Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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was_guckst_du

...das wird dann Hinz und Kunz nicht erfreuen.. ;)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Otto1

Zitat von: WasDennNun in 22.06.2021 17:11
Zitat von: Otto1 in 22.06.2021 16:29
Dann würde sich die Arbeit beim Staat in diesen Regionen nur noch als Beamter lohnen, da dort mehr oder weniger das gleiche bezahlt wird. Ich halte es für eine gefährliche Idee. Was ich für geschickter halten würde, währe eine Ballungsraumzulage.
Welche Gefahr siehst du in einem objektiven Kriterium zur Steuerung der tariflichen Entlohnung gegenüber einer willkürliche undifferenzierte Zulage?

Geschickter wäre es sachkundige Personaler einzustellen und denen ein Zulagenbudget zu geben um damit exzellente MA anzuwerben/zu halten, wo ein Mangel an Personal herrscht.


JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.

Hinz

Zitat von: Otto1 in 25.06.2021 22:58
Zitat von: WasDennNun in 22.06.2021 17:11
Zitat von: Otto1 in 22.06.2021 16:29
Dann würde sich die Arbeit beim Staat in diesen Regionen nur noch als Beamter lohnen, da dort mehr oder weniger das gleiche bezahlt wird. Ich halte es für eine gefährliche Idee. Was ich für geschickter halten würde, währe eine Ballungsraumzulage.
Welche Gefahr siehst du in einem objektiven Kriterium zur Steuerung der tariflichen Entlohnung gegenüber einer willkürliche undifferenzierte Zulage?

Geschickter wäre es sachkundige Personaler einzustellen und denen ein Zulagenbudget zu geben um damit exzellente MA anzuwerben/zu halten, wo ein Mangel an Personal herrscht.


JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.

Ingenieure und Techniker und Meister sind im TV-L berücksichtigt. wobei der Fehler gemacht wurde den Techniker mit dem Meister gleichzusetzen. (Bevor einer darauf antwortet bitte Google nutzen und nach Kompetenzniveau staatl. Gepr. Techniker suchen)

Es fehlt seitens den technischen Berufsgruppen eben eine angemessene Lobbyarbeit / Vertretung im ÖD.

Spid

Sind beides weitergebildete Facharbeiter/Handwerker.

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 25.06.2021 22:58
JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.
Wozu, wenn der Personaler für Ingenieure, Techniker und Informatiker, sofern er keine findet, sagen wir mal 2000€ monatlich über dem Tabellen Entgelt anbieten dürfte und würde.

Wie verblödet muss man eigentlich sein immer wieder Gießkanne zu verlangen.

Ach ja, natürlich müsste man dafür fähige Personaler einstellen (und entsprechend bezahlen), die so etwas anwenden.

Aber typisch öD halt: Alle müssen über einen Kamm geschoren werden, damit man sich nicht selber um sein Entgelt kümmern muss.

Otto1

#740
Zitat von: WasDennNun in 26.06.2021 12:05
Zitat von: Otto1 in 25.06.2021 22:58
JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.
Wozu, wenn der Personaler für Ingenieure, Techniker und Informatiker, sofern er keine findet, sagen wir mal 2000€ monatlich über dem Tabellen Entgelt anbieten dürfte und würde.

Wie verblödet muss man eigentlich sein immer wieder Gießkanne zu verlangen.

Ach ja, natürlich müsste man dafür fähige Personaler einstellen (und entsprechend bezahlen), die so etwas anwenden.

Aber typisch öD halt: Alle müssen über einen Kamm geschoren werden, damit man sich nicht selber um sein Entgelt kümmern muss.

Hier ist alles genau beschrieben. Die nachkommenden Fachkräfte reichen noch nichtmal um die Abgänge zu ersetzen. Im öD ist es aufgrund der Demographie noch schlimmer und bei IT-Fachkräften wird man gar kein Land mehr sehen.

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2021/MINT-Fr%C3%BChjahrsreport_2021_finale_Fassung_27_05_2021.pdf

Es geht daraus auch hervor, dass der Bedarf an MINT-Fachkräften aufgrund der Energiewende, Demographie und Digitalisierung stark steigen wird.

D. h. es liegt ein sehr großes strukturelles Problem vor. Der Nachwuchs kann die in Rentegehenden nicht ausgleichen und zugleich steigt der Bedarf rasant an. Selbst unser Innenmister kommt zu dem Ergebnis (ab 01:04:00): https://www.dbb.de/artikel/herausforderung-gemeinwohl-wir-brauchen-die-besten-der-besten.html

öfföff

Ich sehe hier kein Problem. Die leeren Stellen werden besetzt werden. Vieles wird man mittels Learning-by-doing vermitteln können. Die teure Ausbildung ist oft nicht nötig. Ein paar gezielte Fortbildungen können mehr wert sein und sind billiger als ein Ingenieur der meint ein Professorengehalt bekommen zu müssen...

uw147

Zitat von: öfföff in 26.06.2021 21:00
Ich sehe hier kein Problem. Die leeren Stellen werden besetzt werden. Vieles wird man mittels Learning-by-doing vermitteln können. Die teure Ausbildung ist oft nicht nötig. Ein paar gezielte Fortbildungen können mehr wert sein und sind billiger als ein Ingenieur der meint ein Professorengehalt bekommen zu müssen...

Das hängt ganz stark vom Aufgabengebiet ab. Klar kann man alles schon irgendwie erledigen, aber z.B. eine echte Antragsprüfung in komplexen Genehmigungsverfahren findet dann nicht mehr statt. Es wird dann i.W. nur noch geprüft, ob alle Unterlagen da sind, ob diese tatsächlich richtig sind, ist dann wesentlich schwieriger. Leider gibt es in einigen Bereichen seit Jahren genau diese Tendenz - da wird dann die eigentlich originäre Prüftätigkeit der Behörden auf Sachverständige ausgelagert und diese vom Antragsteller bezahlt. Neutral ist was anderes.

thesisko

Zitat von: Hinz in 26.06.2021 08:22
Zitat von: Otto1 in 25.06.2021 22:58
Zitat von: WasDennNun in 22.06.2021 17:11
Zitat von: Otto1 in 22.06.2021 16:29
Dann würde sich die Arbeit beim Staat in diesen Regionen nur noch als Beamter lohnen, da dort mehr oder weniger das gleiche bezahlt wird. Ich halte es für eine gefährliche Idee. Was ich für geschickter halten würde, währe eine Ballungsraumzulage.
Welche Gefahr siehst du in einem objektiven Kriterium zur Steuerung der tariflichen Entlohnung gegenüber einer willkürliche undifferenzierte Zulage?

Geschickter wäre es sachkundige Personaler einzustellen und denen ein Zulagenbudget zu geben um damit exzellente MA anzuwerben/zu halten, wo ein Mangel an Personal herrscht.


JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.

Ingenieure und Techniker und Meister sind im TV-L berücksichtigt. wobei der Fehler gemacht wurde den Techniker mit dem Meister gleichzusetzen. (Bevor einer darauf antwortet bitte Google nutzen und nach Kompetenzniveau staatl. Gepr. Techniker suchen)

Es fehlt seitens den technischen Berufsgruppen eben eine angemessene Lobbyarbeit / Vertretung im ÖD.

Sind alle drei DQR Niveau 6. Sie sind dort als gleichwertig eingruppiert, nicht als gleichartig.
Dazu kommt, dass die Qualifikation für die EIngruppierung keine ROlle spielt, sondern die die dauerhaft ausgeübte Tätigkeit.

Spid

Der DQR hat keinerlei Relevanz - und erhebt auch nicht den Anspruch, eine zu haben.

WasDennNun

Zitat von: öfföff in 26.06.2021 21:00
Ich sehe hier kein Problem. Die leeren Stellen werden besetzt werden. Vieles wird man mittels Learning-by-doing vermitteln können. Die teure Ausbildung ist oft nicht nötig. Ein paar gezielte Fortbildungen können mehr wert sein und sind billiger als ein Ingenieur der meint ein Professorengehalt bekommen zu müssen...
Die Qualität der Softwareprojekte im öD zeigen ja wohin das geführt hat und immer noch führt, dass man umoperierte Beamte einsetzt.
Entweder absoluter Schrott, oder mittelmäßiger Schrott, der für Millionenbeträge von externen nur zur hälfte Umgesetzt werden und dann Millionenbeträge für die Wartung verschlingen.

Und warum: Ahnungslose Entscheider und dilettantischer Umsezter, die meinen Informatik kann man mittels Learning-by-doing  durchdringen.
Hauptsache die BS2000 wird nicht abgeschaltet.  8)

WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 26.06.2021 20:30
Zitat von: WasDennNun in 26.06.2021 12:05
Zitat von: Otto1 in 25.06.2021 22:58
JA, GANZ TOLLE IDEE. DUMM NUR WENN MAN IN EINER TECHNISCHEN BEHÖRDE ARBEITET UND MAN AN ALLEN ECKEN UND ENDEN LEUTE BRAUCHT.

Es braucht eine eigene Tabelle für Ingenieure, Techniker und Informatiker.

Alles andere ist witzlos.
Wozu, wenn der Personaler für Ingenieure, Techniker und Informatiker, sofern er keine findet, sagen wir mal 2000€ monatlich über dem Tabellen Entgelt anbieten dürfte und würde.

Wie verblödet muss man eigentlich sein immer wieder Gießkanne zu verlangen.

Ach ja, natürlich müsste man dafür fähige Personaler einstellen (und entsprechend bezahlen), die so etwas anwenden.

Aber typisch öD halt: Alle müssen über einen Kamm geschoren werden, damit man sich nicht selber um sein Entgelt kümmern muss.

Hier ist alles genau beschrieben. Die nachkommenden Fachkräfte reichen noch nichtmal um die Abgänge zu ersetzen. Im öD ist es aufgrund der Demographie noch schlimmer und bei IT-Fachkräften wird man gar kein Land mehr sehen.
Und was hat das mit Gießkanne vs. zielgerichtete Anwerbung von sehr gutem Personal zu tun?

TVWaldschrat

Mein Wunsch wäre es, dass im IT-Bereich nicht mehr so viel Wert auf die auf dem Papier geschriebenen fachlichen Qualifikationen gelegt wird, und dass das im TV-L auch festgeschrieben ist.

Wie oft mussten wir gute Fachinformatiker gehen lassen, weil unsere Personalabteilung die Minus-Eins-Regelung ohne wenn und aber lebt, während wir allen möglichen Dipl. Ings mit einem nicht-IT-relevanten Abschluss (Elektroingenieur) von vor 30 Jahren das anbieten können, was wir ausschreiben. Dass sich keine brauchbaren jungen Bachelor-/Master-Absolventen bei uns bewerben ist leider auch dem echt starren Regelungen Tarifvertrag geschuldet (stichw. Übertarifliche Bezahlung).

Mit maximal +20% kann man auch bei einer E11/6 kein fähiges IT-Personal mehr binden, da in der Wirtschaft die gut bezahlten Jobs mit weit besseren Arbeitsbedingungen nur auf sie warten.

Typische öD-Themen wie Jobsicherheit sind heute kein Argument mehr. Wirste betriebsbedingt als ITler rausgeschmissen, haste nächste Woche wieder nen gut bezahlten Job.
Work-Life-Balance? Da sind viele priv. Betriebe weiter vorne als wir es bieten können. Ohne gutes Personal bleibt ein dicker backlog für das übrige Personal.
Wir haben nicht mal so was wie ein Job-Ticket für den ÖPNV... Meine Initiative dazu wurde von der HR abgeschmettert.

Wie viel davon unserer schlechten HR geschuldet ist, mag ich nicht beurteilen, da sind WasDennNun und Spid sicher die fähigeren Leute. Vielleicht kann man die beiden ja mal für ne In-House-Schulung einladen ;)

Und ich sehe mit Verdi auch keine Gewerkschaft für IT-Fachkräfte. Aber den Arbeitgebervertretern muss ja auch auffallen, dass sie was tun müssen...


Einem unserer Leute wurde von der HR sogar mal gesagt, dass er sich doch woanders bewerben solle, vorher können keine Angebote gemacht werden. Hat er gemacht, zwei Wochen frist gesetzt, und ist jetzt glücklich in seinem neuen Job, der nicht bei uns ist.

Spid

Übertarifliche Bezahlung ist eben gerade nicht in einem Tarifvertrag geregelt - das braucht sie auch nicht zu sein, da eine Abweichung von den tariflichen Regelungen zugunsten des AN jederzeit zwischen den Parteien vereinbart werden kann.

Wie sollte denn im IT-Bereich die Regelung zur Eingruppierung bei Nichterfüllung einer Voraussetzung in der Person außer in außergewöhnlichen Einzelfällen zur Anwendung kommen?

TVWaldschrat

Die übertarifliche Bezahlung ist im TV-L ja auf +20% der Stufe 2 gedeckelt. Die Angst vorm LRH o.ä. ist dann der begrenzende Faktor. Die Regelung sollte gelockert werden. Denn wenn wir realistisch sind, traut sich niemand abweichende Regelungen zu treffen, da sie nicht im TV-L geregelt sind. Das betrifft auch Betriebsingenieure o.ä.... aber ich kann nur aus IT-Sicht sprechen

Es gibt ja schon die Formulierungen wie "mit besonderer Schwere und Verantwortung" sowie sonstige Beschäftigte. Da Tarifbeschäftigte aufgrund ihrer auszuübenden Tätigkeit Eingruppiert sind, sollte das auch WIRKLICH mal so gelebt werden, ohne Minus-Eins-Regelung, wenn der IT-Leiter das so sieht... ein Personaler kann selten beurteilen, ob das Personal die fachliche Kompetenz besitzt und sollte da vom IT-Leiter beraten werden.

Ein Fachinformatiker mit entsprechender Erfahrung kann die Tätigkeiten eines Master-Inf. mit entsprechender Erfahrung auch durchführen.