Autor Thema: Ein VG bei einem AG absagen, aber in einem anderen Verfahren bleiben?  (Read 573 times)

Lucy

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Hallo,

kurzfristig eine Einstellungszusage bei Behörde A erhalten. Vertragsunterzeichnung soll gleich morgen früh stattfinden. Elternzeitvertretung bis vorerst Ende 09/21.

Bei Behörde B am selben Tag ein Vorstellungsgespräch auf Stelle 1 gehabt, wie bei A - nur später am Tag. Da soll die Entscheidung erst in 4 - 6 Wochen mitgeteilt werden.

Bei B aber just auch morgen Nachmittag ein weiteres Vorstellungsgespräch auf Stelle 2, allerdings für einen anderen Dienstort, der logistisch gesehen schon spürbar schlechter ist, als der Dienstort von Stelle 1. Vergütung von B 1 + B 2 ist identisch. B 1 ist befristet vorerst für ein Jahr.

Bis bei B 1 eine Entscheidung getroffen wird + es zu einer evtl. Vetragsunterzeichnung kommt, läuft der Vertrag dann vielleicht bis Ende 06/21. A wäre also Stand jetzt 3 Monate länger. Bei beiden könnte es aber eine Verlängerung geben.

B 2 ist auf zwei Jahre fix befristet. Bis auch da wieder eine Entscheidung ansteht, sind wir evtl. bei einem Vertragsende Ende 06/22.

B 2 ist aber aufgrund der Tätigkeiten und eben des Dienstorts schon deutlich uninteressanter für mich, als B 1.

Bei der Stelle von A fahre ich täglich einfache Strecke 25 Min. Die dürften quasi immer gesetzt sein. Es sei denn, Unfall o Baustelle.

Bei B 1 mind. 40 Min.

Bei B 2 mind. 50 Min. Aus Erfahrung grad auf dieser Strecke viele logistische Unwägbarkeiten, wo man dann auch mal für die Strecke 60 Min fährt - außerhalb des Winters.

Wenn ich jetzt den Benzinverbrauch berechne und vom zukünftigen Netto abziehe, habe ich bei B 1 doch nur ca. 90 € mehr, als bei A. Bei B 2 wären es sogar nur ca. 60 € mehr, als bei A.

Da ich mir dennoch die Chancen bei B 1 komplett verbauen möchte, wie sollte ich vorgehen? Mich trotzdem auf das morgige Gespräch vorbereiten, obwohl ich ja morgen davor einen Arbeitsvertrag unterzeichnen werde? Die Moti ist schon jetzt bei nahezu 0!

Unvorbereitet da hinfahren ist auch blöd, würde ein schlechtes Licht auf mich werfen und evtl. Chancen auf B 1 schmälern!? B 1 + B 2 sind fachlich 2 verschiedene Dinge.

Einfach nicht hinfahren, ohne vorher abzusagen, ist auf jeden keine Option.

Was ist aber, wenn ich das Gespräch für B 2 kurzfristig absage (absagen muss, weil ...?!), aber explizit erwähne, dass ich weiterhin an B 1 interessiert bin?

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich A auf jeden nehmen soll, ich mich da auch am ehesten sehe + wiederfinde. B 1 ist aber vielleicht dennoch die Stelle, die am ehesten eine längere Folge-Befristung verspricht, sofern ich mich nicht zu doof anstelle. Die Fallhöhe ist dort aber höher bzw. das Risiko dort zu versagen, ist größer als bei A.

Interessanter, abwechslungsreicher ist allerdings A. Das weiß ich jetzt schon.

Aufs Geld kommts nicht an. B 1 wären netto 150 € mehr als A.

Mit Ü40, zwei Kindern, zwei Autos, einem Haus ... eher den Spatz in der Hand als die Taube aufm Dach nehmen?

Was meint ihr?

Es geht mir doch irgendwie darum, mein Gesicht bei B zu wahren, um bei B 1 nicht gleich raus zu sein. Dann darf ich denen aber nicht mitteilen, dass ich eine andere Stelle antreten werde, oder!?

Wie würder ihr warum wie vorgehen?

Und, sofern es hier Personaler gibt, wäre ich bei B 1 raus, wenn ich B2 absage?

Bin gespannt.

Besten Dank.

Grüße

WasDennNun

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Nimm A
Gehe zu VG von B
Nicht hingehen wäre bei uns eine dickes Minus, lass dir die Stelle erkläre.
Spiele mit offenen Karten. Aktuelle Situationen verschweigen und drum rum reden (also dass du nicht mehr arbeitssuchend bist, da ja mit AV versehen) wäre auch ein no go bei uns.
Werde dir natürlich vorher glasklar im Geiste was du denn am liebsten willst und warum
Sonst kommst du so rüber als ob du nimmst was geht und kein Interesse an der spezifische Arbeitsstelle hast.

Für mich klingt es so als ob B2 anstelle B1 oder A nicht in Frage kommt.
Sofern nicht B2 plötzlich im VG sich als dein Traumjob darstellt, kannst du ja am Ende des VGs diese Stelle absagen.

und ohne Quark: Für 90€ jeden Tag 30 min Lebenszeit opfern muss man sich halt auch überlegen. Ist ja Quasi Mindestlohnbezahlung.

clarion

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Ich würde auch mit offenen Karten spielen. Die Personaler werden es nicht krumm nehmen, wenn Du es offen kommunizierst.

Bastel

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Also ich würde mir als Personaler verarscht vorkommen, wenn der Bewerber plötzlich sagt, dass er eigentlich schon was neues hat und wir nur zum Spaß zusammen sitzen.

RsQ

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Also ich würde mir als Personaler verarscht vorkommen, wenn der Bewerber plötzlich sagt, dass er eigentlich schon was neues hat und wir nur zum Spaß zusammen sitzen.

Es kommt auf die Tonalität an. Wer das so formuliert ... o.k., d'accord. Aber wer transparent macht, dass er aktuell mehrere attraktive Optionen hat und den Eindruck macht, diese (noch) ergebnisoffen zu verfolgen ... Dem kann man doch die eigene Position bestenfalls attraktiv darstellen. Oder?