Autor Thema: Anordnung von Aufgaben, die nicht dem Tätigkeitsprofil entsprechen/Kita  (Read 802 times)

Leopold100

  • Gast
Guten Abend,

Mein Anliegen ist zwar sehr speziell, aber vielleicht kann mir dennoch jemand einen Tipp geben.

Ich bin seit vielen Jahren als therapeutische Mitarbeiterin bei der Stadt X beschäftigt. Seit Einzug der Inklusion werden therapeutische Leistungen per Heilmittelverordnung abgerechnet. Zusätzlich unterstützen und fördern Therapeuten die Kinder auch im Gruppenalltag.

Es gibt eine Arbeitsplatzbeschreibung, die teilweise sehr schwammig und auslegbar formuliert ist, sodass immer wieder Uneinigkeiten darüber entstehen, für welche Tätigkeiten Therapeuten eingesetzt werden können.

Der Alltag sieht so aus, dass therapeutische Mitarbeiter häufig als zusätzliche Kinderbetreuung und Vertretungskräfte in den Gruppen aushelfen müssen. Man könnte die fachliche Kompetenz dieser Mitarbeiter bei weitem anders nutzen.

In meinem Fall ist nun für mich eine Situation entstanden, die ich bisher durch Gespräche mit meiner Chefin nicht lösen konnte:
Aufgrund der Corona Pandemie sollen die Erzieherinnen mit den Kindern einen großen Zeitraum des Tages im Freien verbringen. Man begründet es allerdings mit dem Bildungskonzept der Stadt (Kinder brauchen Bewegung...).
Nun soll ich dazu gezwungen werden, als Zusatzbetreuung sämtliche Outdoor-Aktivitäten mitzumachen (Stichwort Personalmangel). Ich habe in den vielen Jahren NIE draußen gearbeitet. Hinzu kommt, dass ich mich aufgrund einer chronischen Erkrankung auch nicht länger im Freien aufhalten kann. Das ist meiner Vorgesetzten aber seit Jahren bekannt.
Seit ein paar Wochen spitzt sich die Situation zunehmend zu, da ich das "Rausgehen" immer wieder "verweigern" muss. Außerdem kann ich es nicht vertreten, einen Outdoor Aufenthalt als Therapieeinheit der Krankenkasse in Rechnung zu stellen (Allein schon der Gedanke ist absurd/Meine Vorgesetzte ist aber der Ansicht, man könne die therapeutische Leistung ja draußen durchführen...). Gesundheitliche Einschränkungen werden von meiner Chefin auch nicht berücksichtigt.

Es ist mir absolut unmöglich, auf diese Art eine qualitativ angemessene Arbeit (die ich mit meinem Gewissen und Qualitätsanspruch vereinbaren kann) zu leisten. Außerdem ist es m.E. auch nicht im Sinne der Kinder. Außerdem KANN ich es aus besagten gesundheitlichen Gründen nicht leisten. In meiner Arbeitsplatzbeschreibung steht auch nirgendwo explizit, dass ich meine Arbeitstage im Freien verbringen soll, allerdings könnte man einige schwammige Punkte ggf. so auslegen.

Ich habe diverse konzeptionelle Vorschläge gemacht, wie ich meine Arbeit gut leisten kann, und die Kinder dennoch ausreichend Zeit draußen verbringen. Das möchte Niemand hören. Offenbar scheint frühkindliche Bildung nicht mehr wichtig zu sein. Hauptsache draußen austoben (Ja, das ist jetzt unsachlich, aber es ärgert mich eben).

Meine Vorgesetzte und die Fachberatung sind nun dazu übergegangen mir zu suggerieren, dass ich doch besser in einem anderen Arbeitsbereich arbeiten könnte....

Warum????

Kann es sich eine städtische Kita bei massivem Personalmangel leisten, fachlich und menschlich gute und etablierte Mitarbeiter zu "vergraulen"???

Was kann ich tun um mich zu "wehren"?

Vielen Dank

Spid

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Weil Du die geforderte Leistung nach eigenem Bekunden aus gesundheitlichen Gründen nicht erbringen kannst.

Sofern die genannten Personen namens des AG handeln, bliebe die Kündigung. Wenn nicht, sollte dessen Position zum Vorgang eruiert werden.

Leopold100

  • Gast
Vielen Dank, Spid!