Sicherheit Beamtenpensionen - Kollaps Renten

Begonnen von Stefan35347, 08.09.2025 14:20

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bebolus

@Faunus, was ist denn jetzt mit den Bürgergeldempfängern, die rauchen und Alkohol trinken?

Die können doch wohl weniger rauchen und weniger Alkohol trinken und stattdessen eine Zusatzversicherung zur Krankenversicherung zahlen, damit Steuergelder eingespart werden.

Faunus

Zitat von: Warnstreik in 20.12.2025 11:31
Am Ende ist es die liberalste aller Forderungen: gesetzliche Zwangsmaßnahmen sollten nur möglich sein, wenn sie für alle gelten. Freiheiten sollten indes auch für alle gelten. D.h. z.B. auch, dass es natürlich möglich sein muss, dass sich ein Beamter gesetzlich Krankenversichern kann und der Arbeitgbeber auch den Arbeitgeberanteil dafür zahlt.

Genau und alle zahlen ab eine gewissen Einkommen (Gehalt, Wertpapiere, Immobilien etc.) den Spitzensteuersatz und die Sozialversicherungsbeiträge.  ;D

Rentenonkel

Zitat von: Thomber in 18.12.2025 12:33Ja, wenn man seine Geldbörse nicht im Griff hat, muss mal kleine Töpfe erfinden und darin regelmäßig einzahlen.
Dieser Gedanke wurde schon in den 50er Jahren gedacht....Leider hat die Politik dann aber vergessen das umzusetzen.  Wer das wohl ausbaden darf?.....

Tatsächlich wurde den Beamten bereits 1948 die Alimentation um 7 Prozent reduziert und das monatliche Salär auf 13 Monate (also inklusive Weihnachtsgeld) gestreckt. Die 7 Prozent sollten die Dienstherrn zum Aufbau einer kapitalgedeckten Altersversorgung zurück stellen, die ist mit dem Weihnachtsgeld irgendwo unterwegs verloren gegangen.

Aufgrund der Schuldenbremse ist das Anzapfen der Versorgungsrücklagen daher ein probates Mittel der Kämmerer oder Finanzminister, um Schulden zu machen ohne Schulden zu machen.

Dabei wissen wir alle, dass uns das irgendwann sehr weh tun wird. Aber bis dahin wird ja noch zweimal gewählt  8)

BAT

Warum sollten Pensionen überhaupt aus Rücklagen und nicht aus laufenden Mitteln bezahlt werden?

MoinMoin

Zitat von: BAT in 28.12.2025 10:19Warum sollten Pensionen überhaupt aus Rücklagen und nicht aus laufenden Mitteln bezahlt werden?
Weil es dann die Generation betrifft, die es betreffen sollte.
Denn es ist kein Genrationenvertrag so wie die GRV

BAT

Es ist ja auch kein Gehalt und Rente, sondern eine laufende Alimentierung, insofern trägt Dein Vorbringen nicht. Beamter ist man auf Lebenszeit.

WimmelbuchLeser

Beamte in die Rentenversicherung? Ein teures Symbolprojekt mit gefährlichen Nebenwirkungen!
Die Forderung, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubinden, wird regelmäßig als Allheilmittel gegen die Rentenkrise präsentiert. Sie klingt nach Gerechtigkeit, Solidarität und Systemvereinfachung. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich diese Idee als über die Jahre hinweg teures Mischsystem mit hohen Verwaltungskosten, das an den eigentlichen Ursachen vorbeigeht – und neue Probleme schafft.

1. Das Märchen vom günstigen Mischsystem (sofern das Grundgesetz geändert werden sollte!?)
Ein Systemwechsel bedeutet nicht ,,einfach alle einzahlen lassen".
Es bedeutet:
  • parallele Zahlung von Pensionen für Bestandsbeamte
  • zusätzliche Rentenbeiträge für neue Beamte

Aufbau und Betrieb komplexer Übergangs- und Sonderregelungen
Das Ergebnis wäre über Jahrzehnte ein bürokratisches Doppel- bzw. Mischsystem, mit erheblichen Verwaltungskosten, rechtlichen Sonderfällen und steigender Komplexität. Wer glaubt, damit kurzfristig Geld zu sparen, verkennt die Realität staatlicher Umstellungen.

2. Agenda 2010: Gelobt – und nun die Quittung
Die aktuelle Rentenmisere ist kein Naturereignis. Sie ist auch eine Spätfolge politischer Entscheidungen, insbesondere der vielfach gefeierten Agenda 2010.
Ja, sie hat:
  • die Arbeitslosigkeit gesenkt
  • den Arbeitsmarkt flexibilisiert

Aber sie hat ebenso:

  • den Niedriglohnsektor massiv ausgeweitet
  • Leiharbeit und befristete Beschäftigung gefördert
  • Einkommensungleichheit verstärkt

Die Konsequenz: Millionen Beschäftigte zahlten weniger oder gar nicht ausreichend in die Rentenkasse ein. Das Rentensystem wurde so systematisch ausgehöhlt. Wenn heute das Kartenhaus wackelt, liegt das nicht an den Beamten – sondern an einem Arbeitsmarkt, der auf prekäre Beschäftigung setzt und Altersarmut billigend in Kauf nimmt.

3. Beamtentum als politisches Feindbild – längst kein linkes Alleinstellungsmerkmal mehr
Oft wird so getan, als sei die Abschaffung oder Aushöhlung des Beamtentums ein linkes Reizthema. Das greift zu kurz. Tatsächlich lassen sich entsprechende Bestrebungen quer durch das politische Spektrum beobachten – von der Mitte bis weit nach rechts.
Das Beamtentum wird dabei zunehmend als:

  • zu teuer
  • zu starr
  • zu privilegiert

dargestellt. Die Einbindung in die Rentenversicherung wäre kein isolierter Schritt, sondern ein weiterer Baustein zur sukzessiven Auflösung dieses Status – mit weitreichenden Folgen für staatliche Funktionsfähigkeit, Neutralität und Kontinuität.

4. Fazit aus Sicht eines Beamten: Warum bleiben?
Für Beamte selbst stellt sich eine nüchterne Frage: Warum dann beim Dienstherrn bleiben, wenn die Wirtschaft (aktuell Rüstungsindustrie o. Ä.) lockt?

Schon heute hat der Staat massive Probleme, qualifiziertes Personal langfristig zu binden. Wenn nun auch:

  • die Pension als zentraler Anreiz entfällt
  • die Bindung an den Dienstherrn durch Rentenansprüche wegfällt
  • wird der Wechsel in die Privatwirtschaft deutlich attraktiver. Eine gemeinsame Rentenversicherung erleichtert den schnellen ,,Jobwechsel" – auch für Beamte, die der Staat zuvor kostenintensiv ausgebildet hat.

Hinzu kommt:
Die heutige Hürde – Nachversicherung, Altersgeld, komplizierte Übergänge – wirkt faktisch als Bindungsinstrument. Fällt sie weg, drohen:

  • höhere Personalfluktuation
  • Verlust von Erfahrungswissen
  • steigende Ausbildungskosten
  • geringere Attraktivität des öffentlichen Dienstes insgesamt

Das ist nicht nur teuer – es schwächt den Staat strukturell!

Schlussgedanke
Die Einbindung der Beamten in die Rentenversicherung ist kein struktureller Lösungsansatz, sondern ein politisch gut verkäufliches Symbol. Sie kaschiert die wahren Ursachen der Rentenprobleme: einen ausgehöhlten Arbeitsmarkt, stagnierende Löhne und politische Entscheidungen vergangener Jahrzehnte.
Wer das Rentensystem stabilisieren will, muss an Einkommen, Beschäftigungsqualität und Wertschöpfung ansetzen – nicht an einer Berufsgruppe, die bereits heute den Staat trägt und deren schleichende Demontage am Ende alle teuer zu stehen kommt.[/font]

BAT

Zwei Einwürfe hierzu:

Die Agenda 2010 gehört hier bei der Diskussion zu Beamten nicht rein.

Nicht der Übergangszeitraum ist das Problem (sicherlich auch ein kompliziertes Doppelsystem), sondern der jahrzehntelange Übergang. Da wird über 40 bis 50 Jahre sicherlich nicht an der Umstrukturierung festgehalten, sondern neue Ideen halten Einzug und werden umgesetzt.