Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, Gestern um 13:27

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Warnstreik

Zitat von: Faunus in Gestern um 16:50Da bin ich bei Dir - überfällig: ja! Überfall: nein! 8)

Offiziell bin ich bei 67 Jahren (1965) und bin bisher mit 65 - abschlagsfrei letztlich als Grundlage für den vor 3,5 Jahren unterzeichneten Sabbatical-Vertrag ausgegangen.
Wenn dann beschlossen wird, dass ich vom 65 mit 0,3% Abschlag/mtl. bis 67 nur noch gehen kann, also 7,2 % bei gesetzlicher & VBL-Rente... Bei 7,2% Abschlag lohnt sich m.M. nach eine Klage und bei weniger als 0,1%/mtl. vermutlich eher nicht.
Sobald die Konditionen besser umrissen sind, lass ich prüfen!


Bei dir und BAT haben wir es wieder (unabhängig obs so kommt oder nicht): ich ich ich, meins meins meins. Nimms mir nicht übel - aber was sollte die Allgemeinheit eure persönliche Lebensplanung interessieren? Durch das was da kommt müssen jetzt alle durch - Wobei, die Rentner selbst dann doch nicht und die Beamten wird man auch irgendwie rauslassen.

BAT

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 18:50Bei dir und BAT haben wir es wieder (unabhängig obs so kommt oder nicht): ich ich ich, meins meins meins. Nimms mir nicht übel - aber was sollte die Allgemeinheit eure persönliche Lebensplanung interessieren? Durch das was da kommt müssen jetzt alle durch - Wobei, die Rentner selbst dann doch nicht und die Beamten wird man auch irgendwie rauslassen.

Äh, wie ich geschrieben habe, verliere ich nicht durch diese Reform, sondern gewinne. Bei den Kollegen, welche abschlagsfrei gehen wollen, ebenso.

Die Frage ist, was bringt es dem System? Ziemlich unmöglich, wenn die gut abgesicherten im öD gewinnen.

Faunus

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 18:50Bei dir und BAT haben wir es wieder (unabhängig obs so kommt oder nicht): ich ich ich, meins meins meins. Nimms mir nicht übel - aber was sollte die Allgemeinheit eure persönliche Lebensplanung interessieren? Durch das was da kommt müssen jetzt alle durch - Wobei, die Rentner selbst dann doch nicht und die Beamten wird man auch irgendwie rauslassen.

Nehm ich Dir nicht übel und ich schreibe doch, dass ich "zähneknirtschend"... aber, wenn der Vertrauensschutz schlagartig bei der großen Gruppe der nun in Rente gehenden Boomer wegfallen sollte (was ich noch nicht glauben mag), dann passiert was? Schon mal daran gedacht?

Wobei 7,2% letztlich zu weniger Steuern bei mir führen würde und schulterbar wäre es theoretisch nur solange bei den immer mehr steuerfinanzierten Pensionen durch immer geringere "erarbeitete Steuer" weggesehen wird, ist es für mich ein sehr unausgewogenes Paket!
Mal sehen, was in den nächsten Tagen/Wochen noch so diskutiert wird.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 15:59Ja, das meinte ich ja. Insofern frage ich mich weiterhin, welche finanziellen Aspekte dies bringen soll? Wenn die Abschläge richtig berechnet sind!
Wenn sie richtig gerechnet sind (sind sie ab mutmaßlich nicht, da seit Jahren(zehnten) nicht an die Sterbetafeln angepasst), dann ist es eine Auszahlungsverlagerung nach hinten.
Das wiederum bedeutet für die nächsten ~20 Jahre weniger Risiko für die GRV, weil sie durch diese verfrühte Auszahlung erst in ~20 Jahren "Gewinn" machen kann. Bis dahin verursacht jeder, der es bekommt und vor 82 stirbt Ausgaben, die man sich dadurch spart.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 19:05Äh, wie ich geschrieben habe, verliere ich nicht durch diese Reform, sondern gewinne. Bei den Kollegen, welche abschlagsfrei gehen wollen, ebenso.
Also alle die unter den aktuellen Regeln abschlagsfrei Rente erhalten können, sind definitiv Verlierer, keine Ahnung wie du da auf irgendeinen Gewinn kommen kannst.
Und auch die, die mit Abschlag erst 1 Jahre später Rente erhalten sind die nächsten 20 Jahre Verlierer, auch da sehe ich ad hoc keine Möglichkeit sich das schön zu rechnen.
Klar, wenn der Abschlag neu justiert wird, ist man auch "Verlierer", aber das war eh überfällig und sollte per Automatismus alle 5 Jahre angepasst werden.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 23:12Nehm ich Dir nicht übel und ich schreibe doch, dass ich "zähneknirtschend"... aber, wenn der Vertrauensschutz schlagartig bei der großen Gruppe der nun in Rente gehenden Boomer wegfallen sollte (was ich noch nicht glauben mag), dann passiert was? Schon mal daran gedacht?
Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht erkenne, dass man in den letzten 5 Jahren damit rechnen konnte, dass in 5 Jahren noch die abschlagsfrei Rente in der aktuellen Form existiert. Das ist dann halt ein Pokerspiel.

Wie gesagt. Mein holde wartet eigentlich aktuell nur drauf, dass sie die abschlagsfrei Rente beantragen kann und hat bisher deswegen die mit Abschlag noch nicht beantragt. In dem Moment wo die neuen regeln und der Wegfall durchs Kabinett ist, wird der Antrag für die Abschlagsrente abgeschickt, weil man dann die besseren Konditionen noch mitnehmen kann.

Aber ich bin in der Tat gespannt, ob es einen "Vertrauensschutz" geben wird, sprich alle über 60 dürfen noch nach den alten Regeln oder so was.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Heute um 06:57Also alle die unter den aktuellen Regeln abschlagsfrei Rente erhalten können, sind definitiv Verlierer, keine Ahnung wie du da auf irgendeinen Gewinn kommen kannst.


Ich arbeite nicht auf ein Alter hin, sondern auf ca. 50 Rentenpunkte. Wenn ich durch die neuen Regelungen zeitlich länger arbeiten muss, werde ich meine Wochenstunden weiter nach unten anpassen und damit aufgrund des geringeren Bruttos weniger Lohnsteuern zahlen bis ich die Punkte erreicht habe.

Ob sich die gewonnene Freizeit auf meine Lebenserwartung auswirkt ist fraglich, ich denke aber einschlägig.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:01Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht erkenne, dass man in den letzten 5 Jahren damit rechnen konnte, dass in 5 Jahren noch die abschlagsfrei Rente in der aktuellen Form existiert. Das ist dann halt ein Pokerspiel.


Ich bin eher davon ausgegangen, dass die abschlagsfreien Rente im Zusammenhang mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters immer weiter nach hinten geschoben wird.

So nach dem Motto
1965 geht mit 67 + 1 Monaten in Rente => abschlagsfrei mit 65 Jahren & 1 Monaten
1966 geht mit 67 + 2 Monate ....

Kommt so oder ähnlich halt nicht, weil man di eBabyboomer auf dem Arbeitsmarkt halten will.


Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:01In dem Moment wo die neuen regeln und der Wegfall durchs Kabinett ist, wird der Antrag für die Abschlagsrente abgeschickt, weil man dann die besseren Konditionen noch mitnehmen kann.

Bin ich seit gestern auch am überlegen und sobald Genaues bekannt ist, werde ich mit spitzen Bleistift rechnen. Mein relativ hoher 5-stelligen Einmalzahlung in die DRV wird sich damit nicht mehr amortisieren!
In einem meinem Depot wäre das Geld - im Nachhinein betrachtet - wahrscheinlich weit besser aufgehoben gewesen.

Allg. bedeutet das aber auch, dass die Babyboomer, die abschlagsfrei gehen wollten nun lieber Abschläge in Kauf nehmen und noch schneller den Arbeitsmarkt verlassen!


Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:01Aber ich bin in der Tat gespannt, ob es einen "Vertrauensschutz" geben wird, sprich alle über 60 dürfen noch nach den alten Regeln oder so was.

Das geht nicht, da es ja gerade die Babyboomerjahre sind, die aufgehalten werden müssen früher abschlagsfrei in Rente zu gehen.
Aber das "abschlagsfrei" von einem Tag auf den anderen zu känzeln...

Klappstuhl, abwarten, (kühlen) Tee trinken  8)


BAT

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:01Aber ich bin in der Tat gespannt, ob es einen "Vertrauensschutz" geben wird, sprich alle über 60 dürfen noch nach den alten Regeln oder so was.

Das wurde bereits in den Berichten erwähnt. Das Verfassungsgericht hält ca. 5 Jahre für einen angemessenen Zeitraum für die "Einstellung" auf neue Regelungen.

Warnstreik

Bei Lanz wurde gestern auch gesagt, dass es Übergangsfristen geben wird.

Spannend finde ich das Konzept, dass die GRV ja eine Gesundheitsprüfung machen würde, und man dann ja noch viel früher in Renten gehen darf. Wie stellt man sich das vor? Wird das eine kostenlose BU für alle ab 50? Ab 55? Was kann das Instrument, was die EU-Rente nicht kann?

Ich hoffe noch, dass man irgendwie die Beitragszeit mit ins Konzept einrechnet. Würde "Rente mit 63" nicht so ein neo-liberaler Kampfbegriff geworden sein und man die Realitäten betrachtet, dann ist "Wer 45 Beitragsjahre hat darf mit 65 in die Rente, alle anderen mit 67" doch garnicht so blöd, oder? Ich mag die bohrende Art von Lanz gerne, aber man merkt halt schon, dass er keinerlei Idee vom Leben normaler Menschen mehr hat.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 08:15Ich bin eher davon ausgegangen, dass die abschlagsfreien Rente im Zusammenhang mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters immer weiter nach hinten geschoben wird.
Das dem so wäre ist sonnenklar gewesen, dass sich dies mit dem Eintrittsalter verschieben wird, wenn dieses sich verschiebt.

Aber es war auch höchstwahrscheinlich, dass die abschlagsfrei Rente für alle verschwinden wird, da idR ungerechtfertigt und Teuer. DArauf zu setzen, dass es sie noch in 5 Jahren gibt ist und war ein Pokerspiel.
Auf das auch wir aktuell setzen, aber trotzdem klar nicht als wahrscheinlichste Option. Ich sehe das als leicht fahrlässig an, wenn man auf diese Pferde komplett setzte.

BAT

Also im Großen und Ganzen scheint das alles sehr gut zu laufen, insbesondere von der politischen Seite diese Vorschläge 1:1 umzusetzen. Ich hoffe, damit steigt auch wieder die Zufriedenheit mit den etablierten Parteien.

Was ich halt nicht verstehe ist die Kommission, möglicherweise bin ich aber auch falsch informiert. Abgesehen davon, dass man bei der Abschlagsrente nicht spart und von den Wissenschaftler bisher keine Höhe zu den Abschlägen kolportiert wurde, steigt nun ja der Beitragssatz erheblich mit der Kapitalrente. War es nicht Aufgabe, harte Einschnitte zu machen um den Beitragssatz zu senken?

Flankiert werden muss das jetzt natürlich möglichst schnell mit den anderen Reformen (Steuer, GKV, etc.), da ja alles ineinander greift.