Autor Thema: [NW] Chirurgisch-Technischer Assistent / Eingruppierung Uni-Klinik  (Read 481 times)

Kai

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Hallo Kollegen,

ich mache mal zum obigen Thema diesen Thread auf.

Meine Cousine interessiert sich für den CTA. Sie ist als MFA bei einem Universitätsklinikum in E6 TV-L angestellt.

Sie hatte sich mal umgehört, aber leider kennt sich dort wohl eben nur das Personalreferat mit solchen Fragen aus und ein riesen Fass wollte sie nicht auf machen. Jedenfalls wusste der zustände Chefarzt gar nicht, das es diese Ausbildung gibt. Der tut sich bereits mit den Physician Assistants (PA) schwer.

Weis jemand von euch, wie die CTA eingruppiert werden? Gehören die zur KR Tabelle?

In der EGO ist der Beruf nicht zu finden.


Unter den Berufen OTA oder MTA ist der CTA nicht zu fassen. Der CTA näht z.B. Wunden nach der Operation, ist der 1. oder 2. Assistent im Facharztstandard, legt Venenverweilkatheter, Blasenkatheter. Auskuliert selbständig, führt Sonos selbständig durch. Er Codiert im ICD-10 System DRG Fälle, schreibt die OP Berichte.

Jedoch sind alle Tätigkeiten von einem Arzt deligiert und unterliegen dessen Überwachung. Ebenso sind Untersuchungsergebnisse dem Arzt vorzulegen. Die Haftung trägt der Arzt.

Der Stand der Tätigkeit liegt jedoch unter den akademisch ausgebildeten PA’s.

Besten Dank!


https://de.wikipedia.org/wiki/Chirurgisch-Technischer_Assistent
https://www.bdc.de/die-rechtliche-stellung-chirurgisch-technischer-assistenten/


Spid

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Chirurgisch-technische Assistenten, deren auszuübende Tätigkeit die eines chirurgisch-technischen Assistenten sind, sind nicht eingruppiert. Die TVP haben keine Tätigkeitsmerkmale vereinbart, die Vergütung ist zwischen AN und AG frei vereinbar.

Max

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Bei diesen Modeerscheinungen sollte man im Hinterkopf behalten, dass meistens kein entsprechendes Stellenprofil existiert. Nur weil ein Flyer eine tolle und gesuchte Ausbildung oder Fortbildung suggeriert,  hat das nichts mit der Realität zu tun. Dass der Chefarzt diesen Beruf nicht kennt,  zeigt wie nutzlos solch eine Ausbildung ist,  denn er und seine Mitarbeiter werden die Stellenprofile festlegen und besetzen. CTA kämen hier wohl nicht zum Zuge.

Man liest hier auch in unregelmäßigen Abständen von IHK Fachwirten, Technikern und Betriebswirt denen ein Abschluss mit Bachelor oder Masterwertigkeit verkauft wurde und dann kommt das böse Erwachen mit E5-E8 anstatt E9-E15, da man sich am Wunscharbeitgeber vorbei qualifiziert hat.
« Last Edit: 17.05.2020 16:26 von Max »

Kai

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Hallo!

Zunächst besten Dank für die Antworten.

Ok, das ist interessant. Nunmehr eine hypothetische Frage: Sollte der CTA durch die Tarifparteien in die EGO eingeführt werden, wird der MA dann automatisch in die entsprechende EG gruppiert – auch wenn diese z.B. finanziell deutlich schlechter sein könnte?

--

An der besagten Uniklinik sind rund 15.000 Menschen beschäftigt. Das nun ein Professor den Beruf nicht kennt, ist für mich weder ein Zeichen mangelnder Akzeptanz oder Ignoranz oder einer mangelnden fachlichen Weiterbildung, sondern es herrscht offenbar bei ihm einfach nur Unwissenheit. Daher würde ich da nicht zu viel reininterpretieren wollen. Der besagte Prof. ist in der Reproduktionsmedizin (Kinderwunschklinik) tätig…

Meine Cousine schilderte mir, dass es gerade für MFA’s kaum Möglichkeiten gibt, sich erheblich zu verbessern. Man könnte sich zur OTA, ATA, MTA, MTRA, MTL weiterbilden, aber das bringt einen nur ein paar EG’s nach oben.

Ein Studium zum PA könnte man anstreben, aber die entsprechenden Hochschulen liegen sehr weit entfernt und das wäre dann mit einer Teilzeitbeschäftigung im Schichtdienst kaum praktisch darzustellen.


Sie kann schon zwischen akademischen Abschluss (Arzt, PA, ect.) und beruflicher Weiterbildung oder Berufsausbildung (MFA, Pfleger, ect.) unterscheiden.

Ich sehe aber deinen Punkt. Es ist tatsächlich festzustellen, dass die Personen, bzw. Bewerber aus der Privatwirtschaft, es zum überwiegenden Teil nicht hinbekommen zu verstehen, dass irgend ein IHK Abschluss nun mal keinen LL.B. ersetzt und man diesen Bewerber dann aussortieren muss. Oder das ich nicht mit meinem Gruppenleiter über meine EG feilschen kann.

Aber mal ernsthaft, wer solche Lehrgänge absolviert und dann in den öffentlichen Dienst möchte, sollte sich alleine schon um der Bewerbung Willen, mit den tariflichen Umständen beschäftigt haben. Von daher fehlt mir dann auch für solche Bewerber jegliches Mitleid, wenn sie wegen merkwürdiger Fragen in Missgunst fallen.

Generell lässt sich doch ehr feststellen, dass die Berufsbilder PA und CTA schon akzeptiert werden, aber man aus rechtlichen (Stichwort Haftung) und aus tariflichen Gründen ehr momentan Abstand von der Einstellung dieser Personen nimmt.

Lt. meiner Cousine sind gerade einmal 50 PA an der Uniklinik beschäftigt.

Der CTA oder die anderen Berufe sind summa summarum nur ein Auswuchs des in Deutschlang vorherrschenden Ärztemangels. Gäbe es Assis oder wie zu meiner Zeit noch AIPler wie Sand am Meer und natürlich die Stellen, wären diese „Maßnahmen“ nicht notwendig.

Mal ein praktisches Beispiel. Vor 20 Jahren hat der Oberarzt den OP verlassen und hat dem Facharzt, meistens Assistent der Klinik, das OP Feld übergeben. Dann hat der Facharzt den Assi, AIPler zum ersten Assistenten gemacht und der konnte mit ihm zusammen die weitere Versorgung übernehmen.

Oder der ATA. Früher war der Anästhesist durchgehend im OP. Heute haut der ab und lässt den ATA die Überwachung durchführen…

Diese Berufe sind daher kein nice-to-have, bzw. es müssen sich die Kollegen nicht bedroht fühlen, sondern ehr dankbar sein, das ihnen die ein oder andere Arbeit abgenommen wird.

So wie es mal war, wird es nie wieder werden.


Mein Wort zum Sonntag  :D

Spid

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Nein, es sei denn, AG und AN Treffen eine solche Vereinbarung.

Kai

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