Autor Thema: Frage zu Bewerbungsverlauf im ÖD: Zunächst Absagen oder erst Zusagen?  (Read 5991 times)

Jim

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Hallo,

ich habe mal eine generelle Frage zum Bewerbungsablauf im ÖD, zumal ich gerade mehrere Bewerbungen bei Ministerien offen habe: Ich las kürzlich in einem internen Schreiben unserer Personalabteilung (Uni), dass Absagen an nicht genommene Bewerber erst nach Abschluss des Verfahrens versandt werden, also erst dann, wenn der wunschkandidat zugesagt hat, die Stelle anzunehmen.

Nun frage ich mich aber, wie das sein kann, weil es ja im ÖD das Instrument der Konkurrentenschutz-Klage gibt. Meiner Logik nach müsste es eigentlich so laufen, dass nach dem Vorstellungsgespräch zunächst all diejenigen eine begründete Absage erhalten, die man nicht will und dass dann - nach zwei Wochen - der Wunschkandidat benachrichtig wird, dass man ihn einzustellen gedenkt. Denn nur so hätten die Nicht-Genommenen die Möglichkeit, Konkurrentenschutz geltend zu machen, was ja verunmöglicht wäre, wenn sie erst benachrichtigt werden, wenn das Besetzungsverfahren abgeschlossen ist.

Kann mir ein ÖD-Personaler hier vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen und mich davon in Kenntnis setzen, wie so ungefähr der Ablauf in ÖD-Verwaltungen speziell im Landes- und Bundes-Dienst ist? Es geht übrigens um Stellen, die sowohl für Beamte als auch Angestellte ausgeschrieben waren A13 bzw. E13-E14, für die ich mich beworben habe.

Spid

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Das ist kein tariflicher Regelungsgegenstand.

Mask

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Ich las kürzlich in einem internen Schreiben unserer Personalabteilung (Uni), dass Absagen an nicht genommene Bewerber erst nach Abschluss des Verfahrens versandt werden, also erst dann, wenn der wunschkandidat zugesagt hat, die Stelle anzunehmen.

Nur weil er zugesagt hat, die Stelle zu nehmen, ist der Anspruch eines anderen Bewerbers noch nicht untergegangen, er kann ja trotzdem im Wege des einstweiligen Rechtschutzes die tatsächliche Besetzung der Stelle verhindern.

RsQ

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Es mag im Detail verschiedene Ausgestaltungen geben. Aber im Prinzip gibt es nach Ende des Auswahlverfahrens einen Favoriten und ggf. weitere Kandidaten, die in Frage kommen.

Man teilt also dem Favoriten mit, dass man gedenkt, ihn einzustellen. Den "B-Kandidaten" teilt man mit, dass Sie in Frage kommen, sofern Kandidat 1 die Stelle nicht antritt. Allen anderen Bewerbern sagt man ab.

Allgemein wird jedenfalls erst mit dem Favoriten geklärt, ob er gedenkt, die Stelle anzutreten, bevor anderen Bewerbern abgesagt wird. Deshalb auch die Faustregel: Eine Zusage kommt relativ schnell, eine Absage kann ewig dauern.

Feidl

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Nun frage ich mich aber, wie das sein kann, weil es ja im ÖD das Instrument der Konkurrentenschutz-Klage gibt. Meiner Logik nach müsste es eigentlich so laufen, dass nach dem Vorstellungsgespräch zunächst all diejenigen eine begründete Absage erhalten, die man nicht will und dass dann - nach zwei Wochen - der Wunschkandidat benachrichtig wird, dass man ihn einzustellen gedenkt.
Wieso das denn? Der Wunschkandidat kann vorher schon benachrichtigt werden, allerdings dann eben mit dem Hinweis, dass eine entgültige Zusage erst zwei Wochen später erfolgen kann, wenn keine Konkurrentenschutzklage eingegangen ist.
Genauso verlief es bei meiner aktuellen Stelle im Landesdienst.

Jim

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Vielen Dank für die Antworten.

Basierend auf der genannten Faustregel "Eine Zusage kommt relativ schnell, eine Absage kann ewig dauern" vermute ich dann mal, dass ich raus bin. Ich hatte vor über 3 Wochen mein VG. Seither habe ich nix gehört.

Im VG hieß es, dass man bereits am Tag nach dem VG eine Entscheidung treffen werde.

Naja, da heißt es eben: Weiter bewerben.

Organisator

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Im VG hieß es, dass man bereits am Tag nach dem VG eine Entscheidung treffen werde.

Na dann würde ich am Tag nach dem VG mal anrufen!

werop

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Ohne Dir jetzt wieder Hoffnungen machen zu wollen, gibt es einen netten Thread zu verschiedenen Bewerbungsabläufen im ÖD
https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,112515.0.html

Viel Glück bei den Bewerbungen!

Caesar42

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Früher haben wir noch am selben Tag den "Auserwählten" angerufen.

Wir handhaben das inzwischen etwas anders, da uns so manches mal der Personalrat bzw. die Schwerbehindertenvertretung dazwischengeschossen hat und wir auf die Nase gefallen sind.

Erst wenn tatsächlich ALLE Gremien ihr Okay gegeben haben, wird der Kandidat/Bewerber benachrichtigt bzw. bekommt eine definitive Zusage.

was_guckst_du

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Wir handhaben das inzwischen etwas anders, da uns so manches mal der Personalrat bzw. die Schwerbehindertenvertretung dazwischengeschossen hat und wir auf die Nase gefallen sind.

..seit wann nennt man das Aufdecken rechtswidrigen Handelns denn "dazwischengeschossen"? ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

lowsounder

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Das mit der verspäteten Absage kann ich bestätigen.

Habe zeitgleich mich bei 2 verschiedenen Behörden des selben AGs beworben. Die eine hat mich eingestellt. Die Absage der anderen kam ca ein 3/4 Jahr nach Aufnahme meiner Tätigkeiten.

Jim

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Im VG hieß es, dass man bereits am Tag nach dem VG eine Entscheidung treffen werde.

Na dann würde ich am Tag nach dem VG mal anrufen!

Es hieß im VG zwar, dass man sich sofort nach dem Gespräch entscheide, dass mit einer Rückmeldung aber erst Anfang Dezember gerechnet werden könne, weil das noch über den Tisch des Staatsministers und gehen müsse.

Anfang Dezember ist nun. Anrufen will ich nicht, um nicht fordernd/ungeduldig zu wirken. Ich bin dennoch einfach neugierig, weil mir der nicht klar ist, was da im Hintergrund noch alles abläuft.

Meine Logik war: Wenn sie mich nicht wollen, müsste ich bald mal endlich eine Info erhalten, dass man sich - vorbehaltlich der Gremienzustimmung - für wen anders entschieden hat.

Bisher hatte ich zwei VG bei Kommunen, wo ich dann binnen einer Woche nach dem VG die Zu- bzw. Absage erhielt. Das Ministerium aber ist für mich eine Black Box, wobei ich positiv hervorheben muss, dass die Atmosphäre im VG eine der nettesten war, die ich bisher so erlebt habe in VGs. Das war sehr professionell, da habe ich schon ganz andere Dinge erlebt.

Jim

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Ohne Dir jetzt wieder Hoffnungen machen zu wollen, gibt es einen netten Thread zu verschiedenen Bewerbungsabläufen im ÖD
https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,112515.0.html

Viel Glück bei den Bewerbungen!

Vielen Danke für den lesenswerten Link! :)

WasDennNun

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Früher haben wir noch am selben Tag den "Auserwählten" angerufen.

Wir handhaben das inzwischen etwas anders, da uns so manches mal der Personalrat bzw. die Schwerbehindertenvertretung dazwischengeschossen hat und wir auf die Nase gefallen sind.

Erst wenn tatsächlich ALLE Gremien ihr Okay gegeben haben, wird der Kandidat/Bewerber benachrichtigt bzw. bekommt eine definitive Zusage.
Sind die denn nicht beim VG vertreten? Oder habt ihr da nicht sprechfähige Deppen sitzen? Also bei uns wird das direkt nach dem VG mit denen abgeklärt.

WasDennNun

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Anfang Dezember ist nun. Anrufen will ich nicht, um nicht fordernd/ungeduldig zu wirken.
Unsinn,  oder willst als desinteressiert wirken?