Bildungs-Reparaturbetrieb Familie: Hilfslehrer Eltern zwecks Lehrplanerfüllung

Begonnen von WimmelbuchLeser, 13.10.2026 20:35

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Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 19:28und da die griechischen Philosophen und selbst alte babylonische Keilschriften davon erzählen, dass die junge Generation faul ist und zu nix taugt, mache ich mir über die Zukunft keine Gedanken, was dieses Thema angeht.

Sag ich doch.
Und so wie Griechen und Babylonier den kulturellen Zenit überschritten haben, werden die Europäer das auch früher oder später.

NelsonMuntz

Ich mag diesen konstruktiven Optimismus. 8)

Ist mir aber auch egal, denn ich kann mir auch einen Pick-Up kaufen. Den werde ich brauchen, wenn die Gemeinde mir verbietet, meinen 24-Kubikmeter-Pool mit Leitungswasser zu befüllen. Kauf ich eben Volvic!

So ein Niedergang kommt nicht von allein, da müssen wir (älteren!) schon selbst Hand anlegen. ;)



Faunus

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 21:45Ich mag diesen konstruktiven Optimismus. 8)

Mein "konstruktiver Optimismus" ist der Doppelzüngigkeit unserer Zeit geschuldet - allen anderen Wasser predigen und selbst sich ins Delirium saufen ;D )

Hugo Stieglitz

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 15:39Heute bekommt das Kind bereits die 7 Brötchen. Wenn es die behalten will, ist das Studium eine Pflicht, mit Ausbildung und viel Fleiß wird es künftig mit 4 Brötchen auskommen müssen. (Und dank verfassungsrechtlicher Mindestversorgung gibt es ohnehin die Garantie auf 2 Brötchen).
Das Problem ist nicht die Reduzierung der Anzahl an Brötchen, sondern eine kolonial kapitalistische Perspektive der Wohlstandsmessung, die unsere Jugend wohl nicht ganz abstreifen kann. Es können nun mal nicht alle Menschen auf der Welt 7 Brötchen haben, dafür bräuchten wir 3 Erden. Hier gewinnt natürlich derjenige, der seinen Wohlstand noch zu anderen Zeiten aufgebaut hat.

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 15:39Klimakleber, die wegen einer privaten Flugreise nicht vor Gericht erscheinen, sind an Abstrusität selbstverständlich kaum zu überbieten - eigenen sich hingegen nicht, berechtigte Sorgen generalisierend zu diskreditieren.
Die Sorgen wurden ja nicht diskreditiert, sondern – wie von mir dargestellt – in handfeste Politik umgesetzt. Es wird nur immer behauptet, dass gar nichts getan würde.

NelsonMuntz

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 09:22Das Problem ist nicht die Reduzierung der Anzahl an Brötchen, sondern eine kolonial kapitalistische Perspektive der Wohlstandsmessung, die unsere Jugend wohl nicht ganz abstreifen kann. Es können nun mal nicht alle Menschen auf der Welt 7 Brötchen haben, dafür bräuchten wir 3 Erden. Hier gewinnt natürlich derjenige, der seinen Wohlstand noch zu anderen Zeiten aufgebaut hat.

Das ist in der globalen Betrachtung durchaus richtig, ändert aber wenig an der Veränderung der perönlichen Wachstumsaussichten und der sich daraus ergebenden Unzulässigkeit beim Vergleiche der Generationen. Wer in 1950 geboren wurde, hatte es durch Leistung "einfacher", zu mehr Wohlstand im Laufe seines Lebens zu gelangen, als es diejenigen haben, die 2010 geboren wurden. Das ist an dieser Stelle auch gar keine Anklage oder Schuldzuweisung. Streit kann dort entstehen, wo bestimmte, unabänderlich notwendige Veränderungen über Jahre oder gar Jahrzehnte auf die lange Bank geschoben wurden und es um die faire Verteilung der zugehörigen Lasten geht. Wenn im politischen Betrieb durch die Demographie bedingt die "Alten" die Mehrheit bilden, hat das durchaus Konfliktpotential - sieht man sehr schön am Beispiel der Rentenreform.

... der "Wohlstand des Weniger" ist ohnehin ein sehr schwierig zu verkaufendes Ziel. Wenn es unfair umgesetzt wird, dann wird das scheitern.

ZitatDie Sorgen wurden ja nicht diskreditiert, sondern – wie von mir dargestellt – in handfeste Politik umgesetzt. Es wird nur immer behauptet, dass gar nichts getan würde.

Du hast in diesem konkreten Beispiel (Klimakleber auf Bali) schon sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, das "die" Jugend ihre Anliegen offenbar nicht hinterfragt.

Ansonsten hast Du viele kluge Gedankenansätze mit hineingebracht. Spannend fand ich Deine Sicht auf die Photovaltaik, die hier nicht zuletzt auch durch den politischen Willen der "Älteren" massiv gefördert wurde. Gleichzeitig waren es aber eben diese Älteren, die den sich daraus entstehenden Wirtschaftszweig wieder abgewürgt haben. Dabei war der Rückbau der Förderungen absolut angezeigt, man ist an der Stelle aber ein Stück zu weit gegangen. In China freut man sich - und selbst ich freue mich über meine chinesischen Module auf dem Dach.

Die Entscheidungen, die in Politik und Wirtschaft aktuell getroffen werden, werden von den Älteren gesteuert. Jetzt baut Audi endlich den Q9 - in einigen Jahren vielleicht auch den Q11 oder Q13? Das gibt dann über 1000 fluffige Diesel-PS und ein Spaltmaß nach allen Regeln der deutschen Ingenieurskunst. DAS ist doch die Zukunft, oder? ;)

So, muss jetzt wieder was tun. Ohne Leistung gibt's auch für mich keine Brötchen ;)

Hugo Stieglitz

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:42Du hast in diesem konkreten Beispiel (Klimakleber auf Bali) schon sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, das "die" Jugend ihre Anliegen offenbar nicht hinterfragt.
Bei aller notwendigen Differenzierung (meine Meinung zur Mütterrente und Rente mit 63, 64 etc. habe ich ja schon zum Ausdruck gebracht) ist das der Kern meiner Kritik. Im goldenen Jahrzehnt von 2009 bis 2019 ist eine Generation herangewachsen, für die unser Wohlstand eine Selbstverständlichkeit ist. Mit dem Pöppes im Warmen ließ es sich trefflich pseudointellektuell über eine Abkehr von Wachstum, Degrowth, demokratischem Sozialismus usw. im Kreis wi****. Jetzt wo nach 7 (!) Jahren ohne Wachstum nur die Zuckerschicht auf dem Donut unseres Wohlstandes etwas dünner wird (dem Sondervermögen sei Dank) wird protestiert? Sorry da nehme ich die jungen Leute in die Pflicht, wenn sie Wachstum wollen, müssen andere Entscheidungen getroffen werden. Diese sind schmutzig, unmoralisch und hart, machen das Leben aber bezahlbar und angenehm.
Die Alternative ist, einen kleiner werdenden Kuchen anders zu verteilen, in dem man dem einen nimmt, was man dem anderen oder sich selbst, gibt. Dann verliert die junge Generation aber, weil sie von jeder älteren Generation in Grund und Boden gewählt wird. Das ist ungefähr der status quo.


Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:42Gleichzeitig waren es aber eben diese Älteren, die den sich daraus entstehenden Wirtschaftszweig wieder abgewürgt haben.
Die Verlagerung der Photovoltaikproduktion nach China war richtig, weil dort die Produktionsbedingungen einfach besser sind. Mit deutschen Energiepreisen, deutschen Löhnen und deutschen Regeln sind Panele einfach nicht so preiswert zu produzieren. Dann würde einfach weniger Watt-Leistung pro Jahr an Solarstrom installiert.

NelsonMuntz

Hugo, ich kann das ja nachvollziehen und manche Dinge sehe ich auch sehr ähnlich, trotzdem kannst Du einem Neugeborenen kaum vorwerfen, in besonders hohem Wohlstand zu leben. Die Kritik wäre an die Eltern und Großeltern zu richten - sprich: an ältere Generationen. Dass dieser Wohlstand auch nicht gleichmäßig zur Verfügung steht, ist noch mal ein anderer Punkt.

Aber selbst mit Leistung und Wachstum ändert sich ja nichts am demographischen Wandel: Die Alten haben auf die Sicherheit der Renten vetraut und stellen entsprechend Ansprüche. Da sich die Dimensionen der Kohorten der Beitragszahler und Leistungsempfänger jetzt erheblich und auch über die Boomergeneration hinaus verschieben, müssen die Aktiven für die nicht mehr Aktiven in erheblich größerem Umfang Mittel zur Verfügung stellen. Gleichzeitig mmüssen sie auch mehr für die eigene private Vorsorge aufbringen. Lies einfach mal in den Fäden zur Tarifentwicklung hier: Da ist wenig Begeisterung zu finden.

Die Rente ist hier nur ein einzelner Punkt, den man auch weiter beleuchten kann. Unter dem Strich bleibt das Gefühl(!) des Abgehängtseins. Das betrifft eben auch nicht exklusiv die junge Generation, sondern erfasst viel breitere Schichten. Deshalb wählt man in ST die AfD und in BE die Linke an die Macht. Alles Ausdruck eigener Hilflosigkeit und verlorengegangen Vertrauens.

Ach und übrigens: Dieses goldene Jahrzehnt 2009-2019 war auch deshalb so golden, weil sich faktisch niemand um die Herausforderungen der Zukunft gekümmert hat. Ich war neulich auf der A45 unterwegs. Der Sanierungsbedarf war auch vor 15 Jahren schon bekannt, man hat das Geld aber lieber bei den Bürgern gelassen. Jetzt braucht es für solche Katastrophen-Autobahnen eben ein Sondervermögen. Hat Merkel eben nicht interessiert - die entstehende Schuldenlast ist ein Geschenk für die Jungen. Ich finde es schon schwierig, hier nur lapidar zu entgegnen: Na, strengt euch halt etwas mehr an!


Faunus


Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:42Das ist in der globalen Betrachtung durchaus richtig, ändert aber wenig an der Veränderung der perönlichen Wachstumsaussichten und der sich daraus ergebenden Unzulässigkeit beim Vergleiche der Generationen. Wer in 1950 geboren wurde, hatte es durch Leistung "einfacher", zu mehr Wohlstand im Laufe seines Lebens zu gelangen, als es diejenigen haben, die 2010 geboren wurden.

Dafür erbt es sich als Jahrgang 2010 einfacher vom Leistungerbringer des Jahrgangs 1950. Bei denen sah ers Mehrheitlich mau aus mit "erben".





Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:42Das ist an dieser Stelle auch gar keine Anklage oder Schuldzuweisung. Streit kann dort entstehen, wo bestimmte, unabänderlich notwendige Veränderungen über Jahre oder gar Jahrzehnte auf die lange Bank geschoben wurden und es um die faire Verteilung der zugehörigen Lasten geht. Wenn im politischen Betrieb durch die Demographie bedingt die "Alten" die Mehrheit bilden, hat das durchaus Konfliktpotential - sieht man sehr schön am Beispiel der Rentenreform.

Wieso? da ist doch noch garnichts entschieden, oder weißt Du da mehr als der Rest der Bevölkerung?

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:42Die Entscheidungen, die in Politik und Wirtschaft aktuell getroffen werden, werden von den Älteren gesteuert.

Und wo liegt jetzt Dein Problem? Du bist doch Vater und stellts die Bedürfnisse Deiner Kinder hier prominent in den Vordergrund.
Glaubst Du das andere Väter/Mütter bzw. Großväter/Großmütter bei den Entscheidungen nicht ihre Kinder/Enkelkinder im Kopf haben - o.k. Aktionäre könnten bei AUDI den Vorrang haben 8)
Aber bei polit. Entscheidungen werden diese sehr wohl berücksichtigt und es wird jetzt z.B. bei den Pflegeleistungen eingespart, was gebrechliche Senioren in Pflegestufe 1 trifft. Die KK fangen an die Präventionskurse einzuziehen - auch das trifft eher den personenkreis so ab 50+.

Wo sind den da Deine Kinder benachteiligt? Oh ja, 10% weniger Zuzahlung beim Zahnarzt - trifft aber alle!

NelsonMuntz

Faunus, ich bin meinungstechnisch ja oft bei Dir, aber Du erfasst meine Argumentation überhaupt nicht. Es geht nicht um meine(!) Kinder, sondern um Sorgen der Jugend. Die kann man differenziert beleuchten, Du hast diese aber initial als wohlstandsverwahrloste Anspruchshaltung abgetan. Das finde ich in dieser Generalisierung falsch. Manche Projektionen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Belastung der Arbeitseinkommen für Menschen mit dem Geburtsjahr 2010 bei den SV-Beiträgen auf fast 60% steigen wird. Das ist demographiegeschuldet und simple Mittelstufenmathematik. Bekommt man auch mit Leistung nicht kleiner.

Auch das Erbschafts-Argument ist völlig Banane, weil das ja nur grob die Hälfte der Kinder überhaupt betrifft.

Zur Rentenreform (wo Du Dich ja mit BAT ebenfalls mit gewissen Sorgen über Eure Frühverrentung austauschst ;) ): Natürlich ist da nix fest, es geht um die Argumentation "linker" Rentenbesitzstandswahrung (Der "Dachdecker" zum Beispiel). Dabei ist für Beibehaltung einer stemmbaren Relation von Beitragszahlern zu Leistungsbeziehern eher eine Anhebung des Eintrittsalters angezeigt. Man stelle sich vor, der Mensch würde eines Tages 110 Jahre alt (bis 95 topfit und unternehmenslustig, am Ende eine Dekade Pflege). Wer sollte das denn bezahlen, wenn alle mit 65 die Füße hochlegen?

Und abseits solcher Entwicklungen faselt ein Elon Musk über eine Zukunft, in der überhaupt niemand mehr arbeiten muss. Zu Deiner und auch meiner Zeit (so viel jünger als Du bin ich gar nicht) gab es diese Unsicherheiten in der Form doch gar nicht. "Was Anständiges lernen und fleißig sein" hat 20 Jahre vor uns noch wirklichen Wohlstandszuwachs gebracht (lag am Krieg und der Zerstörung und so), für uns stellte es zumindest eine halbwegs gesicherte Zukunft dar, ob das heute so gilt, weiß ich nicht, dass man Sorgen haben kann, halte ich zumindest für legitim.

... Bei dem Pool-Thema hast Du mich aber echt in eine Zwickmühle gebracht. Konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil Evian ja auch ein tolles Wasser wäre. Beim Pick-Up das gleiche: F150 oder RAM 1500? Oder doch eine Etage darüber? Am Ende hast Du recht: Ich hab das doch viel schwerer als die Jugend! ;)