Autor Thema: ITler: Was muss sich an der EGO Ändern aka Was ist Mist am aktuellen Abschluß?  (Read 9857 times)

lowsounder

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Nr 1. die Sache mit den Sonstigen Mitarbeiter. Wenn man auf einer entsprechenden Stelle sitzt und auch die Tätigkeiten ausführt sollte es schlichtweg egal sein ob der Abschluß mit dem geforderten der EGO übereinstimmt. Gleiches Geld für gleiche Tätigkeiten.
Nein! Wenn dann plötzlich ein neues Arbeitsgebiet kommt und der Sonstige ist damit überfordert, der mit dem Abschluß aufgrund seines Abschlusses jedoch nicht, ist es doch unfair, dass beide gleich bezahlt werden.

Genau... WENN... Wenn dieses "wenn" aber nicht eintritt, hat man bis dahin jemanden für die selbe Arbeit geringer bezahlt.
Wenn allerdings tatsächlich ein neues Aufgabengebiet dazu kommt womit der "nicht-Sonstige" überfordert ist, sollte der AG Weiterbildungsmöglichkeiten dazu schaffen. Die sind eh notwendig, da sich  im IT-Bereich alles weiterentwickelt.

lowsounder

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Und was würde nun Herrn Nicht-Diplom Fachinformatiker davon abhalten, sich um 8 ins Büro zu schleichen, die Türe leise hinter sich zuzuziehen und sich bis zum Mittag nicht mehr blicken zu lassen, um dann bei Mutti Mittag essen zu gehen und sich, kaum dass er irgendeine Aufgabe übertragen bekommt, spontan dran zu erinnern, dass er um 14:21 einen wichtigen Termin hat?

Oder jeden x-beliebigen anderen Kollegen?

Na der Herr Diplom-Informatiker würde ihn davon abhalten  :P

TheITGuy

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Nr 1. die Sache mit den Sonstigen Mitarbeiter. Wenn man auf einer entsprechenden Stelle sitzt und auch die Tätigkeiten ausführt sollte es schlichtweg egal sein ob der Abschluß mit dem geforderten der EGO übereinstimmt. Gleiches Geld für gleiche Tätigkeiten.
Nein! Wenn dann plötzlich ein neues Arbeitsgebiet kommt und der Sonstige ist damit überfordert, der mit dem Abschluß aufgrund seines Abschlusses jedoch nicht, ist es doch unfair, dass beide gleich bezahlt werden.

So die Verwaltungstheorie. Die IT-Praxis sieht aber so aus, dass ein E13 Programmierer nicht plötzlich zu einem E13 Netzwerker wird - egal ob studiert oder als sonstiger Beschäftigter.

Und nur weil jemand irgendwann mal ein Studium absolviert hat anzunehmen, dass derjenige immer und zu jeder Zeit in der Lage ist, sich in komplett neue Sachverhalte einzuarbeiten, ist genauso falsch wie anzunehmen, dass jemand der nicht studiert hat, das nicht könnte.

kanute1

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Und was würde nun Herrn Nicht-Diplom Fachinformatiker davon abhalten, sich um 8 ins Büro zu schleichen, die Türe leise hinter sich zuzuziehen und sich bis zum Mittag nicht mehr blicken zu lassen, um dann bei Mutti Mittag essen zu gehen und sich, kaum dass er irgendeine Aufgabe übertragen bekommt, spontan dran zu erinnern, dass er um 14:21 einen wichtigen Termin hat?

Oder jeden x-beliebigen anderen Kollegen?

Die Tatsache das er befristet ist. Wir haben nämlich das Risiko gehen zu müssen, wenn wir uns hier in geistige Frührente begeben, wie es viele Kollegen tun. Der ÖD scheint solche Lebensversager magisch anzuziehen.

Bastel

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Der Lebensversager ist aber wohl unbefristet angestellt. Du und deine Kollegen nicht? Wer ist der Lebensversager?

Ok, das war jetzt sehr provokativ...

kanute1

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Der Lebensversager ist aber wohl unbefristet angestellt. Du und deine Kollegen nicht? Wer ist der Lebensversager?

Ok, das war jetzt sehr provokativ...

Tja. Wir haben halt den asozialsten Arbeitgeber genommen, den es in diesem Land gibt. Leistung wird bestraft, wer das Hirn ausschaltet und nur noch Geld kostet ist beliebt.

MoinMoin

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Das ist ein Beispiel für unsere tollen Diplom Informatiker.
nein ist kein tolles Beispiel, da dort mehrere Fehler drin sind:
a) ist er kein toller irgendwas, sondern ein mieser Arbeitnehmer der nicht arbeitet, hat mit seiner Ausbildung NULL zu tun. (s. Kaffetassensuchers Antwort).
b) die beschriebenen Aufgaben gehören nicht zu seinem Aufgabenbereich als Diplom Informatiker, falls doch liegt ein Eingruppierungsirrtum zu gunsten des AN vor.
c) ich erkenne nicht die Bohne einen Zusammenhang deiner Schilderung mit dem Thema dieses Threads

Gerne können wir einen Thread aufmachen mit dem Titel: "Höherer Dienst/Studierte/EG>12 ist Mist, die machen nur Arbeit und schaffen nichts."

d) ja, ich habe selber solche Personen in meinem beruflichen Werdegang erlebt. Auf allen Ebenen (von E5-E15).

MoinMoin

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Nein! Wenn dann plötzlich ein neues Arbeitsgebiet kommt und der Sonstige ist damit überfordert, der mit dem Abschluß aufgrund seines Abschlusses jedoch nicht, ist es doch unfair, dass beide gleich bezahlt werden.

So die Verwaltungstheorie. Die IT-Praxis sieht aber so aus, dass ein E13 Programmierer nicht plötzlich zu einem E13 Netzwerker wird - egal ob studiert oder als sonstiger Beschäftigter.
Nein, nicht Theorie, sondern berechtigte Annahme, dass die geistige Flexibilität und das Aufnahmevermögen, bei einem Studierten schneller und besser vonstatten geht als bei einem sonstigen.
Statistisch gesehen natürlich. Einzelfälle ausgenommen.
Insbesondere gehe ich persönlich umgekehrt auch davon aus, dass die Mehrzahl der studierten Informatiker im öD Minderleistende oder Faulesäcke sind, sofern sie eine reine öD Karriere haben, bzw. nicht nur in der Forschung waren.
Zitat
Und nur weil jemand irgendwann mal ein Studium absolviert hat anzunehmen, dass derjenige immer und zu jeder Zeit in der Lage ist, sich in komplett neue Sachverhalte einzuarbeiten, ist genauso falsch wie anzunehmen, dass jemand der nicht studiert hat, das nicht könnte.
Natürlich ist das Falsch. Aber es besteht ein erheblich höhere Wahrscheinlichkeit das dem so wäre.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass meine im Umfeld arbeitenden E13 studierten Kollegen auch dieses Geld wert sind, weil die Dinge überblicken, die die tollen FIs, die den Laden am laufen halten, nicht im Ansatz bedenken.

Und wenn ich mit meinen Bsc Kollegen mal draussen in der Wildbahn mit unseren "Kunden" (also nicht ITlern, sondern Verwaltungsfuzzies, für die wir da sind) Dinge planen, voranbringen und konzpieren soll, dann schaue ich leider auch viel zu oft in leere (Bahnhof?) Augen, bzw. Unfähigkeit die Sachverwalte zu ergründen.

Und wenn dann mal was nicht so läuft, wie die so gelobten Spezialisten es mir Versprochen haben (Oracle DB Admins, die Performanceproblem nicht lösen, Netzwerkern, die einfach mal DNS einträge verlieren
oder Routen umlegen oder ..... ) und dann aufgrund der Komplexität der Orchestrierung jeder auf den anderen zeigt....

Zum Glück darf, kann und habe ich noch Spass daran, dann lieber mir selber die Finger "schmutzig" zu machen und die Analysen durchzuziehen und trotz meines hohen Alters noch genug mitbekomme von den Techniken, dass ich Fehler finde, die diese Herrscharen an Spezialisten nicht alleine gefunden haben, sondern erst durch eine Querschnittsbetrachtung entdeckt werden.

Und dann kommt da wieder so ein "kleiner" quereinsteigender Fachbeamter, der Bock auf IT hat und vollbringt nach einem Jahr ware Wunder! Obwohl nur A9er.
 Und FI Programmiere denen man in drei Sätzen die Aufgabe einer GUI nennt und die eigenständig nachfragen, ob nicht dies oder jenes und ....

Ja klaro gibt es immer beides. Die FIler die meinen die können alles und die Studierten sind Deppen und Überflüssig und die Studierten, die nichts gebacken kriegen, weil sie keine Ahnung von der Praxis haben und in Ihrer theretischen Welt verkacken.


So Lange Rede kurzer Sinn:
Wenn jemand als Sonstiger nach Meinung des Verantwortlichen Chefs und des AGs auch tatsächlich so eine Breite Verwendung hat, dann soll er auch so bezahlt werden (ich kenne zumindesten einen im öD der es auch bekommt).

Aber ist halt auch alles offtopic.

Faunus

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Nein! Wenn dann plötzlich ein neues Arbeitsgebiet kommt und der Sonstige ist damit überfordert, der mit dem Abschluß aufgrund seines Abschlusses jedoch nicht, ist es doch unfair, dass beide gleich bezahlt werden.

So die Verwaltungstheorie. Die IT-Praxis sieht aber so aus, dass ein E13 Programmierer nicht plötzlich zu einem E13 Netzwerker wird - egal ob studiert oder als sonstiger Beschäftigter.
Nein, nicht Theorie, sondern berechtigte Annahme, dass die geistige Flexibilität und das Aufnahmevermögen, bei einem Studierten schneller und besser vonstatten geht als bei einem sonstigen.
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Zitat
Und nur weil jemand irgendwann mal ein Studium absolviert hat anzunehmen, dass derjenige immer und zu jeder Zeit in der Lage ist, sich in komplett neue Sachverhalte einzuarbeiten, ist genauso falsch wie anzunehmen, dass jemand der nicht studiert hat, das nicht könnte.
Natürlich ist das Falsch. Aber es besteht ein erheblich höhere Wahrscheinlichkeit das dem so wäre.



Geistige Fexibilität & erhöhtes Aufnahmevermögen ist erst ab Master- oder doch schon Bachelorschein zu erwarten?
Sind 30-jährige, die ein gesichertes Einkommen aufgeben und z.B. einen Technikerfortbildung absolvieren weniger geistig flexibel & mit geringerem Aufnahmevermögen ausgestattet, als ein 23-jähriger Frischlings-Master, der an seinem 1. Arbeitsplatz anfängt?

Die Persönlichkeit des AN und sein Arbeitsumfeld bzw. die Bereitschaft des Vorgesetzten zu Fordern & Fördern sind für mich u.a. wesentliche Faktoren, die letztlich darüber entscheiden, ob ein AN nach 10 oder 20  Jahre arbeiten noch flexibel & aufnahmefähig ist.

Studium, Aus-/Fortbildung ist alles ganz nett, aber für mich gehört "das lebenslange Lernen" in die EGO samt Verpflichtung des AG, jedem AN dieses zu ermöglichen und wer nicht will.... der wird sich halt mit den tariflichen Erhöhungen zufrieden geben müssen ( Da wäre gerade für die ITler, die am Ball bleiben, etwas zu holen!)
Auch sehe ich zwischen einem frisch ausgebildeten Gesellen und einem frischen Bachelorabsolventen keinen Unterschied von E5 zu E10 - außer... der Bachelorabsolvent hat bereits eine Lehre im Vorfeld absolviert. Sowas müsste Anerkennung in Form von Höhergruppierung finden.


(PS: intelligente Köpfe bekommt man nicht durch mehr Geld)


 



 




MoinMoin

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Geistige Fexibilität & erhöhtes Aufnahmevermögen ist erst ab Master- oder doch schon Bachelorschein zu erwarten?
Ab Master erwarte ich auch den Über-den-Tellerrand-Blick und bisher bestätigt sich das, dass dieses idR Master/Diplomer besser können als FI/Bsc.
Zitat
Studium, Aus-/Fortbildung ist alles ganz nett, aber für mich gehört "das lebenslange Lernen" in die EGO samt Verpflichtung des AG, jedem AN dieses zu ermöglichen und wer nicht will.... der wird sich halt mit den tariflichen Erhöhungen zufrieden geben müssen ( Da wäre gerade für die ITler, die am Ball bleiben, etwas zu holen!)
Das absolut spannende dabei ist, das theoretisch das Tarifsystem so etwas könnte.
Man müsste nur aufhören alle automatisch die Stufen hochwandern zu lassen, denn der Stufenaufstieg (ab Stufe 3) ist (theoretisch) mit der Leistung gekoppelt, eine Verlängerung der Laufzeit wagt sich nur niemand (und eine Verkürzung je ebenfalls idR nicht)
Zitat
(PS: intelligente Köpfe bekommt man nicht durch mehr Geld)
Richtig! Sehe ich täglich in meinem Umfeld.

lowsounder

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Ab Master erwarte ich auch den Über-den-Tellerrand-Blick und bisher bestätigt sich das, dass dieses idR Master/Diplomer besser können als FI/Bsc.

Sehe ich definitiv genau so. Mir geht es nur um die Ebene darunter. Ein FI mit zig jahren Berufserfahrung, Weiterbildungen in vielen Bereichen eventuell noch Meisterfortbildung ist definitiv nicht weniger qualifiziert als ein frischer B.Sc. mit 22 Jahren.

Aber wie gesagt, das ist Offtopic. 

Keeper83

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Der Lebensversager ist aber wohl unbefristet angestellt. Du und deine Kollegen nicht? Wer ist der Lebensversager?

Ok, das war jetzt sehr provokativ...

Tja. Wir haben halt den asozialsten Arbeitgeber genommen, den es in diesem Land gibt. Leistung wird bestraft, wer das Hirn ausschaltet und nur noch Geld kostet ist beliebt.

Also wenn man hier im Forum mal alles so querliest zu dem Thema, bekommt man eher den Eindruck, dass der Bereich der IT sich geradezu anbietet sich bequem einzurichten und das Hirn auszuschalten. Ich würde eher sagen das ist ein Problem dieses Fachbereichs und nicht des ÖD´s im allgemeinen. Wenn ich meine Baustellen so behandeln würde (Hirn aus, Füße hoch), hätte ich nach spätestens nach 1 Woche Herrscharen von Bürgern im Büro stehen, die mir erklären wie ich meine Arbeit zu machen habe. Ich kann sagen, dass die Arbeitsanforderung in unserem Bereich keineswegs geringer ist als in der PW, die Arbeitsbedingungen jedoch um einiges besser. Also pluspunkt ÖD. 

tomk

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Wenn ich meine Baustellen so behandeln würde (Hirn aus, Füße hoch), hätte ich nach spätestens nach 1 Woche Herrscharen von Bürgern im Büro stehen, die mir erklären wie ich meine Arbeit zu machen habe.

Wenn du in der IT dazu kommst das Hirn auszuschalten und die Füße hochzulegen hast du vorher vieles richtig gemacht.

Keeper83

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Wenn ich meine Baustellen so behandeln würde (Hirn aus, Füße hoch), hätte ich nach spätestens nach 1 Woche Herrscharen von Bürgern im Büro stehen, die mir erklären wie ich meine Arbeit zu machen habe.

Wenn du in der IT dazu kommst das Hirn auszuschalten und die Füße hochzulegen hast du vorher vieles richtig gemacht.

Da ich davon nur wenig Ahnung habe, wird es vermutlich nicht dazu kommen.

MoinMoin

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Wenn ich meine Baustellen so behandeln würde (Hirn aus, Füße hoch), hätte ich nach spätestens nach 1 Woche Herrscharen von Bürgern im Büro stehen, die mir erklären wie ich meine Arbeit zu machen habe. Ich kann sagen, dass die Arbeitsanforderung in unserem Bereich keineswegs geringer ist als in der PW, die Arbeitsbedingungen jedoch um einiges besser. Also pluspunkt ÖD.
Wenn ich meine Jobs nicht mache habe ich Herrscharen von SBs und SGLs in meinem Bürö, wenn es dumm läuft innerhalb von Minuten  ::)
Ich kann sagen, dass die Arbeitsanforderung in unserem Bereich keineswegs geringer ist als in der PW, die Arbeitsbedingungen jedoch um einiges besser. Also pluspunkt ÖD.