Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 116389 times)

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #1185 am: 17.01.2019 16:20 »
@TV-Ler schön beschrieben, stimmt für die Situation, bis auf die der von @Lothar57 genannte Gruppe.
Diese hat in einige Ländern durchaus eine "Schlagkraft" und wenn man den Eltern klar macht wie Sklavisch diese Teilgruppe an den Schulen gehalten werden, würde die erste Woche noch solidarisch in Kauf genommen werden.

Deswegen ist es ja traurig, dass diese Gruppe von Menschen sich nicht besser gewerkschaftlich (evtl. ohne Beamte) organisieren bzw. die GEW mal einen echten Befreiungsschalg macht und sich mit nachdruck nur für die Belange dieser TBler bei den Verhandlungen einsetzt, bzw das da nicht mal ein Teil der tariflichen Gewerkschafter eine eigene Gewerkschaft aufziehen.

Gut das weder ich, noch meine Kinder zur Schule müssen.

@Lothar57 Punkt 4 und 5 ist ganz normal und kein pauschaler Nachteil zum Beamten.
Punkt 1-3 sind eben Perversionen der Schlechterstellung der TB-Lehrer gegenüber den TBler allgemein und es ist eine Frechheit, dass so etwas vereinbart wird (mit Zustimmung der GEW -Beamten- Gewerkschaftlern)
Spätestens da hätten die GEW TB Mitglieder austreten und mit den nicht GEW TB-Lehrer und eine eine TB-Gewerkschaft gründen müssen, mit dem Hinweis, und die GEW (wegen dann fehlende tarifliche Relevanz) von den zukünftigen Verhandlungen verjagen müssen.
Naja.....

Kat

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #1186 am: 17.01.2019 16:26 »
Ich find die Bezahlung im TV-L durchaus in Ordnung, angesichts des in Geld nicht messbaren Wertes der Quasi-Unkündbarkeit.

Die Quasi-Unkündbarkeit gilt aber nur für die fest angestellten. der öD ist aber der Arbeitgeber mit den meisten Befristungen und die laufen teilweise über Jahre. Planung ist da für den Betroffenen auch nicht wirklich drin. Und es wird längst nicht jeder irgendwann übernommen.

Lothar57

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #1187 am: 17.01.2019 18:28 »
@Lothar57 Punkt 4 und 5 ist ganz normal und kein pauschaler Nachteil zum Beamten.
Punkt 1-3 sind eben Perversionen der Schlechterstellung der TB-Lehrer gegenüber den TBler allgemein und es ist eine Frechheit, dass so etwas vereinbart wird (mit Zustimmung der GEW -Beamten- Gewerkschaftlern)
Mit Punkt 4 und 5 kann ich leben - vorerst. Es ist in der Tat ein Skandal, dass sich die GEW die Punkte 1-3 in die EntgO-L hat hineinschreiben lassen. Ich bin seit 30 Jahren gewerkschaftlich organisiert - aus Überzeugung. Wenn GEW und Co. es bei den anstehenden Tarifverhandlungen nicht durchsetzen, diese diskriminierenden Regelungen abzuschaffen, ist die GEW die erste Gewerkschaft, aus der ich austreten werde.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Iunius

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Antw:Gewerkschaft zwischen Baum und Borke
« Antwort #1188 am: 17.01.2019 20:47 »
Die Gewerkschaften, insbesondere die GEW, stecken da zwischen dem sprichtwörtlichen Baum und der Borke. Sie müssen die Interessen von TBs und Beamten gleichermaßen vertreten, obwohl deren Anliegen teilweise divergent sind. Gemeinsam ist vor allem der Bedarf nach einer allgemeinen Erhöhung der Bezüge bzw. Entgelte. Diese werden nach Abschluss der Tarifverhandlungen durch beide Parteien auch deutlich in den Vordergrund gestellt. Eine Verbesserung der Entgeltordnung für Lehrer oder eine Angleichung der Nettoeinkünfte hilft zwar den TBs, belastet aber den Haushalt auch der Beamten und verringert dadurch den allgemeinen Zugewinn. Besonders problematisch wird es, wenn die Beamten innerhalb einer  Gewerkschaft obendrein noch die Mehrheit darstellen. Wie leider auch dieses Forum zeigt, ist es mit der Soldiratät immer etwas schwierig.
So kommt es zu einer gewaltigen Schieflage, in der die TB-Lehrer gleichzeitig alle Nachteile des Beamtendaseins und die der Tarifbeschäftigung auf sich nehmen müssen. Hier eine Auswahl:
1. Verbot der Höhergruppierung über zwei Gruppen - analog zum Verbot der Sprungbeförderung bei Beamten.
2. Mehrmonatige Probezeit nach Übernahme einer Funktionsstellen bis es zur Höhergruppierung kommt, analog zur Probezeit bei Beamten.
3. Keine stufengleiche Höhergruppierung mit teils deutlichen Gehaltseinbußen (im Vergleich zur stufengleichen Höhergruppierung), im Gegensatz zur stufengleichen Beförderung bei Beamten.
4. TBs erhalten Rente, die sich - vereinfacht gesagt - an der Summe der Einkünfte während der Lebensarbeitszeit orientiert. Eine Höhergruppierung im letzten Jahrzehnt der Berufstätigkeit wird so nur noch wenig rentenwirksam - und schon gar nicht, wenn nicht stufengleich höhergruppiert wird. Die Pension der Beamten richtet sich dagegen nach der letzten Gehaltsgruppe, wenn seit der letzten Beförderung eine, wenige Jahre dauernde Frist vergangen ist.
5. ... und natürlich last not least und nur am Rande: TBs zahlen Sozialversicherungsbeiträge.

Das soll kein Beamten-Bashing sein. Ich kann gönnen. Es zeigt aber zum einen die ungleiche Behandlung gleichartig eingesetzter und qualifizierter Fachkräfte durch den selben Arbeitgeber, zum anderen aber auch die Krux der Gewerkschaften.

Ja und eine Lösung oder Entschärfung dieses Problems ist nicht in Sicht. Es gibt ja leider nicht einmal Ansätze zu einer Veränderung.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #1189 am: 17.01.2019 20:58 »

... trotz allem Meckerns und Schimpfens scheint die Not also noch nicht so groß, als das man sich mehr als üblich zu bewegen bereit ist.

.... dem ist  nichts mehr hinzuzufügen.

Admin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #1190 am: 18.01.2019 00:28 »
Dieser Thread wird hiermit wie angekündigt abgeschlossen.