Heute in der ARD: Thema Beamte, ab 20:15 Uhr u. ab 21 Uhr in "Hart aber fair"

Begonnen von Hortensie, Gestern um 16:48

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

andreb

@Nelson

Darüber ließe sich sicherlich trefflich streiten, wenn um den Vollzug der Landesbauordnungen geht. Wir sprechen auch nicht über Erteilungen ,,einfacher" Baugenehmigungen (z.B. Dachausbau, Anbau etc.). Was ist mit größeren Bauvorhaben, welche ggf. kontrovers diskutiert werden und in einem öffentlichen / politischen Fokus stehen.  Da können auch sehr gerne mal Faktoren von ,,außen" hinzutreten. Da wäre ein Beamter sicherlich resilienter m.E. nach.

Bob Kelso

Zitat von: andreb in Heute um 13:17Siehe Verhältnisse wie in Frankreich + streikende Polizisten bzw. Sicherheitskräfte = Zusammenbruch der öffentlichen Sicherheit und Ordnung

Antwort an Bob zu seiner letzten Frage.
Man erinnert sich an die Polizisten am / vor dem Reichtagsgebäude, als die Coronaschwurbler auf Krawall gebürstet waren. Sinnbildlich haben die Polizeibeamten die Demokratie verteidigt!

Die Polizeibeamten waren nicht gemeint!

Ja! Wenn man der Überzeugung ist, dass Impf-Skeptiker ( Und deren Bedenken wurden aktuell wissenschaftlich belegt) als Gefährder der Demokratie erlebt, .... !

Desperado

Stichwort Demokratie schützen: das hat der Schmelzer gestern ja gut verdeutlicht. Als Lehrer (nicht nur im Politik-Unterricht) sorgt man dafür, dass die FDGO geschützt wird. Bzw. weist auf deren Wichtigkeit hin. Das kann durchaus dafür sorgen, dass man in bestimmten Bereichen mit gewissen Parteien nicht konform ist. Oder: man darf auch als Lehrer Stellung beziehen, natürlich andere Meinungen von Schüler(innen) nicht negativ bewerten oder diese beeinflussen. Aber auch hier könnte man mit gewissen Parteien in potentieller Regierungsverantwortung  aneinander geraten, die einen gerne rauswerfen würden, was bei Lebenszeitbeamten aber nicht geht.

cookiedent

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 14:12Die Polizeibeamten waren nicht gemeint!

Doch, waren sie, denn Du hast pauschalisiert.
Gerade Polizisten und Feuerwehrleute würden sogar noch vom Angestelltentum profitieren, da sie dann endlich mal vernünftige Zuschläge bekommen würden.

Meine Meinung: Wenn man schon das Beamtentum abschaffen will, dann bitte komplett, alles andere wäre Rosinenpickerei.

Hortensie

Beide Sendungen, also die von Wellmer und "Hart aber Fair", waren zu oberflächlich.
Wurde denn überhaupt mal erwähnt, dass ein Beamter von seiner 71%-Pension rd. 30 % Steuer zahlt und dann bei unter 50 % endet, noch bevor er die im Alter hohe private Krankenversicherung bezahlt?
Wurde überhaupt erwähnt, dass weit mehr als 75% der Beamtenstellen ein Studium voraussetzen und man daher, wenn man den dummen Vergleich mit Angestellten machen will, auch nur studierte Angestellte mit (studierten) Beamten vergleichen darf? In HaF und im "Gästebuch" werden nämlich oft ganz "krumme" Vergleiche gemacht, die immer mit dem Ergebnis enden, dass ein Rentner viel zu wenig Rente bekommt. Wenn dieser Rentner aber einen Beruf gehabt hätte, der ein Studium voraussetzt, sähe das anders aus.
War es Brüderle, der sagte, dass der Staat sich keine studierten Architekten oder Ingenieure leisten kann? Denn diese wollen nicht mit einem niedrigen Beamtengehalt beginnen, wenn sie wissen, dass sie in der Wirtschaft viel mehr bekommen.

Mein Gesamteindruck war, dass Klammroth wie auch Wellmer die negative Grundhaltung der dt. Bevölkerung gegenüber Beamten voll übernommen haben und aber beide sich mit den beiden Systemen nicht mal auszukennen scheinen.
Ich habe gerade meine bisher eher positive Meinung zu den beiden ändern müssen.

Gut gefallen hat mir Herr Geyer, der die Gründe aufzeigte, weshalb die Einzahlung von Beamten ins Rentensystem zu einem teuren Minusgeschäft für den Staat würde. Aber wenn ich im Gästebuch von HaF lesen, haben einige der Zuschauer auch das nicht mal verstanden! Armes Deutschland ...



Bob Kelso

Zitat von: Desperado in Heute um 14:14Stichwort Demokratie schützen: das hat der Schmelzer gestern ja gut verdeutlicht. Als Lehrer (nicht nur im Politik-Unterricht) sorgt man dafür, dass die FDGO geschützt wird. Bzw. weist auf deren Wichtigkeit hin. Das kann durchaus dafür sorgen, dass man in bestimmten Bereichen mit gewissen Parteien nicht konform ist. Oder: man darf auch als Lehrer Stellung beziehen, natürlich andere Meinungen von Schüler(innen) nicht negativ bewerten oder diese beeinflussen. Aber auch hier könnte man mit gewissen Parteien in potentieller Regierungsverantwortung  aneinander geraten, die einen gerne rauswerfen würden, was bei Lebenszeitbeamten aber nicht geht.

Welche gewisse Parteien lehnen die FDGO ab?

Hortensie

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 18:28Welche gewisse Parteien lehnen die FDGO ab?
Ohne dass ich dazu weitere Begründungen liefern werde, bin ich der Meinung, dass die AfD die FDGO ablehnt und ich sage dazu auch, dass ich absoluter Gegner dieser Partei bin.

Ozymandias

In der Schweiz gibt es offiziell gar keine Beamte mehr.
Das Argument der streikenden Lehrer und Kita-Mitarbeiter und weiteren nicht-hoheitlichen Tätigkeiten ist einfach eine Märchengeschichte von politisch verblendeten Ideologien, in der Realität klappt es offensichtlich auch ohne Beamte.



Hortensie

Zitat von: Ozymandias in Heute um 20:12In der Schweiz gibt es offiziell gar keine Beamte mehr.
Das Argument der streikenden Lehrer und Kita-Mitarbeiter und weiteren nicht-hoheitlichen Tätigkeiten ist einfach eine Märchengeschichte von politisch verblendeten Ideologien, in der Realität klappt es offensichtlich auch ohne Beamte.
Die Schweiz macht vieles anders. Sie ist in der Weltpolitik nicht so präsent wie Deutschland und ist mir zu konservativ. Ich halte nichts von Vergleichen mit Nachbarländern, bei denen vieles anders ist wie bei uns. Auch diesen Volksentscheid der Schweiz lehne ich ab.
Wir haben in Deutschland das Beamtensystem mit dem der Staat doch gutes Geld bisher sparte. Die Beamten bekommen ein um die Arbeitnehmeranteile niedrigeres Gehalt, der Staat als Arbeitgeber muss keine Arbeitgeber-Anteile zahlen und dafür fällt die Pension der Beamten etwas höher aus. Das ist der Deal, den Adenauer damals (1951?) für sinnvoll gehalten hat.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch Kritikpunkte am Beamtensystem habe: Für mich als schwer kranker Mensch ist es eine Zumutung, dass man bei 2 Kostenträgern die Kosten für medizinische Behandlungen einreichen muss. Bei mehreren Krankheiten hat man enorm viele Kosten, was zu einer immensen Bürokratie führt und was sich, wenn man denn wollte, auch viel einfacher gestalten ließe.

Ich bin aber nicht für die Abschaffung des Beamtensystems. Wie gestern in HaF angesprochen wurde, stärkt dieses System die Demokratie. Das ist mir wichtig, weil ich ein zweites 1933 nicht erleben will.
Es gibt Gründe für und Gründe gegen eine Verbeamtung der Lehrer. Ich neige dazu, an dieser Verbeamtung festzuhalten.

Ich würde eher die hohen Gehaltszuschläge für Kinder senken. Ich weiß, dass das zu einem "Aufschrei" bei den Beamten mit Kindern führen wird. Aber wenn man Privilegien der Beamten abschaffen will, sollte man mE damit beginnen. Man kann ja das Kindergeld für alle Bürger mit Kindern etwas anheben.





NelsonMuntz

Zitat von: Hortensie in Heute um 20:33Wir haben in Deutschland das Beamtensystem mit dem der Staat doch gutes Geld bisher sparte. Die Beamten bekommen ein um die Arbeitnehmeranteile niedrigeres Gehalt, der Staat als Arbeitgeber muss keine Arbeitgeber-Anteile zahlen und dafür fällt die Pension der Beamten etwas höher aus.

Ernsthaft?

Diese "Günstigerprüfung" macht den aktiven Beamten natürlich zum Schnäppchen, die Pensionszeit kommt den Staat aber teuer, weil hierfür weiter Steuergelder verwendet werden müssen, dafür aber kein Gegenleistung mehr erfolgt (hier wird dann ein frischer Beamter benötigt). Der TB ist zwar teurer, wird beim Renteneintritt aber über die GRV und die VBL (o.Ä.) finanziert. Der Steuertopf wird ab dem Zeitpunkt nicht mehr durch den TB belastet. Kurz: Was der Beamte im Dienst günstiger ist, kostet er am Ende während seiner Pension. Das ist kumuliert Jacke wie Hose!

Es gibt ja gute Gründe, in speziellen Aufgabengebieten einen ganz besonderen Schutz aufzuspannen, in vielen Bereichen ist das schlicht nicht notwendig. Wo sind die Bewegungen, die ein Ende der DHL fordern und zurück zur Bundespost wollen? Briefzustellung IST doch eine hoheitliche Aufgabe! Warum dürfen wir wie die anarchischen Idioten einfach einen Telefonanschluss bei einem privaten Anbieter nutzen, wo wir doch um die nur durch Beamte realisierbare Garantie der kommunikativen Daseinvorsorge wissen? Busse, Züge und der Flugverkehr - alles auf Messers Schneide platziert, weil keine Beamten mehr am Ruder das System vor dem fatalen Zusammenbruch beschützen!

Und mal ganz ehrlich: Kann man ein in Teilstaatsbesitz befindliches, und für Wohl und Wehe unseres Wohlstandes in so hohem Maße mitverantwortliches Unternehmen wie VW wirklich den FDGO-zersetzenden Kräften des Marktes überlassen? Auch am Band von VW sollten also nur Beamte ihren treuen Dienst verrichten!

Ernsthaft: Viele Länder schaffen es tatsächlich mit weniger Beamten - und das eben objektiv sogar besser und effizienter.

... niemand möchte Dich jetzt entlassen, aber mal drüber nachdenken, wie man das Staatswesen verbessern kann, darf man wohl schon. Adenauer ist übrigens (wie auch Bismarck) schon lange tot - die Zeiten verändern sich!

cookiedent

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 21:21Ernsthaft?

Diese "Günstigerprüfung" macht den aktiven Beamten natürlich zum Schnäppchen, die Pensionszeit kommt den Staat aber teuer, weil hierfür weiter Steuergelder verwendet werden müssen, dafür aber kein Gegenleistung mehr erfolgt (hier wird dann ein frischer Beamter benötigt). Der TB ist zwar teurer, wird beim Renteneintritt aber über die GRV und die VBL (o.Ä.) finanziert. Der Steuertopf wird ab dem Zeitpunkt nicht mehr durch den TB belastet. Kurz: Was der Beamte im Dienst günstiger ist, kostet er am Ende während seiner Pension. Das ist kumuliert Jacke wie Hose!

Klingt auf den ersten Blick logisch.
Allerdings muss der Arbeitgeber in der Erwerbsphase die kompletten (Arbeitgeber+Arbeitnehmer) Renten- und VBL Beiträge mit Steuergeld finanzieren, somit sind sämtliche Ansprüche des TB komplett durch den Steuerzahler entstanden.
Die 4000€, die jeder Rentner jährlich aus dem Steuertopf als Zuschuss erhält, hast Du sicherlich in Deine Rechnung einbezogen? Ein TB belastet damit auch in Rente noch, teilweise, die Staatskasse.
Und die 4%, die ich vom monatlichen Gehalt, als Beamter, als "Arbeitnehmeranteil" in den Pensionsfonds einzahlen muss, der natürlich vom Dienstherrn schon teilweise geplündert worden ist, hast Du selbstverständlich mitgerechnet?

Jacke wie Hose ist da gar nichts, etwas komplizierter ist es schon.

NelsonMuntz

Zitat von: cookiedent in Heute um 22:21Jacke wie Hose ist da gar nichts, etwas komplizierter ist es schon.

Das ist richtig - Deshalb bin ich auch nicht auf den davor von Hortensie formulierten Einwurf eingegangen, dass die 71,5% Pension (anders als die Rente???) ja noch versteuert werden müssen. ;)

Ich will nicht das ganz große Rad drehen, aber für die "normalen" Menschen in diesem Land brechen durch den demographischen Wandel sehr bittere Zeiten an was die Sozialversicherungen angeht. Die Idee, Menschen, die besonders wichtige Aufgaben erfüllen, von dieser Dramatik auszunehmen, ist per se ja nicht verkehrt. Dennoch muss man sich die Frage stellen, was diese besonders wichtigen Aufgaben am Ende sind. Ich erinnere an dieser Stelle erneut an die Bundespost.

... und natürlich: Aus Steuerzahlersicht ist es egal, ob wir Beamte oder TB beschäftigen: Das kostet alles viel zu viel zu viel zu viel zu viel zu viel ... ;)