Autor Thema: Wurde ich nur eingeladen, weil ich eingeladen werden musste? Was hat Ihnen so ..  (Read 1444 times)

Jacky

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Hallo,

ich hatte in den letzten Wochen einige Vorstellungsgespräche, trotz Corona, immer schön auf Abstand und immer und überall desinfizieren ... ich hatte sooo oft das Gefühl, dass ich nur eingeladen wurde, weil ich eingeladen werden musste, da ich meine Schwerbehinderung in der Bewerbung erwähnt habe und je die Erwartungen voll erfüllt hatte.

O. g. Frage ist sicherlich mind. dort ein KO-Kriterium, wo man mich doch eingeladen hat, weil man mich wirklich kennen lernen wollte, unabhängig von der Schwerbehinderung, aber diese Frage brennt mir halt oft unter den Nägeln.

Gibt es irgendwelche Indizien, die dafür sprechen, dass ich nur eingeladen wurde, weil ich eingeladen werden musste?

Ich bekomme oft die Frage gestellt (ich dachte eigentlich, dass diese Frage total veraltet ist!), warum ich mich im Hause auf diese Stelle beworben habe. Ist da vielleicht am Ende im Gegenzug die Frage erlaubt, was den einladenden Personen so gut an mir, an meinem Lebenslauf, an meiner Bewerbung gefallen hat, dass ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde?

Danke.

VG

Spid

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Warum sollte die Frage, die zu den wenigen sinnvollen in einem Vorstellungsgespräch gehört, „total veraltet“ sein?

Bastel

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Vielleicht einfach die Schwerbehinderung nicht mehr erwähnen? Dann sieht man ganz leicht ob echtes Interesse vorhanden ist.

Max

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Gibt es irgendwelche Indizien, die dafür sprechen, dass ich nur eingeladen wurde, weil ich eingeladen werden musste?
Primäres Indiz ist die Angabe einer Schwerbehinderung in der Bewerbung.


Ist da vielleicht am Ende im Gegenzug die Frage erlaubt, was den einladenden Personen so gut an mir, an meinem Lebenslauf, an meiner Bewerbung gefallen hat, dass ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde?
Natürlich ist diese Frage erlaubt. Stellen würde ich sie so jedoch nicht,  da man unter Umständen die Leute in arge Verlegenheit bringt. Die Fachentscheider hatten dich womöglich nicht auf dem Schirm und du wurdest ihnen von der Personalabteilung vorgesetzt. Das heißt aber nicht,  dass ein gutes Vorstellungsgespräch nicht doch zu deinem Vorteil verlaufen könnte.

MalZu

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....
Gibt es irgendwelche Indizien, die dafür sprechen, dass ich nur eingeladen wurde, weil ich eingeladen werden musste?

Hallo! Aber natürlich! Sicherlich! Allein die Erwähnung einer "Behinderung" löst dies aus. Kein AG kann und will sich Klagen ausgesetzt sehen.

Sehen Sie unter AGG-Hopping!

Liebe Grüße

Jacky

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Na hoffentlich bekommt man nicht gleich den Stempel "potentieller AGG-Hopper" aufgedrückt, wenn man seine Schwerbehinderung in der Bewerbung angibt!

Wenn man sie aber nicht angibt und man nicht offensichtlich ungeeignet ist, kann man sich ja selbst möglichen Vorstellungsgesprächen berauben, die zwar vielleicht erst einmal nur als obligatorisch eingestuft waren, man aber überraschen kann ...

Wenn ein Arbeitgeber gegen das AGG verstößt, kann ich allerdings ... nachvollziehen, dass man Entschädigungsansprüche geltend macht. Außerdem, wer möchte bei einem solchen diskriminierenden und/oder nachlässigen Arbeitgeber arbeiten?

@Spid

Sinnvoll? Immer dieselben wenigen richtigen oder falschen Antworten hören? Als Personaler und/oder fachlicher Vorgesetzter wären mir in einem Vorstellungsgespräch andere sinnvollere Dinge wichtiger!

Spid

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Wer dieselben vermeintlich richtigen oder falschen, von Bewerbungs“ratgebern“ oder „Experten“ mal kostenlos, mal für viel Geld kolportierten Antworten gibt, ist raus. Genau dazu dient die Frage. Wenn Du das nicht erkennst, kann das ein guter Grund dafür sein, daß Du nunmal auf der anderen Seite des Tisches sitzt.

WasDennNun

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Sinnvoll? Immer dieselben wenigen richtigen oder falschen Antworten hören? Als Personaler und/oder fachlicher Vorgesetzter wären mir in einem Vorstellungsgespräch andere sinnvollere Dinge wichtiger!
Du bist also der Meinung, zu hören was die Motivation einer Person ist, dass sie sich auf auf die ausgeschrieben Stelle beworben hat, ist nicht sinnvoll?  ::)

Jacky

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Wer dieselben vermeintlich richtigen oder falschen, von Bewerbungs“ratgebern“ oder „Experten“ mal kostenlos, mal für viel Geld kolportierten Antworten gibt, ist raus. Genau dazu dient die Frage. Wenn Du das nicht erkennst, kann das ein guter Grund dafür sein, daß Du nunmal auf der anderen Seite des Tisches sitzt.

Was wären denn gute Antworten auf solche Fragen? Tut mir Leid, vielleicht bin ich da ein wenig vorangesprescht!? In solchen Ratgebern liest man ja immer dasselbe, aber wenn das Müll ist, was bitte denn?

Was ist z. B. daran verweflich zu sagen, dass man arbeitslos ist, man vom AlG I seine laufenden Kosten grad so, wenn überhaupt decken kann, man deswegen aber nicht nur wieder Geld verdienen möchte? Hatte ich mal so ganz ungeschönt, offen, ehrlich und direkt gesagt. War auf Nachfrage das Out.

Oder wenn es tatsächlich so ist, dass man sich eine solche abwechslungsreiche und herausfordernde Tätigkeiten wünscht, weil man der Typ für sowas ist, man das gut kann ... Auch das kommt ja nicht gut an, weils wohl mind. jeder Zweite sagt. Aber wenn es eben genauso ist?!

Jacky

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Sinnvoll? Immer dieselben wenigen richtigen oder falschen Antworten hören? Als Personaler und/oder fachlicher Vorgesetzter wären mir in einem Vorstellungsgespräch andere sinnvollere Dinge wichtiger!
Du bist also der Meinung, zu hören was die Motivation einer Person ist, dass sie sich auf auf die ausgeschrieben Stelle beworben hat, ist nicht sinnvoll?  ::)

Wenn es ja immer dieselben falschen oder auch richtigen Antworten sind, dann ja. Aber ich habe von "der anderen Seite" keine Ahnung. Daher meine eben gestellte Fragen. ;-)

Max

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Sinnvoll? Immer dieselben wenigen richtigen oder falschen Antworten hören? Als Personaler und/oder fachlicher Vorgesetzter wären mir in einem Vorstellungsgespräch andere sinnvollere Dinge wichtiger!
Jetzt bin ich aber doch neugierig was aus deiner Sicht eine sinnvollere Frage ist, als der nach dem Grund warum sich jemand auf eine bestimmte Stelle bei einem bestimmten Arbeitgeber beworben hat. Nicht zuletzt ist das doch auch der Einstieg für beide Parteien um zu erörtern in wieweit die Vorstellungen an die Tätigkeit zusammenpassen.
Das Herunterbeten von Bewerbungsratgeber-Antworten oder Werbephrasen (egal ob aus Bewerber oder AG-Sicht) wäre für mich ein K. o.
Ich erwarte da schon eine individuelle und handfeste Diskussion auf Augenhöhe.

Spid

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Wer dieselben vermeintlich richtigen oder falschen, von Bewerbungs“ratgebern“ oder „Experten“ mal kostenlos, mal für viel Geld kolportierten Antworten gibt, ist raus. Genau dazu dient die Frage. Wenn Du das nicht erkennst, kann das ein guter Grund dafür sein, daß Du nunmal auf der anderen Seite des Tisches sitzt.

Was wären denn gute Antworten auf solche Fragen? Tut mir Leid, vielleicht bin ich da ein wenig vorangesprescht!? In solchen Ratgebern liest man ja immer dasselbe, aber wenn das Müll ist, was bitte denn?

Was ist z. B. daran verweflich zu sagen, dass man arbeitslos ist, man vom AlG I seine laufenden Kosten grad so, wenn überhaupt decken kann, man deswegen aber nicht nur wieder Geld verdienen möchte? Hatte ich mal so ganz ungeschönt, offen, ehrlich und direkt gesagt. War auf Nachfrage das Out.

Oder wenn es tatsächlich so ist, dass man sich eine solche abwechslungsreiche und herausfordernde Tätigkeiten wünscht, weil man der Typ für sowas ist, man das gut kann ... Auch das kommt ja nicht gut an, weils wohl mind. jeder Zweite sagt. Aber wenn es eben genauso ist?!

Ich akzeptiere durchaus ein "Ich hab da ziemlich Bock drauf!" oder "Von irgendwas muß man ja leben..." oder "Es war bestimmt nicht mein Kindheitswunsch xxx zu werden, da wußte ich nicht mal, daß es sowas gibt, aber als ich die Stellenanzeige gesehen habe, dachte ich mir, daß ich mich auf jeden Fall bewerbe!" oder "Ich will einfach nur weg und das war die erste Bewerbung, auf die ich zum Gespräch eingeladen wurde." oder auch "Ich würde einfach gerne mal wieder was neues machen." Hängt von der Tätigkeit und der Ebene ab. Bei einem Pförtner oder Hausmeister erwarte ich keine intrinsische Motivation - ich frage ihn ja auch nicht, wo er sich in 10 Jahren sieht. Der Wunsch, Geld zu verdienen oder sich zu verändern, ist für absolut jede Tätigkeit eine akzeptable Motivation. Insbesondere die Erkenntnis, daß man seine Arbeitskraft gegen Geld tauscht, ist eine ausgesprochen wünschenswerte, die ich bei Bewerbern und Bestandsbeschäftigten absolut begrüße, weil es für eine professionelle Einstellung spricht. Es ist nämlich das, was den Profi vom Amateur unterscheidet.

WasDennNun

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Sinnvoll? Immer dieselben wenigen richtigen oder falschen Antworten hören? Als Personaler und/oder fachlicher Vorgesetzter wären mir in einem Vorstellungsgespräch andere sinnvollere Dinge wichtiger!
Du bist also der Meinung, zu hören was die Motivation einer Person ist, dass sie sich auf auf die ausgeschrieben Stelle beworben hat, ist nicht sinnvoll?  ::)

Wenn es ja immer dieselben falschen oder auch richtigen Antworten sind, dann ja. Aber ich habe von "der anderen Seite" keine Ahnung. Daher meine eben gestellte Fragen. ;-)
Es gibt gelogene oder ehrliche Antworten, aber keine richtige oder falsche.
Und ob es ein plus Punkt oder ein Minus Punkt für die Antwort gibt, dann hängt das nicht an dir, sondern an der Konstellation.
Zitat
Was ist z. B. daran verweflich zu sagen, dass man arbeitslos ist, man vom AlG I seine laufenden Kosten grad so, wenn überhaupt decken kann, man deswegen aber nicht nur wieder Geld verdienen möchte? Hatte ich mal so ganz ungeschönt, offen, ehrlich und direkt gesagt. War auf Nachfrage das Out.
Wäre es bei uns nicht gewesen, allerdings schon, wenn du nicht einen Schimmer davon gehabt hättest (bzw. dich entsprechend schlau gemacht hast) was dein AG denn so macht und was wohl deinen Aufgaben sein werden, bzw. nicht mit interessanten Fragen genau dieses im VG erfragt hättest.

Immer dran denken: Ein Vorstellungsgespräch ist eine zweiseitige Sache! Man sollte unklare Dinge beim AG im VG erfragen.

MalZu

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Wenn ein Arbeitgeber gegen das AGG verstößt, kann ich allerdings ... nachvollziehen, dass man Entschädigungsansprüche geltend macht. Außerdem, wer möchte bei einem solchen diskriminierenden und/oder nachlässigen Arbeitgeber arbeiten?

AGG Hopper sind Menschen, welche intentionale Bewerbungen versenden, um dann wg. einer  ( vermeintlichen) Verletzung gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz durch den "potentiellen " AG zu klagen. Diese Klagen werden ausschließlich geführt mit der Intention bis zu 6 Monatsgehälter zu erstreiten, nicht um einen Arbeitsvertrag zu schließen. Und diese Klagen führen nicht selten zu Erfolg; dies kann manchen Dienstgeber finanziell in Schieflage bringen. Den Beweis zu führen, dass es dem Kläger nur auf eine "Entschädigung" und nicht auf ein Beschäftigungsverhältnis ankommt, ist sehr schwer zu erbringen!