas wie Lebenserfahrung oder Weitblick sprechen, der sich mit den Jahren einstellt.
Alles eine Frage des Blickwinkels/der Perspektive.

Und ganz ehrlich: wegen mir muss/braucht keine Wehrpflicht eingeführt werden. Gerne kann auch die BW abgeschafft werden - für mich ändert sich dadurch nichts mehr. Ob das sinnvoll für die Jüngeren ist, sei dahingestellt. Obwohl - sie haben ja die Lebenserfahrung/den Weitblick für solche Entscheidungen durch die Erziehung ihrer Eltern 8)

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 15:46Bei vielen Sachthemen teile ich die Sorge, dass die heutige Wählerkohorte mehr Wert auf die Gestaltung einer angenehmen Restlebenszeit legt, als wichtige Weichenstellungen für eine lebenswerte Zukunft mitzutragen. Wie hast Du so schön formuliert: scheixx auf die Umwelt. 

Naja, die Wählerkohorte hat vor 45 Jahren nicht mal von "Work-Life-Balance" zu träumen gewagt. Dann sollte man ihnen eine angenehme Restlebensszeit zubilligen, wenn die heutigen Berufsanfänger im BW-Gespräch gleich klar machen, dass sie max. 25 h/Wo. arbeiten wollen - aber nicht unter 30.000 für die 25 h/ Wo.haben wollen, da sie ja studiert haben und schließlich von Ihrer Arbeit auch leben können müssen.

Ich habe z.B. im WS bis zu 60h/Wo. & SS knapp 50h/Wo. gearbeitet - völlig rechtswidrig daneben und über 10-15 Jahre. Und nun?
 


NelsonMuntz

@Faunus: Du weißt, ich will ja nur spielen ;)

Aber nochmal ganz im Ernst: Vor 45 Jahren gab es keinen demographischen Wandel und die Kohorte der Wähler stand eben mehrheitlich noch im aktiven Berufsleben. Der Rentner von damals war mit einigen Jahren im Schaukelstuhl zufrieden, während heute 2 Dekaden erfüllender Lebensabend auf dem Programm stehen sollen. Da sind zu hohe Ansprüche in allen Altersschichten. Weißt Du aber eigentlich selbst.

Und natürlich überhöht man sich mit einer gewissen Lebenserfahrung ein Stück weit selbst. Man weiß es eben besser! Nur muss diese Lebenserfahrung nicht zwingend in eine aktuelle Zeit passen. Die Generation, die im dritten Reich ihr persönliches Fortkommen gemanaged hat, ist vielleicht nicht das beste Vorbild. Drastisches Beispiel, ich weiß. Man kann der jungen Generation nicht vorwerfen, dass man sie zum Teil verhätschelt hat. Im guten alten Früher gab's auch kein Bürgergeld und die Leute waren viel zu stolz für Sozialhilfe und gingen lieber betteln. Auch da könnte man jetzt ansetzen. Andere Zeiten, andere Umstände. Is so.

Zum Schluss: Auch wenn ich die Sorgen der Jugend nachvollziehen kann, sehe ich keine verlotterte, leistungsunwillige Jugend. Da gibt's Spreu und auch Weizen - Ich denke, hier können wir uns drauf einigen, dass das immer schon so war