Autor Thema: Homeoffice, Erfahrungen ?  (Read 1989 times)

Kryne

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Homeoffice, Erfahrungen ?
« am: 29.01.2019 14:22 »
Hallo liebe Forenmitglieder :), ich wollte hier mal einfach in die Runde fragen wer von euch schon Erfahrungen mit Homeoffice im öffentlichen Dienst gemacht hat und wie eure Dienststellen das regeln ?

Besonders würde mich die Umsetzung bei Kommunen interessieren (bin bei einer Kommune), aber auch alle anderen sind herzlich Willkommen ihre Erfahrungen kund zutun.

Bin an allem interessiert was es dazu so berichten gibt. Also zum einen organisatorische Regelungen, aber auch technische Umsetzung (wie habt ihr Zugang zu euren Daten, wie läuft es mit dem Telefon etc.) oder wieviel % ihr im Homeoffice macht. Gerne auch genauere Infos welche Arbeitsabläufe ihr Zuhause macht usw.

Bei uns steht in der nächsten Woche ein Termin an, bei dem das erste mal ein bisschen ausgelotet werden soll was die Mitarbeiter von Homeoffice halten und was die Mitarbeiter hier evtl. für Ideen haben zum Thema.

Ich selbst bin Bauing. im Straßenbau und könnte problemlos einen Tag pro Woche organisatorisch Homeoffice machen, meiner Meinung nach. Gerade bei Bürokram wie Rechnungsprüfungen und ähnlichem wäre das meiner Ansicht nach sogar förderlich, weil man hier im Büro einfach ständig unterbrochen wird.

Freue mich auf eure Berichte :)


Mask

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #1 am: 29.01.2019 14:26 »
Landesoberbehörde, bei uns ist eine Telearbeit (Behördendeutsch für Homeoffice) von bis zu 50 % der wöchenlichen Arbeitszeit möglich und wird auch problemlos ermöglicht. Die MA erhalten hierfür einen Bootstick mittels den sie über VPN auf den virtuellen Desktop zugreifen können. Telefon wird über eine Telefonsoftware umgeleitet (k.a. wie das technisch funktioniert). Erfahrungen sind sehr gut, die MA wissen die Möglichkeiten und Freiheit zu schätzen und gehen entsprechend verantwortungsvoll damit um.

Organisator

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #2 am: 29.01.2019 14:32 »
Bundesoberbehörde:

Regelung zur Telearbeit gibt es unverändert (fester Arbeitsplatz zu Hause unter Berücksichtigung der Arbeitsstättenrichtlinien).

Regelung für Arbeiten außerhalb des Büros (Home oder woauchimmer): 1 Tag pro Woche nach Rücksprache mit dem Chef, 2 Tage pro Woche formlos über Personalstelle (bis zu zwei Jahre zur Planungssicherheit). Darüberhinaus Notfallregelung.

Technik per Laptop und Mobiltelefon / Rufumleitung (Selber Arbeitsplatz wie im Büro)
Kosten für Internet und Telefon zu Hause sind grundsätzlich vom Beschäftigten zu tragen

Kein Zwang, alle Beschäftigten haben noch ihren üblichen Büroarbeitsplatz

Höhere Anforderungen an die Führungskräfte, um einerseits Arbeitsergebnisse sicherzustellen und andererseits Selbstausbeutung bzw. Entgrenzung Privat-/Berufsleben zu vermeiden.


BMIOberbehörde

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #3 am: 29.01.2019 18:14 »
Hallo,

ebenfalls Oberbehörde:
Es existiert eine Dienstvereinbarung dazu.

Alternierende Telearbeit ist aber grundsätzlich von mobilem Arbeiten zu unterscheiden.
Telearbeit: Der AG richtet dir einen Arbeitsplatz bei dir zu Hause ein und du hast fest definierte Zeiten. Meist ist dies an besondere Voraussetzungen gekoppelt
Mobiles Arbeiten: Es wird erprobt mit einer Obergrenze von 24 Tagen sachgrundlos und zusätzlich bei besonderen Voraussetzungen auch länger. Hier wird jedoch nicht vorgegeben wo diese mobile Arbeit ausgeführt wird und du bekommst nur die Infrastruktur (z.B. ein Laptop) zur Verfügung gestellt. Rufumleitung erfolgt nicht.

VG

AlterOtter

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #4 am: 30.01.2019 07:38 »
Kommune
Es gibt eine Dienstvereinbarung darüber

Bei uns müssen die Telearbeiter mindestens Zwei Tage von zuhause arbeiten, sonst wird die Telearbeit nicht genehmigt. Es muss ein mindestens 7m² großer Raum mit Tageslicht vorhanden sein (oder entsprechender Platz z.B. im Schlafzimmer, Gästezimmer), der Arbeitgeber stattet das Büro zuhause genauso aus wie im Büro im Amt, gleicher Schreibtisch, Rollcontainer, Deckenfluter, Fußbodenschutzmatte, Monitore, Telefon. Aus Datenschutzgründen musste eine eigene Telefonleitung vom Keller ins Arbeitszimmer gelegt werden, daran wurde der Router und das Telefon angeschlossen, gearbeitet wird an einem Laptop mit Dockingstation, ins Netzwerk meiner Kommune komme ich per VPN.
Bisher ist die Einrichtung der Telearbeitsplätze sehr Aufwendig, da aber immer mehr meiner Kollegen Telearbeit beantragen beginnt man umzudenken und will zukünftig die vorhandene Infrastruktur der Mitarbeiter zuhause (z.B. Router) nutzen, damit das verlegen neuer Kabel entfällt, auch dürfen wohl zukünftig die Privaten Büromöbel genutzt werden soweit Sie den Mindestanforderungen der Stadt genügen.

Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meinem Heimarbeitsplatz. Ich habe an den Bürotagen (mussten fest angegeben werden) meine Außentermine mit den Kunden und im Homeoffice bereite ich die Termine vor bzw. nach.

Kryne

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #5 am: 30.01.2019 09:42 »
Vielen Dank schon mal für die bisherigen Kommentare, alles sehr interessant mal zu hören.

@AlterOtter Darf ich fragen ob es sich bei dir um eine große Kommune handelt ?

Gerade die volle Ausstattung der Arbeitsplätze erscheint mir ein riesen Aufwand zu sein und ich bin mir 99% sicher, dass so etwas bei uns nicht passieren wird. Nicht in 100 Jahren würde es bei uns Mittel dafür geben. Ich musste schon fast ein Jahr kämpfen um einen neuen Akku für mein uraltes Diensthandy zu bekommen der länger als einen Tag hält  ;D

Auch sowas wie ein Kabel vom Keller zum Arbeitszimmer ziehen schließt sich bei mir und den meisten anderen vermutlich schon aus, weil hier die Vermieter bei sowas nicht mitmachen werden. (In meiner Region kann sich eig. keiner ein Eigenheim leisten ;) )...

Da bei uns die Thematik nächste Woche erstmalig in den einzelnen Sachgebieten angesprochen wird, gehe ich davon aus das es noch mindestens ~3-5 Jahre dauern wird bis es in der Richtung akut wird.

ccb

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #6 am: 30.01.2019 10:14 »
Kommune über 100.000 Einwohner

Bei uns gibt es einen Beschluss der Fachbereichsleiterkonferenz zur Einrichtung von Telearbeitsplätzen im folgenden Verfahren:

• Die Einrichtung von Telearbeitsplätzen wird nur im Ausnahmefall unterstützt; grundsätzlich
sind alle dienstlichen Tätigkeiten in der Dienststelle zu erledigen.

• Ein Ausnahmefall liegt dann vor, wenn im Einzelfall zur Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf ansonsten keine Beschäftigung oder eine Beschäftigung nur in
eingeschränktem Maß möglich ist. Ein Rechtsanspruch auf Telearbeit kann hieraus nicht abgeleitet werden.

• Die Einrichtung von Telearbeitsplätzen erfolgt nur nach persönlicher Antragstellung inkl.
Begründung durch den/die Mitarbeiter/-in, wenn die ausgeübte Tätigkeit für Telearbeit
geeignet ist und die Fachdienststelle ihr Einverständnis hierzu abgegeben hat.

• Die letzte Entscheidung über die Einrichtung des Telearbeitsplatzes obliegt aufgrund der
zentralen und grundsätzlichen Bedeutung dem Fachbereich Personal und Organisation.

Ich arbeite zwei Tage im Home-Office, drei Tage im Büro. Meine Arbeitsausstattung besteht aus einem Laptop, zwei Bildschirmen im Büro und zweien im Home-Office (die wären gestellt worden, ich habe sie aber privat angeschafft, um sie auch provat nutzen zu können) die mit jeweils einer Dockingstation schnell und unkompliziert angeschlossen werden können.

Netzwerkverbinung VPN über das eigene WLAN.

Bei uns wurde die digitale Akte eingeführt. Ich schätze, dass 80% meiner Tätigkeiten aus dem Home-Office leistbar sind.

Auf Arbeitsstättenrichtlinien wird hingewiesen, eine Kontrolle auf Einhaltung durch den Dienstherren erfolgt jedoch nicht.

TheITGuy

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #7 am: 30.01.2019 11:29 »
Bundesoberbehörde

Wir haben eine DV, die einen fixen Zeitraum als Heimarbeit definiert. Entscheidung wird durch die Führungskraft getroffen, die Verwaltung unterstützt nur noch im korrekten Ablauf.

Technisch wird ein Notebook mit Docking Unit benutzt, vom AG gestellt. Strom- und Internet muss der AN stellen. Telefon geht im Ausnahmefall per Umleitung, normalerweise per VoIP oder es gibt es günstiges, dienstliches Mobiltelefon (kein Smartphone!).

Kryne

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #8 am: 31.01.2019 09:39 »
Wie ist das euch geregelt, wenn ihr feste Homeoffice Tage habt (z.B. Dienstags und Donnerstags), aber dann ein wichtiger Termin auf einen dieser Tage fällt den ihr wahrnehmen müsst ?

z.B. irgendeine Kommunale Arbeitsgruppe tagt und ihr müsst dahin ?

"Verfällt" dann der Homeoffice tag und ihr müsst ganz normal ins Büro ? Wird der Homeoffice Tag in dieser Woche verschoben ? Oder nehmt ihr den Termin von Zuhause aus wahr ? (Ergo mit Privat KFZ zum Termin fahren und danach wieder ins Homeoffice).

Organisator

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #9 am: 31.01.2019 09:48 »
Es gibt dafür keine konkreten Regelungen, außer "redet miteinander".

Also: Wenn der Chef einen im Büro braucht, fährt man ins Büro. Nachholen / Verschieben / von zu Hause aus starten ist alles nach Absprache möglich. Und wenns mal zu viel wird, kann der Chef einem auch einen Tag freigeben.

Dude23

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #10 am: 01.02.2019 07:35 »
Wie verhält es sich bei euch denn bei Stellen mit Parteiverkehr?

AlterOtter

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #11 am: 01.02.2019 08:36 »
@AlterOtter Darf ich fragen ob es sich bei dir um eine große Kommune handelt ?
Kommune über 500.000 Einwohner.

Wie ist das euch geregelt, wenn ihr feste Homeoffice Tage habt (z.B. Dienstags und Donnerstags), aber dann ein wichtiger Termin auf einen dieser Tage fällt den ihr wahrnehmen müsst ?

z.B. irgendeine Kommunale Arbeitsgruppe tagt und ihr müsst dahin ?

"Verfällt" dann der Homeoffice tag und ihr müsst ganz normal ins Büro ? Wird der Homeoffice Tag in dieser Woche verschoben ? Oder nehmt ihr den Termin von Zuhause aus wahr ? (Ergo mit Privat KFZ zum Termin fahren und danach wieder ins Homeoffice).
Wir haben feste Heimarbeitstage, mein Chef legt daher die Termine so das ich auch im Büro bin.
Bisher konnten wir immer alle dringenden Angelegenheiten bei meinen Heimarbeitstagen telefonisch oder per email klären, bisher war auch noch nichts so dringend das man nicht bis zum nächsten Tag warten konnte.

In unserer Dienstvereinbarung steht das wir auf Anordnung des Arbeitgebers auch an Heimarbeitstagen im Büro erscheinen müssen, in der Praxis hat es das aber noch nicht gegeben.
Sollte es zu Hause allerdings nicht lösbare Probleme mit der Hard- oder Software geben dann müsste ich laut Dienstvereinbarung den Arbeitsplatz im Büro aufsuchen.

Kryne

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #12 am: 01.02.2019 09:16 »
@AlterOtter Ok danke, hab mit so einer Größe gerechnet bei dir. Wir sind eine kleine Kommune mit ca. 20.000 Einwohnern, entsprechend klein ist unsere Verwaltung.

Ich nehme mal an, wenn es einen von "außen" festgelegten Termin gibt, z.B. vom RP/Land oder wem auch immer, dann werdet ihr sicher auch ein ausreichend großes Kollegium haben um immer jemanden zu haben der an dem Termin teilnehmen kann oder ?

Bei uns ist natürlich die Personaldecke so dünn und die Aufgabenbereiche sind so breit gefächert, dass in vielen Punkten einfach kein "zweiter Mann" existiert, weshalb ich davon ausgehe das es bei uns sicherlich öfters mal zu Situationen kommen wird bei denen Termine von Außerhalb auf einen Homeoffice Tag fallen und kein anderer Kollege diesen Termin wahrnehmen kann.

Für mich persönlich wäre es egal, da ich die Termine dann von Zuhause aus wahrnehmen könnte und nur 10min von meiner Dienststelle entfernt wohne und auch mein privat Kfz dienstlich nutzen kann/muss. Bin nur gespannt wie solche Fälle dann offiziell geregelt werden, denn da gibt's sicher wieder zig bürokratische Hürden :D


Die Intention bei uns Homeoffice einzuführen beruht meiner Einschätzung nach darauf auf lange Sicht Büroraum einzusparen bzw. effizienter zu nutzen. Das wurde schon teilweise probiert in dem man Teilzeitkräfte so aufteilen wollte, dass 2-3 Personen einen Arbeitsplatz nutzen, hat aber in den meisten Fällen nicht wirklich geklappt auf Dauer.
« Last Edit: 01.02.2019 09:19 von Kryne »

Doso

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Antw:Homeoffice, Erfahrungen ?
« Antwort #13 am: 08.02.2019 10:47 »
Arbeite in der IT im TVL. Mein Arbeitgeber hat allgemein die Telearbeit geregelt. Letztlich ist es aber immer noch Entscheidung der Leitung der Organisationseinheiten ob dies auch umgesetzt wird. Bei uns kann das daher nur ein Teil der Kollegen. Wir in der IT können, vorausgesetzt jemand vom Team ist noch vor Ort und man ist aus der Probezeit raus, einen festen Tag die Woche Home Office machen. Müssen das einmal pro Jahr beantragen, typische Bürokratie.

Ich weiß das andere Arbeitgeber in vergleichbarer Stelle auch 2 Tage erlauben. Ist also alles sehr individuell gereget.