Autor Thema: Langjähriger Mitarbeiter ohne deutsche Sprachkenntnisse  (Read 1097 times)

Idefix

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 21
  • Karma: +0/-2
Hallo Zusammen,
wir haben seit 14 Jahren einen Bauhofmitarbeiter, der - laut Bauhofleiter - Arbeitsanweisungen nicht verstehen kann (oder will) und ständig die Arbeitsaufträge fehlerhaft, stümperhaft, oder gar nicht erledigt. Maschinen werden unsachgemäß behandelt und nach Schäden ohne Rückmeldung oder Hinweise an Vorgesetzten oder Kollegen wieder abgestellt. Der Kollege ist ursprünglich aus Kirgisien, besitzt die dt. Staatsangehörigkeit und ist seit 21 Jahre in Deutschland wohnhaft. Jetzt gibt es einen neune Bauhofleiter und jetzt wird die ganze Misere bekannt. Kann mir jemand sagen, ob der AG einen AN verpflichten kann einen deutschen Sprachkurs zu absolvieren? Kann jemand nach so langer Betriebszugehörigkeit gekündigt werden? Meine Nachfrage beim Personalamt offenbarte, dass diese nichts von der dauerhaften "Schlechtleistung" und Verständigungsproblemen wussten. Oder kann mir jemand von Euch seine Erfahrungswerte mitteilen?
Wir sind eine Kleinstadt in BW. Und bitte - keine Nazi-Sprüche oder sonstige Schwachmaten-Äußerungen.


Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12,287
  • Karma: +1811/-3466
Ich kann keine Schlechtleistung erkennen. Die geschuldete Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte bemißt sich nach der individuellen Leistungsfähigkeit des AN. Der Mangel an Deutschkenntnissen war ja bei Einstellung bekannt oder hätte spätestens während der Probezeit auffallen müssen. Ein daraus resultierendes minderes Leistungsvermögen geht grundsätzlich zu Lasten des AG, dessen mangelhafte Personalauswahl dessen eigenes Versagen darstellt. Man kann zwar unter bestimmten Voraussetzungen auch Low Performer kündigen, die ihre geschuldete Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte erbringen, wenn es sich aber um einen angelernten Bauhofmitarbeiter handelt, wird man damit unter den geschilderten Rahmenbedingungen auf die Nase fallen, zumal ja ein einfaches Mittel zur Verfügung steht, den Mangel abzustellen: Zu einem vom AG bezahlten Deutschkurs während der Arbeitszeit kann man den AN verpflichten.

Idefix

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 21
  • Karma: +0/-2
Dann ist die "Schlechtleistung" eher der Stadt zuzuschreiben? Dumm gelaufen. Die damaligen Protagonisten, sind nicht mehr unter uns und der neue Vorgesetzte ist angepisst und möchte den Kollegen los werden. Mein Vorschlag einen Deutschkurs auf Kosten der Stadt anzuordnen, wird hier skeptisch gesehen. Zumal der Kollege andere Fortbildungstermine (oder auch Termine beim Betriebsarzt) einfach "übersehen" hat.
Der Kollege war wohl anfangs als 1-Euro-Jobber im Bauhof. Da hatte er sich gut angestellt und der damalige Bauhofleiter wollte ihn dann als Festangestellten. Der Kollege bekam den Vertrag und strengte sich genau sechs Monate an. Nach Ende der Probezeit fingen die Probleme an. So zumindest die Rückmeldungen die jetzt plötzlich aufkommen. Dokumentiert ist nichts.
Spid, Danke für Deine Antwort.

clarion

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 438
  • Karma: +22/-123
Hallo, ich fürchte, da müsst ihr sehr gut dokumentieren, welche Aufträge der Kollege wie abarbeitet. Insbesondere wiederholter unsachgemäßer Umgang mit Maschinen. Erst ein gerütteltes Maß an Vorkommnissen bietet eine kleine Chance ihn loszuwerden.

Carnie

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 56
  • Karma: +2/-18
Wenn ihm die Termine eindeutig und nachweisbar mitgeteilt wurden ist das unerlaubtes Fehlen am Arbeitsplatz und Abmahngrund. Sicherlich die harte Variante wenn es mal vorkommt. Aber scheint ja in dem Fall zum einen System hinter zu stecken und zum anderen will der Leiter den ja eh loswerden.
Wobei ich auch die Massnahme des Deutschkurses hinterfrage. Sicherlich das sozialste Mittel wenn es wirklich nur an Verständigungsproblemen liegt. Andererseits ist er seit 21 Jahren in Deutschland. Wenn er es immernoch nicht kann bezweifel ich das er Deutsch lernen will. Vorallem wo es doch in der Probezeit scheinbar gut geklappt hat.

2strong

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 592
  • Karma: +53/-158
Objektiv scheint es aber die vergangenen 14 Jahre nicht so dramatisch gewesen zu sein.

Kaiser80

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 969
  • Karma: +94/-388
Objektiv scheint es aber die vergangenen 14 Jahre nicht so dramatisch gewesen zu sein.
Jep... 14 Jahre beschwert sich kein Kollege über defekte Maschinen? Auch der (alte) Bauhofleiter kriegt keinen zwischen die Hörner weil ständig maschinen defekt sind oder Arbeiten unsachgemäß ausgeführt werden? Is klar...