Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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Spid


Lothar57

Zitat von: Sozialarbeiter in 07.06.2021 20:39
Sitzen die Beamtenvertreter nicht mit am Tisch?

Nee, was sollen die da?
Unverholener kann man gar nicht zugeben, dass die Beamten unsichtbar mit am Tisch sitzen und dort ihre Interessen verfolgen. Und das sind nicht unbedingt die Interessen der TB.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Novus

Zitat von: Lothar57 in 07.06.2021 20:55
Zitat von: Sozialarbeiter in 07.06.2021 20:39
Sitzen die Beamtenvertreter nicht mit am Tisch?

Nee, was sollen die da?
Unverholener kann man gar nicht zugeben, dass die Beamten unsichtbar mit am Tisch sitzen und dort ihre Interessen verfolgen. Und das sind nicht unbedingt die Interessen der TB.

???? Verstehst du grundsätzliche Tarifautomatismen und Vorgänge nicht oder wie sollen wir die Frage verstehen?

Spid

Was haben Beamte mit Tarifautomatismen zu tun?

choldsch

Leider ist es so, dass der Öffentliche Dienst schon seit Jahrzehnten so schlechte Tarifabschlüsse macht, dass ein großer Teil der Beschäftigten nicht mehr als die Grundsicherung im Rentenalter erhalten. VBL wurde 2002 neu berechnet und mir gingen 2/3 des Betrages verloren, da ich keinen Altvertrag hatte. Mit VBL erreiche ich nicht mehr als die  Rentengrundsicherung. Und ich arbeite seit fast 35 Jahre im Öffentlichen Dienst, fast 4 Jahre in einer Öffentlich-Rechtlichen Anstalt, der Rest in der freien Wirtschaft. Angefangen habe ich mit BAT 7 und bin nun seit 15 Jahren in BAT Vb bzw. TV-H 9a.
Das wird alles von unseren Landesministern nicht wahrgenommen. Der DBB meint immer noch, dass die VBL so hoch ausfällt, dass man bei der Rente vergleichsweise so gut dasteht, wie ein pensionierter Beamten in gleicher Besoldung. Dem ist nicht so.
Hier haben die Gewerkschaften total versagt.

Lothar57

Zitat von: choldsch in 08.06.2021 05:09
Leider ist es so, dass der Öffentliche Dienst schon seit Jahrzehnten so schlechte Tarifabschlüsse macht, dass ein großer Teil der Beschäftigten nicht mehr als die Grundsicherung im Rentenalter erhalten.
[...]
Der DBB meint immer noch, dass die VBL so hoch ausfällt, dass man bei der Rente vergleichsweise so gut dasteht, wie ein pensionierter Beamten in gleicher Besoldung. Dem ist nicht so.
Hier haben die Gewerkschaften total versagt.

Wenn der dbb (ausgeschrieben: Deutscher Beamtenbund) das behauptet, dann ist das allein deswegen schon Unsinn, weil die Ruhestandsbezüge eines Beamten sich nach der Höhe des letzten Verdienstes richten. Beim TB richtet sich die Rente aber nach der Summe aller eingezahlten Beträge im Laufe des Berufslebens. Das heißt, bei TBs, die sich langsam hochgearbeitet haben, kann die Rente dennoch mager ausfallen. Ein Beamter, der erst auf den letzten Drücker die Kurve nach oben gekriegt hat, bekommt aber eine Pension, die sich an seinem letzten Verdienst orientiert.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Bastel

Zitat von: choldsch in 08.06.2021 05:09
Leider ist es so, dass der Öffentliche Dienst schon seit Jahrzehnten so schlechte Tarifabschlüsse macht, dass ein großer Teil der Beschäftigten nicht mehr als die Grundsicherung im Rentenalter erhalten. VBL wurde 2002 neu berechnet und mir gingen 2/3 des Betrages verloren, da ich keinen Altvertrag hatte. Mit VBL erreiche ich nicht mehr als die  Rentengrundsicherung. Und ich arbeite seit fast 35 Jahre im Öffentlichen Dienst, fast 4 Jahre in einer Öffentlich-Rechtlichen Anstalt, der Rest in der freien Wirtschaft. Angefangen habe ich mit BAT 7 und bin nun seit 15 Jahren in BAT Vb bzw. TV-H 9a.
Das wird alles von unseren Landesministern nicht wahrgenommen. Der DBB meint immer noch, dass die VBL so hoch ausfällt, dass man bei der Rente vergleichsweise so gut dasteht, wie ein pensionierter Beamten in gleicher Besoldung. Dem ist nicht so.
Hier haben die Gewerkschaften total versagt.

Die Grundsicherung beträgt knapp 900€. Du willst uns jetzt erzählen, dass du da nicht drüber kommst?

Novus

Zitat von: Spid in 07.06.2021 23:05
Was haben Beamte mit Tarifautomatismen zu tun?

Im dbb sind auch Tarifbeschäftigte organisiert? Zudem schrieb ich Tarifautomatismen UND VORGÄNGE und da Tarifautonomien grundsätzlich auch Beamte betreffen - und Beamtenrecht auch durchaus Tarifbeschäftigte Treffen kann, ist eine grundsätzliche Trennung nischt so leicht möglich (auch wenn sie vielleicht wünschenswert wäre)

Spid

Im dbb beamtenbund und tarifunion sind Tarifbeschäftigte organisiert - und er nimmt als Gewerkschaft an den Tarifverhandlungen teil, an deren Ende er Tarifverträge als Gewerkschaft schließt.

Lothar57

Zitat von: Novus in 08.06.2021 09:33
Zitat von: Spid in 07.06.2021 23:05
Was haben Beamte mit Tarifautomatismen zu tun?

Im dbb sind auch Tarifbeschäftigte organisiert? Zudem schrieb ich Tarifautomatismen UND VORGÄNGE und da Tarifautonomien grundsätzlich auch Beamte betreffen - und Beamtenrecht auch durchaus Tarifbeschäftigte Treffen kann, ist eine grundsätzliche Trennung nischt so leicht möglich (auch wenn sie vielleicht wünschenswert wäre)

Beamtenrecht und Tarifrecht sind zwei völlig verschiedene Rechtssyteme. Es werden allenfalls Analogien hergestellt. Verhandelt wird im Herbst auschließlich über den Tarifvertrag - mit dem die Beamten nichts zu tun haben. Wie weit die dort ausgehandelten Ergebnisse auf die Beamten übertragen wird, entscheidet der Gesetzgeber und nicht die Tarifparteien. Darum haben die Beamten am Verhandlungstisch auch nichts zu suchen.

Die Beamten erhoffen natürlich eine möglichst hohe prozentuale Erhöhung der Tabellentgelte. Denn diese wird erfahrungsgemäß auf sie übertragen. An strukturellen Verbesserungen für die TB können Beamte gar nicht interessiert sein, da diese am Ende Geld kosten und somit die allgemeine, prozentuale Erhöhung schmälern würden.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Kaiser80

Zitat von: Lothar57 in 08.06.2021 10:44
Darum haben die Beamten am Verhandlungstisch auch nichts zu suchen.

Sitzen denn keine politischen Beamten mit am Tisch???

Suntzu

Zitat von: Spid in 02.06.2021 21:47
Zitat von: Seb6nf in 02.06.2021 21:36
Doch doch, nur willst du das nicht verstehen. Dein gutes Recht, aber kein objektives Argument. Deine despektierliche Ausdrucksweise sagt ansonsten viel aus über dich.

Kinderzulagen machen einen AG attraktiver für Fachkräfte mit Kindern.

Viele Grüße

Sebastian

Und ein attraktives Gehalt für Fachkräfte macht AG attraktiver für Fachkräfte - sowohl solche ohne Kinder als auch solche, die durch Kinder behindert werden. Sofern die Karnickelprämie unterschiedslos gezahlt wird, schmeißt man hingegen Geld für Personal raus, für das man ohnehin nicht attraktiver werden und das man auch nicht binden muß. Das fehlt dann, um Fachkräfte vernünftig bezahlen zu können. Ergo senken Karnickelprämien die Attraktivität für Fachkräfte insgesamt und lediglich etwas weniger für jene, die sich bereits reproduziert haben oder sich ein Balg haben unterschieben lassen.



Letztendlich schaut doch der AN wo er mehr netto im Geldbeutel hat und was davon übrig bleibt...


Spid

Und die kinderlose Fachkraft hat mehr Netto im Geldbeutel, weil der kinderreichen Spülhilfe eine Karnickelprämie gezahlt wird?

Suntzu

Zitat von: Spid in 08.06.2021 11:20
Und die kinderlose Fachkraft hat mehr Netto im Geldbeutel, weil der kinderreichen Spülhilfe eine Karnickelprämie gezahlt wird?



Siehe Netto Einkommen kinderlose und Familien.

Spid

Inwiefern wäre das eine Antwort auf meine Frage?