Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, Heute um 13:27

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BAT

Eine Frage an die Schwarmintelligenz.

Jetzt ist wohl von der Rentenkommission vorgeschlagen, die Abschlagsrente mit 63 zeitnah auf 64 hochzusetzen und dann fortlaufend auch an die Lebenserwartung anzupassen.

Da es doch im Kern um die Finanzierbarkeit des Rentensystems geht, stellt sich mir die Frage, was das bewirken soll? Denn es gibt ja Abschläge, das System "spart" doch Geld. Oder sind diese Abschläge nicht hoch genug? Dann hätte man ja die Prozente ändern können...

Majon

Ich habe gestern gelesen, dass nicht nur der frühestmögliche Rentenbeginn von 63 azuf 64 Jahre angehoben werden soll, sondern zusätzlich auch die Abschläge von zureit 0,3% pro Monat vor Ereichen der Regelaltersgrenze erhöht werden sollen.   

Außerdem soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ersatzlos gestrichen werden.

Das sind aber ja nur die Vorschläge der Rentenkommission - welche der Vorschläge und ab wann die Politik letztlich umsetzt, wird sich zeigen.

BAT

Gibt es noch den Bestandschutz mit 55 Jahren?

Ich wage mich zu erinnern, dass wenn man mit mindestens 55 Jahren und in Vertrauen auf die Regelungen zur Rente weitere vertragliche Planungen zu diesem Thema abgeschlossen hat, ein Bestandsschutz greift.

Majon

#3
Tja, erst konnte ich (Jahrgang 1968, am 01.08.2026 habe ich 40 jähriges Dienstjubiläum) nicht mehr von den ziemlich guten tariflichen Altersteilzeitregelungen profitieren, nachdem der TV FlexAZ ab 01.01.2023 nicht verlängert wurde.

Bis dahin war mein Plan mit 58 (frühestmöglicher Zeitpunkt - das wäre dann in 3 Moanten der Fall gewesen...) von 60 - 65 das Blockmodell in Anspruch zu nehmen, also 2 1/2 Jahre Vollzeit für aufgestockte 70% meines Gehalts zu arbeiten, dann mit 62 1/2 weitere 2 1/2 Jahre für die inaktive Altersteilzeit 70% meines Gehalts zu bekommen und dann zum 01.01.2034, mit 65 Jahren und 3 Monaten, abschlagsfrei in Rente zu gehen.

Nach Beendigung der Altersteilzeitregelung wollte ich dann bereits mit 63 Jahren und 3 Monaten, zum 01.01.2031, mit 13,5% Abschlägen in Rente gehen.

Und nun befürchte ich, dass ich mindestens bis 64, also bis zum 31.12.2032, arbeiten muss. Und sollten die Abschläge erheblich erhöht werden, wird es dann als Rentnerin finanziell deutlich enger, als bisher erwartet.

Auf irgendwelche "Bestandsschutz-Regelungen" hoffe ich nicht, sondern gehe davon aus, dass ich von den Verschlechterungen betroffen sein werde, da ich ja erst in 5 Jahren und 3 Monaten 63 werde.

Und wenn es sich richtig mies entwickelt, werde ich wohl bis zu Regelaltersgrenze von 67 Jahren, also bis zum 30.09.2035, arbeiten müssen, und habe dann in dem Jahr noch nicht mal Anspruch auf die Jahressonderzahlung...

BAT

Verschlechterungen waren ja absehbar, sind aber auch relativ.

So wie ich es bei Dir lesen, wirst Du dein Arbeitszeitvolumen und entsprechend die Einzahlungen in die Rente anpassen, also gleich hoch oder höher sein (aber eigentlich auch die Auszahlungen, gerade als Frau).

Ich würde aber mein Arbeitsvolumen und damit die Beiträge anpassen, wenn ich also nicht mehr mit 63 sondern mit 64 in Rente gehen kann, gehe ich dann halt auf (fiktive Werte) nur 26 statt 28 Wochenstunden runter. Damit ist der Rentenkasse nicht geholfen, im Gegenteil, es findet eine Steueroptimierung statt.

Insofern stellt sich für mich weiterhin die Frage, was es der Rentenkasse bringen soll, hier von 63 auf 64 zu gehen, eingedenk auch höherer Abschläge.

Derzeit habe ich noch 50 % Schwerbehinderung, wäre also mit 10,8 % Abschlägen mit 62 weg. Die SB ist aber befristet bis 2030.

Warnstreik

Ich hoffe tatsächlich, dass man das ganze Konzept zeitnah und ohne große Ausnahmen für alle zeitnah umsetzt. In der Gänze ist es halbwegs ausgeglichen (mir passen auch etliche Dinge nicht, aber hey...) und Selbstständige und Beamte sind zumindest auch inkludiert. Ein guter Kompromiss ists, wenn jeder meckert :-)

Majon

Tja, das nennt man wohl "Fluch der späten Geburt"! ::)

Wäre ich 4 Jahre älter, wäre ich jetzt in Altersteilzeit und würde ab 1. Juli in die inaktive Phase wechseln und hätte dann wohl auch noch Bestandsschutz, mit 65 und dann 47 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können...

MoinMoin

Zitat von: BAT in Heute um 13:27Da es doch im Kern um die Finanzierbarkeit des Rentensystems geht, stellt sich mir die Frage, was das bewirken soll? Denn es gibt ja Abschläge, das System "spart" doch Geld.
Nein, bei der Rente für langjährige Versicherte ist (also die Abschlags Rente) es ein statistisches Nullsummenspiel.
Denn der Abschlag sollte so bemessen sein, dass du mit erreichen deines statistischem Sterbealters halt genausoviel Geld in Summe erhalten hast, wie der der "normal" in Rente geht.

Sprich die Gesamtauszahlung ist gleich nur auf mehr Monate gestreckt.

Ob die 0,3% noch mit den aktuellen Sterbetafeln zutreffend ist, ist in de rTat zu überprüfen (wundere ich mich seit Jahren schon drüber)
Aktuell macht man einen "Verlust", wenn man älter als ~82 wird.

Durch die Verschiebung nach 64 hätte die GRV halt bisserl mehr Luft. Sinn ist ja, dass die Leute länger arbeiten müssen.


Für uns persönlich ist das alles ärgerlich, weil mein Holde nicht mehr abschlagsfrei in Rente gehen können wird (dafür wird sie sobald das Gesetz steht in die Abschlags-Rente gehen) und ich erst später in die mit Abschlag.
Aber ich befürworte trotzdem absolut, weil ich diese abschlagsfreie Rente für die Masse absolut unsinnig finde. Berufsständige Regelungen (wie bei den Bergarbeitern) ist ok, aber so eine Gießkanne ? Nö.