Bildungs-Reparaturbetrieb Familie: Hilfslehrer Eltern zwecks Lehrplanerfüllung

Begonnen von WimmelbuchLeser, 13.10.2026 20:35

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NelsonMuntz

@Faunus, ich fürchte, wir kommen hier zu keinem konstruktiven Diskurs mehr zurück. ;)

Den Punkt, den ich versuche, hier etwas herauszustellen, hat Fettschwanzki ganz schön (und vielleicht kognitiv eingängiger) dargestellt:

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:17Das Aufstiegsversprechen der "alten" BRD gilt (schon lange) nicht mehr (oder nur noch in Ansätzen), junge Uni-Absolventen haben nicht mehr automatisch einen Arbeitsplatz sicher und auch die Arbeitslosenquote von Akademikern steigt an.

Dieses Phänomen wurde schon zu Beginn der 2010er Jahre im sozialwissenschaftlichen Diskurs als "Krise des demokratischen Kapitalismus" beschrieben. Die Rolltreppe nach oben für alle Bevölkerungsschichten ist kaputt, bei manchen bzw. sehr wenigen führt sie immer noch nach oben, doch viele, die zwar langsamer unterwegs sind, aber trotzdem hoffen, auf der Fahrt nach oben zu sein, stellen fest, dass mitten auf der Rolltreppe sich die Richtung ändert: es geht wieder nach unten.

Diese "Rolltreppe für alle" war für diejenigen am größten, die um das Jahr 1950 in das Berufsleben eingestiegen sind und wurde neben diversen Aufs und Abs stetig schmaler und langsamer. Ja, das gilt dann eben auch bereits für Dich und das hat auch wenig mit "Werkzeugen" zu tun, die Du ja bei den Jüngeren zu vermissen scheinst. Starten durften die allermeisten übrigens dereinst mit den 40 DM - Eine enorme Chancengleichheit, die in der heutigen Welt überhaupt nicht mehr existiert.

Zum kalten Krieg und der Situation heute: Natürlich existierte damals eine Bedrohungslage und zugehörige Sorgen - ich stelle mir aber schon die Frage, ob das heute viel anders ist? Neben der Tatsache, dass rezent aktiv Krieg in Europa herrscht, erleben wir zusätzlich ein zunehmendes Desinteresse der USA an europäischen Sicherheitsfragen. Das ist nicht mal ein exklusives Trump-Thema, das bleibt darüber hinaus bestehen. Ich habe bereits an Diskursen zur Frage partizipiert, ob Deutschland sich angesichts der Situation mit eigenen Atomwaffen ausrüsten sollte. Ich habe den Eindruck(!), das geht an Dir aber emotional völlig vorbei, weil in Deiner Welt die Angst vor der UdSSR einfach größer war.

On top kommen jetzt Themen wie der demographische oder der Klima-Wandel. Beides sind Bereiche, die faktisch und unausweichlich Konsequenzen auf die wirtschaftliche Prosperität der Menschen haben werden. Kein "eventuell" oder "möglicherweise". An diesem Punkt muss man die Frage stellen, ob unsere parlamentarische Demokratie mit Legislaturperioden von 4 Jahren systemisch überhaupt in der Lage ist, solche Sachlagen zielgerichtet zu bearbeiten, oder ob die aktuelle Wählergeneration daran kein Interesse zeigt. Das eigene Hemd ist ja näher als die Hose der Jugend. Es ist also die Vorhersehbarkeit von Problemen, die bei entsprechender Nichtbeachtung zu einem Generationen-Konflikt führen kann.

ZitatEs geht immer weiter - wie, zeigt die Zukunft und die war definitiv noch nie "vorhersehbar". In keiner Generation der letzten 300.000 Jahren.
Das ist doch das spannende am Leben!

Das sollte uns aber auch nicht daran hindern, die Erfahrungen der Vergangenheit bei der Gestaltung der Zukunft miteinzubeziehen ;)

Dass man ob der Ungewissheit immer auch Sorgen haben kann, die sich in unterschiedlichen Generation auch unterschiedlich manifestieren, sollten wir dabei ruhig akzeptieren.

In diesem Sinne! :)

SchrödingersKatze

Drei Punkte will ich noch einwerfen:

1. Ja, es wird viel vererbt, aber der Großteil der Erben in D erbt ind er zweiten Lebenshälfte,  zwischen 55 und 74 Jahren. Da sind halt die "großen" Anschaffungen wie kleine Kinder und Eigenheim schon gelaufen. Nice to habe, aber 20 Jahre früher hätte man es halt gebraucht. Wir werden auch mal erben, aber halt irgendwann mal (und hoffentlich ganz spät, weil ich hänge an meinen Verwandten, das aber nur am Rande). Das als meine 2 Cents zum Erben.

2. Verteilung des Geldes: es ist eine Tatsache, dass sich seit der Finanzkrise die Zahl der Milliardäre in D vervierfacht hat. Das ist halt alles Geld, was sonstwo im Kreislauf fehlt.

3. Vertrauen in die Politiker: es wird ja immer von politischen historischen Größen wie Schmidt oder Brand geschwärmt. Mein Vertrauen in die aktuelle Politikerriege, dass diese mich nach bestem Wissen und Gewissen vertreten tendiert gegen 0. Ich glaube einfach nicht, dass sie das beste für das Volk (TM) wollen. Das sind harte Worte, aber unser Blackrockkanzler, der sich als Multimillionär zur Mittelschicht zählt oder Personen, die nach jedem Skandal (Masken, Villakauf, Leihmutterschaft) immer wieder vorne dran stehen lassen für mich keinen anderen Schluss zu. Entscheidungen wie der Tankrabatt, der größtenteils in die Taschen der Ölindustrie wandert, lassen mich immer wieder mehr als ratlos und mit einem Gefühl der Machtlosigkeit zurück.