Welche zusätzlichen Versicherungen sind im öffentlichen Dienst sinnvoll?

Begonnen von stefankramp, 02.06.2026 11:07

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stefankramp

Hallo zusammen,

ich arbeite seit einiger Zeit im öffentlichen Dienst und beschäftige mich gerade mit dem Thema Versicherungen. Einerseits hat man im öffentlichen Dienst ja oft eine gewisse Sicherheit, andererseits heißt das natürlich nicht, dass automatisch alles abgedeckt ist.  :(

Mich würde interessieren, welche zusätzlichen Versicherungen ihr persönlich für sinnvoll haltet.

Zum Beispiel:

Berufsunfähigkeitsversicherung
Diensthaftpflicht
Rechtsschutzversicherung
private Zusatzversicherung
Unfallversicherung
Absicherung für Familie/Kinder

Ich habe mich online schon ein bisschen eingelesen und auch auf Seiten wie [Werbung entfernt] allgemeine Informationen gefunden, aber mich interessieren vor allem echte Erfahrungen aus der Praxis.

Was habt ihr abgeschlossen?
Was würdet ihr rückblickend wieder so machen?
Und welche Versicherung haltet ihr eher für überflüssig?

Danke schon mal für eure Einschätzungen. :)

[Admin-Edit]
Werbung entfernt.

Rowhin

Bist du verbeamtet oder tariflich angestellt? Bei Bund, Land oder Kommunen? Gewerkschaftsmitglied?

Könnte die Antworten verändern ;)

MoinMoin

Ich glaube 90% der Versicherungen sind für die meisten überflüssig.
Was soll z.B. eine Unfallversicherung bringen? Wann greift sie und zahlt sie, was nicht schon andere zahlen ....


ich persönlich habe nur Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude. Auf BUV (die oft als unverzichtbar angepriesen wird) habe ich verzichtet. Nachdem ich gesehen habe, wann sie erst zahlen würden, für mich als Informatiker, da ist eine Querschnittslämmung nicht ausreichend. Gefühlt zahlen die nur, wenn ich es mental nicht mehr mitbekomme, dass da jemand für mich zahlt.

kittyka

[quote author=MoinMoin

Querschnittslämmung nicht ausreichend. Gefühlt zahlen die nur, wenn ich es mental nicht mehr mitbekomme, dass da jemand für mich zahlt.

Also bei Demenz oder anderweitigen Hirnschäden?

MoinMoin

Zitat von: kittyka in 02.06.2026 11:46Also bei Demenz oder anderweitigen Hirnschäden?
Jipp.
Wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Also Rollstuhlfahrer bin ich aber noch (voll) berufstauglich.

Faunus

Als TB halte ich eine Arbeitsrechtschutz für unerlässlich.
Beamter? Naja, wenn ich mir den Alimentationsthread ansehe....
Ansonsten eigentlich nur Haftpflicht, Hinterbliebenenabsicherung solange Kinder da sind und "Eigentumsversicherung" (Haus/Hausrat)
 

PiratJack1991

Meine Gedanken zu dem Thema:

Hausratversicherung inkl. Glasbruch
Haftpflicht inkl. Dienstlicher Schlüssel
Rechtsschutz inkl. Mietsachen
Zahnzusatzversicherung

Und was ich da auch sehe, aber indirekt eine Versicherung ist: Einen abgeschlossenen Bestattungsvertrag und irgend eine Art von Vertrag, der die Kosten absetzen kann.

Liebe Grüße
PiratJack1991

Warnstreik

Ich gehe mal von einem Angestellten aus und gebe hier meine Meinung wieder:

Zum ersten würde ich nur das versichern, was mich in irgendeiner Form ruinieren oder wirklich nachhaltig finanziell schädigen würde. Das wären die folgenden Dinge:

1. Haftpflicht! Ist leider keine Pflich - aber so ein Schadensfall kann dich leicht ruinieren. (vllt inkls. Dienstbaustein)
2. Berufsunfähgikeit! Gerade wenn man noch jung und gesund ist, sichert das ungemein ab. Wenn man da auf bestimmte Parameter (wie z.B. den Verzicht auf abstrakte Verweisbarkeit) achtet, dann sichert er auch den Sesselpuper gut ab. Der Leistungsfall kann nämlich auch ein Rückenleiden sein oder ein Burn-Out - damit ist man nicht unbedingt Matsch im Kopf wie MoinMoin schreibt, kann aber seinen Job nicht mehr ausführen. Auch bei einer längerfristigen Krebstherapie wird gezahlt. Aus meiner Sicht wichtig: Keine Kombiprodukte (Rente, Lebensversicherung) abschließen!
3. (leider) benötigt man bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch gerne eine Rechtschutzversicherung. Wenn man die Selbstbeteiligung ordentlich hochschraubt sind die recht günstig. Wenn man in der Gewerkschaft und/oder im Mieterverein ist, kann man Arbeit/Miete als Baustein rausnehmen.
4. KFZ-Haftpflicht und Gebäudeversicherung, je nachem ob man Auto und Immobilie hat.

Alles andere ist wirklich nice to have und macht oft auch Sinn (z.B. Hausrat), ist aber nicht zwingend notwendig. Bei den ganzen Fluff-Versicherungen der Deutschen sollte man mit spitzen Stift nachrechnen, meistens ist das ein deutliches Minusgeschäft: Zahnzusatz-, Brillen-, Unfall-, kapitalbildende Lebens-, Kinderausbildungs-, Handy- und sonstwas für Versicherungen. Im Einzelfall sinnvoll, oft aber nicht.

Fettschwanzmaki

1. Privathaftpflicht
2. Hausrat (Pflicht aus meiner Sicht, kostet nicht die Welt)
3. Vermieterrechtschutz (sonst aus meiner Sicht verzichtbar, seit 55 Jahren kein Rechtsstreit, kann natürlich auch anders laufen)
4. Risiko-LV (bei nicht bezahlter Immobilie/familiären Verpflichtungen)
5. BU, wenn überhaupt nur in jungen Jahren (wichtig, wie von Warnstreik ausgeführt: abstrakte Verweisung beachten!)
6. Zahnzusatz: je nach Gebiss-Status vernachlässigbar (theoretische Beiträge über Jahrzehnte sollten selbst Zuzahlungen zu Implantaten abdecken können, packe die Kohle in ein ETF...)

Kfz-Haftpflicht ist eine Pflichtversicherung, die Wohngebäudeversicherung ist keine Pflicht, bei Finanzierung jedoch obligatorisch für die Bank (hier je nach Region genau auf die versicherten Schadensereignisse achten).

Generell gilt: Versicherungen leben von Prämien, die sie nach Möglichkeit nicht auszahlen (jahrelange Prozesse, gerade in med. Hinsicht -> BU).

Ergänzung:

Restschuldversicherungen, Smartphone, TV, generelle Garantieverlängerungen usw. usf. - alles Quatsch (nur meine Sicht der Dinge!).

Was ich mir nicht leisten kann, kann ich mir nicht leisten (also Konsumkredite für Hochzeit, Urlaub und alle anderen Dinge, die keinen materiellen Gegenwert haben). Auto wäre die einzige Ausnahme, aber auch hier gibt es Alternativen, Wohnungseinrichtung muss nicht das Neueste und Beste sein, kann man mit der Zeit austauschen oder ersetzen.

Warnstreik

Zitat von: Fettschwanzmaki in 02.06.2026 16:595. BU, wenn überhaupt nur in jungen Jahren (wichtig, wie von Warnstreik ausgeführt: abstrakte Verweisung beachten!)

Wenn überhaupt? Die Berufsunfähigkeit ist wohl einer der existentiellen Schadesfälle überhaupt. Ich glaub du meintest man sollte die früh abschließen - am besten schon im Studium/Ausbildung oder direkt zu berufsanfang, sonst wirds eventuell teurer. Aber da sollte man sie abschließen - unbedingt.

Rentenonkel

Aus Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung wird bei der Altersvorsorge folgender Rat gegeben:

1. Sichern Sie sich vor allem gegen existenziell bedrohliche Risiken ab – und zwar mit einer privaten Haftpflichtversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
2. Wenn Sie Angehörige haben, die finanziell von Ihnen abhängig sind, sollten Sie eine Risikolebensversicherung abschließen, die auch die noch offenen Belastungen bei Schulden abdeckt.
3. Können Sie den Totalverlust Ihrer Möbel und Einrichtungsgegenstände nach einem Wasser- oder Feuerschaden bzw. einem Einbruch nicht leisten, ist eine Hausratversicherung sinnvoll.
4. Als Immobilienbesitzerin oder -besitzer raten wir Ihnen, schwere Schäden am eigenen Haus mit einer Gebäudeversicherung abzusichern.
5. Damit Krankheitsfälle im Ausland (wenn Sie dort unterwegs sind) nicht zu einem unüberschaubaren finanziellen Risiko werden, sollten Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung haben.

Auf viele Versicherungen kann man guten Gewissens verzichten – auch wenn das bei den Vermittlern der Versicherungsbranche oft ganz anders klingt. Wer sich gegen jede mögliche Unannehmlichkeit absichert, verliert dabei ausgerechnet jene finanziellen Spielräume, die er mithilfe der vielen Versicherungen eigentlich erhalten wollte. Sparpotenzial gibt es oft auch durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts oder eine Umstellung auf jährliche Zahlweise.

Petar T.

Wie hier schon erläutert wurde, gibt es einige Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Privathaftpflicht, ggf. Rechtsschutz), die man abschließen sollte, unabhängig davon, ob bzw. wo genau man arbeitet.

Soweit dein Anliegen die Tätigkeit im öffentlichen Dienst und die Frage betrifft, welche Versicherungen man im Zusammenhang mit der Berufsausübung abschließen sollte, würde ich mich zuerst beim Arbeitgeber erkundigen, welche Vorkehrungen dieser bereits getroffen hat.

Sollte beispielsweise eine Vermögenseigenschadenversicherung existieren, die selbst grobe Fahrlässigkeit ohne Rückgriff auf den Mitarbeiter abdeckt, dann steht nur noch der Vorsatz im Raum. Dann wäre die Frage, ob eine Diensthaftpflichtversicherung überhaupt notwendig ist bzw. ob der Leistungsumfang und somit auch die (ohnehin meist geringen) Kosten gesenkt werden können.

Ähnlich ist es bei der Schlüsselversicherung. Möglicherweise ist diese in der Gebäudeversicherung enthalten, sodass geschaut werden sollte, welches Restrisiko ggf. privat abgesichert werden muss, sollte man das wünschen.


Maggus

Vor Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung macht es Sinn zu checken, welchen Versicherungsschutz die eigene Kreditkarte wie MasterCard, Visa usw. (wenn vorhanden) bietet.
Die meisten Kreditkarten beinhalten bereits eine Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung. Meist auch für (Ehe-)Partner und minderjährige Kinder und m.W. (meist) unabhängig davon, ob die Reise über die Karte bezahlt wurde. Bei der Auslandskrankenversicherung ist der Aufenthalt auf 60 Kalendertage begrenzt, bei längeren Reisen wäre dann eine Erweiterung notwendig.

Gebäudeversicherung finde ich absolut sinnvoll.
Die Unwetterschäden nehmen weiter zu. Zudem sind neben den Elementarschäden oftmals auch Leitungswasserschäden abgedeckt.

Eine Rechtsschutzversicherung (inkl. Berufsrechtschutz) würde ich immer empfehlen. Das (Arbeits-)Leben ist lang, da kann viel auf einen zukommen, auch ohne es selbst zu verursachen.

Die Haftung im ÖD ist auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf.

Fettschwanzmaki

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:02Wenn überhaupt? Die Berufsunfähigkeit ist wohl einer der existentiellen Schadesfälle überhaupt. Ich glaub du meintest man sollte die früh abschließen - am besten schon im Studium/Ausbildung oder direkt zu berufsanfang, sonst wirds eventuell teurer. Aber da sollte man sie abschließen - unbedingt.

Ja, wenn überhaupt! Grundsätzlich stimme ich theoretisch vorbehaltlos zu, praktisch bin ich mehr als skeptisch.

Je nach Quelle (und Interessenlage) werden BU-Versicherungsleistungen durch die Versicherer versagt (ungefähr 20 - 50 %) - aus Sicht der Versicherer ist das ein "Großschadenereignis", weil es über die Jahre der Leistungspflicht sehr teuer werden kann.

Unter 50 % beeinträchtigt = kein Versicherungsfall, bei Abschluss des Vertrages eine Erkältung vergessen zu erwähnen = kein Leistungsfall (ich überspitze), "Gutachter", die alles andere als "neutral" sind, lange Gerichtsprozesse - da kann man schon vorversterben...

Wenn überhaupt, dann sollte man die BU möglichst früh abschließen (weil dann i. d. R. die eigenen Erkrankungen noch übersichtlich und erinnerbar sind, Übersicht des Hausarztes ist keine Garantie), um die Prämie möglichst gering halten zu können. Des Weiteren kann man durchaus mal im Netz schauen, wie denn so "die generelle Zahlungsbereitschaft" der einzelnen Gesellschaften ausschaut.

Und zu guter Letzt: auch diese Versicherung muss man sich leisten können - nicht alle arbeiten tarifgebunden im öD.

Und zu guter Allerletzt: auch das ist natürlich eine Entscheidung der eigenen Prioritätensetzung - weniger Schrott konsumieren, mehr BU versichern...

MoinMoin

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 17:54Ja, wenn überhaupt! Grundsätzlich stimme ich theoretisch vorbehaltlos zu, praktisch bin ich mehr als skeptisch.

Je nach Quelle (und Interessenlage) werden BU-Versicherungsleistungen durch die Versicherer versagt (ungefähr 20 - 50 %) - aus Sicht der Versicherer ist das ein "Großschadenereignis", weil es über die Jahre der Leistungspflicht sehr teuer werden kann.

Unter 50 % beeinträchtigt = kein Versicherungsfall, bei Abschluss des Vertrages eine Erkältung vergessen zu erwähnen = kein Leistungsfall (ich überspitze), "Gutachter", die alles andere als "neutral" sind, lange Gerichtsprozesse - da kann man schon vorversterben...

Wenn überhaupt, dann sollte man die BU möglichst früh abschließen (weil dann i. d. R. die eigenen Erkrankungen noch übersichtlich und erinnerbar sind, Übersicht des Hausarztes ist keine Garantie), um die Prämie möglichst gering halten zu können. Des Weiteren kann man durchaus mal im Netz schauen, wie denn so "die generelle Zahlungsbereitschaft" der einzelnen Gesellschaften ausschaut.

Und zu guter Letzt: auch diese Versicherung muss man sich leisten können - nicht alle arbeiten tarifgebunden im öD.

Und zu guter Allerletzt: auch das ist natürlich eine Entscheidung der eigenen Prioritätensetzung - weniger Schrott konsumieren, mehr BU versichern...
Ja, das trifft es ganz gut.
Nachdem ich mir diverse BU Angebote eingeholte hatte (mit Ende zwanzig, als ich mit Studium etc. fertig war und eingestiegen bin ins Berufsleben /  0,0 Krankheiten oder Arztbesuche auf dem Konto), habe ich konkrete Fragen an die Versicherungsmenschen gestellt, ob in diesem oder jenem Fall ich denn BU bekommen würde... es blieb ein überschaubares Restrisiko, wo sie bezahlt hätten - bei meinem Berufsbild.
Also lieber das Geld (~1000€ im Jahr glaub ich) woanders reingesteckt und Glück gehabt.

Ich glaube heutzutage sind die Konditionen besser, da durch die vergleiche im Internet der Druck höher ist.....