Autor Thema: [BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg  (Read 10603 times)

Tagelöhner

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #15 am: 05.03.2019 11:12 »
@ lyzeum

Es steht Ihnen frei Ihre angepriesenen Rechenkünste hier näher darzustellen. Ich stehe auch mit Beamten aus BW in Kontakt und diese haben die Überführung der damals noch vorhandenen Sonderzahlung in die monatlichen Bezüge erlebt.

Wenn selbst die sich darüber amüsieren, dass man nach so langer Zeit mal wieder einen Versuch unternehmen könnte, wieder eine Sonderzahlung einzuführen, spricht das Bände.

Johnsmith

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #16 am: 05.03.2019 11:34 »
Angesichts der ausweichenden Signale des Finanzministeriums schwant mir Übles...

Auffällig auch, dass Wolfgang Reinhart "nur" von einer systemgerechten Übertragung, nicht hingegen wie in anderen Ländern von einer "zeitglichen und systemgerechten" Übertragung spricht...

Johnsmith

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #17 am: 05.03.2019 11:54 »
Die Integration der Sonderzahlung in die laufenden Bezüge habe ich noch nicht aktiv erlebt.

Und vorweg: Ich habe mich bewusst für die Beamtenlaufbahn und bewusst für BW entschieden und ich bereue dies bis heute nicht.

Allerdings regt es doch zum Nachdenken an, dass das zweitgrößte Geberland im (auslaufenden) Länderfinanzausgleich so sparsam mit seinen Beamten umgeht (41-Stunden-Woche, 22€/Monat für Wahlleistungen in der Beihilfe, Kostendämpfungspauschale in der Beihilfe, nur 50% Beihilfe für Ehegatten und Pensionäre etc.) und nach jeder Tarifrunde Beratungs- und Rechenbedarf hat, während einige - genauso an die Schuldenbremse gebundene - Nehmerländer spontan die inhaltsgleiche Übernahme erklären und teils noch großzügige Aufschläge drauflegen...

Johnsmith

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #18 am: 05.03.2019 14:54 »
Der BBW sieht dies ähnlich:

'Für den Beamtenbund verlangt Landeschef Kai Rosenberger im Gespräch mit dieser Zeitung zusätzlich einen „Baden-Württemberg-Zuschlag“. Seiner Ansicht „muss der Abstand in der Bezahlung zum Bund und zu Bayern verringert werden“. Auf jeden Fall müsse das Land Sachsen überholen: „Als wirtschaftsstarkes Land sollte Baden-Württemberg den Anspruch haben, die Beamten gut zu bezahlen.“

[...]

„Für uns ist das Volumen von 3,2 Prozent maßgebend“, betont der Verbandschef.

Grün-Schwarz empfiehlt Rosenberger einen Blick über die Landesgrenze. Das Nachbarland Rheinland-Pfalz habe schon vor dem Tarifabschluss eine „zeit- und inhaltsgleiche Übertragung“ des Ergebnisses auf die Beamtenschaft zugesagt.'

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-laender-kuerzere-arbeitszeit-fuer-beamte-_arid,1411394.html

Das o.g. Zitat von Wolfgang Reinhart wird insoweit ergänzt, als dieser von einer „wirkungsgleichen Wertschätzung“ der Beamten gesprochen habe.

'Sein Grünen-Kollege Andreas Schwarz fährt dagegen eher auf der zurückhaltenden Linie von Sitzmann. „Jetzt muss gemeinsam mit den Verbänden auch ein gutes Paket für unsere Beamten geschnürt werden“, betont der Grünen-Fraktionschef auf Anfrage. Sein Ziel sei ein attraktiver öffentlicher Dienst in Baden-Württemberg.'

Eine Sprecherin des FM wird wie folgt wiedergegeben:

'Gestern schiebt eine Sprecherin die Begründung nach, die Berechnung der Gesamtkosten sei schwierig. Einige Themen ließen sich gar nicht von den Angestellten auf die Beamten übertragen, manches gebe es da schon. „Wir sind dran“, sagt sie.'

Tagelöhner

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #19 am: 05.03.2019 15:11 »
Die Integration der Sonderzahlung in die laufenden Bezüge habe ich noch nicht aktiv erlebt.

Und vorweg: Ich habe mich bewusst für die Beamtenlaufbahn und bewusst für BW entschieden und ich bereue dies bis heute nicht.

Allerdings regt es doch zum Nachdenken an, dass das zweitgrößte Geberland im (auslaufenden) Länderfinanzausgleich so sparsam mit seinen Beamten umgeht (41-Stunden-Woche, 22€/Monat für Wahlleistungen in der Beihilfe, Kostendämpfungspauschale in der Beihilfe, nur 50% Beihilfe für Ehegatten und Pensionäre etc.) und nach jeder Tarifrunde Beratungs- und Rechenbedarf hat, während einige - genauso an die Schuldenbremse gebundene - Nehmerländer spontan die inhaltsgleiche Übernahme erklären und teils noch großzügige Aufschläge drauflegen...

Vielleicht ist es eben genau die Tatsache, dass Baden-Württemberg auch ein Geberland ist, welche die finanziellen Wohltaten etwas beschränkt und damit weniger Spielräume übrig lässt. Bayern steht da nochmal deutlich besser da...

Man darf auch den Schuldenberg nicht vergessen, den BW über viele Jahre aufgebaut hat und dem nur Dank der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank seit Jahren mit einem müden Lächeln begegnet werden kann.

Wie passt es außerdem zusammen, dass seit geraumer Zeit in BW im Öffentlichen Dienst wieder spürbar Stellen geschaffen und damit Personal aufgebaut wird? Das wird doch u.a. mit der angeblich steigenden Arbeitsbelastung begründet, und dann soll bei Beamten gleichzeitig die wöchentliche Arbeitszeit um etwa 3,5% reduziert werden?

Man kann unschwer erkennen, dass es an der Logik und dem gesunden Menschenverstand im ÖD gerne mal hapert.

Lassen wir uns überraschen, wie die grün-schwarze Landesregierung sich entscheidet.
« Last Edit: 05.03.2019 15:21 von Tagelöhner »

Johnsmith

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #20 am: 05.03.2019 15:20 »
Man darf auch den Schuldenberg nicht vergessen, den BW über viele Jahre aufgebaut hat und dem nur Dank der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank seit Jahren mit einem müden Lächeln begegnet werden kann.

Was den Schuldenstand pro Einwohner angeht befindet sich BW nach Sachsen und Bayern auf Platz 3 der Länder mit dem geringsten Wert.
Das Argument gilt also für alle anderen Länder noch viel mehr.

Wie passt es außerdem zusammen, dass seit geraumer Zeit in BW im Öffentlichen Dienst wieder spürbar Stellen geschaffen und damit Personal aufgebaut wird? Das wird doch u .a. mit der angeblich steigenden Arbeitsbelastung begründet, und dann soll bei Beamten gleichzeitig die wöchentliche Arbeitszeit um etwa 3,5% reduziert werden? Man kann unschwer erkennen, dass es an der Logik und dem gesunden Menschenverstand im ÖD gerne mal hapert.

Möglicherweise passt das nicht zusammen. Muss es aber auch gar nicht.
Die Frage ist, wie man "die besten Köpfe" bekommt.
Und das wird nicht mit geringerer Bezahlung bei höherer Wochenarbeitszeit gelingen...

Lassen wir uns überraschen, wie die grün-schwarze Landesregierung sich entscheidet.

So ist es!

kleinersti

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #21 am: 05.03.2019 15:44 »
Also wenn ich seitens des DGB lese, dass für Baden-Württemberg eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtenschaft gefordert wird und dazu im gleichen Atemzug noch eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit auf das Niveau der Tarifbeschäftigten (von 41 Stunden auf 39,5 Stunden) verlangt wird, muss ich mir an den Kopf fassen.

Also mehr Geld für weniger Arbeit, Verzeihung mehr Geld für nicht selten nur weniger Anwesenheit, man könnte es auch den "Hals niemals voll kriegen" nennen oder als Unverfrorenheit bezeichnen.

Fehlt nur noch die Forderung, wieder eine Jahressonderzahlung einzuführen, vielleicht wurde ja mittlerweile vergessen, dass irgendwann im letzten Jahrzehnt die Sonderzahlung in die monatlichen Bezüge überführt wurde.

Entschuldigen Sie bitte. Sie haben keine Ahnung. Rechnen Sie doch bitte mal die Sonderzahlung (von damals) auf die Monate um. Da bleiben lediglich 2/3 übrig! Wo gibt es das denn? Eine Gehaltskürzung um 33,3 %? Nur bei Beamten natürlich.

Nicht nur dass der Großteil der anderen Bundesländer die Wochenarbeitszeit wieder nach unten korrigierte, soweit ich mich erinnere, gab es auch keinen Zuschlag für die Erhöhung der Wochenarbeitszeit im Jahre 2003.

Als die Sonderzahlung auf das Grundgehalt umgerechnet wurde, blieb die tarifliche Besoldungserhöhung aus, da wir ja die Erhöhung aus der Sonderzahlung hatten...

Insofern finde ich die Forderung des Verbandes vollkommen berechtigt.

Admin

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #22 am: 05.03.2019 18:18 »
Baden-Württemberg ist diese Besoldungsrunde das erste Bundesland, aus dem konkrete Zahlenwerte zur Übertragung des Tarifergebnisses aus dem zuständigen Ministerium zu vernehmen sind:

+3,2% / +3,2% / +1,4%

Damit bekommt Baden-Württemberg auch die erste Prognose der neuen Besoldungstabellen:
  http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2019/


Nordlicht

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #23 am: 05.03.2019 20:15 »
Na, das ging jetzt aber zügig. Gestern noch beraten und heute schon ein Ergebnis.
Beispielhaftes Vorgehen. Bitte nachmachen, Rest-TvL!

Versuch

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #24 am: 05.03.2019 20:25 »
Ich muss zugeben, das kommt unerwartet, vor allem nach dem herumdrücken gestern noch.

Man sieht aber, welcher Druck durch den Fachkräftemangel im Kessel ist und wie gut die Finanzlage ist, wenn dies bei den grünen Beamtenhassern so schnell und problemlos vollzogen wird.

Anonym

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #25 am: 06.03.2019 16:23 »
Baden-Württemberg ist diese Besoldungsrunde das erste Bundesland, aus dem konkrete Zahlenwerte zur Übertragung des Tarifergebnisses aus dem zuständigen Ministerium zu vernehmen sind:

+3,2% / +3,2% / +1,4%

Damit bekommt Baden-Württemberg auch die erste Prognose der neuen Besoldungstabellen:
  http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2019/

Ich habe mir die Stellugnahme durchgelesen http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2019/pressemitteilung.baden-wuerttemberg.1.html
Aus der lese ich noch keine Übernahme für Beamte. Gibt es noch eine Aktuellere?


Anonym

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #27 am: 06.03.2019 16:45 »
Danke @Johnsmith

LehrerBW

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #28 am: 07.03.2019 19:46 »
Wundert mich, dass es keine 0,2% Absenkung gibt wie die letzten beiden Male.

kleinersti

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Antw:[BW] Besoldungsrunde 2019 - Baden-Württemberg
« Antwort #29 am: 08.03.2019 16:09 »
Einfach zu beantworten:
Bereits Ende 2017 lief die Kürzungen zu Gunsten der Pensionskasse aus, sodass auch die Erhöhung in 2018 nicht mehr um die 0.2 %punkte gekürzt wurden.