Autor Thema: Unterforum zum Transformationsprozess zur IGA und Fernstraßenbundesamt  (Read 17210 times)

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1,355
  • Karma: +87/-74
Die vertikale Durchlässigkeit ohne Berücksichtigung des Bildungsabschlusses, die uns jetzt als großer Wurf verkauft werden soll, gab es ja streng genommen auch schon im TV-L als "sonstiger Beschäftigter" aber sie wurde nicht angewandt- warum sollte sich das im TV-AGB jetzt ändern?
Da widerspreche ich: Ich empfinde den "sonstiger Beschäftigter" nicht Mechanismus für die als vertikale Durchlässigkeit. Da für den sB doch einiges an persönlichen Voraussetzungen (zwar nicht Bildungsabschluss, aber eben doch einiges in der Befähigungen in der Person) gegeben sein muss, damit er greift.
z.B. ist in der EGO IT VKA eine Durchlässigkeit rein auf der Basis der Tätigkeit gegeben.

Florian-Geyer

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Ist zwar vom 05.04., aber ich habe es gerade erst "entdeckt":

Zitat
Pieper wies insbesondere darauf hin, dass für viele der autobahntypischen Tätigkeiten die Eingruppierung um eine Entgeltgruppe höher als bei den Ländern festgelegt worden sei. Darüber hinaus werde sich generell die Eingruppierung bei der Autobahn GmbH nur noch nach den inhaltlichen Anforderungen der Tätigkeit richten, ohne dass es auf formale Ausbildungs- oder Studienabschlüsse ankomme. Pieper: „Bei der Autobahngesellschaft wird ein modernes, leistungsgerechtes Tarifrecht gelten.“

Wie Pieper weiter mitteilte, sollen die Verhandlungen mit den im Manteltarifvertrag zu regelnden Arbeitsbedingungen fortgesetzt und insgesamt im Sommer dieses Jahres abgeschlossen werden.

https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d5c67408-579f-11e9-ab4b-525400940f89

Also für eine Gruppe höher den "öffentlichen Dienst"-Bonus schleifen lassen? hmmmm.. ich weiß ja nicht  ::)

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
Das ist es eben, die wissen ganz genau, dass da bei den meisten nicht viel bei rumkommt. Bei manchen sogar gar nichts ! Wie im Falle EG 12/5 nach EG 13/5. Durch die Kürzung der Jahressonderzahlung von 80 auf 60% ab EG 13 ist genau der Höhergruppierungsgewinn weg!

Wer soll damit zufrieden sein ? Ich denke ähnliche Konstellationen wird es mehrfach geben.

M.M.n. hätten die wirklich eine neue Entgelttabelle erstellen müssen mit komplett neuen Beträgen und jeder verbleibt in seiner jetzigen Gruppe (zunächst mal). vertikal öffnen hätte man unabhängig davon. Aber da hat sich bestimmt wieder einer ausgerechnet, was das mehr kosten würde als die Billigheimernummer.

Pan Tau

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 89
  • Karma: +20/-2
"Pieper wies insbesondere darauf hin, dass für viele der autobahntypischen Tätigkeiten die Eingruppierung um eine Entgeltgruppe höher als bei den Ländern festgelegt worden sei."


Na- da haben wir es ja- was ist denn "autobahntypisch"?

Damit sind meines Erachtens nur die Mitarbeiter der Meistereien gemeint. Ob ich nun Autobahnen plane, ausschreibe oder projektleite, macht abgesehen von den anzuwendenen Richtlinien vom Grunde her keinen Unterschied dazu, als ob ich Bundesstraßen, Landsraßen, oder Stadtstraßen plane, ausschreibe oder projektleite. Alle Innendienstler werden am Ende die selbe EG erhalten, die sie bereits jetzt inne haben- mit einen Minimal-Plus des TVÖD zum TV-L- abgesehen vielleicht von den Führungskräften ab EG14, von denen man sich erhofft, dass sie ihren Beamtenstatus aufgeben, wenn sie als Angestellter eine Stufe mehr erhalten! Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob diese Rechnung sich für die GmbH ausgeht!

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
Das Thema hatte ich gerade mit einem A12 er Kollegen (Beamter), der glaubte mal eben in ein Angestelltenverhältnis wechseln zu können für ein paar Tausender mehr brutto im Jahr.

was hat der geheult, als ich ihm gezeigt habe, was er für Bruttoeinkommen haben muß, damit netto über 4.000,- € mtl. rauskommen   ;D

Und das ist nur ein A12 er !! Die A 13 ist im Gegensatz zur E13 nochmals deutlich besser.
Aber gut, dies hier ist ja keine Beamtendiskussion.

Ich glaube nach wie vor, dass man gerade die Einkommensbereiche E10 bis E13 nicht groß berücksichtigen wird. Wir werden sehen. Aber in diesem Bereich befinden sich viele von uns Planern, Bauüberwachern, Projektleitern, etc.
Ist also kritisch zu sehen, diesen Leuten nicht spürbar mehr zu geben.

Anonym

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 26
  • Karma: +2/-0
Das Thema hatte ich gerade mit einem A12 er Kollegen (Beamter), der glaubte mal eben in ein Angestelltenverhältnis wechseln zu können für ein paar Tausender mehr brutto im Jahr.

was hat der geheult, als ich ihm gezeigt habe, was er für Bruttoeinkommen haben muß, damit netto über 4.000,- € mtl. rauskommen   ;D

Und das ist nur ein A12 er !! Die A 13 ist im Gegensatz zur E13 nochmals deutlich besser.
Aber gut, dies hier ist ja keine Beamtendiskussion.


Dann ist dein Kollege aber in der allerletzten Stufe, verheiratet und hat mindestens drei Kinder. 4.000,00 Netto erreicht man auch als Beamter nicht so leicht. Vorallem wenn man dann noch die PKV abzieht.

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
@Anonym: 1 Kind ist mit drin, und verheiratet. Es ist Hessen und 12 Stufe 7.

Auch der Rechner spuckt für 2018 netto > 4000,- aus. Ohne Kindergeld. Und natürlich ohne PKV, das stimmt !

@ alle anderen: Ich denke, so schnell werden jetzt keine Details eines TV mehr ans Licht geraten, habe derzeit wieder mal nicht sinnvolles beizutragen, lese aber wie immer gespannt mit, wenn jmd von Euch was zu erzählen hat.

HerrRossi70

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 22
  • Karma: +1/-0
Nach unbestätigten Informationen merkt die Autobahngesellschaft wohl gerade, dass 15.000 Leute doch ne Menge Geld kosten und will nur mit 12.000 Leiten an den Start gehen. Also 20 % mehr Arbeit für die 12.000 Leute.
Das wären ja noch einmal bessere Vorraussetzungen für einen Wechsel.
Der Bund merkt wohl gerade, wie billig er bezüglich der Erstattung der Personalkosten die Autobahnen bisher bekommen hat.
Tse Tse.

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
Au weia , da wird es einem Angst und Bange !!! Es wird immer unwahrscheinlicher, in die AGB zu wechseln. Denn wenn er wirklich 20 % weniger Personal möchte, dann ist das Gehalt auch nicht groß verhandelbar.

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
Wenn das wirklich stimmt, entwickelt sich das gesamte Thema GmbH immer unerfreulicher - Schritt für Schritt.

Keinerlei Tarifverträge, nur die TVöD Tabelle (ich erinnere: die GmbH wurde ja wegen des größeren Spielraumes für Gehälter gegründet *lach*), und nun auch noch weniger Personal.

Ich werde immer kritischer. Und noch was ist mir eingefallen. Bis dato ist es im öD so geregelt, dass man nach 15 Jahren Zugehörigkeit nur noch unter ganz besonderen Bedingungen kündbar ist. Ich bezweifle, dass meine ab dem 01.01.2021 noch fehlenden 1,5 Jahre bis zum Erreichen der 15 Jahre einfach weiterlaufen und ich diesen Status dann erreiche in der GmbH.

Pan Tau

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 89
  • Karma: +20/-2
Ich habe das gestern auch gehört, es aber erst einmal als Flurfunk abgetan. Es wäre allerdings ein starkes Stück- wahrscheinlich muss man sich der 3.000 Mitarbeiter an der Basis entledigen, damit der aus wenigen Managern bestehende Wasserkopf ein angemessenes Gehalt beziehen kann.

Ich frage mich ohnehin, wie man auf die Zahl von ausgerechnet 15.000 Mitarbeitern gekommen ist. Ein Mitarbeiter pro km Autobahn? Wenn ich jetzt mal die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nehme, die ein wesentlich kleineres Netz betreut und wo wesentlich geringerer volkswirtschaftlicher Nutzen generiert wird, dann haben die dort 11.000 Mitarbeiter. Und wir sollen als absolut systemrelevante GmbH gerade einmal 1000 Mitarbeiter mehr haben?



alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
@PanTau:  Was meinst Du mit "Mitarbeiter der Basis" ??? Welche Berufe sind das in den Straßenbauverwaltungen ?? Die Straßenmeister ?

Pan Tau

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 89
  • Karma: +20/-2
Die Basis sind alle Mitarbeiter außerhalb des Managements- sagen wir mal <EG15. All die Jenigen, die mit uns im Rettungsboot sitzen- und nicht die Kapitäne, die sich bereits mit der Luxusjacht von Unglücksort haben abholen lassen! Insbesondere von den Personalkürzungen betroffen sein werden jedoch die Mitarbeiter im Außendienst.

Ich denke, dafür dass man "großzügig" für alle dort eine Entgeltgruppe mehr herausgehauen hat, erwartet man nun, dass jeder Einzelne so viel mehr leistet, um die fehlende Arbeitsleistung der Eingesparten zu amortisieren.

Auch die Mitarbeiter in den Personalabteilungen werden drastisch ausgedünnt werden. Es wird meines Erachtens ein zentrales Dienstleistungszentrum für Personalangelegenheiten geben- und pro Niederlassung vielleicht noch drei Mitarbeiter.

Auf Dauer wird man immer mehr versuchen, die Meistereien abzubauen und auf Vergabe setzen.

alterschlingel

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 121
  • Karma: +2/-0
Das hört sich nicht nach einem schönen Spiel an. Bin auch ein wenig geknickt. Es gab mal eine Zeit, da habe ich die Autobahn GmbH für eine sichere Sache gehalten mit etwas besseren Perspektiven und mich darauf auch gefreut.

Diese Freude schwindet immer mehr.

 :-[

Lady Wilmore

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 28
  • Karma: +9/-2
...

Ich frage mich ohnehin, wie man auf die Zahl von ausgerechnet 15.000 Mitarbeitern gekommen ist. Ein Mitarbeiter pro km Autobahn? Wenn ich jetzt mal die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nehme, die ein wesentlich kleineres Netz betreut und wo wesentlich geringerer volkswirtschaftlicher Nutzen generiert wird, dann haben die dort 11.000 Mitarbeiter. Und wir sollen als absolut systemrelevante GmbH gerade einmal 1000 Mitarbeiter mehr haben?

Und mal zum Vergleich: Im Bundestag sitzen zur Zeit 709 Abgeordnete. In der nächsten Legislaturperiode werden über 800 erwartet.
Und viele davon halten auch noch diejenigen, die sich um alles kümmern, von der Arbeit ab, weil sie komplett unsinnige Anfragen stellen, um sich zu profilieren.
Unter den gegebenen Gesichtspunkten halte ich auch 12000 für zu viel.
Weil eigentlich wurde das ganze doch aus dem Boden gestampft, um offenbar Geld zu sparen, das wurde zwar nicht kommuniziert, zeichnet sich aber jetzt doch sehr deutlich ab.
Problem: die Konjunktur gibt das gerade nicht her.

Meine unschlagbare Kombination aus Würfel, Glaskugel, Teeblätter und Kaffeesatzlesen sagt:
Was der Bundestag schafft, den Laden mit 709 Abgeordneten am Laufen zu halten, muss das doch auch für  eine AGB gelten.
709 Direktoren, die sich um alles kümmern. Mit je zwei Untergebenen oder so.  ;D